Diskriminierung im Jobcenter
Studie: Arbeitsagentur benachteiligt türkische Namen

Das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung hat die Servicequalität der Arbeitsagenturen getestet und dabei einen eindeutigen Bias feststellen müssen. Anfragen, die mit türkischen Namen unterzeichnet werden, werden regelmäßig knapper und unvollständiger beantwortet als solche von Personen mit Deutsch klingenden Namen.

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Berlin (nex) – In deutschen Jobcentern müssen Menschen, deren Namen nicht Deutsch klingen, damit rechnen, schlechtere Auskünfte und weniger Hilfe zu bekommen als solche mit „althergebrachten“ Namen.

Dies ist das Ergebnis einer Studie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung, über die in der Berliner Zeitung berichtet wird. Demnach haben die beiden Autoren unter insgesamt sechs Pseudonymen identische Anfragen mit zwei einfachen Fragen an alle 408 Jobcenter und werteten die Antworten aus. „Der Unterschied in der Behandlung ist signifikant und substantiell“, meint Anselm Rink, der als einer der beiden Autoren am Projekt beteiligt war.

Antworten an Anfragen, die mit türkisch oder rumänisch klingenden Namen verschickt worden waren, fielen knapper, unvollständiger und teilweise kryptischer aus, etwa wenn die Formalvoraussetzungen für einen Hartz-IV-Antrag als umfangreicher dargestellt wurden als sie tatsächlich seien. Tendenziell, so die Autoren der Studie, sei die Qualität der Antworten in direkt von der Bundesagentur für Arbeit betriebenen Einrichtungen besser als in den Jobcentern so genannter Optionskommunen. Als möglicher Ausweg wäre nach Meinung der Studienautoren beispielsweise eine Anonymisierung der Anfragen möglich.

Ein Sprecher der Bundesagentur kündigte an, man werde den Hinweisen nachgehen und die Anstrengungen in Richtung der Befolgung von Antidiskriminierungsrichtlinien weiter forcieren. „Antidiskriminierung ist in den Führungsrundsätzen der BA verankert und ist Gegenstand von Mitarbeiterbeurteilungen“, hieß es aus der Bundesagentur.

Man habe dem Thema Diversität bereits seit längerem mehr Aufmerksamkeit geschenkt, betonte ein Sprecher. Mittlerweile hätten rund 16,3 Prozent der Servicemitarbeiter Migrationshintergrund und es gäbe die Möglichkeit, Beschwerden an die Geschäftsführung oder eine Führungskraft zu richten.

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