Demokratisierungspaket
Türkei: Polizistinnen dürfen Kopftuch tragen

Die AKP-Regierung unter dem damaligen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan spielte eine Vorreiterrolle bei der Lösung des Kopftuchproblems der Türkei, das zu einem Dilemma bei Millionen Musliminnen geführt hatte: Sie mussten sich zwischen ihrem Glauben und einer Ausbildung oder einem Beruf entscheiden.

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Istanbul (nex) – Das Kopftuchverbot für Polizistinnen in der Türkei wurde infolge von Änderungen bei der Bekleidungsvorschrift aufgehoben. Dies fand im Zuge der Umsetzung des Demokratisierungspakets der regierenden Partei der Gerechtigkeit und Fortschritt (AKP) statt.

Wie am gestrigen Samstag im Amtsblatt der Republik Türkei mitgeteilt wurde, dürfen Frauen, die bei der türkischen Polizei arbeiten, seit dem 27. August ein Kopftuch im Dienst tragen. Die Vorschrift sieht vor, dass die Farbe des Kopftuchs zu der der Uniform passen sowie uni und ohne Muster sein muss.

Immer mehr westliche Staaten erlauben muslimischen Frauen das Tragen des Kopftuchs, auch Hijab genannt, so zum Beispiel Schottland, England, Australien und Kanada. Am 24. August erlaubte die Königliche Kanadische Berittene Polizei (RCMP) Polizistinnen, ihren Dienst mit Kopftuch zu leisten. Einen Tag später kündigte auch Schottland an, dass muslimische Polizistinnen ein Kopftuch tragen dürften, was zu mehr Vielfalt bei der Polizei führen solle.

Die AKP-Regierung unter dem damaligen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan spielte eine Vorreiterrolle bei der Lösung des Kopftuchproblems der Türkei, das zu einem Dilemma bei Millionen Musliminnen geführt hatte: Sie mussten sich zwischen ihrem Glauben und einer Ausbildung oder einem Beruf entscheiden.

Mit dem Demokratisierungspaket, das die Gewährleistung demokratischer Rechte für alle Bürger des Landes vorsah, verabschiedete die AKP-Regierung Gesetze und nahm an bereits existierenden Gesetzen Änderungen vor, um bedeckten Frauen den Zugang zu Bildung und Arbeit im öffentlichen Dienst zu gewähren.

Das Demokratisierungspaket brachte auch für die ethnischen und religiösen Minderheiten, Menschen mit Behinderung sowie anderen eine ganze Reihe von Rechten und Freiheiten.

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