IHS Jane’s
Waffenexport: Deutschland rückt auf den dritten Platz vor

Deutschland machte einen Sprung vom fünften Platz im Jahr 2014 auf den dritten im Jahr 2015 und stellte damit Frankreich und Großbritannien in den Schatten. Es exportierte Waffen im Wert von insgesamt knapp 4,8 Milliarden US-Dollar, heißt es in dem Bericht.

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Deutschland drittgrößter Waffenexporteur der Welt

Dortmund (nex) – Nach einem Jahresrüstungsbericht der IHS Jane’s, eines militärwissenschaftlichen und technischen Verlags mit Sitz in Großbritannien, war Deutschland 2015 nach den USA und Russland der drittgrößte Waffenexporteur der Welt.

Deutschland machte einen Sprung vom fünften Platz im Jahr 2014 auf den dritten im Jahr 2015 und stellte damit Frankreich und Großbritannien in den Schatten. Es exportierte Waffen im Wert von insgesamt knapp 4,8 Milliarden US-Dollar, heißt es in dem Bericht.

Die USA und Russland behielten nach Angaben des Berichts, der Entwicklungen in der Verteidigungsindustrie von 65 Ländern untersucht, ihre Spitzenpositionen mit Waffenexporten in Höhe von knapp 23 bzw. 7,4 Milliarden US-Dollar.

Fast ein Drittel (29 Drittel) aller Waffenexporte Deutschlands gingen in den Nahen Osten und nach Nordafrika. Dabei belegten Saudi-Arabien, Algerien, Ägypten und Katar die vordersten Plätze unter seinen Kunden.

Die deutsche Öffentlichkeit ist seit eh und je misstrauisch gegenüber den Waffendeals mit Ländern außerhalb der traditionellen Verbündeten des Landes. Verantwortlich für die Aufsicht über die Waffendeals ist der Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel.

Trotz der Versicherung vor einigen Jahren, dass sein Ministerium Kontrollen des Endverbleibs zur Gewährleistung der planmäßigen Nutzung der Waffen einrichten würde, geriet Vizekanzler Gabriel unter Beschuss, weil er Exporte in Länder wie Saudi-Arabien verstärkt hat.

Der Bericht zum Globalen Rüstungshandel fand ebenfalls heraus, dass 2016 Deutschland hinter Frankreich zurückfallen werde, da Frankreich seine Rüstungsindustrie wiederbelebt habe.

Bei den Waffenimporten belegen laut dem Bericht im Jahr 2015 Saudi-Arabien, Indien und Australien die ersten drei Plätze. Für das Jahr 2016 werde erwartet, dass die Vereinten Arabischen Emirate, Südkorea und der Irak Australien überholen würden.

Der Autor des Berichts, Ben Moore, erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur dpa, dass die zunehmende Investition Saudi-Arabiens, Katars und der Vereinten Arabischen Emirate in Überwachungs- und Aufklärungstechnologien als ein Wunsch nach Unabhängigkeit von ihrem langjährigen Sicherheitspartner, den USA, gedeutet werden könnte.

Moore fügte hinzu, dass mehrere Golfstaaten und Ägypten auch in präzisionsgelenkte Munition investierten, „um die Unterstützung der Öffentlichkeit durch Vermeidung hoher Zivilopferzahlen sicherzustellen.“

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