Ägypten
Saudischer Prinz Salman bezeichnet Türkei als Teil eines „Dreiecks des Bösen“

Saudi-Arabiens mächtiger Kronprinz Mohammed bin Salman hat die Türkei als Teil eines "Dreiecks des Bösen" zusammen mit dem Iran und extremistischen  Gruppen bezeichnet, berichtet die ägyptische Zeitung Al-Shorouk am Mittwoch.

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Kairo (nex) – Saudi-Arabiens mächtiger Kronprinz Mohammed bin Salman hat die Türkei als Teil eines „Dreiecks des Bösen“ zusammen mit dem Iran und extremistischen  Gruppen bezeichnet, berichtet die ägyptische Zeitung Al-Shorouk am Mittwoch.

Der saudische Prinz beschuldigte die Türkei zudem, das Kalifat und Osmanische Reich wiederherstellen zu wollen. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges und dem darauffolgenden Zusammenbruch des osmanischen Reiches war das Kalifat abgeschafft worden.

Seine Kommentare spiegeln Saudi-Arabiens tiefes Misstrauen gegenüber dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan wider. Die Spannungen zwischen Saudi-Arabien und der Türkei hatten in den vergangenen Monaten zugenommen, weil sich Ankara auf die Seite Katars stellte, nachdem Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Ägypten und Bahrain am 5. Juni 2017 die wirtschaftlichen und diplomatischen Beziehungen zu Doha gekappt und das Land mit einer See- und Luftblockade belegt hatten. Die Länder warfen Katar “Terrorunterstützung” vor.

Die Türkei kooperiert – etwa im Norden Syriens – zudem auch mit dem Iran, dem Erzrivalen Saudi-Arabiens im Nahen Osten. Iranische und türkische Militärchefs tauschten im vergangenen Jahr Besuche aus.

Al-Shorouk zitierte Prinz Mohammed mit den Worten:

„Das gegenwärtige Dreieck des Bösen besteht aus Iran, Türkei und extremistischen religiösen Gruppen“.

Der Prinz sprach mit ägyptischen Journalisten während eines Besuchs in Kairo – auf seiner ersten Auslandsreise, seit er im vergangenen Jahr Erbe des Ölexportgiganten wurde.

Zum Disput mit Katar sagte Salman, dass er lange anhalten könnte und verglich ihn mit dem vor 60 Jahren verhängten US-Embargo gegen Kuba, spielte jedoch seine Wirkung herunter, indem er das Golfemirat „kleiner als eine Straße in Kairo“ nannte.

Salman und der ägyptische Präsident Abd al-Fattah as-Sisi unterzeichneten am Montag ein Abkommen für ein Megacity Projekt im Süd-Sinai.

Saudi-Arabien hatte im Oktober vergangenen Jahres Pläne für den Bau einer neuen Stadt und Geschäftszone vorgestellt – ein Projekt, das mit Investitionen in Höhe von mehr als 500 Milliarden US-Dollar unterstützt wird.

So soll sich “NEOM” mit 26.500 Quadratkilometer Größe bis an die Grenzen von Ägypten und Jordanien erstrecken, sagte der Kronprinz Mohammed bin Salman.

Es werde sich auf neun Sektoren wie Lebensmitteltechnologie, Energie und Wasser konzentrieren.

Der Kronprinz hat bei der Befreiung Saudi-Arabiens von der Abhängigkeit von Öleinnahmen die Vorreiterrolle übernommen.

Im August startete das Königreich am Golf ein Mega-Projekt zur Entwicklung des Tourismus des Landes. Dabei sollen 50 Inseln und andere Orte am Roten Meer in Luxusresorts verwandelt werden.

NEOM wird laut saudischen Regierungsvertretern in den kommenden Jahren sowohl vom Staat als auch von lokalen und internationalen Investoren finanziert werden.

“Der Beitrag von NEOM zum Bruttoinlandsprodukt des Königreichs wird bis 2030 voraussichtlich mindestens 100 Milliarden US-Dollar erreichen, was zusätzlich zum Bruttoinlandsprodukt pro Kopf hinzukommen wird – was dann wiederum voraussichtlich das höchste der Welt werden wird”, heißt es in einer Erklärung.

Es soll “ein neues pulsierendes Ziel” an der Küste des Roten Meeres und des Golfs von Akaba, das Asien, Afrika und Europa miteinander verbindet, entstehen.

“Bei NEOM legen wir den Schwerpunkt auf neun spezialisierte Investitionssektoren und Lebensbedingungen, die die Zukunft der menschlichen Zivilisation bestimmen werden: Energie und Wasser, Mobilität, Biotechnologie, Ernährung, technologische und digitale Forschung, moderne Herstellungsverfahren, Medien und Unterhaltung mit Lebensqualität im Mittelpunkt. Der Fokus auf diese Sektoren wird sich positiv auf wirtschaftliches Wachstum und Diversifikation auswirken, indem Innovation und Herstellungsverfahren auf internationaler Ebene vorangebracht werden.

Dies fördert wiederum die lokale Industrie, schafft Arbeitsplätze und steigert das BIP des Königreichs. NEOM wird sowohl private als auch öffentliche Investoren anlocken und Partnerschaften ermöglichen. Das Königreich Saudi-Arabien, der Saudi Arabian Public Investment Fund sowie lokale und internationale Investoren werden NEOM in den kommenden Jahren mit mehr als 500 Milliarden US-Dollar unterstützen”, sagte Salman in einem Statement.

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