Fatah gegen Hamas
Wahlen in Gaza wurden von Palästinenserbehörde verboten

Von Peter Z. Ziegler  Basel (BZZ) – Der Oberste Gerichtshof der Palästinensischen Behörde hat heute Montag entschieden, dass die Kommunalwahlen nur in der Westbank und nicht im Gazastreifen abgehalten werden. Grund dafür seien die Spannungen zwischen Fatah und Hamas. Es wäre die erste demokratische Entscheidung in einem Jahrzehnt gewesen. Laut Quellen in Ramallah werden die Wahlen nunmehr höchstwahrscheinlich im November stattfinden und ausser den Bürgern von Gaza dürfen auch Bewohner von Ost-Jerusalem sich nicht beteiligen.  Ursprünglich sollten die palästinensischen Kommunalwahlen in mehr als 400 Städten und Gemeinden am 8. Oktober in der Westbank und im Gazastreifen  abgehalten werden. Der Oberste Gerichtshof wirft den Behörden in Gaza „schwere Unregelmässigkeiten“ bei der Vorbereitung der Wahlen vor. Die Richter bezogen sich dabei auch auf ein lokales Gerichtsurteil in Gaza, das Kandidaten der Fatah von den Wahlen ausgeschlossen habe. Man könne von Seiten der Palästinensischen Behörde keine Situation akzeptieren, in der es zwei unterschiedliche Rechtssysteme gebe. Die Hamas lehnte die Entscheidung des Gerichts als eine „Politisierung“ des Gerichtssystems umgehend ab. Diese würde das palästinensische Volk teilen, sagte Sprecher Sami Abu Zuhri. Die Fatah habe durch die Entscheidung eine innerparteiliche Krise überspielt und wolle sich einen erneuten peinlichen Verlust bei den Wahlen ersparen. Die Hamas will sich baldigst mit anderen Gruppen darüber beraten wie gegen die Entscheidung vorgegangen werden könne. „Es ist klar, dass die palästinensische Spaltung und die tiefe Kluft zwischen der Fatah und der Hamas die Hauptursache für den Schaden für den Wahlprozess ist“ analysieren israelische Experten in der Tageszeitung Haaretz. Von Anfang an wäre es schwierig gewesen, die Wahl angesichts dieser Situation abzuhalten. „Jeder, der gehofft hatte, die lokalen Wahlen würden helfen zu einer Versöhnung zu kommen, liegt offensichtlich falsch“. Verschärft wurde der Konflikt dadurch, dass der palästinensische Präsident Mahmud Abbas an der Trauerfeier für Schimon Peres in Israel teilnahm. Erstmals seit sechs Jahren kam es dabei zu einem Händedruck und einem kurzen Austausch mit Netanjahu. Die Hamas hatte dagegen parallel dazu alle Palästinenser zu einem «Tag des Zorns» in Jerusalem und im Westjordanland aufgerufen. Präsidentschafts- und Parlamentswahlen finden seit mehr als einem Jahrzehnt nicht mehr statt, seitdem die Hamas die palästinensische Behörde und die Experten mit dem Gewinn der Parlamentswahlen 2006 überrascht hatte.  

Tag der offenen Moschee
Rainer Schmeltzer (SPD): Muslime und Islam gehören zu NRW

Dortmund (nex) – Nach einer Meldung der Deutschen Presseagentur ist der diesjährige Tag der offenen Moschee auf großes Interesse gestoßen. Die muslimischen Gemeinden hätten von großem Andrang in ihren Gebetsstätten berichtet. Der bundesweite Aktionstag wurde 1997 eingeführt. Das diesjährige Motto lautete: „Hidschra – Migration als Herausforderung und Chance“. Rund 1.000 Moscheen boten am heutigen Tag Führungen, Podiumsdiskussionen oder Ausstellungen an. Die Besucher hatten auch die Möglichkeit, beim rituellen Gebet zuzuschauen. „Ich kann mich nicht erinnern, in den vergangenen Jahren so einen Andrang erlebt zu haben. Ich habe viele neugierige Menschen von überall her getroffen“, so der Imam der Islamischen Gemeinde Penzberg e. V. und Vorsitzende des „Münchner Forums für Islam e. V. (MFI), Benjamin Idriz, der dpa gegenüber. Auch der Deutschsprachige Muslimkreis (DMK) in Karlsruhe hatte heute seine Türen weit geöffnet. Nachdem der Vorsitzende Rüstü Aslandur in einer Präsentation die Organisation, ihre Geschichte, Arbeit und Ziele vorgestellt hatte, konnten die Besucher in einer gemütlichen Atmosphäre ihre Fragen stellen. Die Veranstaltung wurde gut besucht, ein wichtiges Thema stellte der geplante Bau der Zentralmoschee dar. Hannovers Landesbischof Ralf Meister besuchte die Ayasofya-Moschee in der niedersächsischen Landeshauptstadt, berichtet die dpa weiter. „Es ist ein wichtiges Signal, dass am 3. Oktober die Moscheen geöffnet sind”, betonte der evangelische Geistliche. Die Muslime in diesem Land, in dem sie ihre Heimat sähen und mit dem sie sich verbunden fühlten, setzten damit ein Zeichen für ein weiteres friedliches Miteinander der Religionen, so Meister weiter. Laut dpa war der nordrhein-westfälische Integrationsminister Rainer Schmeltzer (SPD) in einer Moschee in Witten zu Besuch. Schmeltzer wies darauf hin, dass in dem Bundesland mit 18 Millionen Einwohnern 1,5 Millionen Muslime – die meisten mit deutschem Pass – lebten. „Damit gehören die Muslime und mit ihnen der Islam zu NRW – wer das leugnet, ist einfach blind”, unterstrich er.

Demo gegen Landraub
Äthiopien: Mindestens 52 Tote nach Schüssen auf Anti-Regierungs-Demo

Bishoftu (nex) – Während einer jährlichen Erntedankfeier in der zentraläthiopischen Stadt Bishoftu in der Region Oromo wurden mindestens 52 Menschen getötet und viele verletzt. Wie es in einem Statement der Regionalregierung heißt, seien die Opfer bei einer Massenpanik ums Leben gekommen. Erst im Juni und August sind in Äthiopien hunderte Menschen bei Demos gestorben.

Die Zeremonie hatte sich zu regierungskritischen Protesten entwickelt. Tausende Angehörige der größten ethnischen Minderheit des Landes, die Oromo, kamen aus der gesamten Region und versammelten sich am Hora, einem der Kraterseen von Bishoftu, das sich rund 45 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Addis Abeba befindet. Sie skandierten auf Oromo „didne“, was „es reicht“ bedeutet.

Die tödlich endende Massenpanik brach nach Angaben eines Reporters der Nachrichtenagentur Anadolu aus, als Sicherheitskräfte das Feuer eröffneten und Tränengas einsetzten. Weitere Slogans, die die Menge rief, waren „Freiheit“ und „Nieder mit Woyane“ – Woyane ist das andere Akronym für die Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF), die seit 1991 an der Macht ist.

„Wir sind traurig, es hätte niemals passieren sollen“, sagte Kommunikationsminister Getachew Reda.Reda erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu, dass die Opposition für die Stimmung auf der Veranstaltung vom gestrigen Sonntag gewesen sei. Er wies darauf hin, dass die Regierung für die traditionelle Feier einen Weltkulturerbeantrag bei der UNESCO habe stellen wollen.

Das Irreechaa der Oromo, das im Oktober begangen wird, entspricht etwa dem Erntedankfest und besteht aus mehreren Ritualen. Die Region Oromo ist immer wieder Schauplatz gewalttätiger Demonstrationen, die bereits im Dezember 2015 und im August dieses Jahres zu zahlreichen Todesopfern führten.

Die Demonstranten protestierten gegen die Entscheidung der Regierung, die Grenzen der Hauptstadt bis in die Region Oromo hinein zu erweitern. Sie befürchten, dass damit die Bauern von ihrem Land vertrieben würden.

Referendum
Kolumbien: Friedensvertrag mit Farc-Rebellen in Referendum abgelehnt

Dortmun (nex) – Die Kolumbianer haben am gestrigen Sonntag das Abkommen zwischen der Regierung und den FARC-Rebellen zur Beendigung des 52-jährigen Konflikts überraschend abgelehnt.

„Ich bin der Erste, der das Ergebnis anerkennt“, erklärte Präsident Juan Manuel Santos während einer im Präsidentenpalast abgehaltenen Fernsehansprache. „Ich gebe nicht auf. Ich werde mich bis zum letzten Tag meiner Amtszeit um den Frieden bemühen.“ Santos fügte hinzu, dass der Waffenstillstand mit den FARC zunächst in Kraft bleiben werde. Die politische Landschaft des Landes ist nun gespalten.

Während 50,23 Prozent der Referendumteilnehmer mit Nein stimmten und somit dem ehemaligen Präsidenten und jetzigen Senator Alvaro Uribe folgten, votierten 49,76 Prozent mit Ja. Aus dem Wahlergebnis lässt sich das noch immer weit verbreitete Misstrauen gegenüber den FARC-Rebellen lesen.

„Der Frieden weckt Hoffnungen, aber die Vertragstexte von Havanna sind enttäuschend“, erklärte Uribe am Sonntagmorgen gegenüber den Medien.

Das am 26. September vor internationalen Persönlichkeiten feierlich unterzeichnete Abkommen zwischen den Revolutionären Streitkräften Kolumbiens – Volksarmee (FARC) und der Regierung hatte in einer eine Woche vor dem Referendum durchgeführten Meinungsumfrage noch 65 Prozent Ja-Stimmen erhalten.

Seit 1964 tobte der Bürgerkrieg in Kolumbien. Human Rights Watch zufolge soll er 300 000 Menschen das Leben  gekostet haben, jährlich sollen 200 000 Menschen, insgesamt 5,7 Millionen, in all den Jahren der Kämpfe wegen ihre Heimat verlassen haben. Die 2500 Mann starke, ebenfalls linksextreme „Nationale Befreiungsarmee“ (ELN) bekämpft weiterhin mit Waffengewalt die Regierung.

"Verstoß gegen Tarifeinheitsgesetz"
Ufo prüft Klage gegen Air-Berlin-Tarifvertrag

Düsseldorf (nex) – Die Unabhängige Flugbegleiter-Organisation (Ufo) hat scharfe Kritik an der jüngsten Tarifeinigung zwischen der Gewerkschaft Verdi und Air Berlin geübt. Nicoley Baublies, Chef der IG Luftverkehr und zugleich Ufo-Vorstandsmitglied, sagte der „Rheinischen Post“, es handle sich um einen Verstoß gegen das Tarifeinheitsgesetz. Der Abschluss sei in Geheimverhandlungen zustande gekommen. „Die anderen Gewerkschaften im Konzern – und damit auch wir – hätten über die Aufnahme und den Fortschritt der Gespräche informiert werden müssen.“ Weil dies unterblieben sei, liege ein Rechtsbruch vor. „Wir werden deshalb in der Tarifabteilung diese Woche beraten und werden dabei auch prüfen, ob wir gegen das rechtswidrige Zustandekommen dieses Tarifvertrags rechtliche Schritte einleiten.“ Zugleich griff Baublies die Konkurrenzgewerkschaft scharf an: Verdi biedere sich beim Air-Berlin-Management geradezu an, findet der Ufo-Vertreter. „Stefan Pichler lobt die Verdi über alle Maßen, das sollte jeden Mitarbeiter hellhörig werden lassen.“ Baublies warnte davor, dass selbst wenn die neuen Regeln des Manteltarifvertrags greifen sollten, immer noch die Gefahr bestehe, dass Mitarbeiter im Zuge der Sparmaßnahmen in die österreichische Tochtergesellschaft ausgelagert würden – und gegebenenfalls ein Jahr nach Übertritt zu schlechteren Bedingungen oder sogar ganz ohne Tarifregelungen dastünden.

Archäologie
Japan: Forscher entdecken in Ruine osmanische Münzen aus dem 17. Jahrhundert

Tokio (nex) – Auf der Burgruine Katsuren – einer UNESCO-Welterbestätte – in der Präfektur Okinawa in Japan wurden osmanische und römische Münzen entdeckt. Nach einem auf dem Nachrichtenportal Sputnik veröffentlichten Artikel wurden zehn Münzen, die dem Römischen und Osmanischen Reich zugeordnet wurden, von Archäologen ausgegraben, die seit 2013 in der Ruinenstätte arbeiten. Hirokiyi Miyagi von der Universität Okinawa, wo die Münzen eingehender untersucht werden sollen, erklärte gegenüber Pressemitgliedern, er sei zunächst davon ausgegangen, dass die Münzen nicht echt, sondern Repliken seien. „Als wir die Münzen aber mit Röntgenstrahlen untersuchten, war die Prägung besser sichtbar“, beschrieb Miyagi die Prozedur und fügte hinzu, dass auf einer der osmanischen Münzen das Jahr 1697 zu lesen sei und die römischen Münzen vermutlich aus der Zeit 300 und 400 v. Chr. stammten. Das Osmanische und das Japanische Reihe zeichnete eine Geschichte langer Freundschaft aus, die eine neue Stufe erreichte, als die osmanische Segelfregatte Ertugrul 1890 sank, und die meisten osmanischen Matrosen von Japanern gerettet wurden. Zurzeit führen die Kultur- und Kunststiftung Bodrum (BOSAV) und das Institut für Unterwasserarchäologie ein Bergungsprojekt durch, um Überbleibsel der gesunkenen osmanischen Fregatte zu bergen. Die Bergungsarbeiten, die vor neun Jahren gestartet wurden, gehen bei einer Tiefe von 45 Metern und einer Entfernung von 200 Metern von der japanischen Küste weiter. Acht Taucher arbeiten in Acht-Stunden-Schichten in dem Bergungsgebiet und entdeckten seit Beginn des Jahres fast 450 neue Teile.
Foto: Flickr    

Islam in Deutschland
Faktencheck: Wie islamisch ist Deutschland?

Unterföhring (nex/sat1) – Rund vier Millionen Muslime leben aktuell in Deutschland. Doch angesichts der Flüchtlingskrise und islamistisch motivierter Terroranschläge im In- und Ausland werden Ressentiments gegen Muslime stärker. In „Schwarz, Rot, Burka – wie islamisch ist Deutschland? Der Faktencheck mit Claus Strunz“ will Journalist Claus Strunz klären, wie stark der Einfluss des Islams in Deutschland wirklich ist – und welche positiven und negativen Auswirkungen dies nach sich zieht: „Nur, wenn wir Probleme ohne jegliche Schönrednerei oder Verharmlosung klar benennen und klare, unmissverständliche Konsequenzen daraus ziehen, werden wir sie lösen können.“ Auf Basis aktueller Umfragen analysieren Claus Strunz und sein Team die aktuelle Stimmungslage. Propagiert der Islam tatsächlich Hass und Gewalt oder werden die Lehren von radikalen Islamisten, einer klaren Minderheit unter den Muslimen, fehlgedeutet und missbraucht? Inwieweit ist die deutsche Gesellschaft bereit, muslimische Besonderheiten wie Kopftuch und Muezzin-Ruf zu akzeptieren? In Gesprächen mit deutschen Muslimen und Nicht-Muslimen, mit Experten sowie politischen und gesellschaftlichen Verantwortungsträgern wie Innenminister Thomas de Maizière und Islamexperte Abdel-Hakim Ougri klären sie: Woher kommen die Vorurteile, Ängste und Befürchtungen?

„Schwarz, Rot, Burka – wie islamisch ist Deutschland? Der Faktencheck mit Claus Strunz“, am Dienstag, 4. Oktober 2016, um 23:10 Uhr in SAT.1.


Mehr zum Thema:

Die meisten Deutschen wissen nichts über den Islam – außer dass er nicht zu Deutschland gehört

 

"Keine expansionistischen Ziele"
Erdogan: „In Mosul sollten nur sunnitische Kurden, Turkmenen und sunnitische Araber bleiben“

Dortmund (nex) – In einem Interview mit dem saudi-arabischen TV-Sender Rotana äußerte sich Erdogan zur Situation im Irak mit den Worten: „Wenn Mossul vom IS (Daesh) befreit worden ist, sollten nur sunnitische Araber, Turkmenen und sunnitische Kurden dableiben“ – Mossul gehöre nämlich seinen Einwohnern.

Die Türkei und die USA starteten Ende August eine Militäroperation in Nordsyrien, um das Gebiet von IS (Daesh)-Elementen zu säubern. Ankara verfolge keine expansionistischen Ziele in Syrien oder Irak, betonte Erdogan und verwies auf die fast drei Millionen Flüchtlinge, für die die Türkei aus „einer islamischen und ethischen Verpflichtung“ heraus bereits 12,5 Milliarden US-Dollar ausgegeben habe.

Der türkische Präsident fügte hinzu, dass der Westen sich seiner Verantwortung gegenüber den Flüchtlingen entziehe, und diese Länder ihre Grenzen dichtmachten.

Erdogan appellierte am gestrigen Sonntag an die islamischen Staaten, sich zu vereinigen und einander mit Solidarität zu begegnen. Erdogan darauf wies im Interview darauf hin, dass gegenüber der islamischen Welt verabscheuungswürdige Entwicklungen zu verzeichnen seien.

„Die Türkei und Saudi-Arabien werden angegriffen“, so Erdogan. „Wir sehen, dass alle Fallen und Pläne sich gegen die islamische Welt richten.“

Mindestens 600.000 Menschen seien in Syrien während des noch immer andauernden Krieges getötet worden, fügte er hinzu und warnte, dass die islamische Welt nun enger zusammenarbeiten müsse, bevor es zu spät sei.

#FBCensorsPalestine
Palästinensische Aktivisten boykottieren Facebook wegen Zensur

    Dortmund (nex) – Palästinensische Aktivisten haben vor einigen Tagen einen Boykottaufruf gegen Facebook gestartet, nachdem die Social Media-Plattform auf Ersuchen Israels wegen angeblicher Hetze die Accounts mehrerer Palästinenser gesperrt und zahlreiche Posts gelöscht hat. Zu Beginn vergangener Woche riefen sie unter dem Hashtag #FBCensorsPalestine ihre Unterstützer dazu auf, am 25. September zwischen 20 und 22 Uhr (Ortszeit Jerusalem) ihre Aktivitäten auf Facebook einzustellen. Nach Angaben des Gaza-Sprechers der Kampagne, Hussam al-Zayegh, gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu wurde die Initiative als Antwort auf die pro-israelische Haltung Facebooks gestartet.
(Foto: Screenshot/Twitter)
(Foto: Screenshot/Twitter)
Anfang September hatte das soziale Netzwerk mit israelischen Behörden eine Vereinbarung unterzeichnet, die unter anderem die Überwachung aller Facebook-Posts mit palästinensischem Inhalt und das Löschen beliebiger Posts, Seiten oder Accounts von Personen zulässt, die als „anstößig“ erachtet werden. Zuvor hatte Facebook die Accounts von 12 Administratoren und Redakteuren zweier führender palästinensischer Nachrichtenagenturen, Shebab News Agency und Al-Quds News Network, ohne vorherige Benachrichtigung oder Warnung gelöscht. Shebab-Redakteur Mohamed al-Zaneen erklärte gegenüber Anadolu, dass er mehr als fünf Tage keinen Zugang zu seinem Account gehabt habe. „Ich denke, dass dieser Schritt [das Sperren meines Accounts] nach der Einigung zwischen Facebook und Israel veranlasst wurde“, vermutet al-Zaneen. Er fügte hinzu, dass sein Account auch während des israelischen Gaza-Kriegs 2014 blockiert worden sei. Nach Angaben der beiden Nachrichtenagenturen habe man Dutzende Schreiben an die Facebook-Administration geschickt, um die Begründung für das Sperren der Seiten zu erfahren. Facebook habe danach die blockierten Seiten wiederhergestellt und sich für den „Fehler“ entschuldigt.

Mehr zum Thema:

Israelischer General: „Das gefährlichste Land im Nahen Osten ist der Staat Facebook”

 

TANAP
Aserbaidschan ratifiziert Erdgaspipeline-Abkommen mit Türkei

Dortmund (nex) – Die Nationalversammlung der Republik Aserbaidschan hat am Freitag das Abkommen zur Transanatolischen Erdgaspipeline (TANAP) ratifiziert. Während seiner ersten Sitzung in diesem Herbst erörterte das aserbaidschanische Parlament die Zusammenarbeit zwischen Aserbaidschan und der Türkei. Der stellvertretende Parlamentssprecher Valeh Alasgarov merkte an, dass die Türkei bereits alle notwendigen Verfahren zum TANAP-Projekt eingeleitet habe. Er betonte, dass die Ratifizierung der Absichtserklärung zwischen den beiden Ländern bereits am 26. Mai 2014 unterzeichnet worden sei. Die Kosten der Pipeline liegen bei circa 9,2 Milliarden US-Dollar. Sie soll 2018 in Betrieb gehen. Die Anfangskapazität von 16 Milliarden Kubikmetern Gas soll im Jahr 2023 auf 23 Milliarden Kubikmeter und im Jahr 2026 auf 31 Milliarden Kubikmeter steigen. Nach Fertigstellung der Transatlantischen Pipeline (TAP) wird das kaspische Gas zu Beginn des Jahres 2020 Europa erreichen. Die State Oil Company of Azerbaijan Republic (SOCAR) verfügt über 58 Prozent von TANAP, während der türkische Pipelinebetreiber BOTAS über 30 sowie das britische Unternehmen BP über 12 Prozent der Anteile verfügt.