Insider-Handel
Iran-Krieg: Mutmaßlicher Insider-Handel rund um Trumps Ankündigungen

BBC-Bericht enthüllt mutmaßlichen Insider-Handel rund um Trumps Ankündigungen zum Iran-Krieg. Händler verdienten Millionen — 47 Minuten vor der Öffentlichkeit.

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London – Die BBC hat in einem heute veröffentlichten Untersuchungsbericht systematische Hinweise auf illegalen Insider-Handel rund um die Ankündigungen von US-Präsident Donald Trump gefunden.

Händler sollen kurz vor bedeutenden Statements Trumps — oft nur Minuten davor — Millionenwetten auf den Finanzmärkten platziert haben und dabei massive Gewinne erzielt haben.

Die BBC analysierte Handelsvolumendaten auf mehreren Finanzmärkten und verglich diese mit Trumps öffentlichkeitswirksamsten Aussagen. Das Ergebnis: Ein konsistentes Muster von Handels-Spitzen kurz vor öffentlichen Statements — ob auf Truth Social oder in Medieninterviews.

Öl-Handel: 47 Minuten zu früh

Eines der auffälligsten Beispiele stammt vom 9. März 2026. Trump sagte in einem CBS-Telefoninterview, der Iran-Krieg sei „sehr abgeschlossen, so ziemlich.“ Die Öffentlichkeit erfuhr davon erstmals um 19:16 Uhr GMT, als ein Reporter den Inhalt auf X postete. Der Ölpreis brach daraufhin um rund 25 Prozent ein.

Doch Marktdaten zeigen: Bereits um 18:29 Uhr GMT — also 47 Minuten vor der öffentlichen Bekanntgabe — gab es einen massiven Anstieg von Wetten auf fallende Ölpreise. Die Händler, die diese Positionen eingingen, verdienten dadurch Millionen.

Ein ähnliches Muster zeigte sich am 23. März 2026, als Trump überraschend eine „vollständige und totale Lösung der Feindseligkeiten“ mit dem Iran ankündigte. Bereits 14 Minuten vor dem Truth-Social-Post wurden ungewöhnlich hohe Wetten auf den US-Ölpreis platziert. Ein Ölanalyst bezeichnete die Trades gegenüber der BBC als „eindeutig abnormal“.

„Liberation Day“: Profit von fast 20 Millionen Dollar

Auch abseits des Iran-Krieges gibt es auffällige Beispiele. Als Trump am 9. April 2025 eine 90-tägige Pause seiner Zölle ankündigte, schnellte der S&P 500 um 9,5 Prozent nach oben — einer der größten Tagesgewinne seit dem Zweiten Weltkrieg.

Bereits 18 Minuten vor der Ankündigung hatten Händler massiv auf steigende Kurse gewettet — in einem Markt der zuvor sieben Tage in Folge gefallen war. Wetten von über zwei Millionen Dollar könnten dabei einen Gewinn von fast 20 Millionen Dollar generiert haben.

Mehrere demokratische Senatoren forderten daraufhin die Börsenaufsicht SEC auf, zu untersuchen ob Trumps Ankündigungen „Insider und Freunde der Regierung auf Kosten der amerikanischen Öffentlichkeit bereichert“ hätten. Die SEC lehnte einen Kommentar ab. Das Weiße Haus reagierte auf keine der BBC-Anfragen.

Polymarket: Wetten auf Maduro und den Iran-Krieg

Auch auf den wachsenden Online-Prognosemärkten fiel die BBC auf verdächtige Aktivitäten. Im Dezember 2025 wurde auf der Blockchain-Plattform Polymarket ein Account namens „Burdensome-Mix“ erstellt.

Zwischen dem 30. Dezember und dem 2. Januar 2026 setzte das Konto insgesamt 32.500 Dollar darauf, dass Venezuelas Präsident Nicolás Maduro bis Ende Januar 2026 nicht mehr im Amt sei. Als Maduro am 3. Januar von US-Spezialkräften gefasst wurde, gewann das Konto 436.000 Dollar — und änderte danach seinen Nutzernamen. Seitdem wurden keine weiteren Wetten platziert.

Zudem wurden im Februar 2026 sechs Accounts auf Polymarket erstellt, die alle auf einen US-Angriff auf den Iran bis zum 28. Februar setzten. Als Trump die Angriffe in den frühen Morgenstunden bestätigte, verdienten die sechs Konten gemeinsam 1,2 Millionen Dollar.

Fünf der sechs Konten platzierten seitdem keine weiteren Wetten.
Bemerkenswert: Donald Trump Jr. ist Investor bei Polymarket und sitzt in dessen Beirat. Er ist zudem strategischer Berater von Kalshi, einer weiteren Prognoseplattform.

Das Weiße Haus verschickte laut BBC im vergangenen Monat sogar eine interne E-Mail an Mitarbeiter mit der Warnung, keine Insider-Informationen für Wetten auf Prognosemärkten zu nutzen.

Illegal — aber kaum verfolgbar

Insider-Handel ist in den USA seit dem Securities Act von 1933 verboten und wurde 2012 ausdrücklich auf Regierungsbeamte ausgeweitet. Bisher wurde jedoch noch niemand nach diesem Gesetz verfolgt.

Paul Oudin, Professor für Finanzregulierungsrecht an der französischen ESSEC Business School, erklärt gegenüber der BBC warum:

„Die Behörden werden keine Strafverfolgung einleiten, wenn sie die Informationsquelle nicht identifizieren können. Sie können massive Trades auf einem Finanzinstrument haben, die eindeutig zeigen, dass jemand vorab wusste was Trump ankündigen würde — und trotzdem ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass niemand verfolgt wird.“

Keine der von der BBC kontaktierten US-Finanzbehörden bestätigte die Vorwürfe des Insider-Handels.

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