Umweltpolitik
SPD erteilt Verbrennungsmotoren-Verbot der Grünen Absage

Düsseldorf (ots) – SPD-Generalsekretär Hubertus Heil hat den Grünen für den Fall einer gemeinsamen Regierungskoalition eine Absage zum Verbot von Verbrennungsmotoren bis 2030 erteilt. „Eine Abkehr vom Verbrennungsmotor schon bis 2030 würde in einem Koalitionsvertrag mit uns keinen Platz haben“, sagte Heil der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“. Einzelne Beschlüsse der Grünen seien fern der Realität und für die SPD nicht tragbar. „Dazu wissen wir zu gut, was ein solcher Strukturwandel mit sich brächte“, sagte Heil, fügte jedoch hinzu: „Aber auch wir wollen den Umstieg bei Antrieben auf absehbare Zeit.“ Vor dem SPD-Parteitag an diesem Wochenende in Dortmund ging Heil auch einen Schritt auf die Grünen zu. „Die Grünen sind uns wesentlich näher, schon wegen gemeinsamer Regierungsarbeit in der Vergangenheit“, sagte der SPD-Generalsekretär.

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Kommentar
DITIB bietet Beistand, Beratung und unbürokratische Unterstützung im Trauerfall

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Von Yasin Baş Wenn der Tod eines Muslims absehbar bevorsteht, versammeln sich die Angehörigen und Freunde um sein Bett. Dabei wird der Qur’an rezitiert und der Sterbende wiederholt, wenn er dazu in der Lage ist, das islamische Glaubensbekenntnis. Das Glaubensbekenntnis sollten die letzten Worte eines im Sterben liegenden Muslims sein. Unmittelbar nach dem Tod wird die Person von nahen Angehörigen oder von männlichen beziehungsweise weiblichen Religionsgelehrten – je nach Geschlecht des Verstorbenen – rituell gewaschen. Nach der Waschung wird der/die Verstorbene mit einem weißen Leichentuch umhüllt. In der islamischen Praxis ist es üblich, den/die Verstorbene/n auf Grund der klimatischen Verhältnisse in den muslimischen Staaten innerhalb von 24 Stunden beizusetzen. Ein Sarg ist lediglich für den Transport zum Friedhof vorgesehen. Eine der wichtigsten Verpflichtungen der muslimischen Gemeinde ist weiterhin die Verrichtung des Totengebets unter der Anleitung eines Imam. Während dieser Prozedur bittet der Vorbeter die Anwesenden außerdem, mögliche Fehler des Verstorbenen zu vergeben. Daraufhin erwidern die Anwesenden mit lauter Stimme, dass sie dem Verstorbenen verzeihen. Danach wird der Leichnam – wenn möglich – ohne einen Sarg auf der rechten Körperseite liegend, das Gesicht in Richtung Mekka gewandt, in das Grab gelegt. Eine Einäscherung des Toten wird im Islam abgelehnt, weil der Mensch zur Erde zurückkehren soll, von der er stammt. Die Ausrichtung des Toten nach Mekka und die islamische Überzeugung, dass die Grabstätte auf ewig angelegt sein muss, stellt bei der Bestattung von Muslimen die größte Hürde zwischen den zuständigen Behörden und den islamischen Gemeinden dar, weil das gegen die deutsche Beerdigungsvorschriften und die Friedhofssatzungen der Kommunen verstößt. In den letzten Jahren gab es hierbei aber immer öfter Ausnahmeregelungen sowie Kompromisse zwischen islamischen Gemeinden und Kommunen. Viele muslimische Dachverbände in Deutschland bieten Hilfe im Trauerfall an. Dem Dachverband der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion e.V. (DITIB) ist seit 1991 der Verein DITIB-Zentrum für Soziale Unterstützung angeschlossen, der unter anderem bei der Überführung im Todesfall seine Dienste leistet. Vereinszweck „Das Ziel unseres Vereins ist sowohl die Beratung in einem Todesfall, die Organisation der Beerdigung und einer eventuellen schnellen sowie unbürokratischen Überführung in die ‚Heimat‘ als auch die gegenseitige Unterstützung und Hilfe in den schweren Tagen des Abschieds“, sagt Ali Özdemir, ehemaliger Vorstandsvorsitzender des DITIB-Zentrum für Soziale Unterstützung e.V. Der Verein vermittelt zwischen Angehörigen und den muslimischen Bestattungsunternehmen, nimmt Kontakt mit den türkischen Generalkonsulaten sowie den deutschen Standes- und Bestattungsämtern auf und erledigt vor Ort die Formalitäten. Özdemir weiter: „Wir stellen unseren Mitgliedern in ihrer wohl schwierigsten und schmerzhaftesten Zeit eine schnelle und unbürokratische Hilfe sicher“. Für den Transport der Verstorbenen in das Herkunftsland arbeitet der Verein mit muslimischen Bestattungsunternehmen, zu denen unter anderem auch das interne Bestattungsunternehmen, die DITIB-ZSU GmbH zählt, zusammen. Ali Özdemir betont, dass bei einem Todesfall der Leichnam von den verstorbenen Vereinsmitgliedern oder ihren Angehörigen vom Todesort bis zum Bestattungsort in der Türkei oder in Deutschland überführt werde. Da der Verein seinen Mitgliedern lediglich die Überführung, nicht aber die Bestattung selbst finanziert, könnte der Name „Bestattungshilfe“ vielleicht irritieren. Im Grunde handelt es sich um eine „Überführungshilfe“. Eine Bestattung bieten der Verein und das kooperierende Bestattungsunternehmen zwar ebenfalls an, dies wird aber gesondert kalkuliert. „Der Verein steht sozusagen allen, an der Bestattung nach islamischem Recht, Ritual und Tradition interessierten Personen, Gruppen, Institutionen und staatlichen Stellen als Ansprechpartner zur Verfügung“, erklärt Özdemir. „Er bedient nicht ausschließlich türkische, sondern auch andere in Deutschland lebende Muslime“. Mitgliedschaft Nach Angaben von Serdar Demir, ehemaliger Geschäftsführer der DITIB-ZSU GmbH, in der auch das hauseigene Bestattungsunternehmen integriert ist, könne jede natürliche Person mit Wurzeln in die Türkei, somit auch deutsche Staaatsbürger mit türkischem und muslimischem Hintergrund und deren Ehepartner in den Verein aufgenommen werden. Diese müssen nicht zwingend türkische oder muslimische Wurzeln aufweisen. Für den Erwerb der Mitgliedschaft reicht es, einen Antrag an den Vereinsvorstand zu richten. „Die Mitgliedschaft tritt dann nach 90 Tagen ab dem Eintrittsdatum in Kraft“, sagt Demir. „Arbeits-, Verkehrs- oder sonstige Unfälle während dieser 90 Tage werden aber vom Verein wohlwollend berücksichtigt“. Bedeutend sei der Hinweis, dass der Ehepartner des Mitgliedes und alle ledigen Kinder unter 18 Jahren in die Mitgliedschaft des „Familienoberhauptes“ eingegliedert sind. Mitgliedsbeiträge Die Mitgliedsbeiträge des Vereins sind nach Altersgruppen gegliedert. Mitglieder zwischen 18 und 30 Jahren sind von der Anmeldegebühr befreit. Sie entrichten wie alle anderen Mitglieder aller Altersgruppen einen Jahresbeitrag von 50,00 EURO. Personen ab 31 Jahren zahlen dagegen je nach Alter, eine Eintrittsgebühr zwischen 60,00 EURO und 500,00 EURO. Mitglieder- und Verstorbenenzahlen In dem DITIB-Zentrum für Soziale Unterstützung e.V. sind 217.145 Familien als Mitglieder eingetragen. Als Einzelmitglieder kann der Verein insgesamt 533.331 Personen vorweisen. Bis zum Jahr 2010 sind 24.401 Mitglieder verstorben. Mehr als 99 Prozent der Verstorbenen wurden bis jetzt in die Türkei überführt. Zwischen 2000 und 2005 wurden 10.281 verstorbene Mitglieder in die Türkei transportiert, lediglich 92 wurden in Deutschland bestattet. Zwischen den Jahren 2006 und 2010 wurden 10.472 Personen in die Türkei überführt und 127 Verstorbene in Deutschland beigesetzt. Für das Jahr 2009 weist die Statistik des Vereins 2402 tote auf, von denen 2358 Personen in die Türkei geflogen und 44 Personen in Deutschland beerdigt wurden. Ausblick auf Überführungen in der Zukunft An den genannten Zahlen lässt sich erkennen, dass die überwiegende Mehrheit der Verstorbenen immer noch in die ehemalige „Heimat“ überführt wird. „Da der Verein keine Befragungen zu den Gründen der Überführungen in die Türkei durchführt“, sagt der Sozialwissenschaftler Mehmet Akif Oğuzsoylu, „können nur vage Vermutungen über Wünsche und Beweggründe für die mehrheitlichen Überführungen in das Herkunftsland angestellt werden: Bei den Verstorbenen handelt es sich überwiegend um Menschen aus der so genannten ersten Einwanderergeneration aus der Türkei. Diese Personen fühlen sich immer noch sehr stark mit dem Land verbunden“. „Bei den Generationen der heutigen Jugendlichen und Kinder, also der dritten und mittlerweile vierten Generation, könnte sich eine leichte Veränderung für die Zukunft deuten lassen, da Eltern, deren Töchter und Söhne im Kindes- und Jugendalter in Deutschland versterben, ihre Kinder in ihrer ‚Nähe‘ haben möchten und sie tendenziell in Deutschland beerdigen lassen“, bemerkt Oğuzsoylu. Des Weiteren sei davon auszugehen, dass heutige Kinder und Jugendliche, die hier geboren werden, hier aufwachsen und ihre Sozialisation in diesem Land erfahren, in Zukunft immer öfter in Deutschland beerdigt werden wollten. „Da Deutschland der Lebensmittelpunkt dieser Jugendlichen ist, können wir von einem ganz natürlichen Prozess einer multireligiösen und multikulturellen Migrationsgesellschaft sprechen“, sagt der Sozialwissenschaftler. Das sei Fakt und zeige sehr wohl, dass der Islam zu Deutschland gehöre, auch wenn bestimmte Kreise medienwirksam das Gegenteil behaupteten. Zudem herrschen in deutschen Friedhöfen mehrheitlich Vorschriften, die die Muslime dazu bewegen, ihre Verstorbenen in ihren Herkunftsländern zu bestatten. Beispielsweise darf in der Bundesrepublik ein Grabfeld nach geltenden Regeln lediglich zwischen 15-30 Jahren bestehen. Wobei es auch hier Ausnahmen gibt. Aber auch auf Grund des in den meisten Kommunen und Friedhofssatzungen bestehenden Sargzwanges überführen noch immer überdurchschnittlich viele Muslime ihre Verstorbenen in ihre Heimatländer. Ein wichtiges Indiz dafür, dass muslimische Einwanderer in Deutschland einheimisch werden, wird dadurch erkennbar, dass die Nachfrage nach muslimischen Grabfeldern hier zunimmt. Mittlerweile bestehen auf zahlreichen deutschen Friedhöfen Sonderregelungen, die eine Erdbestattung oder eine Verlängerung der Ruhefristen in Wahlgräbern garantieren. Andere Friedhofsatzungen gehen Kompromisse ein, die darin liegen, dass die Verstorbenen unter anderem in Leichentücher gewickelt und ohne Sargzwang bestattet werden können. Zahlreiche Bundesländer wie Berlin, Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein oder das Saarland haben den Sargzwang auf den Friedhöfen liberalisiert. „Finanzielle Aspekte spielen bei der Wahl des Bestattungsortes wie vielerorts irrtümlich angenommen keine schwerwiegende Rolle, da die Kosten einer Überführung ungefähr dem einer Erdbestattung in Deutschland entsprechen“, betont Serdar Demir in diesem Zusammenhang. Tätigkeitsregionen des Vereins Die DITIB-Zentrum für Soziale Unterstützung GmbH ist heute in den folgenden sieben Regionen in Deutschland vertreten: Region München, Region Nürnberg, Region Stuttgart, Region Frankfurt, Region NRW, Region Münster, Region Berlin durch ihre Filialen vertreten. Hier unterhält die ZSU GmbH neben ihren Bestattungsunternehmen auch zahlreiche Leichenhallen, Reiseagenturen sowie Buchläden. Geplant sind in absehbarer Zeit überdies Vertretungen in den Regionen Karlsruhe, Hannover/Bremen und Hamburg. „Wenn beispielsweise in der Nähe von Stuttgart jemand verstirbt und der Verein die GmbH-Zentrale in Köln darüber benachrichtigt, beauftragen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unverzüglich einen dort angestellten Bestattungsfahrer, der sich unmittelbar um die Angelegenheit kümmert und innerhalb kürzester Zeit mit der Abwicklung der Formalitäten für die Überführung beginnt“, sagt Serdar Demir. Verfahrensweise des Vereins im Sterbefall Liegt ein Sterbe- und damit ein Beihilfefall eines Mitglieds vor, beauftragt der Verein ein Bestattungsunternehmen, in der Regel die hauseigene DITIB-ZSU GmbH. Demir rät den Angehörigen von Verstorbenen für eine noch schnellere Bearbeitung des Hilfefalls, folgende Unterlagen zur Aushändigung für den/die Bestattungsfahrer/in bereit zu halten: „Für eine reibungslose und schnelle Bearbeitung des Hilfefalls benötigen wir den Pass, den Personalausweis und das internationale Familienbuch oder falls er/sie verheiratet war, die Übersetzung der Heiratsurkunde der/des Verstorbenen“. Finde der Todesfall zu Hause statt, so müsse, wenn möglich, der Hausarzt der/des Verstorbenen unterrichtet werden. Wenn dies nicht möglich sei, müsse der Todesbericht durch einen Notarzt ausgestellt werden. Sobald sich die beauftragte Bestattungsfirma mit den Angehörigen der/des Verstorbenen in Verbindung setzt, nimmt sie die für die Formalitäten erforderlichen Unterlagen entgegen. Das beauftragte Bestattungsunternehmen holt danach den Leichnam nach der ärztlichen Untersuchung und der Ausstellung des „natürlichen Todesberichtes“ vom Todesort ab. „Nach Wunsch kann der Leichnam aber auch am Todesort nach islamischen Traditionen gewaschen und in ein Leichentuch eingehüllt werden“, ergänzt Demir. Anschließend finde das Trauergebet statt. Im Todesfall eines nichtmuslimischen Mitglieds beziehungsweise seiner Familienmitglieder werde der Leichnam ebenfalls durch das Bestattungsunternehmen vom Todesort zum Bestattungsort gebracht. Demir berichtet, dass in der Regel die Trauerfeier und die Bestattung von den Familienmitgliedern organisiert werde. Wenn dagegen nach der ärztlichen Untersuchung des Leichnams ein Verdacht bestehe, es handle sich hierbei um einen „fragwürdigen“ Tod, werde der Leichnam von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt. „Unsere Mitarbeiter/innen dürfen den Leichnam dann ohne die ‚Freigabebescheinigung’ nicht übernehmen“, berichtet Demir. Dieses Schriftstück wird von der Staatsanwaltschaft in einem gerichtsmedizinischen Bericht ausgestellt. Hiernach beantragt die Firma bei dem zuständigen Standesamt eine „Bestattungserlaubnis“ zum Bestattungsort in Deutschland oder die „Bescheinigung zur Überführung des Leichnams“ zur Bestattung in die Türkei bzw. ins Ausland. Werde der Leichnam in Deutschland beerdigt, so werde er in einem Sarg von dem Bestattungsunternehmen zum Bestattungsort überführt. „Die Kosten für das Grab und die Beisetzung übernehmen aber die Familienmitglieder, hierfür wird keine Beihilfe von dem Verein gewährt“, unterstreicht Demir. Solle der Leichnam dagegen in der Türkei beerdigt werden, so werde er in einem nach internationalen Standards beschaffenen Sarg, von einem deutschen Flughafen aus zu eines der türkischen Flughäfen nach Adana, Ankara, Antalya, Diyarbakir, Elazig, Erzurum, Malatya, Istanbul, Izmir, Kayseri, Konya, Samsun oder Trabzon transportiert. „Von dort aus wird der Leichnam entweder mit einem Fahrzeug der türkischen Stiftung für religiöse Angelegenheiten (TDV) oder mit einem Fahrzeug eines Bestattungsunternehmens zum endgültigen Friedhof überführt“, erklärt Demir. Auch hier obliegen die Bestattungskosten den Familienangehörigen. Erwähnenswert ist ebenfalls, dass die Kosten eines Hin- und Rückflugtickets für eine Begleitperson aus dem Familienkreis der/des Verstorbenen, die bei der Bestattung anwesend sein möchte, nach vorheriger Benachrichtigung des Vereins, erstattet wird. Da die vor mehreren Monaten über Europa schwebende Aschewolke oder das Schneechaos auch die Tätigkeit des Vereins beeinträchtigt habe, weist Demir nochmals darauf hin, dass der Verein für Verspätungen oder Unstimmigkeiten, die durch Behörden, Feiertage, Fluggesellschaften, Witterungen oder Naturkatastrophen entstehen, keine Verantwortung übernehmen könne. Auch wenn solche Probleme manchmal stattfinden und die Mitglieder ungeduldig werden, wie heiße es doch: „Eile mit Weile“.
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

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Yasin Baş ist Politologe, Historiker, Autor und freier Journalist. Zuletzt erschienen seine Bücher: „Islam in Deutschland – Deutscher Islam?” sowie „nach-richten: Muslime in den Medien”.  

Israel
Israelischer Politiker: „Die Türken nehmen Jerusalem ein“

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Tel Aviv-Jaffa (nex) – Zwei Mitglieder des rechten Knessetflügels (israelisches Parlament/Anm Red.) haben am heutigen Donnerstag die Einberufung einer Parlamentssitzung gefordert, bei der die andauernde Unterstützung Ostjerusalems und der Al-Aqsa-Moschee sowie die Bereitstellung von Hilfen vonseiten der Türkei erörtert werden soll. Wie die Netanjahu-nahe Tageszeitung Israel HaYom berichtet, verlangten der Rabbi Yehuda Glick, der Mitglied des rechten Likud ist, und Shuli Maalem, Mitglied des ebenfalls dem rechten Flügel zuzuordnenden „Jüdische Heim“ Partei, eine Sitzung des Außen- und Sicherheisausschusses über die bedeutende Rolle der Türkei im vom Israel besetzten Ostjerusalem. Die beiden Abgeordneten stellten den Antrag nach Veröffentlichung eines kritischen Berichts auf der Titelseite der HaYom über die humanitären Aktivitäten der Türkei in der geschichtsträchtigen Stadt. So heißt es in dem Bericht, dass 100 Jahre nach dem Untergang des Osmanischen Reiches die Türkei damit angefangen habe, ihren Einfluss in dem Gebiet wiederzuerrichten, indem sie Millionen US-Dollar an Hilfen in Ostjerusalem und den Al-Aqsa-Moscheenkomplex pumpe, den jüdische Gläubige als den Tempelberg verehren. „Das Hauptziel der türkischen Aktivitäten ist die Bewahrung und Stärkung des muslimischen Erbes und der muslimischen Identität“, heißt es in dem Bericht. Überall seien Türkeiflaggen und türkisches Essen zu sehen, was den Einfluss des Landes in der Stadt zum Ausdruck bringe, ist weiter zu lesen. Des Weiteren wird die zunehmende Popularität der Türkei und ihres Präsidenten Recep Tayyip Erdogan unter den palästinensischen Einwohnern Jerusalems beklagt. Anfang des Monats hatte der Bürgermeister von Jerusalem Nir Barkat einen Bericht über den zunehmenden Einfluss der Türkei mit dem Titel „Die Türken nehmen Jerusalem ein“ veröffentlicht.

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Staatstrojaner
WhatsApp-Chats im Visier: Bundestag beschließt Überwachungsgesetz

Berlin (ots) – Die Überwachung von Messenger-Diensten wie WhatsApp und Co soll künftig leichter werden. Das hat der Bundestag am Donnerstag beschlossen. Dafür soll der Einsatz von Staats-Trojanern zur Verbrechensbekämpfung ausgeweitet werden. Das Gesetz soll den Sicherheitsbehörden weitreichende Möglichkeiten zum Ausspionieren von sämtlichen Kommunikationsformen ermöglichen. Die Opposition spricht von einem Angriff auf die Bürgerrechte. Neben Terrorismus-Bekämpfung sollen die Trojaner künftig auch bei Steuerdelikten, Computerbetrug, Hehlerei, Mord, Totschlag oder „Verleitung zur missbräuchlichen Asylantragsstellung“ eingesetzt werden dürfen. Neben den Geräten eines Verdächtigten sollen auch die von anderen durchsucht werden, wenn es die Ermittler für nötig halten. Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Hans-Christian Ströbele sagte im RBB-Inforadio, die Neuregelung sei mit „tiefen Eingriffen in die Bürgerrechte“ verbunden. Jan Korte (Linke) kritisierte das Gesetz als „verfassungsrechtlich extrem fragwürdige Regelung zum Staatshacking“. Wer die Grundrechte der Bevölkerung in einem solchen Maß angreife, sollte sich auch mindestens öffentlich dazu verhalten und eine gesellschaftliche Debatte zulassen, so Korte. Die große Koalition verteidigte das Gesetz. Mit der Neuregelung würden die Strafverfolgungsbehörden „zeitgemäß“ aufgestellt, erklärte der CSU-Innenexperte Michael Frieser. „Bereits heute dürfen SMS und Telefongespräche überwacht werden“, erklärte Frieser. „Es ist nur folgerichtig, wenn wir unseren Ermittlern bei bestimmten Straftaten erlauben, künftig auch die Kommunikation über Kurznachrichtendienste wie beispielsweise WhatsApp zu überwachen.“ Ermittlungsbehörden hätten Berichten zufolge vor allem Messenger-Dienste wie WhatsApp im Visier, die Straftäter wegen ihrer Verschlüsselung immer öfter verwendeten. Diese Verschlüsselung soll der Staats-Trojaner dechiffrieren können. Die Software niste sich heimlich im Gerät ein und greife die Kommunikation ab. Mit dem Trojaner sei es zudem möglich, die gesamte Festplatte auszulesen.

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Landwirtschaft
Deutschland importiert immer mehr Schlachttiere aus dem Ausland

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Osnabrück (ots) – Deutschland importiert immer mehr Schlachttiere aus dem Ausland. Die „Neue Osnabrücker Zeitung“ berichtet unter Berufung auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen, dass allein die Einfuhr von Lebendgeflügel in den vergangenen 20 Jahren um fast 260 Prozent gestiegen ist. 39,5 Millionen Stück Geflügel und 4,4 Millionen Schlachtschweine  Wurden 1996 noch 11 Millionen Hühner, Enten oder Gänse importiert, waren es im vergangenen Jahr 39,5 Millionen Stück Federvieh. Fast jedes zweite Tier kam dabei aus Dänemark. Im selben Zeitraum stieg die Zahl der eingeführten Schlachtschweine laut Bundeslandwirtschaftsministerium um mehr als 60 Prozent von 2,7 auf zuletzt 4,4 Millionen Tiere. Hauptherkunftsland mit fast vier Millionen Schweinen waren 2016 die Niederlande. Grüne: Bundesrepublik ist Billiglohnland Grünen-Bundestagsabgeordnete Beate Müller-Gemmeke kritisierte die Entwicklung: „Die Zahlen zeigen deutlich, dass in Deutschland das Schlachten und Zerlegen von Tieren billig ist.“ Deshalb würden so viele Tiere aus dem Ausland hierzulande geschlachtet. „Und so was geht nur mit Fremdpersonal und mit einem harten Wettbewerb um die billigsten Löhne“, so Müller-Gemmeke. Die Bundesregierung räumt in der Antwort ein, dass Belgien, Frankreich und Dänemark in der Vergangenheit Deutschland vorgeworfen hätten, Lohn- und Sozialdumping in der Fleischindustrie zuzulassen. Im Juni hatte der Bundestag ein „Gesetz zur Sicherung von Arbeitnehmerrechten in der Fleischwirtschaft“ verabschiedet. Es soll Missstände beim Umgang mit den oftmals osteuropäischen Leiharbeitern beenden. Der Bundesrat muss noch zustimmen.

Terrorfinanzierung
Türkei: Regierung geht mit 8.000 Sicherheitskräften gegen Drogenhändler vor

Diyarbakir (nex) – Über 4,5 Tonnen Haschisch sowie 70.000 Hanfpflanzen seien im Zuge von Operationen gegen die PKK in der südosttürkischen Provinz Diyarbakir beschlagnahmt worden. Dies wurde am gestrigen Mittwoch aus Gouverneurskreisen bekannt geworden. Etwa 8.000 türkische Sicherheitskräfte, darunter auch Spezialeinheiten, nahmen an einer Operation zur Eindämmung der Terrorfinanzierung in 104 Dörfern in sechs Landkreisen von Diyarbakir teil. Dabei wurden bei Razzien in einem Gebiet von 1,500 Quadratkilometer 133 Autos an 30 Kontrollpunkten angehalten und 986 Personen befragt. Insgesamt 4 710 Kilogramm Haschisch wurde während der Razzien laut einer Erklärung des Gouverneursamtes beschlagnahmt. In fünf verschiedenen Verstecken, die von PKK-Terroristen genutzt würden, seien 450 Kilogramm Ammoniumnitrat, 160 Ladungen Flugabwehrmunition, 440 Ladungen Maschinengewehrmunition, etliche Patronen und viele Dokumente der Organisation konfisziert worden. Die Verstecke und Munition wurde  im Zuge der noch andauernden Operation zerstört. Die PKK hat im Juli vergangenen Jahres ihren über 30-jährigen Kampf gegen den türkischen Staat wiederaufgenommen. Seitdem wurden bei Anschlägen der Terrororganisation etwa 1.200 Sicherheitskräfte sowie zahlreiche Zivilisten, darunter auch Frauen und Kinder, getötet, während bei Anti-Terror-Einsätzen bislang über 10.000 PKK-Terroristen außer Gefecht gesetzt wurden.

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Islamophobie
Vater der getöteten Nabra: „Warum liebt ihr nicht einander, vergesst die Religon“

Sterling (nex) – Mohmoud Hassenen Aboras hat es bislang nicht übers Herz gebracht, seiner jüngsten Tochter zu erzählen, wo ihre Schwester seit Sonntag denn geblieben ist. Mit ihren drei Jahren ist sie einfach noch zu jung, um das Ausmaß der Tragödie zu erfassen, die die Familie am frühen Sonntagmorgen heimgesucht hat. „Wo ist Nabra?“, frage sie ständig, erzählt der Vater in einem emotionsgeladenen Interview mit der englischsprachigen Nachrichtenagentur Anadolu. Nabra, die älteste von vier Kindern, war mit einer Gruppe von über einem Dutzend Teenagerinnen unterwegs, die nach dem Fastenbrechen in einem Fastfood-Restaurant zurück zur Moschee in Sterling im US-Bundesstaat Virginia liefen. Es kam zu einer Auseinandersetzung zwischen einem der Teenager aus der Gruppe und einem Unbekannten in einem Auto, den die Polizei später als Darwin Martinez Torres identifizieren konnte. Als die Situation eskalierte, fuhr Darwin auf den Bordstein und zwang die Teenager zur Flucht. Berichten zufolge stieg er mit einem Baseballschläger aus seinem Auto aus, verfolgte Nabra (17) und erschlug sie mit diesem. Daraufhin habe er sie ins Auto gesteckt und sei an einen anderen Ort gefahren, wo er erneut mit dem Baseballschläger auf sie eingeschlagen und sie anschließend in einen Teich geworfen habe. Die Polizei entdeckte am nächsten Tag in den Nachmittagsstunden die Leiche der 17-Jährigen. „Wir hassen einander wegen der Religion, unserer Hautfarbe und so“, sagt der Vater im Gespräch mit Anadolu und ergänzt: „Das ist nicht gut. Warum liebt ihr nicht einander? Vergesst die Religion. Wir sind Menschen. Warum liebt ihr nicht einander?“ Dieser Wesenszug sei Teil ihrer Kultur, so Mohmoud, der nubisch-ägyptische Wurzeln hat.

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Promi-News
Pleite-Meldung: Boris Becker dementiert Berichte über Pleite

Dortmund (nex) – Tennislegende Boris Becker (49) hat über seinen deutschen Anwalt Medienberichte dementiert, wonach er pleite sei. Wie die britische Nachrichtenagentur berichtete, hatte ein Gericht den dreimaligen Wimbledonsieger am Mittwoch für zahlungsunfähig erklärt.
Beckers Rechtsanwalt Christian Schertz erklärte dazu am Abend: „Das Verfahren betrifft ein Darlehen, das Herr Becker binnen eines Monats in voller Höhe zurückgezahlt hätte.“ Becker sei „überrascht und enttäuscht, dass sich die gegnerische Bank in einem konkreten Zivilverfahren in Großbritannien entschieden hatte, Klage gegen ihn einzureichen“.
Die Nachrichtenagentur PA berichtete, dass es laut zuständiger Justizbeamtin Christine Derret an glaubwürdigen Nachweisen fehle, dass Becker seine „erheblichen“ Schulden bald zurückzahlen könne. Dem Bericht zufolge, lehnte Derret einen weiteren Aufschub des Falls um 28 Tage ab.
Einer Meldung der Nachrichtenagentur sid zufolge kündigte die Kanzlei Schertz Bergmann Rechtsanwälte an, dass Becker die umgehende Aufhebung der Verfügung beantragen werde.
Schertz habe betont, dass Becker bereits englischen Medien gegenüber erklärt habe, dass seine Einkünfte hinreichend veröffentlicht seien und es klar sei, dass er „die Mittel hat, um diese Schuld zu begleichen“.
„Der Wert der in Rede stehenden Wertanlage übersteigt bei weitem das Darlehen bei der Bank, die Herrn Becker verklagt hat. (…) Medienmeldungen, wonach unser Mandant ‚pleite‘ sei, entsprechen damit nicht der Wahrheit“, so Schertz gegenüber Medien.

Reisen
Wirtschaftsverband: Tourismusbranche erwartet „Super-Sommer“ in Deutschland

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Osnabrück (ots) – Die Tourismuswirtschaft startet nach einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages ölkjh(DIHK) voller Optimismus in die Sommerferien. „Wir rechnen mit dem achten Rekordsommer in Folge“, sagte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer Achim Dercks der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Der aktuelle DIHK-Tourismusreport sagt besonders für die Campingwirtschaft einen „Super-Sommer“ voraus. Der Saldo der Geschäftserwartungen liegt laut dem Report mit 39 Punkten und einem Plus von sechs Punkten nochmals deutlich besser als im „schon guten Vorjahr“. Im Trend liegen danach vor allem die Küstenregionen, insbesondere die Nordsee und der Alpenraum. „Der Städtetourismus lässt dagegen weiter etwas nach“, sagte Dercks. Rückläufig seien auch die Geschäftserwartungen im Busreisemarkt. Dort machten Fachkräftemangel und wieder ansteigende Energiepreise Sorgen. Der Markt insgesamt hat sich noch stärker auf die unsichere politische Lage in vielen ausländischen Urlaubsregionen eingestellt, wovon auch innerdeutsche Ziele deutlich profitieren. Der DIHK führt den Optimismus der Betriebe auf die gute Binnennachfrage einerseits und steigende Gästezahlen aus dem Ausland andererseits zurück. Befragt wurden im April und Mai 2200 Beherbergungs- und 1700 Gastronomiebetriebe, 120 Campingplätze, 700 Reisebüros sowie 110 Reiseveranstalter und 120 Busunternehmen.

Flüchtlingslösungen
UNO: Türkei nimmt weltweit die meisten Flüchtlinge auf

New York (nex) – Die Welt sollte würdigen, dass die Türkei für mehr als drei Millionen Flüchtlinge ein sehr guter Gastgeber sei. Dies hat UN-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi (UNHCR) am gestrigen Dienstag gesagt. Die Türkei führe die Liste der Länder an, die Flüchtlinge aufgenommen haben, so Grande weiter. Von den weltweit 65 Millionen Flüchtlingen beherbergt die Türkei 2,9 Millionen, die laut einer Statistik vom vergangenen Jahr vor allem aus Syrien stammen. So soll die Zahl der irakischen Flüchtlinge in der Türkei bei 30,400 liegen. Pakistan belegt mit 1,4 Millionen Flüchtlingen den zweiten, der Libanon mit einer Million Flüchtlingen den dritten Platz. In den vergangenen 20 Jahren hat sich nach dem neuen „Global Trends„- Report von UNHCR die Zahl der Zwangsvertriebenen von 33,9 Millionen im Jahr 1997 auf 65,6 im Jahr 2016 verdoppelt. Demnach würden pro Minute 20 Menschen zur Flucht gezwungen. Lediglich 8 Prozent diese Flüchtlinge leben in den 26 für sie vorgesehenen Camps in der gesamten Türkei. Der Rest ist in Städte gezogen, wo sie sich mit Gelegenheitsjobs durchs Leben schlagen.

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