VW-Chefdesigner Andreas Mindt
Volkswagen will neue Designs für E-Autos

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Osnabrück – VW will seine neuen Elektroautos „netter“ aussehen lassen und die Cockpit-Bedienung vereinfachen. „Für uns ist wichtig, dass unsere Autos ein sympathisches Gesicht haben. Wir greifen niemanden an“, sagte Andreas Mindt, seit Anfang 2023 VW-Chefdesigner, im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). VW-Designchef: Unsere Autos müssen wieder sympathischer aussehen Von der futuristischen Gestaltung der Elektromodelle ID.3 und ID.4 will Mindt deswegen abrücken. „Als die rauskamen, wollte der Konzern signalisieren, dass wir in eine neue Zeit aufbrechen. Aber heute sind wir bereits mittendrin in der Zukunft.“ Beim Design neuer Modelle wolle er sich auf drei Werte besinnen, sagte Mindt: „Stabilität, Sympathie und die ,Secret Sauce‘, also eine unverwechselbare Zutat.“ Andreas Mindt will alte Werte zurückbringen – Cockpit-Bedienung soll vereinfacht werden Auch auf Kritik von Kunden wolle man reagieren. So sorgten etwa Bedienflächen mit Touchfunktion für die Klimaanlage regelmäßig für Unmut. „Wenn es zu kompliziert wird, verliert man sich schnell. Wir dürfen nicht zu sehr nur auf die digitale Seite setzen“, sagte Mindt der „NOZ“. Manche Funktionen müsse man auch mit physischen Knöpfen doppeln. Durch die Weiterentwicklung der Sprachbedienung werde das in Zukunft aber weiter an Bedeutung verlieren.

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Geldautomatensprengungen
Deutschland: Täglich wird ein Geldautomat gesprengt

Osnabrück – In Deutschland fliegt rechnerisch nach wie vor täglich irgendwo ein Geldautomat in die Luft. Das berichtet die „Neue Osnabrücker Zeitung“ unter Berufung auf Daten aus allen 16 Bundesländern. Demnach verzeichneten die Polizeibehörden im ersten Halbjahr 239 versuchte oder vollendete Sprengungen. Im Vorjahreszeitraum waren es 260. Auffällig laut „NOZ“-Auswertung: Bei den Tatorten kam es in den vergangenen Monaten zu teils deutlichen Verschiebungen. Das Landeskriminalamt Hessen bestätigte dem Blatt: „Derzeit begehen niederländische Tätergruppen die Taten vermehrt im südwestlichen Bereich Deutschlands, so auch in Hessen.“ In dem Bundesland stieg demnach die Zahl der Sprengungen im Halbjahresvergleich von 20 auf 32. Auch das Saarland geriet häufiger in den Fokus, wo in den ersten sechs Monaten sieben Automaten Ziel wurden. Im Vorjahreszeitraum war es nur einer. Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg verzeichneten mit 27 beziehungsweise 17 Sprengungen einen ähnlich hohen Wert wie 2022. In den bislang besonders betroffenen Bundesländern Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen ging die Zahl der Sprengungen indes von 104 auf 89 beziehungsweise von 38 auf 19 zurück. Jochen Kopelke, Chef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), sagte der „NOZ“: „Noch immer ist es für die gut organisierten Profi-Automatensprenger viel zu leicht, an teils erhebliche Geldsummen zu gelangen.“ Die Polizei sei den Täterbanden wegen „fehlender Technik und dünner Ausbildung“ unterlegen. „Nach wie vor fühlen sich unsere Kolleginnen und Kollegen auf Einsätze im Zusammenhang mit Geldautomatensprengungen schlecht vorbereitet.“ Dabei nehme die Rücksichtslosigkeit der Kriminellen zu, warnte Kopelke: Zunehmend komme Festsprengstoff zum Knacken der Automaten zum Einsatz. „Das bringt in unmittelbarerer Nähe wohnende Menschen und auch die Einsatzkräfte in größte Gefahr.“

Kolonialverbrechen
Opfer-Nachfahren fordern Entschuldigung von Deutschland

Nach DNA-Abgleich: Angehörige am Kilimanjaro fordern baldige Rückkehr ihrer identifizierten Ahnen und Entschuldigung von Deutschland  Nach einem von der Recherche-Ausstellung „Marejesho“ initiierten Abgleich sind erstmals menschliche Gebeine von Opfern der deutschen Kolonialherrschaft per DNA identifiziert worden. Die Nachfahren in Tansania fordern nun eine zeitnahe Rückführung, eine Entschuldigung Deutschlands für Kolonialverbrechen und Verhandlungen über Reparationen. Auch persönliche Gegenstände sollen zurückkehren. Die Ausstellung „Marejesho“ ist ab 12. Oktober 2023 im TA T in Berlin zu sehen. Nachfahren wurden über Ergebnisse informiert  Am 09. September 2023 fand in Moshi, Kilimanjaro, Tansania, ein Treffen von Nachfahren von Anführen der Chagga und Meru Communities mit den zivilgesellschaftlichen Organisationen Flinn Works, Berlin Postkolonial und Old Moshi Cultural Tourism (OMCT) statt. Das Treffen wurde vom European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) organisiert.
Die Nachfahren Zablon Kiwelu (links) und Isaria Meli (rechts) am Denkmal für die gehängten Führer in Old Moshi – Bild: Konradin Kunze
Die Organisationen aus Deutschland waren per Video zugeschaltet. Dabei stellte Konradin Kunze (Flinn Works) die Ergebnisse eines Abgleichs der DNA von Nachfahren mit Ancestral Remains (menschlichen Schädeln) vor, die sich im Depot der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) in Berlin befinden: Bei zwei Familien konnte eine direkte  Verwandtschaft mit insgesamt drei Individuen festgestellt werden, deren Häupter nach Berlin verschleppt wurden. Dabei handelt es sich mutmaßlich um die in der deutschen Kolonialzeit hingerichteten Chagga-Anführer Mangi Molelia von Kibosho und dessen Bruder sowie um den Akida (Minister) Sindato Kiutesha Kiwelu aus Moshi.
Familie Molelia erhält DNA-Bericht in Moshi – Bild: Adam Graphics
Projekt „Marejesho“ ermöglichte Abgleich  Der DNA-Abgleich erfolgte auf Wunsch der Nachfahren im Rahmen der tansanisch-deutschen Recherche-Ausstellung „Marejesho“, die im August/September 2022 in sechs Dörfern am Kilimanjaro und Meru gezeigt wurde. Ziel von „Marejesho“ ist ein Wissensaustausch zu in der deutschen Kolonialzeit verschleppten menschlichen Gebeinen und geraubtem Kulturgut aus der Region, das sich in deutschen Museumsdepots befindet. „Provenienzforschungsprojekte – auch das der SPK – werden oft ohne die betroffenen Communities durchgeführt. Dabei werden Wünsche und Wissen potenzieller Nachfahren ignoriert.“, sagte Projektleiter Konradin Kunze. „Mit ‘Marejesho‘ versuchen wir, die Lücke zwischen Institutionen und Communities zu schließen. Wir haben aktiv den Austausch mit möglichen Nachfahren gesucht.“ Die vor Ort gesammelten Speichelproben der Nachfahren wurden anschließend an die SPK übergeben, die den DNA-Abgleich an der Universität Göttingen durchführen ließ. Im Rahmen von Marejesho gelang es Kunze bereits vor einem Jahr, die Gebeine von Mangi Lobulu Kaaya von Meru im American Museum of Natural History (AMNH) in New York ausfindig zu machen. Suche nach hingerichteten Anführern  Insgesamt 19 Mangis (Chiefs) und Akidas (Minister) waren am 2. März 1900 in Old Moshi von Kolonialoffizieren wegen ihres Widerstands gegen die Besatzer öffentlich gehängt worden. Auf Anfrage des Völkerkundemuseums Berlin wurden anschließend Teile ihrer Körper für rassistische Forschung nach Berlin geschickt. Seit über 50 Jahren fordern deren Familien deren Rückgabe. Insbesondere die Suche nach dem Haupt von Mangi Meli von Moshi erlangte in den letzten Jahren internationale Aufmerksamkeit. Der Verbleib von dessen Haupt konnte noch immer nicht geklärt werden. Lange reagierten Institutionen mit sog. Schädelsammlungen nicht auf Anfragen von Tansanier*innen. Erst durch den Druck zivilgesellschaftlicher Initiativen zeigte sich z.B. die SPK bereit für Provenienzforschung und Repatriierungen von Ancestral Remains. Nach Tansania erfolgte bis heute außer einer privaten Rückgabe eines Zahns des Chief Mkwawa an dessen Nachkommen noch keine Repatriierung. Forderungen der Nachfahren  Die Nachfahren forderten bei dem Treffen eine zügige Repatriierung der identifizierten Gebeine der Vorfahren an die jeweiligen Familien. Die bisher nicht identifizierten Ahnen, die den Communities der Chagga oder Meru zugeordnet werden konnten, sollen ebenfalls zurückkehren. Die Nachfahren sollen in den Prozess der Repatriierung einbezogen und ihre Wünsche respektiert werden. Die Kosten der Rückführung und der Bestattung sollen von der Bundesregierung getragen werden. Die Angehörigen verlangten außerdem eine offizielle Entschuldigung der Bundesrepublik Deutschland für die kolonialen Verbrechen und die Verschleppung der Ahnen bei den betroffenen Familien und Communities. Dies wird ebenfalls von den daran beteiligten Museen und Universitäten erwartet. Außerdem sollen persönliche Gegenstände der Mangis, die sich in deutschen Museen befinden, zurückgeben werden. Im Anschluss an die Repatriierung verlangten die Nachfahren Gespräche mit der Bundesregierung um Reparationen. In einer gemeinsamen Erklärung der Familien heißt es:
 „Wir, die Familien der Nachkommen, haben die DNA-Ergebnisse unserer Vorfahren erhalten. Wir sind sehr froh, etwas über das Schicksal unserer Vorfahren zu erfahren, die vor mehr als 100 Jahren gestorben sind. Wir sprechen allen Institutionen und Personen, die für diesen wichtigen Fortschritt verantwortlich sind, unsere Anerkennung aus. Wir fordern die tansanische Regierung auf, den Kommunikationsprozess mit der deutschen Regierung zu beschleunigen, damit das formelle Verfahren für die Rückgabe der menschlichen Überreste unserer Vorfahren schneller ablaufen können. Unsere Familien sind bereit, sie zu empfangen, und wir haben bereits Orte für ihr Begräbnis gefunden.“
Deutschland hält menschenrechtliche Standards nicht ein  Die deutsche Bundesregierung muss nun beweisen, dass sie sich den Rechten der Ahnen und ihrer Nachfahren verpflichtet fühlt, den Weg einer Grund- und Menschenrechts-basierten Repatriierung wählt und die betroffenen Nachfahren ausreichend in ihren Wünschen und Forderungen von Anfang an in die entsprechenden Prozesse einbezieht. „Denn Deutschlands bisherige Praxis genügt menschenrechtlichen Standards nicht. Es besteht dringender Handlungsbedarf, sowohl im praktischen, forschungs- als auch im legislativen Bereich.“, sagte Sarah Imani (ECCHR). Dies argumentieren die zeichnenden Organisationen auch u.a. vor dem Ausschuss zur Antirassismus-Konvention der Vereinten Nationen. Marejesho in Berlin  Die Ausstellung „Marejesho“ wird ab dem 12. Oktober 2023 im TA T der Humboldt-Universität in Berlin gezeigt. Dabei werden die Reaktionen, Forderungen und Fragen der Communities im Fokus stehen. „Marejesho“ ist ein Projekt von Flinn Works, Berlin Postkolonial und Old Moshi Cultural Tourism, gefördert im Fonds TURN2 der Kulturstiftung des Bundes. Im Rahmen der Ausstellung wird es im November eine Veranstaltung mit Vertretern der Nachfahren geben.

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Türkei
Ex-Innenminister Soylu muss Geldstrafe an Kilicdaroglu zahlen

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Ankara – Der ehemalige türkishe Innenminister Süleyman Soylu wurde in dem von Kemal Kılıçdaroğlu, dem Vorsitzenden der oppositionellen Republikanischen Volkspartei (CHP), gegen ihn angestrengten Verleumdungsprozess zu einer Entschädigungszahlung von 40.000 Lira (etwa 1.400 Euro) an Kılıçdaroğlu verurteilt. Soylu hatte sich am 18. November 2022 während der Haushaltsberatungen abfällig über Kılıçdaroğlu geäußert, der ihn der „Geldwäsche“ beschuldigt hatte. Soylu hatte erklärt: „Jeder, der Schwarzgeld wäscht oder in den Drogenhandel verwickelt ist, ist verachtenswert. Kılıçdaroğlu, der nichts beweisen kann, ist ebenfalls verachtenswert. So einfach ist das. Jeder, der nichts beweist, ist auch verachtenswert.“ Kılıçdaroğlus Anwalt, Celal Çelik, reichte als Reaktion auf Soylus Aussage Klage ein. In einem Tweet von seinem X (Twitter)-Account sagte Çelik:
„Wir haben gesagt, dass wir Süleyman Soylu für seinen Mangel an Anstand zur Rechenschaft ziehen würden! Wir haben unser Wort gehalten. Wir haben die Klage, die wir am 18. November 2022 gegen Soylu wegen Verleumdung eingereicht haben, gewonnen. In der heutigen abschließenden Anhörung des Falles vor dem 15. Zivilgericht erster Instanz in Ankara wurde Kemal Kılıçdaroğlu eine Entschädigung von 40.000 Lira zugesprochen.“

G20-Gipfel
Erdogan: Die Meere werden zu Flüchtlings-Gräbern

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Neu-Delhi – Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan rief dazu auf, die globalen Ungleichheiten und die Ursachen der Migration an der Wurzel zu bekämpfen, während die Welt mit Herausforderungen wie dem Klimawandel und Wirtschaftskrisen konfrontiert ist, und erklärte, dass die Türkei eine gerechtere Welt für möglich hält.

„Kinder sterben, weil sie kein Stück Brot und Wasser finden, Zehntausende Flüchtlinge verlieren jedes Jahr ihr Leben in den Wüsten. Unsere Meere verwandeln sich in einen riesigen Flüchtlingsfriedhof. Millionen verlassen ihre Heimat wegen Kriegen und Konflikten. In einer Welt, in der sich herzzerreißende Tragödien ereignen, kann sich keiner von uns sicher fühlen. Wenn 735 Millionen Menschen mit Hunger kämpfen, während auf der anderen Seite Luxus, Prunk und Verschwendung vorherrschen, gibt es hier ein sehr ernsthaftes Problem“, sagte der türkische Staatschef während einer Rede beim diesjährigen G20-Gipfel in Indien.

Erdoğan betonte, dass derzeit Milliarden von Menschen von Afrika bis Asien unter sehr schlechten Bedingungen „zum Vergnügen und Wohlergehen einer Handvoll Eliten“ arbeiteten. „Das ist weder fair, menschlich noch gewissenhaft. Der Grund für diese Probleme sind kein Mangel an Ressourcen, sondern ein Mangel an Mitgefühl“, so Erdoğan weiter. „Wir glauben, dass eine gerechtere Welt möglich ist. Wir sind das Land, das im Verhältnis zum Nationaleinkommen die meiste Hilfe der Welt leistet. Wir unterstützen mehr als vier Millionen Unterdrückte und schikanierte Menschen, die in unserem Land Zuflucht gesucht haben“.

Die G20-Staaten sind am gestrigen Samstag und heute zu ihrem jährlichen Gipfeltreffen in Neu-Delhi zusammengekommen.

Das zweitägige Treffen fand unter der Präsidentschaft des indischen Ministerpräsidenten Narendra Modi im Messe- und Kongresszentrum Pragati Maidan in Neu-Delhi statt. Das Treffen stand unter dem Motto Vasudhaivha Kutumbakam (übersetzt etwa: Eine Welt, Eine Familie, Eine Zukunft). Auf dem Gipfel ging es unter anderem um die Themen Energiesicherheit, Düngemittel und Nahrungsmittelversorgung. Die G20-Gruppe beschloss im Rahmen des Gipfels, die Afrikanische Union (AU) als Mitglied aufzunehmen. Bisher war die Europäische Union mit ihren 27 Mitgliedsstaaten die einzige Regionalorganisation, die Mitglied der G-20 ist.

Die G20 ist das internationale Forum, das die großen Volkswirtschaften der Welt zusammenbringt. Ihre Mitglieder – 19 Staaten und die Europäische Union – machen mehr als 80 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts, 75 Prozent des Welthandels und 60 Prozent der Erdbevölkerung aus.

Elektromobilität
Türkei: Verkauf von E-Autos um 600 Prozent gestiegen

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Istanbul – Die Verkäufe von Elektroautos in der Türkei sind von Januar bis August um fast 600 Prozent gestiegen. Die Verkäufe von Elektroautos in der Türkei haben in diesem Jahr einen ungeahnten Aufschwung erlebt und einen enormen Marktanteil erobert. Der Anstieg ist vor allem auf den Erfolg der ersten in der Türkei produzierten Elektrofahrzeugmarke TOGG zurückzuführen, die sich schnell zur meistverkauften Marke im Elektroautosegment entwickelt hat. Nach Angaben dem Verband für Automobilvertrieb und Mobilität (ODMD) wurden von Januar bis August dieses Jahres fast 22.900 Elektrofahrzeuge verkauft. Dies entspricht einer atemberaubenden Steigerung von 597 Prozent im Vergleich zu den 3.283 Elektroautos, die im gleichen Zeitraum des Vorjahres verkauft wurden. Auch das Benzin-Elektro-Hybrid-Segment konnte sich mit einem Anstieg der Verkäufe um 65,7 Prozent auf 60.489 Einheiten gut behaupten. Obwohl die Auslieferungen erst vor vier Monaten begonnen haben, ist es dem TOGG, dem ersten in der Türkei produzierten Elektrofahrzeug, gelungen, innerhalb kürzester Zeit zur meistverkauften Marke mit einem Spitzenmodell im Elektroautosegment zu werden, berichtet Daily Sabah. Der Erfolg von TOGG hat in der Türkei internationale Konkurrenten wie Tesla in den Schatten gestellt, das keine länderspezifischen Verkaufszahlen bekannt gibt. Das Unternehmen will bis 2030 eine Million Fahrzeuge in fünf Segmenten herstellen und plant, bis 2025 mit dem Export zu beginnen. Die Produktionskapazität der TOGG-Fabrik soll 175.000 Fahrzeuge pro Jahr erreichen, von denen 28.000 Einheiten in diesem Jahr produziert werden sollen. Die Produktpalette der Marke wird bis 2030 um vier weitere Modelle erweitert, darunter eine Limousine, ein C-Hatchback, ein B-SUV und ein B-MPV. Marktanteil erreicht fast vier Prozent Die Marktanteile von batteriebetriebenen Fahrzeugen und Hybridfahrzeugen stiegen von 0,9 Prozent bzw. 10,3 Prozent in den ersten acht Monaten des vergangenen Jahres auf 3,9 Prozent bzw. 10,4 Prozent. Autos mit Benzinmotor hatten im Zeitraum Januar-August einen Anteil von 61,6 Prozent an den Gesamtverkäufen, gegenüber 70 Prozent vor einem Jahr, während der Anteil von Dieselfahrzeugen von 17 Prozent auf 15,7 Prozent sank. Türkisches E-Auto

Die Türkei hatte ihr Projekt im Jahr 2018 gestartet und begann im vergangenen Oktober mit der Massenproduktion. Hinter dem Elektroauto-Start-Up steht ein mächtiges Konsortium türkischer Unternehmen und Wirtschaftsorganisationen, das aus der Anadolu Grubu Holding A.Ş., BMC Otomotiv Sanayi ve Ticaret A.Ş., Turkcell İletişim Hizmetleri A.Ş., Zorlu Holding A.Ş. und der Union der Kammern und Warenbörsen der Türkei

TOGG wird in zwei Ausstattungsvarianten und zwei Batterieoptionen erhältlich sein. Mit 160 kW/218 PS und 350 Nm Drehmoment wird der T10X RWD (Heckantrieb) eine Reichweite von 314 bzw. 523 Kilometern haben. Das Fahrwerk verfügt laut Auto Motor und Sport rundum über Einzelradaufhängung mit MacPherson-Federbeinen vorn und Multilink-Achse hinten. Die innenbelüfteten Scheibenbremsen, sieben Airbags sowie ein stabiles, verwindungssteifes Chassis haben beim EuroNCAP-Crashtest für eine Fünf-Sterne-Wertung gesorgt. Wie Auto Motor und Sport weiter berichtet, bietet das türkische E-Auto im Innenraum einen zentralen 29-Zoll-Smart-Touchscreen, ein 12 Zoll großes Instrumentendisplay, einen zentralen 29-Zoll-Smart-Touchscreen und eine bordeigene Kamera.  Teil der Grundausstattung sind auch eine 4G-Internetverbindung und WiFi-Hotspots. Der TOGG verzichtet demnach fast vollständig auf traditionelle Schalter und setzt stattdessen auf Sprachsteuerung, Dreh-Drück-Stellknopf in der Mittelkonsole sowie Touchscreens. Produziert werden die Elektrofahrzeuge in einem neuen Werk nahe Gemlik, in der Region Bursa, das Ende Oktober nach etwas mehr als zwei Jahren Bauzeit offiziell eröffnet wurde. „Wir haben uns von Anfang an vorgenommen, mehr als nur ein Auto zu bauen. Als wir uns vor vier Jahren aufmachten, hatten wir zwei strategische Ziele. Das erste war, mit TOGG eine weltweit wettbewerbsfähige Marke für Mobilitätstechnologie zu entwickeln. Unser zweites Ziel war die Schaffung eines offenen und zugänglichen Ökosystems rund um unsere intelligenten Geräte und digitalen Produkte zu schaffen, bei dem der Nutzer im Mittelpunkt steht“, so TOGG-Chef Gürcan Karakaş.
(Foto: nex24)

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Das erste türkische E-Auto TOGG ist nun auch als Polizeiauto im Einsatz. Am Samstag nahm TOGG in Istanbul seinen Dienst auf.

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Wirtschaft
Fitch erhöht nach zwei Jahren Rating der Türkei

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New York – Die Ratingagentur Fitch hat am Freitag den Ausblick für die Türkei von „negativ“ auf „stabil“ revidiert und das Rating „B“ bekräftigt. „Die Änderung des Ausblicks auf „stabil“ spiegelt die Rückkehr zu einem konventionelleren und konsistenteren Policy-Mix wider, der die kurzfristigen makrofinanziellen Stabilitätsrisiken reduziert und den Druck auf die Zahlungsbilanz mindert“, so die Analysten von Fitch in einer Mitteilung. Die Türkei hat am Mittwoch ihren mittelfristigen Wirtschaftsplan vorgestellt, der die jährliche Inflation von 65 Prozent im Jahr 2023 auf 33 Prozent im Jahr 2024 senken soll. Das Land senkte auch die BIP-Prognosen, da die Wirtschaft gegen Ende des Jahres und vor den landesweiten Kommunalwahlen, die im März nächsten Jahres stattfinden sollen, schwächer werden dürfte. Die türkische Währung ist im Jahr 2023 bisher um fast ein Drittel gesunken, nachdem sie 2021 rund 44 Prozent und 2022 41 Prozent verloren hatte. Die Türkei hat schon seit einiger Zeit auch mit der Inflation zu kämpfen und steht nun vor einer politischen Kehrtwende, nachdem Präsident Tayyip Erdogan einen neuen Finanzminister und eine neue Zentralbankchefin eingesetzt hat, die die Zinssätze von 8,5 Prozent auf 25 Prozent angehoben haben, berichtet Reuters. Die Türkei hat auch immer noch mit den Folgen des Erdbebens zu kämpfen, das das Land und Syrien im Februar dieses Jahres erschütterte. Die Kosten für die Hilfs- und Wiederaufbaumaßnahmen führten zu einer „erheblichen“ Ausweitung des Defizits der Zentralregierung auf 5,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, so die Agentur. Bis zum Erdbeben hatte sich die türkische Wirtschaft gut entwickelt: Mit einem Wachstum von 5,6 Prozent verzeichnete die Türkei im Jahr 2022 das dritthöchste Wachstum unter den G20-Ländern und lag damit hinter Indien und Saudi-Arabien, wie die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung letzten Monat mitteilte. Dies folgt auf ein Wachstum von 11,4 Prozent im Jahr 2021. Die Wirtschaft des Landes war im Jahr 2019 real um fast 20 Prozent größer als vor der Pandemie, wie offizielle Daten der Agentur TurkStat zeigen. Der private Verbrauch lag um 42 Prozent über dem Niveau von 2019. Doch die Erdbeben vom Februar haben die türkische Wirtschaft und Gesellschaft geschädigt. Die Schäden der Beben, die auch Syrien betrafen, werden auf über 100 Milliarden Dollar geschätzt, wie die Vereinten Nationen zuvor mitgeteilt hatten. „Wir prognostizieren, dass sich das gesamtstaatliche Defizit im Jahr 2024, dem Hauptjahr des Wiederaufbaus nach dem Erdbeben und einer möglichen Entspannung vor den Kommunalwahlen, auf 6,3 Prozent ausweiten wird, bevor es im Jahr 2025 auf 4,8 Prozent des BIP zurückgeht“, so Fitch.

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Zinspolitik
EZB-Sitzung: Jüngste Daten deuten auf eine Zinspause

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von Tomasz Wieladek

Ich gehe davon aus, dass die EZB in der kommenden Woche eine Pause einlegen wird, da die jüngsten Daten eine Entspannung zeigen.

Eine Zinserhöhung in einem Umfeld, in dem die Daten auf eine Rezession hindeuten, könnte sich kontraproduktiv auswirken: Sollte die EZB die Märkte mit einer Zinserhöhung überraschen, könnten Märkte beginnen, einen geldpolitischen Kursfehler einzupreisen, indem sie Konditionen lockern und einen schwächeren Euro einpreisen. Dies würden den geldpolitischen Kurs weniger restriktiv machen, die Inflationsentwicklung ankurbeln und das Gegenteil von dem bewirken, was die EZB eigentlich erreichen will.

Auf der Pressekonferenz im Juli stellte EZB-Präsidentin Christine Lagarde den Finanzmärkten in Aussicht, dass sich die EZB bei der Beurteilung der Notwendigkeit einer Zinserhöhung im September vor allem von den Daten leiten lassen werde. Die Mitglieder des EZB-Rats hielten sich im Großen und Ganzen an diese Kommunikationsstrategie, wobei die meisten Reden der Entscheidungsträger das Ergebnis im September offen ließen. Als Folge dieser Umstellung auf eine rein datengetriebene Zinsstrategie haben die Märkte die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung ausschließlich auf der Grundlage von Daten eingepreist.

Die jüngsten Daten deuten eindeutig auf eine Zinspause im September hin. Der Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor schwächte sich im August deutlich ab und setzte damit die Serie negativer Überraschungen im Dienstleistungssektor fort, die im Mai begonnen hatte. Dies ist deshalb wichtig, weil der PMI für den Dienstleistungssektor auch nach der Pandemie noch stark mit dem tatsächlichen Wachstum des Dienstleistungssektors im Euroraum korreliert, während einige andere Umfragen ihre frühere Prognosekraft für die Realwirtschaft verloren zu haben scheinen.

Was die Inflation anbelangt, so überraschte die Kerninflation des VPI im Juli mit einem Anstieg, der jedoch im August sowohl im Jahresvergleich als auch in der Dynamik deutlich zurückging. Die monatliche Kerninflation des VPI im Euroraum entsprach einem normalen August vor dem jüngsten Inflationsanstieg. Schließlich wurde die Stärke des Wachstums im Euroraum im zweiten Quartal 2023 revidiert.

Das Wachstum wurde durch die Nettoexporte geschwächt und durch die Lagerbestände gebremst. Die Konsumausgaben der Privathaushalte blieben in der ersten Jahreshälfte mehr oder weniger unverändert. Angesichts dieser jüngsten Reihe von dovishen Daten preisen die Märkte nur noch eine 30-prozentige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung in der nächsten Woche ein.

Die Einschätzung, dass wir in der Eurozone wahrscheinlich in eine Rezession rutschen – eine Sichtweise, die ich seit einiger Zeit vertrete – wird von den Ökonomen zwar noch nicht einhellig geteilt, gewinnt aber nach den Korrekturen der BIP-Daten in dieser Woche langsam an Akzeptanz unter den Ökonomen und an den Märkten.

In ihrer Rede in Jackson Hole nannte Christine Largarde formlos drei Bedingungen für eine Pause bei den Zinserhöhungen: Die EZB brauche eine Übertragung der Politik auf die Realwirtschaft, einen Wendepunkt bei der zugrundeliegenden (Kern-)VPI-Inflation und einen Inflationsausblick (Prognose), der mittelfristig eine Inflation von 2 % vorsieht. Die Daten zeigen, dass die ersten beiden dieser Bedingungen eindeutig erfüllt sind. Die Prognose (dritte Bedingung) wird von der EZB festgelegt. Allerdings dürften die schwächeren Wachstumsdaten in den Modellen der EZB zu einem niedrigeren projizierten Inflationspfad führen.

Tatsächlich besteht das Risiko, dass eine Zinserhöhung in der kommenden Woche nach hinten losgehen könnte. Indem sich die Entscheidungsträger nicht zur September-Entscheidung geäußert haben, haben sie die Märkte dazu ermutigt, die Politik allein anhand der Daten zu beurteilen, und die Daten deuten auf eine Pause hin.

Sollten die politischen Entscheidungsträger im aktuellen Umfeld schwacher realwirtschaftlicher Daten und einer sich abzeichnenden Rezession dennoch eine Zinserhöhung vornehmen, könnten die Märkte beginnen, einen politischen Fehler einzupreisen: Die Tatsache, dass die EZB die Zinsen in einer Situation erhöht, in der sich eine Rezession abzuzeichnen beginnt, könnte die Märkte dazu veranlassen, in ein oder zwei Jahren weitere Zinssenkungen einzupreisen.

Der Euro würde eher an Wert verlieren als gewinnen. Die finanziellen Bedingungen würden sich tatsächlich entspannen, was auf eine weniger restriktive Politik hindeutet. Der Euro würde wahrscheinlich weiter an Wert verlieren, was die importierte Inflation erhöhen würde. Es besteht also die reale Gefahr, dass sich eine Anhebung in der kommenden Woche als kontraproduktiv erweisen könnte.


Tomasz Wieladek, Chefvolkswirt für Europa bei T. Rowe Price

Griechenland
„Antidemokratischer Kurs gegenüber türkisch-muslimischer Minderheit in Westthrakien“

Komotini/Gümülcine – Mit Beginn des neuen Schuljahres in Griechenland hat die Vorsitzende der DEB-Partei (Partei für Freundschaft, Gleichheit und Frieden), Çiğdem Asafoğlu , die Regierung in Athen für ihren „antidemokratischen Kurs gegenüber der türkisch-muslimischen Minderheit in Westthrakien“ scharf kritisiert.

In einer Pressemitteilung der Partei wird auf die weitere Schließung von neun Schulen der türkischen Minderheit durch die griechischen Behörden hingewiesen. Ihre Partei, so Asafoğlu, akzeptiere die Schließung der Minderheitenschulen nicht, da es Verträge zur Existenz dieser Schulen gebe

Leider werde die Minderheit nicht als Gesprächspartner akzeptiert“ und bis heute habe es keinen Dialog mit der türkisch-muslimischen Community in Nordostgriechenland gegeben.

Zum Start ins neue Schuljahr erklärte Çiğdem Asafoğlu: “Zu Beginn des neuen Schuljahres möchte ich zum Ausdruck bringen, dass ich die Begeisterung und den Enthusiasmus unserer Kinder, die die Garantie für unsere Zukunft sind, unserer Eltern, die versuchen, ihnen unter großen Opfern die besten Möglichkeiten zu bieten, und unserer Lehrer, die versuchen, trotz aller Unmöglichkeiten in unserer Region eine hochwertige Bildung zu vermitteln, von ganzem Herzen teile.”  

Die DEB-Partei wurde vom Arzt und Menschenrechtsaktivisten Dr. Sadık Ahmet 1991 gegründet und setzt sich für die Rechte der türkisch-muslimischen Minderheit im Nordosten Griechenlands ein. Auf dem Parteitag der DEB-Partei wurde Çiğdem Asafoğlu am 5. Januar 2019 zur neuen Parteichefin gewählt.

Kemal Bölge/Komotini

Basketball-Weltmeisterschaft
Basketball-WM: Deutschand nach Sieg gegen USA im Finale

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Manila – Die deutschen Basketballer haben die Sensation geschafft. Das Team um Kapitän Dennis Schröder besiegte am Freitag im Halbfinale-Spiel in Manila den fünfmaligen Weltmeister USA mit 113:111. Damit stehen die deutschen Basketballer erstmals im Finale der Weltmeisterschaft. Was Kampf und Intensität angeht, hat man vielleicht nie eine bessere deutsche Mannschaft gesehen. Es war der größte Sieg der Nationalmannschaft seit dem EM-Triumph im Jahr 1993. Deutschland kam mit sechs Siegen in das mit Spannung erwartete Halbfinale. „Historisch“, schrieb Bundeskanzler Olaf Scholz im Kurznachrichtendienst Twitter, nun X. Im Endspiel am Sonntag (14.40 Uhr) geht es nun gegen Serbien. Die Basketball-Weltmeisterschaft 2023 findet vom 25. August bis zum 10. September in Asien statt. Japan, die Philippinen und Indonesien sind die drei Austragungsorte des Turniers.