Wirtschaft
Fintechs: 70 Prozent der Banken wollen Blase platzen sehen
Zypernkrise
Türkei unbeeindruckt von EU-Drohungen: 4. Bohrschiff Richtung Zypern entsandt
Zum Thema
– Türkisch-griechische -Beziehungen – Griechenland: Türkei hat Rechte auf Energieressourcen im östlichen Mittelmeer
Die Türkei hat Rechte in Bezug auf die reichlich vorhandenen Energieressourcen im östlichen Mittelmeerraum, sagte der griechische Außenminister.
Griechenland: Türkei hat Rechte auf Energieressourcen im östlichen Mittelmeer
Putschversuch 2016
Oppositionspartei zum Putschversuch: Wir sprachen nie von einem Theater
Die Parteiführung habe zu keiner Zeit von einem „Theater“ gesprochen, verteidigte sich Özel später auf Twitter. Die Aussagen von Özel sind oberflächlich betrachtet der einzige gemeinsame Nenner zwischen Säkularen, Nationalisten, Linken, Rechten, Konservativen oder Liberalen. Sie sind alle davon überzeugt, dass die FETÖ (zu Deutsch „Fethullahistische Terrororganisation“) den gescheiterten Putschversuch ausgeführt hat. Es gibt aber auch starke Stimmen unter all diesen politischen Richtungen in der Türkei, die auch davon überzeugt sind, dass ausländische Kräfte diesen Putschversuch zumindest gefördert haben, oder die FETÖ hierzu instrumentalisiert haben. İlker Başbuğ, ehemaliger Generalstabschef der türkischen Armee, sprach kurz nach dem Putschversuch das aus, was die Meisten schon immer befürchteten: dass die USA bzw. deren Auslandsgeheimnis CIA die türkische Armee für die eigene außenpolitische Agenda maßschneidern wollte und entsprechende Maßnahmen ergriff. „Oder wieso sollte die CIA einen islamischen Prediger schützen und Zuflucht gewähren“, erklärte Başbuğ weiter. Das wäre der zweite gemeinsame Nenner unter den Türken jedweder Couleur. Der dritte springende Punkt, bei der die Türken zumindest zähneknirschend übereinkommen ist, dass die FETÖ, also die Gülen-Bewegung, die Macht im Staat erlangte sowie schalten und walten konnte, wie es ihr genehm war. Aber, dieser gemeinsame dritte Nenner hat eine gesellschaftliche Sprengkraft, die weder die Oppositionspartei CHP beherrschen kann, noch die amtierende Regierungspartei AKP willens ist, zumindest zu diesem Zeitpunkt anzupacken: die politischen Akteure dieser Gülen-Bewegung! Während die AKP nach wie vor keine Anstalten hegt, diese Figuren ins Rampenlicht zu rücken oder juristisch durchleuchten zu lassen, stellt die CHP lediglich fest, dass diese Personen und Kreise noch immer auf freien Fuß sind. Welche Gründe oder Sorgen die beiden größten Parteien haben, um die Machenschaften der FETÖ innerhalb des Parlaments, des Präsidialamtes oder im Ministerkabinett, zumindest jetzt nicht vollumfänglich aufzuarbeiten oder zu durchleuchten, steht in den Sternen. Es kann sein, dass diese Personen oder Kreise noch nicht ganz enttarnt worden sind und man befürchtet, dass diese noch vor dem Zugriff durch die Justiz ins Exil flüchten, so wie die 55 Personen, die sich allein nach Deutschland abgesetzt haben, darunter sehr viele hochkarätige Putschisten, deren Aussagen in der juristischen Aufarbeitung gänzlich fehlen. Es kann aber durchaus sein, dass diese politischen Akteure einen gewissen Anteil am Erfolg der Parteien haben, weshalb sie nicht zur Schlachtbank geführt werden. Ich befürchte aber, dass die Aufdeckung dieser politischen Persönlichkeiten eine gewisse Sprengkraft besitzt, die man nicht kontrollieren kann, weshalb es derzeit unterlassen wird. Vielleicht wartet man nur ab, bis diese von selbst ihre politische Karriere beenden und Gras darüber wächst. Es kann aber auch sein, dass die Parteien befürchten, dass die Macht der FETÖ im Grunde aus ihrem Mist gewachsen ist und dies zu einer Veränderung in der Parteilandschaft führt. Dabei ist es belanglos, wer den größten Anteil daran hatte, schließlich wird ja nicht erst seit dem Putschversuch darüber debattiert, ob und wie stark die türkische Armee oder die Sicherheitsbehörden des Landes von Gülenisten infiltriert worden ist. Warnungen seit den 1990-ern von hochrangigen Polizeibeamten Seit den 90’er Jahren gab es immer wieder Warnungen von hochrangigen Polizeibeamten. Der militärische Abschirmdienst richtete im selben Zeitraum mindestens einmal eine alarmierende Botschaft an den Nationalen Sicherheitsrat des Landes, die sang- und klanglos unterging. Auch die Warnungen der zahlreichen Generäle, die sich vorzeitig in den Ruhestand versetzen ließen, um wie sie sagten, später mit dem „Treiben“ im Militär nicht in Verbindung gebracht zu werden, wurde in den Wind geschlagen. Da war die Unterwanderung aber längst abgeschlossen. Es ist müßig darüber zu spekulieren, wer letztendlich die Verantwortung trägt. Ob der ehemalige Ministerpräsident Turgut Özal, der eine gute Beziehung zu Gülen unterhielt und dessen Todesumstände noch immer für Spekulationen sorgen oder die der ersten türkischen Ministerpräsidentin Tansu Ciller, die sich mit Fethullah Gülen zwar gerne ablichtete, zuletzt aber sich demonstrativ an die Seite von Recep Tayyip Erdoğan schlug, oder aber Bülent Ecevit, dem sozialistischen 5-fachen Ministerpräsidenten der Türkei; sie haben alle zusammen mit Erdoğan, eine ambivalente Haltung gegenüber Fethullah Gülen gezeigt. Letzterer verhält sich in Bezug zu Fethullah Gülen seit dem gescheiterten Putschversuch aggressiv, hat aber parteiintern keinen offenen Schlagabtausch mit möglichen Gülen-Anhängern riskiert. Warum? Das ist die Kernfrage, auf die die Hälfte der Türkei antworten verlangt. Zwar ist Innenpolitik gepaart mit Außenpolitik ein großes und undurchsichtiges Mysterium, aber das will das Wahlvolk auch inmitten der angespannten geopolitischen wie wirtschaftlichen Lage nicht gelten lassen und erwartet antworten. Ob diese beantwortet werden? Zu diesem Zeitpunkt wohl kaum! Die andere Hälfte ist nach wie vor auf die FETÖ fixiert und will deren Zerschlagung im In- wie Ausland, deren Verurteilung, wenn sie sich an Verbrechen beteiligt haben und eine Distanzierung der Regierung von der USA, was ja offensichtlich auch stattfindet. Die USA steht dabei immer wieder im Mittelpunkt der Debatten, zumindest das scheint der vierte gemeinsame Nenner zu sein. Aber das war es dann auch. Murat Yetkin, türkischer Journalist und Chefredakteur der in Istanbul erscheinenden englischsprachigen Tageszeitung „Hürriyet Daily News“, erklärt die wichtigsten Fragen, wieso die andere Hälfte sauer auf Erdoğan ist: Wieso ist der türkische Nachrichtendienst MIT, nach dem es Ende 2015 den von der FETÖ gemeinsam benutzten verschlüsselten Messenger-App „ByLock“ dechiffrieren und mitlesen konnte, nicht aufgewacht, als die Nutzer es bemerkten und auf eine Ersatz-App auswichen? Schließlich hatte man bereits in diesen wenigen Monaten, in denen die Nachrichten mitgelesen werden konnten, wichtige Erkenntnisse erlangt und diese auch an den militärischen Abschirmdienst weitergeleitet. Musste also erst ein uniformierter Putschist an der Tür der MIT klopfen, um zu erkennen, dass ein Putsch geplant war? Als der Präsident des türkischen Nachrichtendienstes MIT, Hakan Fidan, Anfang 2012 als nächstes Ziel von der FETÖ und mit ihr ausgerechnet auch noch von der Terrororganisation PKK auserkoren wurde, um so an den Präsidenten der Türkei heranzukommen, weshalb streckte Erdoğan 4 Monate später die Hand in Richtung Fethullah Gülen und forderte ihn auf, zurückzukommen? Wieso wurde dem Generalstab und der MIT 2005 die elektronische Überwachung des Internets, der Telefon- und Handynetze, des Funkverkehrs entzogen und dem Telekommunikationsministerium unter Binali Yildirim zugeteilt, obwohl Ersterer bereits 2004 den Nationalen Sicherheitsrat gewarnt hatte und der ehemalige Parteivorsitzende der CHP, Deniz Baykal, schon damals von einer Unterwanderung der Polizei sprach? Wusste man nicht, zu was dieses Kompetenzgezerre führen könnte? Konnte Erdoğan 2007 nach den Pressemeldungen zu „Ergenekon“, die aufzeigten, man würde die „Laizisten vom Land säubern“ oder „Wir haben den Attentatsplan aufgedeckt“, sich nicht zusammenreimen, dass die FETÖ nun im Militär, in der Justiz, in den Universitäten oder zivilen Organisationen Persönlichkeiten aus dem Weg räumte, die Erdogan bei den Regierungsgeschäften beiseite gestanden wären? Wieso konnte 2009, unter den Augen des Staatspräsidenten Abdullah Gül, dem Premier Erdoğan und dem Außenminister Ahmet Davutoğlu, mit der fadenscheinigen Begründung, gegen Bülent Arınç habe es einen Attentatsversuch gegeben, die unterwanderte Polizei und Justiz das „kosmische Zimmer“ – der militärischen Sondereinsatzkommandantur – durchsuchen? Und damit auch, was bislang allerdings nicht gesichert ist, die streng geheimen Informationen des Landes an eine US-Adresse weitergeleitet werden? Die entscheiden Frage lautet aber, wieso konnten nach dem 15. Juli und obwohl offenbar viele Namen unter der AKP mit der FETÖ in Zusammenhang gebracht wurden, trotzdem nicht juristisch verfolgt oder durchleuchtet werden, unter denen sich Abgeordneten, sogar Minister und Kabinettsmitglieder befinden? Es gibt hierzu aber keine einfachen Antworten. Zu diesen vielen Fragen, die Murat Yetgin zurecht gestellt hat, gibt es manchmal plausible Antworten oder Theorien, die man sich auch anhören muss. Manche Antworten werden Manche zufriedenstellen, andere nicht. Für manche Fragen gibt es schlichtweg keine Antworten, weil sie nationale Sicherheitsinteressen verletzen könnten; wobei, das meiste Wissen jene bereits, z.B. über die Landesverteidigung, Stand der geheimdienstlichen Auswertung im In- wie Ausland, informelle Mitarbeiter, Agenten, Spione, sicherheitsrelevante Daten. Also jene Daten, die die FETÖ all die Jahre hinweg angezapft hat, heran gekommen ist oder ausspionieren konnte und höchstwahrscheinlich an den meistbietenden angeboten hat. Letztlich steht nur eines fest: es wird keiner richtig zufrieden gestellt werden, aber wir sind ja auch nicht in einem Wunschkonzert, wo auf alles mit Ja und Amen geantwortet wird. Das macht die Vielfalt der politischen Stimmen aus. Erst wenn wir einander zuhören, einander begreifen, nicht allem und jedem Glauben schenken, differenziert betrachten, erst dann hat keine innere oder äußere Macht die Kraft, dieses Land und ihre Bürger erneut in ein Chaos zu stürzen. Denn, wir waren nahe dran, nicht nur politisch, sondern auch gesellschaftlich, zu scheitern.3 yıldır 15 Temmuz'un kanlı bir darbe girişimi olduğunu söylüyorum. Yine aynı ifadeleri kullandım.
— Özgür Özel (@eczozgurozel) July 13, 2019
Her defasında bu sözleri bizden ilk kez duymuş gibi davrananlara partimizin hiçbir yetkilisinin kanlı girişime "tiyatro" demediğini de hatırlatmak isterim.
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– Türkei – Ergenekon-Affäre: „Wer es anrührt, verbrennt sich“
Am Montag endete in der Türkei für 235 Personen ein mehr als 12-jähriges Martyrium. Das Istanbuler 14. Schwere Strafgericht befand in einem Berufungsurteil, dass die Ergenekon-Verdächtigen freizusprechen sind.
Ergenekon-Affäre: „Wer es anrührt, verbrennt sich“
Xinjiang
China: Systematischer Plan zur Entführung und Indoktrination von Kindern
Kinder in „äußerst bedauernswertem Zustand“
Dr. Zenz stellte fest, dass sich die Situation für Uiguren und andere Angehörige muslimischer oder Turkminderheiten seit dem Frühjahr 2017 verschlechtert hat. Damals wurde Chen Quanguo KPCh-Sekretär für das Uigurische Autonome Gebiet Xinjiang (UAGX) – und deshalb konzentrieren sich die Pläne der USA für gezielte Sanktionen nach dem sogenannten „Magnitsky Act“ auf ihn.
Systematischer Plan zur Entführung und Indoktrination von Kindern
Doch hier geht es um mehr als um Misshandlung. Dr. Zenz zeichnet ein Bild eines vorsätzlichen ideologischen Projekts, das darauf hinzielt, nicht nur die Gegenwart Xinjiangs durch die Lager zu kontrollieren, sondern auch die Zukunft der Region durch die Indoktrination der Kinder. Um dieses Ziel zu erreichen, wird auch in hohem Maße Technologie eingesetzt. „Insbesondere“, so stellt Zenz fest, „setzt der Staat auf zentralisierte, internatsähnliche Hochsicherheitseinrichtungen – unabhängig davon, ob er nun die Vormundschaft für diese Kinder besitzt oder nicht. Mit einem Budget von mehreren Milliarden Dollar, strengen Zeitvorgaben und ausgeklügelten digitalen Datenbanksystemen kann die Regierung in Xinjiang eine noch nie dagewesene Kampagne zur Assimilierung und Indoktrination von Kindern in einem abgeschotteten Umfeld durchführen, indem sie diese von ihren Eltern trennt.“ Wie Bitter Winter es täglich dokumentiert, ist die Religion der Staatsfeind Nr. 1. Doch Dr. Zenz ist es zu verdanken, dass wir nun erkannt haben, dass direkt danach die Familie kommt. Vor allem deswegen, weil die Familie der Ort ist, an dem religiöse Werte und kulturelle Identität weitergegeben werden. Mittlerweile kann die Trennung der Kinder von ihren Eltern und anderen Verwandten „[…] unterschiedliche Formen und unterschiedliches Ausmaß annehmen. Dazu gehören Ganztagsbetreuung an Werktagen bzw. während ganzer Arbeitswochen sowie längerfristige Vollzeittrennung. Wenn man bedenkt, welche Bedrohung es darstellt, dass die Kinder in Xinjiangs Bildungssystem dazu gebracht werden, ihre Eltern zu denunzieren, kann man davon ausgehen, dass der elterliche Einfluss im Allgemeinen und die Weitergabe von Kultur und Religion zwischen den Generationen im Besonderen drastisch eingeschränkt werden. Sehr wahrscheinlich wird in manchen Fällen der elterliche Einfluss fast vollständig ausgeschaltet.“ Braucht es noch weitere Beweise dafür, dass es sich bei Rotchina um einen totalitären Staat handelt? Eines der zahlreichen konkreten Beispiele in Dr. Zenz‘ Bericht ermöglicht eine vollständige Vorstellung dessen, was im UAGX tatsächlich geschieht – er schreibt: „Ab Ende Februar 2017 begann Xinjiang damit, 4387 ‚bilinguale‘ (d.h. vornehmlich chinesischsprachige) Vorschulen zu errichten, die geplant 562 900 neue Schüler aufnehmen sollten. Diese Kampagne konzentrierte sich auf den ländlichen Süden, in dem die meisten Uiguren leben. Das Projekt wurde mit großer Dringlichkeit vorangetrieben. Zahlreiche Nachrichtenberichte bestätigten, dass die Bauarbeiten in Höchstgeschwindigkeit vorgenommen wurden. Dabei wurde ein chinesischer Ausdruck verwendet, der sich darauf bezieht, mit einer Peitsche ‚ein Pferd zur Höchstgeschwindigkeit anzutreiben‘ (快马加鞭). Es hieß, die Koordination zwischen den für die schnelle und effiziente Errichtung der Schulen zuständigen Regierungsabteilungen sei in ‚militärischer Befehlsmanier‘ (军令状) erfolgt. Die Errichtung der Vorschulen sollte rechtzeitig vor dem Beginn des neuen Schuljahrs im September abgeschlossen sein. Der Regierungsbezirk Hotan forderte die Fertigstellung der Vorschulen jedoch bereits vor dem 25. Juli. Dieser massive und beschleunigte Ausbau wurde durch Staatsbankkredite von insgesamt acht Milliarden RMB nur für die südliche Minderheitenregion finanziert. Allein im Regierungsbezirk Kashgar beliefen sich die Subventionen der Zentralregierung für den Bau von Vorschulen auf 767,6 Millionen RMB.“ Acht Milliarden RMB sind fast 1,1 Milliarden Euro, die in die Entführung und Indoktrination von Kindern investiert wurden, um den Fortbestand des Unterdrückungsstaats zu sichern.Das „Xinjiang-Experiment“ und unser aller Zukunft
Die von Dr. Zenz in seinem Schlusswort benannte „koordinierte Staatskampagne zur Förderung unterschiedlicher Formen der Generationentrennung“ hat bereits ein besorgniserregendes Zwischenziel erreicht. Tatsächlich, so erklärt der deutsche Wissenschaftler, „kann die Regierung von Xinjiang seit Mai 2019 im wahrsten Sinne des Wortes die ‚Elternschaft‘ von mindestens zehntausenden – wenn nicht sogar hunderttausenden oder mehr – Kindern übernehmen“. Selbst wenn der Staat Eltern wieder aus den Lagern entlässt, „[…] können Kinder weiterhin zumindest während der Arbeitswoche in Vollzeitbetreuung oder Internaten untergebracht werden, was bedeutet, dass der Staat mehr Einfluss auf die nächste Generation ausüben kann, als die Eltern […]. Mit der Ausweitung der ausgeklügelten Betreuungs- und Internatseinrichtungen, können die Schüler ganze Arbeitswochen und möglicherweise auch länger von ihren Eltern getrennt werden. Das ist mit Sicherheit kein Zufall, sondern ein bewusster Teil des ‚Wurzelbrechens‘ und der Transformation der Turkminderheiten durch zwangsweisen gesellschaftlichen Umbau.“ Dr. Zenz‘ Forschungsarbeit wurde ausführlich in der italienischen Tageszeitung La Stampa erörtert und von der BBC für einen eigenen Bericht über das Thema verwendet. Dr. Zenz hat keinen Zweifel daran, dass diese „Entwicklung eines langfristigen gesellschaftlichen Kontrollmechanismus […] ein deutlicher Hinweis darauf“ ist, „dass das langfristige Ziel [der KPCh] darin besteht, in Xinjiang einen gezielten, kulturellen Genozid durchzuführen, durch den die Herzen und die Köpfe der nächsten Generation durch die Ideologie der Kommunistischen Partei geändert und auf diese hin ausgerichtet werden“. Hier sind wir also wieder einmal bei dem schrecklichen, verbotenen G-Wort angelangt. Jedes Mal, wenn China für das zur Verantwortung gezogen wird, was es seinen Bürgern antut, geht es letztendlich um Genozid: Sei es die grauenvolle Praxis der Organernte oder die Vergewaltigung der Xinjianger Jugend. Wie lange wird die Welt diese schrecklichen Zustände, die von Wissenschaftlern, Akademikern, NGOs und internationalen Organisationen dokumentiert wurden, noch dulden? Wenn der Rest der Welt weiterhin davor zurückscheut, den Regierenden in China die Stirn zu bieten, wird Peking die im „Xinjiang-Experiment“ verfolgte Politik landesweit anwenden und vielleicht sogar entlang der neuen Seidenstraße exportieren. Das UAGX ist nur der Anfang, denn […] China nutzt Xinjiang als Versuchslabor für fortgeschrittene Überwachungstechnologien und prädiktive Kontrollmaßnahmen. Wenn der Staat die Generationentrennung als erfolgreiche Maßnahme zur Unterdrückung der Weitergabe der religiösen und kulturellen Identität betrachtet, dann kann es sein, dass er diesen Ansatz möglicherweise auch in anderen Teilen Chinas anwendet. Die Zwangsmaßnahmen zum gesellschaftlichen Umbau, die aktuell in Xinjiang erprobt werden, könnten sich zu einem Modell für andere chinesische Regionen entwickeln – oder sogar für andere autoritäre Staaten der BRI“, d.h. der Ein Gürtel, eine Straße-Initiative, durch die Peking große Teile der Welt kauft oder erobert. „Was wir in Xinjiang sehen“, erklärt Dr. Zenz Bitter Winter, indem er seine Forschungsergebnisse zusammenfasste und verdeutlichte, „ist ein gezielter, kultureller Genozid, der mit noch nie dagewesenem technologischen Know-how, riesigen Finanzressourcen, detaillierter Planung und im militärischen Stil durchgeführt wird“. Die Zukunft der Kinder von Xinjiang ist die Zukunft unserer Kinder: Das sollte die Welt besser heute als morgen verstehen. (Bitter Winter)
Marco Respinti ist ein italienischer Berufsjournalist, Essayist, Übersetzer und Lektor. Er schrieb und schreibt Beiträge für mehrere Print- und Online-Journale und -Magazine in und außerhalb Italiens. Eines seiner Bücher, das 2008 veröffentlicht wurde, beschäftigt sich mit den Menschenrechten in China. Er ist leitendes Mitglied des Russell Kirk Center for Cultural Renewal einer unparteiischen, US-amerikanischen Non Profit-Bildungsorganisation mit Sitz in Mecosta (Michigan) und sowohl Gründungs- als auch Vorstandsmitglied des Center for European Renewal, einer unparteiischen, europaweiten Non Profit-Bildungsorganisation mit Sitz in Den Haag (Niederlande). Er ist Verantwortlicher Leiter von The Journal of CESNUR und Bitter Winter.
Brüssel
Wegen Erdgasbohrungen: EU beschließt Strafmaßnahmen gegen Türkei
Mit den Strafmaßnahmen wolle Brüssel die Türkei dazu bewegen, die Erdgassuche vor dem Mitgliedstaat Zypern einzustellen. Sie sehen auch vor, bis auf Weiteres keine Spitzengespräche mehr zu Themen wie Wirtschaft und Handel zu führen. Die Europäische Investitionsbank wird zudem aufgerufen, eine Einschränkung der Kreditvergabe zu prüfen, so Sputnik weiter.
Zum Thema
– Energiepolitik – Krise mit Europa: Türkei startet Gasbohrungen nun im Alleingang
Das seismische Messungsschiff „Barbaros Hayrettin Pasa“ der Türkischen Petroleum-Gesellschaft hat Tiefseebohrungen zur Erkundigung von Erdgasreserven im Schwarzen Meer gestartet.
Krise mit Europa: Türkei startet Gasbohrungen nun im Alleingang
Pflegenotstand
Pflegekräfte aus dem Kosovo: bpa begrüßt Spahns Reise
Bericht: Über 40.000 Kosovo-Albaner warten auf deutsche Arbeitserlaubnis
Wie das kosovarische Nachrichtenportal „Indeksonline“ berichtet, warten derzeit fast 40.000 Kosovaren auf die Erteilung einer Arbeitserlaubnis durch die deutsche Botschaft in Pristina. Diese Zahl beträfe nur diejenige, die sich durch ihre Kontakte bereits einen Job in Deutschland gesichert hätten, die Zahl derer, die das Land verlassen wollen, sei allerdings höher. Die aktuellen Anträge seien bereits 2017 gestellt worden. Wie Indeksonline unter Berufung auf die deutsche Botschaft weiter berichtet, hätte die Mehrheit der Anträge einen positiven Bescheid erhalten – „insbesondere diejenigen, die Verträge mit seriösen Unternehmen in entwickelten europäischen Ländern haben“. Die Massenabreise aus dem Kosovo zeige, so Indeksonline, dass in den letzten zwei Jahren wirtschaftlich nichts unternommen worden sei, um die Menschen zum Bleiben zu bewegen und zu versuchen, ihre Lebensgrundlage im Kosovo zu sichern.„Stattdessen bekommen Tausende von Menschen ein Arbeitsvisum und verlassen das Land. Viele glauben, dass dies einer der Gründe dafür ist, dass der Kosovo keine (EU-)Visaliberalisierung erhalten hat, da die Bürger massenhaft fliehen und ihr Glück in westlichen Ländern versuchen“, schreibt Indeksonline.
Einer Gallup-Umfrage von 2018 zufolge, wollen sogar über die Hälfte der unter Dreißigjährigen den Kosovo verlassen.Zum Thema
– Niedersachsen – Pflegenotstand: Krankenhäuser schließen ganze Stationen
Der Personalnotstand in der Pflege hat eine neue Dimension erreicht. Nach Recherchen von „Hallo Niedersachsen“ im NDR Fernsehen liegt die Zahl der Bewerbungen von examinierten Pflegefachkräften in der Gesundheits- und Krankenpflege in diesem Jahr auf einem dramatischen Tiefstand.
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Nord Stream 2
Kommentar: Im Informationskrieg gegen Russland kann Deutschland verlieren
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Bereits im Dezember 2016 kündigte der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan Schritte an, um die Abhängigkeit im internationalen Handel von der US-Währung zu reduzieren.
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Kommentar
Recep Tayyip Erdoğan, Fethullah Gülen und der 15. Juli 2016
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„Ich bin 74 Jahre alt. Ich bin seit drei Nächten hier, um das Recht zu schützen. Lang lebe unser Präsident Recep Tayyip Erdogan. Wir sind stolz auf dich!“, so eine Teilnehmerin in einem Video.
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Leipzig entwickelt sich zu einer der beliebtesten Städte in Ostdeutschland
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Grand Hotel Astoria
Die Nobelherberge in Leipzigs Mitte steht seit mehr als zwei Jahrzehnten leer. Seit 2018 wird das Grand Hotel Astoria nun von einer Berliner Immobilienfirma denkmalgerecht saniert. Dabei soll das Hotel im traditionsgerechten Stil mit Elementen von 1913 und 1950 wiederhergestellt werden. Der Schwerpunkt liegt, neben dem Hotelgeschäft und Spa, auf der Kreation eines Bankettbereiches für 1000 Gäste auf rund 800 Quadratmetern – um das Geschäft mit Tagungen zum Leben zu erwecken. Das am Hauptbahnhof gelegene Luxushotel feierte am 5. Dezember 1915 seine erste große Eröffnung – und beherbergte seitdem Stars wie Hans Albers, Louis Armstrong, oder Johannes Heesters. Die Bauarbeiten sollen 2020 abgeschlossen werden – und die Neueröffnung soll mindestens genauso viele Berühmtheiten anziehen.
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Der Europapark Rust ist der am häufigsten weiterempfohlene Freizeitpark Deutschlands. Das ist ein Ergebnis einer großen Besucherumfrage durch das Institut YouGov im Auftrag des stern. 66 Prozent der Gäste würden ihren Freunden oder Familienangehörigen zu einem Besuch der Attraktion raten.
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