"Verstöße gegen das Völkerrecht"
Südafrika: Israel soll zum Apartheidstaat erklärt werden

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Pretoria – Die südafrikanische Regierung hat ihre Besorgnis darüber zum Ausdruck gebracht, dass Israels fortgesetzte Besetzung „bedeutender Teile des Westjordanlandes“ und die Entwicklung neuer Siedlungen dort „eklatante Beispiele für Verstöße gegen das Völkerrecht“ sind, während der langjährige israelisch-palästinensische Konflikt weitergeht. „Das palästinensische Narrativ erinnert an Südafrikas eigene Geschichte der Rassentrennung und Unterdrückung“, sagte Naledi Pandor, Südafrikas Ministerin für internationale Beziehungen und Zusammenarbeit, auf dem zweiten Treffen der palästinensischen Missionsleiter in Afrika, das in der Hauptstadt Pretoria stattfand, berichtet Al Jazeera. „Als unterdrückte Südafrikaner haben wir die Auswirkungen von Rassenungleichheit, Diskriminierung und Verleugnung aus erster Hand erfahren, und wir können nicht tatenlos zusehen, wie eine weitere Generation von Palästinensern alleingelassen wird“,  so Pandor weiter. Pandor erklärte, Pretoria sei der Ansicht, dass Israel als Apartheidstaat eingestuft werden sollte und dass die Generalversammlung der Vereinten Nationen (UNGA) einen Ausschuss einrichten sollte, der prüft, ob es die Anforderungen erfüllt. Der palästinensische Außenminister Riad Malki, der an dem Forum teilnahm, sprach nach der Sitzung mit der staatlichen South African Broadcasting Corporation (SABC). „Wenn es ein Land oder mehrere Länder gibt, die das Leiden und den Kampf um Freiheit und Unabhängigkeit Palästinas nachvollziehen können, dann sind es der afrikanische Kontinent und die Menschen in Afrika“, sagte Malki. Die erste palästinensische Botschaft in Südafrika wurde 1995 akkreditiert und markierte den Beginn der diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern. Im Laufe der Jahre ist die südafrikanische Regierung ein starker Verbündeter Palästinas geblieben und hat die Befreiung des Landes sowohl materiell als auch öffentlich unterstützt. „Unsere Haltung zu Palästina war immer klar, konsequent und übereinstimmend mit der internationalen Gemeinschaft“, sagte Pandor. Einem aktuellen Bericht des Al-Mezan-Zentrums für Menschenrechte, einer zivilen Organisation mit Sitz im Gazastreifen, zufolge wurden in den letzten 15 Jahren rund 5.418 Palästinenser durch israelische Militäroperationen im umkämpften Gazastreifen getötet, darunter 1.246 Kinder und 488 Frauen. Eine kürzlich eingesetzte UN-Untersuchungskommission zur Untersuchung von Menschenrechtsverletzungen in den besetzten palästinensischen Gebieten, einschließlich Ost-Jerusalem, stellte in ihrem Bericht fest, dass Israel für schwere Menschenrechtsverletzungen an Palästinensern verantwortlich ist.

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Wirtschaft
Fitch bestätigt Polens „A“-Rating – stabiler Ausblick

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Frankfurt – Die Ratingagentur Fitch hat die Kreditwürdigkeit Polens auf den internationalen Märkten bestätigt, indem sie der polnischen Wirtschaft ein „A-„-Rating mit stabilem Ausblick gab. Diese Bonitätsnote bleibt bereits seit mehr als 10 Jahren für Polen unverändert. Fitch, eine der drei großen Ratingagenturen der Welt, verwies auf Polens „diversifizierte Wirtschaft“ in Verbindung mit „einem recht soliden makroökonomischen Rahmen, der durch die EU-Mitgliedschaft und eine niedrigere Staatsverschuldung als bei anderen bewerteten Ländern verankert ist“. Fitch erklärte Ende letzter Woche, sie erwarte, dass die polnische Wirtschaft widerstandsfähig gegen externe Schocks und wachsende makroökonomische Herausforderungen bleibe, zum Teil aufgrund einer stabilen Haushaltsposition und einer verbesserten externen Bilanz. Die Agentur erwarte, dass sich die polnische Wirtschaft in der zweiten Hälfte dieses Jahres ein wenig verlangsamen werde, da „die hohe Inflation und die schwache Auslandsnachfrage den Verbrauch, die Investitionen und die Exporte beeinträchtigen“. Fitch:
Ein starker Arbeitsmarkt (die Arbeitslosigkeit ist auf einem Rekordtief und die Erwerbsquoten sind auf einem Rekordhoch) stützt den Binnenkonsum. Die öffentlichen Ausgaben/Investitionen werden mit dem Anstieg der EU-Investitionen zu einem wichtigeren Wachstumsmotor. Dies dürfte die Risiken eines abrupteren Abschwungs mildern.

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Ukrainisches Getreide
Türkei: Getreideexporte-Koordinierungszentrum wird eröffnet

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Istanbul – Ein neues gemeinsames Koordinierungszentrum in Istanbul, das im Rahmen der Vereinbarung zur Wiederaufnahme der ukrainischen Getreideexporte in die Welt eingerichtet wurde, soll nach Angaben des türkischen Verteidigungsministeriums am Mittwoch offiziell eröffnet werden. Der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar wird an der Eröffnungszeremonie teilnehmen, die in der Nationalen Universität für Verteidigung in Istanbul stattfinden wird. Am vergangenen Freitag unterzeichneten die Türkei, die Vereinten Nationen, Russland und die Ukraine ein wegweisendes Abkommen zur Wiederaufnahme der Getreideexporte über drei ukrainische Häfen, nachdem diese monatelang aufgrund des russisch-ukrainischen Krieges  blockiert waren. Im Rahmen der Vereinbarung wurde in Istanbul ein gemeinsames Koordinierungszentrum eingerichtet, das Inspektionen an den Ein- und Ausgängen der Häfen durchführen und die Sicherheit der Routen gewährleisten soll. Türkische Beamte haben betont, dass die Exporte so bald wie möglich wieder aufgenommen werden müssen, um die weltweite Nahrungsmittelkrise zu bewältigen und einen „hungrigen Planeten“ zu ernähren. Diese Einigung wurde als wichtiger diplomatischer Durchbruch gefeiert, nachdem monatelang befürchtet worden war, dass der Krieg in der Ukraine die zunehmende weltweite Nahrungsmittelkrise weiter verschärfen würde. Die Ukraine ist einer der größten Erzeuger von Weizen, Mais und Sonnenblumenöl, und der Krieg hat der so genannten „Kornkammer Europas“ großen Schaden zugefügt. Auf die Ukraine und Russland zusammen entfällt mehr als ein Viertel der weltweiten Weizenexporte. Russlands Krieg in der Ukraine hat die weltweiten Lebensmittelpreise in die Höhe getrieben, wobei die Entwicklungsländer die Hauptlast der Auswirkungen zu tragen haben. US-amerikanische und europäische Beamte haben Russland vorgeworfen, Lebensmittel zu Waffen zu machen, und forderten seit Monaten die Wiedereröffnung der ukrainischen Häfen. Die Krise kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Klimakatastrophen, Konflikte und die wirtschaftliche Belastung durch die Coronavirus-Pandemie in vielen Ländern, vor allem in Afrika und im Nahen Osten, bereits zu einer Verschärfung des Hungers geführt haben. Der Krieg in der Ukraine könnte die Zahl der Menschen, die von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen sind, nach Angaben der Vereinten Nationen in diesem Jahr um 47 Millionen ansteigen lassen.

Sterbefallzahlen
Lebenserwartung in Deutschland seit Corona gesunken

Die durchschnittliche Lebenserwartung betrug im Jahr 2021 für neugeborene Mädchen 83,2 Jahre und für neugeborene Jungen 78,2 Jahre. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, hat sich die Lebenserwartung von Neugeborenen im Vergleich zum letzten Vorpandemiejahr 2019 deutlich verringert: Bei Jungen um 0,6 Jahre, bei Mädchen um 0,4 Jahre. Hauptgrund für diese Entwicklung sind die außergewöhnlich hohen Sterbefallzahlen während der Coronawellen. Die Entwicklung der Lebenserwartung zeigt Veränderungen der Sterblichkeit an, die von der Altersstruktur unabhängig sind. Sie ist deshalb besonders gut für Zeitvergleiche geeignet. Rückgang der Lebenserwartung in Ostdeutschland besonders deutlich In Ostdeutschland war der Rückgang der Lebenserwartung bei Geburt von 2019 auf 2021 besonders deutlich. Für Jungen nahm dieser Wert um 1,3 Jahre, für Mädchen um 0,9 Jahre ab. In Westdeutschland betrug der Rückgang bei den Jungen 0,4 Jahre und bei den Mädchen 0,3 Jahre. Die ostdeutschen Bundesländer waren ab der zweiten Welle besonders stark von der Pandemie betroffen. Die Lebenserwartung bei Geburt für Jungen beträgt nun 76,4 Jahre in Ost- und 78,6 Jahre in Westdeutschland – für Mädchen 82,7 Jahre im Osten und 83,3 Jahre im Westen. Etwa 70 000 bis 100 000 zusätzliche Sterbefälle in den ersten beiden Pandemiejahren Aufgrund des zunehmenden Anteils älterer Menschen an der Bevölkerung wird seit etwa 20 Jahren mit einer jährlich steigenden Zahl der Sterbefälle in Deutschland gerechnet. Gleichzeitig stieg die Lebenserwartung vor Beginn der Corona-Pandemie jedoch tendenziell an. Der Effekt der steigenden Lebenserwartung schwächte damit den Alterungseffekt ab. Bei gleichzeitigem Wirken beider Effekte stiegen die Sterbefallzahlen vor Beginn der Pandemie jährlich um durchschnittlich 1 bis 2 %. Bereits 2020 war der Anstieg im Vergleich zum letzten Vorpandemiejahr 2019 stärker ausgeprägt (+5 % auf 986 000 Sterbefälle). Nach den jetzt vorliegenden endgültigen Daten sind die Sterbefallzahlen 2021 um weitere 4 % oder etwa 38 000 Sterbefälle auf insgesamt 1,02 Millionen gestiegen. Ausgehend von 2019 wäre für 2021 eine Sterbefallzahl von 960 000 bis 980 000 erwartbar gewesen, also ein Anstieg um 2 bis 4 %. Tatsächlich ist die Zahl der Sterbefälle von 2019 auf 2021 um 9 % gestiegen. Bezogen auf die beiden Jahre 2020 und 2021 gab es demnach etwa 70 000 bis 100 000 zusätzliche Sterbefälle. Beim Robert Koch-Institut wurden in diesen beiden Jahren fast 115 000 COVID-19-Todesfälle gemeldet. Maßnahmen und Verhaltensänderungen im Zuge der Pandemie können auch dafür gesorgt haben, dass 2020 und 2021 weniger Sterbefälle durch andere Infektionskrankheiten wie beispielsweise die Grippe verursacht wurden. Methodische Hinweise: Die hier genannten Ergebnisse stammen aus sogenannten Periodensterbetafeln. Zur Berechnung wird die Zahl der Gestorbenen in einem bestimmten Zeitraum (zum Beispiel im Jahr 2021) ins Verhältnis zur Bevölkerung in den einzelnen Altersjahren gesetzt. In einer nach Geschlecht getrennten Tabelle zeigen Sterbetafeln dann an, wie viele Personen eines Ausgangsbestandes bis zu einem bestimmten Alter überleben und sterben. Auf Basis dieser Informationen gibt die Sterbetafel Auskunft über die geschlechtsspezifische durchschnittliche Lebenserwartung in den einzelnen Altersjahren. Es handelt sich bei Periodensterbetafeln um eine Momentaufnahme der Sterblichkeitsverhältnisse der gesamten Bevölkerung für den jeweils betrachteten Zeitraum. Die Berechnung enthält keine Annahmen dazu, wie sich die Lebenserwartung künftig entwickeln wird. Die Lebenserwartung Neugeborener gibt demnach an, wie lange sie den aktuellen Überlebensverhältnissen entsprechend durchschnittlich leben würden. Zur Analyse der Corona-Effekte in den Jahren 2020 und 2021 wurden Sonderberechnungen für einzelne Jahre durchgeführt. Komplette Sterbetafeln mit allen Detailinformationen werden von der amtlichen Statistik standardmäßig für Dreijahreszeiträume bereitgestellt, um übliche Schwankungen zwischen einzelnen Jahren zu einem gewissen Grad auszugleichen. Diese Sterbetafeln bilden die Grundlage für die Berechnung von sogenannten Versicherungsbarwerten und für Rechtsgeschäfte sowie steuerliche Zwecke. Sie werden auch für die Bundesländer berechnet. Für die Unterteilung in West- und Ostdeutschland wird Berlin in keinem der Landesteile berücksichtigt.

Immobilien
Mietpreise steigen in 75 von 80 deutschen Großstädten

Ein Vergleich der Angebotsmieten von Wohnungen in 80 deutschen Großstädten im jeweils 1. Halbjahr 2022 und 2021 von immowelt zeigt:
  • In 75 von 80 untersuchten Städten haben sich die Mieten innerhalb von 12 Monaten erhöht
  • Da Immobilienkauf schwerer leistbar: Nachfrage nach Mietwohnungen zieht deutschlandweit an
  • Weitere Anstiege in teuren Städten: Hamburg und Düsseldorf (jeweils +7 Prozent), Köln (+4 Prozent), München (+3 Prozent)
  • Kleinere Großstädte mit deutlichsten Zuwächsen: Lübeck (+14 Prozent), Rostock (+13 Prozent) und Münster (+10 Prozent)
Der Mietpreisanstieg in deutschen Großstädten nimmt kein Ende. Verglichen mit dem Vorjahr haben sich die Angebotsmieten in 75 von 80 Großstädten im ersten Halbjahr 2022 verteuert. In der Spitze sind die Mietpreise gar um 14 Prozent gestiegen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse von immowelt, in der die mittleren Angebotsmieten von Bestandswohnungen (40 bis 120 Quadratmeter) im jeweils 1. Halbjahr 2022 und 2021 verglichen wurden. Die Nachfrage nach Mietwohnungen hat sich zuletzt deutschlandweit stark erhöht. So orientieren sich Wohnungssuchende, für die der Traum vom Eigenheim in der Großstadt angesichts hoher Kaufpreise und gestiegener Bauzinsen nicht mehr bezahlbar ist, zunehmend in Richtung Mietmarkt. Die vielerorts heiß gelaufenen Märkte werden dadurch nochmal zusätzlich belastet. Mieten in hochpreisigen Großstädten werden immer teurer In vielen Großstädten mit bereits sehr hohem Mietpreisniveau haben sich die Kosten für eine Mietwohnung innerhalb eines Jahres weiter erhöht. So ist die mittlere Angebotsmiete in Hamburg um 7 Prozent gestiegen und liegt nun bei 12,50 Euro pro Quadratmeter. Auch in Düsseldorf zahlen Mieter für die Kaltmiete 7 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Im benachbarten Köln (+4 Prozent) sowie in München (+3 Prozent) haben sich Mietwohnungen in den vergangenen 12 Monaten ebenfalls weiter verteuert. Eine Ausnahme unter den hochpreisigen Städten ist Frankfurt am Main, wo das Preisniveau verglichen mit dem Vorjahreszeitraum stagniert. Die Mietpreisanstiege in vielen Großstädten korrespondieren mit einer steigenden Nachfrage auf dem Mietmarkt. Insbesondere wegen der deutlich gestiegenen Bauzinsen ist es seit Jahresbeginn zu einer Verschiebung der Nachfrage von Kauf- zu Mietimmobilien gekommen. So sind im 2. Quartal dieses Jahres deutschlandweit die Anfragen für Mietobjekte, die auf immowelt.de inseriert wurden, im Vergleich zum Vorjahr um 34 Prozent gestiegen. Die Anfragen für Kaufimmobilien sind dagegen im gleichen Zeitraum um 17 Prozent zurückgegangen. Stärkste prozentuale Anstiege in kleineren Großstädten Am deutlichsten fallen die prozentualen Anstiege in kleineren Großstädten aus. Das größte Plus gab es in Lübeck, wo die Mietpreise um 14 Prozent geklettert sind – von 8,50 Euro auf 9,70 Euro pro Quadratmeter. Dahinter folgt Rostock mit einem Zuwachs von 13 Prozent. Das Mietpreisniveau in der Ostseestadt ist mit 6,80 Euro pro Quadratmeter allerdings nach wie vor vergleichsweise niedrig. Deutlich teurer sind Mietwohnungen in Münster, wo sich die mittlere Angebotsmiete innerhalb eines Jahres um 10 Prozent auf 11,00 Euro pro Quadratmeter erhöht hat. Ähnlich stark fällt der prozentuale Anstieg in Neuss, Oberhausen, Ulm und Osnabrück aus (jeweils +9 Prozent). Zusätzliche Belastung durch steigende Nebenkosten Neben der Verteuerung der Kaltmieten droht Mietern auch durch den erwarteten Anstieg der Nebenkosten eine deutliche finanzielle Mehrbelastung. Angesichts der gestiegenen Energiepreise müssen Mieter voraussichtlich mit Mehrausgaben von mehreren hundert Euro jährlich rechnen. Sollte die Bundesregierung auf die dritte Stufe ihres Notfallplans Gas wechseln, könnte es sogar noch deutlich teurer werden. Dann wäre es Versorgungsunternehmen nämlich erlaubt, die gestiegenen Preise am Gasmarkt direkt an die Endverbraucher durchzureichen.

Verkehrspolitik
Mehrheit der Deutschen für den digitalen Führerschein

Der digitale Impfpass hat es vorgemacht, der digitale Führerschein ist jedoch vorerst gescheitert. Im vergangenen Jahr wurde der Prototyp einer entsprechenden App-Anwendung angeboten. Aufgrund von technischen Problemen hat das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) jedoch entschieden, die zugehörigen Apps wieder aus den Online-Stores zu nehmen. Dennoch spricht sich die deutsche Bevölkerung mehrheitlich für die Einführung eines digitalen Führerscheins aus: 46 Prozent halten den digitalen Führerschein für „eher sinnvoll“ oder „sehr sinnvoll“. Dagegen halten ihn 42 Prozent für „eher nicht“ oder „gar nicht sinnvoll“. Die restlichen zwölf Prozent machen keine Angabe oder haben keine Meinung. Das hat eine repräsentative Ipsos-Umfrage im Auftrag des TÜV-Verbands unter 1.000 Personen ab 16 Jahren ergeben. „Der digitale Führerschein bietet handfeste Vorteile für Bürger:innen und Behörden bei Bewerbungen, Mietwagen oder Carsharing oder auch bei Führerscheinkontrollen oder dem Entzug der Fahrerlaubnis“, sagt Marc-Philipp Waschke, Referent für Fahrerlaubniswesen beim TÜV-Verband. Auch Fahranfänger:innen könnten von einer digitalen Lösung profitieren. „Nach der Fahrprüfung könnte die digitale Fahrerlaubnis innerhalb weniger Minuten freigeschaltet werden. Fahrschüler:innen bräuchten nicht mehr Tage oder Wochen auf den Kartenführerschein warten“, sagt Waschke. Darüber hinaus könnten zahlreiche bürokratische Prozesse beispielsweise bei Fahrverboten oder Fahrerlaubnisentzügen mit der richtigen Umsetzung der digitalen Fahrerlaubnis vereinfacht werden. Vor allem Jüngere sehen die Vorteile einer digitalen Anwendung Auffällig sind in der Umfrage die unterschiedlichen Einschätzungen zwischen Jung und Alt sowie zwischen den Geschlechtern. Während 62 Prozent der 16- bis 29-Jährigen den digitalen Führerschein sinnvoll finden, sind es in der Generation 60 Plus nur 37 Prozent. Und 53 Prozent der befragten Männer finden den digitalen Führerschein sinnvoll, aber nur 40 Prozent der Frauen. „Der digitale Führerschein sollte den Kartenführerschein ergänzen, aber nicht unbedingt ersetzen. Fahrerinnen und Fahrer sollten sich entscheiden können, ob sie eine Karte oder eine App nutzen möchten“, sagt Marc Fliehe, Leiter Digitalisierung und IT-Sicherheit beim TÜV-Verband.

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Gastkommentar
„Russland und Iran wollen Status quo in Syrien beibehalten“

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Ein Gastbeitrag von Kemal Bölge

In der iranischen Hauptstadt Teheran kamen am vergangenen Dienstag der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan, sein russischer Amtskollege Wladimir Putin und der iranische Präsident Ebrahim Raisi zum 7. trilateralen Gipfeltreffen im Astana-Format zusammen.

Im Mittelpunkt der Gespräche standen die aktuellen Entwicklungen in Syrien und der Kampf gegen terroristische Gruppierungen, insbesondere die PKK/YPG und Daesh/IS sowie der Ausbau der wirtschaftlichen Zusammenarbeit.

Für Putin war es seit Beginn des Russland-Ukraine-Krieges das erste internationale Treffen, bei dem die Ukraine nicht direkt auf der Tagesordnung stand. Aus Sicht des iranischen Präsidenten Raisi war es ebenfalls ein neuer Aspekt, weil dieser nach seiner Wahl an einem Gipfeltreffen mit Schwerpunkt Syrien im Astana-Format teilnahm.

Moskau und Washington halten sich nicht an Syrien-Übereinkunft mit der Türkei

Im Laufe der Unterredungen verwiesen Russland und der Iran auf die territoriale Integrität und Souveränität Syriens, während Präsident Erdoğan mit einer deutlichen Botschaft an beide anwesenden Staatschefs und mit einem kleinen Seitenhieb an die USA gerichtet, auf Sicherheitsaspekte der Türkei hinwies.

Die militärische Option zu einer erneuten Intervention behält sich die Türkei vor, da bisherige schriftliche Vereinbarungen mit Russland und den USA keine Ergebnisse gebracht haben. Ankara hatte 2019 zunächst mit Washington und später mit Moskau eine Übereinkunft erzielt, wonach sich PKK/YPG-Milizen entlang der gesamten syrisch-türkischen Grenze um 30 km zurückziehen.

Bis heute haben sich weder die Vereinigten Staaten noch Russland an den unterschriebenen Vertrag gehalten. Ankara hat eine über 900 km lange Grenze zum Nachbarland Syrien, aus der immer wieder Angriffe und Anschläge auf Zivilisten und Armee-Einheiten aus den von der Terrororganisation PKK/YPG besetzten Gebieten Syriens durchgeführt werden.

Aus diesem Grund hatte die Türkei seit 2016 bereits mehrfach in Syrien militärisch gegen die PKK/YPG und Daesh/IS interveniert und sich dabei unter anderem auf das Adana-Abkommen von 1998 mit Damaskus berufen. Diesen Vertrag hatte die Türkei damals mit Syrien unterzeichnet, weil das Assad-Regime über Jahre die Extremistenorganisation PKK mit Finanzmitteln, Waffen und Logistik unterstützt hatte.

Terrororganisationen in Syrien bedrohen Sicherheit der Türkei

In dem gemeinsamen Abschluss-Kommuniqué der drei Staaten wird unter Punkt 3 auf die „Zusammenarbeit bei der Bekämpfung des Terrorismus in all seinen Ausprägungen und Erscheinungsformen“ hingewiesen und die Präsenz und Aktivitäten von Terrororganisationen in Syrien verurteilt.

Diese Verlautbarung ist zwar wichtig, aber wegen der seit Jahren anhaltenden Sicherheitsbedrohung der Türkei durch Terrororganisationen wie der PKK/YPG, SDF oder Daesh/IS in Syrien hilft es nicht in der Praxis, weil die Extremistenorganisation vor allem von den Vereinigten Staaten massiv mit Waffen aufrüstet, Terroristen ausgebildet und finanziell unterstützt.

Die Abschlusserklärung spricht sich ferner gegen die illegale Förderung und den Verkauf von syrischem Öl und Gas in den von der PKK/YPG besetzten Gebieten Syriens aus, das als Botschaft an die USA gerichtet ist, die dort militärische Spezialkräfte und Berater unterhalten.

Vereinbarungen zur syrischen Provinz Idlib sollen umgesetzt werden

Ein weiteres Thema war die Situation in der syrischen Grenzprovinz Idlib, wo mehrere Millionen Syrer leben und auf internationale Unterstützung angewiesen sind und Hilfslieferungen in die Provinz über die Türkei gelangten. Alle drei Staaten haben sich darauf verständigt, im Zusammenhang mit Idlib die Vereinbarungen vollständig umzusetzen.

Ankara hat seit dem Ausbruch des syrischen Bürgerkrieges mehr als vier Millionen syrische Flüchtlinge aufgenommen, wo bereits mehr als 3,7 Millionen Syrer leben. Eine Zuspitzung der Situation in Idlib würde nicht nur für die Türkei eine dramatische Zuspitzung der Flüchtlingssituation bedeuten, sondern hätte möglicherweise auch Konsequenzen für Europa.

Russland und der Iran wollen Status quo in Syrien beibehalten

Sowohl Russland als auch der Iran sind an einer Beibehaltung des Status quo in Syrien interessiert und sprachen sich gegen eine Militäraktion Ankaras aus. Moskaus Hauptaugenmerk ist derzeit auf den Ukraine-Krieg gerichtet und eine weitere Front in Syrien wäre nicht im Interesse der russischen Regierung.

Für die Führung in Teheran haben die abgebrochenen Wiener Atomgespräche Vorrang vor der Situation in Syrien, gleichwohl der Iran dort das Regime in Damaskus mit Waffen und Milizen unterstützt. In den letzten Wochen hatten die USA und auch Israel eine Warnung an den Iran gerichtet, sollte es Anstrengungen unternehmen, um an den Besitz von Nuklearwaffen zu gelangen und mit militärischen Mitteln gedroht.

Auf der Top-Agenda der Türkei steht die Bekämpfung der Bedrohung durch Terrororganisationen

Für die Türkei hat die Bekämpfung der Bedrohung der eigenen Sicherheit durch Terrororganisationen an der Grenze zu Syrien und Irak oberste Priorität. Bei dem trilateralen Treffen und auch vor der Teheran-Konferenz hatte die Türkei erneut einen Abzug der PKK/YPG-Milizen an der syrisch-türkischen Grenze unmissverständlich zum Ausdruck gebracht und wenn diese Forderung nicht umgesetzt wird, eine Militärintervention nicht ausgeschlossen.

Wirtschaftsbeziehungen zwischen der Türkei und Iran werden ausgebaut

Beim Gespräch zwischen Präsident Erdoğan und seinem iranischen Amtskollegen Raisi wurde eine Zusammenarbeit in den Bereichen Energie, Investitionen in den Ausbau des Straßen- und Schienennetzes, die Erhöhung des Handelsvolumens und eine Kooperation im Verteidigungssektor beschlossen. Der russische Präsident Putin bedankte sich beim türkischen Präsidenten Erdoğan für dessen Bemühungen zur Eröffnung eines Korridors, um die Ausfuhr von Getreide aus der Ukraine zu ermöglichen.

Erschienen auf TRT Deutsch


Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.
Kemal Bölge, studierter Politologe und Historiker. Er schreibt als freier Autor für verschiedene Online-Publikationen. Seine Schwerpunkte sind die Außen- und Sicherheitspolitik, insbesondere die Beziehungen EU-Türkei, die zukünftige Struktur der NATO und die Außen- und Sicherheitspolitik der Türkei.  
 

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Russland hat den Raketenangriff auf die Hafenstadt Odessa eingeräumt. Als Grund nennt das Verteidigungsministerium die Zerstörung von US-Waffen.

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Sport
Fußball in Europa und Amerika

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Das für den Fußball genutzte Feld ist mindestens 100 Meter lang und fünfzig Meter breit. Es ist in zwei Hälften durch eine halbe Linie geteilt, die die Mitte der beiden Berührungslinien verbindet. Ein Kreis mit einem Radius von 10 Metern markiert den Mittelpunkt. Zudem gibt es Markierungen an den Ecken, dem Anstoßpunkt und dem Strafraum. Das Tor ist an beiden Enden in der Mitte. Europa Fußball ist die beliebteste Sportart in Europa. Viele Leute suchen dort die besten Wettbonus-Angebote. Es gibt verschiedene Ligen und Turniere auf dem gesamten Kontinent, darunter die Champions League und die Europa League. Die meisten Länder in Europa haben mehr als eine Profiliga. Die besten Spieler der Welt spielen in Europa. Die Barclays Premier League ist der berühmteste dieser Wettbewerbe. Die Europäische Union ist eine der ältesten Fußballregionen der Welt. Der Kontinent ist auch die Heimat einer Reihe von großen Fußballmannschaften. Nordamerika CONCACAF ist die Abkürzung für die Confederation of North, Central America and Caribbean Association Football. Dies ist einer von sechs Leitungsgremien des internationalen Spiels. Die CONCACAF ist die Heimat einiger der aufregendsten Fußballspiele der Welt. Es gibt zahlreiche Ligen und Pokalwettbewerbe in ganz Nordamerika. Es gibt ein paar Länder, die ihre eigenen Nationalmannschaften haben. Das schnelle Wachstum des nordamerikanischen Fußballs hat dazu geführt, dass in diesen Ländern eine konstante Einstellung von Weltklasse-Spielern zu verzeichnen war. Nordamerikanische Fußballmannschaften sind erfolgreich, weil ihre Spieler sich auf der Weltbühne beweisen wollen. Unabhängig von der Größe der nordamerikanischen Fußballindustrie wird erwartet, dass die Zukunft des Sports leidenschaftlich und weltweit führend sein wird. Die American Soccer League begann 1996 mit nur zehn Teams und ist auf vierundzwanzig Teams angewachsen. Der Ausbau der Liga wird das Angesicht des Sports in Nordamerika schärfen und Fernsehrechte sichern. Fußballfans werden diese Gelegenheit zu schätzen wissen, Fußball auf höchstem Niveau zu sehen und ein wettbewerbsfähiges Umfeld zu genießen. Südamerika Es gibt viele verschiedene Sportarten in Südamerika, aber die beliebteste Sportart ist zweifellos Fußball. Auch wird auf professionellem und Amateurniveau in der gesamten Region gespielt, was es zu einer ausgezeichneten Wahl für diejenigen macht, die einen intensiven Sport suchen. Es ist in Argentinien, Brasilien und Chile weit verbreitet und eine beliebte Sportart für Amateur- und Profispieler. In Südamerika wird Fußball auf fast jedem Feld des Landes gespielt. Viele erstklassige Fußballspieler kommen aus Südamerika, darunter Pelé und Diego Maradona. Diese beiden legendären südamerikanischen Spieler sind auf der ganzen Welt zu bekannten Namen geworden und machen ihrem Land sehr stolz auf seine Fußballstars. Das Spiel hat eine lange Geschichte in Südamerika und stammt von Einwanderern aus Europa. Diese Einwanderer waren maßgeblich an der Entstehung des Sports beteiligt und halfen bei der Eingliederung neuer Bevölkerungsgruppen.

Ukraine-Konflikt
Russland rückt von Türkei-Erklärung ab

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Moskau – In Istanbul war am Freitag ein Abkommen über die Ausfuhr von Millionen Tonnen ukrainischen Getreides unterzeichnet worden. Russland hatte in dem Abkommen zugesichert, die Schiffe über einen Seekorridor fahren zu lassen und nicht zu beschießen Nur einen Tag nach dem Abkommen wurde am Samstag die Hafenstadt Odessa bombardiert. Kiew machte Russland für den Angriff verantwortlich. „Gestern wurde der Export über den Seeweg vereinbart, und heute greifen die Russen den Hafen von Odessa an“, so Andrij Jermak, Chef des ukrainischen Präsidentenbüros. Der türkische Verteidigungsminister erklärte noch am selben Tag, dass Moskau mit dem Angriff nichts zu tun habe. „Die Russen haben uns gesagt, dass sie mit diesem Angriff nichts zu tun haben und dass sie die Angelegenheit sehr genau untersuchen“, hatte Hulusi Akar gestern versichert. Am Sonntag rückte der Kreml jedoch von dieser Darstellung ab. Wie die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, auf Telegram mitteilte, hat Russland bei dem Raketenangriff auf Odessa „militärische Infrastruktur“ zerstört. Dabei seien „hochpräzise“ Kalibr-Marschflugkörper eingesetzt worden. Damit sei ein Kriegsschiff der Ukraine und ein Lager mit mit von den USA gelieferten „Harpoon“-Raketen zerstört worden, so das Verteidigungsministerium in Moskau weiter. Welche Folgen der Angriff für das Getreideabkommen hat, ist noch unklar. Offenbar seien die Bereiche, in denen Getreide verladen werden kann und in denen das Getreide gelagert ist, nicht betroffen, berichtete die tagesschau.

Griechenland
Dr. Sadık Ahmet – der furchtlose Menschrechtsaktivist

von Kemal Bölge

Heute vor genau 27 Jahren, am 24. Juli 1995, starb Dr. Sadık Ahmet, der Menschenrechtsaktivist, Politiker und Chirurg aus Gümülcine/Komotini.

Er wurde am 7. Januar 1947 im Dorf Küçük Sirkeli (Ağra) bei Gümülcine in Nordostgriechenland geboren. Sein Vater gab ihm den Namen seines Vaters, der in der Ortschaft eine Mühle besaß und den Spitznamen „Müller“ (Değirmenci) trug. Ahmets Vater erzielte sein Einkommen über einen landwirtschaftlichen Betrieb und der Reparatur von Pferdewagenreifen. Nach der Grundschule besuchte Ahmet die Celal-Bayar-Gesamtschule, wo er auch seine Allgemeine Hochschulreife (Abitur) erlangte.

Türkische Identität wird nicht anerkannt

An den Universitäten von Ankara und Thessaloniki studierte er Medizin, dass er 1974 erfolgreich abschloss und war ab 1984 als Chirurg tätig. Neben seinem Beruf als Arzt widmete sich Ahmet den gesellschaftlichen Problemen der türkischen Minderheit im nordöstlichen Teil Griechenlands.

Ein wesentliches Merkmal dieser Problematik besteht darin, dass Athen sich weigert, die Ethnizität der Türken anzuerkennen und stattdessen den Begriff „griechische Muslime“ verwendet, obwohl diese Menschen sich als Türken muslimischen Glaubens betrachten.

In einer Unterschriftenaktion machte der charismatische Menschenrechtsanwalt und Politiker 1985 auf die Probleme der türkischen Minderheit aufmerksam, bei dem er schätzungsweise 15.000 Unterschriften sammelte. Für seinen unermüdlichen Einsatz der Grundrechte der türkischen Minderheit wurde er vor Gericht angeklagt und später zu 30 Monaten Gefängnis verurteilt.

Bei den griechischen Parlamentswahlen von 1989 wurde Ahmet als erster unabhängiger Abgeordneter der türkisch-muslimischen Minderheit ins Athener Parlament gewählt. Seine Wahl wurde jedoch später annulliert. Wegen einer Rede am 26. Januar 1990, wurde er wegen der Verwendung des Begriffs „Türken“ für die Minderheit in Westthrakien zu einer mehrmonatigen Freiheitsstrafe verurteilt.

Dr. Sadık Ahmet: „Nur weil ich Türke bin, muss ich ins Gefängnis“

Vor Haftantritt erklärte Ahmet damals: „Nur weil ich Türke bin, muss ich ins Gefängnis. Wenn es strafbar ist, Türke zu sein, sage ich noch einmal, dass ich Türke bin und es auch bleiben werde.“

Der Anwalt für die Rechte und Freiheiten der türkischen Minderheit in Westthrakien

Durch eine Gesetzesänderung des Wahlrechts, wurde 1993 eine Drei-Prozent-Hürde für das griechische Parlament beschlossen, damit unter anderem unabhängige Kandidaten wie Sadık Ahmet nicht ins Parlament einziehen konnten. Zu seinen Charaktereigenschaften gehörte zweifellos seine Furchtlosigkeit.

Er setzte sich für die Rechte der türkischen Minderheit ein. Weil er sich unermüdlich für den Türkischunterricht für die Schülerinnen und Schüler der türkischen Minderheit einsetzte, die Identitäts- und Religionsfreiheit verteidigte, wurde Ahmet für die damalige griechische Regierung zu unbequem. Bei einem rätselhaften Verkehrsunfall im Dorf Susurköy/Sostis am 24. Juli 1995, der nie vollständig aufgeklärt werden konnte, kam Dr. Sadık Ahmet ums Leben.

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