Früherer Außenminister verstorben
„Spaßwahlkämpfer“, Oppositionsführer, Außenminister: Deutschland trauert um Guido Westerwelle

Im Alter von 54 Jahren ist am Freitag der frühere Bundesaußenminister Guido Westerwelle an den Folgen einer Leukämieerkrankung verstorben.

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Berlin (nex) – Deutschland trauert um Guido Westerwelle. Der ehemalige Bundesaußenminister erlag am heutigen Freitag einer Leukämie-Erkrankung. Das bestätigte die Guido Westerwelle Foundation. Westerwelle hatte sich nach Bekanntwerden seiner Krebserkrankung im Juni 2014 weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Im Vorjahr veröffentlichte er sein autobiografisches Buch „Zwischen zwei Leben“. Der am 27. Dezember 1961 in Bad Honnef geborene Westerwelle trat 1980 der FDP bei und zählte dort zu den Mitgründern der Jungen Liberalen. 1994 wurde er zum Generalsekretär der Liberalen gewählt, 2001 übernahm er von seinem Vorgänger Wolfgang Gerhardt den Parteivorsitz.

Im Jahre 2002 ging er mit dem so genannten „Guidomobil“ auf Wahlkampftour, um das zuvor gemeinsam mit dem damaligen Generalsekretär Jürgen Möllemann ausgerufene „Projekt 18“ und eine Haltung der Äquidistanz zu den Großparteien voranzubringen. Die Affäre um kontroverse Äußerungen Möllemanns zur Politik gegenüber Israel und die Flut in Ostdeutschland, die den „Spaßwahlkampf“ der FDP jäh zu einem Anachronismus umwandeln sollte, sorgten dafür, dass die Partei weit unter ihrem Wahlziel blieb. Im Jahre 2005 konnte Westerwelle mit einem betont seriösen Auftreten den Stimmenanteil der Liberalen auf 9,8 und 2009 als Oppositionsführer zur Großen Koalition auf 14,6 Prozent ausbauen, was ausreichte, um gemeinsam mit CDU und CSU einen Regierungswechsel herbeizuführen.

Als Regierungspartei blieb die FDP jedoch weit hinter den Erwartungen der Wähler zurück und wurde bei mehreren Landtagswahlen dafür massiv vom Wähler abgestraft. Guido Westerwelle, der als Bundesaußenminister und Vizekanzler in der Regierung saß, entschied sich dazu, zum Parteitag am 13. Mai 2011 nicht mehr für den Bundesvorsitz der FDP zu kandidieren. An der Parteispitze folgte ihm Philipp Rösler. Guido Westerwelle galt mit seiner deutlichen Parteinahme für Steuersenkungen, seiner Kritik an der hohen Staatsquote und dem vermeintlich „anstrengungslosen Wohlstand“ durch den deutschen Sozialstaat, der „spätrömischer Dekadenz“ gleichkomme, als prononcierter Wirtschaftsliberaler, der die seit 1983 vollzogene Wende weg von der sozialliberalen Ausrichtung der FDP während der 1970er Jahre fortführte.

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