Syrien
Al-Monitor: Kurdische Milizen rekrutieren weiterhin Kinder in Nordsyrien

Ein Gastbeitrag von Nabi Yücel Die Vereinten Nationen hatten zuletzt 2019 mit den sogenannten kurdischen „Demokratischen Kräften Syriens“ (SDF) ein fragwürdiges Abkommen gegen die Rekrutierung von Kindersoldaten unterzeichnet. Offenbar rekrutiert die SDF aber weiterhin Kinder in Nordsyrien, wie Amberin Zaman in der Al-Monitor mit Dan Wilkofsky feststellt. Seit die türkischstämmige leitende Korrespondentin der US-amerikanischen Nachrichtenseite Al-Monitor, Amberin Zaman, mit einem Artikel auf Kinder innerhalb der kurdischen „Demokratischen Kräften Syriens“ – kurz SDF genannt – auch in türkischer Sprache aufmerksam gemacht hat, die als Kindersoldaten eingesetzt würden, fällt die völkisch-kurdische Meute über sie her. Amberin Zaman – Wächterin der Minderheitenrechte in der Türkei Dabei kann man mit Fug und Recht behaupten, dass die Journalistin sich bislang geradezu fürsorglich in Minderheitenrechtsfragen in der Türkei eingesetzt hat, vor allem in der sogenannten Kurden-Frage, was aus ihren unzähligen Berichten hervorgeht. Das aber schützt Amberin Zaman nicht davor, auf Twitter und anderen sozialen Medien, von völkisch-kurdischen Aktivisten plötzlich hart in die Mangel genommen und bedroht zu werden.
(Screenshot/Twitter)
Was ist passiert?
„Die Rekrutierung von Kindern wirft einen Schatten auf den Drang der syrischen Kurden nach globaler Legitimität“
Amberin Zaman und Dan Wilkofsky haben den Fall einer 16-jährigen Gymnasiastin geschildert, die seit dem 8. Oktober von ihrem Vater vermisst wird. Seither appelliert Vater Umran Akenu an die SDF, sprich die PKK, ihre Tochter Rawan Akenu freizulassen.
(Screenshot/Twitter)
In mehreren Aufrufen, hatte sich der kurdischstämmige Vater erst an die lokale Presse der Heimatstadt gewendet und dabei erklärt, dass die Tochter von einer bewaffneten kurdischen Gruppe in der Heimatstadt Derbasiya im Norden Syriens entführt worden sei. Die Region wird von der SDF kontrolliert. Diese Gruppe habe die Tochter dann an eine andere „Gruppe“ übergeben. In seiner Verzweiflung habe sich der Vater dann an den Oberbefehlshaber der SDF Mazlum Kobanê gewendet, einem hochrangigen Führer der Terrororganisation PKK, der ausgezeichnete Verbindungen zu US-Streitkräften pflegt. Rawan Akenu ist aber nur eine von Dutzenden Minderjährigen, die entweder freiwillig oder zwangsweise von kurdischen Milizen rekrutiert wurden, um an Kämpfen in Syrien, in der Türkei, dem Irak oder Iran herangezogen zu werden. In dem Artikel von Al-Monitor beschreiben die Autoren, wie Kurden in den besagten Ländern lange Zeit akzeptiert hätten, dass ihre Söhne und Töchter für die „Sache der Kurden“ von der PKK vereinnahmt und für den bewaffneten Kampf herangezogen wurden. Meist endeten solche Rekrutierungen in eingerahmten Fotos, in der die Minderjährigen als „Märtyrer“ betitelt in Onlineseiten der PKK ausgestellt oder den Eltern überreicht wurden. Das einstige Privileg, einen „Gefallenen“ in der Familie zu haben, scheint jedoch unter kurdischen Familien kein Gefallen mehr zu finden, denn immer mehr Familien wollen Sicherheit und Zukunft für ihre Kinder, statt sie in zermürbenden langjährigen Konflikten zu verlieren. Maide Töremis und ihr Protest gegen die PKK Immer mehr kurdische Familien äußern dies nun öffentlich und zeigen damit ihren Unmut. Seit über anderthalb Jahren demonstrieren daher über ein Dutzend kurdische Familien vor der völkisch-kurdischen Parteizentrale der HDP in der türkischen Provinz Diyarbakir, und es werden von Tag zu Tag immer mehr. In Berlin demonstriert seit über einem Jahr jeden Mittwoch Maide Töremis (54) – eine Altenpflegerin kurdischer Abstammung – vor dem Bundestag, um die Freilassung der Tochter zu erzwingen. Im Falle der 16-jährigen Rawan deutet der Vater auf die „Tevgera Ciwanên Şoreşger“ (TCS), die ihre Tochter entführt habe. Vermutlich wurde auch die Tochter von Töremis von der selben Jugendorganisation in Berlin rekrutiert, die im Verfassungsschutzbericht von 2018 namentlich genannt wird. Patriotisch revolutionäre Jugendbewegung.
Zum Thema: Düsseldorf: Jesiden fordern von PKK Freilassung verschleppter Kinder
Die TCS (deutsch „Patriotisch revolutionäre Jugendbewegung“) ist eine Untergrundorganisation, die 2013 von jugendlichen PKK-Sympathisanten gegründet wurde und seit 2018 auch einen Ableger in Deutschland aufgebaut hat, die mit unzähligen Angriffen auf Türken und türkische Einrichtungen in Erscheinung getreten ist. Sie wird als Jugendorganisation der PKK bzw. als PKK-Stadtguerilla bezeichnet. Die selbe Organisation nahm an den Ausschreitungen von 2013 in der Türkei und anschließenden Kampfhandlungen mit türkischen Sicherheitskräften in den Jahren 2014 bis 2016 als YDG-H teil. Dieselbe TCS soll Rawan dann laut dem Vater an eine andere „Gruppe“ übergeben haben, wobei hier nun vermutet wird, dass damit entweder die PKK oder ihr syrischer Ableger, die Frauenschutzeinheiten (YPJ) gemeint sind. Die YPJ und ihr männliches Gegenstück, die Volksschutzeinheiten (YPG), bilden das Rückgrat der SDF, die unter anderem in Ain al-Arab (Kobane) den Sieg gegenüber der IS beanspruchen und seither eine defacto Autonomie in Nordsyrien anvisieren. Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch (HRW), Amnesty International (AI) wie auch die UNO haben alle drei Terrororganisationen SDF, YPG und YPJ u.a. wegen Vertreibungen, ethnischer Säuberungen, politischer Morde sowie völkerrechtswidriger Rekrutierung von Minderjährigen für den Kampfeinsatz kritisiert und das mitunter als Kriegsverbrechen bezeichnet. Assyrische und aramäische Christen sowie Jesiden im Irak und Syrien wenden sich seit Jahren an die Weltgemeinschaft und klagen über Schikanen und Gewalt der Terrororganisation SDF bzw. PKK. Bedauerlicherweise bleiben diese Hilferufe auch in Deutschland immer noch ungehört. UN hatte von SDF das Wort erhalten Die Vereinten Nationen gaben trotz des Abkommens mit der SDF im Juli 2014 sowie Juli 2019 jetzt erneut an, dass allein zwischen Januar und Juli dieses Jahres 51 Mädchen im Alter von 13 bis 17 Jahren aus den Reihen der YPJ befreit und in einem Rehabilitationszentrum untergebracht wurden, während zum Zeitpunkt der Berichterstattung 18 weitere Jungen freigelassen werden sollten. Das Kinderschutzbüro der UN erklärte, dass es seit seiner Eröffnung 50 Beschwerden erhalten und bereits 15 Kinder zu ihren Familien zurückgebracht habe. Auch in Deutschland versuchte aufgrund der Praxis der SDF in Nordsyrien ein 17-jähriger syrische Jugendliche per Berufungsverfahren vor dem Hamburger Oberverwaltungsgericht, seine Abschiebung zu verhindern – ohne Erfolg. Das ECOI – das Herkunftsländerinformationssystem des Österreichischen Roten Kreuzes (Abteilung ACCORD) – berichtet unter Berufung auf das UNO-Flüchtlingshochkommissariat, der Noonpost, Watan FM, Syria Television, dem US-amerikanische Außenministerium, der auswärtigen Angelegenheiten zuständigen niederländische Regierungsbehörde Ministerie van Buitenlandse Zaken (BZ) und dem ägyptischen Nachrichtenportal Arabi 21 sowie anderen staatlichen und nichtstaatlichen Quellen über die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG), dem politischen syrischen Arm der PKK der „Partei der Demokratischen Union“ (PYD) sowie der „Syrischen Demokratischen Kräfte“ (SDF) und ihren Zwangsrekrutierungskampagnen und deren kriminellen Methoden. Einschüchterung und Drohungen der PKK Laut dem Bericht der Al-Monitor sei ein syrisch-kurdischer Medienaktivist in Nordsyrien wegen der Berichterstattung über Praktiken der SDF von der „Patriotisch revolutionäre Jugendbewegung“ bedroht worden. Weil militante Kader der PKK die Kinderrekrutierung über die revolutionäre Jugendbewegung steuere, so der Medienaktivist gegenüber Al-Monitor, habe die SDF die Macht darüber verloren und agiere damit entgegen der Vereinbarung mit den Vereinten Nationen. Die SDF befinde sich somit in einem moralischen Konflikt mit der PKK, deren militanten Kader die SDF dominieren würden. Mazlum Kobanê selbst erklärte in einem Interview im Juli, dass er die Praxis als inakzeptabel ansieht und dass die Täter bestraft werden würden. Aber bislang habe es dem Bericht nach in diesem Sinne keine „Strafverfolgung“ gegeben – verständlich, angesichts der Rolle von Mazlum Kobanê. Für diesen Bericht, der nun in der Al-Monitor veröffentlicht wurde, erntet Amberin Zaman seitdem wüste Beschimpfungen und erhält mitunter Morddrohungen. Zusätzliche Quellen:  

Integration
„GERMANIA“: ZDF und funk fragen, was Deutschsein heißt

Er hält die deutschen Rekorde über 800, 1500 und 5000 Meter und gewann 2017 bei der WM in London zweimal Bronze: Die Rede ist von dem 1985 geborenen Rennrollstuhlsportler Alhassane Baldé. Am Mittwoch, 16. Dezember 2020, gehen bei ZDFkultur drei neue Folgen des Erfolgsformats „GERMANIA“ online. Prominente Deutsche mit ausländischen Wurzeln erzählen, wie sie aufgewachsen sind, wie sie Karriere gemacht haben und was Heimat für sie bedeutet. Neben Alhassane Baldé mit dabei: Fußballer Daniel Keita-Ruel und Sängerin Meral Al-Mer. Online sind die Filme zu sehen in der ZDFmediathek und auf dem YouTube-Kanal „GERMANIA“. „GERMANIA“ zeichnet in jeweils rund fünfzehnminütigen Filmen ein durchaus kontroverses Bild von Deutschland und fragt: Was ist deutsche Identität? Und wie lebt es sich mit und zwischen mehreren Kulturen? Zu Wort kommen junge Protagonisten und Protagonistinnen aus den Bereichen Kultur und Sport. In Kooperation der ZDF-Redaktionen von ZDFkultur und Sport mit funk sind ehrliche und bewegende Porträts entstanden, #ichbingermania. Die drei neuen „GERMANIA“-Folgen stehen unter dem Motto „Gegen jeden Widerstand“. Seit seiner Geburt ist Alhassane Baldé querschnittsgelähmt. Zum sechsten Geburtstag bekam er einen Rennrollstuhl geschenkt – mit dem Hinweis, er solle das Geschenk auch nutzen. Heute ist er einer der erfolgreichsten deutschen Rennrollstuhlsportler und mischt in der Weltspitze mit. Auch aufgrund seiner Hautfarbe stieß Baldé – geboren im westafrikanischen Guinea, aufgewachsen in Deutschland – immer wieder auf Widerstände: Er habe Menschen erlebt, die hinterfragten, warum er denn für Deutschland starte und nicht für „mein eigenes Land“, berichtet er. „Dass mein eigenes Land eigentlich Deutschland ist, das kommt für die nicht in Frage.“ Der 1989 in Wuppertal geborene Daniel Keita-Ruel – seine Mutter stammt aus Korsika, sein Vater aus dem Senegal – spielt heute als erfolgreicher Stürmer in der zweiten Fußballbundesliga. Für Schlagzeilen sorgte er zeitweise, weil er 2011 nach einer Serie von Raubüberfällen in seiner Heimatstadt verhaftet und zu einer fünfjährigen Gefängnisstrafe verurteilt wurde. Wie es dem jungen Deutsch-Franzosen gelang, sich vom Kriminellen zum Profifußballer zu wandeln, erzählt er bei „GERMANIA“. Auch die Sängerin und Autorin Meral Al-Mer, 1981 als Tochter syrischer Eltern in Mönchengladbach geboren, hat eine außergewöhnliche Lebensgeschichte. Als Meral ein Kind war, reiste der Vater mit ihr und ihrer Mutter in die Türkei, kehrte aber nur mit seiner Tochter nach Deutschland zurück. Erst viele Jahre später konnte sie sich auf die Suche nach ihrer Mutter machen. Meral wuchs bei ihrem Vater auf, der verzweifelt versuchte, in Deutschland Anschluss und Anerkennung zu finden. Immer wieder fiel Meral seinen Gewaltausbrüchen zum Opfer. Ihre Erfahrungen hat sie in dem Buch „Nicht ohne meine Mutter“ und in vielen Songs verarbeitet. Auch 2021 wird es neue „GERMANIA“-Folgen geben. Das Format, das 2018 den Grimme-Preis und den Goldene Kamera Digital Award gewann, ist Teil des digitalen Kulturangebots des ZDF. Eingebettet in die ZDFmediathek bündelt und produziert ZDFkultur Inhalte aus allen kulturellen Genres, um Nutzerinnen und Nutzern Raum für aktuelle Diskurse und neue Perspektiven zu schaffen.

Gedicht-Krise
Iran: Missverständnisse mit der Türkei wegen Gedicht ausgeräumt

Ankara – Die iranische Botschaft in Ankara teilte am Sonntag mit, dass das „Missverständnis“ mit der Türkei über das Gedicht, das der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan bei seinem Besuch in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku rezitiert hat, ausgeräumt wurde. Die Botschaft erklärte, dass Außenminister Muhammad Javad Zarif und sein türkischer Amtskollege Mevlut Cavusoglu telefoniert hätten, um die Angelegenheit zu besprechen. Laut der Nachrichtenagentur Anadolu betonte Zarif die Bedeutung der Aufrechterhaltung freundschaftlicher Beziehungen zwischen Erdogan und hohen iranischen Beamten. Der Minister hoffe, die Beziehungen zwischen den beiden Ländern im Sinne des gegenseitigen Vertrauens zu entwickeln, berichtet Anadolu weiter. Cavusoglu soll darauf bestanden haben, dass der türkische Staatschef „die nationale Souveränität des Iran und seine territoriale Integrität respektiert.“ Er erklärte, als Erdogan das Gedicht rezitierte, habe er sich auf die Stadt Latschin und die Region Karabach in Aserbaidschan bezogen. Ein vom türkischen Präsidenten vorgetragenes Gedicht hatte eine diplomatische Krise zwischen Iran und der Türkei ausgelöst. Ankara wurde von Teheran wegen „beleidigender Sprache“ gerügt. Das Gedicht habe angeblich die nordwestlichen Provinzen des Irans als zu Aserbaidschan gehörig bezeichnet. Teheran glaubt, dass einige Verse des Gedichts separatistische Ideen unter Irans aserbaidschanischer Minderheit fördern. Der Iran sah in Erdogans Vortrag zudem einen Angriff auf seine Souveränitätsrechte über seine Nordprovinzen.  

Izmir
Türkei: 2 Tote nach heftigen Regenfällen

Izmir – Nach heftigen Regenfällen sterben in der westtürkischen Provinz Izmir am Montagmorgen zwei Menschen, nachdem ihr Fahrzeug von den Fluten weggeschwemmt wurde. Laut einer Meldung der Nachrichtenagentur Anadolu,  trat ein Fluss im Menderes-Bezirk in der Provinz Izmir über die Ufer. Das Fahrzeug, das mit fünf Personen besetzt war, versuchte den Fluss zu überqueren, wurde dabei aber von der Strömung mitgerissen. Während sich drei von ihnen retten konnten, wurden zwei Personen in den Fluten vermisst und später tot aufgefunden. Rettungsteams fanden das Fahrzeug in über 800 Meter Entfernung. Besonders verheerend waren die Überschwemmungen für den Stadtteil Karşıyaka, in dem das Wasser des Ägäischen Meeres über die Ufer trat und durch die Straßen überflutete. Auch im Stadtteil Mavişehir überschwemmten die Wassermassen die Straßen und setzten Fahrzeuge unter Wasser. Die Fluten führten auch zum Einsturz der Stützmauer eines Wohnkomplexes im Stadtteil Buca, wobei 20 neben der Mauer geparkte Autos schwer beschädigt wurden.

Gesundheitspolitik
Türkei: In 18 Jahren über 3.500 Gesundheitseinrichtungen errichtet

Ankara – Etwa 3.605 Gesundheitseinrichtungen wurden in den letzten 18 Jahren in der Türkei fertiggestellt, erklärte Gesundheitsminister Fahrettin Koca am Samstag. Während einer Planungs- und Haushaltssitzung im Parlament betonte Koca, dass 678 dieser Einrichtungen vollwertige Krankenhäuser sind, während 386 zusätzliche Flügel zu bereits existierenden Gesundheitszentren sind, berichtet die englischsprachige Daily Sabah.  „Wir haben zügig zwei Pandemie-Krankenhäuser mit einer Kapazität von jeweils 1.008 Betten auf der asiatischen und europäischen Seite Istanbuls fertiggestellt. Wir haben diese Krankenhäuser so geplant, dass sie auch nach dem Ende der (Coronavirus-)Pandemie noch genutzt werden können“, so der Gesundheitsminister. „Wir haben die Qualität unserer Gesundheitsversorgung weiter verbessert, indem wir in den letzten drei Jahren 13 städtische Krankenhäuser mit einer Gesamtbettenkapazität von 17.509 eröffnet haben.“ „Wir sind entschlossen, ein nachhaltiges Gesundheitssystem aufzubauen“, sagte der Minister und fügte hinzu, dass 347 zusätzliche Krankenhäuser entweder im Bau oder in der Planungsphase sind und bis 2023 fertiggestellt werden sollen. Wie Daily Sabah weiter berichtet, sagte Koca in Bezug auf die Gesamtzahlen dass auch private Unternehmen und Universitäten das Gesundheitssystem des Landes unterstützten, dass aber das Ministerium 14.000 Einrichtungen für die Öffentlichkeit bereithalte. Etwa 8.000 davon seien Gemeindekliniken, während 934 Krankenhäuser seien, erklärte Koca und fügte hinzu, dass etwa 700.000 Gesundheitsarbeiter im Ministerium beschäftigt sind. „Etwa 98% unserer Mütter bringen ihre Babys jetzt in Krankenhäusern zur Welt. Um den Neugeborenen einen gesunden Start zu ermöglichen, stellen wir Eisen- und Vitamin-D-Präparate zur Verfügung und führen zahlreiche Untersuchungen durch“, betonte Koca. Laut Koca hat die Türkei auch eine der umfangreichsten Impfkampagnen mit Impfstoffen für 13 Antigene, die der Öffentlichkeit in Tausenden von lokalen Kliniken im ganzen Land angeboten werden.

Zum Thema:

– Gesundheitstourismus – Erfahrungsbericht: Türkische Krankenhäuser waren früher eher Krankmacher

Ich bin beeindruckt, wie sich dieses Land eine Industrie mit unzähligen Krankenhäusern und kooperierenden Hotels geschaffen hat, die weltweit Kunden anzieht. Und das ist ein Land, was noch vor 15 Jahren im Gesundheitssystem höchstens Dritte-Welt-Niveau hatte und zum Teil nicht mal Geld für OP-Fäden besaß. Ein Erfahrungsbericht.

Erfahrungsbericht: Türkische Krankenhäuser waren früher eher Krankmacher

Verkehr
ADAC: Diese Hilfsmittel gehören im Winter ins Auto

Der Winter stellt viele Autofahrer vor besondere Herausforderungen: Ob Eiskratzen am Morgen, ein feuchter Innenraum oder Kälte – vieles kann schnell nervenaufreibend werden. Auch die Technik der Fahrzeuge stellen die kalten Tage auf die Probe. Umso wichtiger ist es, die richtigen Hilfsmittel dabeizuhaben. Der ADAC erklärt, was im Winter auf jeden Fall in das Auto gehört. Niedrige Temperaturen führen dazu, dass die Scheiben des Fahrzeugs gefrieren. Daher sollte sich im Winter in jedem Fahrzeug ein Eiskratzer befinden. Achtung: Beim Kratzen den Motor nicht laufen lassen. Dies ist nicht nur verboten, sondern belastet die Umwelt erheblich. Wer dagegen verstößt, muss mit einem Verwarnungsgeld von zehn Euro rechnen. Mit einem Handfeger kann außerdem Schnee problemlos von den Scheiben gewischt werden. Vor allem im Winter kann es vorkommen, dass die Autobatterie versagt. Daher ist es ratsam, ein Starthilfekabel im Auto zu haben, um sich und anderen die Weiterfahrt zu ermöglichen. Zusätzlich empfiehlt der ADAC, Ersatz-Scheibenwischwasser an Bord zu haben. Gerade in alpinen Gegenden sind Schneeketten sinnvoll, in einigen Fällen sogar gesetzlich vorgeschrieben. Wer trotz schneebedeckter Fahrbahn ohne Schneeketten fährt, riskiert ein Verwarnungsgeld in Höhe von 20 Euro. Nützlich ist es, bei Fahrten im Winter eine Decke mitzunehmen, falls man längere Zeit im Stau steht und Kraftstoff durch das Abschalten der Heizung sparen will. Was auch hilfreich ist: Einweg-Trockentücher. Mit diesem lassen sich beschlagene Fenster von innen frei machen. Saubere Scheiben dienen der Verkehrssicherheit und neigen weniger dazu zu beschlagen. Der ADAC rät, das Auto während des Winters immer wieder zu überprüfen. Neben der Fensterreinigung ist auch die Pflege der Türdichtungen notwendig, um ein Einfrieren zu vermeiden. Weitere Tipps zum Autofahren im Winter bei Eis und Schnee gibt es auf adac.de.

Corona-Pandemie
Johanniter unterstützen Impfzentren

Die Johanniter-Unfall-Hilfe unterstützt bundesweit den Aufbau und Betrieb der Impfzentren, die die Bevölkerung gegen das Virus SARS-CoV-2 schützen sollen. „Mit unseren etablierten Katastrophenschutzstrukturen sind wir bestens gerüstet, unseren Beitrag für die Eindämmung des Virus zu leisten“, sagt Jörg Lüssem, Mitglied des Bundesvorstands der Johanniter. In vielen Regionen sind die Vorbereitungen für den Betrieb der Impfzentren und die Bereitstellung von mobilen Impfteams in vollem Gange. Alle neun Landesverbände der Johanniter sind aktuell an rund 200 Standorten in Deutschland in die Umsetzung eingebunden. So zum Beispiel in Mannheim, Bielefeld, Frankfurt/Main, Essen, Berlin, Leipzig, Gießen und Köln. Federführend sind die Johanniter unter anderem in Göttingen und Osnabrück tätig. Kevin Grigorian, Fachbereichsleiter der Johanniter für den Rettungsdienst und Bevölkerungsschutz in der Bundesgeschäftsstelle, unterstreicht: „Auch wenn für uns alle der Aufbau und Betrieb von Impfzentren etwas Neues ist und wir uns immer an die unterschiedlichen Rahmenbedingungen vor Ort anpassen müssen, können wir gut auf unseren Katastrophenschutzerfahrungen aus vergangenen Einsätzen bauen. Wir unterstützen aktuell nicht nur mit Personal, sondern auch mit Material und Fahrzeugen beim Aufbau der Impfzentren.“ Als Hilfsorganisation verfügt die Johanniter-Unfall-Hilfe über mehr als 40.000 ehrenamtlich engagierte Helferinnen und Helfer. Mehr als 6.000 von ihnen haben eine spezialisierte Katastrophenschutz-Ausbildung. Sie stehen in 194 Katastrophenschutz-Einheiten im gesamten Bundesgebiet bereit, in Situationen – wie aktuell während der Corona-Pandemie – Aufgaben zu übernehmen. Zur Bekämpfung der Corona-Pandemie sind die Johanniter seit Februar dieses Jahres an vielen Stellen aktiv. Aktuell werden durch die Hilfsorganisation knapp 100 Corona-Teststationen betrieben und mobile Testteams bereitgestellt. Seit sechs Monaten sind die Johanniter Partner der bundesweiten Antikörperstudie des Helmholtz-Instituts. Darüber hinaus gibt es an vielen Ort ehrenamtliche Aktivitäten wie Einkaufsservices für Risikopatienten, Lernunterstützung für Kinder und Jugendliche und Begegnungsangebote gegen Einsamkeit für Senioren. Über die Johanniter-Unfall-Hilfe Die Johanniter-Unfall-Hilfe ist mit rund 25.000 Beschäftigten, mehr als 40.000 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern und 1,2 Millionen Fördermitgliedern eine der größten Hilfsorganisationen in Deutschland und zugleich ein großes Unternehmen der Sozialwirtschaft. Die Johanniter engagieren sich in den Bereichen Rettungs- und Sanitätsdienst, Katastrophenschutz, Betreuung und Pflege von alten und kranken Menschen, Fahrdienst für Menschen mit eingeschränkter Mobilität, Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, Hospizarbeit und anderen Hilfeleistungen im karitativen Bereich sowie in der humanitären Hilfe im Ausland.

Medien
Basketball: Sportschau und funk starten neuen Instagram-Kanal „NBA Overtime“

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Am 14. Dezember 2020 geht der neue Instagram-Kanal „NBA Overtime“ von Sportschau und funk online. Hier findet die Community künftig Analysen und Hintergründe, Lifestyle-Formate und Memes sowie persönliche Einschätzungen und journalistische Einordnungen. „Wir schauen auf eine Liga, in der in jedem Spiel im Schnitt über 200 Punkte fallen“, erklärt Host Torben Beckmann seine Faszination zur NBA. „Wenn man dann bedenkt, dass es 30 Teams gibt und jedes Team in der kommenden Saison 72 Spiele vor der Brust hat, dann sind das nach Adam Riese echt ’ne ganze Menge Punkte, die wir uns anschauen können und die richtig viel Spektakel versprechen.“ Das Team, bestehend aus den Hosts Torben Beckmann und Lovis Binder sowie weiteren Autor*innen, orientiert sich zwar am aktuellen Geschehen, setzt den Fokus aber auf die Qualität und Tiefe der Inhalte. Die Journalist*innen gehen ins Detail, hinterfragen kritisch und zeigen das nicht Offensichtliche. Sie berichten beispielsweise nicht nur über den Titel der Lakers, sondern beleuchten die Hintergründe des Erfolgs und analysieren, wie der deutsche NBA-Star Dennis Schröder in das Top-Team passt. Sie schauen nicht nur auf James Hardens Dreier-Festivals, sondern reflektieren die Entwicklung des Spiels. Das Format „NBA Overtime“ startete bereits vor drei Jahren auf dem YouTube-Kanal der Sportschau und ist seitdem stetig gewachsen. Der neue Instagram-Kanal ergänzt die Inhalte und bietet weitere Möglichkeiten. „Wir können jetzt täglich Content produzieren und im Austausch mit unserer Community stehen. Das ist ein großer Vorteil des eigenen Kanals“, sagt Host Lovis Binder. „Außerdem haben wir die Möglichkeit, vielfältigere Umsetzungen zu generieren: kurz, lang, informativ, einordnend, unterhaltend.“ Die Journalist*innen freuen sich auf den Start des Kanals. Beckmann verspricht den User*innen „richtig viel Liebe für Basketball und die NBA, viel Sorgfalt beim Besprechen der Themen und ein Blick hinter die Kulissen, der so in Deutschland einfach noch nicht existiert.“

Frankreich
Paris: Ankara ernennt Macrons Studienkollegen als neuen Botschafter

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Paris – Ankara hat einen ehemaligen Studienkollegen des französischen Präsidenten als neuen Botschafter in Frankreich ernannt. Der 47-jährige Ali Onaner studierte gemeinsam mit Emmanuel Macron von 2002 bis 2004 im Rahmen der Léopold-Sédar-Senghor-Förderung an der Nationalen Hochschule für Management (ENA), berichtet das französische Nachrichtenmagazin Le Point. Onaner, der fließend Französisch spricht, wurde nach seinem Abschluss am Charles-de-Gaulle-Gymnasium in Ankara für zwei Jahre Botschafter der Türkei in Tunesien, wo er an vorderster Front die militärische Intervention des Landes in Libyen begleitete, für die er sich in den tunesischen Medien vehement einsetzte. Ankara unterstützte die Regierung in Tripolis, während Frankreich die andere Seite wählte, die des Führers aus dem Osten Libyens, General Haftar. Libyen ist eines der vielen Themen, die zwischen der Türkei und Frankreich für Spannungen sorgen, und Ali Onaner wird viel dazu beitragen, die bilateralen Beziehungen zu erleichtern. Onaner ist ein enger Vertrauter von Außenminister Mevlüt Cavusoglu und war von 2017 bis 2018 sein Stabschef. Zuvor war er Leiter der Menschenrechtsabteilung im Außenministerium in Ankara. Onaner und Macron tauschten im September Nachrichten auf Twitter aus. Ersterer ermutigte den sogenannten „Klassenkameraden“, „weiterzumachen“, nachdem der französische Präsident auf Twitter – in türkischer Sprache – eine Aufforderung an die Türkei gepostet hatte, einen „wohlwollenden, verantwortungsvollen Dialog, ohne Naivität“ zu beginnen.    

SOS-Kinderdörfer
Nigeria: Frauen und Kinder aus „Babyfabrik“ gerettet

Abuja – Bei einer Razzia in Nigeria sind nach Angaben der SOS-Kinderdörfer 10 Kinder und Frauen von der Polizei aus einer sogenannten „Babyfabrik“ befreit worden. In den illegalen Einrichtungen werden Frauen festgehalten, bis sie ein Baby zur Welt bringen. Die Babys werden anschließend auf dem Schwarzmarkt verkauft. Teilweise sogar nach Europa. Anlass zur Hoffnung gebe die Rettungsaktion aber nicht. „Der Vorfall macht erneut deutlich, dass diese Einrichtungen weit verbreitet sind und es dem Staat nicht gelingt, sie einzudämmen. Oft stecken gut organisierte kriminelle Syndikate dahinter“, sagt Eghosha Erhumwunse, Leiter der SOS-Kinderdörfer in Nigeria. Immer wieder habe es in den letzten Jahren solche Razzien gegeben. Oft werden die Betroffenen nicht einmal festgenommen oder aber gegen Kaution schnell wieder freigelassen. „In den meisten Fällen betreiben sie ihr illegales Geschäft ungehindert weiter“, sagt Erhumwunse. Meist seien die Einrichtungen getarnt als Frauenhäuser, Kliniken oder Waisenhäuser. Schwangere Frauen und junge Mädchen, vielfach minderjährig, werden mit Versprechungen auf einen professionellen Schwangerschaftsabbruch oder einen guten Job geködert und eingesperrt. „Sind die Mädchen nicht ohnehin schon schwanger, werden sie vergewaltigt“, sagt Erhumwunse. Die Babys würden hauptsächlich an Paare verkauft, die selbst keine Kinder bekommen können. Kinderlosigkeit gelte in Nigeria als gesellschaftliches Stigma. Manche der Kinder würden auch als Arbeits- und Sexsklaven eingesetzt oder gar für rituelle Handlungen. Eghosha Erhumwunse sagt: „Wir müssen dieser grausamen Praxis endlich ein Ende setzen, indem wir das Problem umfassend angehen: die weitverbreitete Armut bekämpfen, durch die die jungen Mädchen erst in diese Notsituation geraten, die Bevölkerung intensiver aufklären, das Thema „Kinderlosigkeit“ aus der Tabuzone holen und die Täter empfindlich bestrafen!“ Die SOS-Kinderdörfer unterstützen verlassene Kinder und Familien in Not in Nigeria seit Jahrzehnten. Sie setzen sich vielfältig gegen Kinderhandel ein: durch politische Arbeit, Aufklärungskampagnen sowie die intensive Bekämpfung der Armut.

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– Sexueller Missbrauch von Kindern – Missbrauchsbeauftragter: „Kleinkinder werden vor laufender Kamera getötet“

Kriminelle Netzwerke kauften etwa in Tschechien Babys für 4000 Euro, die dann einzig zum Zweck der sexuellen Ausbeutung großgezogen würden.

Missbrauchsbeauftragter: „Kleinkinder werden vor laufender Kamera getötet“