Digitaler Ausweis
EU Digital Identity Wallet: Was sich ab 2026 für Bürger ändert

Ab 2026 soll eine neue App das digitale Identitätsmanagement in Europa grundlegend verändern. Die sogenannte EU Digital Identity Wallet (EUDI) bringt neue Chancen, aber auch wichtige Fragen rund um Datenschutz und digitale Selbstbestimmung.

Ein digitaler Ausweis für ganz Europa

Die Europäische Kommission treibt mit der Einführung der EU Digital Identity Wallet eine ihrer ambitioniertesten Digitalstrategien voran. Ziel ist es, einen einheitlichen Standard für digitale Identitäten in allen Mitgliedstaaten zu schaffen – sicher, benutzerfreundlich und grenzüberschreitend einsetzbar. Mit der Wallet sollen sich Bürgerinnen und Bürger künftig europaweit in digitalen Räumen ausweisen können. Die App soll persönliche Nachweise wie Namen, Geburtsdaten, Steuer-IDs, Führerscheine oder Bildungsabschlüsse digital und sicher speichern und den Nutzerinnen und Nutzern volle Kontrolle darüber geben, welche Daten sie wann und mit wem teilen. Sei es beim Online-Shopping, bei Behördengängen oder auch bei Unterhaltungsangeboten wie dem Spielen in Online Casinos, die Wallet soll die Prozesse erleichtern. Aber gerade für Glücksspieler bringt die neue digitale Identitätslösung nicht nur Vorteile, es entstehen auch neue Fragen zum Thema Datenschutz und Selbstbestimmung. Viele von ihnen wollen nämlich eh schon mehr Anonymität und Freiheit, weshalb sie oft auf Seiten ausweichen, bei denen kein Verifizieren von persönlichen Daten nötig ist.

Mehr Komfort – aber auch mehr Verantwortung

Was zunächst wie eine Erleichterung klingt, wirft auch grundlegende Fragen auf. Denn mit der wachsenden Bedeutung einer einzigen App für eine Vielzahl sensibler Daten steigt auch das Risiko potenziellen Missbrauchs. Wer garantiert, dass alle Beteiligten, ob Behörden, Dienstleister oder private Unternehmen, tatsächlich nur auf die jeweils erforderlichen Informationen zugreifen? Genau hier setzt das Konzept der Self-Sovereign Identity (SSI) an: Die Kontrolle über die eigenen Daten soll vollständig bei den Nutzerinnen und Nutzern liegen. Die Wallet basiert auf der eIDAS 2.0-Verordnung, deren technischer Rahmen Anfang 2024 festgelegt wurde. Die Architektur ist dezentral gedacht, biometrische Verfahren sollen die Sicherheit erhöhen. Laut Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) soll die Lösung ein hohes Maß an Datensicherheit bei gleichzeitig größtmöglicher Nutzerkontrolle ermöglichen. Dennoch bleibt Skepsis. Die europäische Datenschutzorganisation NOYB warnte im Frühjahr 2025 vor der Gefahr einer schleichenden Zentralisierung sensibler Informationen, auch wenn technisch dezentrale Lösungen genutzt werden.

Vertrauen in digitale Identität noch nicht selbstverständlich

Ein Blick auf aktuelle Umfragen zeigt: Viele Menschen stehen dem Konzept der digitalen Identität mit gemischten Gefühlen gegenüber. Laut Digital Economy and Society Index (DESI) geben 2024 rund 32 Prozent der Deutschen an, besonders sensibel im Umgang mit personenbezogenen Daten im Internet zu sein, ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Besonders technikaffine Nutzergruppen suchen bereits jetzt gezielt nach Alternativen, um ihre Privatsphäre zu schützen. Das betrifft nicht nur Bereiche wie Online-Banking oder Gesundheitsanwendungen, sondern auch alltägliche Services, bei denen bisher keine Verifizierungspflicht besteht. Prepaid-Zahlungsmethoden, datensparsame Apps oder Open-Source-Lösungen spielen hier eine zunehmend wichtige Rolle.

Alternative Wege zur digitalen Selbstbestimmung

Der Wunsch nach digitaler Identität geht oft Hand in Hand mit einem hohen Bedürfnis nach Selbstbestimmung. Während die Wallet eine standardisierte Lösung für ganz Europa schaffen soll, gibt es auch Stimmen, die individuelle oder technisch unabhängige Wege bevorzugen. Technologien wie dezentrale Identitätslösungen auf Blockchain-Basis, sogenannte Zero-Knowledge-Proofs oder auch klassische Offline-Verfahren gewinnen in bestimmten Kontexten an Bedeutung. Diese ermöglichen den Nachweis bestimmter Merkmale – etwa der Volljährigkeit – ohne dass dabei vollständige persönliche Daten offengelegt werden müssen. Gerade in Bereichen, in denen keine gesetzliche Pflicht zur Verifikation besteht, kann dies ein gangbarer Weg sein. Wichtig bleibt jedoch: Auch alternative Systeme müssen hohen Sicherheitsstandards genügen und transparent über ihre Funktionsweise informieren.

Ein Ausblick auf die Umsetzung in Deutschland

Die Einführung der EU Digital Identity Wallet ist für 2026 geplant, doch schon heute stellt sich die Frage, wie nationale Behörden und Dienstleister die Umsetzung gestalten. In Deutschland ist das Bundesinnenministerium gemeinsam mit dem BSI für die Integration verantwortlich. Erste Pilotprojekte laufen bereits, unter anderem in Kooperation mit der Bundesdruckerei und verschiedenen Krankenkassen. Die Wallet wird langfristig nicht nur den digitalen Alltag verändern, sondern auch neue Standards für Vertrauen und Transparenz im Netz setzen. Damit das gelingt, braucht es klare Leitplanken, verständliche Kommunikation, und die Bereitschaft der Bürgerinnen und Bürger, sich aktiv mit ihrer digitalen Identität auseinanderzusetzen. Die Vision der EU Digital Identity Wallet ist ehrgeizig: ein digitaler Ausweis für alle Lebenslagen, europaweit einsetzbar und dabei sicher, schnell und datensparsam. Sie kann Verwaltungsvorgänge vereinfachen, Bürokratie abbauen und den Zugang zu digitalen Services vereinheitlichen. Doch sie bringt auch Verantwortung mit sich, und zwar sowohl für Regierungen und Anbieter als auch für jede und jeden Einzelnen in der Europäischen Union. Die Frage, wie viel Kontrolle wir über unsere eigenen Daten behalten wollen, wird dabei zur gesellschaftlichen Kernfrage und ist einer der Punkte, an denen sich die Gemüter trennen. Ob man künftig mit einem Fingerabdruck Verträge unterzeichnet, Gesundheitsdaten digital weiterleitet oder sich bewusst für datensparsame Alternativen entscheidet, die Entscheidung für oder gegen bestimmte Systeme sollte immer informiert, freiwillig und nachvollziehbar sein, und zwar für jede Bürgerin und jeden Bürger. Denn digitale Identität ist mehr als nur Technik, sie betrifft unser Vertrauen in die digitale Welt.
AUCH INTERESSANT

– Türkei – Ausländische Unternehmer: Türkei startet TechVisa-Programm

In der Türkei wurde ein neues Visaprogramm vorgestellt, das die Arbeitserlaubnis für ausländische Fachkräfte und Unternehmer mit spezialisiertem Fachwissen vereinfachen soll

Ausländische Unternehmer: Türkei startet TechVisa-Programm

NEX24-Interview
Buchvorstellung: „Die Braut aus dem Osmanischen Reich – Teil 2

Mit dem zweiten Teil ihres historischen Romans „Die Braut aus dem Osmanischen Reich“ mit dem Untertitel „Ein Frauenleben in der jungen Republik Türkei“ (1923 – 1954) legt Autorin Marina Bütün die Fortsetzung einer bewegenden historischen Familiengeschichte vor, die teilweise auf wahren Begebenheiten beruht.

Exakt einen Monat nach Erscheinen des ersten Bandes ist nun die Fortsetzung am 12. Juni 2025 erschienen – und vervollständigt das eindrucksvolle Porträt einer osmanisch-muslimischen Familie im Wandel der Zeit.

Im Mittelpunkt stehen erneut die Erinnerungen und wahren Erzählungen der türkischen Großmutter von Bütüns Ehemann. Diese persönliche Perspektive bildet den roten Faden der Geschichte und ermöglicht einen authentischen Rückblick auf eine Zeit, in der sich persönliche Schicksale und große historische Umbrüche untrennbar miteinander verbanden.

NEX24: Frau Bütün, im Mai erschien der erste Teil Ihres Familienromans „Die Braut aus dem Osmanischen Reich“, Untertitel: Unter der Obhut des Sultans, über die bewegte Zeit des Osmanischen Reiches zwischen 1908 und 1922. Was erwartet die Leser nun im zweiten Band?

BÜTÜN: Der zweite Teil beginnt im Mai 1923, mit dem ersten Monat des Bevölkerungsaustauschs zwischen Anatolien und Griechenland und führt die Leser erst nach Izmir, danach nach Ankara und im Anschluss nach Mimarsinan Köyü bei Kayseri. Es ist eine Zeit voller Unruhe, in der das Osmanische Reich zerfiel und die moderne Republik Türkei unter Mustafa Kemal Atatürk gegründet wurde.

Die Menschen erlebten tiefgreifende Reformen und gesellschaftliche Umbrüche – für die einen war es ein Aufbruch, für andere ein schmerzhafter Abschied, den ihre Familien heute noch nicht vergessen haben.

Die Geschichte führt über den Tod Atatürks hinaus bis zur Amtsübernahme durch seinen Nachfolger İsmet İnönü. Die Leser begleiten eine junge Frau und ihre Familie, die im Jahr 1922 selbst aus dem osmanischen Saloniki, noch vor dem offiziellen Bevölkerungsaustausch, geflüchtet ist, bis ins Jahr 1954 und erhalten einen kurzen, aber realitätsnahen Ausblick auf das weitere Schicksal ihrer Nachkommen bis in unsere Zeit.

NEX24: Schon bei der Vorstellung von Teil 1 Ihres Romans wurde deutlich, wie lange Sie mit dem Gedanken gespielt haben, ein Buch über die Großmutter Ihres Mannes zu schreiben, die Sie selbst noch in den 1990er Jahren in Ankara kennengelernt haben. Dann entschieden Sie sich erst nach über 30 Jahren, diese fragmentarischen Erzählungen in historische Ereignisse von damals einzubinden. Können sich die Leser auch im zweiten Teil des Romans auf viele interessante private Details ab 1923 freuen?

BÜTÜN: Ja, auf jeden Fall. Auch im zweiten Teil steht das persönliche Erleben im Vordergrund – eingebettet in die große Umbruchszeit nach dem Ende des Osmanischen Reichs. Mein Ziel war es, diese Atmosphäre greifbar zu machen, ohne ein trockenes Geschichtsbuch zu schreiben. Es ging um tiefgreifende Veränderungen: neue Gesetze, neue Kleidung, neue Namen. Vieles empfanden die Menschen als Bruch mit ihrer bisherigen Welt.

Wichtige historische Ereignisse wie der Vertrag von Lausanne werden erklärt, aber immer aus der Perspektive der betroffenen Menschen. Eine Zeitleiste im Buch hilft bei der Einordnung – gerade weil es bis heute viele widersprüchliche Behauptungen gibt.

Mir war wichtig, beide Seiten der damaligen Konflikte zu zeigen, ohne zu werten – denn auch heute sind die Debatten über Atatürk und die Republik oft sehr emotional. Es geht mir nicht um historische Figuren, sondern um das Leben einfacher Menschen.

Im Mittelpunkt steht erneut die Geschichte einer jungen Frau, deren Familie eine schicksalhafte Begegnung mit Mustafa Kemal Pascha hatte – der später Atatürk wurde. Ihre Lebensrealität bildet das Herzstück der Erzählung.

NEX24: Der erste Band endete kurz vor der Gründung der Republik Türkei im Jahr 1923 – ein historischer Wendepunkt. Im zweiten Band verlagern sich die familiären Gesprächsszenen nach dem Bevölkerungsaustausch im Mai 1923 von Saloniki nach Anatolien, insbesondere nach Ankara, das zur neuen Hauptstadt wurde.

Die alte Heimat ist plötzlich ein anderer Staat. Die Menschen mussten sich im griechisch gewordenen Teil des Reiches zwingend entscheiden – bleiben und sich einer völlig neuen, christlichen Lebensweise anpassen oder gehen und in einem fremden Teil des früheren Reiches neu anfangen. Das wird im ersten Teil deutlich. Hörten die Probleme dieser Menschen mit der Übersiedelung nach Anatolien auf?

BÜTÜN: Nein! Für viele der Untertanen aus dem Osmanischen Reich waren die vielen Umstellungen sehr dramatisch – von der neuen Staatsform über den Kalender bis hin zur Einführung einer neuen Schrift, vor allem für die älteren Menschen, die nichts anderes als ihr altes Leben kannten und es aufgeben mussten.

Auch konservative Menschen, die auf den Dörfern in Anatolien aufwuchsen, betraf das genauso wie diejenigen, die vom Bevölkerungsaustausch betroffen waren. Während die einen alles bejubelten, empfanden andere dies als Verlust ihrer Identität. Auch die Großmutter meines Mannes, obwohl noch jung, konnte nach der Gründung der Republik bis zu ihrem Ende nur Arabisch schreiben und lesen.

NEX24: Sie sagen also, dass man sich heute kaum vorstellen kann, was die Menschen damals seelisch durchgemacht haben?

BÜTÜN: Ganz genau. Wir, die in Europa oder der Türkei seit Jahrzehnten in Frieden leben, können das Erlebte früherer Generationen nicht wirklich nachvollziehen – weder psychisch noch physisch. Auch Nachkommen dieser Familien kennen nur Erzählungen, nicht aber die tiefen, persönlichen Empfindungen der Betroffenen.

Unsere Generation ist an Sicherheit, Fortschritt und ständigen Informationsfluss gewöhnt. Selbst die heute tragischen Flüchtlingsschicksale berühren uns oft nur aus der Distanz – durch Nachrichten oder Bilder. Doch Zusehen ist nicht dasselbe wie Erleben.

Damals gab es keine Smartphones, keine sozialen Netzwerke, keine Möglichkeit, Verwandte einfach zu erreichen. Wer unterwegs war, konnte oft über Wochen nichts von seinen Liebsten hören. Auch Menschen mit Festnetztelefon und Briefverkehr vor der digitalen Ära fühlten sich im Alltag sicher – ganz im Gegensatz zu denen, die sich einst auf der Flucht befanden.

Die Realität jener Zeit war geprägt von Entwurzelung, Verlust und totaler Orientierungslosigkeit – seelisch wie körperlich. Das können wir heute kaum mehr wirklich nachempfinden.

NEX24: Was ist Ihr ganz persönliches Anliegen bei der Veröffentlichung der beiden Bücher?

BÜTÜN: Wie bereits im ersten Band möchte ich auch im Teil 2 auf keinen Fall dadurch eine politische Position beziehen, sondern die Geschichte einer Familie erzählen, die zufällig zu einer schweren Zeit von großen weltweiten Umwälzungen lebte.

Das möchte ich hier noch einmal ausdrücklich betonen. Es gibt im Internetzeitalter natürlich viele Informationen, allerdings immer nur Fragmente, die so gekürzt sind, dass sie jeder in fünf Minuten lesen kann – doch das reicht nicht aus, um alle Zusammenhänge zu verstehen – wenn man es wirklich will. Ich behaupte, es gibt nur noch ganz wenige Generationen, die gerne Bücher lesen.

Im Band 1, zwischen 1908 und 1922, also von der zweiten osmanischen Verfassungsperiode bis zur Gründung der Republik Türkei, war das Osmanische Reich fast durchgehend in militärische Konflikte verwickelt. In diesen 14 Jahren fanden mehrere große Kriege und zahlreiche kleinere militärische Auseinandersetzungen statt.

Wer von uns kann sich das heute noch vorstellen, wie es wirklich war und was die Menschen durchmachten? Ich behaupte, niemand und vor allem nicht, wenn man nur kleine Zehnzeiler in Social Media liest.

Im Band 2 geht es mit inneren Aufständen Anatoliens weiter, mit großen Veränderungen bezüglich der Gründung neuer Staaten nach dem Ersten Weltkrieg, der Rolle der Briten in diesem Schachspiel der Mächte – Ereignisse, die so umfangreich sind, dass ich sie nur streifen konnte und die jeder gehört hat, aber immer aus der Sicht des eigenen Staates.

Mein größter Wunsch ist es, dass sich die Leser auf Grundlage der belegten historischen Fakten und familiären Dialoge selbst eine Meinung bilden und vielleicht konnte ich das Interesse an dieser historischen Zeit des weltweiten Umbruchs bei einigen wecken.

Ich habe bewusst auf neutrale Darstellung geachtet – beide Seiten sollen zu Wort kommen. Es geht nicht darum, jemanden zu überzeugen, sondern darum, ein differenziertes Bild zu vermitteln. Deshalb habe ich mich an gut belegte Quellen gehalten, die im Anhang des Buches auch dokumentiert sind, natürlich auch unsere familiären Quellen über die privaten Erlebnisse.

Im Zentrum steht das bewegte Leben einer Muslima: der Großmutter meines Mannes. Nach ihrer Hochzeit in Ankara erlebte sie zahlreiche Schicksalsschläge – darunter ein besonders tragisches Ereignis mit unerwartetem Ausgang, welches die Familie heute noch auf ganz besondere Weise prägt.

Abschließend möchte ich zur gestellten Frage noch ergänzend erwähnen:

Ich schreibe ausschließlich über Themen, die mich persönlich berühren oder interessieren – ganz spontan und nur dann, wenn die Zeit dafür reif ist. So war es auch bei den beiden Bänden von Die Braut aus dem Osmanischen Reich“: Es war ein innerer Impuls, der mich dazu gebracht hat, diese Geschichte festzuhalten. Und es machte mir so große Freude, es aufzuschreiben, dass ich fast enttäuscht war, als ich den zweiten Teil beendet hatte. Ich bin täglich beim Schreiben so tief in die Geschichte „eingetaucht“ – es lässt mich auch jetzt noch nicht los.

Mein Antrieb ist immer das Bedürfnis, Wissen, Erfahrungen und Geschichten mit anderen zu teilen – sei es, weil jemand daraus etwas mitnehmen kann oder weil es einfach Freude macht, ein unterhaltsames Buch zu lesen.

Das gilt auch für meine Auswanderer-Tagebücher Weißwurst mit türkischem Tee in drei Bänden, die ebenfalls einen sehr persönlichen Bezug haben. Vielleicht kann der eine oder andere Leser von meinen Erfahrungen profitieren.

Den Ratgeber Auswandern Türkei habe ich erst 18 Jahre nach meiner eigenen Auswanderung geschrieben – als Reaktion auf die zahlreichen Anfragen, die mich über meinen Blog und über Facebook erreichten. Immer wieder wurden mir dieselben Fragen gestellt.

Gleichzeitig war ich beruflich stark eingespannt, da ich 17 Jahre lang gemeinsam mit meinem Mann unsere Firma geführt habe. Aus dieser praktischen Erfahrung heraus entstand später auch der Ratgeber Türkei-Immobilien, in dem ich Tipps zum Bauen, Sanieren, Kaufen oder Mieten gebe. Jedes meiner Bücher hatte einen konkreten persönlichen Anlass, veröffentlicht zu werden – selbst das Orientalische Traumbuch oder das über Human Design.

Jedes Buch hat eine Vorgeschichte und einen triftigen Grund, es zu schreiben – andere Gründe gibt es nicht.

Gaza-Krieg
Hollywoodstar Javier Bardem wirft Israel Völkermord vor

New York – Der Oscar-prämierte Schauspieler Javier Bardem löste während eines Auftritts in der ABC-Sendung The View eine Kontroverse aus, als er Israel beschuldigte, im Gazastreifen einen „Völkermord“ zu begehen, woraufhin das Interview plötzlich unterbrochen und in eine Werbepause umgeschaltet wurde, was im Internet eine breite Debatte auslöste. Bardem, der für seine Rollen in No Country for Old Men und Dune bekannt ist, war in der Sendung, um seinen kommenden Film F1 zu bewerben. Das Gespräch nahm eine ernste Wendung, als die Moderatorin Ana Navarro den spanischen Schauspieler nach seinem Aktivismus fragte. Bardem sprach den anhaltenden Konflikt in Gaza an und äußerte seine tiefe Sorge über das, was er als humanitäre Krise bezeichnete. „Die Situation im Gaza-Streifen hat einen Punkt erreicht, an dem ich den Schmerz nicht mehr in Worte fassen kann, den ich zusammen mit vielen Millionen Menschen dort täglich erleide, wenn ich diese schrecklichen Bilder von ermordeten und verhungerten Kindern sehe“, sagte er unter Hinweis auf die blockierte humanitäre Hilfe und behauptete, dass Israels Vorgehen einen „Völkermord“ darstellt. Der Schauspieler berief sich auf Völkerrechtsexperten, Amnesty International und einige Holocaust-Überlebende, um seine Behauptung zu untermauern:
„Wenn Sie mich fragen, glaube ich, dass es sich um einen Völkermord handelt.“
Er kritisierte die „Straflosigkeit“ der israelischen Handlungen und verwies auf die militärische und wirtschaftliche Unterstützung der USA und das Schweigen Europas als Faktoren, die dazu beitragen. Als Bardem fortfuhr und die Notwendigkeit betonte, „die Menschlichkeit nicht zu verlieren“ und „die anzuprangern, die wir anprangern müssen“, begann die Playoff-Musik der Sendung zu spielen, und die Moderatorin Whoopi Goldberg versuchte, einen Zwischenruf zu machen. Die Sendung ging abrupt in eine Werbepause über und ließ die Zuschauer fassungslos zurück. Eine Quelle von „The View“ erklärte gegenüber Decider, dass die Unterbrechung aus Zeitgründen erfolgte, da der nächste Beitrag bereits aufgezeichnet war, und kein absichtlicher Versuch war, Bardem zu zensieren. Der plötzliche Wechsel löste jedoch Empörung in den sozialen Medien aus, da einige Zuschauer die Sendung beschuldigten, den Schauspieler zum Schweigen zu bringen. Bardems Äußerungen waren nicht auf die Talkshow beschränkt. Später am Abend bei der New Yorker Premiere von F1 bekräftigte er seine Haltung und trug eine Keffiyeh-Anstecknadel als Symbol der Solidarität mit Palästina. Im Gespräch mit Variety sagte er: „In der realen Welt in Gaza sterben Tausende von Kindern an Hunger, und es ist ein Völkermord, der vor unseren Augen in 4K stattfindet. Die amerikanische Unterstützung muss aufhören, Bomben zu finanzieren.“ Die Äußerungen des Schauspielers stehen im Einklang mit seiner Vergangenheit, in der er die Handlungen Israels lautstark kritisierte. Im Jahr 2014 unterzeichneten Bardem und seine Frau, die Schauspielerin Penélope Cruz, einen offenen Brief, in dem sie Israels Bombardierung des Gazastreifens während der Operation „Protective Edge“ verurteilten, was von einigen Seiten den Vorwurf des Antisemitismus nach sich zog. Bardem stellte damals klar, dass sich seine Kritik auf die Handlungen der Regierung und nicht auf das jüdische Volk bezog, und erklärte: „Jude zu sein ist nicht gleichbedeutend mit der Unterstützung dieses Massakers.“
AUCH INTERESSANT

– Gaza-Krieg – Jüdische Schauspielerin Miriam Margolyes: Hitler hat gewonnen

Die preisgekrönte jüdische Schauspielerin Miriam Margolyes hat Israels Vorgehen in Gaza mit den Worten „Hitler hat gewonnen“ verurteilt.

Jüdische Schauspielerin Miriam Margolyes: Hitler hat gewonnen

Israel
Israelischer Ex-Nationalstürmer Berkovic: Im Finale gegen die Türkei

0
Von Helene Milde In einer Livesendung auf dem israelischen Fernsehsender Channel 13 sorgte der ehemalige Nationalspieler und TV-Moderator Eyal Berkovic für Aufregung. In einem satirisch gemeinten Vergleich erklärte er, Israel habe im „Viertelfinale“ die Hamas im Elfmeterschießen geschlagen, im „Halbfinale“ den Iran bezwungen und stehe nun „im Finale gegen die Türkei“.
TV-Kommentar aus Israel empört türkische Öffentlichkeit
Was als Witz gemeint war, wurde in türkischen Medien und sozialen Netzwerken keineswegs als harmlos aufgefasst. Vielmehr sehen viele darin eine versteckte Drohung, eine geschmacklose Provokation und eine beunruhigende Normalisierung militärischer Aggression als Unterhaltung.
Echte Konflikte werden zum Fußballspiel
Die Formulierung Berkovics wurde so übermittelt: „…im Viertelfinale gegen die Hamas Unentschieden gespielt und sie im Elfmeterschießen geschlagen. Im Halbfinale den Iran besiegt. Im Finale steht die Türkei.“ Berkovic ist in Israel längst als Medienfigur mit Hang zur Provokation bekannt. Dieses Mal allerdings traf sein Humor in der Türkei auf Unverständnis. Nutzer interpretieren seine Worte offen als Bedrohung. Ein aufschlussreicher Kommentar auf Twitter lautet: „Israeli journalist Eyal Berkovic hints that Israel may attack Türkiye next“ („Der israelische Journalist Eyal Berkovic deutet an, dass Israel als nächstes die Türkei angreifen könnte“)
Zwischen Medienrhetorik und politischer Wirklichkeit
Die symbolische Sprache, wie sie Berkovic verwendet, ist nicht neu. Doch in einem Klima zunehmender Spannungen in Nahost, mit andauernden Kriegen und diplomatischen Zerwürfnissen, wirken solche Aussagen mehr als nur geschmacklos. Sie verschieben die Wahrnehmung realer Konflikte und verpacken sie in ein Format, das Unterhaltung suggeriert. Dabei geht es nicht um eine Äußerung eines Regierungsvertreters. Berkovic ist weder Militär noch Diplomat. Dennoch han­deln öffentliche Persönlichkeiten, insbesondere in Massenmedien, häufig mit implizitem Einfluss: Sie prägen Stimmungen, verstärken Bilder und verlagern Diskurse. Wer Gewalt ins Spiel bringt, spielt mit der Eskalation. Satire hat Raum, doch wenn militärische Auseinandersetzungen als Sportereignisse dargestellt werden, ist die Fallhöhe enorm. Hier geht es nicht nur um Metaphern, sondern um reale Konflikte mit tausenden Opfern. Keine offizielle Reaktion, aber klare öffentliche Wahrnehmung Die türkische Regierung hat bisher nicht reagiert, möglicherweise weil es sich um eine private Meinungsäußerung handelt. Dennoch sind Berkovics Worte medial und gesellschaftlich zum Thema geworden. Sie wird Indikator für eine zunehmende militarisierte Rhetorik im öffentlichen Diskurs. Eyal Berkovics Vokabular ist weit mehr als ein unglücklicher Kalauer. Es zeigt, wie Sprache in Krisenzeiten zu einer Waffe werden kann. Gleichzeitig verdeutlicht er, wie leichtfertig Gewalt verharmlost wird, wenn sie als Unterhaltungstheater inszeniert wird. Seine Metapher, „Finale gegen die Türkei”, ist kein harmloser Gag. Sie ist ein bedenkliches Indiz dafür, wie Konflikte neu erzählt und emotional aufgeladen werden.

Geschichte
Palästina: Anschläge jüdischer Terrorgruppen Irgun und Haganah

Die eskalierende Gewalt des Bürgerkriegs 1947-1948 im palästinensischen Mandatsgebiet war geprägt von brutalen Angriffen, die den jüdischen paramilitärischen Organisationen Irgun und Haganah zugeschrieben werden, deren Aktionen damals eine Spur des Todes und der Verwüstung in den arabischen Gemeinden hinterlassen hatten. Am 1. Januar 1948 erschütterte eine Welle der Gewalt Palästina, als zwei getrennte Anschläge, die den jüdischen paramilitärischen Gruppen Irgun und Haganah zugeschrieben werden, Dutzende von palästinensischen Arabern das Leben kosteten und zu einer weiteren Verschärfung des Konflikts in der Anfangsphase des Bürgerkriegs 1947-1948 im Mandatsgebiet Palästina führten.
Haifa-Anschläge
Am 30. Dezember 1947 ereignete sich vor der in britischem Besitz befindlichen Ölraffinerie in Haifa ein grausamer Anschlag. Mitglieder der Irgun, einer zionistischen paramilitärischen Gruppe, die für ihre aggressive Taktik bekannt ist, warfen Granaten in eine Menge von etwa 100 arabischen Tagelöhnern, die sich auf der Suche nach Arbeit am Haupttor der Raffinerie versammelt hatten. Nach Augenzeugenberichten und lokalen Berichten wurden bei dem Angriff sechs Palästinenser getötet und 42 weitere verwundet. Die wahllose Art des Angriffs wurde weithin verurteilt, und viele bezeichneten ihn als einen Terrorakt, der die arabischen Gemeinschaften in Haifa destabilisieren sollte.
Massaker von Balad al-Shaykh
Am folgenden Tag, dem 31. Dezember 1947, war die Haganah, eine weitere jüdische paramilitärische Organisation, in einen zweiten tödlichen Angriff im Dorf Balad al-Shaykh in der Nähe von Haifa verwickelt. Bei dem sogenannten Massaker von Balad al-Shaykh griffen Haganah-Kämpfer das Dorf an und töteten zahlreiche palästinensische Einwohner. Auch wenn die genaue Zahl der Opfer noch nicht feststeht, wird davon ausgegangen, dass der Angriff viele Menschenleben gefordert hat. Berichte beschreiben ein Bild der Verwüstung, als Häuser angegriffen wurden und Zivilisten in die Gewalt gerieten. Der israelische Historiker Benny Morris schreibt: „Die Haganah überfiel in der Nacht vom 31. Dezember 1947 auf den 1. Januar 1948 die Dörfer Balad al Sheikh und Hawassa, in denen viele Arbeiter der Raffinerie lebten. Der Befehl der Überfallkommandos lautete, „möglichst viele erwachsene Männer zu töten“. Die Angreifer drangen in das Zentrum von Balad al Sheikh ein, feuerten und sprengten Häuser in die Luft, zogen erwachsene Männer heraus und erschossen sie. Nach Angaben des HGS waren „die eindringenden Einheiten … gezwungen, von der vereinbarten Linie abzuweichen und in einigen Fällen Frauen und Kinder zu treffen“, nachdem sie aus Häusern heraus beschossen worden waren. Die Haganah hatte zwei Tote und zwei Verletzte zu beklagen. In den Berichten der Haganah wird die Zahl der arabischen Opfer unterschiedlich angegeben: „etwa 70 Tote“, 21 Tote („darunter zwei Frauen und fünf Kinder“) und 41 Verletzte.“ Die Irgun, die für ihre Ablehnung der britischen Autorität und ihr Engagement für die Errichtung eines jüdischen Staates mit Gewalt bekannt war, hatte zunehmend arabische Zivilisten ins Visier genommen. Die Haganah, die sich oft als diszipliniertere Verteidigungseinheit präsentiert, war ebenfalls in den Kreislauf der Gewalt hineingezogen worden, wobei das Massaker von Balad al-Shaykh eine grausame Eskalation ihrer Operationen darstellte. Örtliche arabische Führer hatten die Angriffe als vorsätzliche Versuche verurteilt, palästinensische Gemeinden zu terrorisieren und zu vertreiben. „Dies sind keine isolierten Vorfälle, sondern Teil einer koordinierten Kampagne jüdischer Terrorgruppen wie der Irgun und der Haganah, um uns aus unseren Häusern zu vertreiben“, sagte ein Gemeindeleiter in Haifa, der aus Angst vor weiteren Repressalien um Anonymität bat.
Britische Soldaten häufig Ziel von Anschlägen
Auch Britische Soldaten waren häufig Ziel von Anschlägen und Entführungen, oft als Vergeltung für Todesurteile gegen Mitglieder von Irgun. Eine typische Aktion der Aufständischen war der Bombenanschlag auf den British Officers Club in Haifa, bei dem 30 Menschen getötet und verletzt wurden. Am 22. Juli 1946 sprengten Irgun-Kämpfer auch einen Flügel des King David Hotels in Jerusalem in die Luft und töteten über 90 Menschen, darunter viele Zivilisten. Am 31. März 1947 zündete die Irgun die Ölraffinerie in Haifa an und legt ein Feuer, das drei Wochen lang brannte. Im Mai griff sie das Gefängnis von Akkon an und befreite eine große Zahl von Häftlingen. Am 29. Juli entführte und erhängte die LHI (Lohamey Heruth Israel – Fighters for the Freedom of Israel) als Vergeltung für die Hinrichtung von drei ihrer Mitglieder zwei Unteroffiziere der britischen Armee. Die Leichen wurden mit einer Sprengfalle versehen, so dass der Offizier, der sie abschnitt, schwer verletzt wurde.

Israel-Iran-Konflikt
Israel bald unbewohnbar“: Iran ruft Israelis zu Flucht auf

0
Teheran – In einer dramatischen Eskalation des andauernden Konflikts zwischen Iran und Israel haben die iranischen Streitkräfte am Sonntag eine abschreckende Warnung ausgesprochen und die Israelis aufgefordert, ihr Land zu evakuieren, da es in den kommenden Tagen „unbewohnbar“ werden könnte. Die Erklärung, die im iranischen Staatsfernsehen ausgestrahlt wurde, fiel mit einer Flut von Raketen- und Drohnenangriffen auf mehrere israelische Städte zusammen, darunter auch ein Angriff auf Einrichtungen von Rafael Advanced Defense Systems, einem wichtigen israelischen Rüstungsunternehmen. Der Konflikt hat bereits einen hohen Tribut gefordert. Unbestätigten Berichten zufolge, die auf X kursieren, haben die jüngsten Zusammenstöße zu erheblichen Opfern geführt. So soll es 600 Tote in Israel und 1.600 Tote im Iran gegeben haben, wobei diese Zahlen von offiziellen Quellen noch nicht bestätigt wurden. Der Iran hat auch die Verantwortung für Angriffe auf wichtige israelische Infrastrukturen übernommen, darunter ein angeblicher Angriff auf ein Kraftwerk in Haifa.
Bericht: Iranische Raketen treffen israelischen Waffenhersteller Rafael

Die Angriffe markieren eine deutliche Eskalation des andauernden Konflikts zwischen den beiden Staaten, der nun schon den dritten Tag intensiver Luftkämpfe umfasst.

Der Iran führte eine Reihe von Raketen- und Drohnenangriffen auf wichtige israelische Infrastruktureinrichtungen durch, darunter ein angeblicher Angriff auf die Fabrik Rafael Advanced Defense Systems und den internationalen Flughafen Ben Gurion in Tel Aviv. Die Angriffe markieren eine deutliche Eskalation des andauernden Konflikts zwischen den beiden Staaten, der nun schon den dritten Tag intensiver Luftkämpfe umfasst. Nach Angaben iranischer Staatsmedien und auf X kursierenden Beiträgen übernahm das iranische Militär die Verantwortung für einen direkten Treffer auf eine Anlage von Rafael, einem großen israelischen Rüstungsunternehmen, das für die Herstellung von Raketenabwehrsystemen wie der Eisernen Kuppel und fortschrittlicher Waffentechnik bekannt ist. Tasnim News, eine halboffizielle iranische Nachrichtenagentur, berichtete unter Berufung auf israelische Medien, dass der Angriff einen massiven Brand in der Rafael-Anlage ausgelöst habe, obwohl der genaue Ort – ob in Haifa oder in der Nähe von Tel Aviv – noch unbestätigt ist. In den sozialen Medien wurden sekundäre Explosionen beschrieben, die auf erhebliche Schäden hindeuten, aber die israelischen Behörden haben den Angriff auf Rafael nicht offiziell bestätigt. Gleichzeitig ließ der Iran eine Flut von ballistischen Raketen und Drohnen auf Tel Aviv los, von denen einige die hochentwickelte israelische Luftabwehr Iron Dome durchdrangen. Die staatliche iranische Nachrichtenagentur IRNA behauptete, es habe zwar Explosionen auf dem Ben-Gurion-Flughafen gegeben, doch seien keine Start- und Landebahnen oder wichtige Einrichtungen beschädigt worden. Die israelische Flughafenbehörde bestätigte jedoch, dass der Luftraum vorübergehend geschlossen war und Flüge gestrichen wurden, wodurch Reisende festsaßen. Lokale Medien berichteten, dass der Flughafen am Montagmorgen seinen Betrieb in begrenztem Umfang wieder aufnahm, aber Fluggesellschaften wie Etihad Airways haben ihre Flüge nach Tel Aviv bis mindestens 22. Juni eingestellt. Die Angriffe am Sonntag folgten auf Israels „Operation Rising Lion“, eine Reihe von Luftangriffen, die am Freitag gegen iranische Nuklearanlagen, Militärbasen und Energieinfrastruktur gerichtet waren. Bei den iranischen Vergeltungsangriffen wurden in Israel mindestens 13 Menschen getötet, darunter auch Zivilisten in Bat Yam, einem Vorort südlich von Tel Aviv, wo ein Wohnhaus zerstört wurde, wobei sechs Menschen ums Leben kamen, darunter ein zehnjähriger Junge und ein neunjähriges Mädchen. Im Iran haben die israelischen Angriffe mindestens 224 Tote gefordert, wobei es in Teheran zu erheblichen Opfern unter der Zivilbevölkerung gekommen ist. US-Präsident Donald Trump äußerte auf dem Weg zu einem G7-Gipfel in Kanada die Hoffnung auf einen Waffenstillstand, lehnte es aber ab, zu bestätigen, ob er Israel aufgefordert hat, seine Angriffe einzustellen. Berichten zufolge hat Trump ein israelisches Ersuchen blockiert, den Obersten Führer des Iran, Ayatollah Ali Khamenei, zu töten. Anonyme Quellen sagten gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, die Israelis hätten berichtet, dass sie die Möglichkeit hätten, Khamenei zu töten, aber Trump habe ihnen von diesem Plan abgeraten. „Haben die Iraner schon einen Amerikaner getötet? Nein. Solange das nicht der Fall ist, reden wir nicht einmal darüber, gegen die politische Führung vorzugehen“, sagte die Quellen, ein hoher Beamter der US-Regierung, gegenüber Reuters.

Israel-Iran-Konflikt
Bericht: Iranische Raketen treffen israelischen Waffenhersteller Rafael

0
Teheran – Iran und Israel lieferten sich auch am Sonntag einen verheerenden Schlagabtausch. Der Iran führte eine Reihe von Raketen- und Drohnenangriffen auf wichtige israelische Infrastruktureinrichtungen durch, darunter ein angeblicher Angriff auf die Fabrik Rafael Advanced Defense Systems und den internationalen Flughafen Ben Gurion in Tel Aviv. Die Angriffe markieren eine deutliche Eskalation des andauernden Konflikts zwischen den beiden Staaten, der nun schon den dritten Tag intensiver Luftkämpfe umfasst. Nach Angaben iranischer Staatsmedien und auf X kursierenden Beiträgen übernahm das iranische Militär die Verantwortung für einen direkten Treffer auf eine Anlage von Rafael, einem großen israelischen Rüstungsunternehmen, das für die Herstellung von Raketenabwehrsystemen wie der Eisernen Kuppel und fortschrittlicher Waffentechnik bekannt ist. Tasnim News, eine halboffizielle iranische Nachrichtenagentur, berichtete unter Berufung auf israelische Medien, dass der Angriff einen massiven Brand in der Rafael-Anlage ausgelöst habe, obwohl der genaue Ort – ob in Haifa oder in der Nähe von Tel Aviv – noch unbestätigt ist. In den sozialen Medien wurden sekundäre Explosionen beschrieben, die auf erhebliche Schäden hindeuten, aber die israelischen Behörden haben den Angriff auf Rafael nicht offiziell bestätigt. Gleichzeitig ließ der Iran eine Flut von ballistischen Raketen und Drohnen auf Tel Aviv los, von denen einige die hochentwickelte israelische Luftabwehr Iron Dome durchdrangen. Die staatliche iranische Nachrichtenagentur IRNA behauptete, es habe zwar Explosionen auf dem Ben-Gurion-Flughafen gegeben, doch seien keine Start- und Landebahnen oder wichtige Einrichtungen beschädigt worden. Die israelische Flughafenbehörde bestätigte jedoch, dass der Luftraum vorübergehend geschlossen war und Flüge gestrichen wurden, wodurch Reisende festsaßen. Lokale Medien berichteten, dass der Flughafen am Montagmorgen seinen Betrieb in begrenztem Umfang wieder aufnahm, aber Fluggesellschaften wie Etihad Airways haben ihre Flüge nach Tel Aviv bis mindestens 22. Juni eingestellt. Die Angriffe am Sonntag folgten auf Israels „Operation Rising Lion“, eine Reihe von Luftangriffen, die am Freitag gegen iranische Nuklearanlagen, Militärbasen und Energieinfrastruktur gerichtet waren. Bei den iranischen Vergeltungsangriffen wurden in Israel mindestens 13 Menschen getötet, darunter auch Zivilisten in Bat Yam, einem Vorort südlich von Tel Aviv, wo ein Wohnhaus zerstört wurde, wobei sechs Menschen ums Leben kamen, darunter ein zehnjähriger Junge und ein neunjähriges Mädchen. Im Iran haben die israelischen Angriffe mindestens 224 Tote gefordert, wobei es in Teheran zu erheblichen Opfern unter der Zivilbevölkerung gekommen ist. US-Präsident Donald Trump äußerte auf dem Weg zu einem G7-Gipfel in Kanada die Hoffnung auf einen Waffenstillstand, lehnte es aber ab, zu bestätigen, ob er Israel aufgefordert hat, seine Angriffe einzustellen. Berichten zufolge hat Trump ein israelisches Ersuchen blockiert, den Obersten Führer des Iran, Ayatollah Ali Khamenei, zu töten. Anonyme Quellen sagten gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, die Israelis hätten berichtet, dass sie die Möglichkeit hätten, Khamenei zu töten, aber Trump habe ihnen von diesem Plan abgeraten. „Haben die Iraner schon einen Amerikaner getötet? Nein. Solange das nicht der Fall ist, reden wir nicht einmal darüber, gegen die politische Führung vorzugehen“, sagte die Quellen, ein hoher Beamter der US-Regierung, gegenüber Reuters.

Israel-Iran-Konflikt
Zahlreiche Autobomben erschüttern Teheran

Teheran – Nach einer Welle israelischer Luftangriffe auf den Iran explodierten in Teheran am Sonntag fünf Autobomben, wie die staatliche Nachrichtenagentur IRNA berichtete. Laut unbestätigten Berichten in sozialen Medien sollen bis zu 20 Bomben detoniert sein Die Bomben detonierten gleichzeitig nahe Regierungsgebäuden. Es wurden jedoch keine Informationen über Verletzte oder Schäden durch die Explosionen gegeben. IRNA berichtete, dass das Polizeipräsidium in Teheran sowie mehrere andere Ziele beschossen wurden. Die israelischen Luftangriffe gingen derweil in den dritten Tag. In sozialen Medien verbreiteten Videos ist zu sehen, wie dichter schwarzer Rauch aus einem brennenden Auto aufsteigt und die Scheiben umliegender Gebäude zerstört werden. Mindestens 14 iranische Atomwissenschaftler wurden seit Beginn des Konflikts am Freitag durch israelische Luftangriffe getötet, darunter auch durch zwei Autobomben, wie internationale Nachrichtengenturen berichten. Israel hat am Freitag koordinierte Luftangriffe auf mehrere Standorte im Iran, darunter auch militärische und nukleare Einrichtungen, geflogen, woraufhin Teheran innerhalb weniger Stunden Vergeltungsmaßnahmen ergriffen hat. Nach Angaben der israelischen Behörden wurden bei iranischen Raketenangriffen seit Freitag mindestens 13 Menschen getötet und mehr als 370 weitere verletzt. Der Iran seinerseits gab an, dass am ersten Tag des israelischen Angriffs 78 Menschen und am zweiten Tag weitere Menschen, darunter auch Kinder, getötet worden seien.
„Operation Aufsteigender Löwe“
Israel hat am Freitagmorgen mit einem Überraschungsangriff die „Operation Aufsteigender Löwe“ eingeleitet, bei der die Spitze des iranischen Militärkommandos ausgelöscht und die Nuklearanlagen des Landes beschädigt wurden, und sagt, dass die Kampagne in den kommenden Tagen weiter eskalieren wird. Der Iran hat geschworen, als Vergeltung „die Tore der Hölle“ zu öffnen. Das israelische Militär hat Iraner, die in der Nähe von Waffenanlagen leben, gewarnt, diese zu evakuieren. „Der Iran wird einen hohen Preis für die Ermordung von Zivilisten, Frauen und Kindern zahlen“, sagte der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu von einem Balkon aus, von dem aus man die ausgebombten Wohnungen in der Stadt Bat Yam überblickte, in denen sechs Menschen getötet wurden. Ein Beamter sagte, Israel habe noch eine lange Liste von Zielen im Iran und lehnte es ab, zu sagen, wie lange die Offensive andauern werde. Zu den Zielen, die am Samstagabend angegriffen wurden, gehörten zwei „Dual-Use“-Brennstoffanlagen.

Israel-Iran-Konflikt
Thomas: „Israel nimmt die eigene Medizin“

Ein Gastkommentar von Michael Thomas Abgesehen von den unglaublichen Zerstörungen, die Israel selbst angerichtet hat, erlebt es derzeit ein für seine Bürger zutiefst verstörendes Phänomen: Jenseits seiner gefilterten und manipulierten Presse schlagen nun Raketen in ihren eigenen Städten ein. Ich halte das für einen wichtigen Aspekt. Während all seiner Angriffe produzierte das Land ein Image von tiefstem Frieden in seinem Innern und verschonte seine Bürger mit Bildern dessen, was sie außerhalb ihrer Grenzen taten. Sie zeigten ein Bild der Unverletzlichkeit, der absoluten Überlegenheit und himmelhoher, militärischer Dominanz und Sicherheit. Jetzt sterben sie unter Trümmern. Jenseits jeder emotionalen Betrachtung, die von Überraschung und Freude über Entsetzen bis zu blanker Wut reicht, darf man den Effekt dessen nicht unterschätzen. Es ähnelt gewissermaßen den ersten Bombennächten im Zweiten Weltkrieg, als die ersten britischen Langstreckenbomber deutsche Städte erreichten. Der Nimbus der Überlegenheit war dahin, aus Nazis wurden angsterfüllte, heulende Obdachlose. Es ist ein Novum, etwas bisher noch nie Dagewesenes; Israel ist nicht mehr Ziel einiger selbstgebastelter und ungelenkter Raketen kleinen Ausmaßes, sondern liegt im Fadenkreuz modernster Systeme, die jeden Punkt des Landes erreichen und zerstören können.

Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.

Zum Autor 

Michael Thomas ist Privatier, Fotograf, leidenschaftlich an Ägyptologie und Literatur interessiert, mit der er vor vielen Jahren als Autor regional einige Beachtung fand. Er verfolgt interessiert das Weltgeschehen durch Beobachtung internationaler Presse. Seinen Fokus legt er insbesondere auf die Palästinafrage und auf die islamische Welt.

Israel-Iran-Konflikt
Israel: Tote und Verletzte nach Iran-Angriff

0
Tel Aviv – Eine Frau, die am Samstag beim Einschlag iranischer Raketen in Tel Aviv schwer verletzt wurde, ist gestorben. Dies ist eine tragische Eskalation im anhaltenden Konflikt zwischen Iran und Israel. Nach dem bisher größten Militärschlag Israels gegen seinen langjährigen Feind hat der Iran Vergeltungsluftangriffe auf Israel geflogen. In Jerusalem und Tel Aviv, den beiden größten Städten des Landes, waren Explosionen zu hören. Der Oberste Führer des Iran, Ayatollah Ali Khamenei, versprach eine „strenge, weise und starke“ Antwort und beschuldigte Israel, den Konflikt ausgelöst zu haben. Die iranischen Staatsmedien behaupteten, die Raketeneinschläge hätten Dutzende militärische Einrichtungen, darunter auch Luftwaffenstützpunkte, getroffen. Der Angriff, der mehrere Orte in der Stadt betraf, darunter das Kirya-Gelände, das militärische Hauptquartier Israels, hat die Nation in Aufruhr versetzt und Dutzende von Verletzten und erhebliche Schäden verursacht. „OPERATION TRUE PROMISE III“ Der Angriff, der von den iranischen Staatsmedien als „Operation True Promise III“ bezeichnet wurde, erfolgte als Vergeltung für die israelischen Luftangriffe auf iranische Nuklearanlagen und militärische Ziele, bei denen 78 Menschen, darunter hochrangige Militärs und Nuklearwissenschaftler, getötet und mehr als 320 Menschen, zumeist Zivilisten, verwundet wurden. Der iranische Raketenbeschuss zielte auf wichtige Orte in Tel Aviv, wobei der Kirya-Komplex, das Nervenzentrum der israelischen Militäroperationen, das dem Pentagon in den Vereinigten Staaten entspricht, bestätigt wurde. Videos, die von der New York Times verifiziert wurden, zeigen, wie eine Rakete in der Nähe des Marganit-Turms im Kirya-Gebiet einschlug und eine laute Explosion und einen hellen Lichtblitz verursachte, wobei erhebliche Schäden an nahe gelegenen Gebäuden gemeldet wurden. Fox News bestätigte, dass eines der getroffenen Gebäude zum Kirya-Komplex gehörte, wobei mindestens ein großes Gebäude vollständig zerstört wurde. Berichten zufolge hat Israel seinen Luftraum gesperrt und die Zivilbevölkerung angewiesen, in der Nähe von Schutzräumen zu bleiben. Die internationale Gemeinschaft, einschließlich NATO-Generalsekretär Mark Rutte, hat zur Deeskalation aufgerufen. Der iranische Außenminister Abbas Araghchi wies diese Appelle jedoch zurück und betonte das Recht des Irans auf Selbstverteidigung. MOSSAD OPERIERTE TIEF IM IRAN Eine israelische Sicherheitsquelle sagte, dass Mossad-Kommandos vor dem Angriff tief im Inneren der Islamischen Republik operiert hätten und dass der israelische Spionagedienst und das Militär eine Reihe von verdeckten Operationen gegen die strategische Raketenanlage des Iran durchgeführt hätten. Israel habe auch eine Basis für Angriffsdrohnen in der Nähe von Teheran eingerichtet, so die Quelle weiter. Das Militär erklärte, es habe die iranische Luftverteidigung bombardiert und dabei „Dutzende von Radaranlagen und Boden-Luft-Raketenwerfer“ zerstört. Die Iraner berichteten von einer Atmosphäre der Angst und Wut, in der einige Menschen eilig Geld wechselten und andere einen Weg aus dem Land in Sicherheit suchten. „Die Menschen in meiner Straße stürmten in Panik aus ihren Häusern. Wir hatten alle schreckliche Angst“, sagte Marziyeh, 39, die von einer Explosion in Natanz geweckt wurde. Während einige Iraner im Stillen hofften, dass der Anschlag zu Veränderungen in der klerikalen Hardliner-Führung des Irans führen würde, schworen andere, sich hinter die Behörden zu stellen. „Ich werde für unser Recht auf ein Atomprogramm kämpfen und sterben. Israel und sein Verbündeter Amerika können es uns mit diesen Angriffen nicht wegnehmen“, sagte Ali, ein Mitglied der regierungsfreundlichen Basij-Miliz in Qom.