NATO-Gipfel
Trump über NATO-Gipfel: Wegen Erdogan gekommen

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Ankara – Auf einem ausgerollten blauen Teppich und berittenen Ehreneskorten hat US-Präsident Donald Trump seinen zweitägigen Besuch in der türkischen Hauptstadt Ankara begonnen.

Bereits bei seiner Ankunft stellte Trump die Machtverhältnisse klar und nutzte die internationale Bühne für eine massive Charmeoffensive in Richtung des Gastgebers.

„Merhaba asker“: Trumps medienwirksame Ankunft

Als die Präsidenten-Limousine vor dem Staatsakt vorfuhr, wurde Trump von seinem türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdoğan empfangen. Der US-Präsident richtete sich sofort an die angetretene Ehrengarde: Mit einem lautstarken „Merhaba asker“ (Hallo Soldaten) grüßte er die Truppen auf Türkisch.

Gegenüber Reportern sparte Trump nicht mit Lob für den türkischen Staatschef:

„Die Türkei ist militärisch ein SEHR mächtiges Land geworden… Ich habe eine Menge Respekt für den Präsidenten.“

 

Präsident Recep Tayyip Erdogan empfängt US-Präsident Donald Trump am 7. Juli 2026 mit einer offiziellen Zeremonie im Präsidentenpalast in Ankara. (Foto: tccb)

Die Abrechnung mit der NATO

Wie tief die Risse innerhalb der Allianz vor dem offiziellen Gipfelstart sitzen, machte Trump bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Erdoğan deutlich. Auf die Frage, ob er einen Abzug von US-Truppen aus Europa in Erwägung ziehe, wich Trump zwar aus, holte aber zu einem Rundumschlag gegen das Bündnis aus. Er sei „sehr enttäuscht“ von der NATO.

„Und ganz ehrlich: Wenn der Gipfel nicht in der Türkei stattfinden würde, wo mein Freund – ein sehr starker Führer, eine sehr starke Person – regiert, wäre ich gar nicht erst erschienen“, so der US-Präsident. Er sei nur angereist, weil er wisse, dass Erdoğan sich für die Organisation dieses Treffens mächtig ins Zeug gelegt habe.

Neue Verhandlungen über F-35-Kampfjets

Diese demonstrative Nähe könnte nun handfeste geopolitische Folgen haben. Trump zeigte sich nämlich überraschend offen für eine Wiederaufnahme der Türkei in das F-35-Kampfjet-Programm. Während seiner ersten Amtszeit hatte Washington Ankara noch aus dem Programm ausgeschlossen, nachdem die Türkei ein russisches Luftverteidigungssystem gekauft hatte.

Nun stehen die Zeichen auf Annäherung: „Das ist eine Entscheidung, die wir treffen werden“, so Trump auf Nachfrage von Journalisten. „Wir haben eine sehr gute Beziehung. Die Türkei war in vielerlei Hinsicht loyaler als andere Länder, von denen wir eigentlich Loyalität erwarten würden. Es ist definitiv etwas, das wir in Betracht ziehen werden.“ Er lobte die F-35-Jets zudem als die „besten der Welt“.

Iran, Verteidigungsausgaben und der Dauerstreit um Grönland

Neben den bilateralen Beziehungen zwischen Washington und Ankara stehen beim zweitägigen Gipfel hochkarätige Krisenherde auf der Agenda: von den Rüstungsausgaben der Mitglieder über die Ukraine-Hilfe bis hin zum US-Konflikt mit dem türkischen Nachbarstaat Iran.

Hierbei warf Trump den europäischen Alliierten mangelnde Unterstützung vor: „Wir wurden nicht gut behandelt, weil wir etwas im Iran getan haben. Wir brauchen keine Hilfe, ich wollte sie nicht einmal.“ Es sei unverständlich, dass die USA Billionen Dollar in die NATO investieren, um Europa vor Russland zu schützen, die Europäer im Gegenzug aber keine Gegenleistung erbringen würden. „Europa ist ein ganz anderer Ort als noch vor 20 Jahren. Wir könnten all unsere Soldaten abziehen“, drohte Trump.

Für ungläubige Blicke unter den Diplomaten sorgte Trump schließlich, als er vor Reportern erneut seine Idee aufwärmte, dass die USA die Kontrolle über Grönland übernehmen sollten. Das autonome Territorium gehöre laut Trump unter die Fittiche Washingtons und nicht Dänemarks.

Bereits 1867 und 1946 (unter Harry S. Truman) hatten die USA versucht, die strategisch wichtige Insel zu kaufen – damals für 100 Millionen Dollar. Kopenhagen hat diese Avancen jedoch stets entschieden zurückgewiesen.

 


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