Islamische Welt
Diyanet-Präsident Görmez will zwischen Sunniten und Schiiten vermitteln

Der Präsident der türkischen Religionsbehörde Diyanet, Mehmet Görmez, hat in einer Zeit höchster Spannungen den Iran und Saudi Arabien besucht. Dort rief er geistliche Würdenträger des schiitischen und sunnitischen Lagers dazu auf, das Gemeinsame über das Trennende zu stellen.

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Riad (nex) – Der Präsident der türkischen Religionsbehörde Diyanet (DİB) und höchste geistliche Würdenträger der Türkei, Mehmet Görmez, traf sich am Montag mit dem Großmufti von Saudi Arabien, Scheich Abdul Aziz al-Sheikh, nachdem er bereits zuvor einen Besuch im Iran, dem politischen Erzrivalen der Saudis, absolviert hatte.

Görmez und al-Sheikh sprachen sich einhellig für religiöse Einheit aus, wobei Görmez Saudi Arabien dafür lobte, dass dieses Land „eines der größten Länder“ sei, die „sich selbst gegen konfessionell aufgeladene Konflikte wappnet und seine nationale Einheit bewahrt“.

Dr. Mehmet Görmez  (Foto: aa)
Dr. Mehmet Görmez (Foto: aa)

Görmez betonte zudem die Notwendigkeit der Zusammenarbeit mit Blick auf Syrien und dabei besonders auf die Notwendigkeit der Bildung für syrische Flüchtlinge, die in der Türkei und anderen Ländern der Region Zuflucht gefunden hatten. „Den Syrern muss es ermöglicht werden, ihre arabische und muslimische Identität zu bewahren“, erklärte der Diyanet-Präsident und ergänzte, dass die gemeinsamen Anstrengungen sich nicht nur auf den Konflikt in Syrien beschränken dürfen.

„Saudi Arabien erweitert seine Bemühungen, Muslimen zu helfen, auf Europa, den Balkan und andere Regionen. Es wäre besser, wenn die Türkei und Saudi Arabien ihre Bemühungen koordinieren könnten“, erklärte Görmez während des Treffens al-Sheikh gegenüber.

Der saudische Geistliche ging auf die Worte seines türkischen Amtskollegen ein und räumte ein, dass die muslimische Community gespalten sei. Anschließend äußerte er sich zu den jüngsten innermuslimischen Konflikten. „Wir können dies nur überwinden, wenn wir der Religion Allahs und dem Vorbild des Propheten Mohammed treu bleiben“, erklärte der Mufti. „Allah möchte nicht, dass seine Gläubigen durch Konflikte gespalten werden. Wir müssen einig bleiben. Die Türkei und Saudi Arabien weisen historische Bande auf und ich hoffe, unsere Beziehungen stärken die Gerechtigkeit und die Brüderlichkeit. Saudi Arabien wird immer auf der Seite der Türkei stehen.“

Die Beziehungen zwischen beiden Ländern sind insbesondere seit dem Amtsantritt König Salmans vor knapp einem Jahr intensiver geworden. Vor seinem Besuch in Saudi Arabien hatte Görmez in Teheran an einer Konferenz über muslimische Einheit teilgenommen. Saudi Arabien und der Iran haben jüngst alle diplomatischen Beziehungen gekappt, nachdem die Saudis am 2. Januar einen einflussreichen schiitischen Führer und Dutzende seiner Anhänger hingerichtet hatten.

In seiner Rede im Iran erneuerte Görmez seinen Ruf nach einem Ende der konfessionell aufgeladenen Konflikte, die derzeit Sunniten und Schiiten trennen.

„Es wird das Blut von Muslimen vergossen. Ob die Opfer Sunniten oder Schiiten sind, ist einerlei“, erklärte Görmez im Rahmen der Konferenz in Teheran.

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