Umfrage
Viele Unternehmer wollen kurzfristige Nachfolge – und scheitern damit

Rund 50 Prozent der Unternehmer wollen ihre Firma innerhalb eines Jahres abgeben, jeder Vierte sogar am liebsten sofort: Das ist das Ergebnis einer Umfrage von Epigos, einem Onlineportal zur Unternehmensnachfolge, das über 800 Betroffene anonym befragt hat. „Viele Unternehmer sind in einer Situation, in der sie dringend einen Nachfolger benötigen. Aber wer so kurzfristig sucht, ist zum Scheitern verurteilt“, sagt Benjamin O’Daniel, Leiter des Portals Epigos. Hintergrund: Quer durch alle Branchen stehen Unternehmensnachfolgen an. Doch viele Firmeninhaber finden keinen passenden Nachfolger. Innerhalb der Familie schreckt die jüngere Generation häufig vor der aufreibenden Arbeit zurück. Auch außerhalb der Familie finden sich selten qualifizierte Nachfolger. Der Fachkräftemangel sorgt dafür, dass viele jüngere Menschen Karriere in der Festanstellung machen – und kein Interesse am risikoreichen Unternehmertum haben. „Für Firmeninhaber heißt das: Sie brauchen eine längere Vorlaufzeit, um einen qualifizierten und solventen Nachfolger zu finden“, so Benjamin O’Daniel. Wer mehr Zeit mitbringt, habe auch eine bessere Verhandlungsposition – insbesondere beim Verkaufspreis. „Der Preis ist elementar. Es ist die Rendite für jahrelange harte Arbeit und sichert den Unternehmer auch finanziell ab.“ Besonders ältere Unternehmer suchen schnell einen Nachfolger, weil häufig eine kurzfristige Dringlichkeit entsteht – etwa durch eine Krankheit oder eine unternehmerische Krise. Dann ist die Verhandlungsposition allerdings ausgesprochen schlecht. Jeder potenzielle Interessent will einen finanziellen Risikoabschlag oder springt wieder ab. Das sorgt für Bitterkeit beim Unternehmer, für den seine Firma eine Herzensangelegenheit ist. Die Umfrageergebnisse im Detail: 50,9 Prozent wollen innerhalb eines Jahres ihre Firma abgeben. Davon 22,2 Prozent gerne sofort und 28,7 Prozent innerhalb der kommenden 12 Monate. 24,9 Prozent wollen innerhalb der kommenden fünf Jahre ihre Firma veräußern – ein durchaus realistischer Zeitrahmen. 24,3 Prozent informieren sich zwar allgemein – etwa über den Firmenwert – planen aber derzeit keinen Verkauf. Fazit: „Ein kühler Kopf, eine ruhige Planung und ein langer Atem – dann gelingt die Unternehmensnachfolge“, so Benjamin O’Daniel.

Medien
Nach Fakenews aus China: Twitter akzeptiert von staatlichen Medien keine Werbung mehr

Der Kurznachrichtendienst Twitter kündigte heute an, dass es keine Werbung mehr von staatlich kontrollierten Nachrichtenagenturen akzeptieren wird. Diese Konten können die Plattform weiterhin nutzen, aber nicht ihre Werbung. Die Änderung erfolgt, nachdem Chinas staatlich unterstützte Medienstelle Xinhua Anzeigen gesponsert hat, die Hongkong-Protestierende diskreditierten In einer separaten öffentlichen Offenbarung sagt Twitter, dass 936 Berichte aus der Volksrepublik China „bewusst und gezielt versucht haben, politische Meinungsverschiedenheiten in Hongkong zu stiften“. In einem Blogbeitrag sagt Twitter, dass es alle Konten für eine Reihe von Verstößen gesperrt hat. Laut CNBC wird angenommen, dass die Konten Teil einer staatlich unterstützten Fehlinformationskampagne sind. Twitter hat nach eigenen Angaben eine großangelegte Kampagne aus China aufgedeckt, die die Proteste in Hongkong diskreditieren sollte. Der Kurznachrichtendienst machte 936 Accounts aus, über die koordiniert „politischer Streit in Hongkong gesät werden sollte“. Zusätzlich sei ein Netzwerk aus rund 200 000 Accounts gesperrt worden, bevor es nennenswerte Aktivität entwickeln konnte, berichtet die Nachrichtenagentur AFX.

Geldpolitik
Nach Erdogan: Auch Trump fordert weitere Zinssenkungen

Washington – Wie sein türkischer Amtskollege Recep Tayyip Erdogan, fordert nun auch US-Präsident Donald Trump die US-Zentralbank zu weiteren Zinssenkungen auf. Trump sagte am Montag, dass die Federal Reserve erwägen sollte, die Zinsen um 1 Prozentpunkt zu senken. Während er sich für eine „gewisse quantitative Lockerung“ aussprach, setzte er seine Druckkampagne auf die Zentralbank fort. „Der Leitzins sollte in relativ kurzer Zeit um mindestens 100 Basispunkte gesenkt werden, vielleicht auch mit einer quantitativen Lockerung“, sagte Trump in einem Twitter-Post. Trump hat die US-Zentralbank mehrmals aufgefordert die Zinsen zu senken, und sagte, dass der Vorsitzende Jay Powell einen „schlechten Job“ machte. Er forderte die Fed bereits im April auf, die Zinsen einen Punkt zu senken.

Zahlreiche Zentralbanken schließen sich den tieferen Leitzinsen an

Im vergangenen Monat ließ auch der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan die Leitzinsen um 4,25 senken und erntete dafür von der Opposition und auch von hiesigen Politikern und Medien viel Kritik und Spott.

Auch wenn die Europäische Zentralbank bereits vor der Türkei bei ihrer letzten Sitzung die Leitzinsen auf einem historischen Tiefstand von 0,0 Prozent ließ und die US-Notenbank erstmals seit der Finanzkrise im April ihre Zinsen senkte, waren „Erdogan hat sich verzockt!“ oder „Erdogan fährt die Wirtschaft gegen die Wand“ gängige, dem Anschein nach schadenfreudige Schlagzeilen. Erdogans Entscheidung habe sich bisher jedoch als rational erwiesen, berichtet die Wirtschaftszeitung Handelsblatt. Nicht nur die Inflation ist wie geplant zurückgegangen – von 25 Prozent im Oktober vergangenen Jahres auf eine Inflationsprognose von 13,9 Prozent für 2019, sondern auch der Wert der türkischen Lira hat sich verbessert. Die türkische Währung hatte im vergangenen Jahr gegenüber dem US-Dollar und dem Euro enorm an Wert verloren, doch seit Mai gehört sie zu den stärksten Währungen weltweit, so Handelsblatt weiter.

Die Zentralbanken von Indien, Thailand, Neuseeland und Australien ziehen nach: Die Reserve Bank of India setzte den Leitzins zum vierten Mal in Folge – zuletzt um 35 Basispunkte – herab. Parallel drehte die thailändische Zentralbank zum ersten Mal seit vier Jahren um 25 Basispunkte an der Zinsschraube. Die Reserve Bank of New Zealand überraschte mit einer Leitzinssenkung um 50 Basispunkte – der Leitzins dort landet so auf einem Allzeittief von 1 Prozent. In Australien wurde der Leitzins ebenfalls auf seinem Rekordtief belassen“, berichtet das Finanzportal finanzen.net.

Nicht nur die großen Wirtschaftsblöcke wie die USA und die Eurozone bräuchten einfachere Währungsbedingungen, sondern auch andere Volkswirtschaften, die Teil der globalen Maschine sind“, zitiert finanzen.net den Senior Fixed Income Portfoliomanager bei London & Capital Rabbani Wahhab, der mit  dem US-Nachrichtensender CNBC sprach. Die mehrheitliche Lockerung der Geldpolitik signalisiere laut finanzen.net, dass die Zentralbanken erhebliche Sorgen hinsichtlich der wirtschaftlichen Aussichten, sowohl im In- als auch im Ausland, hegen. Die geldpolitischen Maßnahmen würden ergriffen, um einem Abschwung entgegenzuwirken und die Wirtschaft anzukurbeln. „Die allgemeine Sorge der globalen Zentralbanker ist die Disinflation, die an sich oft ein Vorbote für die Verlangsamung der Wirtschaftstätigkeit ist“, so Wahhab gegenüber CNBC. Er geht außerdem davon aus, dass weitere Zentralbanken den historisch niedrigen Zinsniveaus anschließen werden.

Zum Thema

– Türkei – Handelsblatt: „Die türkische Lira gehört seit Mai zu den stärksten Währungen weltweit“

Um die starke Inflation der letzten Monate einzudämmen, ließ der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan, Anfang Juli die Leitzinsen um 4,25 Prozent drastisch senken und wurde dafür heftig kritisiert.

Eurostat
Jährliche Inflationsrate im Euroraum auf 1,0% gesunken

Die jährliche Inflationsrate im Euroraum lag im Juli 2019 bei 1,0%, gegenüber 1,3% im Juni. Ein Jahr zuvor hatte sie 2,2% betragen. Die jährliche Inflationsrate in der Europäischen Union lag im Juli 2019 bei 1,4%, gegenüber 1,6% im Juni. Ein Jahr zuvor hatte sie 2,2% betragen. In Deutschland lag die jährliche Inflationsrate im Juli 2019 bei 1,1%, gegenüber 1,5% im Juni 2019. Ein Jahr zuvor hatte sie 2,2% betragen. Die niedrigsten jährlichen Raten wurden in Portugal (-0,7%), Zypern (0,1%) und Italien (0,3%) gemessen. Die höchsten jährlichen Raten wurden in Rumänien (4,1%), Ungarn (3,3%), Lettland und der Slowakei (je 3,0%) registriert. Gegenüber Juni ging die jährliche Inflationsrate in fünfzehn Mitgliedstaaten zurück, blieb in zwei unverändert und stieg in elf an. Diese Daten werden von Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union, veröffentlicht.

Gesundheit
Stress vor der Geburt erhöht das Risiko für psychiatrische Erkrankungen

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Hat eine Mutter viel Stress während der Schwangerschaft, könnte das zu einer veränderten Reaktion der Gene in Nervenzellen auf Stress im späteren Leben des Kindes führen. Dies legt die jüngst im renommierten Fachjournal PNAS publizierte Studie von internationalen Forscherinnen und Forschern unter der Leitung des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie und der Simon Fraser Universität in Vancouver, Kanada nahe. In Studien an Tieren und Menschen konnte bisher gezeigt werden, dass Stress, wie ihn Depression, Unterernährung oder eine Hormongabe zur Lungenreifung des Kindes während der Schwangerschaft darstellen, das Risiko des ungeborenen Kindes erhöhen, später im Leben an einer Reihe an gesundheitlichen Problemen zu leiden. Vermehrter Stress während dieser kritischen Phase der Entwicklung steht in Verbindung mit einer Reihe gesundheitlicher Problemen im späteren Leben des Kindes wie einer höheren Sensibilität gegenüber Stress, kognitiven Defiziten und erhöhter Anfälligkeit für psychiatrische Störungen sowie Verhaltenssaufälligkeiten. Diese könnten durch eine veränderte Funktion des Gehirns vermittelt werden. Nun konnte ein hierfür möglicher verantwortlicher molekularer Mechanismus identifiziert werden. Stresshormone lösen eine Veränderung in einem wichtigen epigenetischen Prozess, der DNS-Methylierung aus und führen so dazu, dass Gene auch über einen längeren Zeitraum anders abgelesen werden. Denn obwohl Stresshormone notwendig für die Gehirnentwicklung des Fötus sind, hat sich eine zu große Menge davon als schädlich erwiesen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nutzten menschliche Gehirnzellen, um die Effekte von Stresshormonen während der fötalen Entwicklung zu beobachten. Sie stellten fest, dass chronischer Stress während der frühen Neubildung von Nervenzellen, der sogenannten Neurogenese, zu einer langfristigen Veränderung der Gene durch epigenetische Mechanismen führt. Zusätzlich konnten sie zeigen, dass bei erneutem Stress diese epigenetischen Veränderungen zu einer erhöhten Sensibilität gegenüber nachfolgendem Stress führen. Um diese Erkenntnisse vom Labor auf den Menschen übertragen zu können, wurden zusätzlich Nabelschnurblutzellen von Neugeborenen untersucht, die während der Schwangerschaft hohem Stress, wie Depression und Angststörungen der Mutter oder eine Stresshormongabe ausgesetzt waren. Es konnte beobachtet werden, dass die epigenetischen Veränderungen in den Neuronen und die, die in den Genen der gestressten Neugeborenen gefunden wurden, miteinander übereinstimmten. Diese epigenetischen Markierungen können als „Erinnerungen der Zelle“ an vergangenen Stress gesehen werden, welche die Sensibilität des Individuums auf zukünftigen Stress beeinflussen könnten. Stress vor der Geburt eines Kindes scheint nicht nur die Entwicklung der Nervenzellen zu verändern, sondern auch die Reaktion auf Stress im späteren Leben. Dieses Wissen gibt nicht nur Aufschluss über die möglichen Langzeiteffekte früher Umweltweinflüsse, sondern könnte dabei helfen, Strategien für präventive Maßnahmen zu entwickeln.

Köln
FC-Manager Alexander Wehrle kritisiert OB Henriette Reker

Köln – Der Geschäftsführer des 1.FC Köln, Alexander Wehrle, hat die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker für ihren Vorstoß zum FC-Ausbau am Geißbockheim kritisiert. Das Thema Klimanotstand mit den Plänen zu verknüpfen, halte er für fragwürdig, sagte Wehrle der Kölnischen Rundschau. „Selbstverständlich haben wir diverse Gutachten in Auftrag gegeben, das Klimagutachten kommt nicht zu dem Ergebnis, dass drei Fußballplätze das Klima in Köln nachhaltig schädigen.“ Reker hatte sich am Freitag erstmals von den Ausbauplänen distanziert. Sie könne sich auch alternative Standorte vorstellen. „Ich war überrascht von der Äußerung“, sagte Wehrle, „gerade zum jetzigen Zeitpunkt.“ Derzeit läuft die Offenlage der Pläne, Bürger können sich noch bis Ende des Monats äußern. Als unfair empfinde er es, den FC zum Spielball machtpolitischer Fragen zu machen. „Wir brauchen ein wettbewerbsfähiges Leistungszentrum, damit der 1.FC Köln als viertgrößter Verein in Deutschland eine Zukunft hat.“ Reker hatte sich auch zum Ausbau des Rheinenergie-Stadions kritisch geäußert. Sie glaube nicht, dass der Club den Ausbau in der gewünschten Form vornehmen könne. „Das Thema sei noch weit weg“, sagte Wehrle. Der Lärmschutz sei aber durch das geplante Dach mitgedacht. Uns hat gefreut, dass es technisch machbar ist. Wir sollten das Thema nicht frühzeitig zerreden.“ Es habe für die viertgrößte Stadt Deutschlands auch eine sportpolitische Bedeutung. Der FC plant den Ausbau des Rheinenergie-Stadions von derzeit 50 000 auf bis zu 75 000 Plätze.

Balkan
Kosovo: 22 Polizisten wegen Abschiebung türkischer Staatsangehöriger angeklagt

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16 Monate nach der umstrittenen Abschiebung von sechs türkischen Staatsangehörigen aus dem Kosovo in die Türkei im März 2018 sollen 22 Mitglieder der kosovarischen Polizei in einem Bericht genannt worden sein, der sie mit dem vom Polizeiinspektorat des Kosovo, IPK, veröffentlichten Fall verbindet. In einer Antwort an das Recherchenetzwerk BIRN teilte die Sonderstaatsanwaltschaft Kosovo mit, dass sie den Bericht des IPK am Donnerstag erhalten habe, ohne jedoch Informationen über die Art der gegen die Mitglieder der Polizei des Kosovo erhobenen Anschuldigungen zu liefern. „Wir möchten bekannt geben, dass die Sonderstaatsanwaltschaft der Republik Kosovo vom Polizeiinspektorat des Kosovo einen Strafbericht gegen die 22 Verdächtigen erhalten hat, während wir auch andere Angeklagte befragen“, lautet die Antwort der Sonderstaatsanwaltschaft. Das IPK ist eine von der kosovarischen Polizei unabhängige Kontrollstelle, die für die Untersuchung von Vorwürfen wegen Fehlverhaltens von Polizisten zuständig ist. Das Organ ist beauftragt, Berichte und Empfehlungen zu erstellen und gegebenenfalls Fälle an die Strafverfolgung weiterzuleiten. Der Fall der Gülenisten betraf fünf Mitarbeiter der Mehmet-Akif-Schulen im Kosovo und einen sechsten türkischen Staatsangehörigen, die am 29. März 2018 verhaftet und in die Türkei abgeschoben wurden. Unter den Angeklagten ist auch Rrahman Sylejmani, Direktor der Grenzbehörde der Kosovo-Polizei. Vor Beginn der Ermittlungen sammelte die Sonderstaatsanwaltschaft bereits Informationen und Beweise gegen Shaban Guda, einen stellvertretenden Leutnant der kosovarischen Polizei, berichtet BIRN weiter. Die Polizei „ist nicht schuld“, sagt Haradinaj Im November 2018 nannte der scheidende kosovarische Premierminister Ramush Haradinaj die Aktion, die zur Abschiebung von sechs türkischen Staatsangehörigen mit Aufenthaltserlaubnis führte, „übereilt und überraschend“, sagte aber auch, dass die Polizei des Kosovo nicht für den Vorfall verantwortlich sei. „Die Polizei hat die Tat vollstreckt, die Polizei glaubte, dass sie eine patriotische und heroische Tat zum Wohle des Landes begangen hat. Wir können nicht zur Polizei gehen und ihnen sagen, dass es ihre Schuld ist“, sagte Haradinaj. Wie BIRN weiter berichtet, unterzeichnete Haradinaj am Tag nach der Abschiebung eine Entscheidung über die sofortige Entlassung von Driton Gashi, dem Leiter des Kosovo-Geheimdienstes AKI und dem Innenminister Flamur Sefaj. Am 30. März 2018 gab Haradinaj eine Erklärung ab, in der er erklärte, dass er von der Aktion, die von der kosovarischen Polizei auf der Grundlage von Informationen des Geheimdienstes durchgeführt wurde, nicht informiert worden sei. „Die Durchführung der Kündigung von Aufenthaltsgenehmigungen, der Inhaftierung und der dringenden Abschiebung von sechs türkischen Bürgern aus dem Gebiet der Republik Kosovo ist ohne Unterrichtung des Regierungschefs und ohne seine Zustimmung erfolgt“, sagte Haradinaj. Nazmi Ulus, Direktor des Mehmet Akif College in Lipjan, sagte, dass alle Verhafteten bis 2022 eine Aufenthaltserlaubnis hätten. Ende März 2018 veröffentlichte auch das Innenministerium des Kosovo eine Pressemitteilung, in der es hieß, dass den fünf türkischen Mitarbeitern der am 29. März verhafteten Mehmet-Akif-Schulen im Kosovo aus Gründen der „nationalen Sicherheit“ die Aufenthaltserlaubnis entzogen wurde. Abschiebung bei „schwerer Verletzung“ der Menschenrechte Am 27. April 2018 wurde ein Bericht der Ombudsperson über die zwangsweise Abschiebung der sechs türkischen Staatsangehörigen veröffentlicht. Hilmi Jashari, die Ombudsperson des Kosovo, erklärte in einem Interview nach der Veröffentlichung, dass „vom ersten Schritt bis zum letzten Moment“ der gesamte Prozess gegen die in der Verfassung des Kosovo und der Europäischen Menschenrechtskonvention verankerten rechtlichen Verpflichtungen verstößt. Der Bericht stellt fest, dass bei der Verhaftung und der gewaltsamen Abschiebung mehrere Gesetze des Kosovo verletzt wurden, ebenso wie die vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte festgelegten Verpflichtungen, die die Auslieferung eines Ausländers in ein Gebiet eines Staates verbieten, in dem er von unmenschlicher Behandlung bedroht sein könnte. Haradinaj selbst wurde von der Parlamentarischen Kommission zur Untersuchung der Abschiebung von sechs türkischen Bürgern, die zur Untersuchung des Vorfalls im Juni 2018 eingesetzt wurde, zu einem Interview eingeladen. Ihm zufolge ein ausländischer Diplomat, mit dem er am Vorabend ein Treffen hatte. Ankara macht Gülen für Putschversuch verantwortlich Die türkische Regierung beschuldigt den in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen, für den Putschversuch am 15. Juli 2016 verantwortlich zu sein, im Zuge dessen die am Staatsstreich beteiligten Soldaten Panzer und Kampfjets unter ihre Kontrolle gebracht, das Parlamentsgebäude bombardiert und versucht haben, den türkischen Staatspräsidenten zu entführen oder zu töten.

248 Menschen kamen in der Putschnacht gewaltsam ums Leben, fast 2.200 wurden verletzt. Des Weiteren wird dem Prediger vorgeworfen, seit Jahren durch die Gründung eines Parallelstaates mithilfe seiner Unterstützer, die den türkischen Staat vor allem in den Bereichen Militär, Polizei und Justiz infiltriert hätten, für den Sturz der Regierung zu kämpfen.

Türkei
Unwetter in Istanbul: Kritik an Bürgermeister Ekrem Imamoglu

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Istanbul –  Heftige Regenfälle haben am Wochenende in Istanbul große Schäden verursacht. Ein Mann kam ums Leben. Das Wasser überflutete zahlreiche Straßen. Auch der Große Basar mit mehreren Tausend Geschäften, eine der historischen Sehenswürdigkeiten der Stadt, stand teilweise unter Wasser. Viele Bürger Istanbuls verurteilten das Verhalten des neugewählten Bürgermeisters Ekrem Imamoglu. Während die Millionenmetropole mit flutartigen Regenfällen zu kämpfen hatte, befand sich Ekremoglu wieder mal im Urlaub. Medienberichten zufolge, bereits sein zweiter seit Amtseintritt. „Istanbul ist überflutet, wo sind Sie?“, fragten die Bürger in den sozialen Netzwerken. Imamoglu beschuldigte nach seiner Rückkehr den Wetterdienst. Dieser habe das Unwetter zu spät angekündigt und nur von einem leichten Regen berichtet.
(Foto: Screenshot)

Wohnungspolitik
Piratenpartei: Staat versagt bei sozialem Wohnungsbau

Sozialwohnungen sind ein wichtiges Instrument um Wohnungsnot zu begegnen. Diese besonders preiswerten Wohnungen stehen bedürftigen Personen zur Verfügung und sind vom Markt weitgehend entkoppelt. Trotz zunehmender Wohnungsnot ist die Entwicklung der Sozialwohnungen rückläufig. Die Piratenpartei fordert eine Sofortmaßnahmen-Programm zur Entschärfung der Situation welches unter anderem eine Bauordnung für alle Länder vorsieht. „Wir haben Zehntausende Wohnungssuchende die bei den Städten registriert sind. Studenten, Azubis und andere Geringverdiener haben kaum Chancen, bezahlbare Wohnungen zu finden. Es ist skandalös, dass in solch einer Situation der soziale Wohnungsbau vernachlässigt wird, hat er doch die Möglichkeit zügig bezahlbaren Wohnraum zu schaffen“, kommentiert Borys Sobieski, Landesvorsitzender. Mangelnder Wohnraum hat längst zu einer fatalen Preisentwicklung beigetragen. Die Landeshauptstadt Stuttgart gilt als zweitteuerste Stadt Deutschlands. [2] „Aktionen wie die Hausbesetzung in Reutlingen zeigen, dass das Fass am überlaufen ist. Die Bürger leiden stark unter dieser Entwicklung und die Politik stiehlt sich aus der Verantwortung. Es darf einfach nicht sein, dass dringend benötigter Wohnraum zum Spekulationsgut der Wohlhabenden verkommt“, so Sobieski weiter. Die Piraten schlagen der Landesregierung in einem Sofortmaßnahmen-Programm vor, auf die eigene Landesbauordnung zu verzichten, die es überregional tätigen Entwicklern und Bauträgern unnötig schwer machen. „Die Landes- und Bundesregierung muss endlich an einem Strang ziehen und eine Bauordnung für alle beschließen. Außerdem muss im gleichen Zuge das im Koalitionsvertrag der Bundesregierung verankerte Planungs- und Baubeschleunigungsgesetz endlich umgesetzt werden. Bisher liefert Bauminister Horst Seehofer hier leider keine Ergebnisse und reine Absichtserklärungen bringen uns nicht weiter.“

Hardware-Nachrüstung
Kfz-Gewerbe: Hersteller sollen Diesel-Nachrüstung flächendeckend fördern

Die Hardware-Nachrüstung von Euro 5-Dieselfahrzeugen sollte von den Automobilherstellern flächendeckend gefördert werden. Das fordert ZDK-Präsident Jürgen Karpinski. Nachdem nun ein Nachrüstsystem für 60 Fahrzeugmodelle aus dem Volkswagen-Konzern freigegeben worden ist, könne die Nachrüstung endlich Fahrt aufnehmen. „Es macht aber wenig Sinn, die Förderung der Umrüstmaßnahmen auf die 15 Städte und deren Grenzregionen zu beschränken, die von Grenzwertüberschreitungen bei Stickoxiden betroffen sind. Das führt zu einem regionalen Ungleichgewicht bei Handel und Verbrauchern. Der Handel mit gebrauchten Fahrzeugen macht vor Emissionsgrenzen nicht halt. Deutschland in einen Flickenteppich unterschiedlicher Regionen bezüglich der Nachrüstförderung aufzuspalten ist ein nicht nachvollziehbarer Anachronismus, der an die Zeiten der Kleinstaaterei des 19. Jahrhunderts erinnert“, so Karpinski. „Was machen Dieselfahrer, die aus nicht betroffenen Regionen in die besagten 15 Städte fahren müssen und noch nicht über ein Fahrzeug mit Zufahrtsberechtigung verfügen? Und was machen die Händler außerhalb dieser Zonen mit ihren Bestandsfahrzeugen?“ Daher sollten die Hersteller ausnahmslos jeden Halter eines Euro 5-Dieselfahrzeugs, der eine Hardware-Nachrüstung durchführen lassen wolle, in den Genuss der Fördermaßnahme kommen lassen.