Ukraine-Krise
Selenskyj will Reservisten einberufen

Kiew – Angesichts der wachsenden Spannungen mit seinem mächtigen Nachbarn hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am heutigen Mittwoch ein Gesetz unterzeichnet, das die vereinfachte Einberufung von Reservisten ermöglichen soll. Das im März verabschiedete Gesetz erlaubt es, Reservisten zum Militärdienst einzuberufen, ohne die Mobilisierung anzukündigen, teilte Selenskyjs Büro am Mittwoch mit. „Dies wird es ermöglichen, die militärischen Einheiten aller Verteidigungskräfte schnell mit Reservisten auszustatten und damit ihre Kampfkraft bei militärischen Angriffen deutlich zu erhöhen“, so das Büro. Am Dienstag forderte Selenskyj seinen russischen Amtskollegen Wladimir Putin auf, ihn in der Donbass-Region zu Gesprächen zu treffen, um den dortigen Konflikt zu beenden und die Spannungen zwischen den Nachbarn abzubauen. Situation in der Ostukraine Seit Wochen zieht Russland tausende Militärs an Ukraines nördlichen und östlichen Grenzen zusammen. Laut Medienberichten seien über 100.000 Soldaten verlegt worden. In der östlichen Donbass-Region stehen sich seit Jahren pro-russische Separatisten und ukrainische Regierungssoldaten gegenüber. Dabei wurden nach Angaben der Regierung in Kiew seit Beginn des Konfliktes im Jahr 2014 rund 14.000 Menschen getötet. Die Kämpfe dort sind wieder aufgeflammt, wobei sich beide Seiten gegenseitig beschuldigen, einen im Juli in Kraft getretenen Waffenstillstand zu verletzen. Die Ukraine, ihre westlichen Verbündeten und die NATO haben Russland eine „provokative“ Aufstockung der Truppen an der Ostgrenze der Ukraine und auf der Krim vorgeworfen. Im Gegenzug hat Russland die Vereinigten Staaten und die NATO von „provokative Aktivität“ in der Schwarzmeerregion beschuldigt.

Zum Thema

– Ukraine-Krise – Russland verurteilt Türkei für Drohnen-Lieferungen an Ukraine

Russland hat am Donnerstag die Lieferung türkischer Drohnen an die Ukraine verurteilt. Dies ermutige die Ukraine zu militärischen Schritten in der Krisenregion und trage nicht zu einer Deeskalation bei.

Russland verurteilt Türkei für Drohnen-Lieferungen an Ukraine
 

Corona-Krise
Ehemaliger Ethikrat-Vorsitzender fordert Impfpriorisierung für Schüler

Der ehemalige Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, der Theologe Prof. Peter Dabrock, hat die Maßnahmen der so genannten Bundesnotbremse, die heute als Gesetz den Bundestag passieren soll, bei phoenix als „mutlos, phantasielos, unausgewogen und ineffektiv“ bezeichnet. Leidtragende dieser Beschlüsse seien vor allem junge Menschen. „Wir führen eine Debatte darüber, ob die Ausgangssperren nun ab 21 oder 22 Uhr gelten, und bringen das nicht in ein Verhältnis zu den Opfern, die die junge Generation bringen muss. Ich habe den Eindruck, die Politik wird derzeit nur von Leuten gemacht, die sich nicht um Kinder, Jugendliche, junge Studierende kümmern“, kritisiert Dabrock. Die Arbeitswelt hingegen werde bei den Maßnahmen fast komplett außen vor gelassen, „das halte ich für einen großen Fehler“, so Dabrock weiter, „da haben wir viel mehr Spielräume, als dass wir jetzt bei der Inzidenz von 165 die Schulen schon schließen, das heißt, dass wahrscheinlich viele Schülerinnen und Schüler bis zu den Sommerferien keine Schule mehr sehen, das ist eine Bildungskatastrophe.“ Aus seiner Sicht müsse es nun zuerst einen harten Lockdown geben. „Ich bin dafür, dass wir jetzt einen wirklich harten Lockdown machen und dass wir dann als erstes tatsächlich die Schulen öffnen unter Testbedingungen.“ Außerdem fordert er in der Impfpriorisierung die Schülerinnen und Schüler nach vorne zu nehmen, „denn die sind die ganze Zeit anderen Kontakten ausgesetzt, während die Älteren, Rentner etwa, ja durchaus in der Lage sind, ihre eigenen Kontakte zu managen“, so Peter Dabrock.

Kanzlerkandidatur
Parteienforscher von Lucke: Laschet-Kandidatur wird AfD stärken

Osnabrück – Parteienforscher Albrecht von Lucke sieht in der Kandidatur Armin Laschets eine „gewaltige Hypothek für die Union“. „CDU und CSU verzichten aufgrund eines eklatanten Führungsversagens auf den deutlich besseren Kandidaten Markus Söder, der in der gesamten Bevölkerung einen viel stärkeren Rückhalt als Armin Laschet hat“, sagte der Politologe im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). Schon bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. Juni werde die CDU „mit dramatischen Verlusten dafür bezahlen müssen“. Die CDU im Osten befürchte „völlig zu Recht, dass sie mit Laschet und seinem laxen Stil, seiner fehlenden Ausstrahlung und Autorität erhebliche Wähleranteile an die Rechtspopulisten verliert“, sagte der Redakteur der „Blätter für deutsche und internationale Politik“. „Das wird die AfD auch bundesweit wieder in die Offensive bringen.“ Söder hätte die „Sogwirkung ins rechte Spektrum gestoppt und das Ausbluten der Volkspartei Union verhindern können“, sagte von Lucke. „Dass die CDU-Führung diese große Chance nicht genutzt hat, ist ein großes Versagen und beschädigt die Demokratie insgesamt.“ Auch die Aussicht auf eine klare schwarz-grüne Mehrheit habe die Union „durch das Festhalten an Laschet vertan“, sagte von Lucke. „CDU und CSU dürften nun unter 30 Prozent landen. Dadurch ist die Wahrscheinlichkeit, dass für eine erforderliche Regierungsmehrheit ein Dreierbündnis gebraucht werden wird, erheblich gestiegen. Für die Stabilität der Republik wäre das fatal.“

Alamos Gold
Klage gegen Türkei: Kanadisches Bergbauunternehmen verlangt 1 Milliarde Dollar Schadensersatz

Ottawa – Das kanadische Bergbauunternehmen Alamos Gold kündigte am Dienstag eine Klage gegen die Türkei in Höhe von 1 Milliarde US-Dollar wegen „Enteignung und unfairer sowie ungerechter Behandlung“ in Bezug auf sein Goldprojekt in diesem Land an. Die Klage, die von den niederländischen Tochtergesellschaften eingereicht wird, kommt zu dem Zeitpunkt, an dem Alamos noch keine Erneuerung seiner Bergbaulizenz für das Kirazli-Projekt erhalten hat, das 2019 Proteste aus der Bevölkerung ausgelöst hatte. Tausende Türken, darunter auch Gesetzgeber der Opposition, hatten gegen die Mine von Alamos protestiert. Sie warfen dem Unternehmen vor, Zyanid zur Goldgewinnung zu verwenden und den Boden und das Wasser eines nahegelegenen Staudamms zu verseuchen. „Alamos begann 2010 in der Türkei zu investieren und wurde von der türkischen Regierung durch ihr Büro für ausländische Investitionen herzlich willkommen geheißen. Nach zehn Jahren Aufwand und mehr als 250 Millionen Dollar, die das Unternehmen investiert hat, wurden wir für mehr als 18 Monate auf eine Art und Weise stillgelegt, die in der Türkei ohne Beispiel ist, obwohl wir alle erforderlichen Genehmigungen für den Bau und den Betrieb einer Mine erhalten hatten“, sagte Präsident und CEO John McCluskey gegenüber Mining Weekly.  Der Bau des Projekts wurde im Oktober 2019 ausgesetzt, nachdem die Regierung die Bergbaukonzessionen nicht verlängert hatte. Das Bergbauunternehmen warnte, dass die Nichtverlängerung der Lizenzen zu einem Verlust von mehr als einer halben Milliarde Dollar an zukünftigen wirtschaftlichen Vorteilen für die Türkei führen würde, einschließlich Steuer- und anderer Einnahmen sowie Tausender von Arbeitsplätzen. „Wir sind zuversichtlich, dass das Schiedsverfahren das von uns angestrebte Engagement des türkischen Staates herbeiführen und zu einer gerechten Lösung in dieser ausweglosen Situation führen wird“, sagte McCluskey. Alamos wird von der kanadischen Anwaltskanzlei Torys vertreten, zu deren Team auch John Terry und der ehemalige kanadische Richter am Obersten Gerichtshof Frank Iacobucci gehören. Das Unternehmen wird außerdem von seinem strategischen Berater John Baird unterstützt, dem ehemaligen kanadischen Außenminister und Seniorberater von Bennett Jones.

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– Goldförderung – Türkei fördert 2020 Rekordmenge an Gold

Die Jahresproduktion von 42 Tonnen im vergangenen Jahr markiert den höchsten Stand in der Geschichte der Türkei.

Türkei fördert 2020 Rekordmenge an Gold
 

Türkei:
CHP fordert Antworten über den Verbleib von 128 Milliarden Dollar der Zentralbank

Ankara – Kemal Kılıçdaroğlu, Vorsitzender der größten Oppositionspartei, der CHP, hat von der regierenden AKP erneut mehr Transparenz über die Reserven der Zentralbank gefordert. Die CHP und andere Oppositionsparteien werfen der Regierung seit langem vor, dass sie keine gute Erklärung dafür liefert, was mit den türkischen Währungsreserven in der Zentralbank passiert ist. Sie argumentierten, dass in der Amtszeit des damaligen Finanzministers und Schwiegersohn von Erdogan, Berat Albayrak, rund 128 Milliarden Dollar auf undurchsichtige Weise gehandelt wurden, um die Abwertung der türkischen Lira zu stoppen, berichtet Hürriyet Daily News.  „Es ist nicht klar, an wen diese Reserven verkauft wurden und wie viel sie verkauft haben. Es ist auch nicht klar, wer diese Reserven gekauft hat“, erklärte er am Dienstag in einer wöchentlichen Ansprache an seine Parlamentsfraktion. Er kritisierte auch die Regierungsvertreter für „die widersprüchlichen Erklärungen“, was mit diesen Reserven geschah und erinnerte daran, dass der Schatz- und Finanzminister Lütfi Elvan ebenfalls bei der Klärung der Situation versagt habe. Er warf der Regierung auch vor, dass sie der CHP und ihren Gemeinden verboten hat, Plakate aufzuhängen, die nach dem Verbleib der 128 Milliarden Dollar fragen. „Und sie behaupten, dass die Demokratie funktioniert. Sie können es abreißen, wenn es Beleidigungen enthält. Aber es ist nur eine Frage. Wir fragen nur, wo diese 128 Milliarden Dollar geblieben sind. Es ist eine einfache Frage“, so Kılıçdaroğlu. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte den Vorwurf zurückgewiesen. „Nichts ist verloren“, sagte er im März und bezeichnete die Kampagne der CHP als einen Angriff auf seine Familie.

Türkei
Anschlagsplanung: Türkischer Polizei gelingt Schlag gegen Terrororganisation IS

Istanbul – Im Kampf gegen die Terrororganisation DAESH/IS ist der türkischen Polizei ein weiterer Schlag in der Metropole Istanbul gelungen. Anti-Terroreinheiten der türkischen Polizei (TEM) haben in Zusammenarbeit mit dem türkischen Geheimdienst MIT zeitgleich an vier Orten acht Wohnungen und Objekte durchsucht und dabei 14 verdächtige Ausländer festgenommen. Durch mehrmonatige intensive Ermittlungen der Abteilung zur Bekämpfung von Terrorismus und Extremismus der Polizei und des Nachrichtendienstes gelang es den Beamten, Verbindungen der Verdächtigen zu Extremisten in Syrien und Irak aufzuspüren. Danach erfolgte die Feststellung der verdächtigen Personen und der Wohnadressen. Montagnacht stürmten Spezialeinheiten der türkischen Polizei die Wohnungen und Objekte der Verdächtigen und nahmen dabei 14 Personen fest. Nach Ermittlerangaben waren die Verdächtigen in der Vorbereitungsphase von Anschlägen. Es wird erwartet, dass die unter Terrorverdacht stehenden Personen nach ihrer Vernehmung bei der Polizei einem Ermittlungsrichter vorgeführt werden. Kemal Bölge, Istanbul

Derek Chauvin Prozess
USA: Ex-Polizist Chauvin in allen Anklagepunkten für schuldig befunden

Minneaolis – Prozess um Tod von George Floyd in Minneapolis: Ex-Polizist Chauvin in allen Anklagepunkten für schuldig befunden – auch wegen Mordes zweiten Grades. Der Ex-Polizist Derek Chauvin war wegen Mordes zweiten und dritten Grades sowie wegen Totschlag zweiten Grades angeklagt. Der 46 Jahre alte George Floyd war am 25. Mai 2020 in Minneapolis bei einer Festnahme ums Leben gekommen. Videos dokumentierten, wie Polizisten den unbewaffneten Mann zu Boden drückten. Chauvin presste dabei sein Knie rund neun Minuten lang auf Floyds Hals. Die Geschworenen hatten am Montagnachmittag mit ihren Beratungen begonnen. Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor in ihrem Schlussplädoyer einen Schuldspruch gegen Chauvin in allen drei Anklagepunkten gefordert. Chauvins Verteidiger Eric Nelson betonte hingegen die Unschuld seines Mandanten. Dessen Handeln bei Chauvins Festnahme sei berechtigte Gewaltanwendung im Rahmen eines „dynamischen“ Polizeieinsatzes gewesen, weil Floyd sich der Festnahme widersetzt habe, argumentierte er.
(Screenshot/Twitter/afp)
 

Report Mainz
Möglicher Lobby-Einfluss auf Beratergremium der Bundesregierung

Nach Recherchen von „Report Mainz“ hat die Mehrheit der über 200 Mitglieder des Expertengremiums „Nationale Plattform Mobilität“ direkte oder indirekte Verbindungen zur Industrie. Darunter sind hochrangige Manager von Automobilkonzernen, Zulieferer aus der Autobranche und Vertreter der Mineralölindustrie. Die „Nationale Plattform Zukunft der Mobilität“, kurz „NPM“, wurde von Verkehrsminister Andreas Scheuer ins Leben gerufen, um die Bundesregierung bei der Verkehrswende zu beraten und Konzepte für eine klimafreundliche Mobilität zu entwickeln. In Arbeitsgruppen der „NPM“ sind auch der „Verband der Automobilindustrie“ (VDA) und der „Bundesverband der deutschen Industrie“ (BDI) vertreten, das zeigen Recherchen des ARD-Politikmagazins. Vertreter von Umweltverbänden bilden dagegen nur eine kleine Minderheit. Das Bundesverkehrsministerium teilte dazu schriftlich mit, die „NPM“ sei mit „Expertinnen und Experten ganz unterschiedlicher gesellschaftlicher Hintergründe besetzt, um eine breite Debatte wichtiger Zukunftsthemen rund um die künftige Mobilität zu ermöglichen.“ Die „Mitgliederzusammensetzung ist ausgewogen“, heißt es weiter. Arbeitsgruppenleiter aus der Autobranche „Report Mainz“ deckt auf: fünf der sieben Mitglieder des sogenannten „Lenkungskreises“ und der Arbeitsgruppenleitung haben langjährige Verbindungen zur Automobilindustrie. So wird die Arbeitsgruppe „Klima und Verkehr“ von einem Ex-Daimler-Manager geleitet. Den Lenkungskreis steuert ein Ex-Aufsichtsrat von BMW. Die weiteren Mitglieder sind ein Vertreter des BMW-Vorstands, ein VW-Aufsichtsrat und der Chef eines Auto-Zulieferers, der unter anderem VW beliefert. Der „wissenschaftliche Berater“ für die Themen „Klima und Verkehr“ war ebenfalls viele Jahre bei Daimler tätig und leitet heute ein Institut, dass sich selbst als „Partner der Automobilindustrie“ bezeichnet. Im Interview mit dem ARD-Politikmagazin kritisiert Christina Deckwirth von „LobbyControl“: „Die Nationale Plattform Mobilität ist sehr unausgewogen. Auch wenn man sich anschaut, wie die Arbeitsgruppen aufgebaut sind. Es gibt eine Arbeitsgruppe zum Thema Klima. Aber selbst in dieser Arbeitsgruppe sind nur drei von 24 Vertreter*innen, die direkt aus Umweltverbänden kommen.“ Verantwortliche der Plattform und auch das Bundes-Verkehrsministerium bestritten auf Anfrage von „Report Mainz“, dass es einen großen Einfluss von Lobbyisten in der „NPM“ gebe. „Lobbyisten“ blockieren Verkehrswende Aus Sicht von Verkehrsforscher*innen müsste der Individualverkehr deutlich verringert werden, um die Klimaziele zu erreichen. Experten nennen das „Verkehrsvermeidung“. Doch in den Konzepten der „NPM“ spielt dieses wichtige Instrument praktisch keine Rolle. Das liege am Einfluss der Industrie auf die „NPM“ berichten mehrere Mitglieder gegenüber „Report Mainz“. Ernst Christoph Stolper ist als einer der wenigen Umweltvertreter (für den BUND) in dem Gremium: „Das Interesse der deutschen Automobilindustrie ist natürlich nicht, weniger PKW zu verkaufen, sondern mehr Autos. Insofern ist Verkehrsvermeidung und auch Verkehrsverlagerung, beispielsweise auf die Schiene, nicht im Interesse der deutschen Automobilindustrie. Das hat mit Klimaschutz überhaupt nichts zu tun. Weil, Klimaschutz lebt von Verkehrsvermeidung“ Die Nähe der „NPM“ zur Industrie sei auch der Grund, warum sich das Gremium so stark für Wasserstoff-Antriebe einsetze, kritisiert Ernst-Christoph Stolper. „Propagieren tun das die Vertreter des Verbrennungsmotors in der Automobilwirtschaft und die Mineralölwirtschaft.“ Auf Nachfrage erklärt das Bundesverkehrsministerium gegenüber dem ARD-Politikmagazin, dass man die Empfehlungen der Plattform Mobilität bezüglich des Wasserstoffs teile. Wasserstoff-Förderung durch Mineralölkonzerne Dabei sei Wasserstoff im PKW-Bereich nicht sinnvoll, erklärt Prof. Martin Doppelbauer, der am „Karlsruher Institut für Technologie“ (KIT) PKW-Antriebe erforscht. Aufgrund des hohen Energieverbrauchs für Herstellung und Transport, mache Wasserstoff aus Klimaschutzgründen keinen Sinn. „Die Herstellung von Wasserstoff aus regenerativer Energie ist sehr aufwendig, die kostet sehr viel Strom. Da braucht man sehr viel Anlagentechnik. Man braucht Energie, man erzeugt CO2.“ Daher würden Wasserstoff-PKW beim Energieverbrauch schlecht abschneiden: „Ein Wasserstoff-Auto braucht für die gleiche Strecke ungefähr drei bis viermal so viel elektrische Energie wie ein Elektroauto.“ In anderen Bereichen, wie zum Beispiel bei Schiffen, könnte Wasserstoff in Zukunft sinnvoll sein – aber nicht bei PKW, so der Forscher. Dennoch empfiehlt die „Nationale Plattform Mobilität“ den Einsatz von Wasserstoff-Autos. Das Bundesverkehrsministerium schreibt „Report Mainz“ gegenüber: Wasserstoff sei „eine notwendige Ergänzung zu den Batteriefahrzeugen, insbesondere für lange Strecken“. Mehrere Mitglieder der „NPM“ bestätigen auch hier gegenüber „Report Mainz“ einen starken „Lobby-Einfluss“, vor allem der Mineralölindustrie. Diese ist unter anderem über den Wasserstoffverband „H2 Mobility“ mit mehreren Vertretern in der „NPM“ vertreten. Gesellschafter des Wasserstoffverbandes sind unter anderem die Mineralölkonzerne Shell, Total und OMV. „Die Nationale Plattform Mobilität ist einseitig besetzt“, kritisiert Christina Deckwirth von „LobbyControl“. „Die Bundesregierung muss aufhören mit Klüngel-Runden mit der Autoindustrie“. „Report Mainz“ heute, 20.4.2021, 21:45 Uhr im Ersten

Lifestyle
Shisha-Bars gehören zunehmend zum Stadtbild von Metropolen dazu

Shishas stammen ursprünglich aus Indien und dem arabischen Raum, haben im letzten Jahrhundert aber auch die westliche Welt erobert. Das zeigt sich unter anderem daran, dass Shisha-Bars in großen Metropolen mittlerweile etwas ganz Normales sind. Menschen unterschiedlichen Alters und mit verschiedenen Interessen sind in solchen Shisha-Bars anzutreffen. Im Namen der Vielfalt sind sie daher schützenswert. Durch eigene Shishas aus einem professionellen Onlineshop ist es möglich, sich die Atmosphäre und den Genuss solcher Shisha-Bars in die eigenen vier Wände zu holen. Immer mehr Shisha-Bars in großen Metropolen Es gibt bestimmte Läden, ohne die ein Stadtbild unvollständig wäre. Hierzu gehören beispielsweise Restaurants, Supermärkte oder Handyshops. Shisha-Bars entwickeln sich zunehmend ebenfalls zu Geschäften, ohne die große Metropolen nicht auskommen. Im Sommer sieht man viele Menschen vor solchen Bars ihre Shisha rauchen und abends oder im Winter wird die gemütliche Atmosphäre in solchen Bars genossen. Verschiedene Shisha-Bars setzen jeweils andere Schwerpunkte. Einige sind im Stadtzentrum anzutreffen und wollen vor allem Touristen und ein junges Publikum ansprechen. Solche Shisha-Bars sind teilweise so beliebt, dass sie mit Türstehern arbeiten müssen, um nicht überrannt zu werden. Andere befinden sich in kleinen Nebenstraßen und laden Menschen allen Alters zu einem gemütlichen Beisammensein in einer entspannten Atmosphäre ein. Hier ist es leicht möglich, nach Feierabend einen Platz zu bekommen und in einem angenehmen Umfeld und mit netten Menschen zu entspannen. Ganz unterschiedliche Zielgruppen werden angesprochen Lange Zeit sprachen Shisha-Bars vor allem ein junges, weltoffenes, multikulturelles Publikum an. Die Menschen in solchen Bars interessierten sich häufig für die arabische Welt und die Kulturgeschichte der Shisha. Mittlerweile ist das Publikum in Shisha-Bars jedoch deutlich diverser. So sind hier auch Bänker und Börsenmakler anzutreffen, die sich nach einem anstrengenden Arbeitstag erholen wollen. Angenehm ist, dass Shishas nicht eine rein männliche Domäne sind, sondern gerade ein Gemeinschaftsgefühl für alle Menschen zu bieten haben. Entsprechend interessieren sich Frauen und Männer nahezu gleichermaßen für den Shisha-Genuss. Durch die große Geschmacksvielfalt und unterschiedliche Tabaksorten, die von fruchtig über süß bis hin zu herzhaft reichen, fühlen sich Menschen mit ganz unterschiedlichen Vorlieben in solchen Shisha-Bars rundum wohl. Shisha-Bars sind im Namen der Vielfalt schützenswert Leider gibt es auch in großen westlichen Metropolen Menschen, die mit dem Begriff „Weltoffenheit“ nichts anfangen können. Das zeigen beispielsweise die Schüsse auf eine Shisha Bar in Stuttgart. Häufig sind fremdenfeindliche Motive der Grund für solche Taten. Die Täter können sich nicht damit abfinden, dass Shisha-Bars das Stadtbild bereichern und die Kultur ihrer Heimat verändern. Im Namen von Vielfalt und Mitmenschlichkeit ist es deswegen wichtig, Shisha-Bars speziell zu schützen. Sie sind nicht nur eine Bereicherung, indem eine neue Kultur hinzukommt, sondern sie ermöglichen es auch, sich Gedanken über die eigene Kultur zu machen und deren Besonderheiten zu genießen. Gerade der Ansatz, eine große Gemeinschaft zu bilden und für Gemütlichkeit zu sorgen, für den Shisha-Bars stehen, tut jeder Metropole nur gut. Den Shisha-Genuss nach Hause holen Der große Erfolg von Shisha Bars wirkt sich zunehmend auf das Privatleben aus. So versuchen immer mehr Menschen, sich die Gemütlichkeit und die Atmosphäre einer Shisha-Bar in die eigenen vier Wände zu holen. Hierzu werden vorrangig die Utensilien benutzt, die bei Caesar – der Shisha Online Shop zu haben sind. Für einen größtmöglichen Shisha Genuss ist es nämlich wichtig, das passende Equipment zur Verfügung zu haben. Hierzu gehören beispielsweise ein Wassergefäß und eine Rauchsäule. Ebenso wichtig ist es, einen hochwertigen Kopf und verlässliche Schläuche zur Verfügung zu haben. Nicht zuletzt sind Reinigungsmittel und Wasserpfeifentabak in einem solchen Shop zu bekommen. Fazit Shisha-Bars verändern das Stadtbild großer Metropolen zunehmend und sind eine Bereicherung für die jeweilige Kultur. Sie verfolgen den Ansatz, eine große Gemeinschaft zusammenzubringen und für Gemütlichkeit zu sorgen. Sie sind als Kulturgut schützenswert und sprechen Menschen ganz unterschiedlicher Gruppen und Altersklassen an. Immer mehr Menschen finden es in solchen Shisha-Bars so schön, dass sie versuchen, sich die entsprechende Atmosphäre durch eine eigene Shisha und die dazu passenden Utensilien in die eigenen vier Wände zu holen.

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– Neuer Film „Five Eyes“ – Britischer Regisseur Guy Ritchie will „alle Filme“ in der Türkei drehen

Madonnas Ex-Ehemann, renommierter britischer Regisseur und Filmproduzent Guy Ritchie (Snatch, Sherlock Holmes), schwärmt in einem Video über die Türkei.

Britischer Regisseur Guy Ritchie will „alle Filme“ in der Türkei drehen

Afrika
Nach Ruanda-Völkermord: Immer mehr Menschen wenden sich dem Islam zu

Kigali – Als 1994 in Ruanda die Gewalt gegen die Tutsi ausbrach, schien niemand mehr sicher zu sein. Doch eine kleine religiöse Minderheit weigerte sich, daran teilzunehmen: Die ruandischen Muslime. Sie leisteten friedlichen Widerstand gegen die Gräueltaten und retteten dabei viele unschuldige Menschenleben. In diesem Monat vor 27 Jahren begann in Ruanda eines der größten Massaker nach dem Zweiten Weltkrieg. In einer Zeitspanne von nicht mal 100 Tagen töteten Angehörige der Hutu-Mehrheit etwa drei Viertel der in Ruanda lebenden Tutsi-Minderheit sowie moderate Hutu, die sich am Völkermord nicht beteiligten oder sich aktiv dagegen einsetzten. Der Katholizismus ist seit mehr als einem Jahrhundert der dominierende Glaube in Ruanda. Aber viele Menschen, angewidert von der Rolle, die einige Priester und Nonnen in der Tötungsorgie gespielt haben, wandten sich dem Islam zu. Jetzt habe sich die muslimische Bevölkerung mehr als verdoppelt. Viele Konvertiten haben erklärt, dass sie den Islam wegen der Rolle gewählt haben, die einige katholische und protestantische Führer beim Völkermord gespielt haben. Verschiedene Menschenrechtsgruppen haben mehrere Vorfälle dokumentiert, in denen christliche Geistliche Tutsis erlaubten, in Kirchen Zuflucht zu suchen und sie dann den Hutu-Todesschwadronen auslieferten, sowie Fälle, in denen Hutu-Priester und Geistliche ihre Gemeinden ermutigten, Tutsis zu töten. „Menschen starben in meiner alten Kirche, und der Pastor half den Mördern“, sagte Yakobo Djuma Nzeyimana in einem Gespräch mit der US-Zeitung New York Times, der bereits 1996 Muslim wurde. Ich konnte nicht zurückgehen und dort beten. Ich musste etwas anderes finden.“ Alex Rutiririza, ein weiterer Konvertit: „Die Muslime haben sich ’94 gut geschlagen, und ich wollte so sein wie sie“. Der sicherste Ort während der Massaker damals sei in einer muslimischen Nachbarschaft gewesen, Rutiririza weiter. „Denn überall wurde gemordet. Damals wie heute lebten viele der Muslime Ruandas dicht gedrängt im Biryogo-Viertel von Kigali.“ „Ich weiß, dass die Leute in Amerika denken, Muslime seien Terroristen, aber für Ruander sind sie unsere Freiheitskämpfer während des Völkermords“, sagt Jean Pierre Sagatuhu, ein Tutsi, der vom Christentum zum Islam konvertierte, nachdem sein Vater und neun weitere Mitglieder seiner Familie abgeschlachtet worden waren. „Ich wollte mich in einer Kirche verstecken, aber das war der schlechteste Ort, an den man gehen konnte. Stattdessen nahm mich eine muslimische Familie auf und rettete mir das Leben.“ „Vor dem Völkermord war ich katholischer Pastor“, erklärte Matabaro Sulaiman zu TRT World. Als 1994 der Völkermord in Ruanda begann, habe der 49-Jährige eine Glaubenskrise erlitten, als er sah, wie die Kirchen, in denen er Frieden und Einheit predigte, zu Schlachthäusern wurden. „Christen töteten Menschen in der Kirche“, so Sulaiman. „Die [Opfer] gingen in die Kirchen, weil sie dachten, sie würden dort Frieden finden, aber stattdessen wurden sie getötet. Währenddessen sah ich, wie Muslime Menschen in die Moschee brachten und sie retteten“. Mehr als 2.000 Menschen, die Schutz suchten, wurden getötet, nachdem etwa Pastor Wenceslas Munyeshyaka mit den Angreifern kollaborierte, anstatt die Notleidenden zu schützen. Die Nyamata-Kirche, die sich in den Außenbezirken im Süden Kigalis befindet, wurde zum Massengrab für fast 50.000 Menschen, die sich in Sicherheit wähnten. Die Kleidung der Opfer stapelt sich noch immer auf den Kirchenbänken im Inneren der Kirche. Lehren des Koran Muslimische Gelehrte und religiöse Führer erkannten schnell die drohende Gefahr und sensibilisierten die Gläubigen in ihren Gemeinden. Mit eigenen Unterrichtsprogrammen wiesen die Lehrer ihre Schüler an, sich nicht von der Gewaltpropaganda einfangen zu lassen. Unter Berufung auf den Koran lehrten sie, dass ethnische Zugehörigkeit nicht spalten sollte, sondern dass alle Menschen gleich sind und niemand das Recht hat einen anderen Menschen zu töten. In Gebetsgottesdiensten, Flugblättern und über andere Medien erinnerten die Kleriker ihre Anhänger daran, dass es die Pflicht jedes einzelnen Muslims sei, allen Opfern zu helfen und nicht zuzulassen, dass ihre Ansichten polarisiert werden, und deshalb auch nicht in politische Parteien einzutreten. In einem Brief, der an alle Moscheen des Landes geschickt wurde, riefen die religiösen Führer ihre Anhänger auf, jede Ideologie abzulehnen, die nicht mit dem Koran übereinstimmt. In einer Radioansprache warnten sie die ganze Nation, dass harte Zeiten bevorstünden und riefen die Menschen auf, friedliche Werte zu wahren. Sie begründeten ihre Ablehnung der Hasspropaganda mit Werten, die direkt aus dem Koran abgeleitet sind. Ihre Kernbotschaft: Diese Werte stehen im krassen Gegensatz zur Ideologie der Hutu-Milizen, die das Töten als Sünde gegen Gott betrachten und stattdessen zur Gewaltlosigkeit, zum Schutz der Schwachen und zur Hilfe für die Bedürftigen aufrufen, unabhängig von der ethnischen oder religiösen Zugehörigkeit. Gegen Hass und Gewalt Ermutigt durch die konsequente Haltung ihrer religiösen Führer positionierten sich auch die muslimischen Gemeinschaften gegen Hass und Gewalt. Neben der Weigerung muslimischer Hutus, sich an den Morden zu beteiligen oder Gewalt mit eigener Gewalt zu begegnen, leisteten viele auch aktiven, aber stets friedlichen Widerstand: Die Verfolgten fanden in ihren Häusern und Moscheen Schutz, ohne Angst vor Verrat. Muslime versteckten Tutsis innerhalb ihrer Gemeinden, versorgten sie mit Lebensmitteln und stellten sich sogar physisch zwischen die Mörderbanden und ihre Opfer, was sie manchmal das Leben kostete.

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– Ruanda – Bericht: Frankreich trägt erhebliche Verantwortung am Völkermord in Ruanda

Ein neuer Bericht, der von der Regierung Ruandas in Auftrag gegeben wurde, besagt, dass die französische Regierung unter Präsident Francois Mitterrand beim Völkermord 1994 an den Tutsi  „erhebliche Verantwortung“ trage.

Bericht: Frankreich trägt erhebliche Verantwortung am Völkermord in Ruanda