Mailand
Papst Franziskus macht Europa und USA für den Tod von Kindern in Kriegen verantwortlich

Mailand (nex) – Papst Franziskus macht Europa und die Vereinigten Staaten für den Tod von Kindern in Syrien, Jemen und Afghanistan verantwortlich und sagte am Samstag, dass reiche westliche Länder Konflikte schürten, indem sie Waffen in Kriegsgebieten verkauften. In einem Gespräch mit Schülern und Lehrern des Mailänder San Carlo-Instituts sagte Franziskus, dass der Grund für die vielen Kriege auf der Welt „reiche Europäer und Amerikaner“ seien, berichtet die Nachrichtenagentur Associated Press. Diese verkauften Waffen, mit denen Kinder und Menschen getötet würden. Ohne diese Feuerkraft hätte es in Ländern wie Afghanistan, Jemen und Syrien keinen Krieg gegeben. „Ein Land, das Waffen produziert und verkauft, hat den Tod jedes Kindes und die Zerstörung jeder Familie auf seinem Gewissen“, sagte Francis.  In Bezug auf die Notwendigkeit für die Länder, Migranten aufzunehmen und zu integrieren, wies Francis die Bedenken der Regierungen, die Asylbewerber nicht einreisen lassen wollen, zurück. Ausländer seien nicht die einzigen Kriminellen in Italien. „Auch wir haben viele davon“, sagte Francis. „Die Mafia wurde nicht von Nigerianern erfunden. Die Mafia gehört uns“, sagte er. „Wir könnten alle Gefahr laufen, kriminell zu werden. Migranten bringen uns Reichtum, weil Europa von Migranten geschaffen wurde.“

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Kommentar
Sharing Economy: Noch nie haben Unternehmen in so kurzer Zeit derart stark expandiert

Ein Kommentar von Ernst Wolff Am 29. März ging in New York ein Unternehmen an die Börse, das 2012 gegründet wurde, bisher noch keinen Gewinn erwirtschaftet, in den vergangenen zwei Jahren aber einen Verlust von $ 1,5 Mrd. gemacht hat. Der erste Kurs der Aktie lag um 20 Prozent höher als der Ausgabepreis, brachte dem Konzern insgesamt $ 2,3 Mrd. ein und ließ seinen Gesamtwert auf mehr als $ 24 Mrd. ansteigen.  Dieses auf den ersten Blick unverständliche Ereignis ist kein Zufall, sondern das Produkt einer Entwicklung, die erst vor wenigen Jahren begonnen hat und unser Leben, vor allem das des Mittelstands, in Zukunft entscheidend verändern wird.  Bei dem Unternehmen handelt es sich um den Fahrdienstleister Lyft, der sich mit seinem Konkurrenten Uber derzeit einen erbitterten Kampf um die Vorherrschaft auf dem US-Markt liefert. Beide sind Teil einer der wohl außergewöhnlichsten Branchen, die die Weltwirtschaft je hervorgebracht hat: der Sharing Economy.  Noch nie haben Unternehmen in so kurzer Zeit derart stark expandiert, den Weltmarkt so schnell erobert und ihren Gründern trotz enormer Verluste solche Gewinnchancen eröffnet wie diese auf Internetplattformen basierenden Vermittlerdienste.  Allerdings gibt es auch keine Branche, die ihre vermeintlichen Ideale in derartiger Weise ins Gegenteil verkehrt und sich die schlimmsten Auswüchse des gegenwärtigen Finanzsystems in solch geballter Form zu eigen gemacht hat. Angeblich ging es den Gründern darum, den Menschen und der Umwelt zuliebe Ressourcen zu schützen und vorhandene Güter – wie im Falle von Uber und Lyft das eigene Auto – und – im Falle von AirBnB die eigene Wohnung – zu „teilen“. Sharing Economy heißt ja nichts anderes als Ökonomie des Teilens.  Das allerdings stellt sich schon bei einem oberflächlichen Blick auf die drei größten US-Unternehmen der Branche als unmöglich heraus: Lyft und Uber verfügen über keine eigenen Mietautos und AirBnB über keine eigenen Apartments, könnten also auch bei bestem Willen gar nichts teilen.  Wie aber sieht ihr Geschäftsmodell dann aus? Schlicht und einfach folgendermaßen: Geteilt wird nicht das, was man selbst hat, sondern das, was andere besitzen – allerdings mit dem Ziel, sich selbst zu bereichern.  Grundlage der Sharing Economy sind das Internet und die moderne Kommunikations-Technologie. Sie dienen als Plattform für Vermittlungsdienste. Uber und Lyft vermitteln Fahrdienste, AirBnB vermittelt Wohnraum. Andere Plattformen vermitteln Kredite, Haushaltshilfen, Handwerker, Busfahrten, Hotelunterkünfte, Essenslieferungen und Liebesbeziehungen – es gibt kaum noch einen Bereich, in dem nicht versucht wird, nach dem Prinzip der Sharing-Industrie Geld zu machen – und das mit weitreichenden Folgen.  Weil das Internet und die Kommunikations-Technologie keine Grenzen kennen, breiten sich Sharing-Unternehmen in kürzester Zeit international aus und beginnen in vielen Fällen schon bald nach ihrer Gründung, weltweit zu agieren. Ihr Wachstumspotenzial führt dazu, dass Großinvestoren wie Hedgefonds oder Staatsfonds mit Milliardenbeträgen in das Geschäft einsteigen und ihm extrem rücksichtslose und aggressive Methoden aufzwingen. Sie verlegen die Firmensitze in Steueroasen, rationalisieren, wo es nur geht, und streichen das Personal drastisch zusammen. Da sie mit denen, an deren Arbeit sie verdienen, keine Arbeitsverträge abschließen, sondern ihnen gegenüber nur als Vermittler auftreten, umgehen sie – ganz legal – bestehende Arbeitsgesetze: Sie brauchen keine Tariflöhne zu zahlen, keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall zu leisten und keine Kündigungsfristen einzuhalten. Dafür verlangen sie höchstmögliche Flexibilität, fördern die Scheinselbständigkeit und verwandeln die einzelne Arbeitskraft zu einem jederzeit austauschbaren Rad in einem Getriebe, das nur einem Ziel dient: Das Sharing-Unternehmen zum Marktführer zu machen. Dem Erreichen dieses Ziels wird sogar über lange Zeit der Gewinn untergeordnet. Unter dem beschönigenden Slogan „Wachstum vor Profit“ wird knallhartes Preisdumping betrieben, um Konkurrenten auszuschalten und sich ganze Wirtschaftszweige zu unterwerfen. Der Fahrdienstleister Uber zum Beispiel hat in den Jahren 2016 und 2017 $ 7,5 Mrd. Verlust gemacht, weil er die eigenen Fahrten bezuschusst hat – nur um Konkurrenten in den Ruin zu treiben.  Die sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Sharing-Economy sind verheerend: Es entsteht eine riesige Schar von Abhängigen, die als Scheinselbständige und Subunternehmer der Willkür der Sharing-Unternehmen ausgesetzt sind. Mittelständische Betriebe werden rund um den Globus durch einen Preiskampf, in dem sie chancenlos sind, in die Enge getrieben und haben schlussendlich nur noch als Franchise-Nehmer eine Überlebenschance. Entziehen kann sich diesem Prozess kaum jemand, da Sharing-Unternehmen – wie die Verluste von Uber und Lyft zeigen – bereit sind, jahrelange extreme Durststrecken hinzunehmen, nur um am Ende ihr Maximalziel zu erreichen: Sich den globalen Markt zu unterwerfen, um dann die eigene Monopolstellung auszunutzen, die Preise in die Höhe zu treiben… und richtig abzukassieren.
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.
Ernst Wolff
Ernst Wolff ist freier Journalist und Autor des Buches Finanz-Tsunami: Wie das globale Finanzsystem uns alle bedroht“.
Wolff, geboren 1950, aufgewachsen in Südostasien, Schulzeit in Deutschland, Studium in den USA. Der Journalist und Spiegel-Bestseller-Autor (»Weltmacht IWF«) beschäftigt sich seit vierzig Jahren mit der Wechselbeziehung von Politik und Wirtschaft. Sein Ziel ist es, die Mechanismen aufzudecken, mit denen die internationale Finanzelite die Kontrolle über entscheidende Bereiche unseres Lebens an sich gerissen hat: »Nur wer diese Mechanismen versteht und durchschaut, kann sich erfolgreich dagegen zur Wehr setzen.«

Wahlen in Israel
Israelische Organisation fährt Araber zu den Wahlurnen

Jerusalem (nex) – Um Beduinen-Bürger Israels, die in in der Negev-Wüste leben, mit Bussen zu den Wahlen zu fahren, haben bisher über 1.400 Israelis Zehntausende Schekel an eine Organisation gespendet. Die Initiative werde voraussichtlich am Dienstag zwischen 6.000 und 10.000 Beduinen zu den Wahlen bringen. Die vollständig durch Spenden finanzierte Aktion wird von „Zazim“ organisiert. Bei Zazim handelt es sich um eine israelische Menschenrechtsbewegung. Laut Zazims Website hatte die Kampagne am Sonntagmorgen genug Geld gesammelt, um mindestens 40 Minibusse und Geländewagen zu mieten, die bis zu 15 Wähler gleichzeitig zwischen ihren Dörfern und Wahllokalen befördern können. „Ein hoher Prozentsatz der Menschen in unbekannten Dörfern taucht nicht zur Wahl auf, nur weil sie keinen Weg dazu haben“, zitiert das Onlinemagazin „972mag“ Atia al-Asam, Leiterin des informellen, nicht anerkannten Dorfrates, der im Rahmen der Kampagne darlegte, was die Dorfbewohner brauchen, um am Dienstag zur Wahl zu kommen. „Die Wahllokale befinden sich nur in anerkannten Dörfern“, erklärte al-Asam und fügte hinzu, dass einige gezwungen sind, bis zu 70 Kilometer (über 40 Meilen) zu reisen. Er glaubt, dass es der Mangel an Transportmöglichkeiten ist, der die meisten Beduinen aus den nicht anerkannten Dörfern am Wahltag zu Hause bleiben lässt. Der Staat habe die Pflicht, seinen Bürgern das Wählen zu ermöglichen, sagte al-Asam. „Warum bauen sie nicht Wahllokale in den nicht anerkannten Dörfern, in denen es Schulen gibt? Es würde das Problem lösen.“ „Wir sagen den Leuten nicht, für wen sie stimmen sollen“, betonte al-Asam, „der Punkt ist, dass sie wählen.“ „Bei den Wahlen 2015 versuchte Netanjahu, die Stimmen der arabischen Bürger als Bedrohung darzustellen, aber die wirkliche Bedrohung für die Demokratie ist die zunehmende Aufstachelung gegen 20 Prozent der israelischen Bürger“, so die Israelin Raluca Ganea und bezog sich damit auf die mehr als 1,5 Millionen arabischen Bürger Israels. Raluca ist Gründerin von Zazim.
(Foto: Zazim.org)
„Unsere Gemeinschaft streckt ihre Hand in Solidarität mit den Beduinen des Negev aus und sendet eine klare Botschaft an alle arabischen Bürger: Ihre Stimme zählt für uns.“

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– Fernsehserien – „Die Türken sind zurück, und sie haben ganz Israel abhängig gemacht“

Das weltweite Interesse für türkische TV-Serien ist ungebrochen. Nach den arabischen Ländern, Russland, Polen, dem Balkan und weit entfernten Orten wie Südamerika, wächst auch in Israel eine immer größer werdende Anhängerschaft.

„Die Türken sind zurück, und sie haben ganz Israel abhängig gemacht“

Kriminalität
Kripo-Verband fordert Inobhutnahme von Kindern krimineller Clans

Berlin – In einem Positionspapier schlägt der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) vor, dass der Staat Kinder aus kriminellen Großfamilien heraus- und in Obhut nehmen solle. „Ein Weg könnte sein, nachgewiesene kriminelle Familienstrukturen gerichtsfest als Kindeswohlgefährdung anzusehen“, so der Verband. Man müsse prüfen, ob Jugendämter und Familiengerichte Kinder aus diesen Strukturen in Obhut nehmen und außerhalb des Einflussbereichs ihres Clans unterbringen könnten. Der Verband fordert ein härteres Durchgreifen bei Clan-Kriminalität. Notwendig sei eine „Null-Toleranz-Politik“ und eine „Strategie der permanenten Nadelstiche“.

Wie die „Tagesschau“ weiter berichtet, fordert der BDK bereits kleinere Verstöße wie das Fahren ohne Führerschein zu ahnden. Die Summe von Verurteilungen mache den Erfolg aus. Das Verhalten krimineller Großfamilien sei ein „Paradebeispiel für misslungene Integration“, zitiert „Tagesschau“ aus dem 30-seitigen Positionspapier weiter.

Bei begründetem Verdacht auf Straftaten sollten Strafverfolgungs- und Sozialbehörden alle relevanten Daten austauschen dürfen. Jobcenter sollen demnach Sozialleistungsbetrug durch Clan-Angehörige besser erkennen können. „Datenschutz darf nicht zum Täterschutz werden“, schreibt der BDK.

Gleichzeitig will es der Verband kriminellen Großfamilien so schwer wie möglich machen, Unternehmen zu gründen und „illegal erworbenes Vermögen zu legalisieren“, berichtet Tagesschau weiter.

Die Behörden sollten deshalb Shisha-Bars, Wettbüros, Restaurants, Autohandelsplätze und andere Treffpunkte im Umfeld von Clans laufend kontrollieren. Illegale Geschäfte sollen so aufgedeckt oder verhindert werden.

Konzert in Tel Aviv
Israel: Fast 11.000 Fans besuchen Konzert des türkischen Sängers Özcan Deniz

Tel Aviv (nex/aa) – Mehr als zehntausend Fans besuchten am Samstag das Konzert des türkischen Sängers und Schauspielers Özcan Deniz in Israel. Das Konzert fand in der Menora Mictachim Arena in der Hauptstadt Tel Aviv statt und die Tickets, deren Preise bei 300 Dollar lagen, waren Tage zuvor ausverkauft. Laut offiziellen israelischen Angaben wurde der Auftritt des türkischen Sängers von fast 11.000 Menschen besucht.
Deniz erlangte mit seiner Hauptrolle in der TV-Serie İstanbullu Gelin (Die Braut von Istanbul) in Israel eine atemberaubende Popularität. Auch Asli Enver, seine Ehefrau in der Serie, war beim Konzert anwesend.
Das Konzert war vor Monaten angekündigt worden, die pro-palästinensische Bewegung BDS forderte jedoch die Stars der Serie auf, die Veranstaltung abzusagen.
„Wir fordern Sie auf, die Stimme der Palästinenser und der oppositionellen Juden zu sein und Israel bei seinen Bemühungen, sich reinzuwaschen, nicht zu unterstützen“, so die Bewegung in einem offenen Brief. Zudem fordert BDS die Stars auf, die Ausstrahlung der Serie in Israel zu verweigern und die Einladung, in Tel Aviv aufzutreten, abzulehnen.

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Promi-News
Türkische Sängerin Muazzez Ersoy: Lady Gaga macht mich nach

Istanbul (nex) – Ihr Stil wird in letzter Zeit mit dem der amerikanischen Sängerin Lady Gaga verglichen: „Lady Gaga macht mich nach. Ich bin schöner als sie. Sie ist hässlich“. Zu den Vergleichen türkischer Medien mit Lady Gaga zeigt sich die Sängerin Muazzez Ersoy (60) erfrischend selbstsicher. „In Wirklichkeit folgt Lady Gaga mir und macht mich nach. Sie hat meinen Stil wahrscheinlich auf Instagram gesehen“, so die  Sängerin gegenüber Reportern der türkischen Boulevardzeitung Posta. Außerdem sei sie schöner und Lady Gaga hässlich. Zudem sei der Stil des US-Stars „seltsam“. Ersoy, Sängerin klassischer türkischer Musik, ist bekannt für ihre extravagante Bühnengarderobe. https://www.instagram.com/p/Bv401NtgVOs/

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Menschenrechtsverletzungen in China
China: Kopfgeldjäger melden religiöse Aktivitäten der Polizei

Von Massimo Introvigne Vergangene Woche berichtete Asia News, dass in der Stadt Guangzhou Bargeldbelohnungen für “moderne Judas-Nachahmer“ ausgezahlt werden, wenn diese der Polizei illegale religiöse Aktivitäten melden. Auch in anderen Medien war das Guangzhouer Belohnungssystem ein Thema. Das Onlinemagazin Bitter Winter hat nun erfahren, dass tatsächlich zwei Dokumente in Guangzhou kursieren, welche die Kopfgeldjäger zu Anschuldigungen ermuntern. Zunächst einmal wurde auf der Regierungswebsite die ursprüngliche Bekanntmachung veröffentlicht. Nach dieser wird für fundierte Hinweise eine Belohnung von 100 bis zu 1000 RMB ausbezahlt. Denjenigen, die fundierte Hinweise geben und bei der Ermittlung gegen illegale religiöse Organisationen und deren Mitglieder helfen, winken Belohnungen in Höhe von 1000 bis 3000 RMB bzw. von 3000 bis 5000 RMB, wenn die religiöse Gruppe Kontakt ins Ausland unterhält. Diejenigen, die fundierte Hinweise geben und bei der “Festnahme führender Mitglieder illegaler religiöser Organisationen im Ausland“ helfen, oder “Hierarchien und Schlüsselmitarbeiter des inländischen Organisationszweigs aufdecken“, erhalten Belohnungen zwischen 5000 und 10 000 RMB. Wie religiöse Anführer im Ausland von der KPCh-Polizei festgenommen werden können, wurde nicht erklärt. Am gleichen Tage veröffentlichte jedoch das Büro für Ethnische und Religiöse Angelegenheiten der Stadt Guangzhou seine Erörterung der Anreiz-Maßnahmen zur Meldung illegaler religiöser Aktivitäten in der Stadt Guangzhou – ein zweites Dokument zum gleichen Thema. Darin wird als Sinn und Zweck der neuen Maßnahmen und des Belohnungssystems der Schutz der legalen religiösen Aktivitäten genannt sowie das Bestreben, die illegalen Aktivitäten einzuschränken, den Extremismus zu zügeln, der Infiltration Widerstand zu leisten und das Verbrechen zu bekämpfen. Als Beispiel für “illegale religiöse Aktivitäten“ nennt der Text den “ungenehmigten Bau von Tempeln oder von übermäßig großen Buddha-Statuen, die private Organisation von Pilgerreisen, Gottesdienste in ungenehmigten christlichen Versammlungsstätten, illegale Online-Missionierung, ungenehmigter Religionsunterricht, ungenehmigter Druck religiöser Veröffentlichungen usw.“ “Diese illegalen religiösen Aktivitäten“, so das Dokument, “haben nicht nur negative Auswirkung auf die reguläre Religionsordnung, sondern schädigen auch das öffentliche Interesse der Gesellschaft. Die neuen Maßnahmen werden der Regierung helfen, die Überwachung und Kontrolle zu verstärken und die Menschen dahin zu führen, illegale religiöse Aktivitäten zu entdecken, zu beenden und zu korrigieren.“ Wie bereits erwähnt, gibt es nicht nur Belohnungen dafür, wenn Gruppen mit Hauptsitz im Ausland denunziert werden, sondern auch für die Denunzierung chinesischer Gruppen. Allerdings ist die Belohnung höher, wenn eine Gruppe denunziert wird, die Verbindungen ins Ausland unterhält. Das Dokument bietet eine entsprechende ideologische Erklärung und ruft die Bürger dazu auf “der Infiltration Widerstand zu leisten“. Religiöse Infiltration bedeutet, dass feindliche ausländische Mächte die Religion dazu einsetzen, das Land zu “verwestlichen“ und “in unserem Land Strategien zur ‚Abgrenzung‘ einzuführen sowie sich an Aktivitäten zu beteiligen, um Verfassungsrecht und Politik des Landes zu schädigen. Mittlerweile setzen die ausländischen Mächte verstärkt immer umfassendere religiöse Mittel zur Infiltrierung ein. Die neuen Maßnahmen werden dazu beitragen, den religiösen Austausch mit dem Ausland zu standardisieren und das Fundament zum Widerstand gegen die Infiltration zu festigen.“ Hierbei handelt es sich um die übliche post-Tiananmen-Paranoia der KPCh, dass ausländische Staaten, vor allem die USA, versuchen, die chinesische Regierung mit Hilfe der Religion zu stürzen. Außerdem konnten evangelikale Gruppen aus Südkorea nach China vordringen, was in der KPCh große Besorgnis ausgelöst hat. Im Dokument werden auch “feindliche Kräfte und Kriminelle“ angeprangert, “die unter dem Deckmantel der Religion illegale und kriminelle Tätigkeiten durchführen. Diese Tätigkeiten untergraben die Einheit des Staates und den Zusammenhalt der Nationalitäten, verletzen die Bürgerrechte und stellen eine ernste Gefahr für die Gesellschaft dar. Sie müssen im Einklang mit dem Gesetz unterdrückt werden. Die neuen Maßnahmen sind ein Beitrag zum Kampf gegen Verbrechen, wie zum Beispiel die Verwendung von Religion zu separatistischen und terroristischen Zwecken, und verhindern, dass illegale religiöse Aktivitäten von feindlichen Kräften zu illegalen und kriminelle Handlungen genutzt werden.“ Dies bezieht sich auf die Uiguren und andere Muslime aus Xinjiang sowie auf die tibetischen Buddhisten, denen regelmäßig “Separatismus“ und “Terrorismus“ vorgeworfen wird. In diesem Dokument geht es um Guangzhou, aber Muslime aus Xinjiang und Buddhisten aus Tibet werden systematisch überwacht und schikaniert, wenn sie aus ihren “autonomen“ Gebieten ausreisen oder fortziehen. Die Erwähnung “krimineller Aktivitäten“ ist wiederum eine Anspielung auf die Religionsbewegungen, die auf der xie jiao (heterodoxe Lehren)-Liste stehen und damit als völlig illegal gelten, wie Falun Gong oder die Kirche des Allmächtigen Gottes. Die Gepflogenheit, Belohnungen für Menschen anzubieten, die xie jiao -Mitglieder denunzieren, war (und ist) überall in China üblich.
Erschienen auf Bitter Winter.

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Hui-Muslime hatten lange einige Privilegien vor Uiguren: das Kopftuch war auch an Universitäten erlaubt, religiöse Erziehung der Kinder wurde stillschweigend geduldet. Diese Privilegien wurden schon seit einiger Zeit aufgehoben. Moscheen wurden zerstört. Auch auf Hui-Moscheen wurde arabische Schrift, der Halbmond beseitigt.

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Iran-Sanktionen
Iran will US-Militär als Terrororganisation einstufen

Teheran (nex) – Der Iran erwägt, das US-Militär auf eine Terrorliste zu setzen, falls Washington, wie am Freitag angekündigt, die iranische Revolutionsgarde als Terrororganisation einstufen wird. „Wenn die Revolutionsgarden auf Amerikas Liste der terroristischen Gruppen gesetzt werden, werden wir das Militär dieses Landes auf die schwarze Terrorliste neben den IS setzen“, sagte Heshmatollah Falahatpisheh, Leiter des nationalen Sicherheitsausschusses des Parlaments, auf Twitter. Washington kündigte an, die iranischen Revolutionsgarden als ausländische Terrororganisation einzustufen. Das teilten US-Regierungsvertreter am Freitag mit. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, könne die offizielle Entscheidung der US-Regierung bereits kommenden Montag fallen. Das Weiße Haus und das US-Außenministerium hätten sich dazu jedoch noch nicht geäußert. Ein Regierungsvertreter sagte am Dienstag, dass Washington zusätzliche Sanktionsmaßnahmen gegen den Iran erwäge. Die Iranische Revolutionsgarde oder Sepah ist eine von Ruhollah Khomeini am 5. Mai 1979 zum „Schutz des Regimes“ aufgestellte paramilitärische Organisation.

Menschenrechtsverletzungen in China
China: Behörden überwachen Gebetsstätten mit Drohnen

Von Shen Xinran Im Oktober 2018 schlossen die Behörden zwangsweise einen buddhistischen Tempel auf dem Berg Bijia in der Stadt Zunhua (nördliche chinesische Provinz Hebei). Anwohner berichten, dass die Behörden den Tempel danach mit einer Drohne überwachten. “Die Drohne ist mit einer Panoramakamera ausgestattet. Nach der Schließung des Tempels flog die Drohne extrem oft über den Berg“, berichtet ein ansässiger Dorfbewohner. Manche der Dorfbewohner dachten zunächst, die Drohne würde Luftaufnahmen von der Landschaft machen. Später bemerkten sie jedoch, dass die Drohne ausschließlich über dem Tempel hin- und herflog. “Nachdem die Drohne vor dem großen Räuchergefäß im Tempel angelangt war, fuhr sie die Kamera aus und machte ein paar Fotos“, erzählt einer der Anwohner. Einen Monat nach der Schließung öffnete der Tempelverantwortliche das Gebäude heimlich. Am nächsten Tag kamen Beamte zum Tempel und versiegelten die Türen des Tempels mit Papierstreifen. Sie sagten zu dem Tempelverantwortlichen: “Wir haben sofort entdeckt, dass Sie die Türen aufgeschlossen haben!“ In Chinas südöstlicher Provinz Fujian stoppten lokale Beamte im Oktober die Bauarbeiten an einem buddhistischen Tempel im Kreis Zhangpu im Zuständigkeitsbereich der Stadt Zhangzhou zum vierten Mal. Angestellte des lokalen Büros für Landverwaltung warnten den Tempelverantwortlichen, dass sie über Satellitenpositionstechnik herausfinden könnten, ob die Bauarbeiten wieder aufgenommen werden würden. “Wir wissen sogar, wer im Tempel ist“, erklärten sie. Im Dezember schloss die Lokalregierung in der chinesischen Zentralprovinz Henan die Si’en-Kirche, eine Drei Selbst-Kirche in der Gemeinde Lihe im Zuständigkeitsbereich der Stadt Nanyang. Aus diesem Grund mussten die Kirchenmitglieder ihre Gottesdienste zeitweise in einem, neben der Kirche gelegenen, Haus eines Christen abhalten. Es vergingen keine drei Monate, da wurden sie von einem, von der Regierung berufenen, Informanten gemeldet. Am 8. März brachten Beamte eine 360 Grad-Überwachungskamera unter dem Dachvorsprung der Si’en-Kirche an, die auf die temporäre Versammlungsstätte gerichtet war. Vor dem Hintergrund dieser Rund-um-die-Uhr-Überwachung drohte der Sicherheitsleiter der Gemeinde den Gläubigen, dass sie die Gottesdienste einstellen sollten, ansonsten drohe ihnen eine Festnahme. Ein buddhistischer Abt, der für einen Tempel in der Stadt Yueqing in der östlichen chinesischen Provinz Zhejiang verantwortlich war, erzählte dem Online Magazin Bitter Winter, dass seit der zweiten Hälfte 2016 ungenehmigte Tempel oder buddhistische Statuen zerstört werden, sobald man sie durch Satellitenpositionssysteme entdeckt. Als Regierungsangestellte kamen, um den Tempel zu zerstören, erklärten sie, dass dieser durch Satellitenpositionssysteme entdeckt worden sei. Nach der Zerstörung mancher Tempel machten die Beamten Fotos, von denen sie sagten, dass sie in einer Datenbank hochgeladen werden würden und dass die Anforderungen erst erfüllt seien, wenn nach einer Satellitenüberwachung festgestellt wurde, dass keine Probleme vorliegen.
Erschienen auf Bitter Winter.
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Finanzen
Immer mehr Jugendliche verschulden sich fürs Smartphone

Die Zahl der Schuldner in Deutschland steigt, das zeigt eine Studie der Wirtschaftsauskunftei Creditreform. Demnach sind fast sieben Millionen Bundesbürger über 18 Jahren verschuldet. Während im Gesamttrend die Anzahl der Hochverschuldeten steigt, waren die Extremfälle bei den Jugendlichen zuletzt rückläufig. Dafür sind immer mehr junge Erwachsene verschuldet. in Grund dafür dürfte sein, dass es immer leichter ist an einen Kredit zu kommen. Schon lange sind nicht mehr die Eltern die erste Anlaufstelle, sondern junge Menschen stellen Kreditanfragen zunehmend im Internet. Online-Banken entscheiden innerhalb von nur 24 Stunden, ob ein Kredit gewährt wird. Auch Filialbanken haben ihren Service beschleunigt, um auf dem Markt mithalten zu können: Die Dauer einer Kreditauszahlung wurde auf vier bis fünf Tage nach Bewilligung reduziert. Im Schnitt 7.500 Euro Schulden Jeder siebte unter 30 Jahren hat Schulden. Damit sind in dieser Altersgruppe überdurchschnittlich viele Schuldner anzutreffen. In den letzten zehn bis fünfzehn Jahren ist die Zahl rapide angestiegen. Die 20 bis 25-Jährigen beispielsweise haben im Schnitt 7.500 Euro Schulden bei einem Nettoeinkommen von 725 Euro.
(Symbolfoto: pixa)
Neben den relativ gut messbaren Schulden bei Banken, kommt eine relativ hohe Dunkelziffer hinzu, die sich Geld bei der Familie und bei Freunden leiht. Der mit Abstand häufigste Grund für die Schuldenaufnahme ist der Konsum. War es früher vor allem die Telefonrechnung, die zu Schulden führte, ist es heute die Anschaffung technischer Geräte. Ganz oben rangiert das Smartphone, das sich innerhalb kürzester Zeit zum unverzichtbaren Begleiter entwickelt hat. Smartphone hat Auto abgelöst Damit lässt das Smartphone auch das Auto hinter sich, das lange Zeit ein begehrtes Statussymbol war, aber mittlerweile immer mehr an Bedeutung verliert. Kleidung hingegen ist ein Dauerbrenner und hat sich schon vor Jahrzehnten vom praktischen Alltagsgegenstand zum Statussymbol entwickelt. Bei der Kleidung sind die Markenzwänge noch immer besonders groß. Vor allem Schulkinder sehen sich einem gesellschaftlichen Druck von Gleichaltrigen ausgeliefert. Shoppen ist heute eine der beliebtesten Freizeitbeschäftigungen unter Jugendlichen. Einkaufszentren gelten als Treffpunkte, in denen man Freunde trifft und chillt. Mit kostenlosem WLAN und diversen Sitzgelegenheiten werden Jugendliche und junge Erwachsene gezielt von den Einkaufszentren angelockt. Selbst wer kaum in den Geschäften einkauft, lässt für Snacks und Getränke meist ein paar Euro da. Ratenkredite sind das Tor zur Schuldenfalle Der Kauf auf Pump wird den Jugendlichen durch Ratenkredite einfach gemacht. Ob im Elektronikmarkt oder im Onlineshop – überall wird mit der 0-Prozent-Finanzierung geworben. Dabei bleibt es allerdings selten. Gerade junge Erwachsene ohne geregeltes Einkommen oder Sicherheiten werden mit verhältnismäßig hohen Zinsen zur Kasse geben. Wer die Raten nicht mehr zahlen kann, gerät in einen Teufelskreis aus ständig steigenden Inkasso- und Gerichtsgebühren. Obwohl ihr Schuldenstand viele Jugendliche umtreibt, suchen sich nur die wenigsten professionelle Hilfe. Bei den Eltern möchte man sich nicht die Blöße geben oder man weiß sowieso, dass diese keine Mittel haben um einem zu helfen. Auch um zur Schuldnerberatung zu gehen, ist die Scham groß. Noch größer ist allerdings das fehlende Wissen über solche Einrichtungen. Umso besser, dass diese immer öfter in Jugendtreffs integriert werden. Wer mit dem Auto zum Job muss und keine Alternativen sieht um sich Geld zu leihen, muss wohl oder übel zu einem Kredit greifen. Doch statt gleich das erstbeste Angebot zu wählen, sollte man sich die Zeit nehmen um die Konditionen in Ruhe zu vergleichen. Vor allem aber sollten die jungen Menschen verstehen, was für eine Art Kredit sie da abschließen und wann welche Kosten fällig werden. Wissen ist der beste Schutz vor Überschuldung.

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