Hamburg – Der Europapark Rust ist der am häufigsten weiterempfohlene Freizeitpark Deutschlands. Das ist ein Ergebnis einer großen Besucherumfrage durch das Institut YouGov im Auftrag des stern. 66 Prozent der Gäste würden ihren Freunden oder Familienangehörigen zu einem Besuch der Attraktion raten. Das ist im Vergleich mit anderen Produkten und Dienstleitungen ein sehr hoher Wert.
Über 10.000 Mitglieder des YouGov-Panels gaben von Februar bis März 15.000 Bewertungen zu mehr als 60 Freizeitparks ab, die sie in den vergangenen zwei Jahren besucht haben. Der Fragebogen umfasste 19 Fragen zu Fahrgeschäften, Shows, Gastronomie und Wartezeiten. Eine so umfassende Studie zu diesem Thema hat es bisher in Deutschland noch nicht gegeben. Im stern-Ranking der Parks hat die Weiterempfehlungsrate mit 50 Prozent das höchste Gewicht. Sie gilt in der Marktforschung als eines der härtesten Kriterien.
Zu der Spitzengruppe der Freizeitparks, die mit fünf Sternen ausgezeichnet wurden, gehören neben dem Europapark der Erlebnispark Tripsdrill in Cleebron, der Heidepark Soltau, das Phantasialand in Brühl, der Playmobil Funkpark in Zirndorf, der Serengeti-Park in Hodenhagen sowie der Weltvogelpark Walsrode. Aber auch zwei kleinere Anlagen in Sachsen konnten sich im Spitzenfeld platzieren: der Saurierpark Kleinwelka in Bautzen und der Sonnenlandpark in Lichtenau. Beide überzeugten unter anderem durch ihr Preis-Leistungsverhältnis. Während eine vierköpfige Familie im Europapark mit 193 Euro dabei ist, werden im Saurierpark nur 43 Euro und im Sonnenlandpark nur 56 Euro fällig. Der Preis-Leistungs-Sieger wurde Kernies Familienpark in Kevelar. 70 Prozent der Besucher loben die Relation von Kosten und Angebot. Dort zahlt eine vierköpfige Familie im Online-Vorverkauf 85,80 Euro.
Dass die Freizeitparks sehr unterschiedliche Profile haben, zeigen die Bestplazierungen in den weiteren Kategorien: Der Europapark punktet danach mit seinen hundert Attraktionen auch bei der Vielfalt. Die unterhaltsamsten Shows gibt es im Schwabenpark in Kaisersbach, die spannendsten im Filmpark Babelsberg. Die beste Action bietet das Phantasialand, die unterhaltsamste Wissensvermittlung das Saurierland Kleinwelka. Die Gastronomie-Wertung gewinnt die Autostadt Wolfsburg. Und die Wartezeiten, die in den großen Parks zu den meist kritisierten Punkten gehören, sind im Sonnenlandpark am kürzesten.
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„Der Ankarapark wird einen wichtigen Beitrag zu unserer Stadt leisten“, sagte Erdogan anlässlich der Eröffnungsfeier des bahnbrechenden Projekts, das auch als Wonderland Eurasia bezeichnet wird.
Caracas – Der vor Kurzem entlassene venezolanische Geheimdienstchef Manuel Ricardo Cristopher Figuera hat für die CIA gearbeitet.
Bereits seit einem Jahr habe er im Dienste des US-Auslandsgeheimdienstes gestanden, sagte Präsident Nicolás Maduro. Wie der Stern weiter berichtet sei Cristopher Figuera einer der Drahtzieher des gescheiterten Umsturzversuchs in der vergangenen Woche.
Venezuela wird seit dem 10. Januar von Protesten erschüttert, als Nicolas Maduro nach einer von der Opposition boykottierten Abstimmung für eine zweite Amtszeit vereidigt wurde. Die Spannungen eskalierten, als am 23. Januar Oppositionsführer Juan Guaido sich selbst zum Staatspräsidenten erklärte – ein Schritt, der von den USA und vielen europäischen und lateinamerikanischen Ländern unterstützt wurde.
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Erik Prince – der Gründer der umstrittenen privaten Sicherheitsfirma Blackwater und ein prominenter Unterstützer von US-Präsident Donald Trump – habe einen Plan für den Einsatz einer privaten Armee vorangetrieben, um Venezuelas sozialdemokratischen Präsidenten Nicolas Maduro zu stürzen.
Berlin (nex) – Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hat bereits 2017 den „Marshallplan mit Afrika“ initiiert. Entwicklungsminister Müller fordert einen Paradigmenwechsel. Afrika dürfe nicht länger als der Kontinent billiger Ressourcen betrachtet werden. Afrikaner benötigten vor allem Infrastruktur und Zukunftsperspektiven. Diese Herausforderungen können nach Auffassung Müllers nur in Zusammenarbeit mit Staaten des afrikanischen Kontinents gelöst werden. Hierfür sei von wesentlicher Bedeutung, die Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, dass private und öffentliche Investitionen auf fruchtbaren Boden fallen, so Müller. Zu diesen Rahmenbedingungen gehörten die Achtung elementarer Menschenrechte ebenso wie Rechtsstaatlichkeit und wirtschaftliche Stabilität.
Hierzu der Vorsitzende der Bürgerinitiative Genc ASIP, Tolga Özgül, in einem Gespräch mit NEX24 in Köln:
„Die Idee eines Marshallplanes für Afrika ist in jedem Fall zu begrüßen. Es muss jedoch berücksichtigt werden, dass es mit einem Marshallplan alleine nicht getan ist. Die Menschen in Afrika benötigen neben der Sicherstellung von hinreichender Nahrung vor allem Infrastruktur, Bildung, Schaffung von Arbeitsplätzen sowie die Einhaltung elementarer Menschenrechte. In vielen Staaten Afrikas ist Staatlichkeit und staatliche Fürsorge noch weit von europäischen Standards entfernt. Deshalb wäre die Ausbildung von Staatsbeamten in Europa beispielsweise eine Maßnahme, die vielen Staaten helfen könnte, ihre Staatlichkeit weiterzuentwickeln“, so Özgül
Bisher sei es so, dass nur wohlhabende Afrikaner ihre Kinder zum Studium oder zur Ausbildung ins Ausland schicken könnten, dies sollte sich laut Özgül ändern. Ferner wäre es zu begrüßen, wenn vor allem europäische Staaten Kontingente zur Aufnahme von Menschen aus Afrika für eine legale Migration schaffen würden. Wer zum Arbeiten oder zum Studium kommt, sollte in den Genuss leichterer Einreisebedingungen kommen, betonte Özgül.
„Schließlich muss ganz besonders Europa seinen Handel mit afrikanischen Staaten auf den Prüfstand stellen. Es ist ein offenes Geheimnis, dass europäische Staaten in der Regel afrikanischen Staaten ihre Bedingungen aufzwingen und andernfalls mit der Streichung von Entwicklungshilfen drohen. So kommt es, dass afrikanische Bauern auf ihren heimischen Märkten gegen europäische Waren konkurrieren müssen, die aus subventionierter Überproduktion stammen. In der Regel haben diese afrikanischen Bauern das Nachsehen und müssen ihre Betriebe aufgeben“, so Özgül.
Europäische Staaten und ganz besonders die ehemaligen Kolonialmächte wie Großbritannien, Frankreich und Belgien müssten aufhören, Afrikas Bodenschätze auszubeuten.
„Den Afrikanern bleibt nur ein sehr geringer Anteil ihrer reichen Bodenschätze. Die bis heute andauernde Ausbeutung der afrikanischen Bodenschätze ist der Hauptgrund für die Mehrzahl der militärischen Konflikte auf dem Kontinent und mithin eine der Haupt-Fluchtsursachen. Der durch den deutschen Entwicklungsminister Marshallplan verspricht daher nur Erfolg, wenn die genannten Umstände berücksichtigt werden“, so Özgül weiter.
Würden Sie uns bitte etwas über die von Ihnen gegründete Bürgerinitiative Genc ASIP berichten.Özgül: „Die Junge Europäische Bürgerinitiative Plattform (Genc ASIP) ist eine Nichtregierungsorganisation und wurde im Februar 2018 in Köln von mir gegründet. Aktuell ist Genc ASIP in Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen vertreten. In Nordrhein-Westfalen gibt es aktuell 7 Stadtverbände: Bonn, Bad Honnef, Dortmund, Duisburg, Mülheim an der Ruhr, Köln und in Marl. Baden-Württemberg sind wir mit einem Stadtverband und einen Lernzentrum in Karlsruhe vertreten. Vor Kurzem gründeten wir in Bayern unseren ersten Stadtverband in München. In Niedersachsen gibt es einen Stadtverband in Diepholz, gleichzeitig wird eine Gründung in Hannover geplant.Wir als Junge Europäische Bürgerinitiative Plattform (Genc ASIP) verfolgen unter anderem die Ziele, die Deutsch-Türkische Beziehung zu stärken und zu fördern, indem wir bundesweit Seminare und Projekte organisieren, um damit die Jugendlichen mit Migrationshintergrund politisch, gesellschaftlich und sozial aufzuklären. Außerdem versuchen wir bei den Problemen und Sorgen der Jugendlichen mit Migrationshintergrund zu helfen und sie zu unterstützen. Die Junge Europäische Bürgerinitiative Plattform fokussiert sich bei gesellschaftlichen Anliegen immer auf eine sachliche Problemlösung, um zu vereinen, statt zu spalten. Genc ASIP vertritt eine politisch neutrale Position, da sie eine Nichtregierungsorganisation sind und unabhängig von politischen Meinungen versuchen, einen eigenen Standpunkt zu vertreten. Ein weiterer Schwerpunkt, den Genc ASIP setzen möchte, ist die politische Partizipation von Migranten in Deutschland. Dabei konzentrieren wir uns nicht nur auf die türkische Community, sondern auch auf alle Migranten in Deutschland. Desweiteren wird auf soziales Engagement ein sehr großer Wert gelegt, da wir gemeinsam einen großen und wichtigen Beitrag in Richtung Wohltätigkeit durch unsere Projekte, wie zum Beispiel Blutspenden und jegliche Hilfe von Hilfsbedürftigen, setzen wollen.“
Ein Kommentar von Ernst Wolff
Sie ist erst 25 Jahre alt, hat lange Zeit ein unscheinbares Dasein gefristet, findet aber seit Kurzem immer mehr Anhänger: Die Modern Monetary Theory (MMT), die von verschiedenen Seiten als neue Heilslehre im Finanzbereich angepriesen wird.
Ihre Grundthesen stehen in der Tradition des Keynesianismus, einer Wirtschaftslehre, die die Rolle des Staates in Krisensituationen betont. Die MMT geht aber noch einen Schritt weiter und verquickt die Rolle des Staates mit der der Zentralbank.
Nach Ansicht der MMT-Befürworter verteilen sich die Rollen zwischen den beiden folgendermaßen: Die Zentralbank schafft Geld, während der Staat es in Gestalt von Steuern wieder einzieht. Die MMT behauptet, dass zwischen beiden Vorgängen kein Gleichgewicht bestehen müsse, die Zentralbank also wesentlich mehr Geld schaffen könne als der Staat anschließend einziehe.
Als Beleg für die Richtigkeit ihrer Thesen verweist die MMT auf das Beispiel Japan: Dort hat die Zentralbank mehr Geld ins System gepumpt als in irgendeinem anderen Land der Erde. Dass die japanische Inflationsrate trotzdem seit vier Jahren unter einem Prozent liegt, beweist nach Auffassung der MMT-Anhänger, dass die Geldschöpfung durch die Zentralbank nicht zwangsläufig in eine Inflation führen müsse und daher ruhig weiter betrieben werden könne.
Diese Argumentation aber hält einer Prüfung nicht stand. Zum einen unterschlägt sie die entscheidende Tatsache, dass das von der Zentralbank geschaffene Geld nicht in die Taschen der arbeitenden Bevölkerung, sondern in die von Finanzspekulanten geflossen ist. Die wiederum haben es nicht in die Realwirtschaft, sondern in die Anleihen-, Aktien- und Immobilienmärkte gesteckt, wo wir es sogar mit einer gewaltigen Inflation zu tun haben – nur, dass man sie dort nicht so nennt, sondern von „Blasen“ spricht.
Zum anderen lässt die MMT die historische Situation, in der wir uns derzeit befinden, völlig außer acht: Wir haben es nämlich seit dem Beinahe-Zusammenbruch des globalen Finanzsystems an den Finanzmärkten auf Grund der Geldinjektionen und der Zinssenkungen der Zentralbanken seit zehn Jahren mit einem künstlich erzeugten Dauer-Boom zu tun.
Dessen Triebkräfte haben Nebenwirkungen, die sich in der aufziehenden Rezession deutlich zeigen werden. Wegen des rückgängigen Wirtschaftswachstums werden die Zentralbanken nämlich gezwungen sein, noch mehr Geld zu schaffen und es zu noch niedrigeren Zinsen zu vergeben. Das aber bedeutet, dass der Leitzins von vielen Zentralbanken wie der EZB in den Negativbereich abgesenkt werden muss.
Solche Negativzinsen werden das klassische Geschäft der Banken – die Kreditvergabe – endgültig unprofitabel machen und sie dazu zwingen, noch stärker als bisher ins globale Finanzcasino einzusteigen. Außerdem werden noch mehr Investoren dazu verführt werden, mit geliehenem Geld zu spekulieren, was zwangsläufig noch größere Blasen an den Finanzmärkten erzeugt – mit der Folge, dass ein Crash zwar für einige Zeit hinausgezögert werden kann, danach aber umso heftiger ausfallen wird.
Der größte Fehler der MMT besteht jedoch darin, Staat und Zentralbanken als unabhängige Regulatoren des Finanzsystems zu begreifen, die von der Politik in jede beliebige Richtung gelenkt werden können. Das ist historisch nicht haltbar: Sowohl der Staat als auch die Zentralbanken sind seit Jahrhunderten den Interessen der Finanzelite unterworfen und handeln in ihrem Sinne und nicht im Interesse der Allgemeinheit.
Warum berufen sich dann Politiker wie Bernie Sanders und Alexandria Ocasio-Cortez trotzdem auf die MMT? Aus einem einfachen Grunde: Sie gehören der Demokratischen Partei an, die in den USA seit Jahrzehnten die Interessen des großen Geldes vertritt, sich aber vor allem in Wahlkampfzeiten gern als Vorkämpfer des kleinen Mannes präsentiert.
Zu diesem Zweck schlüpfen Sanders und Co. in die Rolle von Systemkritikern und werfen mit anti-kapitalistischen Parolen nur so um sich. Als Anhänger der MMT aber fordern sie in Wirklichkeit eine Fortsetzung genau der Geldpolitik, die die Vermögenskonzentration in immer weniger Händen und die Verarmung breiter Teile der arbeitenden US-Bevölkerung gewaltig vorangetrieben hat.
Daher sollte sich niemand darüber wundern, in welcher Gesellschaft sich Sanders und Co. mit ihrer Unterstützung der MMT befinden: Es gibt mehrere prominente US-Hedgefonds-Manager, die sich ebenfalls dazu bekennen.
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.
Wolff, geboren 1950, aufgewachsen in Südostasien, Schulzeit in Deutschland, Studium in den USA. Der Journalist und Spiegel-Bestseller-Autor (»Weltmacht IWF«) beschäftigt sich seit vierzig Jahren mit der Wechselbeziehung von Politik und Wirtschaft. Sein Ziel ist es, die Mechanismen aufzudecken, mit denen die internationale Finanzelite die Kontrolle über entscheidende Bereiche unseres Lebens an sich gerissen hat: »Nur wer diese Mechanismen versteht und durchschaut, kann sich erfolgreich dagegen zur Wehr setzen.«
Ankara (nex) – Ankara hat Berichte deutscher Medien dementiert, die behaupten, dass die Türkei vom Kauf des russischen S-400 Raketenabwehrssystems abgesehen habe, aufgrund des Drucks seitens Washingtons.
„Ankara beugt sich dem Druck Washingtons“, titelte etwa das Contra Magazin.
Die Tageszeitung Bild schrieb:
„Erdogan macht überraschenden Raketen-Rückzieher.Eigentlich sollte das türkische Militär bereits diesen Sommer die erste Lieferung russischer Raketenabwehr vom Typ S-400 empfangen. Und das gegen den Willen von US-Präsident Donald Trump (72)! Doch jetzt sorgt die die Lira-Krise offenbar für Umdenken bei Erdogan! Wie BILD aus diplomatischen Kreisen aus Ankara erfuhr, wird es offenbar nicht zum Raketen-Deal zwischen Moskau und Ankara kommen.“
Der Sprecher des türkischen Staatspräsidenten, Fahrettin Altun, dementierte bereits am Freitag diese Berichte über Twitter und schrieb, dass der Kauf der S-400 „abgeschlossene Sache“ sei.
In dem Tweet sprach er BILD-Redakteur Julian Röpcke sogar persönlich an.
„Lieber Julian, deine Quellen irren sich. Nimm es von mir: Die Beschaffung der S-400 ist beschlossene Sache“, so Altun.
Freitagmorgen hatte twitterte Röpcke, dass er über diplomatische Quellen erfahren habe, dass der Deal nicht zustande käme.
„Diplomatische Quellen sagen Bild, Erdogan wird die S-400 nicht von Russland kaufen.“, so Röpcke.
Russland begrüße die „harte Haltung“ des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan gegenüber den USA.
„Der Druck war in der Tat beispiellos. Wir begrüßen die ziemlich harte und kategorische Haltung von Präsident Erdogan. Wir glauben, dass nur diese Position es uns ermöglicht, tatsächlich einen freien und souveränen Dialog aufzubauen“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow in der Sendung „Moskau. Kreml. Putin“ des russischen TV-Kanals Rossiya-1TV. Russland und die Türkei gehörten laut Peskow zu den wenigen Länder auf der Welt, die souverän und selbstständig handeln könnten.
Nachdem die Bundesregierung im August 2015 den Abzug der deutschen Patriot-Abwehrraketen aus der Türkei angekündigt hatte, gab Ankara 2017 den Kauf des russischen System S-400 bekannt.
Die USA haben dieses Vorhaben Ankaras scharf verurteilt und ihren NATO-Partner gewarnt, dass sie, wenn der Kauf voranschreitet, die Teilnahme Ankaras am Jagdflugzeugprogramm F-35 neu bewerten müssten.
„Die Türkei muss sich entscheiden“, warnte der amerikanische Vizepräsident Mike Pence letzte Woche.
„Will sie ein echter Partner im erfolgreichsten Militärbündnis der Geschichte bleiben oder will sie die Sicherheit dieser Partnerschaft gefährden, indem sie solche rücksichtslosen Entscheidungen trifft, die unser NATO-Bündnis untergraben“, fragte Pence. Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu drohte daraufhin mit einem Kauf russischer Kampfjets.
„Es gibt die F-35, aber es gibt auch Flugzeuge, die in Russland hergestellt werden. Wenn wir keine F-35 kaufen können, wird die Türkei ähnliche Flugzeuge aus anderen Ländern kaufen. Und das wird so lange so fortgeführt, bis wir mit der Produktion unserer eigenen Kampfjets der fünften Generation beginnen“, zitiert der türkische Nachrichtensender NTV Cavusoglu.
Nach dem Willen der Bundesländer soll es in Deutschland bald ein weitreichendes Messerverbot geben. Wie die „Saarbrücker Zeitung“ berichtet, liegt dem Bundesrat ein Gesetzentwurf vor, wonach künftig das Mitführen von Klingen in Einkaufszentren, an Bahnhöfen, Haltestellen und bei Großveranstaltungen verboten werden kann.
Die Taten würden „weiterhin in hoher Zahl“ verübt, heißt es in dem Antrag der Länder Bremen und Niedersachsen. „Sie sind besonders gefährlich und beinträchtigen das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung.“ Konkret sieht der Entwurf vor, dass Waffenverbotszonen auch auf Orte ausgeweitet werden sollen, „an denen sich besonders viele Menschen aufhalten“.
Die Wahrscheinlichkeit sei „besonders hoch“, dass es an diesen Orten zu Taten komme. Die Verschärfung sieht darüber hinaus vor, dass feststehende Messer mit einer Klingenlänge von mehr als sechs Zentimetern nicht mehr in der Öffentlichkeit mitgeführt werden dürfen – bislang sind maximal zwölf Zentimeter erlaubt. Der Umgang mit Springmessern soll unabhängig von der Klingenlänge komplett verboten werden. Laut Zeitung wird mit einer breiten Zustimmung im Bundesrat gerechnet.
Genozid an den Ovaherero und Nama
Die deutsche Bundesregierung muss bei der Aufarbeitung des Genozids an den Ovaherero und Nama vor 115 Jahren endlich den Dialog mit den Betroffenen suchen, statt nur auf zwischenstaatliche Verhandlungen mit der namibischen Regierung zu setzen. Das fordert die Menschenrechtsorganisation ECCHR gemeinsam mit anderen Organisatoren der „Namibia: A Week of Justice“ in einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel, Außenminister Heiko Maas und Staatsministerin Michelle Müntefering.
Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, liebe Frau Dr. Merkel
Sehr geehrter Herr Bundesminister des Äußeren, lieber Herr Maas
Sehr geehrte Frau Staatsministerin, liebe Frau Müntefering,
wir wenden uns heute mit diesem Schreiben an Sie, da wir gerade mit großer Sorge aus Namibia zurückgekehrt sind. Das Goethe-Institut, die Akademie der Künste Berlin und das European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) haben dort zusammen mit lokalen Partnern wie der Ovaherereo Genocide Foundation (OGF), der Nama Traditional Leaders Association (NTLA) und dem Nama Genocide Technical Committee (NGTC) eine Woche zu Colonial (In)Justice durchgeführt.
Diese transnationale Veranstaltungsreihe war uns wichtig, da aus unserer Sicht die Frage wie Deutschland mit dem Genozid an den Herero und Nama und anderen Gruppen in Namibia heute umgeht, nicht alleine eine Angelegenheit staatlichen Handelns und Verhandelns ist und sein kann, sondern ebenso die Verantwortung der Zivilgesellschaft und ihrer Akteure betrifft und wir die Forderung nach Anerkennung des Völkermords, Entschuldigung und Reparationen unterstützen.
Die Veranstaltungen brachten Akteure aus allen Bereichen, Historiker, Sozialwissenschaftler, Künstler, Rechtsanwälte, Mediatoren und die Stakeholder in einem intensiven Austausch zusammen. Der Komplexität des Themas „Genozid an den Herero und Nama“ kann man sich nur annähern, in dem die Perspektiven möglichst aller Betroffenen und Beteiligten gehört und in einen Dialog mit einander gebracht werden. Dies ist in dem Symposium beim Goethe-Institut in Windhoek und danach in Swakopmund (ohne Beteiligung des Goethe-Instituts) gelungen.
Unsere Gespräche vor Ort haben deutlich gemacht, dass es vielfältige positive Anknüpfungspunkte gibt und diese die Möglichkeit einer Verständigung über die bisherigen staatlichen Kanäle hinaus versprechen. Gleichzeitig beobachten wir jedoch auch Tendenzen, die zu großer Sorge Anlass geben. Eine Verständigung, die für die Betroffenen akzeptabel ist, wird nur unter Beteiligung der Vertreter der Opfergruppen gelingen. Die bereits jetzt bestehenden Frustrationen unter Teilen der Vertreter der Opfergruppen verstärken sich und werden verbal mit zunehmender Schärfe artikuliert. Damit drohen mögliche Lösungsräume immer weiter eingeschränkt zu werden. Vielmehr wird ein Raum geschaffen, der zu unkalkulierbaren Friktionen führen kann.
Koloniales Unrecht wird nicht (nur) durch einen Verhandlungsprozess und einen möglichen Vertrag zwischen den Staaten (selbst wenn man beste Absichten unterstellt) beendet und es wird auch nicht zu einer gerechten und von allen akzeptierbaren Lösung führen, wenn die Betroffenen diesen Prozess als Wiederholung kolonialer Traumata erleben. Dass Teile der Betroffenen den juristischen Weg eingeschlagen haben, kann als Ausdruck ihrer Not verstanden werden, als gleichberechtigte Gesprächs- und Verhandlungspartner akzeptiert zu werden. Dies haben wir letzte Woche vor Ort in den Gesprächen mit den Betroffenen von den Herero und Nama aus Namibia, aber auch aus der Diaspora u.a. Botswana, Südafrika und den USA in aller Deutlichkeit erlebt.
Wir sind uns bewusst, dass sich auch der Diskurs in Namibia zu diesen Themen verändern muss. Wir wissen auch, dass die Bundesregierung keine direkten Einwirkungsmöglichkeiten darauf hat, wie die Regierung von Namibia diesen Prozess gestaltet.
Wir sind jedoch der festen Überzeugung, dass die Bundesrepublik Deutschland in dieser Situation mehr tun muss, als auf staatliche Verhandlungen zu setzen, oder gerichtliche Verfahren und deren Ausgang abzuwarten.
Transparenz und Partizipation sind dabei entscheidende Faktoren, um der Gravität des Themas gerecht zu werden. Dafür gilt es, auch kulturelle, wissenschaftliche und soziale Strukturen zu nutzen oder zu entwickeln, in denen die aktuellen Verwerfungen verhandelbar bleiben. Dazu kann beispielsweise ein „Lebendiges Archiv“ als Kulturinstitution in Namibia gehören, über das wir bereits nachdenken.
Ziel muss es sein, den Raum für nachhaltige und von allen Beteiligten akzeptable Lösungen zu schaffen. Nach 115 Jahren der Tatenlosigkeit müssen wir es besser wissen und besser handeln können.
Wir alle wissen, dass sich Gerechtigkeit nicht nur vom Ergebnis der Verhandlungen her ergibt, sondern auch von der Art und Weise, wie es zu diesem Ergebnis kommt. Es ist daher nicht überraschend, dass die bisherigen Bemühungen, von Staat zu Staat zu verhandeln, das Risiko der Nicht-Akzeptanz zu verstärken drohen. Eine Verhandlungslösung zwischen den Staaten, sollte sie denn gefunden werden, die dann aber nicht von den Betroffenen akzeptiert wird, birgt gravierende Risiken für alle.
Was daher jetzt dringend gebraucht wird, ist ein dialogischer, transparenter und partizipativer Prozess, der die Betroffenen zu Beteiligten macht. Dazu können auch Interventionen gehören, die die zivilgesellschaftlichen Kräfte in Namibia selbst stärken.
Wir wissen, dass Sie von der Kraft dialogischer Prozesse und Lösungsfindungen überzeugt sind. Die Fragen, die hier verhandelt werden, betreffen uns in unserer Menschlichkeit und müssen daher entsprechend behandelt werden. Das Unrecht von damals kann nicht wieder gut gemacht werden, aber wir heutigen stehen vor der Entscheidung wie wir uns verhalten. Bei allen Zwängen gibt es eine Wahl sich so zu verhalten, dass die Humanität wiederhergestellt wird.
Bitte nehmen Sie unsere tiefe Sorge über die Brisanz der derzeitigen Situation zur Kenntnis. Noch gibt es die Möglichkeit für eine Verständigung. Der von Ihnen und damit von der Bundesrepublik Deutschland betriebene Ansatz wird das Problem weiter verschärfen und Handlungsoptionen zunehmend einschränken. Es braucht einen neuen Ansatz, der jede Möglichkeit zur Verständigung und zum Dialog nutzt. Selbstverständlich stehen wir dafür für Gespräche bereit. Es geht darum, einen Prozess zu initiieren, den die Betroffenen als gerecht wahrnehmen, da er sie als Gleiche akzeptiert und sie an der Findung einer Lösung beteiligt.
Mit freundlichen Grüßen
Prof. Dr. Jürgen Zimmerer (Professor für Globalgeschichte, Leiter der Forschungsstelle „Hamburgs (post-)koloniales Erbe“, Universität Hamburg)
Dr. Johannes Odenthal (Programmdirektor der Akademie der Künste)
Dr. Thomas R. Henschel (Mediator)
Wolfgang Kaleck (Generalsekretär des European Center for Constitutional and Human Rights, ECCHR)
Zum Thema
– Völkermord an Herero und Nama –Herero-Sprecherin an Deutschland: „Werden wir anders behandelt, weil wir Afrikaner sind?“
Vertreter der Herero und Nama haben vor einem Gericht in New York Berufung gegen ein Urteil einer Richterin eingelegt, welches im März verkündet wurde.
Berlin – Deniz Yücel, ehemaliger Türkei-Korrespondent der „Welt“, wurde während seiner Haft in der Türkei nach eigenen Angaben gefoltert. Für die Misshandlungen macht er den türkischen Staatspräsidenten persönlich verantwortlich.
Die Folter sei „womöglich auf direkte Veranlassung des türkischen Staatspräsidenten oder dessen engster Umgebung, auf jeden Fall aber infolge der Hetzkampagne, die er begonnen hatte und unter seiner Verantwortung“ geschehen, zitiert die Deutsche Welle Yücel.
Mit der Folter sollte, so vermutet Yücel, die damalige Krise der Beziehungen mit Deutschland weiter verschärft werden. Aus diesem Grund habe er sich dazu entschlossen, die Misshandlungen zunächst nicht öffentlich zu machen. Nachdem Yücel und seine Anwälte Vertreter der Bundesregierung und einen türkischen Politiker als Vermittler eingeschaltet hätten, habe die Folter aufgehört, sagte Yücel, berichtet DW weiter.
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Muslimischer Superstar Maher Zain veröffentlicht Song für Erdogan
In die lange Liste der vielen internationalen Promi-Fans des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, wie etwa die US-Schauspieler Lindsay Lohan und Ben Stiller, der Sänger Cat Stevens, das Social Media-Phänomen Jerome Jarre, die deutschen Profifußballer Mesut Özil und Ilkay Gündogan sowie Boxweltmeister Manuell Charr reiht sich nun ein weiterer ein: Der schwedische #R&B-Sänger #MaherZain.
Düsseldorf – Die Aktionäre von Thyssenkrupp begrüßen die Strategiewende. „Die Absage der geplanten Teilung von Thyssenkrupp ist ein Schritt in die richtige Richtung. Mit den geplanten Doppelstrukturen wäre es nicht zu einer Kostenentlastung gekommen. Dass auch die Anleger einem solchen Weg nicht vertraut haben, zeigt die desaströse Entwicklung des Aktienkurses“, sagte Ingo Speich, bei der Deka Investment für Corporate Governance verantwortlich, der Düsseldorfer „Rheinischen Post“.
„Grundsätzlich ist die Entscheidung von Herrn Kerkhoff positiv zu sehen, allerdings wäre diese zu einem früheren Zeitpunkt wünschenswert gewesen. Diese Reaktion auf die Kritik der Aktionäre war überfällig. So hat das Management viel Zeit verloren“, so Speich.
IG Metall fordert Ausschluss von Kündigungen bei Thyssenkrupp
Der Bezirksleiter der IG Metall NRW, Knut Giesler, fordert Sicherheiten für die Arbeitnehmer: „Für die IG Metall war das Joint Venture auch immer mit Gefahren für Arbeitsplätze verbunden. Darum haben wir dafür gesorgt, dass ein Tarifvertrag den Beschäftigten im Falle des Zustandekommens des Joint Ventures langfristig Sicherheit geben wird. Diese langfristigen Sicherheiten braucht es auch unter neuen Voraussetzungen“, sagte Giesler der „Rheinischen Post“.
Weiter forderte Giesler: „Das Geld, das ein möglicher Börsengang der Aufzugssparte in die Kasse von Thyssenkrupp spült, muss für die Stabilisierung des Konzerns eingesetzt werden. Dies betrifft alle Bereiche des Konzernes. Eine Ausschüttung an die Aktionäre darf es nicht geben.“
Trabzon (nex/aa) – Zu den unzähligen Kirchen und Klöstern, die in den vergangenen Jahren in der Türkei restauriert wurden, reiht sich ein weiteres christliches Gotteshaus ein. Das majestätische Sumela-Kloster in der türkischen Schwarzmeerprovinz Trabzon wird am 25. Mai, nach Abschluss der Restaurierungsarbeiten, für Besucher geöffnet
Auch bekannt als „Jungfrau Maria“
Ein Teil des Klosters sollte am 18. Mai eröffnet werden, wurde aber wegen ungünstiger Wetterbedingungen verschoben, sagte Ali Ayvazoglu, der Provinzleiter des Ministeriums für Kultur und Tourismus, am Freitag gegenüber Reportern.
Das im Stadtteil Macka von Trabzon gelegene Kloster ist ein Ort von historischer und kultureller Bedeutung sowie eine wichtige Touristenattraktion. Im Jahr 2000 wurde es in die vorläufige Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen.
Die Restaurierung des Klosters Sumela, auch bekannt als die Jungfrau Maria, wurde im Februar 2016 eingeleitet, so Ayvazoglu.
Auf einer steilen Klippe auf 1.200 Metern im Nationalpark Altindere erbaut, wurde das Sumela-Kloster am 15. August 2010 mit Genehmigung des Ministeriums für Kultur und Tourismus nach einer 88-jährigen Pause wieder für religiöse Zwecke geöffnet.
Über das Kloster schreibt Eslam:
Das Sumela-Kloster (türkisch: Sümela Manastırı), auch bekannt als Marienkloster ist ein ehemals griechisch-orthodoxes Kloster aus Byzantinischer Zeit in der Osttürkei bei Trabzon. Der Ort galt zuweilen auch als Wallfahrtsort für Muslime.
Der Name „Sumela“ stammt vom griechischen Melas (Schwarz), was sich vermutlich auf die Farbe der Marienikone bezieht und/oder die Felsen, in die das Kloster geschlagen wurde. Das Kloster liegt etwa 50 km südlich von Trabzon in den Bergen der Stadt Maçka (Pontisches Gebirge) im Altindere-Nationalpark in etwa 1200 m Höhe. Es ist etwa 270 m oberhalb einer Schlucht des Altindere in den Fels gehauen.
Der Legende nach wanderte die Ikone, die vom Evangelisten Lukas selber gemalt worden sein soll, nach dessen Tod von zwei Engeln getragen durch die Wolken in eine Höhle im Gebirge. Zwei junge Eremiten aus Athen, Barnabas und sein Neffe Sophronios, wurden ebenfalls von den Engeln zu der Wanderschaft eingeladen und entdeckten die Ikone in einer Höhle mitten im Wald bei Wasserfällen. Das war vermutlich im Jahr 385 n.Chr. und die Höhle bereits, wie so viele, von frühchristlichen Eremiten bewohnt. Die Höhle wurde erweitert und eine Kapelle hineingebaut.
Um 500 n.Chr. förderte Kaiser Anastasios den Bau eines Klosters. 640 n.Chr. wurde es durch ein Feuer zerstört. Der Mönch Christophoros aus dem Kloster Vazelon baute es wieder auf. Im 12. Jahrhundert wurde es wieder zerstört, angeblich von Räubern, die auf der Suche nach der Ikone waren. Die Ikone wurde unversehrt aus dem Fluss geborgen.
Die ältesten erhaltenen Gebäude stammen aus dem 11 Jh. n.Chr.. In dem Kloster wurde Alexios III. (1338–1390) am 21. Mai 1350 und sein Sohn Manuel III. (1390–1417) als Kaiser vom Kaiserreich Trapezunt (ehemaliger Name Trabzons) gekrönt. Auch nach der Eroberung durch die Osmanen im Jahr 1461 blieb das Kloster bestehen und entwickelte sich zu einem wichtigen Wallfahrtsort.
Sein heutiges Aussehen erhielt das Kloster im 19. Jh., als Gebäude mit Mönchzellen vor die eigentliche Felsenkirche gebaut wurden. Als nach dem Ersten Weltkrieg die griechische Bevölkerung auf dem Pontus bei dem Versuch, eine eigene Republik zu gründen, den Truppen Atatürks unterlag, mussten auch die Mönche das Kloster verlassen. Die Reliquien wurden von ihnen mitgenommen und in eine gleichnamige Neugründung im griechischen Mazedonien eingebracht. Das Kloster verfiel nach einem verheerenden Brand 1930 immer weiter, bis es 1972 von der türkischen Regierung als Nationalerbe unter Schutz gestellt wurde und Besuchern offen steht. Die Zerstörungen in den Wandmalereien und Fresken sowie der Wandalismus von Besuchern ist nicht zu übersehen. Lediglich die hohen nicht erreichbaren Deckenmalereien sind einigermaßen erhalten.
Das Kloster war nicht nur für Christen sondern auch Muslime ein wichtiger Wallfahrtsort der Region. Es war der „Panhaghia tou Melas“ (Heiligen Maria (a.) des Schwarzen Bergs) geweiht, der Mutter Jesu (a.), weshalb das Kloster auch „Mutter-Maria-Kloster“ (Meryem ana manastiri) genannt wird.
Selim I. hat das Kloster während seiner Gouverneurszeit in Trabzon mit zwei großen Leuchtern beschenkt. Auch Fatih Sultan Mehmed, Bayezit II., Selim II., Murat III., Ibrahim I., Mehmed IV., Süleyman II. und Ahmet III. haben das Kloster reichlich beschenkt, wodurch sich die einheimische christliche Bevölkerung gesichert sah, auch unter den Osmanen.
In dem Kloster waren als Reliquien unter anderem eine Ikone, die vom Evangelisten Lukas gemalt worden sein soll und ein Splitter des Kreuzes, an dem Jesus gestorben sein soll. Mit dieser Kreuzreliquie wurde monatlich das Wasser aus dem heiligenden Brunnen geweiht, welches die Pilger gegen alle erdenklichen Leiden nutzten.
Eine lange, schmale Treppe führt zum Eingang des Klosters, welcher mit Wachhäuschen flankiert ist. Eine weitere Treppe führt in den Innenhof. Die wichtigsten Teile sind die Felsenkirche, einige Kapellen, Studienräume, ein Gästehaus, Bibliothek und der heilige Brunnen. Ein Aquädukt, welches an die Felswand gebaut ist, versorgt das Kloster mit Wasser und wurde mittlerweile restauriert.
Auf der rechten Seite vor der Höhlenkirche befindet sich die Bibliothek. Sechsundsechzig der hauptsächlich aus dem 17. und 18. Jh. stammenden Manuskripte wurden katalogisiert und sind jetzt im Museum von Ankara. Weitere 1000 mit Miniaturen verzierte Tetraevangelien (Die vier Evangelien) aus byzantinischer Zeit befinden sich inzwischen in der Hagia Sophia in Istanbul. Von den weiteren Schätzen des Klosters befindet sich eine Silberne Kreuzreliquie von Manuel III., ein handgeschriebenes Manuskript und eine Große Zahl an Dokumenten im Museum für Byzantinische Kunst in Athen, eine Ikone des Klosters „Lady of the roses“ ist jetzt in der National Gallery in Dublin. Anderes ist in Privatbesitz und im Benaki Museum in Athen.
Die Innen- und Außenwände der Felsenkirche und der angrenzenden Kapelle sind mit Fresken geschmückt. Die Darstellungen auf der Innenseite der Wand zum Hof der Felsenkirche stammen aus der Zeit von Alexios III. Die Porträts von Alexios und Manuel sind nicht mehr erhalten. Die Außenfresken stammen aus dem frühen 18. Jh. und geben Szenen des Alten und Neuen Testaments wieder und das Konzil von Nikaia-Nicaea.
Es wurden Teile einer großen Darstellung der Apokalypse gesichert. Ein Drache und zwei berittene Heilige (Georgios und Demetrios) sind auf einer Wand einer kleinen Kapelle dargestellt. Unter der sichtbaren Farbschicht wurden drei weitere Schichten entdeckt. Am oberen Rand der untersten Schicht wurde die Figur eines Herrschers mit einem Diadem dargestellt, eine ähnliche Figur wurde darübergemalt und darüber eine Metamorphose – Die Veränderung des Blicks von Jesus Christus am Berg Tabor. 100 m nördlich des Klosters befinden sich Kapellen, die ebenfalls in den Berg geschnitten wurden und mit Fresken verziert sind. Seit 1998 restauriert das türkische Kultur- und Tourismusministerium das Kloster, die Fresken werden gereinigt und ausgebessert, das Hauptgebäude hat ein neues Dach erhalten. Es ist aber dennoch Besuchern offen.
Rekordanzahl an Sanierung in der Türkei
Noch nie in der Geschichte der Türkischen Republik hat es so viele Sanierungen und Instandsetzungen von Gotteshäusern der Minderheiten gegeben, wie in der Regierungszeit der vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan gegründeten islamisch-konservativen AKP.
Sanierungsprojekte der Türkei unter Erdogan
Die Große Synagoge in der westtürkischen Provinz Edirne, die griechisch-orthodoxe Aya Nikola Kirche in der Provinz Canakkale, eine syrisch-katholische Kirche in der südosttürkischen Provinz Hatay, die armenischen Kirchen in den Provinzen Diyarbakir und Gaziantep, die griechisch-orthodoxen Kirchen Taksiyarhis in der westtürkischen Provinz Balikesir und Aya Yorgi in Istanbul und die bulgarisch-orthodoxe Kirche Sankt Stefan in Istanbul sind einige der fertiggestellten Restaurierungsprojekte der türkischen Regierung. 2017 eröffnete in der Sonnenmetropole Antalya zudem eine weitere evangelische Kirche mit einem Gebetsraum für 220 Gläubige, einem Restaurant, Räumlichkeiten für Kinderbetreuung und einer Bibliothek für Christen.
(Foto: Screenshot/ayvalikholyspring.com)Neue Cemhäuser
Zwischen 80 und 90 Prozent aller Cemhäuser – den Gottesdienststätten der Aleviten – etwa, seien in den vergangenen Jahren errichtet worden. Das Justizministerium kündigte 2016 seinerseits an, einen Rat einzuberufen, der Meinungen und Vorschläge aus der alevitischen Community einholen soll.
Sanierungen armenischer Kirchen
Der Erzbischof des armenischen Patriarchats in der Türkei, Zakeos Ohanyan, bedankte sich in seiner Predigt bei den zuständigen Behörden für die Sanierung und Wiederinstandsetzung der historischen Kirche „Surp Krikor Lusarovic“ in der anatolischen Stadt Kayseri. Ohanyan: „Wir beten mit unseren muslimischen Schwestern und Brüdern zu Gott, dass in unserem Land und in der ganzen Welt der Frieden herrscht.“
Eiserne Kirche in Istanbul
Die bulgarisch-orthodoxe Kirche Sankt Stefan ist die einzige vollständig erhaltene eiserne Kirche der Welt – eisern, weil als Baumaterial hauptsächlich Gusseisen verwendet wurde.
Erdogan habe die Restaurierung auf die Bitte der bulgarischen Minderheit in der Stadt initiiert, sagte Wassil Liaze, Präsident der Bulgarisch-Orthodoxen Kirchenstiftung, gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu:
„Er [Erdogan] half uns damals schon, als er noch Istanbuler Bürgermeister war. Und wir sind auch Nachbarn. Er kommt aus Kasimpasa, wir sind aus Balat. Wir haben ihn vor etwa acht-neun Jahren gefragt, und er hat die Restaurierung der Kirche angeordnet.“
Die Restaurierung erfolgte nach dem Reziprozitätsprinzip zwischen den beiden Staaten: Die bulgarische Regierung genehmigte den Wiederaufbau der Dschumaja-Moschee (Freitagsmoschee) in der zweitgrößten Stadt des Landes Plowdiw. Die türkische Regierung ihrerseits ermöglichte die Restaurierung der Eisernen Kirche. Es gibt weltweit lediglich in Argentinien, Österreich und der Türkei drei vorgefertigte Eiserne Kirchen.
Nach einem Brand in einer Holzkirche erhielten die bulgarischen Christen am 25. Juni 1890 vom Sultan die Erlaubnis, neben der Holzkirche ein neues Gotteshaus zu bauen.
Liaze erzählte im Gespräch mit Anadolu, dass die einzelnen Elemente, die zusammen rund 500 Tonnen wogen auf kleinen Frachtschiffen von Wien über die Donau, den Bosporus und das Goldene Horn nach Istanbul gebracht worden seien.
Die Kirche im neugotischen Stil war in zwei Jahren errichtet und 1898 in Balat, dem alten jüdischen Viertel im europäischen Teil der Stadt, eröffnet worden.
Synagoge-Eröffnung: Juden bedanken sich mit Gebet bei Erdogan
Im Jahre 2015 weihte die türkische Regierung die mit staatlichen Mitteln restaurierte Synagoge von Edirne ein – am Wochenende fand die erste Hochzeit statt. Das Gotteshaus war über Jahrzehnte hinweg verfallen und wurde nicht genutzt. 2016 wurde dort die erste jüdische Hochzeitsfeier seit mehr als vier Jahrzehnten abgehalten.
Obwohl sie sich von anderen traditionellen jüdischen Hochzeiten nicht unterschied, war das Ereignis von großer symbolischer Wichtigkeit für die jüdische Gemeinde in der Türkei.
Vor allem für Rufat Mitrani, den Patriarchen der einzigen in Edirne lebenden jüdischen Familie, war es ein unvergesslicher Moment. Er war zuvor der Letzte, der vor mehr als 40 Jahren seine Frau Sara dort geheiratet hatte. In weiterer Folge verwaiste der Tempel und war dem Verfall preisgegeben, da es zu wenige Gemeindemitglieder gab.
Die Zeremonie begann mit dem Lied „Boi Kala“, mit dem die Braut im prächtigen Tempel besungen wurde. Zwei Kantoren rezitierten ein Anoten, ein traditionelles Gebet, das auf die Zeit zurückdatiert, als die sephardischen Juden im 15. Jahrhundert aus Spanien nach Istanbul geflohen waren. Das Gebet stellte ursprünglich eine Dankesäußerung an den osmanischen Sultan dar, der der jüdischen Gemeinde damals Schutz gewährte. Am Hochzeitstag wurde es zu Ehren des derzeitigen politischen Führers der Türkei, Präsident Recep Tayyip Erdogan, vorgetragen.
„Das Romani ist kein Dialekt. Es ist eine der ältesten Sprache der Welt. Etwa 100 Millionen Menschen auf der ganzen Welt sprechen diese Sprache. In Europa sind es 15 Millionen Roma, die diese Sprache sprechen“, so Ali Daylam, Vorsitzender der Föderation der Roma-Vereine, in einem Interview.