Ukrainisches Getreide
Türkei: Getreideexporte-Koordinierungszentrum wird eröffnet

Russlands Krieg in der Ukraine hat die weltweiten Lebensmittelpreise in die Höhe getrieben, wobei die Entwicklungsländer die Hauptlast der Auswirkungen zu tragen haben.

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Istanbul – Ein neues gemeinsames Koordinierungszentrum in Istanbul, das im Rahmen der Vereinbarung zur Wiederaufnahme der ukrainischen Getreideexporte in die Welt eingerichtet wurde, soll nach Angaben des türkischen Verteidigungsministeriums am Mittwoch offiziell eröffnet werden.

Der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar wird an der Eröffnungszeremonie teilnehmen, die in der Nationalen Universität für Verteidigung in Istanbul stattfinden wird.

Am vergangenen Freitag unterzeichneten die Türkei, die Vereinten Nationen, Russland und die Ukraine ein wegweisendes Abkommen zur Wiederaufnahme der Getreideexporte über drei ukrainische Häfen, nachdem diese monatelang aufgrund des russisch-ukrainischen Krieges  blockiert waren.

Im Rahmen der Vereinbarung wurde in Istanbul ein gemeinsames Koordinierungszentrum eingerichtet, das Inspektionen an den Ein- und Ausgängen der Häfen durchführen und die Sicherheit der Routen gewährleisten soll.

Türkische Beamte haben betont, dass die Exporte so bald wie möglich wieder aufgenommen werden müssen, um die weltweite Nahrungsmittelkrise zu bewältigen und einen „hungrigen Planeten“ zu ernähren. Diese Einigung wurde als wichtiger diplomatischer Durchbruch gefeiert, nachdem monatelang befürchtet worden war, dass der Krieg in der Ukraine die zunehmende weltweite Nahrungsmittelkrise weiter verschärfen würde.

Die Ukraine ist einer der größten Erzeuger von Weizen, Mais und Sonnenblumenöl, und der Krieg hat der so genannten „Kornkammer Europas“ großen Schaden zugefügt. Auf die Ukraine und Russland zusammen entfällt mehr als ein Viertel der weltweiten Weizenexporte.

Russlands Krieg in der Ukraine hat die weltweiten Lebensmittelpreise in die Höhe getrieben, wobei die Entwicklungsländer die Hauptlast der Auswirkungen zu tragen haben.

US-amerikanische und europäische Beamte haben Russland vorgeworfen, Lebensmittel zu Waffen zu machen, und forderten seit Monaten die Wiedereröffnung der ukrainischen Häfen. Die Krise kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Klimakatastrophen, Konflikte und die wirtschaftliche Belastung durch die Coronavirus-Pandemie in vielen Ländern, vor allem in Afrika und im Nahen Osten, bereits zu einer Verschärfung des Hungers geführt haben.

Der Krieg in der Ukraine könnte die Zahl der Menschen, die von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen sind, nach Angaben der Vereinten Nationen in diesem Jahr um 47 Millionen ansteigen lassen.

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