Istanbul (nex) – Der erste Abschnitt des neuen „weltgrößten“ Flughafens von Istanbul, mit einer Jahreskapazität von 90 Millionen Passagieren, wird am morgigen Montag offiziell eröffnet.
Die Einweihungsfeier findet am Tag der Republik, dem 95. Jahrestag der Gründung der Türkischen Republik, in Anwesenheit von Präsident Recep Tayyip Erdogan und mehr als 50 ausländischen Staatschefs, Ministern und hochrangigen Beamten statt.
Dieser erste Abschnitt des Flughafens wurde in fast drei Jahren im Rahmen eines Public-Private-Partnership-Modells fertiggestellt und hat nach offiziellen Angaben 7,2 Milliarden Dollar gekostet. Der neue Istanbuler Flughafen gehört zu Dutzenden von Megaprojekten, die als Teil einer Reihe von Zielen für das 100-jährige Bestehen der Türkei im Jahr 2023 geplant sind. Dazu gehört auch das erste türkische Atomkraftwerk.
Am Montag werden zwei Start- und Landebahnen – 3.750 und 4.100 Meter lang – als Teil der ersten Phase in Betrieb genommen, darunter drei separate Landebahnen.
Laut dem IGA-Konsortium, dem Auftragnehmer und Betreiber des Projekts, wird der neue Flughafen in den nächsten 10 Jahren eine jährliche Kapazität von 200 Millionen Passagieren erreichen, wenn alle vier Phasen mit sechs Start- und Landebahnen abgeschlossen sind.
Türkische Flughäfen begrüßten zwischen Januar und September dieses Jahres fast 164 Millionen Menschen, während über 31 Prozent der Fluggäste den verkehrsreichsten Flughafen der Türkei, den Atatürk-Flughafen Istanbul, nutzten.
Der neue Flughafen von Istanbul soll bei voller Auslastung mehr als 100 Fluggesellschaften und Flüge zu über 300 Zielen auf der ganzen Welt beherbergen und zu einem globalen Luftverkehrsdrehkreuz werden.
Neuer Flughafen wird BIP um 79 Milliarden US-Dollar steigern
Nach den Worten des türkischen Ministers für Verkehr, Schifffahrt und Kommunikation, Ahmet Arslan, wird der neue Flughafen einen großen Beitrag für die Wirtschaft leisten und Arbeitsplätze schaffen.
Arslan zufolge werde der Flughafen einen erheblichen Beitrag zum Handel leisten und das BIP mit zusätzlichen 79 Milliarden US-Dollar um 4.9 Prozent steigern.
Der türkische Verkehrsminister erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu, dass der Luftverkehrssektor in der Türkei große Fortschritte gemacht habe. Dies sei der Politik der regierenden Partei für Gerechtigkeit und Fortschritt (AKP), die großen Wert auf den Bereich lege, zu verdanken.
Die Liberalisierung des Sektors habe zu dessen Expansion geführt, sagte Arslan und wies darauf hin, dass der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan und Ministerpräsident Binali Yildirim die Vorgabe gemacht hätten, den Luftverkehr zum Beförderungsweg für die Menschen zu machen.
Budapest (nex) – Der türkische Ringer Metehan Basar hat am Samstag in der ungarischen Hauptstadt Budapest die Goldmedaille bei den Weltmeisterschaften im Ringen gewonnen.
Basar holte sich die Medaille, nachdem er im Finale der Griechisch-Römisch-Kategorie bis 87 Kilogramm den Ukrainer Zhan Beleniuk besiegt hatte.
Er besiegte seinen Gegner mit 2:1 und holte sich seinen zweiten Weltmeistertitel.
Basar gewann die Goldmedaille bereits bei den Pariser Weltmeisterschaften im August 2017 und Silber bei der Europameisterschaft im Ringen in Serbien im Mai 2017.
Ringer Frank Stäbler ist zum dritten Mal Weltmeister
Der Deutsche Frank Stäbler gewann ebenso in der Griechisch-Römisch-Kategorie Gold. Er trat in der Gewichtsklasse bis 72 Kilogramm an.
Er ist somit der erste deutsche Ringer, der in drei verschiedenen Gewichtsklassen einen Titel holte. Bei der Meisterschaft in Las Vegas im Jahr 2015 konnte er in der 66 Kilogramm Kategorie das Finale für sich entscheiden, im vergangenen Jahr errang er in Paris den Titel bis 71 Kilogramm und in diesem Jahr bezwang der 29-jährige Baden-Würtemberger im Finale in Budapest den Ungarn Balint Korpasi mit 2:1.
„Hiermit verkündige ich, dass ich stolz darauf bin, Muslima geworden zu sein“, schrieb sie am 19. Oktober in einem Tweet.
Die Entscheidung zum Konvertieren sei „die natürliche Schlussfolgerung“ aus einer theologischen Auseinandersetzung gewesen, begründete sie ihre Entscheidung auf Twitter.
„Das ist die natürliche Schlussfolgerung der Reise eines jeden intelligenten Theologen. Alle Schriftstudien führen zum Islam. Was alle anderen Schriften überflüssig macht“, fügte sie hinzu. Ihr neuer Name sei nun „Shuhada“.
In einem neuen Tweet dankte die irische Sängerin, die mit dem Song „Nothing compares to you“ Weltruhm erlangte, den Muslimen für deren Unterstützung und freundliche Aufnahme in die „Ummah“, der muslimischen Weltgemeinschaft.
Sinead O‘ Conner, habe ihre Schahada – das Glaubensbekenntnis und die erste der fünf Säulen des Islam – bei dem islamischen Gelehrten Scheich Umar al-Qadri in Dublin ausgesprochen. „Sie ist so glücklich“, twitterte er.
Auf kritische Kommentare in den sozialen Netzwerken, dass es sich bei der Entscheidung bestimmt nur um eine vorübergehende Laune handele, antwortete der irische Künstler Kim Fitzpatrick, dass O‘ Connor schon in ihren jüngeren Jahren Interesse für den Islam gezeigt und stets positiv darüber gesprochen habe. Fitzpatrick ist bekannt für seine weltberühmte zweifarbige Zeichnung von Che Guevara.
Cat Stevens und Muhammad Ali inspirierten sie
Muhammad Ali und den britischen Sänger Cat Stevens nannte die Sängerin unter vielen anderen als ihre Inspiration für ihr Interesse am Islam und letztendlich ihren Übertritt.
London (nex) – Die irische Sängerin Sinead O’Conner hat offenbart, dass sie zum Islam übergetreten ist.
In einem Tweet teilte sie zudem mit, dass sie ihren Namen zu Shuhada David geändert habe.
https://twitter.com/MagdaDavitt77/status/1053340513871384576
Die Sängerin veröffentlichte auch ein aktuelles Bild von sich selbst mit Kopftuch.
„Hiermit verkündige ich, dass ich stolz darauf bin, Muslim geworden zu sein“, schrieb sie am 19. Oktober in einem Tweet.
„Das ist die natürliche Schlussfolgerung der Reise eines jeden intelligenten Theologen. Alle Schriftstudien führen zum Islam. Was alle anderen Schriften überflüssig macht.“
„Mir wird ein neuer Name gegeben. Er wird Shuhada‘ sein.“
https://twitter.com/MagdaDavitt77/status/1054765174706585600
Ankara – Die türkische Nachrichtenagentur Anadolu und die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua haben am Donnerstag in der Hauptstadt Ankara ein Kooperationsabkommen unterzeichnet.
Der stellvertretende Generaldirektor und Chefredakteur der Anadolu, Metin Mutanoglu, und der Vizepräsident der Nachrichtenagentur Xinhua, Yan Wenbin, unterzeichneten den Vertrag in der Zentrale der türkischen Agentur.
Die Vereinbarung umfasst den Nachrichtenaustausch zwischen den Agenturen in türkischer, chinesischer und englischer Sprache.
Nach der Unterzeichnungszeremonie empfing Mutanoglu Yan und seine Delegation in der Redaktion, in der das Duo die Bedeutung für die Stärkung der Beziehungen zwischen der Türkei und China sowie den Nachrichtenagenturen betonte.
Die Anadolu Ajansı (deutsch: anatolische Agentur) ist die staatliche Nachrichtenagentur in der Türkei.
Die Große Nationalversammlung der Türkei beschloss am 6. April 1920 die Gründung der Agentur. Das Ziel der Agentur war damals die Verbreitung von Nachrichten über den türkischen Befreiungskrieg im In- und Ausland.
Die Agentur hatte 2015 75 Büros innerhalb der Türkei sowie Vertretungen in 81 Ländern. Sitz der Hauptverwaltung ist Ankara, die Hauptstadt der Türkei.
Xinhua wurde 1931 gegründet und hat ihren Hauptsitz in Peking.
Xinhua ist die größte und einflussreichste Medienorganisation in China. Xinhua betreibt weltweit mehr als 170 ausländische Büros und unterhält 31 Büros in China.
Hatay (nex) – Durch eine verbesserte Sicherung der türkischen Grenzen wurde in diesem Jahr die illegale Einreise von 430.000 Flüchtlingen in die Türkei verhindert.
Grenzschutzbeamte führen in der südlichen Provinz Hatay, die an die Regionen Idlib, Afrin und Latakia grenzt, rund um die Uhr Fußpatrouillen entlang der Grenze durch.
Neben der 2,5 Meter hohen neuen Grenzmauer, deren Bau zu 90 Prozent fertiggestellt wurde, tragen nun auch technologische Geräte wie Wärmebildkameras, Beleuchtungs- und Bewegungssensorik, Drohnen und Überwachungskameras dazu bei, illegale Migration zu verhindern.
In den ersten neun Monaten des Jahres 2018 hielten die türkischen Grenzschutzbeamten rund 200.000 Syrer fest und verwiesen sie für weitere Maßnahmen an die Gendarmeriekräfte.
Berichten zufolge nannte die Mehrheit der illegal eingereisten Europa und Deutschland als ihr Ziel.
Bei den Sicherheitsüberprüfungen seien zudem fast 100 Migranten mit mutmaßlichen Verbindungen zu Terrorgruppen oder kriminellen Aktivitäten an die Justizbehörden verwiesen worden, so ein namentlich nicht genannter Grenzschutzbeamter gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu.
Die Sicherheitskräfte verhinderten auch die illegale Einreise von 230.000 Menschen anderer Nationen in die Türkei.
Modernste Fahrzeuge, wie etwa Untergrund- und Übertage-Bewegungsmelder sowie Kameras, die auch bei Nebel ein Sichtfeld ermöglichten, trugen wesentlich zur Verhinderung irregulärer Migration bei, so der Beamte weiter.
Unterirdisch installierte akustische Detektoren stärkten die Mobilität der Sicherheitskräfte, indem sie Grenzverletzungen und mögliche Tunnelgrabungen sowie Bewegungen von Menschen und Fahrzeugen aufspürten.
Tausende Kilometer neue Grenzmauern
Als Teil der Maßnahmen zur Erhöhung der Grenzsicherheit und zur Bekämpfung von Terrorismus, Schmuggel und illegalen Übergängen hatte die Türkei im Jahr 2015 mit dem Bau einer insgesamt 826 km langen Mauer an der syrischen Grenze begonnen. Diese wurde im Juni 2018 fertiggestellt.
Zudem wurde auch an der türkisch-iranischen Grenze eine 144 km lange Mauer errichtet.
Berlin (tp) – In Berlin-Kreuzberg wurde in den frühen Morgenstunden ein Brandanschlag auf ein Bestattungswagen der Religionsgemeinschaft DITIB verübt. Der Staatsschutz hat laut Polizei die Ermittlungen aufgenommen. Der Brandanschlag sei am Mittwoch in den frühen Morgenstunden durch eine Streife bemerkt worden. Es ist nicht der erste Anschlag dieser Art auf Einrichtungen der DITIB. Der Bundesgeneralsekretär der Allianz Deutscher Demokraten führt die Anschläge auf die Duldung und Legitimierung solcher Taten zurück.
Nach Angaben der Polizei war das Auto nach außen hin nicht als Fahrzeug der türkisch-islamischen Religionsgemeinschaft DITIB erkennbar. Dies bestätigte auch DITIB gegenüber IslamiQ. Auf dem Mercedes-Benz Transporter befand sich demnach kein Logo der DITIB oder wurde als Bestattungswagen der Bestattungshilfe der DITIB kenntlich gemacht. In der Vergangenheit hatte es ähnliche Übergriffe auf die Fahrzeugflotte der DITIB gegeben. Anfang des Jahres wurde bereits ein Brandanschlag auf einen DITIB-Transporter in Berlin-Schöneberg verübt.
Laut der Polizei besteht der Verdacht, dass das Feuer vorsätzlich gelegt wurde und ein politischer Hintergrund nicht auszuschließen ist. Nun hat auch der Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin die Ermittlungen aufgenommen.
Der Bundesgeneralsekretär der Allianz Deutscher Demokraten Halil Ertem erklärte im sozialen Netzwerk, dass die Politik und ihre „Hetze“ gegenüber der DITIB verantwortlich für die Übergriffe sei. „Nicht nur die Terroristen die Anschläge verüben, sondern jene, die ihnen die Legitimierung hierfür geben sind die Hauptschuldigen!“ postete Ertem in Facebook.
(Foto: Screenshoot/Berlin)
Einwegbesteck, Wattestäbchen, Strohhalme und Rührstäbchen aus Plastik sollen verboten werden
Einwegartikel aus Kunststoff wie Teller, Besteck, Strohhalme, Luftballonstäbchen oder Wattestäbchen sollen in der EU verboten werden. Dafür hat das Europäische Parlament am Mittwoch, den 24.10. gestimmt.
Diese Produkte, die über 70 Prozent aller Abfälle im Meer ausmachen, sollen nach dem Gesetzesentwurf des Europäischen Parlaments ab 2021 vom EU-Markt genommen werden. Die Europaabgeordneten haben Produkte aus oxo-abbaubaren Kunststoffen wie Beutel oder Verpackungen und Fast-Food-Behälter aus expandiertem Polystyrol in die Liste der verbotenen Produkte aufgenommen.
Nationale Reduktionsziele für nicht verbotene Kunststoffe
Der Verbrauch mehrerer anderer Artikel, für die es keine Alternative gibt, muss von den Mitgliedstaaten bis 2025 um mindestens 25 Prozent reduziert werden. Dazu gehören Einweg-Burgerboxen, Sandwichboxen oder Lebensmittelbehälter für Obst, Gemüse, Desserts oder Eis.
Die Mitgliedstaaten sollten die Verwendung von Produkten fördern, die für Mehrfachnutzung geeignet sind und, wenn sie zu Abfällen geworden sind, zur Wiederverwendung und zum Recycling vorbereitet werden können. Zu diesem Zweck sollen die Mitgliedstaaten Pläne auf nationaler Ebene erarbeiten.
Bis 2025 müssen außerdem 90 Prozent aller anderen Plastikartikel wie Einweg-Getränkeflaschen aus Kunststoff getrennt eingesammelt und recycelt werden.
Zigarettenfilter und verlorenes Fischereigerät
Der Gesetzesentwurf sieht auch Reduzierungsmaßnahmen für Abfälle aus Tabakprodukten vor, insbesondere für kunststoffhaltige Zigarettenfilter. Sie sollen bis 2025 um 50 Prozent und bis 2030 um 80 Prozent reduziert werden.
Ein Zigarettenstummel kann zwischen 500 und 1000 Liter Wasser verunreinigen. Auf die Fahrbahn geworfen, kann es bis zu zwölf Jahre dauern, bis er zerfällt. Zigarettenstummel sind die am zweithäufigsten weggeworfenen Einwegartikel aus Kunststoff.
Die EU-Mitgliedstaaten sollten auch sicherstellen, dass jährlich mindestens 50 Prozent der verlorenen oder weggeworfenen kunststoffhaltigen Fischfanggeräte gesammelt werden, wobei bis 2025 ein Recyclingziel von mindestens 15 Prozent angestrebt wird. Die Fischfanggeräte machen 27 Prozent der an den europäischen Stränden anfallenden Abfälle aus.
Hersteller in die Verantwortung nehmen
Die EU-Mitgliedstaaten müssen nach dem Gesetzesentwurf dafür sorgen, dass Tabakunternehmen die Kosten für die Abfallsammlung dieser Produkte übernehmen. Das beinhaltet auch den Transport und die Behandlung des Abfalls. Dasselbe gilt für Hersteller von kunststoffhaltigen Fischfanggeräten. Auch sie müssen dazu beitragen, das Recyclingziel zu erreichen.
Zitat
Frédérique Ries (ALDE, BE), die für den Vorschlag federführend zuständige Abgeordnete, sagte: „Wir haben die ehrgeizigsten Gesetze gegen Einweg-Kunststoffe verabschiedet. Es liegt nun an uns, bei den anstehenden Verhandlungen mit dem Rat, die bereits im November beginnen sollen, den Kurs beizubehalten. Die heutige Abstimmung ebnet den Weg für eine ehrgeizige Richtlinie. Sie ist unerlässlich, um die Meeresumwelt zu schützen und die Kosten für Umweltschäden, die durch Kunststoffverschmutzung in Europa verursacht werden und bis 2030 auf 22 Milliarden Euro geschätzt werden, zu senken.“
Nächste Schritte
Der Bericht wurde mit 571 zu 53 Stimmen angenommen, bei 34 Enthaltungen. Das Parlament wird Verhandlungen über die endgültige Fassung des Gesetzes mit dem Rat aufnehmen, sobald die EU-Minister ihren eigenen Standpunkt zu diesem Thema festgelegt haben.
Hintergrund
Laut der Europäischen Kommission (http://europa.eu/rapid/press-release_MEMO-18-3909_en.htm) bestehen mehr als 80 Prozent der Abfälle in den Meeren aus Plastik. Weil sich Plastik nur langsam zersetzt, sammelt sich immer mehr davon in den Meeren und auf den Stränden der EU und auf der ganzen Welt. Kunststoffreste finden sich auch in Tieren, die im Meer leben – etwa in Meeresschildkröten, Robben, Walen und Vögeln, aber auch in Fischen und Muscheln, und damit in der menschlichen Nahrungskette.
Kunststoffe sind ein praktisches und wirtschaftlich wertvolles Material. Sie müssen aber besser genutzt, wiederverwendet und recycelt werden. Wird Plastik einfach weggeworfen, umfassen die wirtschaftlichen Folgen nicht nur den verlorenen Materialwert, sondern auch die Kosten für Reinigung und Schäden für den Tourismus, die Fischerei und die Schifffahrt.
Riad (nex) – Der saudische Kronprinz Mohamed bin Salman überraschte bei einer Rede am Mittwoch mit ungewöhnlich versöhnlichen Worten gegenüber der Türkei und Staatspräsident Erdogan. Im März nannte er die Türkei, laut der ägyptischen Tageszeitung „Al-Shorouk“, noch „Teil eines Dreiecks des Bösen“.
In der heutigen Rede war davon nichts mehr zu hören. Niemand werde es schaffen „einen Keil“ zwischen sein Land und die Türkei zu treiben.
„Ich möchte denen eine Nachricht schicken. Euch wird das nicht gelingen, solange es einen König namens König Salman bin Abdulaziz und einen Kronprinzen namens Mohamed bin Salman in Saudi-Arabien und einen Präsidenten in der Türkei namens [Recep Tayyip] Erdogan gibt“, erklärte der Kronprinz.
Bin Salmans Bemerkungen kamen einen Tag, nachdem Erdogan Details über den Mord an dem Journalisten Jamal Khashoggi am 2. Oktober im saudischen Konsulat in Istanbul enthüllte.
Beide Länder kooperierten miteinander, um die Wahrheit über den Tod des Journalisten herauszufinden, sagte Salam weiter, der am zweiten Tag an einer internationalen Investitionskonferenz in der saudischen Hauptstadt Riad eine Rede hielt.
Die türkische und die saudische Regierung seien beide sehr daran interessiert, dass die Verantwortlichen für das Verbrechen zur Rechenschaft gezogen werden.
Der Kolumnist der US-Tageszeitung Washington Post verschwand, nachdem er am 2. Oktober das saudische Konsulat in Istanbul betreten hatte.
Nachdem Saudi-Arabien mehrere Tage lang jegliche Kenntnis seines Aufenthaltsortes geleugnet hatte, gab Riad schließlich zun, dass Khashoggi im Konsulat gestorben war.
Seitdem hat König Salman seinen stellvertretenden Geheimdienstchef entlassen – und einen Top-Assistenten – während er die Verhaftung von 18 Personen anordnete, die der Beteiligung an Khashoggis Mord verdächtigt werden.
Telefongespräch am Mittwoch
Erdogan und Salman führten am Mittwoch ein Telefongespräch und besprachen die gemeinsamen Bemühungen alle Aspekte der Ermordung Khashoggis aufzudecken, so eine Quelle des türkischen Präsidenten gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu.
Der Telefonanruf zwischen Erdogan und Salman erfolgte auf Wunsch des Prinzen, sagte die namentlich nicht genannte Quelle.
Ankara (nex) – Der türkische Staatspräsident und sein japanischer Amtskollege Shinzo Abe besprachen am Mittwoch am Telefon die Befreiung des Japaners Jumpei Yasuda.
Der Journalist wurde im Juni 2015 in Syrien von Terroristen gefangen genommen und befand sich seitdem in Geiselhaft. Wie eine namentlich nicht genannte Quelle des türkischen Präsidialamtes gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu sagte, bedankte sich Abe bei Erdogan für die Bemühungen der Türkei, bei der Freilassung des japanischen Journalisten.
Yasuda befindet sich nun in der Türkei. Die beiden Staatschefs hätten bekräftigt, die guten Beziehungen zwischen der Türkei und Japan weiterzuführen und in alle Bereiche auszudehnen.
Zudem habe auch der japanische Außenminister Taro Kono seinem türkischen Amtskollegen Mevlut Cavusoglu telefonisch für die Bemühungen der Türkei bei der Rettung und Überbringung von Yasuda gedankt.
Ein Regierungssprecher Japans sagte gegenüber japanischen Journalisten, dass für die Freilassung von Yasuda kein Lösegeld gezahlt wurde.
„Er sieht gesund aus, unsere Ärzte werden seinen Zustand untersuchen und ihn so schnell wie möglich nach Japan bringen“, sagte Kono Reportern.
Der 44-jährige Yasuda bedankte sich für seine Freiheit in einem Video:
„Mein Name ist Jumpei Yasuda, japanischer Journalist. Ich bin seit 40 Monaten in Syrien, jetzt in der Türkei. Jetzt bin ich in einem sicheren Zustand. Vielen Dank“, sagte Yasuda.
Es war nicht das erste Mal, dass Yasuda im Nahen Osten in Gefangenschaft geriet. Bereits im Jahre 2004 wurde er in Bagdad gefangen genommen.