Kosovo
Abschiebung türkischer Staatsangehöriger: Opposition fordert Ausdehnung der Ermittlungen auf hochrangige Staatsbeamte

Die Abgeordneten der Opposition im Kosovo fordern, dass die laufenden Ermittlungen über die umstrittene Abschiebung türkischer Staatsangehöriger im vergangenen Jahr in die Türkei nicht bei niederrangigen Polizisten enden sollten und auf hochrangige Polizei- und Staatsbeamte ausgedehnt werden müssen. „Wir erwarten, dass die Staatsanwaltschaft diejenigen anklagt, die die Befehle zur Deportation erteilt haben. Sie sind die Machthaber staatlicher Sicherheitsbehörden wie der Polizei und des Kosovo-Geheimdienstes sowie den Präsidenten und ehemaligen Innenminister“, sagte Driton Selmanaj von der Demokratischen Liga des Kosovo, LDK, gegenüber dem Recherchenetzwerk BIRN. „Wir haben monatelang an dem Fall gearbeitet…. und die Staatsanwaltschaft hat genügend Beweise, so dass es keinen Grund mehr gibt, weiter zu warten“, fügte der Abgeordnete hinzu. Wie BIRN weiter berichtet, ergab eine parlamentarische Untersuchung, dass der Kosovo-Geheimdienst, der mutmaßlich die Operation leitete, sechs türkische Staatsangehörige „illegal“ ausgewiesen hat – fünf Mitarbeiter türkischer Hochschulen im Kosovo und einen Arzt. „Es ist gut, dass Verfahren eingeleitet wurden, um die Verantwortlichen für verschiedene Gesetzesverstöße vor Gericht zu bringen, aber es ist äußerst enttäuschend und inakzeptabel, dass nur einige schwache Akteure ins Visier genommen wurden und die Hauptverantwortlichen gemieden und begnadigt werden“, sagte Selmanajs Ko-Vorsitzender im parlamentarischen Ausschuss für diesen Fall, Xhelal Svecla, von der oppositionellen Vetevendosje Partei, am Donnerstag auf Facebook. „Ich fordere alle 22 Polizeibeamten [im Bericht] auf, diejenigen, die die Befehle zur Abschiebung gegeben haben, nicht zu schützen, und ich fordere alle Staatsbeamten auf, keine rechtswidrigen Befehle auszuführen, egal woher sie kommen“, so Svecla weiter. Die Polizei „ist nicht schuld“, sagt Haradinaj

Im November 2018 nannte der scheidende kosovarische Premierminister Ramush Haradinaj die Aktion, die zur Abschiebung von sechs türkischen Staatsangehörigen mit Aufenthaltserlaubnis führte, „übereilt und überraschend“, sagte aber auch, dass die Polizei des Kosovo nicht für den Vorfall verantwortlich sei.

„Die Polizei hat die Tat vollstreckt, die Polizei glaubte, dass sie eine patriotische und heroische Tat zum Wohle des Landes begangen hat. Wir können nicht zur Polizei gehen und ihnen sagen, dass es ihre Schuld ist“, sagte Haradinaj. Wie BIRN weiter berichtet, unterzeichnete Haradinaj am Tag nach der Abschiebung eine Entscheidung über die sofortige Entlassung von Driton Gashi, dem Leiter des Kosovo-Geheimdienstes AKI und dem Innenminister Flamur Sefaj. Am 30. März 2018 gab Haradinaj eine Erklärung ab, in der er erklärte, dass er von der Aktion, die von der kosovarischen Polizei auf der Grundlage von Informationen des Geheimdienstes durchgeführt wurde, nicht informiert worden sei. Die sechs im März letzten Jahres abgeschobenen Türken wurden von Ankara wegen mutmaßlichen Verbindungen zum in den USA lebenden Prediger Fethullah Gulen gesucht. Ankara macht Gülen für Putschversuch verantwortlich Die türkische Regierung beschuldigt den in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen, für den Putschversuch am 15. Juli 2016 verantwortlich zu sein, im Zuge dessen die am Staatsstreich beteiligten Soldaten Panzer und Kampfjets unter ihre Kontrolle gebracht, das Parlamentsgebäude bombardiert und versucht haben, den türkischen Staatspräsidenten zu entführen oder zu töten.

248 Menschen kamen in der Putschnacht gewaltsam ums Leben, fast 2.200 wurden verletzt. Des Weiteren wird dem Prediger vorgeworfen, seit Jahren durch die Gründung eines Parallelstaates mithilfe seiner Unterstützer, die den türkischen Staat vor allem in den Bereichen Militär, Polizei und Justiz infiltriert hätten, für den Sturz der Regierung zu kämpfen.

Zum Thema

– Balkan – Kosovo: 22 Polizisten wegen Abschiebung türkischer Staatsangehöriger angeklagt

16 Monate nach der umstrittenen Abschiebung von sechs türkischen Staatsangehörigen aus dem Kosovo in die Türkei im März 2018 sollen 22 Mitglieder der kosovarischen Polizei in einem Bericht genannt worden sein, der sie mit dem vom Polizeiinspektorat des Kosovo, IPK, veröffentlichten Fall verbindet.

Kosovo: 22 Polizisten wegen Abschiebung türkischer Staatsangehöriger angeklagt
   

Selfie-Trend
259 Opfer: Selfies tödlicher als Hai-Angriffe

Fünfmal so viele Menschen kamen in den vergangenen Jahren beim Schießen von Selbstporträts ums Leben wie durch Angriffe von Haien. Nach einer Meldung der Fachzeitschrift „Journal of Family Medicine and Primary Care“ starben zwischen Oktober 2011 und November 2017 weltweit mindestens 259 Menschen bei Selfie-Aufnahmen. 50 Menschen wurden im selben Zeitraum durch Haie getötet. Die meisten Selfie-Opfer stammen aus Indien mit 159 Toten, gefolgt von Russland, das mit 16 Todesfällen den zweiten Platz in der Statistik der Todesfälle einnimmt. Auf Platz drei stehen die USA mit 14 Toten – die meisten erschossen sich, als sie mit der Waffe vor der Kamera posierten. Mehrere Menschen stürzten im Grand Canyon zu Tode. Im Durchschnitt machten Frauen mehr Selfies als Männer. Doch die Todesopfer waren zu drei Viertel Männer.  
     

Umwelt
Türkei: 2017 über 51.000 Tote infolge der Luftverschmutzung

Mehr als die Hälfte der 81 Provinzen in der Türkei – 56 Prozent – hatte im vergangenen Jahr eine schlechte Luftqualität, so ein Bericht der Right to Clean Air Platform. Die Provinz, die 2018 die schlechteste Luftqualität aufweist, war die südöstliche Provinz Kahramanmaraş, so der Bericht. Auf diese Provinz folgten die östliche Provinz Iğdır und die südliche Provinz Mersin in Bezug auf die schlechteste Luftqualität. Die einzige Provinz, die im vergangenen Jahr saubere Luft gemäß den Standards der Weltgesundheitsorganisation hatte, war die nordöstliche Provinz Ardahan, so der Bericht weiter. 2017 seien in der Türkei demnach 51.574 Menschen an durch Luftverschmutzung verursachten Erkrankungen gestorben. Dem Bericht zufolge ist diese Zahl siebenmal so hoch wie die, die im selben Jahr bei Verkehrsunfällen ums Leben kamen. Die Provinzen mit der höchsten Zahl solcher Todesfälle waren Istanbul, die westliche Provinz Bursa und die Hauptstadt Ankara. Wenn der Grad der Luftverschmutzung auf die von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen Zahlen reduziert worden wäre, hätten 13 Prozent der durch Luftverschmutzung verursachten Todesfälle im Jahr 2017 verhindert werden können, berichtet Hurriyet Daily News unter Berufung auf den Bericht. Die Right to Clean Air Plattform besteht aus 16 Organisationen und NGOs, die seit 2015 an Luftverschmutzung und deren Gesundheitsauswirkungen auf Menschen in der Türkei arbeiten. Zu den Mitgliedern gehören viele renommierte Organisationen wie die Türkische Stiftung zur Bekämpfung der Bodenerosion, besser bekannt in Kurzform als TEMA, der World Wild Fund for Nature (WWF), die Association of Public Health Specialists (HASUDER) und die Türkische Neurologische Gesellschaft. Prof. Dr. Çiğdem Çağlayan, HASUDERs Vertreterin für die Plattform, sagte, dass verunreinigte Luft genauso gefährlich sei wie das Rauchen. „Wir wissen, dass die Luftverschmutzung eine sehr wichtige Rolle bei Lungen- und Herzerkrankungen spielt. Die in der Luft befindlichen Stoffe sollten an einem bestimmten Grenzwert liegen. In der Luft befinden sich einige gelöste Stoffe und Stäube. Ihre Menge ist sehr wichtig“, so Çağlayan der Hurriyet. „Die Vorschriften zur Luftreinhaltung in der Türkei ermöglichen eine höhere Luftverschmutzung als die von der Weltgesundheitsorganisation festgelegten Kriterien. Für Verschmutzungsindikatoren sollten die Grenzen der WHO die Grundlage sein“, fügte sie hinzu. Das Ziel der Right to Clean Air Plattform bestehe darin, „sich für das Recht auf ein Leben in einer Umwelt mit sauberer Luft einzusetzen und die öffentliche Gesundheit vor der Luftverschmutzung zu schützen, insbesondere durch die bestehenden und geplanten Kohlekraftwerke in der Türkei“, so die Organisation auf ihrer Webseite. Der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge sterben jede Jahr etwa sieben Millionen Menschen jedes Jahr an durch Luftverschmutzung verursachten Krankheiten, die meisten von ihnen aus Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen. Laut einem Forscher-Team des Max-Planck-Instituts für Chemie in Mainz und der Mainzer Universität sind es sogar 8,8 Millionen.    

Bloomberg-Meldung
Ankara: Türkei steht weiterhin hinter Regierung Venezuelas

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Ankara – Die Türkei ist gegen eine ausländische Intervention, um legitime und verfassungsmäßige Regierungen zu stürzen, auch in Venezuela, wie Ankara bekräftigte. Der Sprecher des türkischen Außenministeriums widersprach damit Medienmeldungen, in denen berichtet wurde, dass die Türkei unter dem Druck Washingtons Venezuela sanktioniere. Die Entscheidungen des Privatsektors und der Institutionen seien unabhängig von den offiziellen, bilateralen Beziehungen zwischen der Türkei und Venezuela, betonte der Sprecher des Außenministeriums, Hami Aksoy, in einer Erklärung. „Die Beziehungen der Türkei zu Venezuela basieren auf den Prinzipien der Nichteinmischung in innere Angelegenheiten, der Achtung der souveränen Rechte der Staaten, des Volkswillens und der Demokratie sowie der gegenseitigen Interessen“, so Aksoy. Eine Änderung der prinzipientreuen Position der Türkei gegenüber Venezuela komme nicht in Frage, heißt es in der Erklärung. Er forderte alle Parteien auf, den politischen Dialog in Venezuela zu unterstützen. „Es ist sehr wichtig, dass alle Parteien, die bereit sind, eine dauerhafte Lösung für die derzeitigen Meinungsverschiedenheiten in Venezuela zu finden, den Prozess des politischen Dialogs weiterhin unterstützen. Diese Bemühungen sollten nicht um der innenpolitischen Diskussionen und der täglichen Interessen willen verschwendet werden“, sagte er. Venezuela wurde Anfang des Jahres von Protesten erschüttert, als Nicolas Maduro nach einer von der Opposition boykottierten Abstimmung für eine zweite Amtszeit vereidigt wurde. Die Spannungen eskalierten, als am 23. Januar Oppositionsführer Juan Guaido sich selbst zum Staatspräsidenten erklärte – ein Schritt, der von den USA und vielen europäischen und lateinamerikanischen Ländern unterstützt wurde.

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– Erdogan in Südamerika – Trotz Sanktionen: Türkischer Goldimport entlastet Venezuela

Die krisengebeutelte Wirtschaft Venezuelas hatte dieses Jahr sehr von den Goldexporten in die Türkei profitiert. Gold im Wert von 900 Mio. US-Dollar wurden in die Türkei verkauft. Die Einnahmen halfen dem südamerikanischen Land, den Einbruch im Ölgeschäft abzumildern.

Trotz Sanktionen: Türkischer Goldimport entlastet Venezuela
 

Berlin
Sklavenhandel: Bündnis fordert Berlin zu Entschuldigung auf

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Bündnis „DECOLONIZE Berlin“ lädt zum 6. Umbenennungsfest für die Mohrenstraße und fordert Berlin zu einer Entschuldigung für den brandenburgisch-preußischen Versklavungshandel auf

Anlässlich des jährlichen UN-Tages zur Erinnerung an die Abschaffung des Versklavungshandels am 23. August wird am Sonntag, 25.08.2019 um 13 Uhr am Berliner Hausvogteiplatz das jährliche Umbenennungsfest für die rassistisch konnotierte „Mohrenstraße“ stattfinden.

Das Straßenfest wird seit 2014 von afrikanischen bzw. Schwarzen und solidarischen Nichtregierungsorganisationen veranstaltet. Es soll der Forderung nach Änderung des auf die Zeit des brandenburgisch-preußischen Kolonial- und Versklavungshandels zurückgehenden Straßennamens Nachdruck verleihen.

Die 1706 benannte Straße trägt in ihrem Namen seit mehr als 300 Jahren die diskriminierende Fremdbezeichnung für Schwarze bzw. Menschen afrikanischer Herkunft, die – oft als Minderjährige – in den nahegelegenen Palais der Markgrafen von Brandenburg-Schwedt und im kurfürstlich-königlichen Schloss (heute das Humboldt Forum) dienen mussten.

Das Bündnis DECOLONIZE Berlin fordert den Bezirk Berlin-Mitte dazu auf, stattdessen Anton Wilhelm Amo (ca. 1703-53), den ersten Dozenten und Bürgerrechtler afrikanischer Herkunft an einer preußischen Universität (Halle), zu ehren, der selbst als Kleinkind nach Europa verschleppt worden war.

(Foto: Decolonize Berlin)

Vom Berliner Senat erwartet das NGO-Bündnis zudem, dass er den karibischen Staatenbund CARICOM für die verdrängte Beteiligung der Stadt am transatlantischen Versklavungshandel im späten 17. und frühen 18. Jahrhundert um Entschuldigung bittet und diese in Kultur und Bildung kritisch und umfassend thematisiert.

Die Zweite Vorsitzende der CARICOM-Wiedergutmachungskommission (CRC), Prof. Verene Shepherd, hatte am 10. Juni 2019 in Bridgetown/Barbados bekanntgegeben, dass die Reparationsforderungen von CARICOM nun auch auf jene Staaten ausgedehnt würden, deren Beteiligung am transatlantischen Versklavungshandel weniger bekannt wäre. Unter den Genannten befinden sich auch die deutschen Hansestädte und das Kurfürstentum Brandenburg bzw. das Königreich Preußen, dessen Brandenburgisch-Afrikanische-Amerikanische Compagnie zwischen 1680-1720 ca. 20,000 westafrikanische Kinder, Frauen und Männer in die Sklaverei verschleppte.

Syrienkrise
Türkei: Syrisches Regime sollte nicht mit Feuer spielen

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Ankara – Einen Tag nach einem Luftangriff auf einen türkischen Konvoi, der drei Zivilisten tötete und 12 weitere verletzte, warnte der türkische Außenminister am Dienstag das syrische Regime vor leichtsinnigen Aktionen. „Das Regime darf nicht mit Feuer spielen. Wir werden alles tun, um unsere Truppen zu sichern“, sagte Mevlüt Çavuşoğlu auf einer Pressekonferenz in der Hauptstadt Ankara. Der Angriff vom Montag ereignete sich bei Maaret al-Numan, rund 15 Kilometer nördlich von Chan Scheichun. Die türkischen Truppen sollen die Sicherheit eines Beobachtungspostens in der Deeskalationszone gewährleisten, Versorgungswege offen halten und zivile Opfer in der Region verhindern. Nach Informationen der in Großbritannien ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte versuchten syrische und russische Militärjets, mit Luftangriffen die Weiterfahrt des Militärkonvois zu verhindern. Die Türkei und Russland haben sich im vergangenen September darauf geeinigt, Idlib in eine Deeskalationszone zu verwandeln, in der Aggressionen ausdrücklich verboten sind. Das syrische Regime und seine Verbündeten haben jedoch konsequent die Bedingungen des Waffenstillstands gebrochen und häufige Angriffe innerhalb der Deeskalationszone gestartet. Die Zone wird derzeit von etwa 4 Millionen Zivilisten bewohnt, darunter Hunderttausende von Menschen, die in den letzten Jahren von Regimekräften aus Städten und Gemeinden des  Landes vertrieben wurden.  

"Betrugssoftware"
Südkorea verhängt Millionenstrafen gegen VW und Porsche

Im Dieselskandal kommen auf VW und Porsche weitere Strafzahlungen zu: Rund 8,6 Millionen Euro fordert Südkoreas Regierung. Dort wurden Tausende Wagen mit Betrugssoftware verkauft. Acht Modellen wird die Zulassung entzogen.

Wie die tagesschau weiter berichtet, wirft Seoul VW und Porsche vor, in Südkorea von Mai 2015 bis Januar 2018 mehr als 10.000 Wagen verkauft zu haben, die mit Betrugssoftware ausgerüstet waren, um niedrigere Schadstoffemissionen vorzutäuschen. Die Autos hätten zehn Mal mehr Stickstoffoxid ausgestoßen als normal.

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– Neues VW-Werk – „Menschenrechte“: Entscheidet sich VW nun doch gegen Türkei und für Bulgarien?

Laut übereinstimmenden Medienberichten vom Juli, war es bereits beschlossene Sache, dass sich Volkswagen nach einem Treffen mit Vertretern der türkischen Regierung für die Türkei als Standort des neuen Werkes entschieden habe.

„Menschenrechte“: Entscheidet sich VW nun doch gegen Türkei und für Bulgarien?

Kampf den Drogen
Türkei: 230 Kg Heroin an iranischer Grenze beschlagnahmt

Agri (aa) – Türkischen Sicherheitsbehörden ist am Dienstag ein weitere Schlag gegen Drogenschmugglerbanden gelungen. Zollbeamte beschlagnahmten an einem Grenzübergang im Osten des Landes über 230 Kilogramm Heroin, so das Handelsministerium am Dienstag. In einer schriftlichen Erklärung, sagte das Ministerium, dass die Zollbeamten, unterstützt durch Spürhunde, die große Menge an Drogen in einem LKW-Anhänger aus dem Iran im Zollgebiet Gurbulak in der Provinz Agri entdeckten. Die Drogen seien in 228 Pakete abgepackt gewesen. Separat dazu beschlagnahmten Gendarmerie-Teams im Bezirk Saray in der östlichen Provinz Van im Rahmen einer Anti-Drogen-Operation zwei kg Heroin. Drogenhandel wichtigste Geldquelle der PKK Der Drogenhandel ist die wichtigste Geldquelle für die PKK-Terrororganisation, so ein offizieller Bericht der Türkei. Ein im September veröffentlichter Polizeibericht zeigt, dass die PKK-Terrororganisation in allen Phasen des Drogenhandels aktiv ist, einschließlich Produktion, Lieferung, Vertrieb und Verkauf. Die PKK-Terrororganisation verdient jährlich demnach 1,5 Milliarden Dollar aus dem Drogenhandel, sagte der Türkische Nationale Drogenbericht 2018, der auch die Daten des Vorjahres enthält. Dem Bericht zufolge produziert die Terrorgruppe Heroin in Labors, die in ihren Lagern im Nordirak eingerichtet wurden und schmuggelt es von dort aus nach Europa. Die Menge der in der Türkei beschlagnahmten Drogen ist größer als die Menge, die in ganz Europa beschlagnahmt wurde, sagte der türkische Politiker Recep Akdag (AKP) gegenüber türkischen Medien.

Die kaum vorstellbare Menge von nahezu 13.000 kg Heroin beschlagnahmte die türkische Polizei im Jahre 2016. Einem Sprecher des türkischen Innenministeriums zufolge sei dies mehr als die europaweit beschlagnahmte Menge an Heroin. Im Vergleich: In Deutschland wurden im Jahre 2015 209,6 kg Heroin beschlagnahmt.

“Die in der Türkei im Jahre 2016 beschlagnahmte Heroinmenge betrug 12,700 kg. Dies ist 1,5 mal so viel wie in ganz Europa beschlagnahmt wurde”, so Cetin Oktay Kaldirim im Namen des Innenministeriums. In ihrem Produktionsprozess zwingt die PKK-Terrororganisation Zivilisten, Cannabiswurzeln in den östlichen und südöstlichen Provinzen der Türkei zu produzieren und verwendet dieses Geld zur Finanzierung von Terroraktivitäten. Der Südosten der Türkei ist seit Jahrzehnten Schauplatz laufender Anti-Terror-Operationen gegen die PKK . Unter Berufung auf die Statistiken des Justizministeriums heißt es im Bericht, dass 2017 von 232.182 Gefangenen und Verurteilten in den 386 Gefängnissen der Türkei 50.278 wegen Drogendelikten verurteilt wurden. Die Zahl der im Zusammenhang mit Drogendelikten verhafteten Verdächtigen stieg auf 170.175, was einem Anstieg von 48,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dem Bericht zufolge wurden im Jahr 2017 86 Verdächtige bei sechs Operationen gegen die Drogenaktivitäten der PKK festgenommen. In ihrer mehr als 30-jährigen Terrorkampagne gegen die Türkei war die PKK – von der Türkei, den USA und der EU als terroristische Organisation geführt – für den Tod von rund 40.000 Menschen, darunter Frauen und Kinder, verantwortlich.

Wirtschaft
Türkei: Verband schätzt Schmuckexport 2019 auf 6 Milliarden Dollar

Istanbul (aa) – Die Türkei strebt an, in diesem Jahr sechs Milliarden Dollar an Schmuck zu exportieren und diese Zahl bis 2023 auf 12 Milliarden Dollar zu verdoppeln, sagte der Leiter der Jewellery Exporters‘ Association (JTR) des Landes. Der türkische Schmucksektor ist der leistungsstärkste Exportsektor, sagte Mustafa Kamar der Nachrichtenagentur Anadolu. In den ersten sieben Monaten des Jahres 2019 stiegen die Exporte des Sektors um 12,8% auf 2,2 Milliarden Dollar, während die Exporte im gesamten Jahr 2018 um 35% auf 4,4 Milliarden Dollar stiegen, betonte Kamar „Die Schritte der JTR in Vertrieb und Marketing zur Steigerung der Leistungsfähigkeit des Sektors waren effektiv“, sagte er. Kamar fügte hinzu, dass die Gruppe gemeinsame internationale Messen und Roadshows organisierte, Handelsdelegationen versammelte und ausländische Einkäufer in der Türkei bewirtete. Der Schmucksektor des Landes beschäftige rund 1 Million Menschen durch 35.000 Juweliere und 6.000 Produzenten, so Kamar. „Die Türkei ist international ein bedeutender Schmuckproduzent, zusammen mit Indien, China und Italien“, sagte er. Er betonte, dass das Land aufgrund seiner geopolitischen Lage auch ein Goldknotenpunkt sei. Um die Exporte weiter zu steigern, plane der Verband in nächster Zeit mehrere ausländische Städte wie Miami und Hongkong zu besuchen.

Gesundheit
Immer mehr Studien beweisen: Bewegung gut gegen Depressionen

Sowohl anekdotische als auch wissenschaftliche Beweise deuten darauf hin, dass körperliche Aktivität ein großer Verbündeter bei der Abwehr oder Bekämpfung der Symptome von Depressionen sein kann, von denen jedes Jahr Schätzungen zufolge 350 Millionen Menschen weltweit betroffen sind. „Der Beweis für den Einsatz von Bewegung [zur Behandlung von Depressionen] ist beträchtlich und wächst schnell“, schreiben Felipe Barretto Schuch von der Universidade Federal de Santa Maria in Brasilien und Brendon Stubbs vom King’s College London in Großbritannien. Schuch und Stubbs haben kürzlich eine Überprüfung der Literatur durchgeführt, die sich mit den Auswirkungen von Bewegung auf das Risiko und die Symptome von Depressionen beschäftigt. In ihrer Arbeit – die nun in den Current Sports Medicine Reports veröffentlicht wurde– kommen sie zu dem Ergebnis, dass Bewegung in den meisten Fällen tatsächlich eine wirksame „Medizin“ gegen Depressionen ist. Die Autoren fanden auch heraus, dass viele Programme zur Behandlung von Depressionen keine Bewegung in ihrer Liste von Empfehlungen für die Prävention und Behandlung der Krankheit enthalten. Typischerweise empfehlen Spezialisten Antidepressiva und Psychotherapie zur Behandlung der klinischen Depression.  Wirksamkeit der Therapie steigern könnte. Die Autoren argumentieren, dass es eine Diversifizierung des Ansatzes bedarf und schlagen eine körperliche Aktivität als Anpassung an den Lebensstil vor, um die Wirksamkeit der Therapie steigern zu können „Einige Richtlinien haben [körperliche Aktivität] und Bewegung als empfohlene therapeutische Strategien bei Depressionen aufgenommen, während andere nicht“, schreiben Schuch und Stubbs. „Trotz dieser Anerkennung scheint [körperliche Aktivität] immer noch nicht die verdiente Aufmerksamkeit zu erhalten, und ihre Verwendung in der klinischen Praxis ist für die dominanteren Strategien, wie Pharmakotherapie und Psychotherapie, nicht von angemessenem Wert“, stellen sie fest. Gründe bisher unklar Es gibt immer mehr Hinweise darauf, dass Bewegung helfen kann, Symptome von Depressionen zu behandeln und die Stimmung steigern kann. Die Gründe waren bisher unklar. Eine neue Studie zeigt jedoch, dass das Endocannabinoid-System des Körpers eine Rolle spielen kann. Die Studie untersuchte Stimmungsschwankungen und Endocannabinoidspiegel bei Menschen mit schwerer Depression, die mit unterschiedlichen Intensitäten auf einem stationären Fahrrad trainierten. Die Forscher fanden einen signifikanten Anstieg des Endocannabinoidspiegels und eine Verbesserung der Stimmung nach einer Sitzung mit vorgeschriebener Übung von mittlerer Intensität. In einem aktuellen Artikel über die Forschung, der in der Zeitschrift Medicine & Science in Sports & Exercise veröffentlicht wurde, kommen die Autoren zu dem Ergebnis, dass die stimmungsaufhellende Wirkung von Bewegung wahrscheinlich mehrere biologische Mechanismen umfasst, von denen das Endocannabinoidsystem nur einer ist. „Alternativen zu Medikamenten zu finden, ist wichtig für die Behandlung von Depressionen“, so der Studienautor Dr. Jacob D. Meyer, Assistenzprofessor für Kinesiologie an der Iowa State University in Ames. „Wenn wir herausfinden können, wie Bewegung mit dem Endocannabinoid-System funktioniert“, fügt er hinzu, „könnten wir dann optimale Trainingsmaßnahmen entwickeln.“ Traurig oder einsam zu sein, kann ein Teil der täglichen Höhen und Tiefen des Lebens sein, besonders wenn man aufgrund von Verlust oder Stress schwierige Zeiten durchmacht. Depressionen sind jedoch ein Zustand, in dem diese und andere Symptome fortbestehen. Quelle: Serum Endocannabinoid and Mood Changes after Exercise in Major Depressive Disorder

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– Gesundheit – Stress vor der Geburt erhöht das Risiko für psychiatrische Erkrankungen

Hat eine Mutter viel Stress während der Schwangerschaft, könnte das zu einer veränderten Reaktion der Gene in Nervenzellen auf Stress im späteren Leben des Kindes führen. Dies legt die jüngst im renommierten Fachjournal PNAS publizierte Studie von internationalen Forscherinnen und Forschern unter der Leitung des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie und der Simon Fraser Universität in Vancouver, Kanada nahe.

Stress vor der Geburt erhöht das Risiko für psychiatrische Erkrankungen