Türkisch-britische Wirtschaftsbeziehungen
Nach Brexit: Türkei und Großbritannien planen Freihandelsabkommen

Der türkische Wirtschaftsminister Nihat Zeybekçi hat den Beginn technischer Verhandlungen mit den Briten über ein neues Handelsabkommen verkündet. Ziel des geplanten Abkommens soll es sein, im Fall des Brexits eine reibungslose Fortführung der Wirtschaftsbeziehungen zu gewährleisten.

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Ankara (nex) – Die türkische Regierung hat damit begonnen, technische Verhandlungen mit Großbritannien zu führen, um die Beziehungen auch nach einem Austritt des Landes aus der EU reibungslos fortzuführen.

Dies teilte der türkische Wirtschaftsminister Nihat Zeybekçi am Donnerstag mit. „Wir haben offiziell mit technischen Verhandlungen begonnen“, erklärte Zeybekçi vor der Parlamentarischen Planungs- und Budgetkommission. „Wir haben uns mit dem Vereinten Königreich darauf geeinigt, ein umfassendes Freihandelsabkommen in Kraft zu setzen, sobald das Land die EU verlässt.“

Die Reichweite des Abkommens wird mindestens jener des Zollunionsabkommens zwischen der Türkei und der EU entsprechen, betont der Minister. Die türkischen Exporte ins Vereinigte Königreich hatten 2015 ein Gesamtvolumen von 10,55 Milliarden US-Dollar erreicht, die Importe beliefen sich auf insgesamt 5,6 Milliarden.

Bereits zuvor hatten türkische Regierungsbeamte erklärt, dass der Brexit keine Auswirkungen auf türkische Exporte in die EU oder nach Großbritannien haben wird. Zeybekçi kündigte zudem an, dass es künftig einen „grünen Pass“ für türkische Exporteure geben soll, der zu einer schnelleren Abwicklung von Visaverfahren und einer visafreien Einreise in eine Reihe von Ländern beitragen soll.

„Wir befinden uns in der Endphase der Vorarbeiten zur Schaffung grüner Pässe für Exporteure“, so der Minister. Die Anzahl der angebotenen Pässe soll ich nach dem Exportvolumen der Unternehmen richten. „Wir werden das Dokument sehr bald auflegen.“ Zeybekçi erwartet für 2017, dass türkische Exporteure sich auf lediglich ein paar Länder fokussieren werden.

„Ab 2017 werden wir uns eher auf drei bis vier als auf 15 Länder konzentrieren. Wir werden auch die Liste der Länder mit der höchsten Priorität verringern, um ein anderes Konzept umsetzen zu können.“ Die Regierung geht in diesem Jahr von einer Gesamtsumme der Exporte in Höhe von 143,1 Milliarden US-Dollar aus.

Auch die Verhandlungen zum geplanten Update des bestehenden Zollunions-Abkommens mit der EU sollen spätestens im Frühjahr 2017 starten. Das derzeit in Kraft befindliche Abkommen datiert zurück auf das Jahr 1995.


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