Türkei
Jennifer Lopez in Antalya: Über 50.000 Dollar für VIP-Tickets

Antalya – Die US-amerikanische Sängerin und Schauspielerin Jennifer Lopez ist am gestrigen Montag im Rahmen ihrer 25-Städte-Tour „It’s my party“ in der türkischen Sonnenmetropole Antalya eingetroffen. Die weltberühmte Entertainerin wird am Dienstag im Regnum Carya Hotel im Stadtteil Belek auftreten. Wie türkische Medien berichten, liegen die Kartenpreise umgerechnet zwischen etwa 1.260 Dollar und stattlichen 56.000 Dollar für VIP-Tickets. Auch Kim Kardashian, bekanntes Model und US-Schauspielerin, sei bereits im Besitz eines VIP-Tickets. Eine dreistöckige, kugelsichere Villa mit fünf Schlafzimmern, einem privaten Pool und einem Heliport sei für ihren Aufenthalt vorbereitet, berichten türkische Medien weiter. Lopez werde drei Tage in Antalya verbringen. Neben ihren bekannten Songs wie On The Floor, Ain’t It Funny und Love Don’t Cost a Thing habe der Latina-Star auch viele neue wie Medicin im Programm. Lopez startete ihre Tournee am 7. Juni und trat bei 32 Konzerten  in den USA und Kanada auf. Im Rahmen der internationalen Etappe der Tournee trat Lopez am 1. August im israelischen Tel Aviv und am 4. August im russischen Moskau auf. Nach Antalya wird sie am 8. August in der spanischen Fuengirola und am 9. August im ägyptischen El Alamein besuchen, bevor sie am 11. August für ein Abschlusskonzert im russischen St. Petersburg nach Russland zurückkehrt, berichtet Daily Sabah.

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Mehr als zehntausend Fans besuchten am Samstag das Konzert des türkischen Sängers und Schauspielers Özcan Deniz in Israel.

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"Cezeri"
Türkei kündigt „fliegendes Auto“ an

Istanbul – Der technische Direktor des türkischen Drohnenherstellers Baykar kündigte am Dienstag den Prototyp eines fliegenden Autos an, das, wenn es sich verwirklicht, das erste seiner Art im Land werden könnte. Das Unternehmen arbeitet seit acht Monaten an diesem Projekt mit technischen Zeichnungen, Konzepten, Tests, den Details und der Herstellung des Prototyps, teilte Selcuk Bayraktar in einem Tweet mit.
(Foto: Baykar)
Das fliegende Auto, „Cezeri“, wird voraussichtlich im September dieses Jahres fertig gestellt und könnte auf dem größten türkischen Luft-, Raumfahrt- und Technologiefestival Teknofest vorgestellt werden, berichtet die Nachrichtenagentur Anadolu.
(Foto: AA)
https://twitter.com/Selcuk/status/1158514910931881985 Das Auto ist nach dem berühmten muslimischen Ingenieur Al Jazari benannt, der zwischen 1136 und 1206 lebte.Bayraktar startete auch eine Umfrage, um eine von vier verschiedenen Farben des Prototyps auszuwählen. Baykar, gegründet 1984, produziert bewaffnete und unbewaffnete Drohnen, Steuerungssysteme, Simulatoren und Avioniksysteme.
(Foto: Screenshot/Twitter)

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Der in Deutschland für Häme und Spott sorgende Plan der Türkei, ein eigenes Auto herzustellen, scheint bereits im vollen Gange zu sein.

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Türkei
Serbischer Außenminister Dacic betont gute Beziehungen zur Türkei

Edirne – Serbien hat am Montag ein Honorarkonsulat im Nordwesten der Türkei eröffnet. Die Auslandsvertretung soll für die in der Türkei lebenden serbischen Staatsbürgern zuständig werden und ihnen bei Fragen zur Seite stehen. Zudem soll die wirtschaftliche Zusammenarbeit gefördert und Kontakte zwischen den Unternehmern der beiden Länder gewährleistet werden. Im Jahr 2018 hatte Serbien auch in der Stadt Antalya ein Konsulat eröffnet. Das Honorarkonsulat wurde in der Provinz Edirne mit einer offiziellen Zeremonie in Anwesenheit von Honorkonsul Salih Akgul und dem serbischen Außenminister Ivica Dacic eröffnet. Dacic betonte bei der Zeremonie erneut die Bedeutung guter Beziehungen zwischen Serbien und der Türkei. „Dies ist das zweite Konsulat, das wir in weniger als einem Jahr eröffnen, und unser Ziel ist es, das Netzwerk weiter auszubauen“, sagte er. Im Jahre 2017 unterzeichnete der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan während seines Besuchs in Serbien ein  Freihandelsabkommen. Das neue Abkommen soll die Aufnahme einer größeren Anzahl von Produkten ermöglichen.

Dank des neuen Abkommens kann Serbien jährlich 5.000 Tonnen Rindfleisch, 25.000 Tonnen Sonnenblumenrohöl, 10.000 Tonnen raffiniertes Sonnenblumenöl, 15.000 Tonnen Sonnenblumenkerne, 5.000 Tonnen Soja, 1.000 Tonnen Zutaten für Tierfutter und 500 Tonnen spezifische Backwaren in die Türkei exportieren.

Zusätzlich zu den Kontingenten für die genannten neuen Produkte ermögliche das Abkommen Serbien auch, die bisherigen Kontingente für zollfreie Exporte von Erbsen, Bohnen, Zuckermais und Pflaumen zu verdoppeln. Die türkische und serbische Regierung haben sich für 2019 zum Ziel gesetzt, das Handelsvolumen auf 2 Milliarden Euro (2,25 US-Dollar) zu erhöhen. Nach den neuesten Zahlen, ist zudem die Zahl der serbischen Touristen, die die Türkei besuchen, die höchste aus den Balkanländern, berichtet die Nachrichtenagentur Anadolu. Dacic fügte hinzu, dass Serbien den Kampf der Türkei gegen die Organisation des in den USA lebenden Predigers Fethullah Gülens unterstütze. Ankara macht Gülen für den gescheiterten Putschversuch von 2016 verantwortlich. „Unsere Position ist klar, es gab eine Schule und sie wurde geschlossen. Unsere Beziehungen zu anderen Ländern waren immer offen, klar und ehrlich. Diese Beziehung hält an. Wir sind im Kampf gegen die FETO auf der Seite der Türkei“, sagte Dacic. (aa/nex)

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Der serbische Staatspräsident Aleksandar Vucic sagte am Freitag, er sei „sehr stolz auf die sehr guten Beziehungen zwischen der Türkei und Serbien“.

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Tierschutz
Für bessere Tierhaltung: Verband fordert Fleischsteuer

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Osnabrück – Der Deutsche Tierschutzbund hat die Bundesregierung aufgefordert, die Haltung von Nutztieren zu verbessern. Verbandspräsident Thomas Schröder sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“: „Parallel zur CO2-Steuer brauchen wir auch eine Fleischsteuer.“ Mit den Einnahmen könnte der Umbau der Ställe finanziert werden. „Pro Kilo Fleisch, Liter Milch oder Eierkarton sind das nur wenige Cents“, so Schröder. Er rief Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) dazu auf, eine umfassende Nutztierstrategie vorzulegen. „Wir müssen festlegen, wie es in 20 oder 30 Jahren in den Ställen aussehen soll“, sagte Schröder. Die notwendigen Umbaumaßnahmen in der Landwirtschaft müssten gefördert werden. Dazu sollen laut Schröder die Einnahmen aus der Fleischsteuer dienen. Am Dienstag ist Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner im Agrarland Niedersachsen zu Besuch. Sie trifft sich hier nicht öffentlich mit Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) sowie mit Vertretern der Land- und Ernährungswirtschaft. Thema soll unter anderem die Tierhaltung sein.  

Tierschutz
70.000 Haustiere in den Sommerferien in Tierheimen abgegeben

Osnabrück –  In deutschen Tierheimen sind rund um die Sommerferien wieder Zehntausende Haustiere abgegeben worden. Tierschutzbund-Präsident Thomas Schröder schätzte die Gesamtzahl im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ auf bis zu 70.000 Tiere. Kranke Tiere werden zum Problem „Die Tierheime sind so schon über das gesamte Jahr an ihrer Kapazitätsgrenze. Jedes weitere Tier ist da natürlich eines zu viel“, sagte Schröder. Besonders der Gesundheitszustand der Tiere mache den Heimen zu schaffen: „Besitzer geben ihre Tiere mittlerweile ab, weil sie sich die Behandlung von Hund oder Katze nicht mehr leisten können.“ Tierschutzbund fordert Einschränkungen bei Exoten-Haltung Hinzu kämen sogenannte Exoten wie Schlangen, Warane oder Vogelspinnen, auf die Tierheime nicht vorbereitet seien. „Die Tiere haben besondere Anforderungen an die Haltung. Und sind zum Teil gefährlich für die Mitarbeiter“, sagte Schröder. Er forderte von Bund und Ländern eine sogenannte Positiv-Liste aufzusetzen. „Dann hätten wir einen Katalog von Tieren, die in Deutschland gehalten werden dürfen. Derzeit kann jeder quasi alles halten.“

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– Türkei – Tierschutz: Türkische Polizei gründet neues Cyberteam gegen Tierquäler

Die Abteilung für Cybekriminalität der türkischen Polizei hat nun elf neue Teams zur Verfugung. Eines dieser Teams wird Gewalt gegen Tiere online verfolgen.

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Meinung
Kommentar: Der Green New Deal wird weder das Klima, noch die Umwelt retten

Ein Kommentar von Ernst Wolff Kaum ein Begriff schafft es derzeit so oft in die politische Diskussion wie der Green New Deal. Angesichts der zunehmenden Umweltzerstörung, der explodierenden sozialen Ungleichheit und der immer deutlicheren Zerfallserscheinungen im Finanzsektor verwundert das nicht, denn er scheint fast so etwas wie ein Patentrezept zur Lösung aller Gegenwartsprobleme zu sein. Die Idee dahinter ist relativ einfach und schnell erklärt: Staaten und Zentralbanken sollen sich zusammentun, frisches Geld schöpfen, die Wirtschaft durch Förderprogramme ankurbeln und massenweise Arbeitsplätze in „grünen“ Industrien schaffen. Auf diese Weise sollen sie für Vollbeschäftigung sorgen, die ökologische Wende herbeiführen und den Klimawandel ausbremsen. Da die zahllosen Bedrohungen unserer Zeit vielen Menschen Angst machen, wächst die Anhängerschaft der Green-New-Deal-Bewegung rasant. Politiker wie Bernie Sanders, Yanis Varoufakis oder die Grünen bekennen sich inzwischen ebenfalls dazu. Was steckt hinter dem Green New Deal? Der Begriff selbst geht auf den New Deal des US-Präsidenten Roosevelt zurück, der in den Dreißiger Jahren die Auswirkungen der Großen Depression, insbesondere die hohe Arbeitslosigkeit, durch staatlich geförderte Infrastruktur-Maßnahmen abmildern konnte. Theoretische Grundlage des New Deal war die Wirtschaftslehre des Keynesianismus. Sie besagt, dass der Staat in Krisenzeiten in das Geschehen eingreifen soll, um vor allem über Infrastrukturprojekte Arbeitsplätze zu schaffen, so den Konsum anzuheizen und die Wirtschaft durch erhöhte Nachfrage wieder in Gang zu bringen. Der Keynesianismus erlebt in unseren Tagen eine Art Wiederauferstehung, und zwar in Gestalt der Modern Monetary Theory. Deren Anhänger argumentieren folgendermaßen: Da die Unmengen an Geld, die seit der Krise von 2007/08 in das Finanzsystem gepumpt worden sind, bis heute keine nennenswerte Inflation erzeugt haben, kann diese Politik des Gelddruckens (auch Quantitative Easing genannt) praktisch unbegrenzt fortgeführt werden. Weil auf diese Weise genügend Geld erzeugt werden könnte, um den Green New Deal zu finanzieren, haben sich die meisten seiner Befürworter inzwischen zu den Anhängern der Modern Monetary Theory gesellt und bilden mit ihnen eine Art Einheitsfront für eine neue, grüne Zukunft. Ein folgenschweres Missverständnis Diese Sicht der Dinge basiert allerdings auf einem folgenschweren Missverständnis: Dass es seit der Krise von 2007/08 keine Inflation gegeben hat, liegt nämlich daran, dass die vom Bankensektor künstlich geschaffenen Riesensummen nicht an die arbeitende Bevölkerung, sondern ausschließlich an Großinvestoren vergeben wurden, die das Geld nicht in die Realwirtschaft, sondern in die Finanzmärkte gesteckt haben. Dass es bisher im normalen Leben zu keiner nennenswerten Inflation gekommen ist, liegt also daran, dass die arbeitenden Menschen so gut wie nichts von dem Geld gesehen haben. Wenn aber nun im Rahmen eines Green New Deals das von den Zentralbanken geschaffene Geld über Infrastrukturprojekte in ihre Taschen geleitet würde, sähe das anders aus. Dann würde die Kaufkraft der Massen angehoben, was die Industrie umgehend dazu veranlassen würde, die Preise für Konsumgüter zu erhöhen. Und je mehr Geld ins System gepumpt würde, umso höher fiele die so entstehende Inflation aus. Egal also, wie viel Geld die Menschen vom Staat erhielten, es würde ihnen – mit leichter zeitlicher Verzögerung – über die Inflation im Alltag wieder abgenommen werden. Warum erhält der Green New Deal trotzdem so viel Aufmerksamkeit? Dass der Green New Deal dennoch soviel Aufmerksamkeit erhält, liegt zum einen daran, dass Politiker den Hype opportunistisch für sich nutzen. Zum anderen aber kommt er für die globale Finanzindustrie in äußerst schwierigen Zeiten wie gerufen. Die schlimmsten Einbrüche an den Aktienmärkten seit 70 Jahren zu Weihnachten 2018 haben nämlich gezeigt, dass es für das globale Finanzsystem nach zehn Jahren der „Notmaßnahmen“ – das heißt Zinssenkungen und Gelddrucken – kein Zurück zur Normalität mehr gibt. Die Zentralbanken, allen voran die FED und die EZB, haben der Welt seit Jahresbeginn deutlich zu verstehen gegeben, dass ihnen nur noch ein Mittel bleibt: Die Geldschleusen wieder zu öffnen, also noch mehr Geld ins System zu pumpen und es zu noch niedrigeren Zinsen zu vergeben. Diese Politik aber bringt ein gewaltiges Problem mit sich, denn sie muss der internationalen Öffentlichkeit ja irgendwie plausibel gemacht werden. Genau diesen Zweck erfüllt der New Green Deal: Mit seiner Hilfe kann unter dem Vorwand, grüne Politik betreiben zu wollen, weiter Geld gedruckt und das System zumindest noch für einige Zeit künstlich am Leben erhalten werden. Der Green New Deal wird dabei aber weder das Klima, noch die Umwelt retten, sondern genau das Gegenteil bewirken. Er wird dazu führen, dass die Lösung der drängendsten Probleme der Menschheit einmal mehr verschoben wird – und zwar in eine höchst unsichere Zukunft.
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.
Ernst Wolff
Ernst Wolff ist freier Journalist und Autor des Buches Finanz-Tsunami: Wie das globale Finanzsystem uns alle bedroht“. Wolff, geboren 1950, aufgewachsen in Südostasien, Schulzeit in Deutschland, Studium in den USA. Der Journalist und Spiegel-Bestseller-Autor (»Weltmacht IWF«) beschäftigt sich seit vierzig Jahren mit der Wechselbeziehung von Politik und Wirtschaft. Sein Ziel ist es, die Mechanismen aufzudecken, mit denen die internationale Finanzelite die Kontrolle über entscheidende Bereiche unseres Lebens an sich gerissen hat: »Nur wer diese Mechanismen versteht und durchschaut, kann sich erfolgreich dagegen zur Wehr setzen.«

Xinjiang
China: Türkei plant Entsendung von Beobachtungsteam für Uiguren

Bangkok – Die Türkei werde eine zehnköpfige Delegation in die von überwiegend turksprachigen muslimischen Uiguren bewohnte Region Xinjiang im Nordwesten Chinas entsenden, so der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu. „Wir stellen eine Delegation von Experten aus verschiedenen Institutionen zusammen“, so Cavusoglu am Rande des 52. Außenministertreffens der Association of Southeast Asian Nations (ASEAN) in der thailändischen Hauptstadt Bangkok. Die Türkei wolle, dass ihre „uigurischen Brüder und Schwestern in Frieden unter dem Dach Chinas leben“, zitiert TRT World Cavusoglu. Ankara habe am 24. Juni eine offizielle Einladung aus China erhalten. Für die Inhaftierung von Berichten zufolge mehreren Millionen Uiguren in Internierungslagern wird Peking international scharf verurteilt. Das kommunistische Regime weist alle Vorwürfe zurück und bezeichnet die Lager als „Berufsbildungszentren“ zur Bekämpfung von Extremismus. Die Türkei ist die einzige muslimische Nation, die regelmäßig ihre Besorgnis über die Situation in Ostturkestan zum Ausdruck gebracht hat, wie auch im Februar im Rahmen des UN-Menschenrechtsrates. Einreiseverbot für mehrere deutsche Abgeordnete Nach dem Einreiseverbot für mehrere deutsche Abgeordnete, hat der Bundestag bei der chinesischen Botschaft interveniert. China lässt derzeit gleich zwei deutsche Parlamentsdelegationen nicht ins Land. Namentlich abgelehnt wird die Grünen-Abgeordnete Bause. Wie Deutschlandfunk unter Berufung auf Angaben einer Regierungssprecherin weiter berichtet, wurde China aufgefordert, die deutsche Entscheidung zur Besetzung der geplanten Delegation zu akzeptieren. Die Regierung in Peking hatte sich ausdrücklich geweigert, die Grünen-Politikerin Bause im Rahmen eines Abgeordnetenbesuchs ins Land zu lassen. Bause tritt seit längerem für die Rechte der muslimischen Minderheit der Uiguren in China ein, berichtet Deutschlandfunk weiter. Auch dem Menschenrechtsausschuss des Bundestags verweigere Peking die Einreise. „In einem partnerschaftlichen Dialog muss es möglich sein, unliebsame Themen anzusprechen“, so die Ausschussvorsitzende Jensen (FDP) gegenüber Deutschlandfunk.

Türkei
Handelsblatt: „Die türkische Lira gehört seit Mai zu den stärksten Währungen weltweit“

Istanbul – Um die starke Inflation der letzten Monate einzudämmen, ließ der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan, Anfang Juli die Leitzinsen um 4,25 Prozent drastisch senken und wurde dafür heftig kritisiert. Notenbankchef Murat Uysal, der nach dem Rauswurf von Murat Cetinkaya Anfang Juli dessen Posten übernommen hatte, senkte die Zinsen  von 24 auf 19,75 Prozent. Wie die Wirtschaftszeitung Handelsblatt weiter berichtet, hat sich Erdogans Entscheidung bisher jedoch als rational erwiesen. „Die Wirtschaft scheint das Schlimmste hinter sich zu haben“, schreibt Handelsblatt am Samstag. Handelsblatt weiter:
Es ist aber nicht nur die Zentralbank, die Einfluss auf die türkische Wirtschaft hat. Der Kauf russischer S400-Abwehrraketen durch die türkische Regierung sorgte dafür, dass sich viele Unternehmer und Investoren in dem Land vor Sanktionen aus den USA fürchteten. Am Ende gab es faktisch kaum Strafmaßnahmen. Nusret Altinbas, Chef der türkischen Investmentfirma Alnus Yatirim, ist überzeugt, dass viele Anleger und Analysten dies falsch eingeschätzt hätten. „Auch die großen Ratingagenturen gingen davon aus, dass der Druck auf der Türkei steigt“, erklärt er das Vorgehen von Fitch und Moody’s, die ihr Türkeirating in diesem Sommer erneut herabgesetzt haben. Doch letztlich habe sich die Lage entspannt.
Dies zeige sich auch beim Wert der Landeswährung. Die türkische Lira hatte im vergangenen Jahr gegenüber dem US-Dollar und dem Euro enorm an Wert verloren, doch seit Mai gehört sie zu den stärksten Währungen weltweit, so Handelsblatt weiter. Auch die Inflation sei wie geplant zurückgegangen – von 25 Prozent im Oktober vergangenen Jahres auf eine Inflationsprognose von 13,9 Prozent für 2019. Die zusätzlichen Maßnahmen der Erdogan-Regierung, wie etwa Preissenkungen für Konsumenten, sieht Handelsblatt als weitere Gründe für den Fall der Inflationsrate. Im März ging Ankara gegen Wucherpreise bei Lebensmittelgroßhändlern vor und erließ einige Steuern auf Luxusprojekte, zu denen in der Türkei auch Neuwagen zählen, so Handelsblatt weiter. Wie von Erdogan gewünscht, sinken jetzt in der Türkei die Zinsen für Kredite auf Häuser, Autos und andere Konsumgegenstände.

Terrorismus
Türkei: Norwegens PKK-Chef in Bursa festgenommen

Bursa – In der westtürkischen Provinz Bursa haben Sicherheitskräfte ein hochrangiges PKK-Mitglied festgenommen. Wie Daily Sabah (DS) unter Berufung auf Behördenangaben berichtet, ging der Festnahme eine gemeinsame Operation der Polizei und des türkischen Geheimdienstes (MIT) am 27. Juli voraus. Wie DS weiter berichtet, war der als M.S. identifizierte Terrorist demnach erst kürzlich in die Türkei eingereist und stand seitdem unter Beobachtung – er soll die Aktivitäten der PKK in Norwegen geleitet haben. Seit dem 31. Juli sitzt er wegen Mitgliedschaft in einer Terrororganisation hinter Gittern.

Abdullah Öcalan gründete die PKK Ende der 1970er Jahre und führte bis zu seiner Verhaftung in Nairobi, Kenia 1999, einen bewaffneten Kampf gegen den türkischen Staat, bei dem bisher über 40.000 Menschen zu Tode kamen. Die PKK wird in den USA, der EU und der Türkei als Terrororganisation eingestuft. Nach einem im Jahre 2013 begonnenen Versöhnungsprozess nahm die PKK ihre Angriffe im Juli 2015 wieder auf. Seitdem geht das türkische Militär wieder verstärkt gegen die Organisation vor. Die PKK und ihre Splitterorganisation TAK verübten zahlreiche Anschläge, unter anderem in Ankara und Istanbul.

Erst im Februar hatte Bundesinnenminister Horst Seehofer zwei Vereinigungen verboten, die als Teilorganisationen der PKK gelten. „Gerade weil die PKK trotz des Verbots in Deutschland weiterhin aktiv ist, ist es notwendig und geboten, die PKK in ihre Schranken zu weisen und die Einhaltung der Rechtsordnung sicherzustellen“, sagte Seehofer in einer Mitteilung.

Eine Kritik der PKK ist im Vergleich zu den 1990er Jahren in europäischen Medien kaum noch zu finden. Obwohl es vor allem Kurden selbst sind, die unter dem Dominanzstreben der linksextrem ausgerichteten PKK und ihres syrischen Ablegers YPG leiden – und für viele Kurden, die der PKK/YPG-Doktrin nicht folgen, die Kritik an ihnen mit Gefahr für Leib und Leben verbunden ist – stellen westliche Medien die beiden Organisationen fast ausschließlich als legitimes Sprachrohr der Kurden dar.

(nex/aa/ds)

Zum Thema

– Istanbul – Französischer Pianist Stéphane Blet erhält Morddrohungen von PKK-Sympathisanten

Der weltbekannte französische Pianist Stéphane Blet hat am heutigen Freitag gegen Sympathisanten der Terrororganisation PKK und Gruppen, die er als „ultra-zionistisch“ bezeichnet, bei der Istanbuler Generalstaatsanwaltschaft eine Strafanzeige eingereicht.

Französischer Pianist Stéphane Blet erhält Morddrohungen von PKK-Sympathisanten
 

Rentenpolitik
Heil: Grundrente soll zum 1. Januar 2021 in Kraft treten

Osnabrück – Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat Forderungen aus seiner eigenen Partei nach einem Durchbruch im Grundrenten-Streit noch vor den Ost-Landtagswahlen in vier Wochen zurückgewiesen. Sein Ziel sei, dass die Grundrente „zum 1. Januar 2021 in Kraft tritt“, sagte Heil der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). „Um das zu erreichen, ist die politische Entscheidung im Herbst notwendig.“ Er sei zuversichtlich, dass „wir im Herbst eine Einigung in der Großen Koalition hinbekommen“, sagte Heil. Damit stellte sich Heil gegen Sachsens SPD-Chef Martin Dulig, der von der SPD-Führung ein Ultimatum an Union und Kanzlerin Angela Merkel gefordert hatte, in dem Streit noch vor dem 1. September einzulenken. An dem Tag wird in Sachsen und Brandenburg gewählt. Die Grundrente für Geringverdiener ist eines der zentralen Wahlversprechen der SPD. Auch die Forderung von CDU und CSU, den Kreis der künftigen Grundrenten-Empfänger durch eine Bedürftigkeitsprüfung zu begrenzen, wies Heil zurück: „Für Bedürftige gibt es die Grundsicherung“, sagte er in dem Interview. „Bei der Grundrente geht es aber um Menschen, die gearbeitet und sich Ansprüche erworben haben.“ Die SPD wolle, dass Altenpflegehelferinnen, Friseurinnen, Lagerarbeiter oder Reinigungskräfte „am Ende deutlich mehr im Portemonnaie haben“. „Keine zusätzliche Bürokratie, die Menschen traktiert“ „Ich will keine zusätzliche Bürokratie aufbauen, die Menschen traktiert“, stellte der Arbeitsminister klar. „Wir werden eine Grundrente einführen, die ihren Namen auch verdient. Davon werden etwa drei Millionen Menschen profitieren.“ Er sei zwar „bereit, mit der Union an einzelnen Stellschrauben zu drehen, und ich bin für gute Vorschläge offen“, sagte Heil. „Aber ich mache keinen faulen Kompromiss!“ Mit Blick auf die schwächelnde Wirtschaft warnte Heil vor Schwarzmalerei. Zwar kühle sich die Konjunktur ab, sagte er der „NOZ“. „Aber insgesamt ist der Arbeitsmarkt robust, und falls die Konjunktur tatsächlich einbrechen sollte, sind wir in Deutschland gut gerüstet, um einen solchen Einbruch arbeitsmarktpolitisch zu überstehen.“ So gebe es Rückenlagen bei der Bundesagentur für Arbeit von mehr als 20 Milliarden Euro, „um im Krisenfall Jobs beispielsweise durch Kurzarbeit zu sichern“. Rufen aus der Wirtschaft, die Wettbewerbsfähigkeit durch eine Senkung der Unternehmensteuern anzukurbeln, erteilte Heil eine energische Absage. „Ein Wettbewerb um die niedrigsten Unternehmensteuern geht am Ende immer zulasten der Arbeitnehmer und Steuerzahler. Steuersenkungen für Spitzenverdiener und große Konzerne stehen nicht auf der Agenda dieser Regierung“, sagte der Minister.