Corona-Krise
Arbeiterwohlfahrt Westfalen warnt vor unbrauchbaren Schutzmasken des Bundes

Unter den FFP2-Schutzmasken, die die Bundesregierung in diesen Tagen an die Träger von Altenpflegeheimen und Kitas verschickt, befinden sich offenbar große Chargen, die einer Qualitätsüberprüfung nicht standhalten. Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) im Bezirk Westlichen Westfalen warnt die Leitungen seiner 60 Pflegeheime davor, diese Schutzausrüstung zu verwenden. „Diese Masken sind völlig untauglich“, sagten AWO-Bezirksgeschäftsführer Uwe Hildebrandt und Vorstandsmitglied Serdar Yüksel (SPD) der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ). Mindestens 30.000 dieser Masken seien bereits an die Einrichtungen der AWO ausgeliefert worden. Zehntausende weitere sind noch eingelagert. Schon aus der Kennzeichnung auf den Verpackungen gehe hervor, dass sie sich nicht für den medizinischen Bereich eigneten, erklärte die AWO. Bei einer Kontrolle durch die Prüfgesellschaft Dekra seien unter anderem ein starker Eigengeruch der Masken, ein zu hoher Atemwiderstand und Undichtigkeiten aufgefallen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte angekündigt, dass rund 290 Millionen Schutzmasken aus Bundesbeständen bis Weihnachten kostenlos an alle Pflegeheime und ambulante Pflegedienste geschickt werden.

Türkei-Sanktionen
Aserbaidschans Aliyev: NATO-Staaten nutzen bereits ähnliche Systeme

Baku – Der aserbaidschanische Präsident Ilham Aliyev hat die Sanktionen Washingtons gegen die Türkei wegen der Beschaffung des russischen Luftabwehrsystems S-400 scharf verurteilt. In einer Stellungnahme erinnerte Alijev daran, dass bereits andere NATO-Staaten ähnliche Systeme nutzten. Baku bezeichnete die „einseitigen Sanktionen“ als inakzeptabel und bewertet die Situation „als Ausdruck von Doppelmoral und Illegalität“. „Präsident Ilham Aliyev zeigt sich zuversichtlich, dass diese Sanktionen die Schritte der Türkei zur Stärkung ihrer Verteidigungsfähigkeiten nicht behindern werden. Die Vorschläge der Türkei, dieses Thema in der zuständigen Arbeitsgruppe objektiv und politisch unparteiisch zu erörtern, haben keine angemessene Antwort erhalten“, zitiert die Nachrichtenagentur AZERTAC Hikmet Hajiyev, Berater des aserbaidschanischen Staatschefs. Washington verhängte am Montag Sanktionen gegen die Türkei wegen des milliardenschweren Kaufs des russischen Raketensystems S-400. Auch Teheran verurteilte am Dienstag die US-Sanktionen gegen die Türkei. Die Strafmaßnahmen zeigten eine „Verachtung für das Völkerrecht“. „Die US-Sucht nach Sanktionen und die Missachtung des Völkerrechts sind wieder voll im Gange. Wir verurteilen die jüngsten US-Sanktionen gegen die Türkei aufs Schärfste und stehen an der Seite ihres Volkes und ihrer Regierung“, twitterte Mohammad Javad Zarif unter dem Hashtag „#NeighborsFirst“. Raketensystem S-300, das in 17 Ländern eingesetzt wird, darunter NATO-Verbündete. Die frühere Version des S-400-Systems verwendet ein identisches Radarsystem und befindet sich derzeit im Besitz von 17 Ländern, darunter Griechenland, die Slowakei und Bulgarien – alle US-Verbündeten. Die Ukraine, Algerien, Armenien, Aserbaidschan, Bulgarien, Ägypten, Indien, Iran, Kasachstan, Venezuela, Vietnam, Georgien, Moldawien, Turkmenistan und Usbekistan haben ebenfalls die S-300.

Türkei-Sanktionen
Iran: Strafmaßnahmen gegen Türkei zeigt „Sanktions-Sucht der USA“

Teheran – Der iranische Außenminister verurteilte am Dienstag die Verhängung von US-Sanktionen gegen die benachbarte Türkei wegen der Beschaffung des russischen Luftabwehrsystems S-400 und sagte, dies zeige „Verachtung für das Völkerrecht“. „Die US-Sucht nach Sanktionen und die Missachtung des Völkerrechts sind wieder voll im Gange. Wir verurteilen die jüngsten US-Sanktionen gegen die Türkei aufs Schärfste und stehen an der Seite ihres Volkes und ihrer Regierung“, twitterte Mohammad Javad Zarif unter dem Hashtag „#NeighborsFirst“.
(Screenshot/Twitter)
Washington verhängte am Montag Sanktionen gegen die Türkei wegen des milliardenschweren Kaufs des russischen Raketensystems S-400.

„Die Türkei ist ein geschätzter Verbündeter und ein wichtiger regionaler Sicherheitspartner für die Vereinigten Staaten, und wir wollen unsere jahrzehntelange Geschichte der produktiven Zusammenarbeit im Verteidigungssektor fortsetzen, indem wir das Hindernis des türkischen S-400-Besitzes so bald wie möglich beseitigen“, schrieb Außenminister Mike Pompeo in einer Erklärung, in der er die Sanktionen ankündigte.

Die Strafmaßnahmen wurden gegen das Direktorat der Verteidigungsindustrie (SSB) verhängt. Es wird erwartet, dass der lang erwartete Schritt die Spannungen zwischen Washington und Ankara in den Wochen vor dem Aufstieg des designierten Präsidenten Joe Biden ins Weiße Haus weiter anheizen und eine Botschaft an ausländische Regierungen senden wird, die zukünftige Waffendeals mit Russland in Betracht ziehen. Die verhängten Sanktionen beinhalten ein Verbot aller US-Exportlizenzen und -Genehmigungen für das Präsidium der türkischen Verteidigungsindustrie sowie ein Einfrieren von Vermögenswerten und Visabeschränkungen für den Präsidenten der Organisation, Dr. Ismail Demir und andere Spitzenbeamte. Trotz Warnungen de NATO, testete die Türkei das von Russland erworbene fortschrittliche Luftverteidigungs-Raketensystem S-400 im Oktober.

Washington lehnte die Übernahme des russischen Fliegerabwehrsystems durch die Türkei entschieden ab und suspendierte die Türkei von ihrem Hi-Tech-Kampfjetprogramm F-35, da die S-400 eine Bedrohung für die Stealth-Kampfjets darstelle. Die US-Regierung hatte Ankara auch davor gewarnt, dass es US-Sanktionen nach dem Countering America’s Adversaries Through Sanctions Act riskiert, wenn das S-400-System aktiviert wird.

Die Türkei besteht darauf, dass sie gezwungen wurde, das russische System zu kaufen, nachdem Washington sich geweigert hatte, ihm das US-Patriot-System zu verkaufen. Ausschluss aus dem F-35-Programm

Nachdem die Bundesregierung im August 2015 den Abzug der deutschen Patriot-Abwehrraketen aus der Türkei angekündigt hatte und Washington sich geweigert hatte, Ankara das US-Patriot-System zu verkaufen, gab die Türkei 2017 den Kauf des russischen System S-400 bekannt. Die USA haben dieses Vorhaben Ankaras scharf verurteilt und ihren NATO-Partner im Juli aus dem gemeinsamen F-35-Entwicklungsprogramm ausgeschlossen.

Die Türkei ist Mitentwickler und Lieferant von  etwa 900 Bauteilen. Schon sehr bald müssten türkische Soldaten, die an dem Projekt mitarbeiten, die USA verlassen. Spätestens im März 2020 soll der Ausschluss der Türkei abgeschlossen sein.

Zum Thema

– S-400-System – Russland: Die Türkei wird bedroht und unter Druck gesetzt

Dmitri Schugajew, der Leiter des russischen Dienstes für militärisch-technische Zusammenarbeit, erklärte, dass Länder, die russische Waffen kaufen, unter Druck gesetzt, und mit „fast banditenhaften Drohungen traktiert“ würden.

Russland: Die Türkei wird bedroht und unter Druck gesetzt

Corona-Krise
Diakonie warnt: Lockdown für Obdachlose besonders hart

Berlin – Die Direktorin des Diakonischen Werks Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Barbara Eschen, sagte am Dienstag im Inforadio vom rbb, der Shutdown erschwere das Leben auf der Straße ganz erheblich. „Er macht die Menschen noch ärmer, weil niemand mehr da ist, der ihnen mal einen Euro geben kann“, so Eschen. „Sie können keine Flaschen sammeln, mit denen sie oft ihren Lebensunterhalt bestreiten, weil einfach kein Leergut mehr da ist. Und das Leben auf der Straße ist dann auch endgültig völlig einsam.“ Als großes Problem bezeichnete Eschen, dass viele Hilfsangebote für Wohnungslose derzeit eingeschränkt sind. „Beispielsweise sind die Tagesstätten immer nur für wenige Personen zu öffnen, aufgrund der Platzbedingungen“, so Eschen. „Und da ist es wichtig, dass wir als Diakonie mit Lebensmitteln, mit einer warmen Suppe, mit warmen Speisen zu den Menschen hinkommen.“ Dafür seien unter anderem ein Suppenbus und ein Food-Truck unterwegs. Die Diakonie-Direktorin sagte weiter, zum Glück gebe es genauso viele Übernachtungsplätze wie in vorigen Jahren. Für die Hilfsorganisationen sei aber alles teurer geworden – durch die Hygieneauflagen. Sie hoffe daher sehr auf Spenden aus der Bevölkerung.

Corona-Pandemie
Gesundheitsminister Spahn will Impfungen noch im Dezember

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nannte allerdings kein konkretes Datum. Er sagte am Montag im „Polittalk aus der Hauptstadt“, es werde auch keine Notfall-Zulassung nur für Deutschland geben: „Es wird eine bedingte Zulassung geben, europäisch. Damit sind wir mit allen 27 Mitgliedstaaten angetreten, nicht zuletzt um Vertrauen zu erhalten. Ich bin mir sehr sicher, bei einer Not-Zulassung würde manche Debatte sicherlich darüber geführt: Ist da genug geprüft worden, wurde da tief genug hineingegangen in die Daten? Wir tun alles dafür, dass noch im Dezember losgehen kann mit dem Impfen.“ Spahn sagte, es sei ein großer Erfolg, dass in Deutschland ein Impfstoff gegen das Corona-Virus entwickelt worden sei, der inzwischen in verschiedenen Staaten wie Großbritannien, den USA und Bahrain angewendet werde. Zu den neuen Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus sagte Spahn, es gehe immer um das Abwägen zwischen Schaden für die Gesundheit und Schaden für die Wirtschaft: „Wir haben uns für einen sehr starken Gesundheitsschutz entschieden. Das könnte man auch anders gewichten. Aber wir haben uns mit großer Mehrheit dafür entschieden. Gleichzeitig müssen wir schauen, wie wir diesen Schaden tragen und ertragen können. In so einer Schicksalssituation, die über die Menschheit gekommen ist, alle schadenfrei zu halten, das kann nicht gelingen.“ Grünen-Chef Robert Habeck sagte im „Polittalk“, er erwarte eine Entschuldigung der Politik für Fehlentscheidungen: „Es sind ja Fehler erkennbar gemacht worden, sonst wären wir jetzt nicht in dieser Situation. Ob das etwas mit Schuld zu tun hat, das würde ich nicht sagen. Rückblickend hätten Bundesregierung und Ministerpräsidenten an der ein oder anderen Stelle anders entscheiden können. Das sollte aber auch gesagt werden. Ich glaube, die Bereitschaft, in den nächsten Lockdown zu gehen, wäre noch größer, wenn man das zugeben würde.“ Der „Polittalk aus der Hauptstadt“ ist eine Kooperation von rbb Inforadio mit Süddeutscher Zeitung und der Bertelsmann-Stiftung.

Menschenrechte
„Die Uighuren leiden unter moderner Sklaverei, und die Welt schaut zu!“

Seit mehreren Jahren geht die chinesische Regierung systematisch gegen die uighurische Minderheit in Xinjiang vor. Jeder Tag bringt weitere empörende Nachrichten. Auf Antrag von Engin Eroglu, Europaabgeordneter der FREIE WÄHLER, Mitglied des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten, der sich schon lange für die Rechte der Minderheiten in China und besonders das Schicksal der Uighuren einsetzt, ist das Thema nun diese Woche auf der Plenaragenda des Europäischen Parlaments. Eroglu erklärt: „Noch immer sind allzu viele Menschen überrascht, wenn sie mit den sich häufenden Beweisen für diese Menschenrechtsverletzungen an den Uighuren konfrontiert werden. Diese Verbrechen sind Teil einer gezielten Kampagne sind, die darauf abzielt, die uighurische Bevölkerung zu unterdrücken. Die Liste der Menschenrechtsverletzungen hört nicht bei der oft angeführten Deportation in Massenhaftlager, Zwangsterilisationen und der Zwangsarbeit in chinesischen Fabriken auf. Die chinesische Regierung geht noch weiter. Die Uighuren leiden unter moderner Sklaverei, und die Welt schaut zu!“ Neue von Dr. Adrian Zenz veröffentlichte Beweise, die aus chinesischen Regierungsdokumenten stammen, zeigen nun erneut das Ausmaß der systematischen Zwangsarbeitsprogramme. Diesmal geht es um das Baumwollpflücken in Xinjiang. Eroglu dazu: „Hunderttausende von Arbeitern ethnischer Minderheiten in Xinjiang werden durch einen staatlich verordneten Zwangsarbeitstransfer gezwungen, Baumwolle von Hand zu pflücken. Laut Zenz wurden 2018 allein in drei uighurischen Regionen mindestens 570.000 Menschen im Rahmen des staatlichen Zwangsarbeitstrainings- und Transferprogramms zum Baumwollpflücken mobilisiert. Wenn man bedenkt, dass die in Xinjiang produzierte Baumwolle 85 % der chinesischen und 20 % der weltweiten Baumwollproduktion ausmacht, haben solche Beweise weltweite Auswirkungen, auch auf die Lieferketten von EU-Unternehmen.“ Eroglu: „Wir müssen erkennen, dass das, was in Xinjiang geschieht, über „gewöhnliche“ Menschenrechtsverletzungen hinausgeht und die größte Versklavung und Menschenrechtsverletzung der Welt darstellt. Die internationale Gemeinschaft muss aufhören, die Augen vor den groben Menschenrechtsverletzungen der chinesischen Führung zu verschließen. Eine klare Haltung einzunehmen und diese Verbrechen als das zu benennen, was sie sind, ist dafür unerlässlich.“ Eroglu sieht hier auch besonderen Handlungsbedarf durch das Europäische Parlament: „Zu lange haben sich die Entscheidungsträger zurückgehalten. Angesichts des Ausmaßes und der Schwere der Situation ist auch das Europäische Parlament in der Pflicht, eine klare Haltung einzunehmen. Die Dringlichkeitsentschließung dieser Woche zur Frage der Zwangsarbeit in Xinjiang ist ein erster Schritt, das Schweigen zu brechen und klare Maßnahmen zu fordern. Die Definition der Menschenrechte als klare Priorität im europäisch-chinesischen Investitionsabkommen, die Einführung eines verbindlichen Rahmens für die Sorgfaltspflicht der EU und die Umsetzung des globalen Menschenrechtssanktionsmechanismus sind einige meiner wichtigsten Forderungen in dieser Entschließung.“ Eroglu geht aber noch einen Schritt weiter und fordert eine globale Strategie: „Während politische Maßnahmen der westlichen Demokratien unerlässlich sind, brauchen wir auch kollektive globale Antworten auf das rücksichtslose Verhalten der chinesischen Regierung. Zu diesem Zweck müssen wir zusammenstehen! Dazu gehören auch Partner aus der Region, wie Taiwan, die auch unter chinesischem Druck für Freiheit und Demokratie einstehen. So hat die taiwanesische Regierung zum Beispiel Schritte unternommen, um es Hongkongern zu ermöglichen dort Arbeits- und Studienmöglichkeiten zu finden. Es ist wichtig, ein klares Signal an Präsident Xi zu senden, um zu zeigen, dass wir in diesen Fragen nicht intern gespalten sind. Wir müssen rote Linien ziehen und brauchen entschiedene Maßnahmen zum Schutz der Grundfreiheiten derjenigen, die nicht für sich selbst sprechen können!“

Zum Thema

– Xinjiang – China: „Uigurische Babys wie Abfall weggeworfen“

Um das Bevölkerungswachstum der unerwünschten muslimischen Uiguren zu beschränken, habe Chinas kommunistische Regierung angeordnet, dass Babys kurz vor oder nach der Geburt getötet werden.

China: „Uigurische Babys wie Abfall weggeworfen“

CDU-Parteitag
Friedrich Merz: Votum der digitalen Wahl ist für mich bindend

CDU-Bundesvorsitz-Kandidat Friedrich Merz hat angekündigt, dass er sich auf jeden Fall dem Votum des digitalen CDU-Parteitags im Januar unterwerfen will. Die Wahl des neuen Bundesvorsitzenden der Christdemokraten erfolgt zwar digital, benötigt aber aufgrund rechtlicher Gründe eine schriftliche Bestätigung, zu der man theoretisch erneut antreten könnte. „Ich werde das Votum der Delegierten in der digitalen Wahl akzeptieren, und wenn ich diese Wahl nicht gewinnen sollte, werde ich auf dem Stimmzettel für die Schlussabstimmung mit meinem Namen nicht mehr stehen“, äußerte sich Merz bei phoenix (Montag, 14. Dezember). Die CDU müsse im kommenden Jahr selbstbewusst auftreten. „Andere müssen sich an uns messen und wir nicht an anderen. Das ist eine Selbstverständlichkeit, wenn man die stärkste politische Kraft im Land ist und bleiben will.“ Bei der nächsten Bundestagswahl werde es darauf ankommen, in der Mitte des politischen Spektrums mehr Zustimmung zu erhalten. „Wir können aus dem großen Reservoir der Nichtwähler sicherlich viele Wähler gewinnen. Darum werde ich mich bemühen“, so Merz weiter.

Transfer-News
Arsenal: Mesut Özil könnte ab Januar wieder spielen

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London – Kaum hat der türkische Top-Club Fenerbahce Istanbul ein Interesse an einem Kauf des deutschen Weltmeisters von 2014 angekündigt, deutet Arsenal Trainer in einem Interview an, dass Özil ab Januar wieder zum Einsatz kommen könnte. „Er ist im Moment nicht im Kader“, sagte Arteta am Samstag gegenüber der Presse vor dem Premier-League-Spiel gegen Burnley am Sonntag. „Ich konzentriere mich nur auf die Spieler, die wir hier haben. Wir werden sehen wie wir uns im Januar entscheiden. Bis dahin ist noch etwas Zeit“. Der frühere Gunners-Boss Arsene Wenger verteidigte den ehemaligen Real-Madrid-Star vor kurzem und behauptete, er sei nicht schwierig zu managen. Wenger gab Arteta einige Ratschläge, um das Beste aus Özil herauszuholen: „Er war nicht schwer zu managen. Er war ein Typ, der eine besondere Qualität als kreativer Spieler hatte und Spaß haben musste“, sagte der legendäre ehemalige Arsenal-Boss gegenüber ESPN. „Er ist ein Künstler und diese Jungs sind ein bisschen sensibler. Sie brauchen Unterstützung und ein Umfeld, das sie antreibt, ihr Bestes zu geben.“ Seinen bislang letzten Einsatz für die Gunners bestritt der Mittelfeldspieler Anfang März noch vor der Corona-Pandemie. Die Bild an Sonntag (BamS) berichtete jedoch in ihrer letzten Ausgabe am Sonntag, dass ein Wechsel zum türkischen Rekordmeister Fenerbahce Istanbul zu „90 Prozent sicher“ sei. „Zu 90 Prozent wird Özil sich uns in der Winterpause anschließen“, zitierte die BamS Istanbuls Beiratsmitglied Murat Zorlu. Sollte dieser Plan scheitern, will Fener-Boss Ali Koc Özil angeblich auch noch im kommenden Sommer nach Ablauf seines Vertrags in London an den Bosporus locken. Man arbeite in der türkischen Millionenmetropole daran, dem 32-Jährigen vom FC Arsenal ein Jahresgehalt von zehn Millionen Euro zu sichern. „Fenerbahce ist nicht in der Lage, so eine finanzielle Last zu tragen. Es ist ein schöner Traum. Wenn der Traum wahr werden würde, wäre es super“, sagt Vereins-Präsident Ali Koc, einer der potenziellen Sponsoren. Özil-Freund und Medienmogul Acun Ilicali sei die zweite Person, die den Wechsel finanzieren soll.    

S-400-System
USA verhängen Sanktionen gegen Türkei

Washington – Die Trump-Administration verhängte am Montag Sanktionen gegen die Türkei wegen des milliardenschweren Kaufs eines russischen Raketensystems. US-Außenminister Mike Pompeo teilte am Montag mit, dass die USA wegen des Einsatzes des russischen Raketenabwehrsystems S-400 gegen den Nato-Partner Türkei Sanktionen verhängen werden. „Die Türkei ist ein geschätzter Verbündeter und ein wichtiger regionaler Sicherheitspartner für die Vereinigten Staaten, und wir wollen unsere jahrzehntelange Geschichte der produktiven Zusammenarbeit im Verteidigungssektor fortsetzen, indem wir das Hindernis des türkischen S-400-Besitzes so bald wie möglich beseitigen“, schrieb Außenminister Mike Pompeo in einer Erklärung, in der er die Sanktionen ankündigte. Die Strafmaßnahmen würden gegen das Direktorat der Verteidigungsindustrie (SSB) verhängt. Es wird erwartet, dass der lang erwartete Schritt die Spannungen zwischen Washington und Ankara in den Wochen vor dem Aufstieg des designierten Präsidenten Joe Biden ins Weiße Haus weiter anheizen und eine Botschaft an ausländische Regierungen senden wird, die zukünftige Waffendeals mit Russland in Betracht ziehen. Die verhängten Sanktionen beinhalten ein Verbot aller US-Exportlizenzen und -Genehmigungen für das Präsidium der türkischen Verteidigungsindustrie sowie ein Einfrieren von Vermögenswerten und Visabeschränkungen für den Präsidenten der Organisation, Dr. Ismail Demir und andere Spitzenbeamte. Trotz Warnungen der NATO, testete die Türkei das von Russland erworbene fortschrittliche Luftverteidigungs-Raketensystem S-400 im Oktober.

Washington lehnte die Übernahme des russischen Fliegerabwehrsystems durch die Türkei entschieden ab und suspendierte die Türkei von ihrem Hi-Tech-Kampfjetprogramm F-35, da die S-400 eine Bedrohung für die Stealth-Kampfjets darstelle. Die US-Regierung hatte Ankara auch davor gewarnt, dass es US-Sanktionen nach dem Countering America’s Adversaries Through Sanctions Act riskiert, wenn das S-400-System aktiviert wird.

Die Türkei besteht darauf, dass sie gezwungen wurde, das russische System zu kaufen, nachdem Washington sich geweigert hatte, ihm das US-Patriot-System zu verkaufen. Ausschluss aus dem F-35-Programm

Nachdem die Bundesregierung im August 2015 den Abzug der deutschen Patriot-Abwehrraketen aus der Türkei angekündigt hatte und Washington sich geweigert hatte, Ankara das US-Patriot-System zu verkaufen, gab die Türkei 2017 den Kauf des russischen System S-400 bekannt. Die USA haben dieses Vorhaben Ankaras scharf verurteilt und ihren NATO-Partner im Juli aus dem gemeinsamen F-35-Entwicklungsprogramm ausgeschlossen.

Die Türkei ist Mitentwickler und Lieferant von  etwa 900 Bauteilen. Schon sehr bald müssten türkische Soldaten, die an dem Projekt mitarbeiten, die USA verlassen. Spätestens im März 2020 soll der Ausschluss der Türkei abgeschlossen sein.

Zum Thema

– S-400-System – Russland: Die Türkei wird bedroht und unter Druck gesetzt

Dmitri Schugajew, der Leiter des russischen Dienstes für militärisch-technische Zusammenarbeit, erklärte, dass Länder, die russische Waffen kaufen, unter Druck gesetzt, und mit „fast banditenhaften Drohungen traktiert“ würden.

Russland: Die Türkei wird bedroht und unter Druck gesetzt
   

Literatur
Ömer Seyfettin: Primo, der türkische Junge

Am 28. September 1911 übermittelte Italien dem Osmanischen Reich eine diplomatische Note bezüglich des damaligen Libyen (Trablusgarp), das eine osmanische Provinz gewesen war.

Die Pforte wies den Protest von Italien umgehend zurück und daraufhin erklärte Rom am nächsten Tag Istanbul den Krieg. In jener Zeit spielt die von Ömer Seyfettin verfasste Novelle „Primo, der türkische Junge“, bei dem es um einen kleinen Jungen in der Vorpubertät geht, der mit seiner italienischen Mutter und einem türkischen Vater in Saloniki (Selanik) wohnt und auf der Suche nach einer Identität ist.

Primo ist hin- und hergerissen zwischen den Kulturen der Eltern. Der Krieg in Libyen erfasst die gesamte Familie, denn es kommt noch hinzu, dass die damalige osmanische Metropole Saloniki kampflos den Griechen in die Hände fällt. Werden sich die Eltern von Primo, sein Vater Kenan und die Mutter Grazia wieder vertragen?

Mit Ömer Seyfettin –  Ein Avantgardist mit ironischem Biss       

Mit dieser Kurzgeschichte gelingt Seyfettin eine spannende Erzählung mit ironischem Unterton. Er war seiner Zeit immer voraus, denn bereits im April 1911 veröffentlichte er in der Zeitschrift Genç Kalemler (Junge Schreiber) einen anonymen Beitrag mit dem Titel Yeni Lisan (Neue Sprache).

Darin forderte dieser dazu auf, ausländische Wörter aus der türkischen Sprache zu entfernen und durch Türkische zu ersetzen. Nach Seyfettins Ansicht sollte die Sprache einfacher und die Literatur zur Volkssprache werden. Er wurde am 11. März 1884 in Gönen bei Balıkesir geboren und nahm 1912 am Balkankrieg teil, bei dem er ein Jahr später in Kriegsgefangenschaft geriet.

Nach seiner Rückkehr nach Istanbul unterrichtete Seyfettin als Lehrer Literatur am Kabataş-Gymnasium. Er gilt als einer der Mitbegründer der türkischen Kurzgeschichten und Vertreter der nationalen Strömung moderner türkischer Literatur. Der meisterhafte Erzähler von Romanen, Novellen und Gedichten starb mit 36 Jahren am 6. März 1920 in Istanbul.

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