Ukraine-Konflikt
UNO: Wir dürfen andere Krisen nicht vergessen

0
Bonn – Mehr als 2,5 Millionen Menschen mussten bislang die Ukraine verlassen, suchen Schutz und Sicherheit in den Nachbarländern. Die UNO-Flüchtlingshilfe, der deutsche Partner des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR), ist dankbar für das großartige Engagement der deutschen Zivilgesellschaft für den lebensrettenden Einsatz des UNHCR in der Ukraine und den Nachbarländern. „Die Solidarität und das großartige Engagement der Zivilgesellschaft für die ukrainischen Flüchtlinge zeigt, dass die Willkommenskultur weiterlebt. Unsere Anstrengungen für die Geflüchteten dürfen nicht nachlassen, weil der Hilfsbedarf riesig ist und täglich wächst“, sagt Peter Ruhenstroth-Bauer, der Geschäftsführer der UNO-Flüchtlingshilfe. Unterstützung auch für andere Krisen benötigt Gleichzeitig macht er darauf aufmerksam, dass sich am 15. März die Krise in Syrien bereits zum 11. Mal jährt. Mit 5,7 Millionen registrierten Flüchtlingen zählt diese zu den größten Flüchtlingskrisen weltweit. Die humanitäre Situation im gesamten Land ist katastrophal. Dem Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen zufolge, können in Syrien 12,4 Millionen Menschen nicht ausreichend mit Lebensmitteln versorgt werden. Am 26. März jährt zum 7. Mal der Konflikt im Jemen. 20,7 Millionen Menschen sind dort auf humanitäre Hilfe angewiesen. Mehr als vier Millionen Menschen sind innerhalb des Landes auf der Flucht vor der Gewalt. 79 Prozent von ihnen sind Frauen und Kinder. Fünf Millionen Menschen haben bislang Venezuela verlassen und in benachbarten Ländern Zuflucht gefunden. Weitere eine Million Venezolanerinnen und Venezolaner flohen vor Gewalt und Armut in andere Länder. Viele der Geflüchteten sind Familien mit Kindern. Im November 2020 brachen in der äthiopischen Provinz Tigray Kämpfe aus. Mehr als zwei Millionen Menschen sind in Tigray auf der Flucht, 55.000 Menschen flüchteten außerdem ins Nachbarland Sudan. Trinkwasser und Lebensmittel gehen zur Neige, es gibt kaum eine Gesundheitsversorgung. Zwei Flüchtlingslager in Tigray, in denen eritreische Flüchtlinge Zuflucht gefunden hatten, wurden komplett zerstört. „Wir dürfen jetzt auch diejenigen Menschen nicht vergessen, die in anderen Teilen der Welt zur Flucht gezwungen werden. Diese Krisen stehen nur selten in den Schlagzeilen – gerade deshalb brauchen die Menschen auch dort unsere ganze Unterstützung“, kommentiert Peter Ruhenstroth-Bauer.

Auch interessant

– Systematische Gewalt – Myanmar: „Unermessliche Grausamkeiten“

Die Kinderrechtsorganisation Save the Children veröffentlicht heute einen neuen Bericht zur Flucht der Rohingya aus Myanmar. In „Horrors I will never forget“ berichten Kinder und Jugendliche erschütternde Erlebnisse von massiver Gewalt, von Vergewaltigungen oder von Menschen, die lebendig verbrannt wurden.

Myanmar: „Unermessliche Grausamkeiten“

Energiepolitik
Lindner gegen Spritpreisbremse und befristetes Tempolimit

Berlin – Trotz der Rekordpreise an den Tankstellen lehnt Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) eine befristete Senkung der Mehrwertsteuer von 19 auf sieben Prozent für Benzin und Diesel weiterhin ab. „Wenn die Union eine so genannte Spritpreisbremse fordert, dann muss sie sagen, was sie im Haushalt kürzen will“, sagte Lindner in einem Interview mit dem Tagesspiegel. „Oder sie muss bekennen, dass sie dafür neue Schulden aufzunehmen bereit ist. Vor dieser Klarheit hätte ich Respekt, aber leider bleibt die Union die Antworten schuldig“, kritisierte Lindner die Vorschläge der größten Oppositionspartei im Bundestag. „So leicht kann ich es mir als Bundesfinanzminister nicht machen.“ Entgegen der Vermutung vieler werde der Fiskus auch nicht reich durch die steigenden Spritpreise. „Wenn vom verfügbaren Einkommen eines Haushalts ein höherer Anteil für Sprit aufgewendet wird, kommt es zu einer Verschiebung der Mehrwertsteuer, allerdings nicht zu einer Erhöhung des Aufkommens. Die Menschen halten sich dann an anderer Stelle mit Konsum zurück.“ In der Ölkrise 1973/1974 hatte die damalige sozial-liberale Bundesregierung unter Zustimmung der FDP vier autofreie Sonntage und ein auf sechs Monate befristetes Tempolimit von 100 km/h auf Autobahnen und 80 km/h auf anderen Straßen beschlossen. Angesprochen darauf lehnte Lindner ein befristetes Tempolimit auch als Maßnahme zur Reduzierung des Spritverbrauchs in der aktuellen Preiskrise ab. „Angesichts der hohen Spritpreise gibt es einen natürlichen Impuls, weniger zu verbrauchen“, betonte Lindner, dass die Bürger auch von sich aus den Fuß vom Gaspedal nehmen könnten. „Wir haben einen Krieg in Europa, von dem nicht nur menschliches Leid ausgeht, sondern auch massive Versorgungsrisiken. Symbolische Debatten muss ich da anderen überlassen.“ Einen generellen Öl- und Gasboykott Russlands lehnt Lindner trotz entsprechender Forderungen auch führender FDP-Politiker weiter ab. „Uns muss es darum gehen, maximalen Druck auf Russland aufzubauen und zugleich unsere strategische Durchhaltefähigkeit möglicherweise sehr lang aufrechtzuerhalten. Deshalb sollte von unserer Seite die Energieversorgung nicht ohne Not in Frage gestellt werden“, betonte der Finanzminister und Vizekanzler. „Wir haben das System Putin durch Sanktionen massiv getroffen. Insbesondere die Maßnahmen, die sich gegen die Zentralbank richten, haben die russische Wirtschaft auf Talfahrt geschickt, den Rubel entwertet und russische Staatsanleihen auf Ramschniveau gebracht“, betonte Lindner. „Solche Maßnahmen müssen wir verstärken, weil sie unsere Position gegenüber Russland verbessern. Maßnahmen, die unsere Position mittelfristig schwächen: Davon rate ich ab.“

Auch interessant

– Herzog-Besuch – Erdogan: Türkei und Israel können Gas nach Europa liefern

Der türkische Präsident wird im nächsten Monat bei Gesprächen mit seinem israelischen Amtskollegen die Zusammenarbeit im Energiebereich erörtern.

Erdogan: Türkei und Israel können Gas nach Europa liefern

Ukraine-Konflikt
Türkische Moschee in Mariupol nicht von Raketen getroffen

0
Kiew – Der Vereinsvorstand der türkischen Moschee in der ukrainischen Stadt Mariupol hat internationale Medienberichte, darunter auch eine Meldung der Nachrichtenagentur AFP, wonach das Gotteshaus durch russische Raketen getroffen wurde, dementiert. In einem Interview mit der unabhängigen Journalistin Esra Öztürk sagte İsmail Hacıoğlu, dass es zwar Raketeneinschläge in der Nähe der Moschee gegeben habe, das Gebäude selbst jedoch nicht getroffen wurde. Laut Hacıoğlu trafen die Raketen in etwa 700 Meter Entfernung ein. Es gebe keine Schäden am Gebäude oder menschliche Opfer. Es befänden sich noch 86 türkische Zivilisten in Mariupol, die am Sonntag mit Bussen evakuiert werden sollen, so der Moscheechef. Die Journalistin Esra Öztürk hat Medienvertreter und die Öffentlichkeit eindringlich dazu aufgerufen, keine Falschmeldungen mehr zu verbreiten. In einem Gespräch mit NEX24 erklärte Öztürk, dass auch türkische Staatsbürger in einem nahegelegenen Bunker die Meldung dementiert hätten. Sie warnte davor, mit solchen Falschmeldungen die Türkei in Kriegshandlungen hineinzuziehen. Auch das ukrainische Außenministerium berichtete von Angriffen auf die Moschee. Nach Angaben Kiews suchten mehr als 80 Menschen, darunter auch türkische Staatsbürger, in der Moschee Zuflucht, als diese bombardiert wurde. „Die Moschee von Sultan Suleiman dem Prächtigen und seiner Frau Roxolana (Hurrem Sultan) in Mariupol wurde von russischen Angreifern beschossen. Mehr als 80 Erwachsene und Kinder, darunter auch türkische Staatsangehörige, verstecken sich dort vor dem Beschuss“, so das Ministerium in einer Twittermitteilung. Die Sultan-Suleiman-Moschee und das Islamische Kulturzentrum wurden am 15. Oktober 2007 eröffnet. Die Architektur der Moschee wurde der Süleymaniye-Moschee in Istanbul nachempfunden. Finanziert wurde die Moschee vom türkischen Geschäftsmann Salih Cihan.    

Antalya Diplomacy Forum
Antalya: „Historisches“ türkisch-armenisches Treffen

0
Antalya – Vor dem Hintergrund der türkisch-armenischen Wiederannäherung fand am Samstag zwischen den Außenministern der Türkei und Armeniens am Rande des Antalya Diplomacy Forums ein historisches bilaterales Treffen statt. Gegenüber Reportern bezeichnete der türkische Außenminister Mevlut Cavusoglu das Treffen mit seinem armenischen Amtskollegen Ararat Mirsojan als „äußerst fruchtbar und konstruktiv“, berichtet die Nachrichtenagentur Anadolu. Cavusoglu betonte, dass auch Aserbaidschan den Normalisierungsprozess zwischen Ankara und Jerewan unterstütze. Der armenische Minister erklärte seinerseits, dass sein Land entschlossen sei, sich für Frieden und Stabilität in der Region einzusetzen, und dass es an der Normalisierung der Beziehungen zur Türkei arbeite. Die türkisch-armenischen Beziehungen sind in eine neue Phase eingetreten, nachdem beide Länder Sonderbeauftragte ernannt hatten, die am 14. Januar in Moskau zu einem ersten Treffen zusammenkamen. Die Gesandten der Türkei und Armeniens, Serdar Kilic und Ruben Rubinyan, trafen sich am 24. Februar zum zweiten Mal in Wien und „bekräftigten ihr Einverständnis, den Prozess ohne Vorbedingungen fortzusetzen“. Das dreitägige hochrangige Antalya Diplomacy Forum in der Urlaubsstadt Antalya in der Südtürkei brachte Teilnehmer aus 75 Ländern zusammen, darunter 17 Staatsoberhäupter, 80 Regierungsminister und 39 Vertreter internationaler Organisationen. Die Anadolu Agency ist der globale Kommunikationspartner des Forums.

Zum Thema

– Türkisch-armenische Beziehungen . Annäherung: Flüge zwischen Armenien und Türkei beginnen

Vor dem Hintergrund der türkisch-armenischen Wiederannäherung gibt es seit dieser Woche wieder Flugverbindungen zwischen den beiden Ländern.

Annäherung: Flüge zwischen Armenien und Türkei beginnen

Griechenland
Neuer US-Botschafter in Athen mit griechischen Wurzeln

0
Vom Geschäftsmann zum Diplomaten Ein Gastbeitrag von Kemal Bölge Die Vereinigten Staaten haben für den scheidenden US-Botschafter in Athen, Geoffrey Pyatt, einen Nachfolger bestimmt. Der amerikanische Senat hatte am gestrigen Freitagmorgen mitteleuropäischer Zeit der Ernennung von George Tsunis zum neuen US-Botschafter in der griechischen Hauptstadt offiziell zugestimmt. Tsunis ist eigentlich Geschäftsmann und seit 2009 Mitglied der Demokratischen Partei. Geboren 1967 und Sohn griechischer Einwanderer in der zweiten Generation, steht dieser sprichwörtlich für den amerikanischen Traum vom Tellerwäscher zum Millionär. Mit Fleiß, Disziplin und einer gehörigen Portion Geschäftssinn ausgestattet, schaffte er es, aus einem familiengeführten Café ein Imperium aus Restaurants und Hotels aufzubauen. Die US-Botschaft in Athen twitterte zur Ernennung: „Im Namen der US-Mission in Griechenland gratulieren wir George J. Tsunis herzlich zu seiner Bestätigung durch den Senat als nächster US-Botschafter in Griechenland. Wir freuen uns darauf, Sie willkommen zu heißen und zusammenzuarbeiten, um unsere vielen gemeinsamen Ziele in Griechenland voranzubringen. Συγχαρητήρια! [Herzlichen Glückwunsch, Anm. d. Red.]“ Freundschaften und Netzwerke der Anti-Türkei-Lobby Er hatte über eine Lobbyorganisation von Amerikanern griechischer Abstammung die Kandidatur von Ex-Präsident Barack Obama und seinem damaligen US-Vizepräsidenten Joe Biden, der wegen seiner griechenfreundlichen Art manchmal auch „Bidenopoulos“ genannt wird, finanziell und politisch unterstützt. Der umtriebige US-Senator und Philhellene Bob Menendez gilt als enger Freund von Tsunis, dessen Karriere Intimus Menendez während der Verleihung des Tsunis-Preises durch die Hellenic Bar Association einmal als eine „beeindruckende Erfolgsgeschichte“ bezeichnet hatte. Auch zu Außenminister Antony Blinken unterhält der neue Botschafter gute Beziehungen wie auch zum Kongress und dem US-Senat. Geschäftlich gilt Tsunis als Gründer und Vorstandsvorsitzender der Chartwell Hotelgruppe. Unter der Biden-Administration sollte Tsunis 2013 neuer US-Botschafter in Norwegen werden. Tsounis-Freund Bob Menendez patzte 2013 im US-Senat, weil er schlecht vorbereitet war Ausgerechnet der größte Unterstützer von Tsunis, Senator Bob Menendez, patzte im Auswärtigen Ausschuss des US-Senats, weil er sich bei seiner Aussprache schlecht vorbereitet, nicht auf den norwegischen Ministerpräsidenten bezog, sondern auf einen Präsidenten, den es gar nicht gab und Norwegen bekanntlich eine konstitutionelle Monarchie ist. Nicht besser erging es Tsunis selbst, der sich damals abfällig über ein Mitglied der damaligen norwegischen Koalitionsregierung geäußert haben soll und daraufhin von einer Ernennung als Botschafter Abstand genommen wurde. In den USA wurde 2013 eine Petition gestartet, die die Nominierung von Tsunis kritisierte und die Kompetenzen von ihm infrage stellte. „Wir fordern Herrn Obama auf, die Nominierung Tsunis zurückzuziehen oder alternativ dazu, dass der Senat im Interesse der USA, der Steuerzahler und der Beziehungen zu Norwegen handelt und die Nominierung ablehnt“, so die Forderung der Petition. „Wir erwarten, dass der US-Vertreter in Norwegen jemand ist, der zumindest einen Mindeststandard an Qualifikationen erfüllt“, sagte Ivar Sorensen, ein ehemaliger Leiter der norwegisch-amerikanischen Handelskammer. Vom idyllischen Bergdorf Platanos nach New York Seine Eltern entstammen aus einem griechischen Bergdorf namens Platanos, das zur Stadt Nafpaktos gehört, einer westgriechischen Hafenstadt am Eingang zum Golf von Korinth. George Tsunis gilt als cleverer Geschäftsmann und ist Mitglied der griechisch-amerikanischen Diaspora mit sehr guten Verbindungen zur amerikanischen Wirtschaft, aber auch zum politischen Establishment. Insofern dürfte es der neue Botschafter in Griechenland nicht schwer haben, die Interessen der Vereinigten Staaten in Athen zu vertreten. Dass Tsunis eine Freundschaft zum Philhellenen Menendez pflegt, dürfte kein Zufall sein, denn der Senator aus New Jersey gilt als entschiedener Aktivist der Anti-Türkei-Lobby in Washington, was der griechischen Regierung sicherlich gefallen haben dürfte. Da Tsounis kein Karrierediplomat im eigentlichen Sinne ist, sprechen Beobachter in Washington von einer „politischen Entscheidung“ der Biden-Administration.
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar

Auch interessant

– Treffen in Athen – Türkei und Griechenland möchten Handelsbeziehungen stärken

Während Politiker und zahlreiche Medien auf beiden Seiten auf Spannung setzen, möchte die Wirtschaft die Beziehungen stärken. Besonders der Tourismussektor bietet zahlreiche Möglichkeiten.

Türkei und Griechenland möchten Handelsbeziehungen stärken

Ukraine-Konflikt
Kiew: Russische Armee entführt Bürgermeister von Melitopol

0
Kiew – Ukrainischen Angaben zufolge haben russische Soldaten den Bürgermeister der belagerten südukrainischen Stadt Melitopol entführt. Iwan Fedorow sei am Freitag bei einem Besuch des Krisenzentrums von Melitopol von einer Gruppe von „zehn Besatzern“ verschleppt worden, als er sich um Versorgungsfragen kümmern wollte, berichtet die Berliner Zeitung unter Berufung auf eine Meldung der Nachrichtenagentur AFP „Er weigerte sich, mit dem Feind zu kooperieren“, hieß es in der Twitter-Nachricht. In einem veröffentlichten Video ist ein Mann zu sehen, über dessen Kopf offenbar ein Sack gestülpt wurde. „Eine Stunde vor seiner Entführung durch die russische Armee postete Fedorow auf seiner Facebook-Seite einen Dankesbrief an lokale Unternehmen, die die in Not geratenen Einwohner unterstützen“, so der in den USA lebende ukrainische Journalist Victor Kovalenko in einer Twitter-Mitteilung.

Auch interessant

– Ukraine-Konflikt – Mesut Özil: Arsenal Heuchelei in Sachen Ukraine vorgeworfen

Inmitten des Ukraine-Konflikts wurde der FC Arsenal der Heuchelei bezichtigt, nachdem der Londoner Verein vor dem Spiel gegen Watford am Sonntag seine Unterstützung für das ukrainische Volk bekundet hatte.

Mesut Özil: Arsenal Heuchelei in Sachen Ukraine vorgeworfen

Ukraine-Konflikt
Türkische Botschaft in Kiew evakuiert

0
Kiew/Ankara – Die türkische Botschaft in der ukrainischen Hauptstadt Kiew ist aus Sicherheitsgründen evakuiert und das Personal abgezogen worden. Das diplomatische Corps wurde nach Medienberichten in die ukrainische Stadt Chernivtsi, an der Grenze zu Rumänien, verlegt. Die Botschaftsgeschäfte sollen von dort aus weitergeführt werden. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine ging auch am 16. Tag unvermindert weiter, obwohl Fluchtkorridore für die Zivilbevölkerung eingerichtet wurden. Der Vormarsch der russischen Armee auf die Hauptstadt Kiew nahm heute weiter an Fahrt auf. Die Evakuierung türkischer Staatsbürger aus der Ukraine wurde noch einmal beschleunigt. Nach einer Mitteilung des türkischen Außenministers Mevlüt Çavuşoğlu wurden bis zum 6. März 11.841 türkische Staatsbürger aus der Ukraine evakuiert. Kemal Bölge

Auch interessant

– Ukraine-Konflikt – Mesut Özil: Arsenal Heuchelei in Sachen Ukraine vorgeworfen

Inmitten des Ukraine-Konflikts wurde der FC Arsenal der Heuchelei bezichtigt, nachdem der Londoner Verein vor dem Spiel gegen Watford am Sonntag seine Unterstützung für das ukrainische Volk bekundet hatte.

Mesut Özil: Arsenal Heuchelei in Sachen Ukraine vorgeworfen

Ukraine-Konflikt
Mesut Özil: Arsenal Heuchelei in Sachen Ukraine vorgeworfen

London – Inmitten des Ukraine-Konflikts wurde der FC Arsenal der Heuchelei bezichtigt, nachdem der Londoner Verein vor dem Spiel gegen Watford am Sonntag seine Unterstützung für das ukrainische Volk bekundet hatte – drei Jahre, nachdem Arsenal sich von den Äußerungen Mesut Özils über die Notlage der uigurischen Muslime distanziert hatte. Arsenal-Kapitän Alexandre Lacazette trug beim Sieg der Gunners gegen Watford am Sonntag eine spezielle Armbinde in den Farben der ukrainischen Flaggen. Der Verein hatte vor dem Anpfiff an der Vicarage Road ein Bild der Armbinde getwittert, zusammen mit der Bildunterschrift „Football Stands Together“. Wie viele in den sozialen Medien anmerkten – darunter auch der AP-Journalist Rob Harris – schien dies ein anderer Ansatz zu sein als der, den der Verein mit Özil verfolgt hatte.
(Screenshot/Twitter)
Der ehemalige deutsche Nationalspieler und Weltmeister von 2014, der jetzt bei Fenerbahce spielt, ist türkischer Herkunft und Muslim. Im Jahr 2019, als er noch bei Arsenal im Einsatz war, protestierte er gegen die mutmaßliche Verfolgung der uigurischen Muslime in China und nutzte seine Social-Media-Plattform, um auf das Problem aufmerksam zu machen. Arsenal entschied sich damals, Özils Kampagne nicht zu unterstützen, da es den Prinzipien des Vereins entspreche, sich nicht in politische Fragen einzumischen. Uiguren-Verfolgung in China Chinas Verfolgung der uigurischen Minderheit in Xinjiang ist in den letzten Jahren eskaliert und kommt nach Ansicht von Experten einem Völkermord gleich. Man geht davon aus, dass mehr als eine Million Menschen in Internierungslagern festgehalten werden, und es gibt immer mehr Beweise für Umerziehungsprogramme, Einschränkungen religiöser und kultureller Überzeugungen, Zwangsarbeitsprogramme, Massenüberwachung und Zwangssterilisation von Frauen. Auch Zwangsarbeit gehört zu den Vorwürfen. China streitet die Vorwürfe vehement ab und sagt, die Politik diene dazu, den Terrorismus zu bekämpfen und die Armut zu lindern. Offizielle Stellen weisen regelmäßig alle Berichte über Missstände als Erfindungen zurück

Auch interessant

– Islamophobie – Mesut Özil: Islamfeindlichkeit und Antisemitismus mit Barmherzigkeit „entwaffnen“

Der deutsche Weltmeister von 2014 hat die Muslime aufgefordert, Islamophobie und Antisemitismus mit „Barmherzigkeit zu entwaffnen“.

Mesut Özil: Islamfeindlichkeit und Antisemitismus mit Barmherzigkeit „entwaffnen“
           

Ukraine-Konflikt
Vize-Bürgermeister von Mariupol: „Wie Grosny und Aleppo“

0
Berlin – Vor mehr als zwei Wochen hat Russland die Ukraine überfallen. Die Lage in der seit Tagen belagerten ukrainischen Stadt Mariupol wird für die Zivilbevölkerung immer bedrohlicher. Wichtige Versorgungseinrichtungen seien zerstört worden und alle Versuche, Menschen über sichere Fluchtrouten aus der Stadt zu leiten, seien bislang fehlgeschlagen. Das sagte Mariupols Vize-Bürgermeister Sergej Orlow am Freitag im ARD-Mittagsmagazin. Er wirft den russischen Streitkräften vor, die Evakuierung bewusst zu beeinträchtigen: „Die Stadt ist unter ständigem Beschuss und Bombardement von Flugzeugen und Raketenbeschuss durch die russische Armee und außerdem haben sie die Stadt von allen Richtungen abgeschnitten“, so Orlow. Beispielsweise würden keine humanitären Lastwagen in die Stadt gelassen und keine medizinische Hilfe für die Bürger zur Verfügung gestellt. Nach Einschätzungen Orlows warten derzeit rund 200.000 Bürger darauf, die Stadt zu verlassen. Nach offiziellen Angaben sollen bislang in der Stadt 1.207 Zivilisten ums Leben gekommen sein. „Ich weiß nicht, wie ich die Zerstörungen in unserer Stadt beschreiben soll. Die Stadt existiert eigentlich nicht mehr. Die Bilder von Grosny und von Aleppo – so sieht Mariupol im Augenblick aus“, so Orlow. Die ukrainische Armee sei sehr tapfer, aber gegen die Luftangriffe der russischen Armee hätte man keine Waffen, um das Leben der Zivilisten zu schützen. Selenskyj wirft Russland Terror vor Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Russland vorgeworfen, in Mariupol „blanken Terror von erfahrenen Terroristen“ zu verbreiten. In einer Videoansprache wirft er Russland den erneuten Beschuss von Fluchtkorridoren vor. Die Stadt sei in russischer Geiselhaft. „Die russischen Truppen stellten das Feuer nicht ein. Trotzdem habe ich beschlossen, einen Fahrzeugkonvoi mit Lebensmitteln, Wasser und Medikamenten nach Mariupol zu schicken. Aber die Besatzer haben einen Panzerangriff genau dort gestartet, wo dieser Korridor verlaufen sollte“, so Selenskyj.

Auch interessant

– Ukraine-Konflikt – Berichte: Syrien schickt Söldner in die Ukraine

Um Russland im Krieg gegen die Ukraine zu unterstützen, soll der syrische Machthaber Assad entschieden haben, syrische Söldner in die Konfliktregion zu entsenden.

Berichte: Syrien schickt Söldner in die Ukraine

Energiepolitik
Energie-Kooperation Türkei-Israel eröffnet Chancen für Nordzypern 

0
Lefkoşa – Eine Energie-Kooperation zwischen der Türkei und Israel eröffnet nach Ansicht des zyperntürkischen Parteivorsitzenden der Partei des Volkes (Halkın Partisi), Kudret Özersay, für Nordzypern neue Möglichkeiten. Der Oppositionspolitiker wies im Kurznachrichtendienst Twitter auf die Bedeutung der Unterredung zwischen dem türkischen Präsidenten Erdoğan und seinem israelischen Amtskollegen Herzog in Ankara hin, da beide Länder nach 14 Jahren auf höchster Ebene sich ausgetauscht hätten. Während des Treffens sei vor allem die Energie-Kooperation hervorgehoben worden. Durch die Entwicklungen kann Nordzypern mit der Türkei ein handlungsfähiger Akteur in der Levante werden Özersay betonte: „Nach Jahren hat die Türkei ihre Beziehungen zu Israel auf eine neue Ebene gehoben. Es ist äußerst wichtig, dass der Ausgangspunkt die ‘Zusammenarbeit im Energiebereich’ ist, und bestätigt, dass unser Ansatz zur Entwicklung eines Modells der Kooperation zwischen allen relevanten Akteuren im östlichen Mittelmeerraum seit vielen Jahren eine realistische Vision ist.“ Der Ex-Außenminister erklärte, dass diese neuen Entwicklungen es den Zyperntürken ermöglichen könnten, gemeinsam mit der Türkei ein handlungsfähiger Akteur im östlichen Mittelmeer zu werden. Özersay schränkte allerdings ein, dass sich die politischen Bedingungen im Land nicht ändern würden, und diejenigen, die Nordzypern in dieser Hinsicht regierten, könnten nicht sofort eine Vision umsetzen, die den zyperntürkischen Willen mit proaktiver Diplomatie fördert. Es wäre, so Özersay, eine Schande, wenn das zyperntürkische Volk eine historische Chance verpassen würde. Ukraine-Krieg hat die Bedeutung von Zypern erhöht Die Krise zwischen dem Westen und Russland wegen dem Krieg in der Ukraine habe die Bedeutung der Ressourcen auf und um die Insel Zypern in Bezug auf Erdgas und regionalen Frieden und Stabilität erhöht. Er hoffe, dass diejenigen, die die Autorität haben, das Land in dieser Zeit zu vertreten, das Volk nicht dazu bringen werde, diese Gelegenheit zu verpassen. Kemal Bölge/Lefkoşa

Auch interessant

– Herzog-Besuch – Türkei und Israel wollen gemeinsam Frieden schaffen

Nach mehr als zehn Jahren ist erstmals wieder ein israelischer Präsident in die Türkei gereist.

Türkei und Israel wollen gemeinsam Frieden schaffen