"Zahltag - Ein Koffer voller Chancen"
TV-Experiment: Mit Heinz Buschkowsky raus aus Hartz IV

Köln (nex) – Ab 2017 bietet RTL in einem außergewöhnlichen TV-Experiment Sozialhilfeempfängern die Chance, sich mit einem Koffer voller Bargeld aus der Sozialhilfefalle zu befreien. Experte der neuen RTL-Doku-Reihe „Zahltag – Ein Koffer voller Chancen“ ist der Politiker und Bestseller-Autor Heinz Buschkowsky (68). Rund 25.000 Euro als finanzielle Sofort-Starthilfe stehen pro Familie bereit. Dafür können sich betroffene Familien auf www.RTL.de bewerben. Bei „Zahltag – Ein Koffer voller Chancen“ bekommen Langzeitarbeitslose und ihre Familien eine finanzielle Sofort-Starthilfe für ein Leben ohne Hartz IV. Für die Laufzeit des sechsmonatigen Experiments verdoppelt RTL die kompletten staatlichen Bezüge und zahlt sie auf einen Schlag in bar aus. Das wären bei einer vierköpfigen Durchschnittsfamilie abhängig vom Wohnort rund 25.000 Euro. Mit diesem Geld können die teilnehmenden Familien ihre eigene kleine Geschäftsidee umsetzen oder intensiv in Bewerbungsmaßnahmen investieren. Das Ziel ist es, dauerhaft die eigene Existenz zu sichern, ohne auf Kosten des Staates zu leben. Beraten werden die Teilnehmer dabei von einem Expertenteam. Als Kopf dieses Expertenteams konnten RTL und Endemol Shine Heinz Buschkowsky (68) gewinnen. Er hat in über 15 Jahren als Bezirksbürgermeister im Berliner Bezirk Neukölln etliche Hartz IV-Empfänger persönlich kennengelernt. Heinz Buschkowsky: „Ich freue mich auf ´Zahltag – Ein Koffer voller Chancen`. Wir werden mit meinem Gesicht keinen TV-Zoo veranstalten. Die Menschen sollen nicht vorgeführt oder verheizt werden. Sie sollen ihre Entscheidungen selbstständig fällen, um wieder zu lernen für sich selbst zu sorgen. Natürlich ist die Verlockung groß, das plötzlich vorhandene Bargeld für die langgehegten und bisher unerreichbaren Träume auszugeben. Aber wir werden ihnen Wege aufzeigen, wie sie geschickt in ihre eigenen Ideen investieren können, um mit ihren Mitteln ein dauerhaftes Einkommen zu schaffen…“ Und weiter: „Wenn es am Ende auch nur eine Familie schafft, dann bin ich sehr zufrieden, dass wir den Beweis erfolgreich angestellt haben, von der Gesellschaft längst ausgegliederte Menschen wieder dauerhaft in eine Beschäftigung einzugliedern, wenn man ihnen eine echte Motivation gibt.“ Mit seinen klaren, oft entwaffnenden Worten polarisiert er immer wieder in diversen Talkshows. Er glaubt aber auch fest daran, dass es in Deutschland Familien gibt, die wirklich raus aus der Sozialhilfefalle wollen, es aber aus eigener Kraft nicht schaffen. Für das TV-Experiment war er sofort Feuer und Flamme: Er sieht darin eine realistische Möglichkeit, perspektivlosen Menschen unter die Arme zu greifen, damit sie einen Ausweg aus dem Teufelskreis der Resignation finden. Heinz Buschkowsky ist ein echter Macher unter den Politikern und passt deshalb perfekt zu dem Projekt. Während seiner aktiven Amtszeit hat Heinz Buschkowsky durch großes persönliches Engagement Dinge ins Rollen gebracht und nachhaltig verändert. Als 2006 Lehrer aufgrund ihrer gewalttätigen Schüler die Schließung der Berliner Rütli-Schule forderten, löste er das Problem mit der Zusammenlegung zweier Schulen und dem Einsatz von Wachleuten. Dabei hatte er nie Scheu anzuecken und ungewöhnliche, drastische Wege zu gehen. Heinz Buschkowsky wird mit zwei weiteren Experten (werden zu gegebener Zeit bekannt gegeben) aus dem Bereich Start Up- und Unternehmensgründung am Auswahlverfahren für die Teilnehmer beteiligt sein. Gesucht werden Familien, die in die Sozialhilfefalle gerutscht sind und selbst schon lange versucht haben, wieder auf eigenen Beinen zu stehen. Motivation, psychische Verfassung und die persönliche Vision der Familien spielen dabei eine wichtige Rolle. Nur wer eine realistische Chance auf Erfolg hat, soll das Startkapital bekommen. Wie gut dieses Experiment funktionieren kann, haben bereits die Engländer bewiesen. Der britische Sender Channel 5 hat im vergangenen Frühjahr gemeinsam mit der Endemol Shine – Tochter Dragonfly in dem Primetime-Doku-Experiment „The Great British Benefits Handout“ drei Familien nachhaltig aus der Sozialhilfe befreit. Diese Teilnehmer leben heute nicht mehr auf Staatskosten. Produziert wird „Zahltag – Ein Koffer voller Chancen“ von Endemol Shine, im Auftrag von RTL. Die Ausstrahlung ist ab 2017 bei RTL geplant.

Ausland
Ägypten: Polizei beschlagnahmt österreichische Waffen für den IS

Dortmund (nex/dwn) – Die ägyptische Polizei hat einen Transport mit österreichischen Waffen an ISIS abgefangen. Das österreichische Außenministerium gibt jedoch an, in den vergangenen Jahren keinerlei Waffentransporte nach Ägypten genehmigt zu haben. Das ägyptische Innenministerium bestätigte vor einer Woche eine Nachricht, wonach eine Ladung mit Waffen, die in den Norden des Sinai geschmuggelt werden und zur Terror-Miliz IS gelangen sollte, von den Sicherheitsbehörden beschlagnahmt wurde. Das berichtet die ägyptische Online-Zeitung 24.
Die Ladung wurde über den Suez-Kanal in ein Fahrzeug geladen und sollte zu ISIS transportiert werden. Die Lieferung beinhaltete auch Munition und Teleskope. Zuvor hatte Brigadegeneral Mohammed Samir gemeldet, dass bei Gefechten zwischen Terroristen und der Armee zwölf Soldaten und 15 Terroristen getötet wurden. El Watan News berichtet mit Berufung auf das Innenministerium in Kairo, dass es sich bei den österreichischen Sturmgewehren um die Klasse Steyr AUG Kaliber: 5.56×45 mm handeln soll.
Hersteller dieser Gewehre ist der österreichische Waffenhersteller Steyr Mannlicher mit Sitz in Kleinraming. Im Jahr 2006 hatten die USA Sanktionen gegen das Unternehmen eingeführt, weil sie den Iran mit Waffen beliefert haben sollen, berichtet der Standard. Profil berichtet, dass sich auch in den Händen der syrischen „Rebellen“ Waffen von Steyr Mannlicher befinden sollen.
Ein Sprecher des österreichischen Innenministeriums sagte den Deutschen Wirtschafts Nachrichten: „Für eine Herkunftsprüfung wären die individuellen Waffennummern erforderlich. Das österreichische Innenministerium ist nach geltender Rechtslage zuständig für Genehmigungen zur Ausfuhr von Kriegsmaterial. Eine solche Genehmigung wurde für Ägypten in den vergangenen Jahren nicht erteilt.“
 

Erschienen bei Deutsche Wirtschafts Nachrichten

Militäroperation „Schutzschild Euphrat“
Syrien: Türkei besteht auf Rückzug des PKK-Ablegers PYD

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Ankara (nex) – Der türkische Verteidigungsminister hat am gestrigen Freitag erklärt, dass die Türkei auf den Rückzug der PKK/PYD auf das Ostufer des Euphrat bestehe. Nach Angaben einer Quelle aus dem türkischen Verteidigungsministerium sagte Isik während eines Treffens mit US-Verteidigungsminister Ash Carter: „Wir warten darauf, dass die PKK/PYD/YPG in Manbidsch sich wie versprochen auf das Ostufer des Euphrat zurückzieht“, und fügte hinzu: „Wir verstehen, dass die USA den Erfolg der Militäroperation [Schutzschild Euphrat] auf Rakka übertragen möchte. Die Terrorgruppe IS (Daesh) betrachtet die syrische Stadt Rakka als ihre „Hauptstadt“. Jedoch könne man sich, so Isik weiter, „auf Versprechen von Terrororganisationen nicht verlassen.“ Und was die PKK/PYD/YPG morgen tun werde, könne man nicht vorhersehen, warnte der türkische Verteidigungsminister. Die PKK und deren syrischer Ableger, die PYD, werden beide von der Türkei als Terrorgruppen eingestuft, wenn auch die USA und die EU nur die PKK als eine Terrororganisation betrachten. Die Türkei startete die Militäroperation Schutzschild Euphrat am 24. August mit dem Ziel der Verbesserung der Sicherheitslage, Unterstützung der Koalitionskräfte und Eliminierung der Terrorbedrohung entlang der türkischen Grenze, bei der mit Panzern, Artillerie und Kampfjets der Türkei unterstützte Kämpfer der Freien Syrischen Armee (FSA) zum Einsatz kamen.

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34 Millionen Euro für Krisenregion Mossul
Müller rechnet mit neuem Flüchtlingszustrom in die Türkei – „Es wird dramatisch“

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Entwicklungsminister: Deutschland stellt 34 Millionen Euro für Krisenregion Mossul zur Verfügung Osnabrück (nex) – Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) stellt angesichts der humanitären Krise in der umkämpften nordirakischen IS-Hochburg Mossul und Umgebung zusätzlich 34 Millionen Euro als Soforthilfe zur Verfügung. Davon würden Logistikzentren des Technischen Hilfswerkes (THW) im Nordirak finanziert, die Hilfsgüter verteilen, sagte Müller im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Es wird dramatisch“, sagte er mit Blick auf die humanitäre Lage. Deutschland helfe auch bei der Unterbringung der Flüchtlinge und bei der Gesundheitsversorgung. Es sei mit bis zu einer Million Menschen zu rechnen, die aus Mossul fliehen könnten. Dabei seien in dieser Region schon bis zu acht Millionen Menschen auf der Flucht, betonte der Entwicklungsminister. Der CSU-Politiker rechnet nicht mit einem schnellen Durchmarsch der irakischen Truppen und der raschen Überwältigung der IS-Terroristen in deren letzter Bastion Mossul. „Wir müssen uns auf monatelange Stellungskämpfe einrichten, und vor allem die Türkei dürfte wieder einen enormen Flüchtlingszustrom erleben.“ Müller unterstrich die Forderung nach einem UN-Flüchtlingsfonds, in den alle Länder in der Welt nach ihrer Leistungsfähigkeit einzahlen, „damit wir nicht Krise um Krise betteln gehen müssen“. 20 Milliarden Euro sind nach seinen Worten nötig, um weltweit die dringendsten Probleme zu lösen. Für Syrien und die umliegenden Länder bräuchten die Helfer acht Milliarden Euro, um dort ein Jahr lang das Überleben der Kriegsopfer zu sichern. Im Vergleich zu den weltweiten Rüstungsausgaben sei das „eine kleine Summe“.

Türkei
Antalya: Türkische Freitaucherin Sahika Ercümen bricht erneut Weltrekord

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Antalya (nex) – Die türkische Freitaucherin Sahika Ercümen, die weltweit zu den besten gehört, widmete am heutigen Samstag ihre neueste Rekordleistung den Todesopfern des vereitelten Putschversuchs vom 15 Juli. Ercümen brach beim Tieftauchen einen neuen Rekord in der Disziplin Variables Gewicht, Kategorie mit Flossen im Mittelmeer in Kas, einer Küstenstadt in der südtürkischen Provinz Antalya. Die 31-Jährige tauchte 110 Meter tief und hielt ihren Atem zwei Minuten und 40 Sekunden lang an. Nach dem Tauchen entfaltete sie eine Türkeiflagge und ein Banner, auf dem „Ein Atemzug, ein Herzschlag für unsere Märtyrer“ zu lesen war. „Wir würden gerne unserem Land nicht mit Terror und Putsch, sondern mit solchen internationalen Erfolgen einen Namen machen“, erklärte Ercümen den anwesenden Reportern. Auch über ihren offiziellen Twitter-Account sendete sie den Slogan: „Ein Atemzug, ein Herzschlag“. Dies ist seit 2013 der vierte Weltrekord der Freitaucherin Bei dem vereitelten Putschversuch wurden mindestens 241 Menschen getötet sowie fast 2.200 weitere verletzt. Die türkische Regierung beschuldigt die Anhänger Fetullah Gülens, des Anführers des Gülen-Netzwerks FETÖ, der im US-Bundesstaat Pennsylvania im selbstgewählten Exil lebt, den Staatsstreich durchgeführt zu haben.

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Türkei nach dem Putschversuch
Dutzende türkische Diplomaten beantragen Asyl in Deutschland

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Dortmund (nex)- Nach Angaben örtlicher Behörden am gestrigen Freitag haben Dutzende türkische Diplomaten, Militäroffiziere und ihre Familien Asyl in Deutschland beantragt. Das Bundesinnenministerium teilte mit, dass 35 Türken mit Diplomatenpässen offiziell um Asyl ersucht hätten. Die Antwort auf die parlamentarische Anfrage des Grünen-Abgeordneten Özcan Mutlu enthält keine Details über die Identität und Stellung der Personen sowie den Bearbeitungsstand der Asylanträge. Die Türkei hatte Diplomaten und Militärpersonal nach dem Putschversuch wegen des Verdachts auf eine Verbindung zum Gülen-Netzwerk FETÖ, das beschuldigt wird, den Putschversuch durchgeführt zu haben, abberufen. Der türkische Militärattaché in Berlin Ayhan Dagli sowie viele andere, die der Teilnahme am Staatsstreich verdächtigt werden, haben in europäischen Ländern Asyl beantragt. Zudem erklärte die Regierung, dass etwaige Auslieferungsersuchen der Türkei von den deutschen Oberlandesgerichten auf der Grundlage des Europäischen Auslieferungsabkommens entschieden werden würden. Das Bundesinnenministerium teilte weiter mit, dass Auslieferungsersuchen der Türkei von den Oberlandesgerichten von Fall zu Fall untersucht würden. Deutschland mit seinen etwa drei Millionen türkischstämmigen Einwohnern ist eines der Länder, in dem das vom in den USA lebenden Prediger Fetullah Gülen geführte FETÖ ein großes Netzwerk mit Dutzenden Privatschulen, Geschäften und Medienorganisationen betreibt. Mehrere wichtige Persönlichkeiten des FETÖ aus der Türkei, unter ihnen auch Staatsanwälte und Journalisten, sind vermutlich nach Deutschland geflohen. Im vergangenen Monat hatte die Türkei offiziell deutsche Behörden aufgefordert, zwei hochrangige Staatsanwälte, Zekeriya Öz und Celal Kara, ausfindig zu machen, festzunehmen und an die Türkei auszuliefern. Sie werden der Beteiligung an dem vereitelten Putschversuch verdächtigt. Des Weiteren spielten Öz und Kara nach Angaben der türkischen Behörden in einer Korruptionsaffäre im Jahr 2013 eine Schlüsselrolle, von der hochrangige Politiker betroffen waren. Später wurden sie der Fälschung von Beweisen als Teil des Staatsstreichs beschuldigt. In Deutschland ist das FETÖ nicht verboten, da nach Angaben der Behörden zu einem solchen Schritt die erforderlichen Beweise fehlten. Das FETÖ konzentriert sich in Deutschland auf den sogenannten interreligiösen Dialog mit der Botschaft eines gemäßigten Islams, worin viele jedoch einen Versuch, das Vertrauen der Medien und politischen Institutionen zu gewinnen, sehen.

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Kurden gegen Terror
Türkei: Kurdenstämme verurteilen PKK-Morde

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Mus (nex) – Jahrhundertealte Stämme, deren Wurzeln sich in den östlichen Provinzen der Türkei befinden, haben am gestrigen Donnerstag die jüngsten Terroranschläge auf Politiker und Zivilisten einstimmig verurteilt. Vertreter großer Stämme brachten gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu ihre Abscheu zum Ausdruck, die sie den Morden der Terrororganisation PKK gegenüber empfänden. Giyaseddin Seckin vom Stamm Bidri in der osttürkischen Provinz Mus erklärte, dass jeder Anschlag auf Mitarbeiter einer politischen Partei ohne Unterschiede verurteilt werden müsse. Die PKK habe, so Seckin weiter, eine marxistisch-leninistische Gesinnung, die den gläubigen Kurden fremd sei. Nurul Emin Yamac vom Stamm Sason verurteilte ebenfalls die Ermordung von Politikern durch die PKK. „Sie bringen diejenigen um, die nicht zu ihnen halten“, betonte er und fügte hinzu: „Wir lehnen alle Terrororganisationen ab.“ Yamac zitierte auch eine Stelle aus dem Koran, die besagt, dass [der Islam] Rassismus ablehne. „Alle Menschen sind unsere Geschwister“, betonte er und warf der PKK Rassismus vor. Turan Suma vom Stamm Bekiran lobte die regierende Partei für Gerechtigkeit und Fortschritt (AKP): „Wir wollen Frieden. Wir wollen Wohlstand für das Land. Die AKP-Regierung hat in den 13 Jahren Großartiges geleistet.“ Er fügte hinzu: „Wenn du für jemandes Rechte eintrittst, tötest du dafür nicht andere Menschen“, erklärte er und fügte hinzu, dass die PKK in der Region von fremden Mächten instrumentalisiert werde. Probleme sollten mit politischen und demokratischen Mitteln gelöst werden, so Suma weiter. Ferzende Aras, ein Würdenträger aus der Zaza-Gemeinde in der Provinz Mus, betonte, dass die Menschen in der Region und die staatlichen Organe aneinander festhalten sollten. Aydin Mustu, der stellvertretende AKP-Vorsitzende im Distrikt Özalp in Van, wurde am 9. Oktober von mutmaßlichen PKK-Terroristen getötet. Am darauffolgenden Tag wurde der AKP-Vorsitzende im Distrikt Dicle der südosttürkischen Provinz Diyarbakir von PKK-Terroristen erschossen. Sowohl Diyarbakir als auch Van, die etwa 300 Kilometer voneinander entfernt liegen, sind von den PKK-Anschlägen stark betroffen, die von der Türkei, den USA und der EU als Terrororganisation eingestuft wird und ihren 30-jährigen Kampf gegen den türkischen Staat im Juli des vergangenen Jahres wiederaufgenommen hat.

Militäroperation „Schutzschild Euphrat“
Syrien: Journalisten von Entwicklung in Dscharablus sehr beeindruckt

Istanbul (nex) – Internationale Journalisten haben am heutigen Donnerstag etwas getan, was erfahrene Kriegsreporter schon vor einigen Wochen hätten tun müssen: Sie besuchten Dscharablus, die Stadt in Nordsyrien, die vor Kurzem dank der türkischen Militäroperation Schutzschild Euphrat von den IS (Daesh)- und PKK-/PYD-Terroristen befreit worden ist. Die Reporter, die der Einladung der Generaldirektion der Presse und Information des Ministerpräsidiums der Republik Türkei (DGPI) folgten, erklärten gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu, dass sie die Stadt in der Provinz Aleppo in einer viel besseren Lage vorgefunden hätten als erwartet und dass sie überrascht seien, wie schnell diese Verbesserung der Situation vonstattengegangen sei. „Es gibt sehr wichtige Entwicklungen und Verbesserungen [der Situation] hier“, so die albanische Journalistin Beyza Cekmez. „Besonders die Tatsache, dass die Kinder sehr glücklich sind, erfüllt uns mit Freude.“ Der britische Journalist Shamim Ara Chowdhury sagt, sie hätten erwartet, „eine Menge Kriegsschäden sowie viele völlig zerstörte Gebäude vorzufinden, und genau so war es auch, aber wir sahen ebenso viele Zeichen der Wiederherstellung und des Aufbaus.“ Chowdhury weist darauf hin, dass die Menschen in der Stadt allgemein glücklich zu sein scheinen und fügt hinzu: „Die türkische Regierung hat eindeutig viel getan, um die Stadt wiederaufzubauen.“ Die Türkei startete die Militäroperation Schutzschild Euphrat am 24. August mit dem Ziel der Verbesserung der Sicherheitslage, Unterstützung der Koalitionskräfte und Eliminierung der Terrorbedrohung insbesondere durch den IS (Daesh) entlang der türkischen Grenze, bei der mit Panzern, Artillerie und Kampfjets der Türkei unterstützte Kämpfer der Freien Syrischen Armee (FSA) zum Einsatz kamen.

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Auftraggeber waren meist Pharmaunternehmen
Skandal: Medikamentenversuche an Säuglingen und Kindern

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Düsseldorf (nex) – Das Ausmaß der Medikamentenversuche an Heimkindern in den 1950er bis 1970er-Jahren könnte weit größer sein als bislang vermutet. „Tausende Säuglinge und größere Kinder sind Opfer dieser Tests geworden“, sagte die Krefelder Pharmazeutin Sylvia Wagner im Gespräch mit der „Westdeutschen Zeitung“. Sie hat die Tests aufgedeckt, als sie für ihre Doktorarbeit Archive und historische Fachzeitschriften ausgewertet hat. „Es war bundesweit gängige Praxis, den Minderjährigen Impfstoffe und Psychopharmaka zu verabreichen“, so Wagner. Sie hat bisher Belege für mehr als 50 Versuchsreihen gefunden. Laut Wagner sollen die Medikamente in mindestens fünf NRW-Einrichtungen getestet worden sein: In den von Bodelschwinghschen Anstalten Bethel in Bielefeld, im Essener Kinderheim Franz Sales Haus, in Düsseldorf im Kinderheim Neu-Düsseltal und in einem Waisenhaus sowie in der Jugendpsychiatrie Viersen-Süchteln. Auftraggeber für die Studien waren nach Wagners Recherchen meist Pharmaunternehmen wie Merck, Janssen, Pfizer, Schering, Verla-Pharm oder die Behringwerke. Aber auch das Gesundheitsamt habe 1957 eine Studie in einem Säuglingsheim in Auftrag gegeben, in der die Nebenwirkung des damaligen Pockenimpfstoffes untersucht werden sollte.

"Vom Westen unterstützt"
Türkischer Ex-Innenminister: Linke Organisationen harmloser als jahrelang gedacht

Ankara (nex) – Der türkische Innenminister a. D. Mehmet Agar hat vor dem Parlamentarischen Untersuchungsausschuss zum Putschversuch vom 15. Juli ausgesagt. Auf linke Organisationen angesprochen, sagte er: „Während meiner Dienstzeit als Polizeichef in Istanbul dachte ich immer, Russland stecke hinter den linken Organisationen. Aber die UdSSR unterstützte nur die Kommunistische Partei der Türkei (TKP). Als die UdSSR zusammenbrach, fiel die Unterstützung für die TKP auch weg“, so Agar. Linke Organisationen seien von westlichen Länder unterstützt worden. Mitglieder dieser Organisationen hätten sich im Gegensatz zu dem, was man von ihnen lange dachte, allerdings als eher harmlos herausgestellt. Die meisten von ihnen hätten nichtmal ein Messer in der Hand gehalten. Man müsse akzeptieren, dass diese Menschen harmlose intellektuelle Bürger waren, die niemandem geschadet hätten. „Dieses Vorurteil, dass die Linken in Gewalt verstrickt seien, haben wir all die Jahre völlig überbewertet“, so Agar weiter. Agar wies darauf hin, dass jede Geheimorganisation in der Türkei einen Bezug zum Ausland habe, und erklärte: „Im Allgemeinen stehen hinter diesen Verbindungen ausländische Geheimdienste“. In jeder Organisation gebe es drei Stufen , diese seien der Anführer, die Milizen und die Sympathisanten: „Bei der Bekämpfung dieser Organisationen ist das Hauptziel, sie zu zerschlagen, Strategien zu entwickeln, damit sie sich nicht mehr weiterentwickeln können. [Aber auch] Den Sympathisanten die Möglichkeit einzuräumen, Einsicht zu zeigen und auszusteigen. Wenn bei den gegen sie geführten Ermittlungen Fehler gemacht werden, trägt man dazu bei, dass sie militant werden. Das ist nicht richtig. Das Ergebnis ist erstaunlich und schrecklich zugleich. Die Grundlagen eines Staates sind Gerechtigkeit, Sicherheit und Verteidigung. Es hat sich herausgestellt, dass alle Institutionen, die die Funktionen des Staates ausführen, beschädigt sind. Diese Schäden müssen behoben werden. Und dafür sind die Politiker zuständig“, so Agar. Das Problem müsse durch den gemeinsamen Willen gelöst werden. „Für die Zukunft des Staates und des Volkes, für ein besseres, zufriedenes Leben der Menschen sollten ihnen die Aussteiger nicht als Schuldige, sondern als Menschen, die dem Volk dienen, präsentiert werden. Die Aussteiger sollten nicht dechiffriert und in der Öffentlichkeit in eine schwierige Lage gebracht werden. Dies sind alles Punkte, die mit der Akribie eines Chirurgen erledigt werden müssen.“ Mehmet Agar wurde im Jahr 2011 wegen seiner Verwicklung in den sogenannten Susurluk-Unfall wegen „Gründung und Führung einer bewaffneten Formation zur Durchführung eines Verbrechens“ zu fünf Jahren Haft verurteilt. Agars Name tauchte seinerzeit in unaufgeklärten Mordfällen auf. Nach dem Anschlag auf Ugur Mumcu über die ungeklärten Morde sagte Agar: „Würden wir nur einen Ziegel herausziehen, würde die ganze Mauer umfallen.“