Der Ursprung und die Bedeutung des Wolfes in den deutschen Wappen ist meist ungeklärt. Es finden sich aber auch Vermischungen und Parallelen mit Drachen. Zum Beispiel in der Flagge von Wales. Selbst die Karoliner trugen einen sogenannten Drachenbanner.
Diesen Brauch lernten die Karolinger wahrscheinlich von den Römern, welche ihn wiederum wahrscheinlich von den Dakern aus den Karpaten oder den so genannten Skythen und Sarmaten aus Mittelasien lernten.
In den Karpaten war der Wolf bereits seit der sogenannten Hallstatt-Zeit (10. bis 8. Jahrhudnert v. u. Z.) als Symbol der dort lebenden Völker verbreitet und trug eine große religiöse Bedeutung.
Dabei stammt der Drachen- bzw. Wolfsbanner der Daker selbst wahrscheinlich aus Kleinasien, wo sich ältere Überlieferungen zur religiösen Vermischung von Wölfen, Löwen und Drachenbildern finden – wie auf der Stele von Nebukadnezar aus dem 12. Jahrhundert v. u. Z.
Noch früher finden sich religiöse Wolfs-Bilder aus dem Altai-Gebirge in Süd-Sibirien. Dort ist der Wolf seither mit dem sogenannten Schamanismus verbunden – vor allem als himmlischer Hilfsgeist. Beispielsweise findet sich in der sogenannten Karakol-Kultur das Bild eines Schamanen mit Wolfskopf und Federschmuck auf einer etwa 4000 Jahre alten Grabsteinplatte.
Aus dem Altai-Gebirge stammen auch die Türken, die nach ihrer Staatsgründung im 6. Jahrhundert mit ihren Wolfsbannern ins kürzlich christianiserte Römische Reich nach Konstantinopel kamen und die Römer wieder an ihren früheren Wolfskult erinnerten.
Eine Rekonstruktion aus Kasachstan zeigt einen solchen alttürkischen Wolfskopfbanner aus Gold. Auf dem Foto ist außerdem eine alttürkische Inschrift zu sehen. Diese stammt vom türkischen Staatsmann Tonyukuk dem Weisen aus dem 8. Jahrhundert und berichtet von der Gründung und Geschichte des alttürkischen Staates, das zuweilen vom Altai bis zur Krim reichte.

Ebenso findet sich das nationale Wolfsbild auf den ersten modernen türkischen Geldscheinen.
In den 1960er und -70er Jahren spielte der Wolf desweiteren in der berühmten türkischen Comic- und Filmserie „Tarkan“ eine Hauptrolle. Der türkische Comic wurde auch auf Deutsch herausgegeben und war auch bei deutschen Lesern sehr beliebt. Allerdings wurde der Comic nach einigen Beschwerden und Indizierungen, meist wegen angeblicher Nacktheit, in Deutschland, später auch in Österreich und der Schweiz verboten.


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Autor
Çağıl Çayır studierte Geschichte und Philosophie an der Universität zu Köln und ist als freier Forscher tätig. Çayır ist Autor von „Runen in Eurasien. Über die apokalyptische Spirale zum Vergleich der alttürkischen und ‚germanischen‘ Schrift‘“ und ist Gründer der Kultur-Akademie Çayır auf YouTube. Seine Arbeiten wurden international in verschiedenen Fach- und Massenmedien veröffentlich
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Stephen Dover, Leiter des Franklin Templeton Institute