Zwischenfall an türkisch-syrischer Grenze
Türkei und NATO werfen Russland neuerliche Verletzung türkischen Luftraums vor

Am Freitag soll es zu einer neuerlichen Verletzung türkischen Luftraums durch einen russischen Kampfjet gekommen sein. Die NATO hat die türkische Darstellung, wonach ein SU-34-Kampfbomber an der Grenze zu Syrien in türkischen Luftraum eingedrungen sei, bestätigt. Russland indessen dementiert.

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Ankara (nex) – Das türkische Außenministerium ließ in einer am Samstag veröffentlichten Erklärung, dass es am Freitag neuerlich zu einer Luftraumverletzung vonseiten eines russischen Kampfflugzeugs gekommen sei. Es habe sich dabei um einen Kampfbomber des Typs SU-34 gehandelt. Es sei zu mehreren Luftradar-Warnungen in russischer und englischer Sprache gekommen. „Ein russischer SU-34-Kampfjet hat gestern (29. Januar 2016) um 11.46 vormittags Ortszeit (10.46 MEZ) türkischen Luftraum verletzt“, heißt es in der Erklärung. Präsident Recep Tayyip Erdoğan erklärte vor seinem Abflug nach Chile gegenüber Reportern, die Verletzung des türkischen Luftraums, die auch eine Verletzung von Luftraum der NATO sei, sei ein Ergebnis russischer Bestrebungen, die bestehenden Spannungen in der Region zu eskalieren. „Wenn diese Verstöße anhalten, wird Russland die Konsequenzen tragen müssen“, erklärte Erdoğan. Auch die NATO hat die Luftraumverletzung bestätigt. „Ich rufe Russland dazu auf, verantwortlich zu handeln und den Luftraum der NATO vollständig zu respektieren“, erklärte Generalsekretär Jens Stoltenberg. Erdoğan erklärte, das türkische Außenministerium habe die Russische Föderation kontaktiert, um ein Treffen mit deren Präsidenten Vladimir Putin zum Zwecke der Diskussion des Zwischenfalls zu arrangieren, Ankara warte aber bis dato noch auf Antwort. Das russische Verteidigungsministerium betritt am Samstag jedwede Luftraumverletzung. Weder die russische Flugabwehr noch syrische Radareinrichtungen hätten eine Verletzung türkischer Grenzen durch ein russisches SU-34-Kampfflugzeug aufgezeichnet, wie Ankara dies behauptet hätte, hieß es auf dem Nachrichtenportal Sputnik. Türkische Berichte über eine angebliche solche seien „nicht fundiert und Propaganda“, erklärte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Im späten November des Vorjahres hatten zwei türkischeF-16-Kampfjets auf einer Luftpatrouille ein russisches Militärflugzeug im Rahmen ihrer Einsatzrichtlinien abgefangen, nachdem dieses an der Grenze zu Syrien in türkischen Luftraum eingedrungen war. Dabei habe man den Jet zehn Mal gewarnt, ehe man ihn abgeschossen habe. Infolge dieses Vorfalls hat Russland unilaterale Wirtschaftssanktionen gegen die Türkei verhängt, unter anderem ein Lebensmittelembargo. Moskau hatte von der Türkei eine Entschuldigung für den Abschuss gefordert, was der türkische Premierminister unter Verweis auf die Verpflichtung der Türkei, ihre Grenzen und ihren Luftraum zu verteidigen, ablehnte.

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