Polen-Wahl
„Polen zuerst?“ – Der Wahlsieg Karol Nawrockis und Europas neue Ungewissheit

Ein Gastkommentar von Özgür Çelik Von allen möglichen politischen Überraschungen in Europa hatte wohl kaum jemand mit diesem Mann gerechnet: Karol Nawrocki, Historiker, Museumsdirektor, ehemaliger Personenschützer – und nun: Präsident der Republik Polen. Mit nur hauchdünnen 50,89 Prozent hat er sich gegen den liberalen Herausforderer Rafał Trzaskowski durchgesetzt. Doch das Ergebnis ist mehr als eine statistische Randnotiz: Es steht für einen tektonischen Riss, der durch das politische und gesellschaftliche Fundament Polens verläuft – und mit Nachbeben für ganz Europa zu rechnen ist.
Der Unbekannte mit harter Linie
Nawrockis Aufstieg ist bemerkenswert. Er kommt aus dem kulturellen Maschinenraum der nationalkonservativen PiS, gilt als ideologisch geschliffen, aber politisch unerprobt. Als Historiker hat er sich mit Nationalstolz, organisiertem Verbrechen und Sport beschäftigt – und im Museum des Zweiten Weltkriegs in Danzig schon einmal demonstriert, wie man Geschichtspolitik als nationales Selbstbehauptungsprojekt inszeniert. Ein Mann wie Nawrocki kandidiert nicht, um Europa zu reformieren – sondern um Polen in Europa zu behaupten. Er will die liberale Integration stoppen und ein konservatives Gegengewicht aufbauen. Nicht Brüssel, nicht Berlin, sondern Warschau und Washington – das ist seine strategische Achse. Donald Trump wird in Nawrocki einen entschiedenen Verbündeten finden.
Der Preis des Sieges
Dieser Wahlsieg ist kein politisches Mandat, sondern ein Spiegel gesellschaftlicher Spaltung. Alt gegen jung, Land gegen Stadt, nationale Identität gegen europäische Öffnung. In Polen leben heute zwei Realitäten nebeneinander – und sie erkennen einander kaum noch als legitim an. Während die Regierung unter Donald Tusk bereits als „lahme Ente“ verspottet wird, weil ihr ein feindlicher Präsident das Leben schwer machen dürfte, jubelt das Lager der Nationalkonservativen. Nawrocki wird nun das Recht haben, Gesetze zu blockieren, die Streitkräfte zu führen – und, wichtiger noch, den Kurs Polens in der EU entscheidend mitzuprägen.
Europas geopolitischer Dilemma
Für Europa ist das ein Alarmsignal. Gerade jetzt, in Zeiten von Krieg, Unsicherheit und globalem Umbruch, bräuchte die EU ein starkes, geeintes Polen. Stattdessen kehrt das Misstrauen zurück. Die Hoffnung, dass Polen gemeinsam mit Frankreich und Deutschland das „Weimarer Dreieck“ zu neuer Handlungsfähigkeit führen könnte, scheint verflogen. Die EU-Ratspräsidentschaft Polens im ersten Halbjahr 2025 hätte ein Momentum sein können. Nun droht sie zu einer Bühne des Konflikts zu werden. Denn Nawrocki will nicht mehr Europa – er will ein anderes Europa.
Der neue Ton
Der Wahlsieg Karol Nawrockis ist nicht nur eine innenpolitische Wende. Er ist ein kultureller Wendepunkt. Die Zeiten des leisen Aushandelns, des europäischen Kompromisses könnten vorbei sein. An ihre Stelle tritt eine lautere, härtere Sprache. Eine Politik, die nicht integrieren, sondern dominieren will. Europa täte gut daran, diesen Moment ernst zu nehmen. Nawrocki ist kein politischer Zufall. Er ist Ausdruck eines Europas, das sich auseinanderlebt – und eines Polens, das nicht mehr nur Teil der Gemeinschaft sein will, sondern ihr Kritiker, vielleicht sogar ihr Gegenspieler. Die Frage, die bleibt, lautet nicht: Wer ist Karol Nawrocki? Sondern: Was wird Europa sein, wenn er seine Vision umsetzt?
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.

Zum Autor

Özgür Çelik studierte Politikwissenschaft, Soziologie und Philosophie an der Universität Duisburg-Essen. Seine Fachgebiete sind die deutsche Sicherheits- und Verteidigungspolitik, die Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei sowie zwischen der EU und der Türkei, türkische Politik, die türkische Migration und Diaspora in Deutschland

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Zwischen Bündnistreue und strategischer Autonomie: Die Türkei, die NATO und die islamisch-nationalistische Positionierung

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Kriegsverbrechen
Gaza-Kriegsverbrechen: Kanada leitet Untersuchung ein

Toronto – Kanada hat eine strafrechtliche Untersuchung mutmaßlicher Kriegsverbrechen im Gaza-Konflikt eingeleitet. Sie richtet sich gegen israelisch-kanadische Soldaten, die laut Toronto Star und anderen Quellen Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen haben sollen. Die Untersuchung, die Anfang 2024 in aller Stille eingeleitet wurde, ist ein bedeutender Schritt Kanadas, um den Vorwürfen von Gräueltaten in der vom Krieg zerrissenen Region nachzugehen. Die Entscheidung Kanadas, eine Untersuchung einzuleiten, kommt in einer Zeit, in der das Verhalten Israels immer stärker unter die Lupe genommen wird. Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) hat im November 2024 Haftbefehle gegen den israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu und den ehemaligen Verteidigungsminister Yoav Gallant wegen angeblicher Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit ausgestellt. Zwei Wochen zuvor hatte Kanada zusammen mit dem Vereinigten Königreich und Frankreich Sanktionen gegen Israel angedroht, die „inakzeptable Eskalation“ im Gazastreifen verurteilt und einen sofortigen Stopp der Militäroperationen sowie Einschränkungen der humanitären Hilfe gefordert. Diese Untersuchung belastet die Beziehungen zwischen Kanada und Israel weiter Im Gegensatz zu Kanadas viel beachteter Untersuchung von Kriegsverbrechen in der Ukraine, die auch die Öffentlichkeit einbezog, wurde diese Untersuchung jedoch diskret durchgeführt und konzentrierte sich auf „Verbrechen im Zusammenhang mit dem Konflikt zwischen Israel und Hamas“.
Mehr als 50.000 palästinensische Todesopfer
Die Militäroffensive Israels hat nach Angaben palästinensischer Gesundheitsbehörden mehr als 50.000 palästinensische Todesopfer gefordert und wurde wegen ihrer Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung international weithin verurteilt, unter anderem wegen des Vorwurfs des Völkermords und des systematischen Aushungerns. Der Schritt Kanadas spiegelt einen breiteren Wandel unter den westlichen Ländern wider, die Israels Vorgehen im Gazastreifen immer deutlicher kritisieren. Länder wie Großbritannien, Frankreich und Deutschland haben Israels Blockade des Gazastreifens, die seit März 2024 die Versorgung mit Lebensmitteln, Treibstoff und Medikamenten einschränkt, als „untragbar“ bezeichnet. Dieser wachsende Dissens verdeutlicht einen Bruch in der traditionellen westlichen Unterstützung für Israel, wobei der öffentliche und politische Druck wächst, sich mit der humanitären Katastrophe in Gaza zu befassen, wo die Vereinten Nationen vor einer Hungersnot und einem zusammenbrechenden Hilfssystem gewarnt haben.
Freedom Flotilla Coalition
Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg hat sich einer hochkarätigen humanitären Mission angeschlossen, um die israelische Seeblockade des Gazastreifens in Frage zu stellen und steht damit im internationalen Rampenlicht. Am 1. Juni 2025 stach Thunberg zusammen mit 11 weiteren Aktivisten, darunter der „Game of Thrones“-Darsteller Liam Cunningham und die französisch-palästinensische Europaabgeordnete Rima Hassan, an Bord der Madleen, einem Schiff der Freedom Flotilla Coalition (FFC), von Catania, Sizilien, in See. Ziel der Gruppe ist es, symbolische humanitäre Hilfe zu leisten und die Weltöffentlichkeit auf die Notlage des Gazastreifens aufmerksam zu machen. Auf einer Pressekonferenz vor der Abfahrt erklärte Thunberg sichtlich bewegt:
„Wir tun dies, weil wir es immer wieder versuchen müssen, egal wie schlecht die Chancen stehen, denn in dem Moment, in dem wir aufhören, es zu versuchen, verlieren wir unsere Menschlichkeit“. Sie beschrieb die Mission als gewaltfreien Protest gegen Israels „illegale Belagerung und eskalierende Kriegsverbrechen“.
Die Reise der Madleen folgt auf einen gescheiterten Versuch Anfang Mai, als ein anderes FFC-Schiff, die Conscience, angeblich von Drohnen vor der Küste Maltas angegriffen wurde, was erhebliche Schäden verursachte und den Abbruch der Mission erzwang. Thunberg verurteilte den Angriff. Die Aktivisten gehen davon aus, dass die derzeitige Reise sieben Tage dauern wird, vorausgesetzt, sie werden nicht von israelischen Streitkräften abgefangen, die in der Vergangenheit solche Flottillen geentert und gestoppt haben.
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– Gaza-Konflikt – Spaniens Premier Sánchez nennt Israel „völkermordender Staat“

Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez hat am Mittwoch einen diplomatischen Feuersturm ausgelöst, als er Israel während einer hitzigen Parlamentssitzung als „völkermordenden Staat“ bezeichnete.

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Geschichte
Atatürk und die Moscheepredigt – Als der Staatsgründer selbst die Kanzel betrat

Ein Gastbeitrag von Çağıl Çayır In Balıkesir hielt Mustafa Kemal Atatürk eine Moscheepredigt – auf Türkisch, als Zeichen für einen verständlichen und aufgeklärten Glauben. Eine historische Verteidigung des Islam mit Vernunft, Würde und Wissenschaft. Am 7. Februar 1923 ereignete sich in der westtürkischen Stadt Balıkesir ein symbolträchtiger Moment der Geschichte: Mustafa Kemal Atatürk, der Gründer der modernen Republik Türkei, hielt in der Zağnos-Paşa-Moschee persönlich eine Moscheepredigt. Diese sogenannte „Balıkesir-Hutbesi“ war mehr als eine Geste – sie war eine programmatische Ansage an ein neues Verhältnis zwischen Religion, Sprache, Staat und Wissen. Bis heute ist Atatürk der einzige Präsident der Türkei, der sich zu diesem Schritt entschloss.

Glaube mit Verstand – nicht gegen ihn

In seiner Predigt machte Atatürk deutlich: Der Islam widerspricht nicht der Vernunft – im Gegenteil, er fordert sie. Der Glaube sei keine Form der Unwissenheit, sondern verlange nach Erkenntnis, Bildung und moralischer Verantwortung. „Der Islam ist eine Religion, die dem Verstand, der Logik und der Realität entspricht.“ (aus der Balıkesir-Hutbe, 1923) Atatürk trennte Religion und Wissenschaft nicht, wie es viele westliche Modernisierungsbewegungen taten – vielmehr sah er sie als voneinander abhängig: Kein Glaube ohne Wissen, kein Wissen ohne Weisheit.

Der Islam als Träger von Wissenschaft und Zivilisation

Anders als viele seiner westlichen Zeitgenossen, die den Islam als rückständig oder „barbarisch“ betrachteten, erkannte Atatürk im Islam eine Quelle für Wissenschaft, Zivilisation und ethische Orientierung. Er stellte klar:
Der Islam befiehlt Wissen, fordert Aufrichtigkeit und ermutigt zur Entfaltung der menschlichen Fähigkeiten.
Durch diese Perspektive rettete und schützte Atatürk den Islam nicht nur vor ideologischer Instrumentalisierung, sondern verteidigte ihn auch gegenüber jenen modernen Zivilisationen, die Religion ins Abseits der Geschichte gedrängt hatten. Wo Europa im Zuge der Moderne das Christentum und Judentum zunehmend säkularisierte, trug Atatürk den Islam aktiv in die Moderne – als spirituelle Stütze auf dem Weg zur Wahrheit, zur Aufrichtigkeit und zum Frieden.

Die Türkisierung des religiösen Raumes

In diesem Geist initiierte Atatürk weitreichende Reformen: Die Freitagspredigten (Hutben) wurden auf Türkisch eingeführt, der Koran übersetzt, der Gebetsruf (Ezan) eine Zeit lang türkisch gesprochen. Es ging ihm nicht darum, den Glauben zu unterdrücken, sondern ihn aus der Unverständlichkeit zu befreien und zu veredeln.

Ein Erbe für die Zukunft

Atatürks Vision war keine Trennung von Religion und Staat im Sinne der Feindschaft – sondern eine Reinigung des Glaubens von Machtmissbrauch und Aberglauben. Seine Freitagspredigt in Balıkesir steht sinnbildlich für einen modernen, würdevollen und gebildeten Islam, der nicht vor der Moderne zurückweicht, sondern mit ihr in einen ehrlichen, menschlichen Dialog tritt. Atatürks Freitagspredigt in Balıkesir (7. Februar 1923) – Deutsche ÜbersetzungO Volk! Allah ist Einer, und Sein Ruhm ist groß. Allahs Frieden, Liebe und Güte seien mit euch! Unser geehrter Prophet – der Gesandte unseres Herrn – wurde von dem erhabenen Schöpfer damit beauftragt, den Menschen die religiösen Wahrheiten zu verkünden und ihnen als Gesandter den rechten Weg zu weisen. Die Grundlage dieser Botschaft ist das, was wir alle kennen: die eindeutigen und klaren Bestimmungen im edlen Koran. Unsere Religion, die den Menschen geistige Erfüllung schenkt, ist die letzte Religion – sie ist vollkommen. Denn sie entspricht vollständig dem Verstand, der Logik und den Tatsachen. Wäre dies nicht der Fall – wenn sie also der Vernunft, der Logik und der Realität widerspräche – dann müsste es einen Widerspruch zwischen ihr und den übrigen göttlichen Naturgesetzen geben. Doch der Urheber aller Naturgesetze ist niemand anderes als Allah selbst. Meine Freunde! Der erhabene Prophet besaß in seiner Lebensführung zwei Orte, zwei Häuser: Das eine war sein eigenes Haus – das andere war das Haus Allahs. Die Angelegenheiten des Volkes pflegte er im Hause Allahs zu regeln. Indem wir heute dem segensreichen Weg des Propheten folgen, befinden wir uns in diesem heiligen Ort, im Angesicht Gottes, um über die Gegenwart und die Zukunft unseres Volkes zu sprechen. Dass mir diese Ehre zuteilwurde, verdanke ich den gläubigen und heldenhaften Menschen Balıkesirs. Dafür empfinde ich große Dankbarkeit. Und ich hoffe, dass mir durch diesen Anlass auch großer Lohn bei Allah zuteilwerden möge. Meine Herren! Moscheen sind nicht gebaut worden, damit wir darin ohne Blick füreinander niederknien und aufstehen. Moscheen sind Orte, an denen wir nicht nur beten und zuhören, sondern gemeinsam nachdenken, was für Religion und Welt zu tun ist – Orte, an denen wir unsere Meinungen austauschen und unsere Gedanken miteinander teilen. Wenn es um die Belange des Volkes geht, muss jeder Einzelne seinen Geist aktiv einsetzen. Lasst uns also hier – für unsere Religion, für unser diesseitiges Leben, für unsere Zukunft und vor allem für unsere Souveränität – offenlegen, was wir denken. Ich möchte hier nicht nur meine eigene Meinung darlegen – ich möchte auch eure Gedanken hören. Nationale Ziele, nationaler Wille entstehen nicht durch die Überlegungen eines Einzelnen, sondern durch die Vereinigung der Wünsche und Ideale aller Menschen des Volkes. Deshalb bitte ich euch: Was ihr von mir wissen oder erfahren wollt – fragt frei und offen.Korrektur: Atatürk hielt diese Rede nicht an einem Freitag, sondern an einem Mittwoch, nachdem die Gemeinschaft eine Gebetszeremonie (Mevlid-i Şerif) für Atatürk und die Märtyrer (Şehitler) des türkischen Unabhängigkeitskriegs durchgeführt hatte. Später führte Atatürk offiziell die Freitagspredigt auf Türkisch ein. İn Deutschland veröffentlicht die Ditib auch deutschsprachige Freitagspredigten. Davor waren die Freitagspredigten in der Türkei auf Arabisch
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.
Çağıl Çayır studierte Geschichte und Philosophie an der Universität zu Köln und ist als freier Forscher tätig. Çayır ist Autor von „Runen in Eurasien. Über die apokalyptische Spirale zum Vergleich der alttürkischen und ‚germanischen‘ Schrift‘“ und ist Gründer der Kultur-Akademie Çayır auf YouTube. Seine Arbeiten wurden international in verschiedenen Fach- und Massenmedien veröffentlicht.

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– Geschichte – Atatürk: Der Staatsgründer, der Religion und Wissenschaft vereinte

In westlichen wie östlichen Narrativen wird er häufig entweder als rein säkularer Revolutionär oder gar als Gegner der Religion porträtiert.

Atatürk: Der Staatsgründer, der Religion und Wissenschaft vereinte

5G-Netz
Türkei: Turkcell und Huawei erreichen bei Test 50 Gbit/s

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Istanbul – Der weltweit erste Feldtest einer Vollduplex-Funkverbindung mit einer Geschwindigkeit von 50 Gbit/s wurde in Istanbul durchgeführt Turkcell hat in Zusammenarbeit mit Huawei in einem innovativen Test eine Geschwindigkeit von 50 Gbit/s erreicht und damit eine Weltpremiere erzielt. Dies stellt einen bedeutenden Meilenstein in der drahtlosen Kommunikation dar.
10.000 Nutzer gleichzeitig
Diese bahnbrechende Technologie ermöglicht die gleichzeitige Übertragung und den Empfang von Daten auf derselben Frequenz und stellt einen bedeutenden Fortschritt auf dem Weg der Türkei zur Digitalisierung dar. Prof. Dr. Vehbi Çağrı Güngör, Technologievorstand von Turkcell, erklärte:
„Die erreichte Geschwindigkeit ermöglicht es etwa 10.000 Nutzern, gleichzeitig über ein 5G-Netz auf Sprach- und Datendienste zuzugreifen. Dieser Test ist ein greifbarer Beweis für unser Ziel, die digitale Infrastruktur unseres Landes für die Zukunft vorzubereiten.“
Turkcell, das führende Technologieunternehmen und Mobilfunkbetreiber in der Türkei, hat in Zusammenarbeit mit Huawei den weltweit ersten Feldversuch mit der Vollduplex-Funkverbindungslösung erfolgreich abgeschlossen. In diesem bahnbrechenden Test erreichte eine einzelne Verbindung im E-Band-Spektrum (80 GHz) eine Geschwindigkeit von 50 Gbit/s. Diese Technologie der nächsten Generation stellt einen Durchbruch in der drahtlosen Übertragung dar und markiert einen entscheidenden Meilenstein in der Entwicklung der 5G-Infrastruktur.
Vorbereitung auf 5G mit Konnektivitätstechnologie der nächsten Generation
Die steigende Nachfrage nach Videostreaming, Augmented Reality (AR) und Anwendungen mit geringer Latenzzeit erhöht fortlaufend den Bedarf an einer Kommunikationsinfrastruktur mit höherer Kapazität und Geschwindigkeit. Die von Turkcell in Zusammenarbeit mit Huawei entwickelte Vollduplex-Funkverbindungslösung erfüllt genau diese Anforderungen. Diese innovative Technologie, die in 5G-Netzwerkinfrastrukturen zum Einsatz kommen wird, ermöglicht dank ihrer hochisolierten integrierten Antennenstruktur, ihrer fortschrittlichen Spektrumseffizienz und ihrer Algorithmen zur Interferenzvermeidung eine Datenübertragung von bis zu 50 Gbit/s pro Verbindung.
Güngör: „Wir bereiten die digitale Infrastruktur unseres Landes auf die Zukunft vor.“
Prof. Dr. Vehbi Çağrı Güngör, Technologievorstand von Turkcell, betonte, dass dies die weltweit erste Implementierung einer solchen Technologie sei, und erklärte: „Als Turkcell ist es unser Ziel, sowohl den Glasfaserausbau voranzutreiben als auch unser Netzwerk durch Funkverbindungstechnologien der nächsten Generation zu stärken. Mit dieser Vision wollen wir schnelle, nachhaltige und effiziente Konnektivität in weitreichenden Versorgungsgebieten bereitstellen, von ländlichen Gebieten bis hin zu geografisch anspruchsvollen Regionen. Dieser gemeinsam mit Huawei durchgeführte Test ist ein konkreter Ausdruck unserer Vision, die digitale Infrastruktur der Türkei für die Zukunft vorzubereiten. Dank der Vollduplex-Technologie können wir mit Geschwindigkeiten von bis zu 50 Gbit/s effektiver auf die steigenden Datenanforderungen unserer Nutzer reagieren. Dieser Test, bei dem etwa 10.000 Nutzer gleichzeitig über ein 5G-Netz auf Sprach- und Datendienste zugreifen können, ist sowohl für unsere laufenden 5G-Vorbereitungen als auch für die Erfüllung der digitalen Erwartungen unserer Kunden von entscheidender Bedeutung.“
Zeng: „Die Grundlagen für die 5G-Infrastruktur schaffen“
James Zeng, Präsident der Produktlinie Radio Link von Huawei, erklärte: „Beide Marken sind weiterhin fest entschlossen, die digitale Transformation der Türkei zu unterstützen und einen Beitrag zu den Bemühungen des Landes um eine globale Führungsrolle im digitalen Zeitalter zu leisten. Wir fühlen uns geehrt, gemeinsam mit Turkcell die weltweit erste Vollduplex-Funkverbindungslösung zu realisieren. Die Erreichung von 50 Gbit/s über das E-Band beschleunigt nicht nur die digitale Transformation der Türkei, sondern legt auch den Grundstein für die 5G-Infrastruktur. Gleichzeitig bildet dieser Fortschritt eine solide Grundlage für das Wirtschaftswachstum und die gesellschaftliche Entwicklung.“
Was ist der Vollduplex-Funkverbindungstest?
Diese Technologie ermöglicht es Mikrowellenverbindungen, die in der drahtlosen Kommunikation eingesetzt werden, Daten gleichzeitig auf derselben Frequenz zu senden und zu empfangen. Dadurch werden die Dateneffizienz und die Netzleistung erheblich gesteigert.

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– Rüstungsindustrie – Gökberg: Türkei entwickelt Laserwaffe gegen Drohnen

Mit dem erfolgreichen ersten Test des mobilen Laserwaffensystems Gökberk, einer hochmodernen Lösung zur Bekämpfung von Drohnenbedrohungen mit bemerkenswerter Präzision, hat die Türkei einen bedeutenden Schritt in ihrer Verteidigungstechnologie getan.

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Geschichte
Atatürk: Der Staatsgründer, der Religion und Wissenschaft vereinte

Ein Gastbeitrag von Çağıl Çayır Mustafa Kemal Atatürk gilt als Begründer der modernen Türkei, als herausragender Feldherr und politischer Reformer. In westlichen wie östlichen Narrativen wird er häufig entweder als rein säkularer Revolutionär oder gar als Gegner der Religion porträtiert. Doch diese Lesart greift zu kurz. Atatürk war nicht nur ein militärischer und politischer Visionär – er war zugleich ein Denker, der Wissenschaft und Religion als zwei Seiten derselben Medaille verstand. Sein Erbe zeigt: Es ging ihm nie darum, den Islam abzuschaffen – sondern ihn zu bewahren, zu reinigen und mit der Moderne zu versöhnen. Bereits früh erkannte Atatürk die zerstörerische Kraft, die entsteht, wenn Religion politisch instrumentalisiert wird oder von unwissenden Autoritäten geleitet wird. Er trat deshalb entschieden für eine Trennung von Religion und Staat ein – nicht gegen die Religion, sondern zu ihrem Schutz. In einer Zeit, in der viele religiöse Anführer das Bildungswesen vernachlässigten oder sogar sabotierten, stellte Atatürk klar: „Der wahrste Mürşid (geistige Führer) im Leben ist die Wissenschaft.“ Dass er dabei das Wort mürşid verwendete – traditionell reserviert für große islamische Gelehrte oder spirituelle Lehrer – war kein Zufall. Er erhob die Wissenschaft zur höchsten Instanz, nicht aus Verachtung der Religion, sondern aus tiefem Respekt für ihren wahren Geist. Ebenso sagte er: „Die wahre Tarîka (der Weg, die Methode), ist die Zivilisation selbst.“ Auch dieser Begriff stammt aus dem islamischen Kontext der Sufi-Orden, in denen der Weg der geistigen Läuterung als „Tarîka“ bezeichnet wird. Mit anderen Worten: Der wahre Weg, die wahre Schule des Islam, ist nicht blinder Gehorsam, sondern der unendliche Pfad des Lernens, der Bildung und der moralischen Vervollkommnung. Atatürks Verständnis berührte damit den innersten Kern des Islam: Schon der Prophet Mohammed begann seine Offenbarung mit dem Befehl „Lies!“ – ein Aufruf zur Erkenntnis. In einer weiteren Sure heißt es: „Sprich: Mein Herr, mehre mein Wissen!“ Und in den Hadithen findet sich die Mahnung: „Die Wissenschaft ist das verlorene Gut des Muslims – wo immer er sie findet, soll er sie nehmen.“ Atatürk sah den Weg der Erlösung im Weg der Wahrheit, der Wissenschaft und der Weisheit. Zudem verstand er die Menschheit als eine Einheit. Er war nicht nur Politiker, sondern auch Philosoph – vor allem aber ein Vorreiter für eine neue Generation von Muslimen: mit freiem Denken und freiem Gewissen. Und das bedeutet nichts Geringeres als die höchste Verantwortung – für Wahrheit und Frieden, für Wissenschaft und Zivilisation. Doch Atatürk beobachtete, dass viele religiöse Autoritäten diese Lehren verfälschten oder ins Gegenteil verkehrten. Es sei, so sagte er, „der größte Krieg, den man führen kann – der Krieg gegen die Unwissenheit.“
Mustafa Kemal, Scheich Seyyid Abdullah el-Haşimi el-Mekki er-Rifai (Qaddasallahu sirrahu’l-aziz – möge sein geheimes Wissen geheiligt sein), der „arabische Scheich“, und der islamische Richter von Sivas, Hasbi Efendi, zur Zeit des Sivas-Kongresses in Sivas – am 4. September 1919.
In diesem Geiste ließ Atatürk das Direktorat für religiöse Angelegenheiten (Diyanet) einrichten, um die Religion unabhängig vom politischen Missbrauch zu organisieren. Gleichzeitig gründete er neue wissenschaftliche Institutionen, um die besten islamischen Gelehrten auszubilden – mit einer modernen Ausbildung auf Grundlage von Vernunft, Ethik und historischer Kritik. Er ließ den Koran ins Türkische übersetzen, förderte die freie Meinungsäußerung und brachte Millionen Menschen – Männern wie Frauen – Lesen und Schreiben bei. Dabei begründete er die Gleichberechtigung von Männern und Frauen nicht nur laizistisch, sondern ausdrücklich auch islamisch: Der Islam selbst fordere Erkenntnis und Verantwortlichkeit für alle Gläubigen – unabhängig vom Geschlecht. Deshalb trat Atatürk auch für die höhere Bildung von Frauen ein, schuf Zugang zu Schulen und Universitäten, und förderte ihre Beteiligung am öffentlichen Leben. Für ihn waren Bildung, Gleichberechtigung und gesellschaftliche Teilhabe nicht nur Rechte, sondern religiöse Pflichten – und ein Gebot der Gerechtigkeit. Seine Reformen zielten nicht auf eine Abkehr vom Glauben, sondern auf eine Rückkehr zu seiner Quelle: der Vernunft, der Ethik und der Suche nach Wahrheit. Atatürks vielzitierter Grundsatz „Frieden in der Heimat – Frieden in der Welt“ ist keine bloße diplomatische Formel. Es ist Ausdruck eines tiefen, islamisch geprägten Weltverständnisses: Die Achtung des Mitmenschen, der Respekt gegenüber Andersdenkenden und der Einsatz für Gerechtigkeit sind nicht nur staatsbürgerliche, sondern auch religiöse Pflichten. In einer Epoche, in der sowohl islamische Fundamentalisten als auch westliche Orientalisten Religion und Wissenschaft als Gegensätze betrachten, bleibt Atatürks Weg aktueller denn je. Er zeigt: Es gibt einen dritten Weg – jenseits von Fanatismus und Nihilismus – einen Weg der Aufklärung, der tief in der islamischen Tradition wurzelt und zugleich offen für universelle Werte ist. Atatürk hat Religion und Wissenschaft nicht getrennt – er hat sie versöhnt. Und damit einen Beitrag geleistet, der über die Türkei hinaus von weltgeschichtlicher Bedeutung ist. 📘 Infobox: Atatürks religiöse Bildung & Rolle im Islam
  • Frühe Erziehung: Besuch einer traditionellen Sıbyan-Mektebi (Koranschule) in Saloniki.
  • Inhalte: Koranrezitation, arabisches Alphabet, Grundlagen islamischer Lehre.
  • Familiärer Einfluss: Seine Mutter Zübeyde Hanım war tief religiös und prägte seine spirituelle Entwicklung.
  • Weitere Bildung: Ausbildung an modernen zivilen und militärischen Schulen mit starkem Einfluss der Aufklärung.
  • Religiöse Haltung: Kannte den Koran, Hadithe und islamische Gelehrten. Kritisch gegenüber Dogmatismus und politischer Instrumentalisierung der Religion.
  • Islamische Titel: Zeitweise als „Schwert des Islams“ bezeichnet – wegen seines Kampfes zur Verteidigung muslimischen Territoriums.
  • Anerkennung: Manche sahen in ihm einen islamischen Meister der Moderne, der Glaube, Ethik und Wissenschaft versöhnte.
  • Laizismus & Kalifat: 1924 schaffte er das Kalifat ab, um Religion von der Politik zu trennen. Ziel war nicht die Abschaffung des Glaubens, sondern dessen Befreiung von politischem Missbrauch – im Sinne eines aufgeklärten, ethisch verstandenen Islams.
  • Ehrentitel: Am 24. November 1928 wurde ihm offiziell der Titel „Başöğretmen“ („Oberlehrer“) verliehen – als Symbol seines lebenslangen Engagements für Bildung, Aufklärung und Erneuerung.
  • Ziel: Verbindung von Glaube, Vernunft und Bildung – für eine gerechte, zivilisierte Gesellschaft.
 
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.
Çağıl Çayır studierte Geschichte und Philosophie an der Universität zu Köln und ist als freier Forscher tätig. Çayır ist Autor von „Runen in Eurasien. Über die apokalyptische Spirale zum Vergleich der alttürkischen und ‚germanischen‘ Schrift‘“ und ist Gründer der Kultur-Akademie Çayır auf YouTube. Seine Arbeiten wurden international in verschiedenen Fach- und Massenmedien veröffentlicht.

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– Kommentar – Atatürk und das angebliche Islam-Zitat

„Ein angebliches Zitat von Atatürk geistert seit Jahren im Internet unter Atatürk-Gegnern, Rechtsextremen wie auch Islamkritikern. Das Zitat, das auch in deutschen Medien immer wieder aufgegriffen und dabei verändert wurde, stammt jedoch vom französischen Journalisten, Historiker und Politiker Jacques Benoist-Méchin.“ Ein Kommentar.

Atatürk und das angebliche Islam-Zitat
 

Gaza-Konflikt
Hamas: „Israel weigert sich, Garantien zu geben“

Gaza – Die Hamas hat Behauptungen zurückgewiesen, sie habe einen Waffenstillstandsvorschlag des US-Sondergesandten Steve Witkoff abgelehnt, und Israel beschuldigt, die Verhandlungen zur Beendigung des anhaltenden Konflikts in Gaza zum Scheitern zu bringen. Die Erklärung der palästinensischen Widerstandsgruppe ist eine Reaktion auf frühere Berichte mehrerer Medien, darunter Reuters und die Washington Post, die behaupteten, die Hamas habe den von den USA unterstützten Plan abgelehnt.
„Positiv und verantwortungsbewusst“
In einer am Sonntag veröffentlichten Erklärung stellte der ranghohe Hamas-Beamte Basem Naim klar, dass die Gruppe „positiv und verantwortungsbewusst“ auf Witkoffs Vorschlag reagiert habe, der einen 60-tägigen Waffenstillstand im Austausch für die Freilassung von 10 lebenden israelischen Geiseln und den sterblichen Überresten von 18 weiteren sowie die Freilassung von über 1.200 palästinensischen Gefangenen vorsah.
„Vollständiger Rückzug der israelischen Streitkräfte“
Naim betonte, dass die Hamas den Vorschlag nicht abgelehnt habe, sondern stattdessen Änderungen anstrebe, um Israels Engagement für die Waffenruhe, einen vollständigen Rückzug der israelischen Streitkräfte aus dem Gazastreifen und Garantien für anhaltende humanitäre Hilfe sicherzustellen. „Wir haben uns letzte Woche mit Herrn Witkoff auf einen Vorschlag geeinigt, den er für verhandlungsfähig hielt. Israels Antwort entsprach jedoch nicht dem, was vereinbart worden war“, sagte Naim. Er sagte, die Hamas habe „positiv und verantwortungsbewusst“ auf Witkoffs Vorschlag reagiert, die Einhaltung eines 60-tägigen Waffenstillstands durch Israel und den Zugang zu humanitärer Hilfe sicherzustellen. „Wir wollten auch sicherstellen, dass die Verhandlungen zu einem Ende des Krieges und einem Rückzug der israelischen Streitkräfte führen“, fügte Naim hinzu. Der Hamas-Führer sagte, Israel habe sich geweigert, Garantien für die Einhaltung des 60-tägigen Waffenstillstands und den Zugang zu humanitärer Hilfe zu geben. Naim sagte, Israel wolle „über die am 19. Januar vereinbarten Abzugskarten verhandeln, die auf der neuen Militärpräsenz der Besatzung basieren“. „Israel weigert sich, Garantien zu geben“ „(Israel weigert sich), Garantien zu geben, dass der Krieg aufhört und die feindlichen Truppen am Ende der Verhandlungen abziehen werden“, fügte er hinzu. Israel lehnt internationale Forderungen nach einem Waffenstillstand ab und führt seit Oktober 2023 eine verheerende Offensive im Gazastreifen durch, bei der mehr als 54.400 Palästinenser getötet wurden, die meisten von ihnen Frauen und Kinder. Hilfsorganisationen haben vor der Gefahr einer Hungersnot unter den mehr als 2 Millionen Einwohnern der Enklave gewarnt. Im vergangenen November erließ der Internationale Strafgerichtshof Haftbefehle gegen den israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu und seinen ehemaligen Verteidigungsminister Yoav Gallant wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Witkoff kritisierte jedoch am Samstag die Reaktion der Hamas scharf, nannte sie „völlig inakzeptabel“ und forderte die Gruppe auf, den Rahmen als Grundlage für weitere Verhandlungen zu akzeptieren. Die jüngste Antwort der Hamas beinhaltet die Forderung nach einem dauerhaften Ende der Feindseligkeiten, eine Bedingung, die Israel wiederholt abgelehnt hat, um sich die Option der Wiederaufnahme der Kämpfe zu erhalten. Ein mit den Gesprächen vertrauter palästinensischer Beamter sagte der Nachrichtenagentur Reuters, die Hamas habe vorgeschlagen, die Geiseln in drei Phasen während der 60-tägigen Waffenruhe freizulassen, und habe stärkere Garantien für die Verteilung von Hilfsgütern und einen dauerhaften Waffenstillstand gefordert.

„Sufi Devran“
„Huu“ in Köln – Als die Sufis tanzten

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Von Çağıl Çayır Am 30. Mai 2025 wurde Köln zum Schauplatz einer besonderen kulturell-spirituellen Begegnung: Das Istanbul Sufi Ceremonies Ensemble begeisterte mit der Veranstaltung „Sufi Devran“, organisiert vom Verein Hûman – Sufi Culture & Arts e.V.. Was anmutete wie ein Konzert, war in Wirklichkeit ein zeremonielles Ereignis, ein öffentlicher Einblick in eine jahrhundertealte geistige Praxis: die rituellen Tänze und Gesänge der Mevlevi- und Halveti-Tradition. Ein Abend zwischen Mystik und Geschichte, zwischen Köln und Konya, zwischen Atem und Ewigkeit Über 2000 Menschen kamen – nicht nur aus Köln, sondern aus der ganzen Region. Familien mit Kindern, Großeltern mit Enkeln, Freundesgruppen, Paare jeden Alters und jeder Herkunft. Sie alle vereinte das Bedürfnis nach einem Erlebnis, das verbindet – über Generationen, Kulturen und Religionen hinweg. Dass diese Veranstaltung in Köln stattfand, ist dabei kein Zufall, sondern fast schon eine symbolische Notwendigkeit. Denn Köln ist nicht nur die Stadt der Kathedrale und des Karnevals. Es ist auch ein Ort tiefer spiritueller Schichten. Schon die Römer nannten sie Colonia Claudia Ara Agrippinensium: eine claudische Kolonie und zugleich eine Opferstätte der Agrippinenser, also der Ort eines römischen Altars – ein Gebetsort. Köln wurde als kultisches Zentrum gegründet – ein Ort, der Religion nicht nur lebte, sondern im Namen trug. Und der Rhein? Er war nie nur Grenze, sondern immer auch Brücke. Zur Römerzeit trennte er zwar das Imperium Romanum vom „barbarischen“ Osten – doch zugleich war er Schauplatz intensiver kultureller Übergänge. Die Römer übernahmen keltisch-germanische Götter, vermischten Mythen, nahmen germanische Stämme wie die Ubier in ihre Städte auf. Der Rhein war die Grenze des römischen Weltreichs, aber auch ein Ort, an dem Europa und Asien einander berührten. Denn jenseits des Flusses begann – aus römischer Sicht – der Osten. Der Rhein war der Saum der bekannten Welt. Über den Rhein soll selbst Attila der Hunnenkönig einst nach Köln gekommen sein. Und tatsächlich: Noch heute gibt es in Köln Hunnen- und Mongolenvereine, die in Brauchtum, Reiterspielen und Symbolik an jene Reiterkulturen erinnern. Was einst als Furchtgestalt kam, ist heute Teil der kölschen Vielfalt geworden – integriert in Karneval, Erinnerungskultur und gelebte Multikulturalität. Von Köln zogen im Hochmittelalter auch die ersten Kreuzritter gen Osten. Zur gleichen Zeit entwickelte sich in den islamischen Kulturräumen die Sufi-Tradition – in türkischer, persischer und arabischer Ausprägung. Gleichzeitig breitete sich das Mongolische Reich von Zentralasien bis nach Anatolien und Osteuropa aus und hinterließ auch dort kulturelle Spuren. Diese gleichzeitige Bewegung von Eroberung, Durchdringung und geistiger Suche prägte die Epoche tief – und hallt bis heute nach. Im Hochmittelalter wurde Köln zudem zur Heimstätte des Schreins der Heiligen Drei Könige – und heute beherbergt sie auch die größte Moschee Deutschlands. Daher ist Köln eine der wichtigsten Pilgerstätten für Christen weltweit und zugleich ein bedeutendes religiöses Zentrum für Muslime in Deutschland. Nirgendwo sonst wird die Gleichzeitigkeit der Religionen und Kulturen so greifbar wie hier – an einem Ort, an dem heute Menschen aus fast allen Nationen leben. Gerade deshalb ist es von besonderer Bedeutung, dass sich heute – am Ufer des Rheins, dem Fluss, der seit Jahrtausenden Kulturen verbindet, trennt und wieder zusammenführt, am Fuße des Kölner Doms, dessen Größe an die Größe und Macht des Glaubens erinnert, in der Kölner Philharmonie, einem der schönsten Konzertsäle der Stadt – ausgewählte Sufis aus Istanbul versammeln, um nicht nur ihre Musik und ihren Tanz, sondern auch ihre innere Haltung, ihre spirituelle Welt und ihre Botschaft des Friedens zu teilen. Und gerade für die türkische Community in Köln – viele von ihnen Nachfahren der sogenannten „Gastarbeiter“, die in den 1960er- und 70er-Jahren in die Fordwerke kamen – hatte der Abend eine tiefe, identitätsstiftende Bedeutung. Was einst im Schatten der Fabrikhallen blieb, wurde an diesem Abend auf die Bühne der Philharmonie getragen: die geistige Tiefe, die künstlerische Eleganz, die kulturelle Vielfalt einer Religion und Lebensweise, die allzu oft missverstanden wird. Dabei darf nicht vergessen werden: Die türkische Musik hat auch die europäische Musikgeschichte tief geprägt. Die Janitscharenmusik inspirierte Mozart zu seiner berühmten „Alla Turca“, die Marschtrommeln und Becken der osmanischen Militärkapellen fanden ihren Weg in europäische Orchester. Was an diesem Abend stattfand, war also auch ein Echo der Musikgeschichte Europas – nur diesmal rückte das Original ins Zentrum. Die Wirkung des Abends ging weit über kulturelle Repräsentation hinaus. Was hier geschah, war ein fließender, kreisender Dialog zwischen Körper, Klang und Kosmos. Die synchronen Bewegungen der Derwische, begleitet von Ney, Rahmentrommel und Gesang, spiegelten mehr als nur Ästhetik – sie waren Ausdruck eines Weltbildes, das den Menschen als atmenden Teil eines größeren Ganzen versteht. Atem, Blut, Herzschlag – alles kreist. Wie die Planeten. Wie Gedanken. Wie das Leben selbst. Wer genau hinschaut, erkennt: Solche spiralförmigen Tänze, ekstatischen Gesänge, rituellen Trommeln und kreisenden Gebete finden sich in verschiedenen Formen auch in Afrika, im Altai, in Indien, bei den Aborigines, ja bis in die Frühzeit menschlicher Kultur. Es war, als würde ein universelles Muster aufscheinen – ein uraltes Echo des Kreislaufs von Leben, Atem und Sternen, das uns alle verbindet. Und so wurde die Kölner Philharmonie an diesem Abend zu einem Ort der Rückverbindung. Zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Ost und West, Geist und Körper. Wer sich auf das Geschehen einließ, verließ den Raum nicht nur bewegt – sondern mit einer neuen Perspektive. Es war, als würde ein vergessenes Licht wieder entzündet. Ein inneres Wissen, das keinen Namen braucht – nur einen Laut: Huu.  

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NEX24-Interview mit der Kunstpädagogin Ayşe Kurt. Am 1. Juni findet im Türkischen Kulturzentrum in Frankfurt am Main eine Keramikmalerei-Ausstellung statt.

Interview: The Torah does not call for murder

Palestine
Interview: The Torah does not call for murder

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A young 35-year-old Palestinian from Jerusalem travels through Germany and discovers surprising parallels to Ramallah in Berlin. In an interview, he talks about art, identity, and his everyday life under occupation. Çayır: Hello, Would you like to introduce yourself first? Bilal Al-Qudsi (35): Yes, of course. My name is Bilal (the interviewee’s name and age have been changed for privacy reasons). I am a Palestinian, born and raised in Jerusalem. I lived most of my life – nearly 30 years – in Palestine. For the past five years, I’ve been living and working in Europe. Right now, I’m visiting Germany. Çayır: How do you like Germany? Al-Qudsi: I really love it. I’ve been spending most of my time in Berlin. Çayır: Do you notice any differences or similarities between your country and others? Al-Qudsi: Well, that’s a very broad question – comparing Palestine to other countries. It’s hard to make a direct comparison because Palestine is quite unique, especially given the political situation. I don’t think many countries experience what we do. That said, of course there are a lot of differences. But when I went to Berlin, I didn’t feel a huge difference, because Berlin is like a bubble. It’s diverse, with people from all over the world. That reminds me of some cities in Palestine, where you also find a lot of diversity – where foreigners come for internships, or to work with NGOs. So I’m familiar with that kind of ‘bubble.’ That’s why, when I go to Berlin, I don’t feel very far from Ramallah – which is also a city I lived in back in Palestine – in terms of diversity and the people around. Çayır: It’s surprising to compare Ramallah with Berlin. Al-Qudsi: Yeah, basically, the same people you see in Ramallah are the ones you’ll run into in Berlin.
  Çayır: Many artists and musicians come to Berlin. How does that compare to Ramallah? Al-Qudsi: Yes, and that’s actually one of the similarities I noticed. Ramallah is also known as a place where musicians gather and hang out. It’s a city that offers many opportunities to showcase your art because it’s very artistic. There’s a theater, and all the movie directors often hang out there. There are plenty of cultural centers where people come together, and a lot of musicians perform live music. One artist I’d like to mention is Shadi Zaqtan – he now lives in Berlin. He’s a Palestinian singer who composes blues and jazz, blending them with Palestinian folk music. It’s hard to explain with words alone; you really have to listen to his music to understand. So, for anyone reading this interview, I definitely recommend checking out his work. Çayır: You talked about music. What about poetry? And the freedom of speech? Al-Qudsi: Freedom of speech is part of our culture, especially through poetry and music. But in reality, it’s often limited. Criticism isn’t always tolerated, and occasionally people risk harassment or even arrest. Under occupation and political pressure, many still speak — but usually with caution. Çayır: Do you think that people in Germany are aware of what’s really happening in Palestine? Al-Qudsi: I meet a lot of people in Germany – they’re very nice people, very lovely people – but they really don’t know what’s happening. They have different views, and I believe that maybe certain news is being blocked from reaching them. Because whenever I sit with people here and just tell them what’s going on, they’re like, “What are you talking about? Is this really happening?” So yeah, I believe the media is playing a huge role in shaping how people understand – or don’t understand – what’s actually going on. Çayır: In the media it’s frequently portrayed as a religious conflict. But isn’t that a cliché? Al-Qudsi: Yes, it absolutely is a cliché, because the root of the issue has very little to do with religion. The state of Israel claims Palestine based on a promise supposedly made thousands of years ago. However, the founders of Israel were not motivated by religion – in fact, many of them were atheists. Isn’t this religious hypocrisy? Moreover, the media often misrepresents Palestine, portraying it as a religious Islamic state and even comparing it to groups like ISIS. But Palestine is not an Islamic state. It is actually the land where Jesus was born – a place with deep significance to multiple faiths. It has historically been a diverse society, where Jews, Muslims, and Christians have lived together in harmony. Calling this situation a „conflict“ actually diminishes its severity. A conflict implies a dispute with relatively balanced parties and losses, like neighbors arguing over a parking spot. What’s happening in Palestine is much worse – it is genocide, with a capital G. Çayır: Even the World Court ordered the prevention of genocide against the Palestinians in Gaza! But are there any areas in Palestine where life goes on normally? Al-Qudsi: I wouldn’t say life really goes on normally. On the surface, maybe it looks like it does, but deep down, it never truly does. Every single day is lived under occupation. That said, the nature of this occupation varies between different areas, which makes the situation in Palestine very complex and hard to understand unless you experience it firsthand. Words alone can never fully convey it. Çayır: Could you describe what life is like in the different parts of Palestine today? How do conditions vary between areas like Jerusalem, the West Bank, and Gaza? Al-Qudsi: Palestine is essentially divided into four major areas. Within the 1948 borders of Israel live Palestinians who remained after the Nakba and hold Israeli citizenship; they identify as Palestinians but are legally Israeli citizens. East and West Jerusalem, however, are different: people there live under Israeli occupation without Israeli citizenship. As an East Jerusalemite, I receive travel documents – not passports – including a temporary Jordanian travel document from when Jerusalem was governed by Jordan, which allows travel through Jordan but is not citizenship, and an Israeli laissez-passer. It’s a French word, which means “let him go”. This document permits residence in Jerusalem and use of Tel Aviv airports. Despite these, we are not citizens and require visas for other countries, granting limited rights without full citizenship. The West Bank is governed by the Palestinian Authority. The people who live there hold Palestinian passports, but they still live under occupation. They face constant harassment and attacks from Israeli settlers, who continue to expand beyond the 1967 borders. These settlers forcibly remove Palestinians from their homes and villages to build illegal settlements – with little to no accountability. Çayır: You mentioned that Palestinians have lived in harmony. Can I ask – do you have Israeli friends? Are they also open-minded? Are there movements for peace within Israeli society? Al-Qudsi: Basically, I don’t have any close Israeli friends, but I lived in Jerusalem most of my life, so I have a sense of how people there think. I believe there are many Israelis who are part of anti-Zionist movements. Personally, I think those people can actually make a difference, because they are part of Israeli society – they come from within. They can spread awareness in many ways – peaceful, politically and creative. So yes, I truly appreciate the anti-Zionist movement. Çayır: Do you think Israeli society itself is divided in how people think about the occupation and the treatment of Palestinians? Al-Qudsi: I do believe that, like in any society, Israelis are also divided. Some are very invested in what’s happening and even happy about it, while others just want their loved ones back. Then there are those who genuinely believe in the Palestinian right to exist. They admit that something was taken that wasn’t theirs to begin with. What I find especially worthy of respect are those Israelis who live outside of Palestine and still speak out about these issues. But – and this is just my humble opinion – if you acknowledge that the land was taken unjustly, and you still choose to live there, I have to ask: What are you doing in a stolen house? I mean, thank you for your support and solidarity – but if you truly believe that it’s not yours, why stay? Çayır: Hannah Arendt once warned that Zionism, if driven by nationalism rather than universal justice, could become a cover for exclusion and domination rather than true liberation. Do you think her warning has come true? Is Zionism today being used as a political cover, rather than a moral or humanitarian cause? Al-Qudsi: To me, it’s very obvious. And honestly, I’m often shocked that people are still buying into this narrative. It’s right in front of us – you don’t even need to do much research. If you’re a religious Jewish person, I’m quite certain your faith doesn’t tell you to kill. The Torah doesn’t instruct anyone to commit these kinds of acts. So, I don’t understand why we’re still debating this – it should be common sense. Çayır: After witnessing so much injustice, has your view of human nature or belief systems changed? How do you make sense of the way people justify violence – even when their own religions teach peace? Al-Qudsi: What really changed for me, especially after everything that has happened, is how I think about human thought itself. I started asking: How are people thinking? There are basic truths that seem so clear, and yet people continue to deny them. That shook my faith in human reasoning. I’ve developed real trust issues with how the human mind works. It’s unsettling. I find myself wondering: Why are we still even talking about this? It’s so painfully obvious. And really – what religion justifies violence? What genuine spiritual tradition tells you it’s okay to kill, even a fly? None. I’m sure of that. Whether it’s Buddhism, Hinduism, Islam, Christianity, or Judaism – they all teach peace at their core. If you truly read these texts, you’ll see they share the same fundamental principles. The details may differ, but the ethics are the same. There is no true religion that tells you it’s okay to kill another human being. Çayır: Yeah, absolutely. Al-Qudsi: Even if God promised you the land, there must be another way. Çayır: I once read a saying about Jesus – it said he didn’t conquer the land, he conquered the hearts. Al-Qudsi: The hearts? Çayır: Yes – the hearts. Al-Qudsi: There we go. By all means, conquer my heart — and take my land. Çayır: Maybe that’s the turning point—maybe it’s time we looked deeper into the hearts of people. Al-Qudsi: I don’t believe that Palestinians would have turned them away if Jewish people had come to Palestine simply seeking refuge In fact, that’s exactly what happened – many came looking for safety, and the people here welcomed them. They said, “Yes, of course. This land is for everyone.” But then came the betrayal. We were simple people – villagers, farmers – living modest lives. And suddenly, people arrived from Eastern Europe with very different ways, with very different intentions. It felt like we were two completely different worlds colliding. Çayır: Today, some draw comparisons with Nazi Germany – particularly in terms of an increasingly aggressive and militarized system. For many, it presents a tragic paradox: Israel, a state born out of Jewish suffering, is now seen as a source of suffering itself. Al-Qudsi: Yes, but it’s not just about the Nazis. What’s happening connects to so many stories throughout human history. If you go back to the very beginning – to the story of Adam and Eve’s sons – Cain and Abel – you see the same pattern: one brother killing another out of jealousy and fear. It’s the same core. Whether it’s the Nazis or Cain and Abel – it all comes from the same root: evil, hatred, selfishness. That’s how I see it. And I see it this way because I’ve lived it. Çayır: You mentioned that the occupation isn’t limited to Gaza. Al-Qudsi: I can tell you – it’s everywhere. It’s not only physical. For people like me, living in Jerusalem, it’s deeply psychological too. You feel it constantly. Every time I try to cross from one place to another, I’m treated with disrespect, suspicion, even humiliation. If you try to defend yourself or speak up, you could get shot. Çayır: That’s a devastating reality. Have you personally witnessed or experienced situations where someone was punished simply for speaking up or trying to assert their rights? Al-Qudsi: There was a young man in Jerusalem named Eyad al-Hallaq. He had special needs. If I recall correctly, he was autistic. Eyad and his teacher were on their way to the Elwyn El-Quds Center, which provides services for children and adults with disabilities. They were approaching a checkpoint — one that was part of Eyad’s daily route from his home in the East Jerusalem neighborhood of Wadi al-Joz to the special education center in the Old City, which he had been attending since 2014. As he walked through the archway, the officers on duty became suspicious when he reached into his pocket to look for his phone. He apparently didn’t understand the officers‘ shouted commands to stop, and instead ran away on foot, hiding in a garbage storage room. His teacher tried to explain to the police that Eyad was disabled and attempted to verify his identity, but the officers opened fire and killed him on the spot. His mother still cries to this day. I invite anyone to Google his name – just type „Eyad al-Hallaq.“ The soldier who shot him was briefly taken into custody, but was later declared innocent. They said he had a mental illness. And now he walks free. How can that be acceptable? I think about this boy often. My heart aches every time I remember him. He was just a child. And as far as I know, he was his mother’s only child. Imagine that: A mother raises a child with special needs, devotes herself with love – and one day, he’s gone. Just like that. For no reason. I truly believe that stories like this are enough to make any rational, compassionate human being understand what’s happening here. You don’t need politics. You just need a conscience. When we look at history, we see that the crimes of Nazism were only ended by a world war – not by words, but by military intervention. Germany is still grappling with the racist ideologies that made those horrors possible. Looking at Israel today, the question is: what does the future hold? Many hope to avoid another world war. But there are voices saying that some groups are benefiting from this ongoing conflict – and may even be willing to risk another war. Some people are making a lot of money from this war. There are even those who bet on it – on human suffering – as if it were a sport. They make millions while we sit here and talk. That’s the reality. And that’s what makes it so hard to fight against. You don’t even know where the roots of all this are. Something new happens every day. Personally, I don’t understand this game. I really don’t. That’s why I’ve never spoken about politics before – maybe this is the first time in my life that I’m truly speaking out. But I’m confused. I’m afraid. I’m tense. And even though I’m no longer physically in my homeland, I don’t feel safe or stable – because my heart is still there, with my people. Çayır: Do you still believe there’s hope for the future? That one day Palestine could be free from these attacks and this ongoing violence? Where do you think the politics are heading? Al-Qudsi: You never really know where politics are going. Some people might be pleased with what’s happening – and there could be others, people we don’t even know, in places we’d never expect – maybe even in Cameroon – who, for some reason, are involved in this. So, I honestly don’t know. For me, personally, I’ve never been involved in politics. I’ve never really spoken about politics. So, I feel like a child sometimes – like I’m watching something I don’t fully understand. One day I feel hope, and the next day it’s gone. It’s like a big game, and I don’t know the rules. I used to believe that there could be hope in anything. But after what’s happening now, I’m really confused. Still, I hold on to the dream – that I will one day witness a free Palestine, from the river to the sea. That’s my hope. That’s my dream.

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Yair Golan, Vorsitzender der israelischen Mitte-Links-Partei der Demokraten und ehemaliger stellvertretender Generalstabschef der israelischen Armee, wurde am 7. Oktober zum Helden, als er auf eigene Faust Menschen vor der Hamas rettete

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Regenerative Science
Vilon Peptide: Potential in Cellular and More Research Implications

Vilon, a synthetic dipeptide composed of lysine and glutamic acid, has garnered attention in scientific research due to its potential bioregulatory properties. This article delves into the structural characteristics of Vilon, its hypothesized mechanisms of action, and its prospective implications across various research domains, including immunology, cellular aging oncology, and regenerative science. While the exact pathways through which Vilon exerts its impact remain under investigation, emerging studies suggest that it may play a role in modulating gene expression, supporting immune function, and promoting tissue regeneration. Understanding these interactions may provide valuable insights into how short peptides impact complex biological systems.
Introduction
Peptides, short chains of amino acids, serve as fundamental components in numerous biological processes. Vilon (Lys-Glu) has emerged as a molecule of interest due to its simplicity and potential wide-ranging impacts on cellular functions. Initially synthesized based on the analysis of thymus-derived preparations, Vilon is posited to act as a bioregulator, impacting various physiological processes. This article aims to explore the potential implications of Vilon in scientific research, focusing on its structural properties, proposed mechanisms of action, and possible roles in different biological contexts.
Structural Properties of Vilon
Vilon is a dipeptide consisting of lysine and glutamic acid, two amino acids integral to protein structure and function. Lysine, a positively charged amino acid, may facilitate interactions with negatively charged cellular components, such as nucleic acids and certain proteins. Glutamic acid, bearing a negative charge, may contribute to the peptide’s solubility and interaction dynamics. This simple yet specific composition suggests that Vilon might engage in selective interactions within the cellular environment, potentially impacting various biochemical pathways. Studies suggest its small molecular size may allow it to traverse biological membranes relatively easily, further supporting its potential biological impact.
Hypothesized Mechanisms of Action
  • Gene Expression Research
It has been hypothesized that Vilon may impact gene expression by interacting with chromatin structures, thereby affecting the transcriptional activity of specific genes. Research indicates that short peptides like Vilon may regulate gene expression and stimulate thymocyte activation, suggesting a role in modulating immune responses. These interactions occur through epigenetic modifications or direct binding to nuclear receptors, altering transcriptional dynamics in ways that remain fully understood.
  • Immune System Research
Vilon’s potential impact on the immune system has been a subject of interest. Investigations purport that Vilon might stimulate the proliferative activity of thymocytes, essential cells within the thymus involved in immune responses. This stimulation may lead to better-supported immune surveillance and resilience against external threats. The mechanism through which Vilon is believed to interact with immune cells remains speculative, but it may impact cytokine production, antigen presentation, or T-cell differentiation pathways.
  • Tissue and Cellular Research
Studies suggest that Vilon may promote tissue regeneration by impacting cellular proliferation. For instance, research indicates that Vilon might support the multiplication potential of stem cells in the intestinal epithelium, particularly within the duodenal mucosa, indicating a role in supporting the regenerative processes of the gastrointestinal tract. This property has implications for wound healing, tissue engineering, and other regenerative science implications.
Potential Research Implications
  • Cellular Aging and Longevity Research
The cellular aging process is associated with declining cellular function and regenerative potential. Vilon has been explored for its potential to mitigate some of these changes. Research indicates that Vilon might support enzyme activity in the gastrointestinal tract of older research models, leading to increased glucose accumulation and allowing the subjects to maintain nutrient extraction over time, with a presumed positive impact on longevity. Researchers examining its implications in cellular aging-related studies are also interested in its potential role in telomere stabilization and mitochondrial function.
  • Oncology Research
The potential role of Vilon in oncology research has been explored, particularly concerning tumor development. Studies have suggested that Vilon might reduce the incidence of tumor cells in research models, suggesting a possible role in cancer mitigation strategies. The mechanisms behind this phenomenon remain speculative but may involve apoptosis regulation, inhibition of angiogenesis, or interactions with oncogenic signaling pathways.
  • Neuroprotection and Neural Regeneration Research
Vilon’s possible impact on the nervous system has been investigated. Research suggests that Vilon may play a role in neuroprotection, promoting the regeneration of retinal cells and brain neurons. This potential indicates that Vilon may be considered in studies focusing on neural repair and neurodegenerative conditions. Some researchers have theorized that its interaction with neurotrophic factors or synaptic plasticity pathways might underlie these speculated properties, though further studies are required to confirm such hypotheses.
  • Cardiovascular and Renal Research
Vilon’s potential impact on cardiovascular and renal systems has been explored. Research indicates that Vilon might support vascular integrity by modulating microvascular permeability and transforming growth factor-β1 levels. These findings suggest that Vilon may be a candidate for cardiovascular and renal integrity studies. Its hypothesized role in endothelial function and vascular remodeling presents an intriguing avenue for cardiovascular research.
  • Potential Role in Stress Adaptation Research
Some research indicates that Vilon may assist in stress adaptation by influencing the HPA axis. The peptide might modulate glucocorticoid receptor sensitivity, thus impacting the research model’s ability to manage environmental stressors. This area of research may open new possibilities in understanding stress resilience at the molecular level.
  • Impact on Metabolic Research
There is growing interest in how short peptides such as Vilon may impact metabolic homeostasis. Vilon might play a role in glucose metabolism, lipid regulation, and mitochondrial efficiency. This may impact research into metabolic disorders, including insulin resistance and obesity. The exact biochemical interactions remain speculative, yet the possibility of peptide-based metabolic regulation warrants further exploration.
Conclusion
Vilon is a promising molecule with potential implications across various research domains. Its simple structure and hypothesized bioregulatory properties make it intriguing for further investigation. While current studies provide a foundation for understanding Vilon’s potential, comprehensive research is necessary to elucidate its mechanism and harness its implications in scientific research. As peptide-based research continues to evolve, Vilon remains an important candidate for deeper investigation into its biological impact and functional relevance in various physiological processes. Researchers interested in Vilon may go here to find the highest-quality research compounds.  
References [i] Goldstein, A. L., & Hannappel, E. (2008). Thymosin beta 4: A multi-functional regenerative peptide. Basic Science and Clinical Applications, 1112(1), 58-68. https://doi.org/10.1196/annals.1415.012 [ii] Wolf, R., & Borovansky, J. (2012). The role of S100A7A (koebnerisin) in epithelial homeostasis and cutaneous inflammation. International Journal of Molecular Sciences, 13(2), 2893-2907. https://doi.org/10.3390/ijms13022893 [iii] Allure. (2024, December 19). 11 best growth-factor serums to firm skin from within. Allure. https://www.allure.com/story/growth-factor-serums [iv] The Australian. (2024, October 13). Immune study brings safe, accessible wound treatment in reach. The Australian. https://www.theaustralian.com.au/health/immune-study-brings-safe-accessible-wound-treatment-in-reach/news-story/50b6a0fd108a2a565a553ecf5476367a [v] Huff, T., Müller, C. S., Otto, A. M., Netzker, R., & Hannappel, E. (2001). Thymosin beta-4 is released from human blood platelets and attached to fibrinogen and fibrin. Thrombosis and Haemostasis, 85(4), 668-674. https://doi.org/10.1055/s-0037-1615659

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– Impfstoffforschung – Türkei: Mega-Zentrum für Impfstoffforschung geplant

Die Türkei hat sich vor kurzem mit Turkovac in die Liste der wenigen Länder eingereiht, die einen eigenen Impfstoff gegen das Coronavirus entwickeln und produzieren. In der Hauptstadt Ankara soll nun ein Biotechnologie- und Impfstoffzentrum errichtet werden.

Türkei: Mega-Zentrum für Impfstoffforschung geplant
 

Gastbeitrag
Çelik: „Für die Türkei ist eine vollständige Abkehr von der NATO unrealistisch“

Ein Gastbeitrag von Özgür Çelik

Die Türkei steht seit ihrer NATO-Mitgliedschaft im Jahr 1952 im Spannungsfeld zwischen westlicher Integration und dem Wunsch nach geopolitischer Eigenständigkeit.

Während das atlantische Bündnis sicherheitspolitischen Schutz vor der sowjetischen Bedrohung bot, stellte es zugleich auch eine Herausforderung für die kulturelle und politische Souveränität der Türkei dar.

Diese Ambivalenz spiegelt sich insbesondere in den Positionen islamisch-konservativer und nationalistischer Kräfte wider, die das westliche Bündnis nicht nur als Schutzschirm, sondern auch als potenzielle Einschränkung nationaler Interessen wahrnehmen.

Diese Analyse beleuchtet die historischen Brüche, aktuellen Konfliktlinien und strategischen Optionen der Türkei im Kontext ihrer NATO-Mitgliedschaft – aus der Perspektive nationaler Interessen und unter besonderer Berücksichtigung islamisch-konservativer und nationalistischer Deutungsmuster.

NATO-Beitritt und ideologische Frühreaktionen (1952–1980)

Die Entscheidung Ankaras, der NATO beizutreten, war sicherheitspolitisch motiviert: Die Türkei sah sich an der Südostflanke des Kalten Kriegs einem unmittelbaren sowjetischen Expansionsdruck ausgesetzt. Der Beitritt zur NATO brachte militärische Aufrüstung, wirtschaftliche Unterstützung und politische Anerkennung mit sich.

Gleichzeitig jedoch artikulierten islamisch-konservative Stimmen – etwa aus dem späteren Milli-Görüş-Lager um Necmettin Erbakan – früh Kritik: Der NATO-Beitritt bedeute eine kulturelle Entfremdung vom islamischen Osten und eine faktische außenpolitische Abhängigkeit von Washington.

Spätestens mit dem Johnson-Brief 1964 – in dem die USA Ankara offen von einer Intervention in Zypern abhielten – manifestierte sich ein tiefes Misstrauen gegenüber dem Bündnis und seiner Verlässlichkeit im Krisenfall.

Erbakan entwickelte daraufhin das Konzept einer „islamischen Alternative“, das in den 1970er Jahren in der Idee eines „Islam-NATO“-ähnlichen Bündnisses kulminierte. Dieses Konzept unterstreicht die Ambivalenz vieler islamisch-konservativer Akteure: Sie lehnen westliche Dominanz ab, übernehmen jedoch gleichzeitig deren strategische Denkmodelle.

Wandel nach dem Kalten Krieg: Regionale Ambitionen, globale Spannungen

Mit dem Zerfall der Sowjetunion veränderte sich das sicherheitspolitische Umfeld der Türkei grundlegend. Ankara strebte zunehmend eine aktive regionale Rolle an, insbesondere im Nahen Osten, Zentralasien und im östlichen Mittelmeer. Gleichzeitig blieben die sicherheitspolitischen Abhängigkeiten vom Westen bestehen – was die Widersprüche der türkischen Außenpolitik weiter zuspitzte.

Spätestens ab 2003, mit der US-Invasion im Irak, gewann die strategische Eigenständigkeit neue Bedeutung. Die Ablehnung der US-Truppenstationierung durch das türkische Parlament markierte einen symbolischen Bruch mit der uneingeschränkten Bündnistreue.

Seither wurde der Diskurs über „nationale Interessen“ zunehmend von islamisch-konservativen und nationalistischen Narrativen geprägt, die sich gegenseitig verstärkten.

Aktuelle Konfliktlinien: Syrien, östliches Mittelmeer und innenpolitische Mobilisierung
1. Syrien-Politik und die YPG/PYD-Frage

Die wohl deutlichste Belastungsprobe für das türkisch-amerikanische Verhältnis in jüngster Zeit stellt die US-Unterstützung der YPG/PYD in Nordsyrien dar.

Ankara betrachtet diese Gruppen als Ableger der PKK, die in der Türkei, der EU und den USA als Terrororganisation gelistet ist. Die militärische Kooperation Washingtons mit der YPG in der Anti-IS-Koalition wurde in der Türkei als fundamentaler Bündnisbruch gewertet.

2. „Mavi Vatan“ und die Konflikte im östlichen Mittelmeer

Die türkische „Blaues Vaterland“-Doktrin beschreibt das Streben nach maritimer Souveränität in der Ägäis und im östlichen Mittelmeer.

In diesem Kontext sieht sich Ankara mit griechisch-zypriotischen Allianzen konfrontiert, die durch US-amerikanische und französische Unterstützung gestärkt werden. Die türkische Regierung betrachtet dies als Teil einer regionalen Einkreisungspolitik, der man mit aktiver Seemachtpolitik und bilateralen Allianzen – etwa mit Libyen – begegnet.

3. Bündnispolitik als innenpolitisches Mobilisierungsthem

Islamisch-konservative und nationalistische Kreise in der Türkei nutzen die NATO-Kritik zunehmend auch zur innenpolitischen Legitimierung einer selbstbewussteren, teils konfrontativen Außenpolitik.

Die Betonung nationaler Souveränität und der „eigenen Wege“ entspricht dabei nicht nur einem geopolitischen Kalkül, sondern auch einem ideologischen Selbstverständnis, das sich gegen westliche Normsetzung richtet.

Strategische Optionen: Zwischen Blockbindung und multipolarer Autonomi

Die Türkei verfolgt derzeit eine balancierende Außenpolitik zwischen NATO-Verpflichtungen, regionaler Führungsambition und punktuellen Kooperationen mit Nicht-NATO-Mächten wie Russland oder China. Diese Politik ist riskant, aber auch Ausdruck eines strategischen Realismus, der angesichts multipolarer Weltordnungen an Bedeutung gewinnt.

Für die Türkei ist eine vollständige Abkehr von der NATO weder realistisch noch wünschenswert – zu groß sind die sicherheitspolitischen und technologischen Abhängigkeiten. Gleichzeitig bedeutet Bündnistreue für Ankara nicht bedingungslose Gefolgschaft. Vielmehr strebt man nach einer funktionalen Allianz, die Raum für strategische Autonomie lässt.

Eine neue außenpolitische Doktrin auf der Grundlage nationaler Interessen?

Die türkische Außenpolitik der letzten zwei Jahrzehnte zeigt eine klare Tendenz: weg von traditioneller Bündnistreue, hin zu einer interessenbasierten, souveränitätszentrierten Außenpolitik. Islamisch-konservative und nationalistische Diskurse haben dieses Umdenken ideologisch flankiert und in der politischen Mitte salonfähig gemacht.

Für außenpolitische Think Tanks und Entscheidungsträger in Europa und Nordamerika bedeutet das: Der Dialog mit der Türkei muss sich an geopolitischen Realitäten orientieren – nicht an normativen Erwartungen. Ein belastbares Verhältnis zu Ankara erfordert eine klare Analyse türkischer Interessen und deren ideologischer Rahmung.

Die Türkei wird in den kommenden Jahren versuchen, ihr internationales Gewicht durch eigenständige Initiativen zu erhöhen. Dabei bleibt die NATO-Mitgliedschaft ein strategisches Instrument – aber nicht mehr der alleinige Rahmen außenpolitischen Handelns.


Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.

Zum Autor

Özgür Çelik studierte Politikwissenschaft, Soziologie und Philosophie an der Universität Duisburg-Essen. Seine Fachgebiete sind die deutsche Sicherheits- und Verteidigungspolitik, die Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei sowie zwischen der EU und der Türkei, türkische Politik, die türkische Migration und Diaspora in Deutschland