Sputnik V
Corona: Albanien nennt russisches Impfstoff-Angebot „Provokation“

Der albanische Premierminister Edi Rama lehnte am Dienstag den Kauf des russischen Impfstoffs "Sputnik V" ab und bezeichnete das Angebot des Botschafters als "eine unangemessene Provokation". Rama verlangte zudem eine Entschuldigung.

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Tirana – Der albanische Premierminister Edi Rama lehnte am Dienstag den Kauf des russischen Impfstoffs „Sputnik V“ ab und bezeichnete das Angebot des Botschafters als „eine unangemessene Provokation“. Rama verlangte zudem eine Entschuldigung.

Am Montag antwortete die russische Botschaft auf einen Facebook-Beitrag von Ramas Chefberater Endri Fuga, in dem er sich über die EU-Politik gegenüber dem Westbalkan beschwerte.

„Sehr geehrter Herr Endri Fuga, wir möchten Ihnen mitteilen, dass der russische Fonds für Direktinvestitionen berechtigt ist, mit Ländern zu verhandeln, die am Kauf von Impfstoffen gegen COVID-19 interessiert sind. Wir haben keinen Zweifel, dass Russland bereit ist, seinen Impfstoff „Sputnik-V“ auch nach Albanien zu bringen“, so der Tweet der Botschaft. Die Botschaft informierte Fuga weiter über die hohe Nachfrage und die Vorteile von „Sputnik-V“.

(Screenshot/Twitter)

In einer Pressekonferenz bezeichnete Rama das Angebot der russischen Botschaft in Tirana als eine lächerliche Provokation. Rama betonte, Albanien sei in Gesprächen mit den drei „bekanntesten Firmen für den Impfstoff“, Pfizer, Astrazeneca und Moderna. Firmen, mit denen auch europäische Länder Gespräche führten, so Rama

„Ich dachte, es sei ein Meme, weil es für einen seriösen Staat unangemessen ist, solche Provokationen zu machen“, so Rama.

Rama macht die EU für Albaniens Mangel an Corona-Impfstoff verantwortlich

Rama hatte in der vergangenen Woche die Europäische Union dafür verantwortlich gemacht, dass Albanien keinen Covid-19-Impfstoff oder einen Zeitplan für dessen Aufnahme hat.

„Wie Sie wissen, hat die EU eine ziemlich unglückliche Entscheidung getroffen. Sie hat beschlossen, dass Überschüsse an die Länder des westlichen Balkans gegeben werden. Es gibt hier keinen Überschuss, es gibt weniger als produziert wurde“, sagte Rama am Donnerstag während einer Pressekonferenz vor Journalisten.

Die Staatschefs der mächtigen Länder würden „die wahren Zahlen von der Öffentlichkeit fernhalten, weil sie extrem weniger „Impfstoffe erhalten“, als sie versprochen hatten. Die Realität entspreche nicht den Medienberichten, so Rama.

Rama stehe in ständiger Kommunikation mit den drei wichtigsten westlichen Impfstofffirmen – Pfizer, AstraZeneca und Moderna -, fügte aber hinzu, dass die riesige weltweite Nachfrage und das Verbot von Impfstoffexporten durch die US-Regierung es für seine Regierung sehr schwierig mache. Der Premierminister deutete an, dass er sich auf seine persönlichen Verbindungen und sein diplomatisches Geschick verlassen wird, um Impfstoffe für die Albaner zu beschaffen.

„Was ich betonen möchte, ist, dass es leider auch im Fall des Impfstoffs mehr denn je um Diplomatie, persönliche Verbindungen, Freundschaften, Kommunikationsfähigkeiten, Kontakte geht, d.h. es findet ein wirklich großer Kampf hinter den Kulissen zwischen allen Ländern statt, die versuchen, so große Mengen wie möglich zu bekommen“, erklärte der albanische Regierungschef.

 

 

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