Digitale Jugendpressekonferenz
Jugendliche wollen mehr Aufklärung zu Fake News und Hassrede im Netz

Laut repräsentativer Umfrage der Vodafone Stiftung sind Jugendliche regelmäßig mit Desinformation und Hassrede im Netz konfrontiert, werden aber in der Schule nicht ausreichend darauf vorbereitet.

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Repräsentative Befragung der Vodafone Stiftung und erste „Digitale Jugendpressekonferenz“

Berlin – Laut repräsentativer Umfrage der Vodafone Stiftung sind Jugendliche regelmäßig mit Desinformation und Hassrede im Netz konfrontiert, werden aber in der Schule nicht ausreichend darauf vorbereitet

Mehrheit junger Menschen sieht den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland durch „Fake News“ in Gefahr

„Fake News“ und „Hate Speech“ gehören zum Alltag von jungen Menschen, die in den sozialen Medien aktiv sind. Die Hälfte der 14- bis 24-Jährigen in Deutschland berichtet, mindestens einmal die Woche in den sozialen Medien auf Falschnachrichten zu stoßen; fast ein Fünftel sogar täglich.

In der Schule wird der Umgang mit Falschnachrichten und Hasskommentaren jedoch kaum thematisiert, dabei wünschen sich drei Viertel der Schülerinnen und Schüler mehr Aufklärung hierzu im Unterricht. Derzeit recherchieren die Meisten ihre Fragen zu Social Media allein im Netz.

Zwei Drittel der jungen Menschen in Deutschland glaubt zudem, dass die Verbreitung von Falschnachrichten den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland gefährde. Jeder Dritte ist sich aber unsicher, ob er Falschnachrichten sicher identifizieren kann und wie er auf Anfeindungen im Netz reagieren soll. Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen Studie unter 14- bis 24-Jährigen in Deutschland im Auftrag der Vodafone Stiftung Deutschland, die heute im Rahmen der ersten „Digitalen Jugendpressekonferenz“ veröffentlicht wird.

Bei der Fragestunde stellen sich die Staatsministerin für Digitalisierung, Dorothee Bär, der SPD-Bundestagsabgeordnete Falko Mohrs, die grüne Europaabgeordnete Terry Reintke und die Bundesvorsitzende der Jungen Liberalen, Ria Schröder, den Fragen von Jugendlichen zum Thema digitale Kommunikation.

Anlässlich der Digitalen Jugendpressekonferenz, sagt die Staatsministerin Dorothee Bär: „Ohne Fakten, ohne gemeinsame Realität kann es keinen gemeinsamen Diskurs geben. „True News“ von „Fake News“ zu unterscheiden erfordert Medienkompetenz. Wir müssen die jungen Menschen gegen Desinformation wappnen und ihnen klarmachen: Ein Hasskommentar sagt mehr über seinen Autor aus als über die Person, die damit kommentiert wird.“

Jugendliche sehen Kampf gegen Desinformation als gesamtgesellschaftliche Aufgabe

Junge Menschen in Deutschland sehen mehrheitlich (58 Prozent) die Betreiber von Social Media-Plattformen in der Pflicht, aktiv gegen „Fake News“ vorzugehen. Fast die Hälfte (46 Prozent) findet, die Medien müssen hier aktiv werden; ein Drittel (33 Prozent) möchte, dass die Bundesregierung handelt. 45 Prozent sind aber auch der Meinung, dass sie selbst, also die Bürgerinnen und Bürger verpflichtet sind, Falschnachrichten zu bekämpfen.

Viele junge Menschen setzen sich auch schon aktiv gegen Verleumdung und Hass im Netz ein: Knapp die Hälfte (47 Prozent) geht aktiv gegen Falschnachrichten oder Hasskommentare vor, die über Freunde in den sozialen Medien verbreitet werden. Immerhin ein Viertel (26 Prozent) hat schon einmal Falschnachrichten bei den Betreibern sozialer Medien gemeldet. Auch hier werden junge Menschen jedoch oft alleine gelassen: Denn mehr als die Hälfte dieser Beschwerden (56 Prozent) blieb erfolglos oder wurde erst sehr spät bearbeitet.

„Kinder und Jugendliche dürfen im Umgang mit Falschinformationen und Hassrede im Netz nicht alleine gelassen werden.“ betont Inger Paus, Vorsitzende der Geschäftsführung der Vodafone Stiftung. „Schulische wie zivilgesellschaftliche Initiativen müssen gemeinsam die Medieninformationskompetenz von Jugendlichen stärken, damit diese als mündige Bürger an einer digitalen Öffentlichkeit teilhaben können. Mit diesem Ziel haben wir in diesem Jahr die Initiative Klickwinkel unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten gestartet.“

Junge Menschen sehen soziale Medien als Chance für Dialog mit der Politik

Jugendliche und vor allem junge Erwachsene sehen soziale Medien auch als Chance, sich politisch zu informieren und mit politischen Entscheidungsträgern direkt in Kontakt zu treten. Fast 40 Prozent der Befragten fühlt sich durch Politikerinnen und Politiker, die in den sozialen Medien aktiv sind, motiviert, sich weiter über politische Themen zu informieren. Jeder Dritte (35 Prozent) kann sich vorstellen, politische Entscheidungsträger bei Fragen über soziale Medien direkt anzusprechen.

Um den Austausch zwischen Jugendlichen und Politik zu unterstützen, veranstaltet die Vodafone Stiftung Deutschland heute die erste „Digitale Jugendpressekonferenz“ in Berlin. Über einen Livestream und Livechat können Jugendliche bundesweit Fragen rund um das Thema digitale Kommunikation an die Staatsministerin für Digitalisierung, Dorothee Bär, und die drei digital-affinen Jungpolitikerinnen und -politiker Falko Mohrs (MdB, SPD), Terry Reintke (MdEP, Grüne) und Ria Schröder (JuLib) stellen. Die Politikerinnen und Politiker riefen anlässlich der Jugendpressekonferenz dazu auf, die Stimmen junger Menschen ernst zu nehmen und die Vermittlung von Medienkompetenz an Schulen zu stärken.

Falko Mohrs, SPD-Bundestagsabgeordneter: „Der richtige Umgang mit sozialen Medien gehört auf jeden Stundenplan. Laut Studie sehen zwei Drittel der Befragten den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland durch „Fake News“ gefährdet. Dem können wir sehr gut durch Präventionsmaßnahmen in der Schule entgegenwirken.“

Terry Reintke, Abgeordnete der Grünen im Europäischen Parlament: „Soziale Medien sind für mich als Politikerin eine wichtige Möglichkeit, Menschen direkt in ihrer Wirklichkeit und ihrem Alltag anzusprechen, über meine Arbeit zu informieren und für meine politischen Positionen zu werben. Aus der Studie nehme ich mit, dass die jungen Menschen in Deutschland die sozialen Medien sehr kompetent und verantwortlich benutzen. Das sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Medienkompetenz und der Umgang mit sozialen Medien in Schulen häufig immer noch stiefmütterlich behandelt werden. Das muss sich ändern.“

Ria Schröder, Bundesvorsitzende der Jungen Liberalen: „Junge Menschen können mehr als ältere Generationen ihnen zutrauen. Das zeigt auch das Ergebnis der Studie, nach der Jugendliche souverän mit sozialen Medien umgehen, ihre Mediennutzung gleichzeitig aber kritisch reflektieren. Ich finde, auch die Politik muss jungen Menschen mehr zutrauen. Sie wissen ganz genau, wo die Regierung etwa bei Digitalisierung und in der Bildungspolitik verschlafen hat. Es würde Deutschland guttun, wenn verstärkt junge Menschen das ewige „Das haben wir schon immer so gemacht“ infrage stellen. Die „Digitale Jugendpressekonferenz“ verschafft jungen Menschen Gehör und leistet dadurch einen wertvollen Beitrag.“

Die Studie „Engagiert, aber allein“ beruht auf einer Online-Umfrage im YouGov Deutschland Panel, an der im August 2018 664 Personen teilnahmen. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung im Alter von 14 bis 24 Jahren. Die Studie und alle Grafiken stehen im Internet zum kostenlosen Download bereit: socialmedia.vodafone-stiftung.de

Die „Digitale Jugendpressekonferenz“ findet am 10. Oktober 2018 von 11-12 Uhr in den Räumen der Bundespressekonferenz in Berlin statt. Unter www.klickwinkel.de/djpk wird die Veranstaltung live übertragen. Ein Livechat ermöglicht Jugendlichen bundesweit, Fragen zu stellen.

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