Israel
„Einzige Demokratie im Nahen Osten“ will Todesstrafe erleichtern

Das israelische Parlament hat am Mittwoch einem Gesetzentwurf zur Einführung der Todesstrafe für "Terroristen" mit knapper Mehrheit zugestimmt.

Teilen

Tel Aviv (nex) – Das israelische Parlament hat am Mittwoch einem Gesetzentwurf zur Einführung der Todesstrafe für „Terroristen“ mit knapper Mehrheit zugestimmt.

„Eine Person, die schlachtet und lacht“, sollte hingerichtet werden, sagte Netanyahu in ungewöhnlichen Äußerungen vor der Abstimmung.

52 Abgeordnete stimmten für die von Verteidigungsminister Avigdor Lieberman eingebrachte und von Regierungschef Benjamin Netanjahu unterstützte Gesetzesinitiative. 49 Abgeordnete stimmten dagegen.

Mit dem neuen Gesetzentwurf können israelische Militärgerichte wegen „terroristischer Verbrechen“ mit einfacher Mehrheit die Todesstrafe verhängen.

Der israelische Inlandsgeheimdienst Shin Bet habe seine Einwände gegen das Gesetz geäußert, berichtet die Tageszeitung Haaretz. Es könnte eine Welle von Entführungen von Juden auf der ganzen Welt auslösen, um sie für Verhandlungen zu nutzen, befürchtet der Geheimdienst. In einem ungewöhnlichen Schritt habe Premierminister Benjamin Netanyahu darum gebeten, vor der Abstimmung vor dem Parlament zu sprechen, um seine volle Unterstützung dafür zu bekunden.

Das neue Gesetz sei eine „mächtige Abschreckungsmaßnahme gegen Terroristen und  wirksamer als die Zerstörung von Häusern ihrer Angehörigen“, habe Lieberman vor der Abstimmung laut Haaretz gesagt.

Netanyahu habe angemerkt, dass der Gesetzentwurf keine neue Idee ist und die Frage der Todesstrafe im Extremfällen in Israel bereits geprüft wurde. Es gehöre in die Kategorie der Kriegsverbrechen. Dazu Netanjahu: „Wer schlachtet und lacht, sollte sein Leben nicht hinter Gittern verbringen, sondern getötet werden“.

Vor der endgültigen Annahme des Gesetzentwurfs seien in der Knesset noch drei Abstimmungen vorgesehen und Israels Oberstes Gericht könne das Gesetz nach der Verabschiedung noch kippen.

 

 

 

 

 

Auch interessant

Türkei: Israel-nahes Betrügernetzwerk zerschlagen

Istanbul - Türkische Sicherheitskräfte haben nach eigenen Angaben ein mit Israel in Verbindung stehendes, betrügerisches Handelsnetzwerk aufgedeckt. Wie Medien unter Berufung auf den türkischen Justizminister...

Wahlniederlagen der CDU: Prien stützt Merz – AfD zeigt sich gesprächsbereit

Berlin - In der CDU beginnt die Aufarbeitung der beiden Niederlagen des gestrigen Wahlsonntags. Bundesbildungsministerin und stellvertretende Bundesvorsitzende der CDU Karin Prien gab sich...

Fauda und die Macht der Narrative: Mattner über die Frage der Deutungshoheit

Ein Gastkommentar von Susanne Mattner Nachdem ich jetzt eine ganze Reihe von Einschätzungen zu Fauda gelesen habe, die mir überwiegend ziemlich emotional und auch ziemlich...

Paukenschlag in der Türkei: Erdoğan-Herausforderer Yavaş verlässt die CHP

Ankara – Paukenschlag in der türkischen Politik: Ankara-Oberbürgermeister Mansur Yavaş hat am heutigen Mittwoch seinen Austritt aus der Republikanischen Volkspartei (CHP) erklärt. Yavaş will...

„Jüdische Stimme“ darf extremistisch genannt werden

Berlin – Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg (OVG) hat am 21. September 2026 eine wegweisende Entscheidung im Eilverfahren getroffen: Das Bundesministerium des Innern darf den propalästinensischen Verein...

Headlines

Palästina-Streit: Javier Bardem will P!nk bei UNICEF absetzen

Madrid - Der spanische Oscar-Preisträger Javier Bardem fordert gemeinsam mit über 170.000 Unterzeichnern die Absetzung der US-Sängerin P!nk als...

London: Israelkritische Doku NAZA wird gratis gestreamt

London - Nach einer Rekord-Standing-Ovation von 25 Minuten beim Filmfestival in Venedig, Morddrohungen und dem Vorstoß der israelischen Regierung,...

Erdoğans UN-Rede: Kritik am Sicherheitsrat trifft den Nerv der Zeit

Ein Gastkommentar von Nabi Yücel US-Präsident Donald Trump drohte vor der UN mit der Vernichtung Irans. Das ist die Art...

Paukenschlag in der Türkei: Erdoğan-Herausforderer Yavaş verlässt die CHP

Ankara – Paukenschlag in der türkischen Politik: Ankara-Oberbürgermeister Mansur Yavaş hat am heutigen Mittwoch seinen Austritt aus der Republikanischen...

Meinung

Berliner Juden verteidigen Linkspartei gegen Vorwürfe

Berlin - Nach dem Erdrutschsieg der Linkspartei bei den Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus schalten sich 150 jüdische Persönlichkeiten direkt in die Regierungsdebatte ein. In einem...

Palästina-Streit: Javier Bardem will P!nk bei UNICEF absetzen

Madrid - Der spanische Oscar-Preisträger Javier Bardem fordert gemeinsam mit über 170.000 Unterzeichnern die Absetzung der US-Sängerin P!nk als UNICEF-Botschafterin. Hintergrund ist eine Auseinandersetzung...

Geleceğin Cumhurbaşkanı: Hakan Fidan

Polat Karaburan Recep Tayyip Erdoğan, yarım asrı aşkın bir süredir Türkiye’nin siyasi hayatına yön veriyor. 1976 yılında merhum Necmettin Erbakan’ın siyasi hareketinde filizlenen bu yolculuk,...

Araştırma: Dini İnanç, Gençleri Kaygı Bozukluklarından Koruyan Temel Bir Faktör

Almanya - Bochum Ruhr Üniversitesi (RUB) tarafından yürütülen güncel bir araştırma, dini inancın çocukların ve gençlerin ruh sağlığı için kritik bir koruyucu faktör olduğunu...

CHP: Vatandaşlar ile Parti Arasındaki Artan Kopuş

Nabi Yücel Vatandaşlarla partiler arasındaki giderek derinleşen kopuş, Türkiye'nin en köklü partisi CHP üzerinden somut biçimde gözlemlenebilir. Cumhuriyet Halk Partisi, 38. Olağan Kurultay'ın ardından ve...