CDU nach der Hessen-Wahl
Oettinger: „CDU muss Merkel auf europäischer Ebene Rücken freihalten“

Osnabrück  –  EU-Kommissar erwartet keinen Autoritätsverlust der Kanzlerin – Bruch der Groko würde Deutschland „lähmen“ EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger (CDU) sieht keinen drohenden Autoritätsverlust für Kanzlerin Angela Merkel nach deren Rückzug von der CDU-Spitze. „Ich erwarte das Gegenteil. Wir brauchen jetzt eine Kanzlerin, die den Rücken frei hat, gerade für die großen europäischen Aufgaben“, sagte Oettinger im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Merkel könne sich jetzt „ganz auf das eine Amt konzentrieren. Die gesamte Union muss sie dabei unterstützen“. Oettinger zollte Merkel großen Respekt: „Es ist beeindruckend, wie nüchtern und ohne Aufhebens sie ihr Amt nach 18 Jahren zur Verfügung stellt“, sagte er der „NOZ“ und warnte mit Blick auf das Rennen um ihre Nachfolge: „Was nicht passieren darf: Dass zerstört wird, was 18 Jahre lang von Angela Merkel geschaffen worden ist.“ Der frühere Ministerpräsident von Baden-Württemberg sprach sich gegen einen Kurswechsel der Partei aus: „Die Aufgaben für die CDU sind spannend und vielfältig. Sie lassen sich nicht in eine Rechts-links-Arithmetik einordnen.“ Eindringlich ermahnte der EU-Kommissar die SPD, die Große Koalition nicht zu verlassen: „Die SPD darf jetzt kein Harakiri machen. Durch einen Bruch der Regierung würde Deutschland auf europäische Ebene abermals gelähmt“, sagte er der „NOZ“. In der EU werde erwartet, dass die Bundesregierung mit ihren führenden Köpfen „nach der Hessen-Wahl jetzt in Brüssel ihrer Verantwortung gerecht wird“.
Das autorisierte Interview im Wortlaut:
Angela Merkel gibt den CDU-Vorsitz ab. Ein überfälliger Schritt? Oettinger: Ich hätte sie unterstützt, wenn Angela Merkel noch ein letztes Mal angetreten wäre. Für ihren souveränen Schritt gebührt ihr der volle Respekt. Es ist beeindruckend, wie nüchtern und ohne Aufhebens sie ihr Amt nach 18 Jahren zur Verfügung stellt. Und sie ist entschlossen, als Kanzlerin bis zum Ende der Legislaturperiode weiter zu regieren. Aber danach ist Schluss. Wird Angela Merkel nicht zur lahmen Ente, die in Brüssel nicht mehr viel zu melden haben wird? Oettinger: Ich erwarte das Gegenteil. Wir brauchen jetzt eine Kanzlerin, die den Rücken frei hat, gerade für die großen europäischen Aufgaben. Mit ihrer Autorität und dem Gewicht Deutschlands muss Angela Merkel die EU-Agenda jetzt wieder vorantreiben. Dazu sollte ihr Nachfolger oder ihre Nachfolgerin an der Parteispitze loyal mit der Kanzlerin zusammenarbeitet und die Fraktionsspitze hinter ihr stehen. Angela Merkel hat sich durch ihren Schritt Respekt verschafft und kann sich jetzt ganz auf das eine Amt konzentrieren. Die gesamte Union muss sie dabei unterstützen. Das Rennen um die Nachfolge an der Parteispitze ist eröffnet. Droht der offene Machtkampf? Oettinger: Ich kann nur an die Anwärter appellieren, dass es fair zugeht. Es ist von Vorteil für die CDU, wenn es eine Auswahl aus drei oder vier Kandidaten gibt. Ich bin sehr gespannt, wer mit welchem Programm antreten wird. Ist es Zeit für den Kurswechsel, damit die CDU Volkspartei bleibt? Oettinger: Jeder Vorsitzende seit Konrad Adenauer hatte sein eigenes Profil. Das wird auch für den Nachfolger oder die Nachfolgerin von Angela Merkel gelten. Was nicht passieren darf: Dass zerstört wird, was 18 Jahre lang von Angela Merkel geschaffen worden ist. Die Aufgaben für die CDU sind spannend und vielfältig. Sie lassen sich nicht in eine Rechts-links-Arithmetik einordnen. Befürchten Sie noch das Auseinanderbrechen der Großen Koalition? Oettinger: In der EU wird erwartet, dass die Bundesregierung mit ihren führenden Köpfen nach der Hessen-Wahl jetzt in Brüssel ihrer Verantwortung gerecht wird. Es ist gut, dass SPD-Chefin Andrea Nahles für die Fortsetzung der Großen Koalition kämpft. Die SPD darf jetzt kein Harakiri machen. Durch einen Bruch der Regierung würde Deutschland auf europäische Ebene abermals gelähmt. Die SPD droht, die GroKo zur Halbzeitbilanz in einem Jahr zu sprengen… Oettinger: Es ist sinnvoll, dass die GroKo in einem Jahr eine Halbzeitbilanz vorlegt, um dann mit neuem Schwung in die zweite Hälfte zu starten. Aber das geht nur, wenn man europäisch Verantwortung trägt und die Erwartungen erfüllt. Mich stimmen die Entscheidungen des heutigen Tages positiv, wenn es um die Stabilität der Bundesregierung geht.

Menschenrechtsverletzungen in Myanmar
„Völkermord an Rohingya“: Menschenrechtler dankt Türkei für Bemühungen in Myanmar

New York (nex) – „Einige Staaten behindern unsere Arbeit bei der Sensibilisierung für den Völkermord an den Rohingya in Myanmar“, sagte der Leiter einer Menschenrechtsgruppe am Sonntag. „Einige Länder im UN-Sicherheitsrat scheinen ihre Interessen dem Leid der Menschen vorzuziehen. Einige Weltmächte stellen uns in der Myanmar-Frage Hindernisse in den Weg“, sagte Kyaw Win, Direktor der burmesischen Menschenrechtsorganisation Burma Human Rights Network (BHRN) in einem Exklusiv-Interview mit der Nachrichtenagentur Anadolu (AA). Am Rande einer Sitzung über Myanmar im UN-Sicherheitsrat sagte er: „Das ist sehr wichtig: Der Völkermord an den Rohingya-Muslimen geht in Myanmar weiter, er ist noch nicht vorbei. Ich bin überrascht, dass einige Länder dieses Thema immer noch herunterspielen. Muslime, die in Myanmar leben, sind vielen Verfolgungen ausgesetzt. Es gibt 26 Regionen, in denen Muslimen der Zutritt verboten ist. Muslime dürfen an vielen Orten nicht arbeiten.“ Seit Anfang 2018 seien im ganzen Land 20 Moscheen und einige Kirchen geschlossen worden, so Win weiter.. Die Religionsfreiheit  in Myanmar sei bedroht. Er lobte die Bemühungen der Türkei in dieser Angelegenheit und sagte: „Ich möchte den Führern und dem Volk der Türkei danken. Sie sind ein großartiges Beispiel in der muslimischen Welt, und Sie waren der Erste, der auf diese Krise reagiert hat. Wir bewundern Ihre Bemühungen. Ich möchte auch die Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) aufrufen, mehr Druck auf die Regierung Myanmars auszuüben, um dieses Problem so schnell wie möglich zu lösen. Bitte helfen Sie uns bei diesem Thema.“ Massenvergewaltigungen von Rohingya-Frauen und -Mädchen  Etwa 18.000 Rohingya-Frauen und -Mädchen wurden von der Armee und der Polizei Myanmars vergewaltigt, so ein Bericht der Ontario International Development Agency (OIDA). Laut Amnesty International flohen mehr als 750.000 Rohingya-Flüchtlinge, meist Kinder und Frauen, aus Myanmar und überquerten Bangladesch, nachdem die myanmarischen Streitkräfte im August 2017 begannen gegen die muslimische Minderheit vorzugehen. Die UNO hat Massenvergewaltigungen, Morde – auch an Säuglingen und Kleinkindern -, brutale Gewalt und das Verschwinden von Personen durch die staatlichen Streitkräfte Myanmars dokumentiert. „Unermessliche Grausamkeiten“ Die Kinderrechtsorganisation Save the Children veröffentlichte im vergangenen November einen Bericht zur Flucht der Rohingya aus Myanmar. In „Horrors I will never forget“ berichten Kinder und Jugendliche erschütternde Erlebnisse von massiver Gewalt, von Vergewaltigungen oder von Menschen, die lebendig verbrannt wurden. Die Erlebnisberichte wurden im Flüchtlingscamp Cox´s Bazar in Bangladesch dokumentiert. Jedes befragte Kind berichtet von Todesfällen „Das Schlimmste an diesen tragischen Geschichten ist, dass es sich nicht um Einzelfälle, sondern um systematische Gewalt gegenüber Frauen und Mädchen handelt. Nahezu jedes Kind, mit dem wir gesprochen haben, berichtet fürchterliche Geschichten, die es erleben oder mit ansehen musste“, betont Helle Thorning-Schmidt, CEO von Save the Children International, die kürzlich das Rohingya- Flüchtlingscamp in Cox´s Bazar besuchte. 60 Prozent der mehr als 600.000 Rohingya-Flüchtlinge sind Kinder. Unter ihnen die 16 Jahre alte Shadibabiran*, die ebenso wie viele andere Kinder Erschütterndes berichtet: „Einige Soldaten nahmen mich und zwei andere Mädchen mit in ein Haus. Sie schlugen mir mit einer Waffe ins Gesicht, traten gegen meinen Brustkorb und trampelten auf meine Arme und Beine. Anschließend vergewaltigten mich drei von ihnen über mehrere Stunden. Irgendwann wurde ich ohnmächtig.“ Die Soldaten brachen Shadibabiran eine Rippe. „Das war enorm schmerzhaft und ich konnte kaum atmen. Nach wie vor habe ich mit dem Atmen Probleme, aber ich gehe nicht zum Arzt, weil ich mich so sehr schäme.“ Der Report „Horrors I will never forget“ beleuchtet noch weitere schreckliche Schicksale. So musste die 24-jährige Rehema* miterleben, wie eine Frau und ein Baby lebendig verbrannt wurden. „Ich sah einen Soldaten, wie er eine hochschwangere Frau mit Benzin übergoss und anzündete“, berichtet sie. „Ein weiterer Soldat riss einer anderen Frau ihr Baby aus den Händen und warf es ins Feuer. Sein Name war Sahab* und er war noch nicht einmal ein Jahr alt. Die Schreie werde ich niemals vergessen.“ Der 12-jährige Hosan* floh aus seinem Heimatdorf in Myanmar, als das Militär begann, Menschen mit Macheten zu attackieren. Auf der Flucht kam er in ein verlassenes Dorf. Auf der Suche nach Nahrung und Wasser erreichte er schließlich eine Wasserstelle. „Als ich näher kam, sah ich, dass darin mindestens 50 Leichen trieben. Den Geruch verbrannter Häuser und den Anblick aufgedunsener Leichen werde ich mein Leben lang nicht vergessen.“ „Die Mehrzahl der geflüchteten Rohingya sind Kinder unter 18 Jahren. Viele Kinder sind schwer traumatisiert von den schrecklichen Dingen, die sie auf der Flucht erlebt haben und leben nun im Flüchtlingslager, in dem sie völlig schutzlos sind“, sagt Helle Thorning-Schmidt.

Auch interessant

– Menschenrechtsverletzungen in China – Bericht: China verstärkt Repressalien gegen muslimische Uiguren

Eine Untersuchung des Wall Street Journal enthüllt, was in Chinas wachsendem Netzwerk von Internierungslagern, wo Hunderttausende von ethnischen Uiguren festgehalten werden, vorgeht. Wie WSJ berichtet, habe China sein Internierungsprogramm, das ursprünglich auf ethnische uigurische Extremisten zielte, scharf erweitert.

Bericht: China verstärkt Repressalien gegen muslimische Uiguren

Gesundheit
Ungewöhnliche Diät-Tipps zur Stärkung der eigenen Fitness

0

Ungewöhnliche Diät-Tipps zur Stärkung der eigenen Fitness

Die Fitness jedes einzelnen Menschen ist ein wichtiges – wenn nicht gar das wichtigste – Detail im täglichen Leben. Wenn die eigene Gesundheit stimmt, lassen sich viele weitere Dinge deutlich entspannter angehen. Entsprechend dieser Tatsache befinden sich viele auf der Suche nach Diät-Tipps, um die eigene Fitness zu stärken. Wir haben die besten gesammelt.
Wenig Kalorien allein reichen nicht aus
Wer seine Fitness entscheidend verbessern und dabei möglichst abnehmen möchte, blickt oft auf die Kalorien. Doch warum eigentlich? Wenig Kalorien allein reichen leider nicht aus. Wer also im Supermarkt eifrig Kalorienzahlen zusammenzählt, wird angesichts der fehlenden Resultate enttäuscht zurückbleiben. Es mag zwar hilfreich sein, mit 1.500 Kalorien pro Tag ein Defizit herzustellen, doch genau hier fangen oftmals die Probleme an. Wenn die Ernährung sich bei weniger Kalorien ebenso auf weniger Ernährungsgruppen konzentriert, erhält der Körper nicht in ausreichender Form das, was er benötigt. Entsprechend wird die Bewegung von Pfunden und die damit verbundene Verbesserung der Körperfitness nicht möglich sein. Deshalb sollte im täglichen Essen stets eine ausreichende Menge an Proteinen, gesunden Fetten, Gemüse und moderate Mengen komplexer Kohlenhydrate vorhanden sein. Dabei ist vor allem auch auf die Präsenz von Fetten hinzuweisen. Diäten mit null Fettanteil sind dabei nicht wirklich hilfreich für den Körper, da dieser gesunde Fette benötigt. Diese können insbesondere in Form von Nüssen, Avocado oder öligem Fisch aufgenommen werden.
Der Doktor empfiehlt Bier in Maßen
Lediglich tschechische Staatsbürger konsumieren weltweit mehr Bier pro Kopf als es die Deutschen tun. Mehr als 100 Liter im Jahr werden dabei getrunken, wobei sämtliche Menschen, die keinen Alkohol zu sich nehmen, ebenfalls berücksichtigt sind. Wer sich jetzt fragt, was Bier in Fitnesstipps zu suchen hat, dem beantworten wir diese Frage natürlich gerne. Tatsächlich empfehlen Ärzte auf Basis verschiedener Studien den Konsum von Bier in Maßen. In einem Test der University of Scranton fanden die Forscher eine deutlich höhere Menge an Abwehrzellen als vor Beginn der 30-tägigen Phase. Dies liegt vor allem an den wertvollen Inhaltsstoffen des alkoholhaltigen Getränks, das beispielsweise Natrium, Kalium und Magnesium aufweist. Ungewohnt in den meisten Getränken sind zudem Vitamin B2 und B6, die sich positiv auf den Stoffwechsel auswirken. Auch im Hinblick auf weitere Krankheiten wie Alzheimer oder Krebs kann sich Bier nützlich machen, etwa durch das Vorhandensein des Pflanzenpolyphenols Xanthohumol.
85% gesunde Mahlzeiten statt Daueranspannung
Wer sich mit auf die Steigerung seiner Fitness konzentriert und dabei den Fokus auf möglichst gesunde Ernährung legt, steigert sich oftmals etwas in die Perfektion hinein. Dabei ist diese laut diversen Ernährungsexperten gar nicht nötig. Eine gute Regel heißt dabei 85/15. Was bedeutet das genau? Solange 85% der Mahlzeiten gesund sind, können die restlichen 15% auch einmal etwas zum Genießen sein. Eine einfache Quote sind dabei 3 von 21 Mahlzeiten pro Woche, wenn wir von den durchschnittlichen 3 Essenszeiten pro Tag ausgehen. Allerdings beschränkt sich das Genießen nicht auf All-You-Can-Eat-Pizza, sondern eine lediglich wenig gesündere Option. Einerseits werden durch diese Erkenntnis Schuldgefühle verhindert und zum Zweiten tut sich eine dementsprechend höhere Anzahl an potentiellen Gerichten auf. Und schon ist die Fitness auf dem richtigen Weg!

Berlin
Bundeskanzlerin Angela Merkel verzichtet auf CDU-Vorsitz

Berlin (nex) – Nach den Verlusten der CDU bei der Landtagswahl in Hessen kündigte Bundeskanzlerin Angela Merkel an, nicht erneut als Partei-Vorsitzende zu kandidieren. Kanzlerin will sie aber bleiben. Bis jetzt hatte Merkel darauf bestanden, dass Parteivorsitz und Kanzlerschaft zusammengehören und erst im September nochmal erwähnt, dass sie erneut für den Vorsitz antreten wolle. „Ich habe gesagt, ich stehe für diese Legislaturperiode zur Verfügung und ich habe meine Meinung bezüglich der Verbindung von Parteivorsitz und Kanzlerschaft nicht geändert“, sagte sie. Laut der Nachrichtenagentur dpa will der frühere Unionsfraktions-Vorsitzende Friedrich Merz für den Vorsitz kandidieren. Wie schon zuvor bei den Wahlen in Bayern, verlor die Union am Sonntag in Hessen Stimmen im zweistelligen Bereich.  

Hessen-Wahl
Dreyer kündigt mehr Härte gegenüber Union an

0
Düsseldorf – Die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer (SPD), hat nach den hohen Verlusten ihrer Partei bei der Hessen-Wahl umgehend eine stärkere Abgrenzung von der Union angekündigt. „Wir waren zu nachsichtig mit dem Koalitionspartner in Berlin“, sagte die stellvertretende SPD-Bundesvorsitzende der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. Der Streit zwischen den Unionsparteien CDU und CSU habe die SPD als Koalitionspartner ebenfalls beschädigt. „Wir werden auf einen verbindlichen Fahrplan bestehen. Die Union ist am Zug“, sagte Dreyer. Die SPD erlebe schmerzlich, dass viele Menschen nicht wüssten, wofür sie stehe. „Das müssen wir klar machen und dafür haben wir nicht viel Zeit“, sagte Dreyer. Mit Blick auf den möglichen Rücktritt von CSU-Chef Horst Seehofer sagte sie: „Wir werden nicht warten, bis Seehofer geht oder auch nicht.“ Thomas Kutschaty, Fraktionschef der SPD im NRW-Landtag, sieht sich durch das hessische Ergebnis in seiner Skepsis zur Großen Koalition (Groko) bestätigt. „Ohne sichtbare Erfolge und klare Perspektiven wird die Basis für eine Weiterführung der Groko kaum zu gewinnen sein“, sagt er der „Rheinischen Post“. Er ergänzt: „Die bundespolitischen Bedingungen werden zu einer immer schwereren Last auf unseren Schultern. Spätestens jetzt muss das jeder begriffen haben. Eine ehrliche Bilanz zu ziehen wird immer wichtiger.“ Die SPD habe leider auch in Hessen ihre Ziele erneut nicht erreichen können.

Fall Khashoggi
Bericht: Khashoggi wollte Saudi-Arabiens Chemiewaffen-Einsatz in Jemen enthüllen

London (nex) – Der ermordete Journalist Jamal Khashoggi war im Begriff, einige detaillierte Informationen über Saudi-Arabiens Einsatz chemischer Waffen im Jemen zu enthüllen, wie ein britisches Boulevardblatt am Sonntag berichtete. Zudem habe Großbritannien schon Wochen vor der Tötung Khashoggis im saudischen Konsulat in Istanbul von den Plänen erfahren, so das Blatt weiter. Laut Sunday Express habe „ein Mitglied des königlichen Kreises“ die Entführung von Khashoggi angeordnet. In dem Bericht der Boulevardzeitung, der vom diplomatischen Redakteur Marco Giannangeli verfasst wurde, heißt es, dass die britischen Geheimdienste „zunächst darauf aufmerksam gemacht wurden, dass in der ersten Septemberwoche, etwa drei Wochen bevor Herr Khashoggi am 2. Oktober in das Konsulat kam, „etwas vor sich ging“, obwohl es mehr Zeit brauchte, bis andere Details bekannt wurden“. „Diese Details beinhalteten primäre Befehle, Herrn Khashoggi zu fassen und ihn zur Befragung nach Saudi-Arabien zurückzubringen. Allerdings schien die Tür für alternative Abhilfemaßnahmen zu dem, was als großes Problem angesehen wurde, offen zu bleiben“, sagte die namentlich nicht genannte Quelle dem Boulevardblatt, unter Berufung auf Informationen des britischen Government Communications Headquarters (GCHQ). Das Government Communications Headquarters ist eine britische Regierungsbehörde, die sich mit Kryptographie, Verfahren zur Datenübertragung und der Fernmeldeaufklärung befasst. Die anderen Nachrichtendienste Großbritanniens, MI5 und MI6, benutzen vorwiegend nichttechnische Methoden zur Nachrichtengewinnung. „Wir wissen, dass die Befehle von einem Mitglied des königlichen Kreises kamen, haben aber keine direkten Informationen, um sie mit Kronprinz Mohammad bin Salman zu verbinden“, zitierte der Artikel die Quelle weiter. Der britische Geheimdienst MI6 habe die saudi-arabischen Kollegen gewarnt, die Mission abzubrechen, dies sei jedoch ignoriert worden. „Am 1. Oktober wurden wir auf die Reise einer Gruppe nach Istanbul aufmerksam, zu der auch Mitglieder des GID, (dem saudi-arabischen Geheimdienst al-Muchabarat al-‚Amma as-Sa’udia) gehörten, und es war ziemlich klar, was ihr Ziel war“, sagte die Nachrichtenquelle der Boulevardzeitung. Nachdem Saudi-Arabien jegliche Kenntnis über den Verbleib des Journalisten geleugnet hatte, gab Riad letzte Woche zu, dass der Journalist im saudischen Konsulat in Istanbul getötet worden war. Chemische Waffen im Jemen Laut dem Artikel habe Khashoggi vorgehabt, „dokumentarische Beweise“ zu veröffentlichen, die belegten, dass Saudi-Arabien in seinem Stellvertreterkrieg im Jemen chemische Waffen benutzt habe, zitiert das Blatt einen namentlich nicht genannten Freund Khashoggis. „Ich traf ihn eine Woche vor seinem Tod“, zitiert Sunday Express den Freund, einen „Wissenschaftler aus dem Nahen Osten“. „Er war unglücklich und er war besorgt“, so der Freund weiter. „Als ich ihn fragte, warum er sich Sorgen machte, wollte er nicht wirklich antworten, aber schließlich sagte er mir, er werde Beweise dafür erhalten, dass Saudi-Arabien chemische Waffen benutzt habe“, zitiert das Blatt den Freund weiter.

Zum Thema

– Fall Khashoggi – Interview: Khashoggi sah in der Türkei ein neues Osmanisches Reich

Jamal Khashoggi, der Berichten zufolge im saudischen Konsulat in Istanbul getötet wurde, betrachtete die Türkei als ein Schlüsselland für einen neuen Nahen Osten.

Interview: Khashoggi sah in der Türkei ein neues Osmanisches Reich
   

Israel
Gaza: Drei Kinder sterben bei israelischem Luftangriff

0
Gaza (nex) – Drei palästinensische Kinder starben am Sonntag durch einen israelischen Luftangriff nahe der Ostgrenze des Gazastreifens, so das Gesundheitsministerium von Gaza. „Die Rettungskräfte transportierten vom Ort des israelischen Luftangriffs in der östlichen Region des südlichen Gazastreifens die Körper von drei Kindern im Alter zwischen 12 und 14 Jahren „, sagte Ministeriumssprecher Ashraf al-Qidra in einer Erklärung. Die Kinder wurden ins Al-Aqsa Märtyrerkrankenhaus in Deir al-Balah, im zentralen Gazastreifen, gebracht, fügte Al-Qidra hinzu. Der israelischen Armee zufolge, „versuchten die Kinder, den Sicherheitszaun zu manipulieren und scheinbar einen Sprengsatz anzubringen“. In den letzten sieben Monaten veranstalten die Palästinenser in Gaza regelmäßig Demonstrationen entlang der Pufferzone Gaza-Israel, um das Recht auf Rückkehr in ihre Heimat im historischen Palästina zu fordern, aus dem sie 1948 vertrieben wurden. Die Palästinenser fordern mit ihren Demonstrationen auch ein Ende der 12-jährigen Blockade des Gazastreifens durch Israel. Durch die Blockade werden den zwei Millionen palästinensischen Einwohnern nicht nur grundlegende Rohstoffe vorenthalten, es wird damit auch die gesamte Wirtschaft des Küstenstreifens blockiert. Seit der See- und Bodenblockade für den Gazastreifen wird die Einfuhr sämtlicher Güter und Medikamente für die dort lebende palästinensische Bevölkerung verboten. Seit Beginn der Kundgebungen am 30. März, wurden mehr als 200 Palästinenser von israelischen Truppen, die auf der anderen Seite der Pufferzone in Stellung gebracht wurden, getötet- und Tausende mehr verletzt.

Auch interessant

– Israel – Bericht: Palästinenserin von Siedlern zu Tode gesteinigt

Eine palästinensische Frau wurde getötet und ihr Mann verletzt, nachdem israelische Siedler ihr Fahrzeug in der Nähe eines Kontrollpunktes im südlichen Nablus am späten Freitagabend angegriffen hatten.

Bericht: Palästinenserin von Siedlern zu Tode gesteinigt

Integration
Kommentar zu „Özil hat ein Integrationsproblem“

Ein Gastbeitrag von Ertugrul Sahin Wenn Migranten – überintegriert und übermotiviert – darüber räsonieren, dass ja die bösen bösen Migranten aus der „eigenen Community“ Schuld an allem seien, weil sie sich in der Opferrolle als Diskriminierte wohlfühlten, dann kommt eine gequirlte Scheiße wie dieses Buch raus: „Özil hat ein Integrationsproblem“ Die Bloggerin Tuba Sarica wurde also noch nie diskriminiert und die Diskriminierung von Schülern mit Migrationshintergrund sei bloß Fiktion, so so. Sie inszeniert sich als Türkischstämmige, ist aber eigentlich schon längst und (un-)vorbildlich bis zur Schmerzgrenze assimiliert – herzlichen Glückwunsch – und wenn schon nicht Biodeutsch, so doch plump Bierdeutsch, bzw. Buchverkaufsdeutsch vom Schlage Constantin Schneiders oder Sarrazins. Über dieses Phänomen schreibe ich ja nicht zum ersten Mal – es gibt da diese ganz spezielle Gruppe aus herkunfts- und wurzelangeekelten Migranten mit Minderwertigkeitskomplexen, für die das Deutschsein einem Heroinschuss gleichkommt – schwachsinnige Menschen, die die Mär vom überlegenen und aufgeklärten Westen nur zu gerne fressen, um sich von den vermeintlich primitiven Wurzeln zu befreien . Sie – inklusive Tuba Sarica – realisieren nicht, dass sie die Demokratie zu einer Ideologie verklären, um sich dann auf paradoxe Weise als ideologiekritische Individuen aufzuspielen, weil sie die Politik und Politiker ihrer Herkunftsländer kategorisch verachten. Also folge ich nun der geschlagenen Spur und schlage zurück, mit ebenso unverblümter Polemik. So weit – also bis zu diesen neuen Hipster-Migranten mit Migrationsallergie – ist das aber nichts Neues und Überraschendes. Aber die Dummheit und Vehemenz, mit der Frau Sarica sich dazu missbrauchen lässt, rassistische Diskurse der Mehrheitsgesellschaft zu reproduzieren, ist bemerkenswert. Alles, was sie sagt, würde die AfD dick und fett unterstreichen – das sollte einem zu denken geben. Aber darin liegt ja der Verkaufstrick, für sie wie für den Verlag: Wie gern lesen doch die erzkonservativen Glieder unserer Gesellschaft solche Aussagen wie „Deutschtürken brauchen Selbstkritik, weil sie sich Diskriminierung nur einbilden/ selber diskriminieren und deutschenfeindlich sind“ etc. – es ist ein Festmahl der Diskriminierungsleugnung. Endlich kann man wieder politisch unkorrekt und richtig schön asozial den Unschuldigen zum Schuldigen verkehren – wir erinnern uns: Auch die Juden waren ja Schuld an allem! -, es braucht lediglich genug Vollidioten, die aussprechen, was Persilscheindeutsche niemals aussprechen dürften. Es hat den Beigeschmack eines „Hausnegers“, wie Malcolm X damals in Selma so schön erklärte: Eilfertige und fügsame Dienerlein, die mit vorauseilendem Gehorsam ihre „Feldneger“-Kollegen im Namen des weißen Herren in Reih‘ und Glied halten wollen und nur zu gern verpetzen oder sanktionieren. Das können sie, denn sie dürfen sich besser kleiden und haben eine bessere soziale Position, auch essen sie dasselbe Essen wie der Hausherr und können sich besser artikulieren – all das wollen sie ja nicht verlieren, daher sind sie an einer Reproduktion der gewohnten Verhältnisse interessiert. Es ist schon amüsant, wie eine studierte Germanistin wie eine selfmade Intellektuelle glänzen will, dabei aber völlig ausblendet, womit Migranten wirklich zu kämpfen haben, wie etliche Studien belegen, unter anderem aktuell diese Mannheimer Studie zu der schlechteren Leistungsbewertung von Migranten in Schulen(!): Schüler mit türkischem Hintergrund werden bei Diktaten diskriminiert. Eine neue Studie von Mannheimer Bildungsforschern zeigt: Wer Murat heißt, bekommt schlechtere Noten – sogar bei gleicher Fehlerzahl. Trotz Evidenzen und vielfältig nachgewiesenen Studienergebnissen zur Diskriminierung – und die Mannheimer Studie ist nur ein Beispiel unter vielen – also alles nur eine billige Opferrolle von Migranten? Frau Sarica sagt dazu lapidar und verächtlich:
„Wenn deutschtürkische Kinder zum Beispiel Schulprobleme haben, dann fragen die Eltern nicht, ob sie vielleicht faul waren. Dann sind da die Lehrer schuld, die angeblich etwas gegen Türken haben.“
Es sei also eigentlich die Faulheit der Migranten und Lehrer werteten Kinder mit Migrationshintergrund bloß angeblich schlechter – wow, das klingt so sarrazinmäßig AfDistisch, da kriege ich meine Kinnlade nicht mehr hoch. Wie sie, eine studierte Germanistin – sorry, auf dieses Ross hat sie sich selber gesetzt – dazu kommt, soziologische Allgemeinplätze über die institutionelle Diskriminierung und überhaupt gut erforschte Phänomene der Diskriminierung pauschal zu leugnen und sogar zu verdrehen, das kann ich nicht verstehen. Ein Glück, dass nicht Minderwertigkeitsmigranten Fakten schaffen, sondern empirische Studien – andererseits kommt in der breiten Öffentlichkeit die klein gekochte und simple Botschaft der (Selbst-)Hasstirade von Frau Sarica eher an. Damit kommen wir zu den gesicherten Fakten. Fakt und nicht etwa Fiktion ist: Kinder von Migranten werden eher auf Sonder- oder Hauptschulen verfrachtet, kriegen bei gleicher Leistung schlechtere Noten (siehe z.B. die Mannheimer Studie oben) und das Problem soll ernsthaft eine überzogene Opferrolle von Migranten sein? Es ist keine Diskriminierung der Art, die die Hautfarbe etwa mit Schokolade vergleicht und NSU-Morde als Dönermorde labelt, sondern ein Problem, welches ernsthafte Konsequenzen auf Schulnoten und damit auf die gesellschaftliche Partizipation hat – auf direktem Wege und eine Stufe über jeglicher Verbaldiskriminierung, wobei auch die keinesfalls unterschätzt werden sollte. Aber papperlapapp, ich übertreibe doch bloß und jammere nur rum – offensichtlich bin ich einer von den Migranten, die sich in der Opferrolle wohlfühlen! Was ist da schon so eine Lapallie wie „mangelnde Bildungsgerechtigkeit“ – Frau Sarica hat das eigentliche Problem erkannt: Migranten, die sich über Diskriminierung aufregen! Denn wenn man es einfach ignoriert, ist es doch nicht mehr da, oder? Ging doch bei ihr auch: Einfach scheiße über die eigene community reden und über Deutschtürken herziehen und zack, man kann erfolgreiche Buchautorin sein und sich als intellektuelle Germanistin und Fachfrau für Integrationsprozesse aufspielen, obwohl man noch nicht einmal basale soziologische Studien und Erkenntnisse zu Diskriminierungsprozessen kennt. Frau Sarica hat natürlich vollkommen Recht: Es könnte doch alles so einfach für die Jammermigranten sein, sie müssten bloß den Islam kritisieren, Erdoğan und die Türkei kritisieren, Deutschtürken kritisieren, die Ditib kritisieren, die türkische Kurdenpolitik kritisieren, Döner und Börek kritisieren, türkische Hochzeiten kritisieren, Türkisch sprechende Kinder kriminalisieren, keinen Urlaub mehr in der Türkei machen, keine türkischen Gemüseläden mehr besuchen, türkische Restaurants meiden, kurzum: Ihre Herkunft und Identitäten komplett aufgeben. Sagte ich komplett? Ja, und zwar mit Salat und Soße. Mehr will doch die Mehrheitsgesellschaft und Politik nicht, ist das etwa zu viel verlangt? Und wie die Mannheimer Studie zur schlechteren Benotung von Deutschtürken außerdem zeigt, sind ja die Namen und sichtbaren Wurzeln das Problem, also müssten folgerichtig alle Kinder mit Migrationshintergrund einfach Peter oder Petra heißen, schon kriegen sie die gleiche Leistungsbeurteilung – das ist doch Freiheit, Demokratie und Fairness pur. Ein Glück, dass Frau Sarica Germanistik studiert hat – ich wiederhole: Auf dieses Ross hat sie sich selbst gesetzt! – und so gut versteht, wie Minderheitenrechte, Meinungsfreiheit und Demokratie funktioniert, vorausgesetzt man tut genau das, was man aus Sicht der Mehrheitsgesellschaft und Politik tun soll. Aber hey, dann ist auch Russland ebenfalls eine wunderbare Demokratie oder China: Wenn du tust, was die Partei will, hast du auch eine absolute Meinungsfreiheit, Minderheitenrechte und alles läuft demokratisch. Ironie beiseite: Selbst wenn Migranten Migranten kritisieren, was sie durchaus können sollten, dann bitte nicht vor Augen der voyeuristischen Mehrheitsgesellschaft und Politik, sondern intern, das hat sie und ja, vermutlich auch dich lieber Leser, einen feuchten Dreck zu interessieren. Denn immer dann, wenn der deutsche Politiker und Gaffer als Kontrollinstanz dazu stößt und sogar den Gönner der „liberalen Muslime“ gibt oder auf „Diskursschaffner“ macht, kommt eine Kolonialkeule in den Diskurs und die Kritik am zurückgebliebenen und jammernden Migranten wird zu einer Kannibalismus-Show – oder ein bestimmter Dominanzakt wie bei den guten alten Römern. Denn die letzten, die ein Recht haben, Migranten zur „Aufklärung“ zu treiben, als wäre der Rest der Welt eine Herde aus dummen Schafen, das sind die Deutschen, Franzosen, Briten oder Amis, die noch ordentlich zu tun haben mit ihren eigenen Hausaufgaben, namentlich der Kolonialschuld damals wie heute (und ja – die Nahostpolitik sehe ich als Weiterführung!) sowie der Frage, wie und woher ihr unkontrollierter Machtanspruch über Natur & Menschen seit der Renaissance und ganz explizit seit eben jener „Aufklärung“ und dessen Huckepack – dem Nationalismus – kommt (Stichwort „Kritische Theorie“). Die „manifest destiny“ Ideologie, wofür wir die Amis belächeln, ist eben nicht nur typisch amerikanisch, sondern ganz sicher auch Teil unserer europäischen Identität und Ideologie, und das nicht erst seit gestern, sondern schon seit der Antike: Alles, was „außerhalb“ liegt, ist einfach barbaroi und gehört zivilisiert und zwar natürlich nur durch uns. Nein meine Liebe, ich will sie nicht dabei haben als Kontrollinstanz, denn dann kommt so eine Scheiße wie in der Özil-Debatte raus: Egal wie gut man ist und arbeitet sowie Gebrauch von den natürlichsten Freiheiten einer Demokratie macht – ja, ich meine das Foto! Denn wenn es Angela tun darf oder der Lothar, warum nicht ein Özil? – , ist man niemals aufgeklärt und integriert genug, der deutsche Oberlehrer ist immer anwesend und big Brötchen is watching you. Und schon muss man wieder illustrieren, wie integriert und demokratieliebend man doch ist – als würde man religiösen Geboten folgen, so ideologisch aufgeladen ist es schon – , um seinen Hundekeks zu bekommen. Aus alten Gewohnheiten kommt man schließlich nur schwer raus… Für jemanden, der sich als klug und studiert inszeniert, ist ihr wohl diese kleine Nuance am ganzen Diskurs entgangen: Sie ist bloß ein Instrument für Meinungen, die andere nicht sagen könnten, ohne eine Diskriminierungs- und Rassismusklage zu kassieren. Man stelle sich vor, ein deutscher Politiker behauptete, Migranten jammerten zu viel rum, würden eigentlich kaum diskriminiert und seien überdies unfähig zur Selbstkritik sowie grundfaul – dieser Politiker würde sich augenblicklich ruinieren oder zumindest zu Recht als AfD-coloriert gelten. Aber wenn eine Frau Sarica das sagt, no problem. Letzten Endes huren diese migrantischen Migrantenkritiker für die rassistischen Freier rum – von der AfD bis hin zu allen anderen Parteien, die am rechten Rand fischen – und verbalisieren deren unsagbaren, weil unsäglichen Fantasien. Sie inszenieren sich als besonders aufgeklärte und intelligente, intellektuell-kritische Migranten, dabei reproduzieren sie bloß totalitäres Denken vom Schlage mehrheitsgesellschaftlicher Assimilationswünsche als Bedingung für Erfolg & Partizipation. Tu was sie wollen, dann bist du ein Paradedemokrat und erfolgreiche Buchautorin, lass es, und wirst ein Özil: Arsch aufgerissen und am Ende trotzdem einen Arschtritt bekommen. Halleluja – the show must go on. Was wäre der Kampf um Gleichberechtigung doch langweilig, wenn es diese Vollidioten nicht gäbe, die uns das Arschkriechertum spiegeln und effektiv aufzeigen, zu welchem mentalen Stuhlgang der Arroganz und der Stolz einer „studierten Germanistin“ einen doch treiben kann.
„I believe in the brotherhood of man, all men, but I don’t believe in brotherhood with anybody who doesn’t want brotherhood with me. I believe in treating people right, but I’m not going to waste my time trying to treat somebody right who doesn’t know how to return the treatment.“ (Malcom X)

Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.
 

US-Wahlen
Kommentar: „Mit Nationalismus und Fremdenhass will Trump von seiner ernüchternden Bilanz ablenken“

Ein Kommentar von Ernst Wolff Am 6. November 2018 finden in den USA Zwischenwahlen statt. Dabei werden alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus und 35 der 100 Sitze im Senat neu vergeben. Außerdem werden in 36 Staaten und 3 Außengebieten neue Gouverneure gewählt. Zurzeit kontrollieren die Republikaner beide Häuser des Parlaments und halten eine deutliche Mehrheit der Gouverneurssitze. Traditionell aber muss die Partei des amtierenden Präsidenten bei diesen Wahlen mit Verlusten rechnen. Auch diesmal sagen die Wahlforscher voraus, dass die Demokratische Partei zulegen und den Republikanern möglicherweise die Mehrheit im Repräsentantenhaus entreißen wird. Für Donald Trump kommen die Wahlen zu einem äußerst ungelegenen Zeitpunkt: Die durch die Medien und die Demokraten hochgespielte Khashoggi-Affäre hat ihm wegen seiner Nähe zum saudischen Machthaber geschadet, an den Börsen kommt es zu immer heftigeren Kursschwankungen und trotz aller Jubelmeldungen über eine boomende Wirtschaft verschlechtert sich die soziale Lage im Land zusehends. Zudem hat Trump viele seiner Wahlversprechen nicht eingehalten. Das Verhältnis zu Russland hat sich nicht verbessert, sondern verschlechtert Die ins Land zurückgeholten Jobs sind schlecht bezahlt und der Sumpf, den er „trockenlegen“ wollte, ist heute mächtiger denn je: Nie hat ein Präsident so viele Militärs und Banker um sich geschart wie Donald Trump und nie ist ein Präsident den Ultrareichen im Land bereits in den ersten zwei Amtsjahren durch Gesetzesänderungen und Steuererleichterungen derart weit entgegen gekommen. Um von dieser für die arbeitenden Menschen ernüchternden Bilanz seiner zweijährigen Amtszeit abzulenken und die Wahl dennoch zu seinen Gunsten zu entscheiden, zieht Donald Trump seit Wochen von einer Wahlkampfveranstaltung zur nächsten, twittert fast rund um die Uhr und setzt dabei vor allem auf zwei Themen: Nationalismus und Fremdenhass. Das Kalkül dahinter ist nicht schwer zu durchschauen: Trump versucht, das Gemisch aus Wut, Verzweiflung und Bildungsmangel am unteren Rand der Gesellschaft für sich zu nutzen, indem er diesen Menschen ein griffiges Feindbild liefert. Während die Kluft zwischen Arm und Reich in seiner Amtszeit die bisher höchsten Ausmaße aller Zeiten angenommen und er diesen Prozess durch die weitere Deregulierung des Finanzsektors aktiv vorangetrieben hat, präsentiert er der Öffentlichkeit ausgerechnet die größten Verlierer dieser Entwicklung – Menschen, die verzweifelt versuchen, der Not und den unmenschlichen Lebensbedingungen in ihrer Heimat zu entkommen – als Sündenböcke. Trump, selbst Erbe eines mit rüden Methoden erworbenen Millionenvermögens und als Geschäftsmann für seine Rücksichtslosigkeit und Korruptheit bekannt, setzt wie im ersten Wahlkampf auf die niedrigsten menschlichen Instinkte – und erhält dabei plötzlich unerwartete Hilfe: In Mexiko sind Trecks von mehreren tausend Menschen unterwegs, die nach offiziellen Angaben das Ziel haben, die Grenze in die Vereinigten Staaten zu überwinden, um dort Asyl zu beantragen. Die meisten dieser Menschen stammen aus El Salvador, Guatemala und Honduras – Staaten, die über Jahrzehnte von US-Konzernen ausgebeutet wurden, von Drogenkartellen und brutalen Clans beherrscht werden und in denen Gewalt und Korruption an der Tagesordnung sind. Trump hat das Thema sofort aufgegriffen und den Treck zum Anlass genommen, mit einer substanziellen Kürzung oder gar Streichung der US-Entwicklungshilfe an die drei genannten Herkunftsländer zu drohen und anlässlich der Massenflucht den „nationalen Notstand“ zu erklären. Außerdem hat er den Grenzschutz und das Militär in Alarmbereitschaft versetzt und angekündigt, die Grenze zu Mexiko „im Notfall“ zu schließen. Da der Treck trotz aller Drohungen an Umfang zunimmt, hat Trump den Ton verschärft und behauptet, unter den Asylsuchenden befänden sich zahlreiche Kriminelle und Terroristen aus dem Nahen Osten, die die Sicherheit Amerikas gefährden würden. Außerdem wirft er den Demokraten vor, die USA in einen „gigantischen sicheren Hafen für kriminelle Ausländer“ verwandeln zu wollen – eine Entwicklung, der er durch eine weitere Verschärfung des Asylrechts begegnen will. Es ist bis heute nicht bekannt, wie genau diese Trecks in Gang gesetzt wurden und wer möglicherweise dahinter steckt. Es ist allerdings schon sehr auffällig, dass sie sich ausgerechnet drei Wochen vor den US-Zwischenwahlen gebildet haben, von einem Tross internationaler Medien begleitet werden und dem Präsidenten so ein gefundenes Fressen für seine Wahlkampagne liefern. Da es momentan so aussieht, als ob die Zahl der Marschierenden nicht ab-, sondern zunehmen wird, muss man für die kommenden Wochen das Schlimmste befürchten: Hier prallen ein Präsident, der den Hass von Millionen gegen Migranten schürt, und verzweifelte Menschen, die nichts zu verlieren haben und möglicherweise zu politischen Zwecken missbraucht werden, in der heißen Phase eines Wahlkampfes frontal aufeinander – eine Mischung, die im äußersten Fall zu einer – vielleicht sogar gewollten – gewaltsamen Konfrontation führen könnte. Sollte es tatsächlich so weit kommen, würde ein solches Ereignis mit Sicherheit dazu beitragen, rassistischen,  nationalistischen und faschistischen Bewegungen in aller Welt Auftrieb zu geben – eine angesichts der ohnehin angespannten Weltlage äußerst bedrohliche Entwicklung.
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.
Ernst Wolff
Ernst Wolff ist freier Journalist und Autor des Buches Finanz-Tsunami: Wie das globale Finanzsystem uns alle bedroht“.
Wolff, geboren 1950, aufgewachsen in Südostasien, Schulzeit in Deutschland, Studium in den USA. Der Journalist und Spiegel-Bestseller-Autor (»Weltmacht IWF«) beschäftigt sich seit vierzig Jahren mit der Wechselbeziehung von Politik und Wirtschaft. Sein Ziel ist es, die Mechanismen aufzudecken, mit denen die internationale Finanzelite die Kontrolle über entscheidende Bereiche unseres Lebens an sich gerissen hat: »Nur wer diese Mechanismen versteht und durchschaut, kann sich erfolgreich dagegen zur Wehr setzen.«  

Türkei
Nigerianischer E-Mail-Betrüger „Otunba Cash“ in der Türkei festgenommen

Istanbul (nex) – Der nigerianische Betrüger Emanuel Aneke, bekannt unter dem Namen „Otunba Cash“, wurde im Rahmen einer internationalen verdeckten Ermittlung im Zusammenhang mit einem E-Mail-Betrug über 1,4 Mio US-Dollar in der türkischen Millionenmetropole Istanbul verhaftet. Die Ermittlungen der türkischen Cybercrime-Behörde begannen, nachdem die dänische Polizei am 9. Mai 2018 über Interpol einen Brief an die Kollegen in Istanbul schickte, mit der Information, dass es einen unbefugten Zugriff auf das E-Mail-Konto des türkischen Unternehmens GM Plast in Dänemark gegeben habe. Die Ermittlungen der türkischen Behörden ergaben, dass sich Mitglieder aus Anekas Organisation in das Firmennetzwerk des türkischen Unternehmens in Dänemark hackten und von dessen Bankkonten Geldüberweisungen in die Türkei vornahmen. Bei den Empfängern handele es sich um Türken, die für Aneke arbeiteten. „Otumba Chash“ habe neben dem türkischen Unternehmen auch Netzwerke anderer großer Firmen gehackt und Überweisungen vorgenommen. Berichten zufolge wurde Aneke am 18. Oktober, gemeinsam mit vier weiteren Nigerianern, in einem Luxushotel im Istanbuler Stadtteil Bagcilar von der türkischen Polizei verhaftet. Die Polizei habe bei der Festnahme auch 17 Mobiltelefone, 15 Simkarten, drei Flash-Speicher, vier Computer, eine Speicherkarte, 85.000 Dollar, 5.000 Euro, fünf Halsketten, drei Armbänder, zwei Handschellen, zwei Ringe, ein Ohrring, eine Rolex-Uhr, zahlreiche Dokumente und ein Luxusfahrzeug des nigerianischen Betrügers beschlagnahmt. https://youtu.be/D4SsOsa9bB8