Energiepolitik
Längere AKW-Laufzeiten drängen Ökostrom aus dem Netz

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Hamburg – Längere Laufzeiten für Atomkraftwerke führen dazu, dass deutlich häufiger Erneuerbare-Energien-Anlagen in der EU abgeschaltet werden und so erhebliche Ökostrommengen verloren gehen. Das zeigt eine neue Kurzstudie des Analyseinstituts Energy Brainpool im Auftrag der Ökoenergiegenossenschaft Green Planet Energy am Beispiel Frankreichs. Allein durch die aktuell diskutierten Laufzeitverlängerungen für französische AKWs würden im Jahr 2030 in Frankreich, Spanien und Deutschland mehr als zwei Milliarden Kilowattstunden sauberer Ökostrom aus dem Netz gedrängt. Mit der Strommenge könnten 617.000 Durchschnittshaushalte ein Jahr lang versorgt werden. „Länger laufende Atommeiler sind schädliche Bremsklötze für die Energiewende, weil sie durch ihre träge Produktionsweise die Einspeisung von Ökostrom blockieren“, sagt Sönke Tangermann, Vorstand bei Green Planet Energy. Im Februar hatte die französische Regierung – auch vor dem Hintergrund des dortigen Präsidentschaftswahlkampfs und der eskalierenden Ukraine-Krise – angekündigt, in den Bau neuer Atomkraftwerke zu investieren. Das würde die Situation weiter verschärfen. Die Untersuchung von Energy Brainpool fokussiert auf eine Laufzeitverlängerung bestehender Meiler auf über 50 Jahre, wie sie Paris aktuell prüft. Dieser längere Weiterbetrieb würde dazu führen, dass bis 2030 zusätzliche rund 19 Gigawatt AKW-Leistung in Frankreich Strom produzieren. In Zeiten hoher Einspeisung erneuerbarer Energien können die nationalen und europäischen Stromnetze aber nicht die gesamte Stromproduktion aufnehmen, ohne überlastet zu werden. Die Netzbetreiber müssen dann Anlagen vorübergehend „abregeln“. Weil ältere Atomkraftwerke ihre Stromproduktion kurzfristig – vorrangig aus Kostengründen – nur auf rund 80 Prozent der installierten Leistung reduzieren, treffen diese Abregelungen in der Regel die flexibleren Wind- oder Solarkraftwerke, die ihren Ökostrom dann nicht mehr einspeisen können. Energy Brainpool hat mithilfe hochpräziser Modellierungssoftware errechnet, dass allein durch einen längeren Weiterbetrieb der französischen Atomreaktoren im Beispieljahr 2030 die abgeregelten Ökostrommengen um rund 12 Prozent oder um 2.160 Gigawattstunden (GWh) anwachsen würden. Ein Ökostrom-Verlust von 781 GWh entfällt dabei auf Frankreich selbst. Doch auch die Nachbarländer Spanien (780 GWh) und Deutschland (586 GWh) wären massiv von den Abregelungen betroffen. „Wenn neben Frankreich noch weitere EU-Staaten Laufzeiten für alte Atommeiler verlängern, wäre der Schaden durch ungenutzte Ökostrommengen – die durch nationale Fördersysteme wie das EEG ja oftmals dennoch vergütet werden – noch weitaus höher“, sagt Sönke Tangermann. Belgien etwa hat vor wenigen Wochen beschlossen, den Atomausstieg im Land um zehn Jahre zu verschieben. Auch in Deutschland gibt es immer wieder Forderungen, die letzten drei aktiven Atomkraftwerke über das Ende des geplanten Atomausstieg 2022 weiter am Netz zu lassen. Zudem will die EU-Kommission auf Drängen Frankreichs im Rahmen der Taxonomie durchsetzen, dass Atomkraft als ökologisch nachhaltig eingestuft wird, um Investitionen in neue Atomkraftwerke zu erleichtern. „Die in der Studie aufgezeigte massive Vernichtung von wertvollem Ökostrom ist neben der Atommüll-Problematik und dem Störfall-Risiko ein weiterer Beleg dafür, dass Atomkraft niemals ’nachhaltig‘ sein kann. Sie hilft uns in Europa weder beim Klimaschutz – noch dabei, wirklich unabhängig von fossilen Energie-Importen zu werden“, so das Fazit von Sönke Tangermann.

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TÜV Röntgenreport 2022
Neuer TÜV-Report zeigt Mängel an Röntgengeräten in Kliniken und Arztpraxen

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Berlin – Beim Betrieb von Röntgengeräten in Kliniken, orthopädischen Praxen oder bei Zahnärzt:innen besteht in vielen Fällen Nachbesserungsbedarf bei der Qualitätssicherung und beim Strahlenschutz. Im Jahr 2021 sind bei den gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheitsprüfungen an 15.841 untersuchten Röntgengeräten von den TÜV-Sachverständigen insgesamt 2.424 Mängel entdeckt worden. Das ist ein Ergebnis des „TÜV Röntgenreports 2022„. „Viele Mängel an Röntgengeräten lassen sich vermeiden, wenn Kliniken und Arztpraxen die Vorschriften des Strahlenschutzes gewissenhaft einhalten und die Geräte regelmäßig gewartet und geprüft werden“, sagte Dr. Alexander Schröer, Strahlenschutzexperte des TÜV-Verbands, bei der Vorstellung des ersten Röntgenreports.
„Insgesamt ist das technische Sicherheitsniveau im Bereich der Röntgendiagnostik hoch und kein Patient muss sich Sorgen machen, wenn eine Untersuchung ansteht.“
Bei Artefakten auf Röntgenbildern Gefahr von Fehldiagnosen Röntgengeräte müssen einwandfrei funktionieren, um die Belastung der Patient:innen mit Röntgenstrahlung zu minimieren und Fehldiagnosen zu vermeiden. Laut Strahlenschutzgesetz muss die Sicherheit der Geräte daher vor der Inbetriebnahme, bei wesentlichen Änderungen der Anlage sowie wiederkehrend alle fünf Jahre von unabhängigen Sachverständigen überprüft werden. Probleme an den Geräten betreffen vor allem Mängel an der Schutzausrüstung sowie an der Bildempfängertechnik. Die von den TÜV-Organisationen geprüften Röntgengeräte unterteilen sich in die Anwendungsbereiche Humanmedizin (2.970 Prüfungen), Dentalmedizin (9.111), Veterinärmedizin (984) und technische Anwendungen (2.776). Im TÜV-Röntgenreport sind Gerätetypen abgebildet, bei denen besonders häufig Mängel auftreten, um daraus Verbesserungsvorschläge für den Strahlenschutz abzuleiten. Die Mängel werden in die Kategorien „schwerwiegend“, „erheblich“ und „einfach/formal“ eingeteilt. Bei den humanmedizinischen Röntgengeräten sind 19 Prozent der im Jahr 2021 festgestellten Mängel als „schwerwiegend“ eingestuft worden. Ein Weiterbetrieb der Anlagen ist dann in der Regel nicht möglich. Schwerwiegende Mängel müssen behoben und die Geräte erneut geprüft werden. 75 Prozent der Mängel an humanmedizinischen Geräten waren der Kategorie „erheblich“ zuzuordnen. Die Beseitigung erheblicher Mängel kann von den Sachverständigen ohne erneuten Ortstermin bestätigt werden. Weitere 6 Prozent waren „einfache/formale“ Mängel. Im Jahr 2021 wurden von den TÜV-Sachverständigen 2.970 Geräte für humanmedizinische Anwendungen geprüft und dabei insgesamt 795 Mängel festgestellt. Am weitesten verbreitet sind fest installierte Geräte. Bei den 958 geprüften sogenannten stationären Aufnahmeplätzen sind bei 74 Geräten (7,7 Prozent) Mängel an den digitalen Speicherfolien oder den analogen Film-Folien-Systemen festgestellt worden. „Bei langjähriger Nutzung der Geräte können Kratzer, Knicke oder Schmutz die Qualität der Röntgenbilder beeinträchtigen. Diese so genannten Artefakte können im schlimmsten Fall zu Fehldiagnosen führen“, sagte Schröer. Bei 35 Geräten (3,7 Prozent) sind Mängel an der Persönlichen Schutzausrüstung festgestellt worden. So können beispielsweise als Folge von Alterung und unsachgemäßer Handhabung die Wirkung von Schutzschürzen beeinträchtigt werden. Neben fest installierten Geräten sind vor allem in Krankenhäusern mobile C-Bögen im Einsatz, die flexibel an verschiedenen Stellen wie Operationssälen oder in anderen Röntgenräumen verwendet werden können. Bei C-Bögen sind Röntgenquelle und Bildempfänger an einem C-förmigen Arm angebracht, was ihn sehr beweglich macht. So kann bei Untersuchungen und durchleuchtungsgeführten Eingriffen nahezu jede Körperstelle der Patient:innen erreicht werden. Anders als bei anderen Geräten werden die Röntgenbilder zwar dargestellt und gespeichert, aber nicht auf Folienmaterial ausgegeben. An den 739 geprüften C-Bögen haben die TÜV-Sachverständigen insgesamt 296 Mängel festgestellt. Bei 55 Geräten (7,4 Prozent) wurden Mängel am Bildwiedergabesystem gefunden. Schröer: „Da die Röntgenbilder beim C-Bogen in Echtzeit auf einem Bildschirm wiedergegeben werden, müssen die Monitore der Geräte in einwandfreiem Zustand sein.“ Die mit Abstand meisten Röntgengeräte sind in Zahnarztpraxen in Gebrauch. Unterschieden werden Dental-Tubus-Geräte, mit denen einzelne Zähne aufgenommen werden, und Panoramaschichtaufnahmegeräte für Röntgenbilder des gesamten Gebisses. Im Jahr 2021 wurden 5.358 Dental-Tubus-Geräte geprüft und dabei insgesamt 882 Mängel festgestellt. Die schlanken Geräte sind entweder mobil oder werden an Wand, Decke oder direkt am Behandlungsstuhl angebracht. An 353 Geräten haben die Sachverständigen Mängel an den Patient:innenschutzmitteln festgestellt (6,6 Prozent). In der Regel fehlt der vorgeschriebene Schilddrüsenschutzschild, den Patient:innen bei der Röntgenaufnahme unter dem Kinn festhalten müssen, oder andere Patientenschutzmittel. Darüber hinaus wurden 3.753 Panoramaschichtaufnahmegeräte geprüft und insgesamt 572 Mängel festgestellt. Bei 58 Geräten (1,5 Prozent) sind Mängel an den digitalen Speicherfolien oder den analogen Film-Folien-Systemen entdeckt worden, die wie bei den humanmedizinischen Geräten zu Artefakten auf den Röntgenbildern führen können. Nicht gesondert behandelt werden im TÜV-Röntgenreport Geräte für Mammographie und Hochdosisgeräte für Computertomographie (CT) und Strahlentherapien, da die Mängelquoten hier sehr niedrig sind. Bei 300 Prüfungen von CT-Geräten im Jahr 2021 sind nur 18 Mängel festgestellt worden. In zwei Fällen waren die Mängel allerdings schwerwiegend, da der bauliche Strahlenschutz für die Anlagen nicht ausreichend war. „Viele Mängel können nur durch eine Prüfung vor Ort entdeckt werden“, sagte Schröer. „Die Kombination aus regelmäßigen Wartungen und externen Prüfungen durch unabhängige Sachverständige gewährleistet einen optimalen Schutz der Patienten, des medizinischen Personals und der Bevölkerung vor gesundheitsschädlicher Strahlung.“

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Nuland in der Türkei
USA: Rolle der Türkei in der Ukraine-Krise „entscheidend“

Ankara – Eine ranghohe Diplomatin der Vereinigten Staaten hat die Rolle der Türkei in der Ukraine-Krise als „entscheidend“ bezeichnet und ihre Vermittlungsbemühungen zwischen Moskau und Kiew gewürdigt. „Ich würde sagen, die Türkei hat eine absolut zentrale Rolle gespielt. Die Türkei hat die Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine von Anfang an standhaft verteidigt. In jedem U.N.-Format hat die Türkei laut und deutlich gesagt, dass dies eine blutige Aggression ist, die wir ablehnen. Die Türkei ist ein starker Freund der Ukraine, sowohl in Bezug auf die humanitäre Unterstützung als auch auf die Sicherheitsunterstützung“, sagte Victoria Nuland, Staatssekretärin für politische Angelegenheiten im US-Außenministerium, in einem Exklusivinterview mit der Hürriyet Daily News Nuland erinnerte an die Entscheidung der Türkei, das Montreux-Abkommen anzuwenden, um die russische Marine daran zu hindern, durch die Meerenge ins Schwarze Meer zu gelangen: „Was die Türkei in Bezug auf die Anwendung des Montreux-Abkommens getan hat, war absolut notwendig, um sicherzustellen, dass das Schwarze Meer in diesem Krieg nicht genutzt werden kann.“ Bemühungen der Türkei um Waffenstillstand gut Die Türkei gehöre zu den wenigen Ländern, in denen sich Ukrainer und Russen gleichermaßen wohlfühlen könnten, und in dieser Hinsicht seien die Aufrufe von Präsident Recep Tayyip Erdoğan, Gespräche zwischen den beiden Kriegsparteien zu führen, positiv, betonte Nuland. „Normalerweise finden Friedensgespräche nach einem Waffenstillstand statt. Die Tatsache, dass Russland nicht bereit war, einen Waffenstillstand zu schließen, macht es immer schwieriger, einen Endzustand und eine Lösung zu erreichen. Dennoch halten wir es für gut, dass beide Seiten am Tisch geblieben sind, dass sie versuchen, die Probleme zu lösen und mehr Klarheit darüber zu schaffen, wo es Überschneidungen gibt und wo nicht“, sagte sie. Die Türkei hatte erklärt, sie werde sich nur an die von den Vereinten Nationen verhängten Sanktionen halten und sich deshalb nicht an den Maßnahmen des Westens gegen Russland beteiligen. Sie unterstreicht auch, dass sie zu den wenigen Ländern gehört, die noch mit den Russen reden können, um einen Waffenstillstand in der Ukraine zu erreichen.

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Balkan
Ukraine-Konflikt: Kosovo und Bosnien fordern NATO-Beitritt

Brüssel – Angesichts des wachsenden Einflusses Russlands auf dem westlichen Balkan und des Krieges in der Ukraine haben die Staats- und Regierungschefs des Kosovo und Bosniens und Herzegowinas erklärt, dass ein NATO-Beitritt zur Wahrung der regionalen Sicherheit beitragen würde. Im vergangenen Monat warnte der russische Botschafter in Sarajevo Bosnien-Herzegowina bereits indirekt vor einem Beitritt in die NATO. In einem Gespräch mit dem Fernsehsender FTV in Bosnien und Herzegowina sagte Igor Kalabuchow, Bosnien und Herzegowina habe das Recht zu entscheiden, ob es der NATO beitreten wolle, warnte jedoch, Moskau behalte sich das Recht vor, im Einklang mit seinen Interessen zu reagieren. „Wenn (Bosnien und Herzegowina) beschließt, einem Bündnis beizutreten, ist das eine interne Angelegenheit. Unsere Antwort ist eine andere Sache. Das Beispiel der Ukraine zeigt, was wir erwarten. Sollte es eine Bedrohung geben, werden wir darauf reagieren“, so der russische Botschafter. Für Bosnien und den Kosovo, die in den 1990er Jahren unter der Regierung des damaligen serbischen Präsidenten Slobodan Milosevic durch serbische Streitkräfte zahlreichen Massakern zum Opfer wurden, ist es ein strategisches Ziel, der von den USA geführten transatlantischen Militärallianz beizutreten. Die beiden Staaten sind die letzten Nicht-NATO-Mitglieder in der Region, abgesehen von Serbien, das die NATO als seinen „Feind“ betrachtet. Für die Präsidentin des Kosovo, Vjosa Osmani, zeige die Warnung des russischen Botschafters, „dass Russland ein zerstörerisches Interesse an unserer Region hat“. „Wir sprechen bereits mit den [NATO-]Mitgliedern, um sicherzustellen, dass jeder versteht, dass die Mitgliedschaft unverzichtbar wird, insbesondere angesichts der Ereignisse in der Ukraine“, erklärte Osmani gegenüber Al Jazeera und betonte den politischen Dialog. „Sie haben vor allem ein Interesse daran, den Kosovo, Bosnien und Herzegowina und in gewissem Maße auch [das NATO-Mitglied] Montenegro anzugreifen“, so Osmani weiter. Bosnien nehme derzeit am Membership Action Plan (MAP) teil, der laut dem bosnischen Verteidigungsminister Sifet Podzic „der letzte Schritt vor dem Beitritt zur [NATO]“ ist. Podzic hoffe, dass sich nach dem Ende des Ukraine-Krieges die geopolitischen Beziehungen ändern und die Bedeutung der regionalen Sicherheit zunehmen werde, was möglicherweise zu einer schnelleren NATO-Mitgliedschaft Bosniens führen könnte. Gegenüber Al Jazeera  sagte Podzic:
„Aber wenn wir warten, bis wir alle Kriterien erfüllen, wird es leider eine Weile dauern [bis zum Beitritt], weil wir nicht in Sicherheitsbehörden und in militärische Kapazitäten investieren. Wir werden viel Zeit brauchen, um unsere Armee zu modernisieren und moderne Waffen zu kaufen“.

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Mit seiner Entscheidung, eine erste Nationalarmee zu gründen, schrieb Mitte Dezember nicht nur das kosovarische Parlament Geschichte. Der in einer türkischen Militärflugschule ausgebildete Pilot Afrim Zabeli, schloss nur einen Tag vor der Abstimmung seine Schulung zum Militärhubschrauber-Piloten ab und wurde somit 1. Pilot der kosovarischen Armee. #NEX24 Kosovo-Korrespondent Mustafë Mehmeti sprach mit dem 27-Jährigen in der Hauptstadt Pristina.

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Ukraine-Konflikt
„Szenario wie in Ost-Ukraine auch in Bosnien möglich“

Osnabrück – Zum 30. Jahrestag des Beginns des Bosnien-Krieges hat der SPD-Außenpolitiker Adis Ahmetovic vor einer weiteren Destabilisierung des Westbalkans durch Russland gewarnt. „Der russische Einfluss auf dem westlichen Balkan ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Die deutsche und europäische Außenpolitik hat die Region in der Vergangenheit zu sehr vernachlässigt“, sagte Ahmetovic der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). Russland nutze unter anderem die ethnischen Spannungen zwischen Bosniaken, bosnischen Serben und Kroaten im Land aus, um seinen Einflussbereich auszuweiten. „Ein Szenario wie in der Ost-Ukraine ist auch in Bosnien-Herzegowina möglich, wenn wir nicht entschieden genug handeln. Die Mehrheit der Menschen in Bosnien-Herzegowina möchte den Nato-Beitritt des Landes. Der russische Botschafter in Sarajevo hat klar gesagt, dass dem Land dann Ähnliches drohen würde wie der Ukraine. Das ist hier in Deutschland kaum zur Kenntnis genommen worden“, sagte Ahmetovic. Man habe inzwischen gelernt, dass man Putin beim Wort nehmen sollte. „Wir müssen uns unter allen Umständen dafür einsetzen, die Region zu stabilisieren, und einen Weg zu einer EU- und Nato-Mitgliedschaft ebnen. Ich bin dafür, dass Deutschland sein Mandat, in Bosnien-Herzegowina Soldaten zu stationieren, die für Frieden und Sicherheit sorgen, wieder aufnimmt. Das sollten wir unbedingt tun. Deutschland sollte außerdem gegen Personen, die an der Dysfunktionalität Bosnien-Herzegowinas arbeiten, Sanktionen verhängen. Es ist jetzt an der Zeit, Autokraten in Europa die Rote Karte zu zeigen“, fordert Ahmetovic. Der Krieg in der Ukraine sei nicht der erste Krieg in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg. „Die Zerfallskriege im ehemaligen Jugoslawien fanden mitten in Europa statt“, erinnert Ahmetovic. Der Bosnien-Krieg dauerte von 1992 bis 1995, etwa 100.000 Menschen wurden getötet, zwei Millionen aus ihrer Heimat vertrieben.

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Wirtschaft
Handel zwischen Griechenland und Türkei steigt um 70 Prozent

Ankara – Im Zuge der Wiederannäherung zwischen der Türkei und Griechenland, stieg der bilaterale Handel der NATO-Verbündeten im vergangenen Jahr um 70 Prozent auf 5,2 Milliarden Dollar. Dies erklärte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu in einem Gespräch mit der Stiftung für politische, wirtschaftliche und soziale Forschung (SETA) in der türkischen Hauptstadt Ankara, berichtet die Nachrichtenagentur Anadolu. Die Kanäle des Dialogs mit Griechenland seien heute offener als früher. Cavusoglu wies darauf hin, dass Ankara daran arbeite, die positive Agenda in den Wirtschafts- und Handelsbeziehungen weiter voranzutreiben, und betonte:
„Die positive Agenda, die sich auf die Zusammenarbeit in der Wirtschaft konzentriert, begann ihre positiven Auswirkungen auf den bilateralen Handel im Jahr 2021 zu zeigen und stieg im Vergleich zu 2020 um 70 Prozent auf 5,2 Milliarden Dollar.“
„Wir hoffen, dass diese positive Agenda ein Umfeld schaffen wird, in dem wir unsere bilateralen Themen mit Griechenland aufrichtig diskutieren können“, erklärte der türkische Außenminister weiter. „Wir tun unseren Teil in dieser Richtung. Wir erwarten von Griechenland, dass es in diesem Prozess die gleiche Aufrichtigkeit und den gleichen politischen Willen zeigt“, fügte er hinzu. Präsident Erdoğan: Probleme können durch aufrichtigen und ehrlichen Dialog gelöst werden Bei einem Treffen mit dem griechischen Ministerpräsidenten Kyriakos Mitsotakis im März erklärte auch der türkische Staatschef, dass die Probleme zwischen den beiden Staaten durch einen aufrichtigen und ehrlichen Dialog gelöst werden könnten. Als Nachbarländer sollten beide immer miteinander reden, nicht nur in Krisenzeiten, so Recep Tayyip Erdogan. Beide Länder hätten eine besondere Verantwortung für die Stabilität der europäischen Sicherheitsarchitektur, die sich mit dem russischen Angriff verändert habe, zitierte die Staatsagentur Anadolu Erdogan nach dem Besuch von Mitsotakis in Istanbul. Athen wertete die Stimmung beim Treffen als „sehr positiv“. Die diplomatischen Beziehungen zwischen Griechenland und der Türkei erreichten 2020 den tiefsten Punkt seit Jahrzehnten, nachdem die Türkei das seismische Forschungsschiff Oruç Reis in Begleitung von Kriegsschiffen in von Griechenland beanspruchte Gewässer entsandt hatte, um nach Erdgas zu suchen. Griechenland reagierte mit der Entsendung seiner Marine. Die daraus resultierenden politischen und militärischen Spannungen veranlassten die EU, vorübergehend Sanktionen gegen hohe Beamte des türkischen Energieministeriums zu verhängen. Seitdem haben die beiden Länder bilaterale Treffen zwischen hochrangigen Diplomaten abgehalten, gefolgt von Gesprächen auf höchster Regierungsebene, um ihre Differenzen beizulegen.

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"Bevor es zu spät ist
Klimakrise: Lauterbach wirft Erwachsenen Ignoranz vor

Köln – Gesundheitsminister Karl Lauterbach hat der älteren Generationen mangelnde Unterstützung der Klimaschutz-Bewegung „Fridays for Future“ vorgeworfen. „Die Erwachsenen bekommen zwar mit, dass protestiert wird, aber sehen nicht, wie prekär die Situation ist. Ich sehe eine spektakuläre Ignoranz. Wir fahren unsere Kinder tatsächlich im Bus auf die Klippe zu“, sagt er dem „Kölner Stadt-Anzeiger„. Der SPD-Politiker, der mit „Bevor es zu spät ist“ ein Buch über die Klima-Krise veröffentlicht hat, schreibt darin, „die Erwachsenen in Europa“ seien zum Teil „so zynisch wie die Charaktere der amerikanischen Serien, die sie verschlingen“. Natürlich gebe es Ausnahmen, erklärt Lauterbach. „Aber wenn ich mit Menschen in meinem Alter bei Wein zusammensitze, fällt mir auf, dass viele kraftlos sind. Ein Stück weit hat man schon aufgegeben und sagt: Okay, das können wir sowieso nicht mehr beherrschen. Abwarten ist aber keine Option.“ Der langjährige Vegetarier erklärte, um unpopuläre Maßnahmen werde man im Kampf gegen die Klimakrise nicht drumherum kommen. „Verbote sind ein gutes Mittel. Ich sage das ungerne, aber wenn wir in dem Tempo weitermachen, werden wir die Kipppunkte nicht aufhalten. Wir werden mit Anreizen arbeiten, aber hier und da muss es auch Verbote geben. Alles andere wäre unehrlich.“ Auch interessant

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Reisen
Adana: Orangenblüten-Carnival bringt Stadt Milliarden ein

von Klaus Jürgens Während so manch ein anderes europäisches Land nach wie vor mit dem ‚neuen Normal‘ nicht zurechtkommt, hat Türkiye von Anfang an eine weitaus bevölkerungsfreundlichere Pandemiestrategie eingeschlagen. Als ermutigender Vergleichswert kann fast nur Schweden herangezogen werden – keine Panikmache, sondern Realpolitik. Eben wie in Türkiye. Deshalb verwundert es Besucher und Beobachter auch überhaupt nicht, dass letzte Woche vom 23. bis zum 27. März Hunderttausende Menschen aus Nah und Fern an der 10. Auflage des mittlerweile weltberühmten Orangenblüten-Carnival in Adana teilnahmen.
(Foto: Eray Kinay)
Für alle unsere verehrten Leserinnen und Leser, die noch keine Chance hatten mitzufeiern sei hier kurz zusammengefasst, worum es sich eigentlich handelt: Über 100 Veranstaltungen inklusive Ausstellungen von lokal und national bekannten Künstlern, Pop- und klassische Musikkonzerte, ein Tennistournier, ein Pferderennen, Bootsfahrten, Kochwettbewerbe, Probierstände feinster Adana-Küche… Autoren signieren ihre Werke, junge Bürgerinnen und Bürger fertigen bunte Kostüme an… es würde wohl besser zutreffen von einem Mega-Festival zu sprechen anstatt ‚nur‘ von einem Straßen-Carnival. Das Event, das seit 2013 nicht nur in Adana, sondern auch in anderen Städten der Region den Weg für eine wirtschaftliche Belebung geebnet hat, habe der Stadt in einem Zeitraum von 10 Jahren etwa 1,5 Mrd. TL (c.a. 93 Mio.€) eingebracht. Es wird erwartet, dass der Karneval, der aufgrund der Pandemie in den letzten zwei Jahren online abgehalten wurde, allein in diesem Jahr 350 Millionen TL einbringen wird.
(Foto: Eray Kinay)
Aber der eigentliche Straßen-Carnival hat es in der Tat in sich: für viele Monate in Vorbereitung ziehen Traktor nach Traktor mit Anhänger durch die gesamte orangefarben geschmückte Innenstadt. Musikgruppen, Bands, Schulen, Universität, Nichtregierungsorganisationen, Vereine, Clubs, Motorradfans, Oldtimerfans, Stadtverwaltung, andere Behörden, die Polizei… und natürlich diese wunderschönen Kostüme überall und sehr oft mit dem ‚Orangen-Motiv‘ versehen. Man denkt für einen ganzen Nachmittag man weilt in Rio de Janeiro, aber warum wollte man Adana mit dieser ebenso feierlustigen Metropole überhaupt eintauschen!
(Foto: Eray Kinay)
2013 geboren – aber fast hätte es Adana 2014 nie gegeben Ali Haydar Bozkurt gilt in Adana als der Vater des Carnival – war es doch seine unermüdliche Lobbytätigkeit solch eine Riesenveranstaltung aus dem Hut zu ziehen. Wir trafen uns bereits im 2. Jahr des Carnival und Ali Bey sagte mir, er sei sich nicht sicher, ob er genügend Sponsoren für zukünftige Events finden würde. Bitte verstehen Sie seine Besorgnis nicht falsch – es ging niemals um Produktwerbung oder gar Eigenwerbung, Bozkurt ist nicht zuletzt CEO von Toyota Türkiye. Aber damals genau wie heute sitzt Geld für die Unterstützung von Bürgerinitiativen leider nicht locker, es braucht Willen und Überzeugungskraft überall in Europa. Aber Bozkurt und sein Adana-Familienhintergrund schafften es: der Bürgermeister kam mit an Bord, und der Gouverneur. Dann die Geschäftswelt der stolzen, aufstrebenden Stadt im Süden von Türkiye. Dann die ganze Region, dann das ganze Land. Und Jahr über Jahr wurde der Carnival auch außerhalb der Grenzen Türkiyes ein Name für Erfolg und Gute Laune – immer mehr Staaten schickten offizielle Delegationen wie zum Beispiel Musikgruppen, immer mehr Botschaften nahmen teil, und immer mehr internationale Touristinnen und Touristen packten ihre Zahnbürste und buchten ihr Flugticket nach ADA, das IATA-Kürzel für Adanas Flughafen gerade einmal 15 Minuten vom Zentrum entfernt. Dieses Jahr und ohne den Anspruch auf Vollständigkeit, trafen wir u.a. Menschen aus den Philippinen, Vietnam, Ungarn, Pakistan und Japan. Viele weitere Staaten waren vertreten. Der Carnival wurde somit von Jahr zu Jahr nicht nur multikultureller, sondern internationaler, eine Veranstaltung mit weltweitem Anspruch und Ruf. In diesem Zusammenhang müssen wir festhalten, dass bereits im Jahr 2018 der Adana Carnival seinen berechtigten Platz in der globalen Top 20 bezüglich Mega-Festivals gefunden hatte und sich leicht mit dem Münchner Oktoberfest vergleichen ließ.
(Foto: Eray Kinay)
Carnival Trend Slow Food Dieses Jahr nahm als eine der unzähligen Vertreter Adanas auch die Slow Food Community teil. Diese weltweit operierende Nichtregierungsorganisation ist mittlerweile in 160 Ländern aktiv und Teil der 31 lokalen Gruppierungen in Türkiye. Was in Italien seinen Ursprung nahm wurde schnell zum Vorreiter wie wir ‚Essen‘ neu definieren und verstehen. Jeder Bestandteil eines Gerichtes sollte die vier Jahreszeiten in Betracht ziehen und vor allem auf regional vorzufindende Produkte zurückgreifen. Aber nicht nur unsere Gaumenfreuden sind wichtig: der Bewegung geht es auch darum, dass Landwirte und Produzenten einen fairen Verkaufspreis erzielen können. Nun stellen Sie sich bitte vor, dass all dies selbstredend mit einem Orangenthema verknüpft werden muss, um im Rahmen des Carnival zu bleiben – endlose Möglichkeiten, eigentlich könnten wir von einer Nouvelle Orangen Cuisine Made in Adana sprechen.
(Foto: Message Iletisim)
Die Nachhaltigkeit ist gesichert Gibt es logistische Begrenzungen für zukünftige Carnival? Natürlich gibt es Hotelzimmerkapazitäten, und Flug- und Buskapazitäten, die auch im Interesse eines umweltfreundlichen Carnival nicht in den Himmel anwachsen sollten. Aber wenn man die Tatsache berücksichtigt, dass die Veranstalter in der Vergangenheit bereits einmal die magische 1-Millionen-Teilnehmerzahl überschritten (auf die gesamten fünf Tage und alle Veranstaltungen, nicht nur die Parade bezogen) scheint Nachhaltigkeit gesichert. Wie sagt man hier, ‚Nisan‘da, Adana’da‘ oder frei übersetzt, wenn es April wird, sollte man in Adana weilen.
Klaus Jürgens – London School of Economics Postgraduate Degree Government. Vormals Uni-Dozent Ankara, Schwerpunkt BWL und KMU. Über zehn Jahre vor Ort Erfahrung Türkei. Zur Zeit wohnhaft in Wien. Politischer Analyst und freiberuflicher Journalist bei TRT World.

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– Türkei – Adana-Festival bricht Besucherrekorde

Eigentlich ist es ja vom offiziellen Titel her ein Karneval: Der sechste Internationale Orangenblüten-Karneval fand gerade im türkischen Adana statt. Aufgrund der sensationellen Besucherzahlen darf man ihn aber durchaus in die Kategorie Festival einreihen, oder noch besser: in die Elite-Klasse der Mega-Events.

Adana-Festival bricht Besucherrekorde

Menschenrechte
Lebensmittellieferketten: Lidl belegt ersten Rang im Oxfam Supermarkt-Check 2022

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Bad Wimpfen – Lidl in Deutschland liegt im aktuellen Oxfam Supermarkt-Check 2022 erneut vor allen deutschen Lebensmitteleinzelhändlern. Die Organisation bewertet in vier Kategorien die Aktivitäten der führenden Lebensmittelhändler in Deutschland, Großbritannien, den USA und Niederlanden zur Achtung von Menschenrechten in ihren Lebensmittellieferketten. In diesem Jahr bescheinigt Oxfam Lidl in Deutschland wieder große Fortschritte in Bezug auf das Engagement für Arbeiter, Kleinbauern und Frauen am Ursprung. Fairer Handel und Achtung der Menschenrechte als Wachstumstreiber Ein wichtiger Grund für die starke Entwicklung ist der stetige Ausbau des Fairtrade-Sortiments – Lidl hat sich in diesem Bereich zu einem der größten Prämienzahler weltweit entwickelt. Mit dem „Way To Go“-Projekt geht der Lebensmitteleinzelhändler seit 2020 noch einen Schritt weiter und zahlt für Kakao zusätzlich zum Fairtrade-Mindestpreis und zur Fairtrade-Prämie einen Aufschlag, der direkt in lokale landwirtschaftliche Projekte fließt. Dadurch können die Bauern am Ursprung ertragreichere Ernten und weitere Einkommensquellen erzielen. Dass Lidl seine unternehmerische Verantwortung sehr ernst nimmt, zeigt auch die Veröffentlichung der Einkaufspolitiken für Menschenrechte und Geschlechtergerechtigkeit. Um den Einfluss des Unternehmens auf Menschenrechtsrisiken zu untersuchen und die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Erzeugern kontinuierlich zu verbessern, hat das Unternehmen beispielsweise mit unterschiedlichen Interessensgruppen wie Gewerkschaften, Behörden, NGOs und seinen Lieferanten drei Sozialverträglichkeitsstudien, so genannte Human Rights Impact Assessments, in seinen Hochrisikolieferketten durchgeführt. Da die Stimme der Menschen vor Ort eine wichtige Voraussetzung für Verbesserungen in globalen Lieferketten ist, können Mitarbeiter von Erzeugern über verschiedene Beschwerdekanäle, die der Lebensmitteleinzelhändler in Hochrisikolieferketten entwickelt, auch selbst vertraulich Hinweise geben und damit Veränderungen anstoßen. Zudem erhöht Lidl stets die Transparenz und hat beispielsweise als erster deutscher Lebensmitteleinzelhändler alle direkten Geschäftspartner für sein Food- sowie Obst- und Gemüsesortiment veröffentlicht sowie zuletzt drei Lieferketten bis zur Erzeugerebene offengelegt. Damit ist es dem Unternehmen zum wiederholten Male gelungen, seine Spitzenposition im deutschen Lebensmitteleinzelhandel zu verteidigen und sich im Ranking um 27 Prozentpunkte zu steigern. An diese positive Entwicklung möchte Lidl weiter anknüpfen und sein Nachhaltigkeitsengagement auch zukünftig kontinuierlich weiterentwickeln.

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– London – Türkischer Starkoch CZN Burak plant Restaurant mit Ronaldo

Der türkische Starkoch und Gastronom Burak Özdemir, besser bekannt unter seinem berühmten Spitznamen CZN Burak, gab am Montag bekannt, dass er sich für sein neues Restaurant in London mit dem portugiesischen Fußballstar Cristiano Ronaldo zusammentun wird.

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Investment
Forex-Trading: Erfolgreich im Devisenhandel

Der Devisenmarkt, auch Foreign Exchange (Forex) genannt, ist der größte Finanzmarkt auf der Welt – es werden täglich beinahe 5 Billionen US-Dollar umgesetzt. Der Devisenmarkt hat lange Handelszeiten, eine hohe Volatilität und eine enge Verknüpfung mit grundlegenden Faktoren wie dem Wirtschaftswachstum, dem internationalen Handel und den Zinssätzen. Dank all dieser Elemente gibt es beim Devisenhandel bzw. Forex-Trading viele Möglichkeiten für Anleger, einen Profit zu schlagen. Um ein erfolgreicher Devisenhändler zu werden, muss man sich jedoch zuvor gut informieren, den Markt und die beteiligten Währungen verstehen und eine Strategie entwickeln, bevor man in den Markt einsteigt. Dieser Leitfaden wird Ihnen die Einzelheiten des Devisenhandels und die Techniken erläutern, die Sie verwenden können, um erfolgreich zu sein. Was ist Forex? Der Devisenhandel (Forex) ist, einfach ausgedrückt, der Kauf einer Währung gegen eine andere. Der Handel findet überwiegend auf dem Freiverkehrsmarkt (OTC-Markt, kurz für over-the-counter-Markt) statt, man kann manchmal aber auch mit Terminkontrakten (Futures) handeln sowie Finanzderivate wie Differenzkontrakte (Contracts for Difference, kurz CFDs) nutzen. Wie funktioniert der Devisenhandel? Wie Sie zum ersten Mal mit dem Devisenhandel beginnen, müssen Sie zunächst wissen, dass Währungen in Paaren gehandelt werden. Sie sollten zudem wissen, wie Sie diese Paare richtig lesen können. Die erste Währung des Paars wird Basiswährung genannt, während die zweite Währung die Notierungs- oder Kurswährung ist. Der Wechselkurs zwischen den beiden Währungen wird in der Notierungswährung dargestellt. Wenn Sie zum Beispiel den Euro und US-Dollar (EUR/USD) heranziehen, dann kaufen Sie Euro und verkaufen Dollar. Wenn der Euro gegenüber dem Dollar an Wert gewinnt, dann erzielen Sie einen Gewinn. Sollte der Euro gegenüber dem Dollar fallen, dann werden Sie einen Verlust verzeichnen. In diesem Fall, wenn der EUR/USD zu einem Kurs von 1,1322 notiert wird, würde dies bedeuten, dass der Wert von 1.000 € gegen 1.132.20 $ gehandelt wird. Die Währungspaare können einer der folgenden vier Kategorien entsprechen:
  • Hauptwährungspaare (Majors)
  • Kreuzwährungspaare (Minors)
  • Währungskreuze (Crosses)
  • Exotische Währungspaare (Exotics)
Alle Hauptwährungspaare (Majors) umfassen den USD, der gegen eine andere Hauptwährung gehandelt wird. Bei Kreuzwährungspaaren wie Minors und Crosses wird eine Hauptwährung gegen eine kleinere Währung mit geringeren Mengen gehandelt. Das am meisten gehandelte Währungspaar mit dem höchsten Volumen und der größten Liquidität ist EUR/USD, knapp gefolgt von USD/JPY (japanischer Yen). Dieses Währungspaar hat ein hohes Volumen aufgrund der Größe der japanischen Wirtschaft und ihrer bedeutsamen Rolle im globalen Handel. Britische Pfund und USD (GBP/USD) sind ebenfalls ein beliebtes Währungspaar. Erfolgreiche Forex-Strategien Die Strategien beim Forex-Trading können in zwei Kategorien eingeteilt werden: fundamentale und technische Analysen. Eine Fundamentalanalyse umfasst eine Analyse der Variablen, die die Wirtschaft beeinflussen können und einen positiven oder negativen Effekt auf ein Währungspaar haben können. Dazu zählt auch, bestimmte Ereignisse im Wirtschaftskalender zu verstehen, wie etwa das Veröffentlichungsdatum eines Wirtschaftsberichts. Davon ausgehend kann ein Forextrader die Informationen analysieren oder über den Inhalt des Berichts spekulieren, um zu sehen, ob er die Kursbewegung eines Währungspaars aufzeigt. Die technische Analyse verwendet neben Indikatoren und Trendmustern auch Charts und Daten von früheren Marktentwicklungen, um eine Prognose darüber zu erstellen, in welche Richtung die Währung als nächstes schwanken könnte. Einige Indikatoren oder Trends involvieren die Analyse, wann ein Währungspaar zu stark gekauft oder verkauft wird oder eine Vorhersage über das Volumen und die Kursbewegung. Händler können eine Mischung aus einer technischen und fundamentalen Analyse nutzen, um potenzielle Anlagemöglichkeiten zu bewerten. Aber wenn Sie einmal eine Forex-Strategie gefunden haben, die Ihrem Handelsstil entspricht, sollten Sie Ihre Techniken zunächst mit einem kostenlosen  Demokonto ausprobieren. So ein Demokonto können Sie auf den meisten Handelsplattformen finden. Auf diese Weise werden die Bewegungen des realen Markts widergespiegelt, ohne echtes Kapital investieren zu müssen. Das ist der beste Weg, um Ihre Strategien wirklich auszutesten, bevor Sie sich dem Devisenhandel mit echtem Geld widmen.
Die hier zur Verfügung gestellten Informationen sind keine Anlage- oder Finanzberatung. NEX24 gibt keine Kauf- und Verkaufsempfehlung für eine bestimmte Währung. Bitte betreiben Sie eigene Nachforschungen und suche professionellen finanziellen Rat bevor Sie eine Investmententscheidung treffen.

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