Sondierungsgespräche
Kommentar: Neuauflage der GroKo wohl das Beste für Deutschland

Nach dem Aus der Sondierungsgespräche schlagen die Wellen der Medien hoch. Dabei sind alle Meinungen vertreten, Begeisterung auf der einen Seite und Warnungen vor dem Untergang Deutschlands andererseits. Man muss sicher nicht diese Extreme bemühen, aber es gibt zwei Aspekte, über die nachzudenken sich lohnt. Ein Kommentar.

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Von Holger Vorbeck – Antalya

Nach dem Aus der Sondierungsgespräche schlagen die Wellen der Medien hoch. Dabei sind alle Meinungen vertreten, Begeisterung auf der einen Seite und Warnungen vor dem Untergang Deutschlands andererseits. Man muss sicher nicht diese Extreme bemühen, aber es gibt zwei Aspekte, über die nachzudenken sich lohnt.

Es ist sicher bedauerlich, dass die vier Parteien keinen tragfähigen Kompromiss gefunden haben, denn ein solcher Kompromiss hätte bedeutet, dass alle Beteiligten einige ihrer teils extremen Forderungen hätten abmildern oder aufgeben müssen. Damit wären die Ziele der Parteien sicher in den Bereich des Machbaren gerückt.

Allerdings hatte man nicht den Eindruck, dass dies den Unterhändlern wirklich klar war bzw. dass sie dieses Ziel anstrebten. Wenn man in derartige Gespräche mit der Prämisse geht „meine Kernpunkte sind nicht ver-handelbar“, ist das Scheitern vorauszusehen. Auf der anderen Seite muss man sich fragen, wie hätte ein solcher Kompromiss ausgesehen?

Nahezu sämtliche politischen Ziele, die eine wirkliche Verbesserung für das Land bedeutet hätten, wären auf die Schnittmenge aller vier Parteien zusammengestrichen worden, also auf den kleinsten gemeinsamen Nenner, mit dem alle hätten leben können. Wie eine solche Politik die nächsten vier Jahre ausgesehen hätte, kann man sich leicht vorstellen, langweilig, ohne Visionen, ohne wirkliche Änderungen und ohne Lösungen aller wichtigen Fragen!

Während der Gespräche konnte man den Eindruck gewinnen, das wichtigste Problem in Deutschland ist die Digitalisierung! Darüber wurde immer wieder berichtet, auch dass man sich dort im Wesentlichen geeinigt habe. Ja, natürlich, was denn sonst? Dies ist ein Thema, von dem die meisten Politiker keine Ahnung haben, also haben sie auch keine und damit auch keine unterschiedlichen Argumente.

Die Einigung ist also schnell herbeigeführt. Aber versuchen Sie einmal, von einer Behörde, der Post, einer Krankenkasse, einer Versicherung oder dergleichen, den auf dem Postwege verloren gegangenen Bescheid nochmals per E-Mail zu bekommen! „Nein, das dürfen wir nicht.“, „Nein, das geht nicht.“, „Das haben wir noch nie gemacht.“ und dergleichen Antworten werden Sie erhalten. Am schönsten ist der Satz „Die Daten liegen nur auf einer CD vor“. Aha, weil die Daten digital vorliegen, können sie nicht digital verschickt werden? Ja, in Punkto Digitalisierung muss noch viel getan werden. Aber das heißt nicht, dass die anderen großen Probleme Deutschlands weniger wichtig sind.

Wie wäre einmal ein Konzept, die Rentenversicherung vom beitragsgedeckten System auf ein kapitalgedecktes System umzustellen? Wie wäre es, anzuerkennen, dass Deutschland Einwanderungsland geworden ist und einen rechtlichen Rahmen dafür zu schaffen? Sollte man nicht endlich die Bildungssysteme der 16 Bundesländer vereinheitlichen? Oder soll weiterhin in jedem Bundesland nach jeder Landtagswahl ein neuer Landesminister sich auf Kosten der Schulen durch unsinnige Änderungen profilieren können?

Wie lange kann Deutschland sich den aufgeblähten Beamtenapparat, wie er heute ist, noch leisten? Bundestag plus 16 Länderparlamente, Diäten, Altersversorgung alles vom Feinsten! Bundesamt für Verfassungsschutz plus 16 Landesämter für Verfassungsschutz! Diese Liste kann man ewig fortsetzen über Justiz, Polizei, Bildung, Umweltschutz, Baurecht usw.

Das beste für Deutschland wäre wahrscheinlich eine Neuauflage der großen Koalition mit anderen Personen. Man mag Frau Merkel mögen oder nicht, aber zumindest ist Deutschland relativ unbeschadet durch die Wirren des letzten Jahrzehnts gekommen. Und bevor man die orientierungslosen Grünen oder die FDP, die sich mehr und mehr als AfD für Intellektuelle darstellt, mitregieren lässt, ist die GroKo sicherlich das kleinere Übel.

Allerdings sollte das Personal zum Großteil ausgewechselt werden. Speichellecker wie Scheuer oder Altmaier, überforderte Politiker wie Dobrindt, Herrmann oder von der Leyen und selbstgefällige arrogante Karrierestreber wie de Maiziere oder Söder haben in der Bundespolitik nichts zu suchen!

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Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

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