Großbritannien
EU-Referendum: Elmar Brok warnt Briten vor Brexit

"Wir nehmen die Entscheidung der Briten am kommenden Donnerstag ernst. Das heißt bei einem Ja zum Austritt: Raus ist raus. Es täuscht sich, wer meint, hinterher einen neuen Deal aushandeln zu können, womöglich sogar mit noch mehr Ausnahmeregelungen als jetzt schon", so Brok in einem Interview.

Teilen

„Neuen Deal und Rosinenpickerei wird es nicht geben“

Osnabrück (ots) – Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Europaparlament, Elmar Brok (CDU), hat die Briten vor falschen Erwartungen an einen Austritt aus der EU gewarnt. Brok sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“: „Wir nehmen die Entscheidung der Briten am kommenden Donnerstag ernst.

Das heißt bei einem Ja zum Austritt: Raus ist raus. Es täuscht sich, wer meint, hinterher einen neuen Deal aushandeln zu können, womöglich sogar mit noch mehr Ausnahmeregelungen als jetzt schon.“ Solche Rosinenpickerei werde es nicht geben.

Der CDU-Abgeordnete warnte, wenn sich die EU nachgiebig zeige, würden Nachahmer ermuntert. „Das wäre für die Niederländer, Dänen oder Polen zu verführerisch.“ Brok erklärte, dass nach Vertragslage mögliche Brexit-Verhandlungen zwischen Großbritannien und der EU nach zwei Jahren beendet sein müssten.

Danach werde über neue Formen der Zusammenarbeit geredet. Diese Verhandlungen würden weitere fünf bis sieben Jahre dauern; alle Ergebnisse müssten in den nationalen Parlamenten und im Europaparlament ratifiziert werden. „Und es wird keine Sonderregelungen für Großbritannien mehr geben, wie sie in den letzten Jahrzehnten gewachsen sind.“

Der Europapolitiker kritisierte die aktuelle Migrationsdebatte in Großbritannien. Er betonte, niemand traue sich, darin die Wahrheit zu sagen. Die Bedenken richteten sich gar nicht in erster Linie gegen gegenwärtige Flüchtlinge. Hier würden Franzosen und Belgier die Briten bei der Grenzkontrolle ja sogar unterstützen und den Zustrom senken.

„Es geht nicht um die Leute, die aus Pakistan kommen“, sagte Brok und betonte: „Die Brexit-Befürworter meinen vielmehr die Polen.“ Das sei der Kernpunkt der britischen Debatte. „Sie zielt auf die Freizügigkeit der Arbeitnehmer in der Europäischen Union“, erklärte der Christdemokrat.

Auch interessant

Mattner: „Man muss Israel nicht hassen, um diese Politik zu verurteilen“

Ein Gastkommentar von Susanne Mattner Ich habe gerade den Tagesschau-Bericht "Im Westjordanland bauen israelische Siedler neue Häuser und Siedlungen" über das Westjordanland gesehen. Und was...

Sicherheit und Design: Welche Kunststoffdosen passen zu Ihrer Branche?

Bei der Wahl von Verpackungen für Lebensmittel, Medikamente oder Kosmetika sollte man nicht nur ihre Schutzfunktion berücksichtigen. Moderne Kunststoffdosen müssen auch gesetzliche Anforderungen erfüllen...

Türkei: Immobilien-Skandal in CHP-Hochburg Izmir

Izmir - Die Auseinandersetzung um die sogenannten „tapusuz arsalar“ (grundbuchlosen Grundstücke) im İzmirer Bezirk Balçova erreicht einen neuen Höhepunkt. Die von der oppositionellen CHP...

Der israelische Angriff auf die USS Liberty: Was Überlebende über den „Unfall“ sagen

Washington/Sinai – Es war der 8. Juni 1967, der vierte Tag des Sechs-Tage-Krieges. Die USS Liberty, ein amerikanisches Aufklärungsschiff der US-Marine, lag 15 Seemeilen...

Schweizer Qualität im deutschen Energiemarkt: Der Ansatz von PLAN-B NET ZERO

Deutschland ist ein schwieriger Markt. Das gilt insbesondere für die Energiebranche. Mehr als 1.300 Stromanbieter kämpfen um Kunden, die von Natur aus zurückhaltend gegenüber...

Headlines

Geopolitisches Beben: Wie die türkische Çelebi Holding über Nacht fast 500 Millionen Dollar in Indien verlor

Istanbul / New-Delhi – Die türkische Çelebi Holding habe durch den plötzlichen Entzug ihrer Betriebslizenz in Indien einen wirtschaftlichen...

Yair Golan: Netanyahu ist gut für Hamas, Iran und die Hisbollah

Tel Aviv – Das überraschende Friedensabkommen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem Iran hat die innenpolitische Landschaft in Israel...

Mattner: „Man muss Israel nicht hassen, um diese Politik zu verurteilen“

Ein Gastkommentar von Susanne Mattner Ich habe gerade den Tagesschau-Bericht "Im Westjordanland bauen israelische Siedler neue Häuser und Siedlungen" über...

Tucker Carlson: Iran ist beliebter als zuvor

Washington – Der US-amerikanische Politkommentator Tucker Carlson erklärte in einem Video, dass der Iran in Teilen der arabischen Welt...

Meinung

Geopolitisches Beben: Wie die türkische Çelebi Holding über Nacht fast 500 Millionen Dollar in Indien verlor

Istanbul / New-Delhi – Die türkische Çelebi Holding habe durch den plötzlichen Entzug ihrer Betriebslizenz in Indien einen wirtschaftlichen Schaden in Höhe von 400...

Yair Golan: Netanyahu ist gut für Hamas, Iran und die Hisbollah

Tel Aviv – Das überraschende Friedensabkommen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem Iran hat die innenpolitische Landschaft in Israel in ein politisches Beben gestürzt. Da...

Rapor: Afrika Gençliği Ruh Sağlığında Dünya Lideri

Londra - Maddi refah, ruh sağlığının garantisi değil. Şubat 2026 sonunda yayımlanan yeni bir küresel rapor, zihinsel esenlik haritasını temelden sarstı. İngiltere, Japonya ve Yeni...

Odadaki Son Yetişkin Olarak Türkiye

Konuk Yazar Nabi Yücel Mevcut durumda Türkiye, Orta Doğu'nun – ve çok daha ötesinin – jeopolitik manzarasında neredeyse nesli tükenmekte olan diplomatik bir tür; yani...

CHP: Vatandaşlar ile Parti Arasındaki Artan Kopuş

Nabi Yücel Vatandaşlarla partiler arasındaki giderek derinleşen kopuş, Türkiye'nin en köklü partisi CHP üzerinden somut biçimde gözlemlenebilir. Cumhuriyet Halk Partisi, 38. Olağan Kurultay'ın ardından ve...