Mit einer rassistischen Äußerung auf Facebook hat die stellvertretende Vorsitzende des Zentralrats der Armenier in Deutschland e.V. und Sprecherin des „Christlich-Alevitischen Freundeskreises in der CDU“, Madlen Vartian, für Aufsehen gesorgt. Der langjährige Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses, Ruprecht Polenz (CDU) hat bereits scharfe Kritik geübt und auf Facebook erklärt, er halte die Äußerung Vartians für strafrechtlich relevant. Zudem, so Polenz, erwarte er eine klare Stellungnahme des CAF.
Armenische CDU-Funktionärin pöbelt gegen sunnitische Muslime
Köln (nex) – Mit einer rassistischen Äußerung auf Facebook hat die stellvertretende Vorsitzende des Zentralrats der Armenier in Deutschland e.V. und Sprecherin des „Christlich-Alevitischen Freundeskreises in der CDU“, Madlen Vartian, für Aufsehen gesorgt. Der Bericht eines Nachrichtenportals über einen Brand in der maronitischen Mar Charbal-Kirche im Wadi Maali Viertel im von der Palästinensischen Autonomiebehörde verwalteten Bethlehem in der Nacht zum Sonntag hat die Mehrfachfunktionärin zu einem pauschalisierenden Hassausbruch gegen sunnitische Muslime veranlasst.
In der angespannten politischen Lage in Israel und den Palästinensergebieten werden von Zeit zu Zeit auch christliche Gemeinden zur Zielscheibe religiöser oder nationalistischer Extremisten. Ein Beispiel der jüngeren Zeit war die Brandschatzung des Klosters in Tabgha am See Genezareth, zu der sich jüdische Extremisten bekannten, von denen mehrere in den Tagen nach der Tat verhaftet wurden. Da die Untersuchung durch die palästinensische Autonomiebehörde noch nicht abgeschlossen ist, konnte in diesem Fall auch noch keine Untersuchung durch die Strafverfolgungsbehörden stattfinden.
Politfunktionärin Vartian geht jedoch offenbar jetzt schon davon aus, dass es eine solche nicht geben werde und dass ein stillschweigendes Komplott der gesamten sunnitisch-islamischen Gemeinschaft kollektiv hinter dem mutmaßlichen Übergriff stehen und diesen billigen würde. Auf Facebook postete Vartian daher wie folgt:
„Ich glaube nicht an die Aufteilung zwischen ‚Moderaten‘ und ‚Extremisten‘, denn im Ergebnis trägt die überwiegende Mehrheit der Sunniten – ob Araber, Türken oder Kurden – den Christenhass und die Zerstörung von Kultur und Zivilisation in sich. Im wahrsten Sinne des Wortes wächst kein Gras, wo dieses Pack lebt. Die Welt mag sie untertreibend „Islamisten“ nennen, ich nenne es – aus der 1400-jährigen Erfahrungsgeschichte meines Volkes – sunnitischer Islam. Ein anderes Gesicht kennen wir nicht! Die gekauften Hunde in Europa mögen für dieses Pack bellen wie sie wollen!“
Unter den Personen, die den rassistischen Ausfall bis dato gelikt haben, befindet sich unter anderem der Herausgeber des vom Bundesamt für Verfassungsschutz als „rechtsextremistisch“ eingestuften Magazins „Zuerst!“, Manuel Ochsenreiter. Dieser Zuspruch scheint die Funktionärin so sehr beflügelt zu haben, dass sie auch Gleichgesinnte aus der armenischen Community, die Kritik an der Wortwahl übten und Madlen Vartian zur Mäßigung aufriefen, mit vulgären Pöbeleien bedachte.
(Foto: Screenshot Facebook)
Der „Christlich-Alevitische Freundeskreis in der CDU“ ist bereits mehrfach durch eine Nähe zu politisch am äußersten rechten Rand stehenden und islamfeindlichen Personen und Gruppierungen aufgefallen und spricht sich regelmäßig gegen religiöse Rechte für sunnitische Muslime aus. Auf der Facebook-Pinnwand von Madlen Vartian finden sich mehrfach Verschwörungstheorien, die eine Steuerung der Terrormiliz „Islamischer Staat“ durch die Türkei und sogar durch Israel nahe legen. In einem Beitrag vom 21. Juli hieß es vonseiten der CDU-Politikerin:
„In der Türkei sind Geheimdienstler unter der ISIS identifiziert worden, würde mich nicht wundern, wenn Israel ebenfalls seine Geheimdienstler unter die ISIS gemischt hat. Eine Skurrilität: Noch vor kurzem drohte ISIS ausschließlich (!) dem armenischen/christlichen Viertel in Jerusalem mit der Auslöschung, wenn sie das Land nicht verlassen sollten! Ja, richtig! Das jüdische Viertel wurde nicht bedroht. Möchte jetzt Israel gemeinsam mit seinen ISIS-Buddys Jerusalem von den Christen säubern? Es ist nicht zum aushalten!“
Es ist unklar, inwieweit die CDU in NRW von den Umtrieben des von Köln aus operierenden „Christlich-Alevitischen Freundeskreises“ hat und dessen rassistische Äußerungen und islamfeindliche Bestrebungen duldet. Vor Wahlen versucht die CDU im größten Bundesland Deutschlands regelmäßig, Wähler aus der muslimischen Community für sich zu gewinnen. Es bleibt abzuwarten, ob es gegen die Funktionärin Madlen Vartian nun Konsequenzen geben wird. Der langjährige Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses, Ruprecht Polenz (CDU) hat bereits scharfe Kritik geübt und auf Facebook erklärt, er halte die Äußerung Vartians für strafrechtlich relevant. Zudem, so Polenz, erwarte er eine klare Stellungnahme des CAF.
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