von Zamira Farmonova
Usbekistan, das 1991 seine Unabhängigkeit vom sozialistisch-sowjetischen Block erklärte, wurde 25 Jahr lang von Islam Karimov regiert. Nach Einschätzung der Mehrheit politischer und ökonomischer Kommentatoren ist Usbekistan in dieser Zeit nach außen autark und nach innen repressiv sowie etatistisch geblieben. Karimov verstarb im September 2016. Im Dezember desselben Jahres wurden Wahlen anberaumt, aus der Shavkat Mirziyoyev, der zuvor schon 13 Jahre lang als Ministerpräsident unter Karimov diente, als neuer Präsident hervorging. Mirziyoyev versprach Reformen und einen Wandel in der Innen- und Außenpolitik. Und vor allem: Das größte Übel der letzten 25 Jahre, nämlich die Korruption, sollte bekämpft werden.
Wie neu ist die „neue Seite“, die Usbekistan aufgeschlagen hat?
Nachdem er das Präsidentenamt bekleidete stimmten die ersten Schritte diesbezüglich hoffnungsvoll. Usbekistan, das von fast allen Staaten auf der Welt Visa verlangte und über äußerst harte Einreisebestimmungen verfügte, begann der Welt seine Tore zu öffnen. Als noch vor einem Jahr niemand auch nur von einem „Visafreien Usbekistan“ zu träumen wagte, setzte Mirziyoyev dies in die Wirklichkeit um. Historische Städte wie Chiwa (Xiva), Buchara (Buxoro) oder Samarkand waren Kandidaten für rentable Bereiche des Welttourismussektors.
Bibi Chanum Moschee (usbekisch Bibixonim Masjid) in Samarkand. (Foto: pixa)
Zugleich übermittelte Mirziyoyev wichtige Botschaften, um Unternehmen aus der ganzen Welt zu bewegen in Usbekistan zu investieren. So lud er auch Investoren direkt in sein Land ein. Es war notwendig, wirksame, zuverlässige und vertrauensschaffende Botschaften auszusenden, um Investoren in ein Land zu ziehen, welches die letzten 25 Jahre nicht gerade als Vorbild für Anleger fungierte.
Mirziyoyev sagte: „Wir haben eine neue Seite aufgeschlagen“. Auf dieser Seite sollte alles grunderneuert und makellos beschriftet sein. Diese Botschaft zeigte Wirkung. Inländische und ausländische Unternehmer bezogen Usbekistan wieder in ihre Planungen mit ein und fingen sogar an, in dem Land zu investieren.
Mit der Ernennung eines usbekischen Geschäftsmanns zum Gouverneur der Hauptstadt Taschkent wurde im ersten Regierungsjahr von Mirziyoyev ein noch nie zuvor gesehener Schritt unternommen. Ein Unternehmer als Gouverneur? Das gab es wirklich noch nie. Die Ernennung hätte eine positive Mitteilung an die Geschäftswelt bedeuten können. Der Gouverneur Jakhongir Artikkhodjaev erzeugte Elektrohaushaltsgeräte und produzierte überdies die gesamten Fenster des Landes. Er baute Krankenhäuser, Schulen, Universitäten, Hotels, Fast Food Ketten und sogar ganze Städte. Somit vergrößerte er auch sein Unternehmen Tag für Tag ein Stück weiter. Die Ernennung eines solchen Geschäftsmanns erzeugte eine Signalwirkung im ganzen Land. Die Entscheidung wurde als zukunftsträchtig gedeutet. Im September 2018 besuchte Artikkhodjaev den Berliner Bürgermeister Michael Müller. Taschkent und Berlin sind seit über 25 Jahren Städtepartner.
Während meines Besuchs in der Hauptstadt Taschkent lerne ich Abdukahhar Kurbanov (*) kennen, der hier gerade ein Hotel mittlerer Größe baut. Kurbanov ist Usbeke, der viele Jahre in Russland gelebt hat. Als Karimow an der Macht war, habe er nicht den Mut gehabt, in Usbekistan zu investieren. Das habe sich mit der Ernennung Mirziyoyevs zum Staatspräsidenten geändert.Kurbanov:
„Besonders mit der Abschaffung der Visapflichten stieg die Zahl der Touristen enorm an. Die Preise für Übernachtungen in den Hotels verdreifachten sich. Zimmer, die in der Vergangenheit nicht einmal für 50 Dollar veräußert werden konnten, finden jetzt Abnehmer für 150 Dollar.“
Kurbanov berichtet, dass die Hotels in Usbekistan im Jahr 2016 eine Kapazität von 36.000 Betten hatten. Er vermutet, dass diese Zahl aufgrund neuer Hotels innerhalb von einem Jahr auf 40.000 anwuchs. Er sagt, dies sei für ein Land mit einer Einwohnerzahl von etwa 32 Millionen viel zu wenig. Die Nachfrage könne so gar nicht erfüllt werden, es müsste viel mehr in Hotels und Herbergen investiert werden. Doch die großen Platzhirsche seien schon in Lauerstellung und beobachteten das Geschehen, so Kurbanov. Wie immer und überall beobachten auch hier die großen Investoren und die kleinen Anleger im Sektor. Sie prüfen derzeit, wie sicher es in der Region ist. Schutz, Ordnung und Garantien stehen für Investoren oft im Vordergrund.
Meine erste Nacht in der Hauptstadt Taschkent möchte ich im zentral gelegenen Hyatt Regency Hotel verbringen. Doch man verlangt von uns 270 Dollar für eine Übernachtung. So entscheiden wir uns dann doch für das gegenüberliegende Viersternehotel Wyndham. Wir erfahren, dass das ziemlich gut besuchte Quartier einem türkischen Investor gehört. Für die Übernachtung in einem Einzelzimmer zahlen wir 165 Dollar.
Abends in der Hotellobby kommen wir mit Hans-Rudolf Graf (*), einem Herrn mittleren Alters, ins Gespräch. Auch er engagiert sich im Tourismussektor. Graf berichtet, dass er ursprünglich aus der Schweiz stamme und derzeit als Berater für einen deutschen Anlagefond tätig sei. Er sei in nur einem einzigen Jahr viermal nach Usbekistan gereist. Wir beginnen die Unterhaltung mit den Informationen, die wir aus dem Vorgespräch mit Kurbanov gewonnen haben. Graf bemerkt, dass er überrascht sei, wie gut ich mich in dem Feld auskennen.
Ich stelle ihm eine direkte Frage: „Was denken Sie über das neue Usbekistan?“
Er erwidert, dass der Tourismus eines der Zugpferde Usbekistans sein werde und dass bereits die nötigen Fundamente für die Entwicklung des Tourismussektors vorhanden seien. Er weist jedoch darauf hin, dass durch zusätzliche Investitionen und Anstrengungen im Bildungsbereich diese Fundamente Anwendung finden müssten. Er fordert nach mehr ausländischen Anlegern für Usbekistan. Nach unserer Frage, was denn die größten Hürden für ausländische Investoren seien, antwortet er:
„Die bürokratischen Barrieren. Es gibt zu viele alte und neue Gesetze, Verordnungen und unzählige Regeln. Oftmals widersprechen diese sich selbst. Das ist sehr abschreckend. Außerdem wechseln die Verantwortlichen in den Ministerien viel zu oft. Jedes Mal, wenn wir vor Ort sind, lernen wir immer wieder neue Leute kennen. Beispielsweise soll der Tourismusminister schon vier Mal ausgewechselt worden sein.“
Graf berichtet, dass die schlechten Erfahrungen der Investoren während der Karimov-Ära noch immer in Erinnerung seien und es deshalb immer noch schwierig sei, schnelle Entscheidungen zu treffen. Der Schweizer Berater meint, dass Mirziyoyev effektive und fortschrittliche Maßnahmen ergreifen möchte, obwohl das bürokratische Gefüge sich nicht verändert habe und seine alte Stärke und seinen Platz weiterhin konserviere. Es gebe keine Anzeichen dafür, dass Korruption sowie Amtsmissbrauch beendet seien. Sie seien leider noch immer allgegenwärtig, was viele Investoren auch aus Deutschland abschrecke.
Nach Grafs Ansicht bedürfe es für das Vertrauen ausländischer Investoren zuerst einmal Vertrauen inländischer Anleger in ihren eigenen Staat. Dies sei eine wichtige Voraussetzung.
„Die inländischen Geschäftsleute, die im ersten Jahr der Präsidentschaft von Mirziyoyev noch zuversichtlich waren, haben sich wieder zurückgezogen. Das ist ein Grund zur Beunruhigung und Verunsicherung.“
Er sagt, dass das Fehlen eines Marktes und eines Systems mit rationalen Regeln zu Misstrauen führe. Als ich nach einem Namen für einen Gesprächspartner, der sich mit rechtlichen Fragen im Bereich Infrastruktur- und Investitionssicherheit frage, empfiehlt mir der Schweizer den Juristen Nuriddin Toxtobaev (*), mit dem er projektbezogen zusammen arbeite. Toxtobaev ist ein etwa 40-jähriger Usbeke, der im Ausland studiert hat. Sein Englisch ist ausgezeichnet und in seinem Feld ist er ein Experte. Toxtobaev nimmt kein Blatt vor den Mund und redet offener und klarer als gedacht.
Meine erste Frage an ihn lautet: „Was fehlt Usbekistan ihrer Meinung nach, um ausreichend Investoren anzuziehen?“ Er entgegnet: „Es fehlen die Mythen. In unserem Land gibt es keine legendären Unternehmer, die mit Null begannen und es zu einem riesigen Vermögen geschafft haben. Solche beispielhaften Erfolgsgeschichten gibt es in jedem Land. Bei uns aber nicht. Ganz im Gegenteil: In der vorherigen Ära kamen unzählige Firmen, die ihr Vermögen verloren, hierher. Aber in der Zeit von Mirziyoyev wird sich dies ändern“.
Toxtobaev berichtet, dass in der Karimov-Ära die alte kommunistische Mentalität vorherrschend gewesen sei. Erfolgreiche Menschen und alle, die ihr Vermögen vermehrten, seien als Kriminelle betrachtet worden, so der Jurist. Man ging mit folgender Geisteshaltung an die Sache ran: „Bist du in diesem Land kein Bürokrat oder Amtsträger, sondern nur ein Geschäftsmann, der arbeitet und sein Vermögen anhäuft, begehst du, so gesehen, eine Straftat.“
Es gebe eine Redewendung im Russischen: „Gazon zakon“. Also das „Gesetz des Rasens“.
„Sind Grashalme zu lang, werden sie gemäht. Das heißt: Damit du nicht abgesägt wirst, darfst du nicht hoch wachsen! Mirziyoyev ist ein Staatsmann, der die Welt kennt und versteht. Er ist sich durchaus bewusst, dass dies so nicht funktionieren wird. Das möchte er ändern. Als er die Visapflicht aufhob, hat das die Bürokratie, die dagegen protestiert hat, aufgeschreckt. Sie sagten, dadurch öffne man dem Terrorismus Tür und Tor. Doch Mirziyoyev hat sie alle ignoriert. Und er hat genau das richtige getan. Es kamen keine Terroristen, sondern Touristen. Und damit entstand eine neue Dynamik und neues Leben im ganzen Land.“
Ich erinnere Toxtobaev an den Gouverneur Jahongir und fragen, ob er nicht einer sei, der aus dem Nichts begann und zu einem Mythos wurde. Er verneint.
„Er ist keine natürliche Legende. Bei dem Thema gibt es unterschiedliche Dynamiken und Beziehungsgeflechte, auf die ich nicht näher eingehen kann. Das Volk Usbekistans kennt diese Verflechtungen, redet jedoch nicht offen darüber“.
Nach Ansicht des Juristen gibt es unter der alten Bürokratenkaste Widerstand. Früher hätte es drei, ja sogar vier verschiedenen Devisenkurse auf einmal gegeben. Wo die privilegierte Schicht für einen Dollar nur 4.000 So’m zahlen brauchte, musste das übrige Volk 8.000 So’m entrichten. Mirziyoyev habe dieses Kurssystem korrigiert. Es gebe nur noch einen Einheitskurs im Land, sodass jeder nun zum gleichen Kurs zu Devisen gelange.
Der Jurist fährt mit Spannung fort:
„So flog das System vieler alter Eliten im Verwaltungsapparat und der Bürokratie, die vom Stand ein Vermögen verdienten, diesen um die Ohren. Sie mögen Mirziyoyev deshalb auch nicht besonders. Sie möchten nicht, dass er Erfolg hat. Entweder werden sich diese Leute Mirziyoyev ergeben oder Mirziyoyev wird sich ihnen ergeben. Aufgrund dieses Konflikts richteten viele Bedienstete die Anweisungen des Präsidenten entweder gar nicht oder nur mangelhaft aus. Ich gebe ihnen nur ein Beispiel: Im Zentrum von Taschkent gibt es ein Hotel mit 24 Etagen. Es steht seit 17 Jahren leer, wie ein Skelett. Das Gebäude hätte renoviert und als Hotel eröffnet werden müssen. Mit dieser Absicht wurde es mehrmals ausländischen Investoren übergeben und später wieder zurückgenommen. Keinem Anleger wurde der Weg geebnet.
Der Bau wurde durch verschiedene Machenschaften und Tricks immer wieder aufs Neue verhindert. Zudem wurden die Firmen mit unverhältnismäßig hohen Bußgeldern in Millionenhöhe bestraft. Wäre dieses Gebäude fertiggestellt worden, hätten 300 bis 500 Menschen einen Arbeitsplatz gefunden. Der Tourismus hätte einen wichtigen Schub bekommen und die Einnahmen wären dem Staatshaushalt zugutegekommen. All dies ist nicht passiert. Und die hierfür verantwortlichen, hochrangigen Bürokraten schämen sich noch nicht einmal für ihr Verhalten. Im Gegenteil. Sie sagen: ‚Durch dieses alte Gebäude verhelfen wir unserem Staat, Geld zu verdienen.‘ Genau solche Menschen, die dieser alten Mentalität anhängen, bekleiden immer noch wichtige Schaltstellen im Staat.“
Ich frage ihn nach dem jetzigen Zustand des Gebäudes, das den Namen „CHARSU“ trägt. Er antwortet:
„Die Geschichte wiederholt sich“. Vor zwei Jahren sei der Erlass des Präsidenten veröffentlicht worden.
„Das Gebäude wurde einer bekannten und erfahrenen türkischen Firma übergeben, das in der Vergangenheit in Taschkent erfolgreich arbeitete, aber trotzdem große Verluste hinnehmen musste. In einer Klausel des Präsidentenerlasses heißt es, dass sowohl das Gebäude als auch das Grundstück freigegeben werden sollen. Von den zuständigen Behörden gab die eine zwar das Gebäude frei, die andere jedoch verwehrte die Zustimmung für die Übergabe des Grundstücks. Dem Investor wurde die Zeit geraubt, indem er immer und immer wieder auf einen späteren Zeitpunkt vertröstet wurde.“
Ohne ein Grundstück könne man dort indessen keinerlei Investitionen tätigen, so Toxtobaev. Und der Staat wisse das ganz genau.
„Der Anleger hatte in der Zeit allerdings schon einige Millionen Dollar investiert. Er schuf eine große Baustelle und betrieb bereits großen Aufwand für allerlei Maßnahmen. Am Ende bekam er aber das Grundstück nicht.“
Die gesetzlich zuerkannte zweijährige Frist sei so verstrichen worden. Jetzt habe auch noch der Staat den Investor mit einer Schadensersatzklage von fünf Millionen Dollar belegt, weil er nicht rechtzeitig investierte.
„Der Investor stellt dagegen die Frage, wieso er nicht vereinbarungsgemäß sein Grundstück, sein Grund und Boden bekommen habe.“
Der Prozess dauere derzeit noch an. „Leider ist in diesem Land noch immer nicht derjenige, der im Recht ist gleichzeitig der Mächtige, sondern der Mächtige ist immer im Recht.“ Recht haben und Recht bekommen seien hier immer noch zwei Paar Schuhe. „Und genau deshalb meiden neue Investoren Gegenden, in denen sich solche Vorfälle abspielen“, bemerkt Toxtobaev. Solche Vorgänge müssten verhindert werden. Der usbekische Staatspräsident habe von derlei willkürlichen Maßnahmen keine Kenntnis. Mirziyoyev sei umgeben von einem Kreis von Amtsträgern.
„Diese Leute handeln nach ihren eigenen Interessen und Maßstäben“.
Toxtobaev weist auf ein weiteres Beispiel hin: „Ein Bauunternehmer baute im Staatsauftrag zwei schlüsselfertige Fabriken in diesem Land. Natürlich muss er aus dieser Arbeit auch eine bestimmte Summe verdient haben. Das ist sein gutes Recht. Mit seinem Gewinn baute er dann eine dritte Fabrik, und zwar für sich selbst. Jetzt kämpft er ständig gegen Repressionen an. Man versucht ihm Steine in den Weg zu legen. Er kann seine Fabrik nicht eröffnen. Und seine Schuld ist: Er hat in diesem Land Geld verdient! Verstehen Sie?“, fragt er. und fährt fort:
„Die alte Mentalität hat sich nicht geändert.“
Toxtobaev ist sich sicher, dass der Investor keine Chance haben werde. „Er wird in die Enge getrieben und wird einen Teil seines Vermögens mit einem mächtigen Staatsbediensteten teilen müssen, so ist die Erwartungshaltung“, sagt der gelernte Jurist.
Hauptbahnhof Tschkent (Foto: pixa)
Nach den Gesprächen mit den drei Herren wollen wir von Taschkent nach Samarkand aufbrechen. Wir wussten schon vorher, dass der Schnellzug die beste Möglichkeit für die Weiterreise ist. Doch der Ticketerwerb ist die reinste Tortur. Über das Internet gibt es keine Möglichkeit, Tickets zu kaufen. Man benötigt unbedingt einflussreiche Mittelsmänner oder Zwischenhändler. Ohne deren Unterstützung bekommen wir keine Fahrkarten. Dieselbe Strapaze durchleben wir beim Erwerb des Fahrtickets für die Reise nach Buchara (Buxoro). Von einem Guide, der uns in Buchara begleitet, erfahren wir, dass wir sehr leicht an alle Fahrkarten kommen, wenn wir am Schalter ein so genanntes „Trinkgeld“ von ca. 25 bis 50 Dollar entrichten. Auf der Rückfahrt probieren wir dies aus und stellen fest, dass diese Methode ausgesprochen erfolgreich ist.
Das Fazit unserer Reise lässt sich kurz zusammenfassen:
Samarkand und Buchara sind unbedingt eine Reise wert. Chiwa (Xiva) können wir leider nicht besichtigen, da die Zeit nicht mehr ausreicht. Aber diejenigen, die die Stadt einmal besichtigt haben, berichten uns: Es sei ein Mythos und müsse unter allen Umständen besucht werden. Die historischen Gebäude in Usbekistan sind in der Regel in einem guten Zustand. Sie sind aufregend, sehr aufregend sogar. Aber das Essen ist noch berauschender. Sehr lecker und kalorienreich. Sie müssen aufpassen, dass sie nicht zunehmen.
Die Situation der Unternehmen sowie der Wirtschaft ist derzeit noch nicht abschließend geklärt. Daher lohnt es sich, diesen Sektor weiterhin zu beobachten. Mirziyoyev hat eine neue Seite aufgeschlagen. Das ist sicher. Was nicht so klar ist, ist dagegen, wie und womit diese Seite gefüllt wird.
https://youtu.be/qMgJrfUXk-8
(* Namen wurden auf Wunsch der Interviewpartner von der Redaktion geändert)
Transformationsprozesse und Identitätssuche Ursachen extremer Gedanken?
Von Yasin Baş
Die Landtagswahlen, die im September und Oktober in drei ostdeutschen Bundesländern stattfinden, sorgen schon für reichlich Spannung und rege Gedankenspiele. Schafft es die Alternative für Deutschland (AfD) in einem oder mehreren der drei Bundesländer stärkste politische Kraft zu werden? Oder erweist sich die rechtspopulistische Partei als ein Papiertiger?
Ein Papiertiger wird definiert als eine sich einflussreich und kraftvoll gebende Person oder Gruppe, die bei näherer Beobachtung keine große Macht oder kein großes Gewicht und Ansehen besitzt. Wie mächtig ist die AfD in Wirklichkeit? Wurde die in Teilen extremistische und verfassungsfeindliche Partei von Medien, politischen Sympathisanten und Gegnern, der Wirtschaft oder von Behörden und gesellschaftlichen Akteuren schlicht großgeredet? Oder ist es wahr, dass diese Partei auch unter unseren Nachbarn, Vereinskammeraden, Arbeitskollegen, Verwandten und Familienmitgliedern auf eine treue Anhängerschaft blicken kann?
Wie weit sind wir selbst und wie weit sind unsere Gedanken von Hass, Angst vor dem Fremden (Xenophobie) und Intoleranz infiziert? Kennen wir möglicherweise Menschen, oder gehören auch wir vielleicht selbst zu denen, die wie z.B. die sogenannten Prepper dazu, die von einem Untergang der Ordnung und von chaotischen Zuständen ausgehen und deshalb für diesen angeblichen Tag X Vorkehrungen treffen, indem sie Waffen, Munition, bestimmte Chemikalien und Nahrung horten, um die, wann auch immer, gestürzte staatliche Ordnung selbst in die Hand zu nehmen? Ich hoffe nicht.
Reichsbürger, Identitäre, Prepper. Das sind nur drei Gruppen, über die wir vor zwanzig Jahren höchstwahrscheinlich nie etwas gehört haben. Fragen wir uns in welche Richtung sich unsere Dorfgemeinschaft, unsere Stadt, Deutschland, Europa und die Welt bewegt? Wo möchten wir hingehören? Und wo gehören wir wirklich hin?
Suche nach Identität
Wir landen immer wieder beim Thema Identität. Die Menschen scheinen auf der Suche nach etwas zu sein. Dies kann die Sehnsucht nach etwas Vertrautem, nach dem mehrdeutigen Begriff Heimat oder nach Familie und Freunde bedeuten. Es kann auch ein Verlangen nach Sicherheit sein. Aber auch der Drang, oder um es mit den Worten der Rockband „Die Ärzte“ auszudrücken, dem „Schrei nach Liebe“.
Identität und die Suche nach etwas kann auch mit Verlust und Angst zu tun haben. Deshalb haben Menschen, die sehr stark nach Identität streben oft große Ängste. Lassen sich AfD-Wähler in diese Gruppe einordnen? Populisten spielen gerne mit Ängsten, Bedrohungen und Sorgen. Identitäre Populisten umso mehr.
Wieso gibt es plötzlich eine rechtsextreme Partei, die so erfolgreich ist? Gab es nicht auch früher schon rechtsradikale Parteien? Die Sozialistische Reichspartei (SRP), Deutsche Reichspartei (DRP), Republikaner (REP), Deutsche Volksunion (DVU), Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD), all diese Parteien waren weitgehend längst nicht so erfolgreich wie die AfD heute.
Transformationsprozesse, die Menschen verunsichern
Die industrielle Revolution zur Mitte des 19. Jahrhunderts im heutigen Deutschland bewirkte gravierende soziale, familiäre und psychologische Veränderungen in bis dahin agrarisch geprägten Gegenden. Der Wandel im politischen, wirtschaftlichen und sozialen Umfeld führte zu Verunsicherung bei vielen Menschen. Sündenböcke wurden erschaffen für all die Veränderungen.
In der Geschichtswissenschaft spricht man vom Transformationsprozess, als einem elementaren Grund für die Entwicklung der völkischen Ideologie. Die völkische Bewegung gilt als die Geistesrichtung, gilt als das Fundament des Nationalsozialismus. Und sie gilt auch heute als Unterbau und Geist der Identitären Bewegung, des Rechtsextremismus sowie des real existierenden Rechtsterrorismus, der immer mehr – auch ethnisch deutsche – Menschenleben fordert.
Gibt es heute Parallelen zu damals? Die grenzenlose Mobilität, die vierte industrielle Revolution in Form der Digitalisierung, Entkopplung sozialer Beziehungen und Unterhaltungsnormen in den sogenannten sozialen Medien, in den teilweise anonymen Sphären des World Wide Web. Personalisierung und Individualisierung mentaler und physischer Elemente im Leben eines Menschen können auch heute zu Transformationsprozessen führen, die uns Angst machen.
Und auch heute scheinen die Menschen auf der Suche nach sich selbst, nach Identität zu sein. Die, die damit überfordert sind, können den identitätsstiftenden Populismus und Extremismus als Rettungsanker sehen. Ob sich dieser Anker jedoch wirklich als Retter in der Not oder als Fallstrick erweist, wird mit Spannung erwartet. Der entscheidende Vorteil, den wir allerdings heute haben, ist, dass wir in der Gegenwart aus den Erfahrungen und vor allem den Fehlern der Vergangenheit lernen können. Diese Möglichkeit sollten wir konstruktiv nutzen.
Yasin Baş ist Politologe, Historiker, Autor und freier Journalist. Zuletzt erschienen seine Bücher: „Islam in Deutschland – Deutscher Islam?” sowie „nach-richten: Muslime in den Medien”.
Göteburg – Ein schwedischer Politiker türkischer Herkunft, der zuvor aus der grün-liberalen Centerpartiet ausgeschlossen wurde, hat eine Migrantenpartei gegründet.
Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Anadolu, sagte Mikail Yüksel, dass seine Partei Migranten vertreten werde. Dies sei die erste Partei dieser Art in Schweden. Obwohl er ganz oben auf der Liste der Kandidaten seiner ehemaligen Partei für die Parlamentswahlen eingetragen war, habe man ihn ausgeschlossen, da er sich nicht kritisch zur Türkei oder Präsident Recep Tayyip Erdogan geäußert habe.
„Allerdings wurde ich vor den Wahlen aus der Partei entlassen, weil ich mich nicht kritisch gegenüber der Türkei oder Erdogan geäußert habe“, so Yüksel. In Schweden habe man es in der Politik viel leichter wenn man sich kritisch gegenüber der Türkei äußert. Dies treffe auch für andere europäische Länder wie Deutschland oder Österreich zu. Yüksel habe die Registrierung seiner Partei bei der schwedischen Wahlbehörde bereits angemeldet um an den nächsten Kommunalwahlen teilzunehmen.
„Wir wollen, dass Islamophobie zum Verbrechen erklärt wird. Wir wollen, dass Muslime in der Verfassung als Minderheit anerkannt werden“, sagte Yüksel und gab gleichzeitig die Agenda seiner Partei bekannt. Es seien bereits zahlreiche muslimische Politiker, Akademiker und Aktivisten seiner Partei beigetreten seien.
Nachdem er sein Abitur in der zentralanatolischen Stadt Konya abgeschlossen hatte, zog Yüksel 2001 nach Göteborg und begann in einer Küche zu arbeiten. Daraufhin folgten Jobs als Taxifahrer, Schweißer und Kellner. Nach einem Studium der Department of Political Science an der Universität Göteborg, trat er der Centerpartiet bei, in der er viele Jahre als Mitglied aktiv war und 2017 für die Parlamentswahlen 2018 zum Kandidaten ernannt wurde.
Von Massimo Introvigne
Am 20. August haben Bloomberg und andere Quellen verkündet, dass Katar offiziell seine Unterschrift unter dem Brief vom 12. Juli zurückgezogen hat, in dem 37 Länder Chinas Internierung von drei Millionen Uiguren sowie Hunderttausenden ethnischer Kasachen und anderer Muslime in den gefürchteten Transformation-durch Bildung-Lagern in Xinjiang unterstützt haben.
Bloomberg hat fälschlicherweise 22 Länder genannt, die einen Gegenbrief unterzeichnet hätten, in denen die Lager verurteilt werden. Tatsächlich haben – mit Italien – mittlerweile 23 Länder unterzeichnet.
Die Länder der Achse der Schande wurden nun von 37 auf 36 reduziert. Diese sind: Russland (welches den Brief initiiert hatte), Algerien, Angola, Bahrain, Weißrussland, Bolivien, Burkina Faso, Burundi, Kambodscha, Kamerun, die Komoren, die Republik Kongo, Kuba, die Demokratische Republik Kongo, Ägypten, Eritrea, Gabun, Kuwait, Laos, Myanmar, Nigeria, Nordkorea, der Oman, Pakistan, die Philippinen, Saudi-Arabien, Somalia, der Südsudan, der Sudan, Syrien, Tadschikistan, Togo, Turkmenistan, die Vereinigten Arabischen Emirate, Venezuela und Simbabwe.
Während manche Medien vermuten, dass Katar sich zurückgezogen hat, weil es US-Unterstützung bei seinem regionalen Konflikt mit Saudi-Arabien benötigt, berichten Bitter Winter-Korrespondenten aus der Region, dass die Regierung sich aus anderen Gründen aus der Achse der Schande zurückgezogen hätte: In der lokalen Zivilgesellschaft und unter den Intellektuellen herrscht weit verbreiteter Unmut darüber, dass Katar die sunnitischen Glaubensgenossen, die in China verfolgt werden, im Stich gelassen hat.
Dieses Jahr hat Katar bereits in letzter Minute die Deportation des uigurischen Menschenrechtsaktivisten Ablikim Yusuf nach China gestoppt und ihm stattdessen einen Flug in die USA erlaubt.
Die Länder der Achse der Schande arbeiten jedoch weiterhin mit dem chinesischen Sicherheitsdienst zusammen – sie nehmen uigurische Flüchtlinge fest und deportieren sie nach China. Vor kurzem gelangten Einzelheiten über eine umfangreiche Aktion ans Licht, die 2017 heimlich von ägyptischen und chinesischen Staatssicherheitsvertretern in Ägypten durchgeführt wurde.
Erschienen auf Bitter Winter
Zum Thema
– Menschenrechte –
Islam in China: Immer mehr Unternehmen werden Opfer der „Anti-Halal“-Kampagne
In den Provinzen Chinas mit einer beträchtlichen Anzahl von Hui-Muslimen werden Symbole, die mit dem Islam zu tun haben, weiterhin entfernt oder verdeckt.
Massimo Introvigne (14. Juni 1955 in Rom) ist ein italienischer Religionssoziologe. Er ist Gründer und Geschäftsführer des Zentrums für Studien zu neuen Religionen (CESNUR), einem internationalen Netzwerk von Wissenschaftlern, welche sich mit neuen religiösen Bewegungen auseinandersetzen. Introvigne ist Autor von mehr als 70 Büchern und über 100 Artikel im Fachgebiet der Soziologie und Religion. Er war Hauptautor der „Enzyklopädie von Religionen in Italien“. Er ist Redaktionsmitglied vom „Interdisciplinary Journal of Research on Religion“ und der Geschäftsleitung der Universitätszeitung von Kalifornien „Nova Religio“. Vom 5. Jänner bis 31. Dezember 2011 hat er in der Organisation für Sicherheit und Kooperation in Europa (OSZE) als Vorsitzender zur Bekämpfung von Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung gearbeitet, mit speziellem Fokus auf die Diskriminierung von Christen und Mitgliedern anderer Religionen. Von 2012 bis 2015 war er Vorsitzender im Observatorium für Religionsfreiheit, eingerichtet vom italienischen Außenministerium, um Probleme der Religionsfreiheit weltweit zu überwachen.
Istanbul – Kaum zu glauben, aber wahr! Die türkische Fluggesellschaft Pegasus Airlines startete am gestrigen Donnerstag eine Mega-Preiskampagne: 1-Euro-Tickets!
Man sollte sich jedoch beeilen – das Angebot gilt nur für einen kurzen Zeitraum und ist auf 50.000 Tickets beschränkt.
Die Kampagne startete am gestrigen Donnerstag um 18 Uhr (17 Uhr MEZ) und endet am Sonntag, den 25.8.2019 um 23.59 Uhr Ortszeit (22.59 Uhr MEZ). Die Käufe müssen bis zu der genannten Uhrzeit bereits abgeschlossen sein. Wie das Unternehmen mitteilt, gilt das Angebot nur auf der Seite flypgs.com und der dazugehörenden App.
Allerdings gilt das Angebot nur für Direktflüge zu ausgewählten Städten im Zeitraum vom 20. November 2019 (00.01 Uhr Ortszeit) bis zum 15. Dezember 2019 (23.59 Uhr Ortszeit). Zum Flugpreis von 1 Euro kommen noch die Steuern und Gebühren hinzu.
Antalya – Krasnodar – Antalya
İstanbul Sabiha Gökçen – Amsterdam – İstanbul Sabiha Gökçen
İstanbul Sabiha Gökçen – Athen- İstanbul Sabiha Gökçen
İstanbul Sabiha Gökçen – Barcelona – İstanbul Sabiha Gökçen
İstanbul Sabiha Gökçen – Basel – İstanbul Sabiha Gökçen
İstanbul Sabiha Gökçen – Belgrad – İstanbul Sabiha Gökçen
İstanbul Sabiha Gökçen – Berlin – İstanbul Sabiha Gökçen
İstanbul Sabiha Gökçen – Bologna – İstanbul Sabiha Gökçen
İstanbul Sabiha Gökçen – Brüssel – İstanbul Sabiha Gökçen
İstanbul Sabiha Gökçen – Budapeşt – İstanbul Sabiha Gökçen
İstanbul Sabiha Gökçen – Bükarest- İstanbul Sabiha Gökçen
İstanbul Sabiha Gökçen – Genf – İstanbul Sabiha Gökçen
İstanbul Sabiha Gökçen – Düsseldorf – İstanbul Sabiha Gökçen
İstanbul Sabiha Gökçen – Frankfurt – İstanbul Sabiha Gökçen
İstanbul Sabiha Gökçen – Grosny – İstanbul Sabiha Gökçen
İstanbul Sabiha Gökçen – Hamburg – İstanbul Sabiha Gökçen
İstanbul Sabiha Gökçen – Hannover – İstanbul Sabiha Gökçen
İstanbul Sabiha Gökçen – Charkiw – İstanbul Sabiha Gökçen
İstanbul Sabiha Gökçen – Kopenhagen – İstanbul Sabiha Gökçen
İstanbul Sabiha Gökçen – Köln – İstanbul Sabiha Gökçen
İstanbul Sabiha Gökçen – Krasnodar – İstanbul Sabiha Gökçen
İstanbul Sabiha Gökçen – London – İstanbul Sabiha Gökçen
İstanbul Sabiha Gökçen – Lwiw – İstanbul Sabiha Gökçen
İstanbul Sabiha Gökçen – Lyon – İstanbul Sabiha Gökçen
İstanbul Sabiha Gökçen – Madrid – İstanbul Sabiha Gökçen
İstanbul Sabiha Gökçen – Manchester – İstanbul Sabiha Gökçen
İstanbul Sabiha Gökçen – Marseille – İstanbul Sabiha Gökçen
İstanbul Sabiha Gökçen – Mailand – İstanbul Sabiha Gökçen
İstanbul Sabiha Gökçen – Mineralnye Vody – İstanbul Sabiha Gökçen
İstanbul Sabiha Gökçen – Moskau – İstanbul Sabiha Gökçen
İstanbul Sabiha Gökçen – München – İstanbul Sabiha Gökçen
İstanbul Sabiha Gökçen – Oslo – İstanbul Sabiha Gökçen
İstanbul Sabiha Gökçen – Paris – İstanbul Sabiha Gökçen
İstanbul Sabiha Gökçen – Prag – İstanbul Sabiha Gökçen
İstanbul Sabiha Gökçen – Priştina – İstanbul Sabiha Gökçen
İstanbul Sabiha Gökçen – Rom – İstanbul Sabiha Gökçen
İstanbul Sabiha Gökçen – Rotterdam – İstanbul Sabiha Gökçen
İstanbul Sabiha Gökçen – Sarajewo – İstanbul Sabiha Gökçen
İstanbul Sabiha Gökçen – Stockholm – İstanbul Sabiha Gökçen
İstanbul Sabiha Gökçen – Stuttgart – İstanbul Sabiha Gökçen
İstanbul Sabiha Gökçen – Tiflis – İstanbul Sabiha Gökçen
İstanbul Sabiha Gökçen – Tirana – İstanbul Sabiha Gökçen
İstanbul Sabiha Gökçen – Skopje- İstanbul Sabiha Gökçen
İstanbul Sabiha Gökçen – Venedig – İstanbul Sabiha Gökçen
İstanbul Sabiha Gökçen – Wien – İstanbul Sabiha Gökçen
İstanbul Sabiha Gökçen – Saporischschja- İstanbul Sabiha Gökçen
İstanbul Sabiha Gökçen – Zürich – İstanbul Sabiha Gökçen
İzmir – London – İzmir
Ankara – Kiew – Ankara
Mehr Infos:
Die Probleme der CDU in Sachsen liegen nach Einschätzung von Ex-Innenminister Thomas de Maizière auch an mangelnder Dynamik nach fast 30 Jahren ununterbrochener Regierungsverantwortung.
„Die sächsische Union wird von den Menschen für jedes mögliche Problem im Land verantwortlich gemacht. Das liegt daran, dass die CDU hier seit 1990 regiert. Sachsen hat nicht mehr die Dynamik wie in den 90er Jahren“, sagte der CDU-Politiker der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. Kein Bundesland sei in den 1990er Jahren so schnell bei der Erteilung von Baugenehmigungen gewesen wie Sachsen.
„Heute löst die Bürokratie oft Verdruss aus. Der ländliche Raum ist leider schlechter geredet worden, als er es ist. In Sachsen geht es dem ländlichen Raum nämlich besser als in anderen Bundesländern“, sagte de Maizière, der von 1999 bis 2005 der Regierung in Dresden angehörte.
Er betonte mit Blick auf die AfD: „Für die CDU in Sachsen gilt wie für alle der Parteitagsbeschluss von 2018, den ich als Vorsitzender der Antragskommission vorbereitet habe. Wir lehnen eine Koalition und ähnliche Formen der Zusammenarbeit sowohl mit der Linkspartei als auch mit der AfD ab.“
Im Wahlkampf sei die AfD „total passiv“. De Maiziere: „Sie ist einfach nur da und sammelt die Unzufriedenen ein.“
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– Politische Gewalt –
Gewalttaten gegen Politiker: Die Hälfte der Angriffe gilt der AfD
Die Behörden registrieren immer mehr Gewalttaten gegen Politiker und Parteivertreter.
Die Sozialdemokraten wollen mit der Wiedereinführung einer Vermögenssteuer die staatlichen Einnahmen um bis zu zehn Milliarden Euro pro Jahr erhöhen und damit mehr öffentliche Investitionen ermöglichen.
„Nach unseren Vorstellungen sollen diejenigen, die gerade in den vergangenen Jahren überproportional von der wirtschaftlichen Lage, selbst in der Finanzmarktkrise 2008/2009, profitiert haben, einen größeren Beitrag für die nötigen Investitionen leisten, also für die Infrastruktur, fürs Wohnen und für den Klimaschutz“, sagte der kommissarische SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. Das seien vorrangig Multimillionäre und Milliardäre.
Allein im kommunalen Bereich fehlten Investitionsmittel von 150 Milliarden Euro. „Wir kalkulieren mit bis zu zehn Milliarden Euro, die aus einer Vermögenssteuer kommen können.“ Schäfer-Gümbel betonte, auch Kapitalgesellschaften sollten einbezogen werden. Er sagte weiter: „Wir orientieren uns am Schweizer Modell. Dazu gehört, dass wir Regeln einbauen wollen, die bei wirtschaftlicher Schieflage zusätzliche Probleme verhindern.“ Deshalb seien Verschonungsregeln vorgesehen. „Wir wollen mit Freibeträgen arbeiten, sodass die Vermögensteuer erst ab einem bestimmten Vermögenswert fällig wird.“
Schäfer-Gümbel will sein Vermögenssteuerkonzept am Montag ins SPD-Präsidium einbringen. Im Dezember soll es der Parteitag beschließen. Der kommissarische SPD-Chef verwies darauf, dass es in anderen Ländern deutlich höhere Vermögensteuern gibt, als die SPD sie für Deutschland plant. In den USA liege der Anteil bei 4 Prozent, in Frankreich und Großbritannien bei über 4. „Wenn wir die Vermögensteuer mit einem Prozent einführen, sehe ich nicht, dass das deutschen Unternehmen international schaden würde.“
Ankara – Die Türkei wird die Erkundung der „Kohlenwasserstoffressourcen im östlichen Mittelmeerraum entschlossen fortsetzen“, sagte Präsident Recep Tayyip Erdogan am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in der Hauptstadt Ankara nach seinem Treffen mit Ersin Tatar, dem Premierminister der Türkischen Republik Nordzypern (TRNC).
Erdogan machte die unversöhnliche Haltung der griechisch-zyprischen Seite für den anhaltenden Zypern-Konflikt verantwortlich.
„Im östlichen Mittelmeerraum kann kein Projekt realisiert werden, das die Türkei oder die Türkische Republik Nordzypern ignoriert“, warnte der türkische Staatschef.
Die Türkei hat die einseitigen Bohrungen der griechisch-zyprischen Regierung im östlichen Mittelmeerraum wiederholt angefochten und betont, dass auch die Türkische Republik Nordzypern (TRNC) Rechte an den Ressourcen in der Region hat.
Seit dem Frühjahr dieses Jahres hat Ankara zwei Bohrschiffe – Fatih und zuletzt Yavuz – in das östliche Mittelmeer geschickt, um das Recht der Türkei und der Türkischen Republik Nordzypern (TRNC) auf die Ressourcen der Region geltend zu machen. Das erste seismische Schiff der Türkei, die Barbaros Hayrettin Pasa, die 2013 in Norwegen gekauft wurde, erkundet seit April 2017 das Mittelmeer.
Im Juli haben die Außenminister der EU-Staaten in Reaktion auf die umstrittenen türkischen Erdgas-Erkundungen vor Zypern Strafmaßnahmen gegen die Türkei beschlossen. Unter anderem sollen EU-Gelder für Ankara gekürzt und die Verhandlungen über ein Luftverkehrsabkommen eingestellt werden. Die türkische Regierung zeigte sich jedoch unbeeindruckt von den angekündigten Strafmaßnahmen und entsandte am darauffolgenden Tag ein viertes Bohrschiff Richtung Zypern.
Der EU-Beschluss, die Türkei zu sanktionieren, würde die Spaltung auf Zypern „nur vertiefen“ und hätte keine Auswirkungen auf die Türkei, sagte der Sprecher der regierenden AKP, Ömer Celik, nach den Ankündigungen.
„Es ist klar, dass ihr Vorgehen nicht mehr bringen wird, als die Spaltung auf der Insel Zypern zu vertiefen. Diese Sanktionen haben keine Auswirkungen auf die Türkei“, sagte Celik vor Journalisten in Ankara. Die türkischen Bohrschiffe Fatih und Yavuz würden ihre Arbeit im östlichen Mittelmeer fortsetzen, so Celik.
Auch der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu zeigte sich unbeeindruckt:
„Wenn Sie [EU] solche Entscheidungen gegen die Türkei treffen, werden wir die Aktivitäten [im östlichen Mittelmeerraum] verstärken. Wir haben drei Schiffe im östlichen Mittelmeer. Wir werden ein viertes Schiff so schnell wie möglich entsenden. Sie sollten verstehen, dass sie mit der Türkei nicht so umgehen können. Wir entscheiden, was wir auf unserem eigenen Kontinentalschelf tun werden“, sagte Cavusoglu auf einer Pressekonferenz.
Zypern wurde 1974 geteilt, nachdem Griechenland einen Militärputsch durchgeführt und die Türkei als Garantiemacht interveniert hatte. Die türkische Regierung hatte unter Premierminister Bülent Ecevit entschieden, am 20. Juli 1974 türkische Truppen auf die Insel zu entsenden, um eine ethnische Säuberung durch die nationalistische Regierung zu verhindern, die infolge eines von Griechenland unterstützten Putsches gegen den zyprischen Präsidenten, Erzbischof Makarios, an die Macht gekommen war. Die Putschisten strebten damals den Anschluss der gesamten Insel an das ebenfalls von einer Militärjunta regierte Griechenland an.
Bereits in den Jahren vor dieser Entwicklung hatte es vielfach Übergriffe und Pogrome gegen die türkische Bevölkerung auf Zypern gegeben. Die unter dem Namen „Operation Atilla“ durchgeführte Militäraktion führte in weiterer Folge zum Ende der Militärdiktatur in Griechenland, die türkischen Truppen blieben dennoch auf Nordzypern stationiert und 1983 erklärte der dort entstandene De-facto-Staat unter dem bis 2005 regierenden Langzeitpräsidenten Rauf Denktaş seine Unabhängigkeit. In den letzten Jahren gab es mehrere Versuche, die Insel zu einigen, 2004 scheiterte jedoch ein Referendum zur Wiedervereinigung an einer „Nein“-Mehrheit im griechischen Teil.
Cumhurbaşkanı Erdoğan, KKTC Başbakanı Tatar ile ortak basın toplantısında konuşuyor https://t.co/HJRVjn21pD
Weil direkte Anwohner über den Lärm auf und neben dem Spielfeld geklagt hatten, ist am Dienstagabend in Frankenthal das Pokalmatch zwischen Pirates F.C. (C-Klasse) und dem SV Studernheim (B-Klasse) mitten im Elfmeterschießen beim Stand von 3:3 von Mitarbeitern Ordnungsamtes abgebrochen worden.
Wie die Tageszeitung Rheinpfalzweiter berichtet, verwies eine Sprecherin der Stadtverwaltung auf eine Anfrage des Blattes darauf, dass die geltende Hausordnung für den Hartplatz der Friedrich-Ebert-Schule, der mitten im Wohngebiet Pilgerpfad liegt, ein Spielende um 21.30 Uhr vorschreibe. Ab 22 Uhr gelte dann Nachtruhe, der Abbruch sei wiederum um 22.25 Uhr durchgesetzt worden. Die ausstehenden Elfmeter noch ausführen zu lassen, sei insofern keine Option gewesen, berichtet Rheinpfalz weiter.
„Fünf Minuten länger – und alles wäre erledigt gewesen“, kritisiert der Vorsitzende des Fußballkreises Rhein-Pfalz, Peter Schakewitsc, am Mittwoch das aus seiner Sicht fehlende Fingerspitzengefühl der Beamten vor Ort. Er habe in den langen Jahren als Verbandsfunktionär „so etwas Kleinliches noch nicht erlebt“, schreibt Rheinpfalz. Jetzt müsse für die Wiederholung des Spiels ein neuer Termin gefunden werden, was finanziellen und organisatorischen Aufwand für Verband und Vereine bedeute.
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Rund 1.745.614 Fahrzeuge nutzten die neu eröffnete Autobahn Istanbul-İzmir während der Feiertage vom 10. bis 18. August, so Minister Cahit Turhan, Minister für Transport und Infrastruktur.
„Es nutzten somit 50 % mehr Autofahrer diese Autobahn, als laut dem Betreibermodell (BOT Build Operate Transfer) notwendig wären. So haben unsere Bürger denjenigen eine passende Antwort gegeben, die allein aufgrund ihrer oppositionellen Haltung gegen dieses Megaprojekt Einspruch erhoben haben, sagte Turhan Reportern in der Hauptstadt Ankara. An den Zahlen sähe man, dass sowohl für die neue Osman-Gazi-Brücke als auch für die neue Autobahn ein Bedarf bestehe.
Das Autobahnprojekt Istanbul-İzmir hat eine Gesamtlänge von 426 Kilometern, darunter eine 384 Kilometer lange Autobahn und 42 Kilometer der Zugangsstraße. Die Osmangazi-Brücke, ein wichtiger Bestandteil des Projekts, wurde bereits 2016 eröffnet. Allein auf der Osmangazi-Brücke passierten 353.739 Fahrzeuge während der Feiertage, sagte Turhan.
Das Megaprojekt, das die nach Einwohnerzahl größte Stadt der Türkei, Istanbul, mit ihrer drittgrößten Stadt, Izmir, an der ägäischen Küste, verbindet, verkürzt die Reisezeit zwischen den beiden von achteinhalb Stunden auf etwa dreieinhalb Stunden. Das Autobahnprojekt schuf während des Baus Arbeitsplätze für 8.500 Menschen, und weitere 6.100 Menschen werden während des Betriebs beschäftigt sein.
„Mit der Nutzung der Autobahn wird ein Rückgang der CO2-Emissionen pro Automobil um 26 Kilogramm prognostiziert, während insgesamt für alle Fahrzeugtypen pro Jahr ein Rückgang von 375.000 Tonnen[der CO2-Emissionen] zu verzeichnen ist“, sagte Turhan.