Türkisch-Chinesische Beziehungen
Justizministerien: China und Türkei beschließen Stärkung der Zusammenarbeit

Peking (nex) – Die türkischen und chinesischen Justizminister unterzeichneten am heutigen Mittwoch eine Vereinbarung zur Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen den beiden Ministerien. Der türkische Justizminister Abdulhamit Gül befindet sich zur Zeit in Peking und unterzeichnete die Absichtserklärung mit seinem chinesischen Amtskollegen Fu Zhengua. Das Treffen sei erfolgreich gewesen, sagte Gül den Reportern. Man habe sich über gegenwärtige Probleme von beiden Ländern ausgetauscht. „Wir sprachen sehr offen über die Zusammenarbeit in den Rechtsfragen beider Länder. Es ist uns ein Anliegen, unsere Probleme in diesen Fragen zu lösen und die Zusammenarbeit weiter zu stärken“, fügte Gül hinzu. Der Dialog zwischen der Türkei und China habe sich durch die Treffen und einen regelmäßigen Austausch zwischen den Staats- und Regierungschefs beider Länder verstärkt, was zu einer Zusammenarbeit in Wirtschaft, Handel und Politik sowie in der Justiz geführt habe. In diesem jährlich stattfindenden Kongress werden sich, wie jedes Jahr, Beamte aus beiden Ländern treffen, um rechtliche Probleme und die weitere Zusammenarbeit zu diskutieren, Er fügte hinzu, dass acht türkische Staatsanwälte und Richter an der Pekinger Universität für öffentliche Sicherheit eine chinesische Sprachausbildung erhielten. Es sei sehr wichtig, sowohl das türkische als auch das chinesische Rechtssystem zu kennen, so Gül. (aa)

Zum Thema

– Währungspolitik – Kampf gegen den Dollar: China und Türkei vereinbaren Währungsabkommen

Eine Währungsaustauschvereinbarung zwischen den Zentralbanken der Türkei und Chinas soll die Bedeutung der lokalen Währungen gegenüber dem Dollar stärken. Die Notenbanken der beiden Länder haben Ende November ein Swap-Geschäft im Umfang von 450 Mio. TL abgeschlossen.

Kampf gegen den Dollar: China und Türkei vereinbaren Währungsabkommen
 

Türkei
Saudischer Offizieller zum Khashoggi-Mord: Nur jemand unter Heroin würde so etwas tun

Ankara (nex) – Ein Vertreter des saudischen Geheimdienstes habe geschockt reagiert, als er die Audioaufzeichnungen des Mordes an dem Journalisten Jamal Khashoggi gehört habe, sagte der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan am Dienstag gegenüber Reportern. Erdogan bezeichnete den Inhalt als „Katastrophe“ und forderte die saudischen Behörden auf, konkrete Maßnahmen gegen die Mörder zu ergreifen. „Alle, die gefragt haben, konnten sich die Aufzeichnungen dieses Mordes anhören. Unsere Geheimdienstorganisation hat nichts verschwiegen. Neben Saudi-Arabien hörten sich die Vereinigten Staaten, Frankreich, Kanada, Deutschland und Großbritannien diese Aufnahme an. Der Inhalt ist eine echte Katastrophe, sogar der Geheimdienst-Offizier der Saudis war schockiert, als er die Aufnahme hörte“, so Erdogan weiter. „Dieser Mann benutzt vielleicht Heroin, nur jemand unter  dem Einfluss von Heroin würde so etwas tun“, zitierte Erdogan den saudischen Offiziellen.
Auf eine Anschlussfrage über die Reaktion des saudischen Geheimdienst-Offiziers wiederholte Erdogan, dass dieser schockiert war, als er die Aufnahme hörte. „Ja, der Mann war schockiert, als er es hörte. Es gibt eine solche Realität in dieser Hinsicht. Trotz dieser Tatsachen gibt es immer noch Leute, die sich bemühen, die Fakten zu verzerren“, so Erdogan.
Erdogans Äußerungen zu den Aufnahmen weichen stark von der Stellungnahme Riads zu den Geschehnissen, die zum Tod Khashoggis führten, ab. Der Kolumnist der Washington Post wurde demnach kurz nach seinem Betreten des saudischen Konsulats in Istanbul erdrosselt. Der „New York Times“ zufolge ist auf der Aufnahme ein Mann zu hören, der einem Gesprächspartner am Telefon sagt, er solle seinem „Chef sagen“, dass der Auftrag ausgeführt wurde. Der Name des Chefs wird zwar nicht erwähnt, doch gehen laut der Zeitung US-Geheimdienstvertreter davon aus, dass es sich dabei um den saudischen Thronfolger Kronprinz Mohammed bin Salman handelt.

Zum Thema

– Fall Khashoggi – Interview: Khashoggi sah in der Türkei ein neues Osmanisches Reich

Jamal Khashoggi, der Berichten zufolge im saudischen Konsulat in Istanbul getötet wurde, betrachtete die Türkei als ein Schlüsselland für einen neuen Nahen Osten.

Interview: Khashoggi sah in der Türkei ein neues Osmanisches Reich
   

Gesundheitspolitik
Lauterbach: Digitales Rezept muss so schnell wie möglich kommen

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Osnabrück – SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat sich hinter den Vorstoß von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zur Einführung „digitaler Rezepte“ gestellt und fordert eine rasche Umsetzung. „Wir sollten den Gesetzentwurf beschleunigen. Das ,digitale Rezept‘ muss so schnell wie möglich kommen“, sagte Lauterbach der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Die Hürden für die Verschreibung von Rezepten nach telemedizinischer Beratung müssen fallen.“ Eine entsprechende Reform „wird die Versorgung von Patienten gerade im ländlichen Raum enorm verbessern“, ergänzte der Arzt und SPD-Vizefraktionschef. Er hoffe, dass der Gesetzentwurf schon in den nächsten Wochen in den Bundestag eingebracht werden könne, sagte Lauterbach. Eine Einführung des „digitalen Rezeptes“ bis 2020 sei „realistisch“ und müsse gelingen. Die SPD werde „keine Verzögerungen in Kauf nehmen“, so Lauterbach. „Digitale Rezepte werden die medizinische Versorgung verbessern und können die Kosten senken.“ Die Befürchtung, durch eine Ausweitung ärztlicher Beratungen per Video-Telefonie würden direkte Kontakte zwischen Ärzten und Patienten ersetzt, wies Lauterbach zurück. „Dort, wo Telemedizin bereits angewandt wird, ist das nicht der Fall. Im Gegenteil: Telemedizin verhindert, dass gar kein Kontakt mehr stattfindet“, sagte Lauterbach. Deutschland sei weltweit das Land mit den häufigsten Arztkontakten. Auch der Sorge, dass durch „digitale Rezepte“ Patientendaten in die falschen Hände geraten können, trat Lauterbach entgegen. „Es hat lange gedauert, bis in der Telemedizin für ausreichenden Datenschutz gesorgt wurde. Das nun gefundene Konzept ist dafür aber auch besonders sicher.“

"Paten in Deutschland"
Nach politischem Druck: TV-Sender stoppt Doku über Armenier-Mafia in Deutschland

Halle (tp) – Mittwochabend wollte der Mitteldeutsche Rundfunk MDR eine TV-Dokumentation über das Netzwerk der armenische Mafia in Deutschland senden. Dazu kam es kurz vor Ausstrahlungstermin nicht. Der armenische Botschafter lies über den Berliner Landgericht eine einstweilige Verfügung erwirken, stoppte die Ausstrahlung der Dokumentation  „Paten in Deutschland“, die in Zusammenarbeit mit dem Spiegel entstanden war und über dessen Thema Anfang November erstmals berichtet wurde. Laut MDR habe der armenische Botschafter zuvor mit einer Unterlassungserklärung versucht, die Ausstrahlung der Dokumentation zu verhindern. Als das jedoch nicht gefruchtet habe, soll man die einstweilige Verfügung erwirkt haben. Der MDR und der Spiegel müssen jetzt die gerichtliche Verfügung beachten, sind gezwungen, die Ausstrahlung vorerst zu unterlassen. Anfang November hatten der MDR und der Spiegel in einer Zusammenarbeit erstmals über armenische Mafiastrukturen in Deutschland berichtet, deren mutmaßliche Kontakte bis in höchste diplomatische Kreise Armeniens reichen sollen. Der derzeitige armenische Botschafter soll offenbar auch verwickelt sein, stand den Recherchen des MDR und Spiegel zufolge bereits vor zehn Jahren unter Verdacht, in internationale Schleuseraktivitäten verwickelt gewesen zu sein. Gegen ihn wurde jedoch ergebnislos wegen des Vorwurfs der Geldwäsche ermittelt. Dem Bericht zufolge gelten die armenischen Mafiastrukturen als besonders brutal und sollen landesweit wirken. Ausserdem soll die armenische Mafia auch mit der mächtigsten Verbrecherorganisationen der Welt, der Vereinigung der kalabrischen Mafia `Ndrangheta zusammenarbeiten.

Auch interessant

– Geschichte – Erdogan: Türkei hat die Verantwortung, „Schmerz der armenischen Mitbürger zu teilen“

Die Türkei hat die Verantwortung, den Schmerz der armenischen Mitbürger wegen der „Ereignisse von 1915“ zu teilen, heißt es in einer vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan unterschriebenen Erklärung.

Erdogan: Türkei hat die Verantwortung, „Schmerz der armenischen Mitbürger zu teilen“

Fremdenfeindlichkeit
Niedersachsen: Muslimischer Friedhof geschändet

Northeim (tp) – In der Nacht zu Sonntag haben Unbekannte ein muslimisches Gräberfeld auf dem Northeimer Stadtfriedhof geschändet. Grabsteine wurden u.a. mit roter Sprühfarbe beschmiert. Im niedersächsischen Northeim haben Unbekannte in der Nacht zu Sonntag ein muslimisches Gräberfeld auf dem Stadtfriedhof geschändet. Grabsteine wurden u.a. mit Symbolen des Nazionalsozialismus verunstaltet. Insgesamt zwölf Grabsteine muslimischer Grabstätten auf dem Northeimer Stadtfriedhof wurden dabei u.a. mit drei Hakenkreuzen verunstaltet. Gemeldet wurde der Vorfall am Sonntagvormittag gegen 09.00 Uhr von zwei Friedhofsbesuchern. Die Polizei vermutet einen Zusammenhang mit der Reichskristallnacht, die sich am 9. November jährte. Laut der Polizei war es in den letzten vier Jahren ruhig. Eine ähnliche Tat sei davor erneut geschehen, aber diesmal sei das Ausmaß der Gräberschändung größer, so ein Polizeisprecher. Die Polizei hat eine intensive Spurensicherung am Tatort durchgeführt. Die weiteren Ermittlungen wegen gemeinschädlicher Sachbeschädigung, Störung der Totenruhe und dem Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen werden vom Staatsschutz verfolgt.

Menschenrechtsverletzungen in China
Kommentar: Inzwischen so gut wie kein Uigure von Erziehungsmaßnahmen verschont

Von Prof. Dr. Hans-Christian Günther  Angesichts der Passivität der internationalen Gemeinschaft und der offiziellen Legalisierung des Lagersystems baut China seine Lager im Eiltempo aus; Satellitenbilder und Ausschreibungen für Bauanträge zeigen dies. Zudem werden uigurische Häftlinge systematisch in andere Provinzen Chinas verlegt; Häftlinge aus China dagegen nach Xinjiang gebracht. Von Umerziehungsmaßnahmen ist inzwischen so gut wie kein Uigure oder anderer Angehöriger einer muslimischen Minderheit in Xinjiang verschont. Wer nicht ständig interniert ist, ist von Maßnahmen betroffen, bei denen die Lagerinsassen nachts zu Hause schlafen dürfen, oder Han-Funktionäre sind im Hause untergebracht, die systematisch die Familie bespitzeln, insbesondere indem die Kinder ausgehorcht werden. Frauen werden zwangsverheiratet. Immer mehr Familien werden zerrissen. Kinder werden in KZ-gleiche Waisenhäuser gebracht. Uiguren im Ausland werden bedroht und eingeschüchtert. Ihre Familien müssen den Kontakt zum Ausland abbrechen. Auslandsuiguren oder -kasachen sind in völliger Ungewissheit über das Schicksal ihrer Angehörigen. Auch ausländische Ehemänner haben den Kontakt zu ihren uigurischen Frauen verloren. Angeblich gibt es eine Anfrage der pakistanischen Regierung über den Verbleib der Ehefrauen von 50 pakistanischen Staatsbürgern. Ähnliche Anfragen aus Kasachstan wurden negativ beschieden. Eine wirksame Hilfe von Staaten, deren Bewohner betroffen sind, gibt es nicht. Es ist schon erfreulich, dass Kasachstan inzwischen Kasachen mit chinesischem Pass schützt, die Türkei ein sicheres Asylland für Uiguren ist und Malaysia der unverschämten chinesischen Forderung nach Auslieferung geflüchteter Uiguren die Tür ins Gesicht geschlagen hat. China hält es jedenfalls nicht für nötig, die elementarsten Regeln internationalen Rechts einzuhalten. Es bedroht rücksichtslos Einwohner anderer Staaten. Uiguren im Ausland werden von chinesischen Behörden bedroht und man versucht sie so zu erpressen, ihre Landsleute im Ausland auszuspionieren. Auch Hui-Muslime werden zunehmend verfolgt. Inzwischen wurden selbst Hui-Muslime wegen des Besitzes terroristischen Materials verurteilt; worum es sich bei diesem Material handelte, wurde in der im chinesischen Fernsehen ausgestrahlten Urteilsverkündung nicht gesagt – bezeichnenderweise: Die Gefahr von Terrorismus durch Hui-Muslime ist prima facie eine Absurdität. Die Verfolgung von Christen nimmt rapide zu. Der katholische Bischof von Wenzhou wurde neulich zu Umerziehungsmaßnahmen entführt und verurteilt. Koreanische Staatsbürger werden festgenommen etc. etc. Personen im Ausland, die Beziehungen zu christlichen Kirchen haben, werden als Spitzel angeworben: Ein junger indischer Wissenschaftler, der dies ablehnte, hat die Nachrichten, die er auf dem chinesischen Chatdienst WeChat erhielt, veröffentlicht. China schickt systematisch Spitzel ins Ausland, um dort studierende Chinesen zu denunzieren. Ich weiß aus persönlicher Erfahrung, dass immer mehr Chinesen inzwischen Angst haben, über WeChat frei zu kommunizieren. Chinesische Studenten im Ausland haben Angst zurückzukehren, manche entscheiden sich, es aus politischen Gründen nicht zu tun. Es ist erschreckend zu sehen, wie die Dreistigkeit des chinesischen Verbrecherstaats ungehindert operieren kann. Man fragt sich, wie lange das Ausland die unverschämte Verletzung seiner Souveränität durch ein Land, das jede Grenze in Einflussnahme, Erpressung und Industriespionage überschreitet, das alles hinnehmen will.
Was nun die Zustände in den menschenfreundlichen Trainingszentren anbelangt, so hat inzwischen ein chinesischer Chirurg enthüllt, dass Uiguren systematisch zur Organentnahme für Transplantationen genutzt werden. Deshalb werden auch die Leichen von in den Lagern Verstorbenen nicht an die Angehörigen zurückgegeben. Inzwischen sind die biologischen Daten der Uiguren zwangsweise weitgehend erhoben und gespeichert. Passende Organe für Transplantationen können bestellt werden: Häftlinge werden nach Bedarf zur Organentnahme getötet. Wer Facebook besitzt und es sich zumuten will, kann sich unter folgendem Link ein eigenes Bild davon machen.
Mit diesen Methoden steht China exakt auf derselben Stufe mit den Verbrechen der Japaner mit asiatischen Frauen, den Verbrechen, die man in Japan bis heute besonders beschämend findet. Ebenso ist es auch in Deutschland immer noch wenig bekannt, dass in den KZs der Nazis ebenfalls Frauen systematisch vergewaltigt wurden, die Nazis zudem ein perfides Bordellsystem für Häftlinge betrieben, wo Häftlingen zur „Belohnung“ Sex mit professionellen Prostituierten unter den Augen ihrer Bewacher angeboten wurde. Das System der Ermordung von Häftlingen zur Organentnahme nähert sich jedenfalls den grauenhaftesten Verbrechen der Nazis und der Japaner gerade an Chinesen: Medizinische Experimente an Menschen in dem berüchtigten Lager 731. Die ungeheuerlichen Verbrechen der VR China in Xinjiang heute, machen eines deutlich: Die Welt interessierte sich, während es geschah, insgesamt kein bisschen für die Ausrottung der Juden durch die Nazis. Nach dem Zweiten Weltkrieg hat man entgegen allen Beteuerungen nichts aus dem Völkermord der Nazis, nichts aus den Verbrechen des Kolonialismus gelernt. Völkermord und Massenmord wurden und sind bis heute eine Selbstverständlichkeit geworden. Wen wundert es da, dass eine Weltmacht wie China ungestraft so agieren kann?
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

Zum Thema

– Menschenrechtsverletzungen in China – Malaysischer Politiker Anwar Ibrahim: Muslimische Regierungen fürchten China

Anwars Äußerungen gehören zu den bisher schärfsten eines führenden Politikers in der islamischen Welt, der die Misshandlungen der muslimischen Minderheiten in China verurteilt.

Malaysischer Politiker Anwar Ibrahim: Muslimische Regierungen fürchten China
 
Prof. Dr. Hans-Christian Günther
Geb. am 28.4.1957 in Müllheim / Baden Professor für klassische Philologie an der Albert-Ludwigs-Universität. Zahlreiche Publikationen und Gastprofessoren. Lange Aufenthalte in der VR China. Im Bereich der Altertumswissenschaft besonderer Schwerpunkt auf der politischen Dichtung der Augusteer und allgemein der Reflexion antiker Autoren auf ihre gesellschaftliche Stellung und Verantwortung Seit 2004 Tätigkeit im Bereich des Dialogs der Religionen und Kulturen mit zahlreichen Veröffentlichungen. Zahlreiche Publikationen und Gastprofessoren. Lange Aufenthalte in der VR China. Im Bereich der Altertumswissenschaft besonderer Schwerpunkt auf der politischen Dichtung der Augusteer und allgemein der Reflexion antiker Autoren auf ihre gesellschaftliche Stellung und Verantwortung Seit 2004 Tätigkeit im Bereich des Dialogs der Religionen und Kulturen mit zahlreichen Veröffentlichungen. Ausgebildet in Freiburg und Oxford. Stipendiat der DFG und der Alexander von Humboldt -Stiftung. Gerhard Hess Preis der DFG. Zahlreiche Publikationen (ca. 40 Bücher, u.a. Brill’s Companion to Propertius, Brill’s Companion to Horace) im Bereich der antiken Philosophie und Literatur, der Byzantinistik, Neogräzistik, modernen Literatur und Philosophie, Ethik und Politik. Zahlreiche Versübersetzungen aus dem Lateinischen, Italienischen, Neugriechischen, Georgischen, Japanischen und Chinesischen. Lehrt regelmäßig in Italien, zahlreiche Gastaufenthalte in der Schweiz, Polen, Georgien, Indonesien, Iran, Seoul, Tokyo und vielen chinesischen Universitäten. Herausgeber mehrerer Buchreihen, im wissenschaftlichen Beirat zahlreicher wissenschaftlichen Zeitschriften.

Seehofer-Rücktritt
FDP fordert Umbau des Innenministeriums nach Rückzug Seehofers

Düsseldorf – Nach dem angekündigten Rückzug von CSU-Chef Horst Seehofer auch vom Amt des Bundesinnenministers soll es nach dem Willen der FDP einen Umbau des Ministeriums geben. „Das Bundesinnenministerium ist keine Show-Veranstaltung der CSU“, sagte FDP-Innenexperte Konstantin Kuhle der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. Nach dem Rückzug Seehofers könne sich das Haus wieder auf seine Kernaufgaben konzentrieren. „Die Bereiche Bauen und Heimat sollten daher wieder ausgegliedert werden“, sagte Kuhle. Unter massivem Druck der eigenen Parteibasis und knapp einen Monat nach der schweren CSU-Pleite bei der Landtagswahl hat Horst Seehofer am gestrigen Sonntag seinen Rücktritt als CSU-Chef und Bundesinnenminister angekündigt. Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt hat Seehofers sofortigen Rücktritt als Bundesinnenminister gefordert. „Jeder Tag, den Horst Seehofer weiter Innenminister bleibt, ist ein Tag zu viel“, so Göring-Eckardt gegenüber dem „Tagesspiegel“ (Montag). Wenn es um die Innere Sicherheit gehe dürfe es „keine weiteren Hängepartien geben“. Seehofers Politik der Ausgrenzung und Spaltung sei „ein Sicherheitsrisiko“ für die Gesellschaft.

Cyber-Angriff auf Dissidenten
Saudi-Arabien und VAE engagierten israelische Hacker-Firma

Riad (nex) – Wie TRT WORLD berichtet, haben Saudi Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate mithilfe einer israelischen Spionagesoftware eine Reihe von Cyber-Angriffen auf politische Dissidenten ausgeführt. Satiriker Ghanem Almasarir, Menschenrechtsaktivist Yehia Assiri und Aktivist Omar Abdulaziz seien unter den Betroffenen. Allesamt standen in engem Kontakt mit dem ermordeten Journalisten Jamal Khashoggi. Jamal Khashoggi sei ebenfalls mit der Spionagesoftware „Pegasus“ der israelischen Netzsicherheitsfirma NSO Group ausgespäht worden, behauptete Edward Snowden. (NEX24 berichtete) „Pegasus“ ermögliche dem Nutzer das Smartphone der Zielperson zu hacken und Zugang zum E-Mail-Verkehr zu ermöglichen, WhatsApp und SMS Nachrichten zu lesen, Telefongespräche mitzuhören und sogar über das Mikrofon und die Kamera des Handys die Zielperson direkt zu bespitzeln. Dadurch, dass „Pegasus“ vom israelischem Verteidigungsministerium als Waffe eingestuft wird, sei es laut TRT WORLD nicht möglich gewesen für den saudischen Intelligenzapparat das Programm ohne die Einwilligung des israelischen Verteidigungsministeriums zu erwerben. Dies offenbare, dass das Auftauen der Beziehungen zwischen Saudi-Arabien und Israel früher begonnen habe, als bislang vermutet. Saudi-Arabien habe die Software Mitte 2017 erworben, nur wenige Monate vor der „Säuberungsaktion“ in Saudi-Arabien in der politische Gegner Prinz Salmans unter dem Vorwand der Korruption ihrer Ämter enthoben und verhaftet wurden. Yehia Assiri äußerte sich zu den Vorfällen in einem Telefoninterview mit dem MiddleEastEye. Der Aktivist und ehemalige Luftwaffenoffizier sagte, dass „Regierungen die sich solcher Technologie bedienen Angst vor etwas haben und keinen Respekt für Menschenrechte“. Ebenfalls zeige es wie heuchlerisch diese Regierungen seien. „Öffentlich bekunden sie ihre Abneigung gegenüber Israel, aber im Geheimen benutzen sie ihre Technologie um Aktivisten auszuspähen und sie später als Verräter brandmarken zu können“, so Assiri.

100 Jahre Frauenwahlrecht
Frauenministerin Giffey: In Deutschland wirken noch immer Männernetzwerke

Osnabrück – Bundesfrauenministerin Franziska Giffey ( SPD) hat die Frauenförderung in Frankreich als vorbildlich gelobt. „Ich finde die Klarheit und Zielstrebigkeit, mit der die Franzosen dieses Thema angehen, einfach klasse“, sagte Giffey im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Sie will das Parité-Gesetz der Nachbarn prüfen , wonach nicht paritätisch besetzte Wahllisten zurückgewiesen werden. Kritik an „Rollback in alte Zeiten“ „Wir müssen überlegen, was auf Deutschland übertragbar wäre und was nicht“, sagte sie. In Deutschland gebe es dagegen „eine Art Rollback in alte Zeiten“. Seit Oktober 2017 betrage der Frauenanteil im Bundestag nur 30,9 Prozent. Damit gehörten derzeit genauso wenig Frauen dem Parlament an wie vor 20 Jahren. „Das ist nicht gut“, bemängelte Giffey. Sehr viele Frauen scheiterten immer noch an unflexiblen Strukturen, an veralteten Rollenzuschreibungen und auch an Männernetzwerken. „Mit einer konsequenten Quotenregelung in einer Partei kann da manches aufgebrochen werden“, betonte die Ministerin. 100 Jahre Frauenwahlrecht als „Meilenstein“ gewürdigt Dass es in Deutschland am 12. November 100 Jahre das Frauenwahlrecht gibt, würdigte Giffey als „ersten Schritt zur Gleichberechtigung“ und „Meilenstein in der Geschichte der Demokratie“. Es bleibe „aber noch einiges zu tun, etwa gleicher Lohn für gleiche Arbeit oder die Aufwertung der sozialen Berufe“, erklärte Giffey. Das Motto ihres Ministeriums für die Kampagne zum 100. Jahrestag heiße deshalb auch „Streiten für gleiche Rechte – Wofür streitest Du?“.  

EU-Parlament
Grünen-Spitzenkandidatin Keller: Europa wird von Rechtsaußen angegriffen

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Bonn – Die auf der Bundesdelegiertenkonferenz in Leipzig gewählte Spitzenkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen, Ska Keller, hat deutlich gemacht, dass eine neue Fraktion der europäischen Grünen im EU-Parlament mit großer Wahrscheinlichkeit nicht Manfred Weber, den Spitzenkandidaten der EVP, zum Kommissionspräsidenten wählen wird. „So jemand ist für uns Grüne absolut nicht tragbar“, machte Keller ihren Standpunkt im Fernsehsender phoenix deutlich. Weber habe sich mehrfach nicht davon abgegrenzt, auch Stimmen von Rechtsaußen für seine Wahl akzeptieren zu wollen. Unabhängig vom Stimmverhalten der Grünen sah Keller Webers Aussichten skeptisch. „Ich glaube nicht, dass er gute Chancen hat, eine Mehrheit im Parlament zu bekommen.“ Keller kündigte an, dass sich die Grünen im kommenden EU-Parlament deutlich gegen populistische und nationalistische Politik einsetzen wollten. „Europa wird von Rechtsaußen angegriffen. Dagegen müssen wir uns wehren“, so die grüne Spitzenkandidatin. Auch die Grünen-Bundesvorsitzende Annalena Baerbock sprach von einer „Richtungswahl für Europa“. Es gehe um die Frage, ob die EU weiter vorangehe oder in Zeiten des Nationalismus zurückfalle. Baerbock äußerte sich im Übrigen auch zu den im nächsten Jahr anstehenden Landtagswahlen in Ostdeutschland. Zwar sei man koalitionsoffen, aber nur mit denjenigen Parteien, die sich deutlich gegen Verfassungsfeinde stellten. „Deshalb muss sich die CDU entscheiden, ob sie mit Blick auf die AfD weitere Koalitionen anstreben könnte. Das haben wir der CDU in Sachsen sehr deutlich gemacht“, meinte Baerbock.