Bergkarabach-Konflikt
Kommentar: Keine Probleme zwischen den Religionen in Aserbaidschan

Perfide Abstrichkampagne um Zuständigkeiten – Karabach ist Aserbaidschan! Ein Gastbeitrag von Dr. Ravan Hasanov – Geschäftsführer des Baku international Multiculturalism Centre Es existieren, insbesondere in einer Reihe internationaler Medien, zwei Herangehensweisen an den Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan um Bergkarabach. Die Opponenten versuchen entweder, den Konflikt auf eine religiöse Ebene zu bringen, oder sie behaupten, dass sich die Spannungen aus „ethnischen Gründen“ entwickelt haben. Ziel ist es, mehr Konfliktparteien einzubeziehen und religiöse Unterschiede herauszustellen, indem die öffentliche Meinung manipuliert wird. So soll der internationalen Gemeinschaft, insbesondere der westlichen Welt, der Mythos vermittelt werden, dass „christliche Armenier von Muslimen erneut massakriert werden“. Strittige Vorwürfe gegen Aserbaidschan Aus diesem Grund wurden seit dem 27. September 2020, als Armenien damit begann, die aserbaidschanische Zivilbevölkerung zu beschießen, vermehrt zwei Vorwürfe in den westlichen Medien laut:
1) „Türkische Soldaten sind an militärischen Operationen Aserbaidschans beteiligt.“  2) „Aserbaidschan setzt im Krieg radikale islamistische und terroristische Gruppen ein.“
Tatsächlich gibt es keine Beweise, kein sachliches Material, um diese Behauptungen zu stützen. Ganz im Gegenteil: Die russischen Medien haben kürzlich die Kämpfe der kurdischen Terroristengruppe PKK durch Armenien als „Wiederbelebung des Nationalgeistes“ bezeichnet. Trotz der Tatsache, dass die Gruppe von der internationalen Gemeinschaft als terroristische Organisation angesehen wird, wird sie ignoriert. Bei der Analyse der Berichterstattung über die jüngsten aktiven Schlachten in den westlichen und russischen Medien werden die Tatsachen der Säuberung eines Territoriums von terroristischen Gruppen im Rahmen der Rechte und Befugnisse, die Aserbaidschan durch das Völkerrecht gewährt werden, absichtlich verschwiegen, während die Geschichte und die Ursachen des Konflikts wissentlich verfälscht werden. Seite an Seite für Aserbaidschan Diese „Abstrichkampagne“ wurde bereits vorhergesagt. Die Vorwürfe, dass der Konflikt aus religiösen Gründen stattgefunden habe, sind auch das Ergebnis einer kranken Vorstellungskraft, weil es in Aserbaidschan und bei seinen Vertretern prinzipiell keinen Grund zur Sorge zwischen den Religionen bzw. Konfessionen gibt und es auch keinen geben wird. Menschen verschiedener Religionen verehren frei und führen religiöse Riten ohne Hindernisse durch. Jede Kultstätte wird mit direkter Unterstützung des Staates gebaut, repariert und geschützt. Einer anderen Gruppe extremer Propagandisten zufolge ist der armenisch-aserbaidschanische Bergkarabach-Konflikt ethnischer Natur. Um diese provokative Behauptung zu untermauern, versuchten armenische Beamte, die Vertreter verschiedener in Aserbaidschan lebender Völker aufzurufen, stießen jedoch auf eine Gegenreaktion. Unabhängig von ihrer ethnischen und religiösen Identität kämpfen heute alle Aserbaidschaner Seite an Seite gegen einen bösartigen Feind. Fallen Sie niemals im Leben politischen Ansprüchen und Margen zum Opfer! In Bezug auf die in Karabach lebenden ethnischen Armenier erklären wir offen, dass Armenien Sie ausnutzt und Sie als Opfer des Konflikts einsetzt. Heute ist Aserbaidschan, im Gegensatz zu Armenien, kein monoethnischer Staat und verfolgt eine Politik des Multikulturalismus. Aserbaidschans gerechter Kampf ist weder religiös noch ethnisch. Dies kann einfach durch einen Blick auf die Geschichte Aserbaidschans und die religiöse bzw. ethnische Vielfalt unseres Staates bewiesen werden. Der Grund für den armenisch-aserbaidschanischen Bergkarabach-Konflikt sind Armeniens territoriale Ansprüche und die Besatzungspolitik. Die Besetzung des aserbaidschanischen Territoriums durch armenische Streitkräfte und die Vertreibung von mehr als einer Million unserer Bürger ist ein internationales Verbrechen. Es gibt Hunderte von Dokumenten und Fakten, die dies belegen. Es scheint jedoch so, als könnte das Problem, welches seit fast dreißig Jahren besteht, nicht mehr fair gelöst werden. Es stellt sich heraus, dass wir auch weiterhin, für unser Land stark sein und unsere Rechte selbst vertreten müssen. Die aserbaidschanische Diplomatie muss diesen Ansatz für unser Land zwingend berücksichtigen und seine Aktivitäten ausbauen. Ich bin zuversichtlich, dass der Sieg in diesem Hybrid- bzw. Multi-Vektor-Krieg unser sein wird. Jeder Aserbaidschaner sollte den Konflikt als einen gemeinschaftlichen Kampf um die persönliche Ehre betrachten. Karabach ist Aserbaidschan!

Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.


Dr. Ravan Hasanov –  Geschäftsführer des Baku international Multiculturalism Centre

Auch interessant

– Bergkarabach-Konflikt – Kommentar: Armenier mit eigener Regierung unzufrieden

Seit dem 27. September 2020 sind erneut Gefechte zwischen den zwei südkaukasischen Ländern Armenien und Aserbaidschan ausgebrochen. Man kann diese Gefechte als eine Fortsetzung der armenischen Provokation vom Juli des laufenden Jahres einschätzen.

Kommentar: Armenier mit eigener Regierung unzufrieden

Bergkarabach-Konflikt
Kommentar: Armenier mit eigener Regierung unzufrieden

Paschinjans Außenpolitik führt zum erneuten Krieg im Südkaukasus Ein Gastbeitrag von Javid Sadikhov – MA in Internationalen Beziehungen und Diplomatie Seit dem 27. September 2020 sind erneut Gefechte zwischen den zwei südkaukasischen Ländern Armenien und Aserbaidschan ausgebrochen. Man kann diese Gefechte als eine Fortsetzung der armenischen Provokation vom Juli des laufenden Jahres einschätzen. Diesmal finden jedoch die Kämpfe nicht an der armenisch-aserbaidschanischen Grenze statt, sondern auf aserbaidschanischem Territorium, was kriegsähnliche Ausmaße annimmt. Es kann daher von einem Krieg innerhalb Aserbaidschans gesprochen werden, bei dem Armenien weiterhin seine Besatzungspolitik fortsetzen möchte. Zum Hintergrund des Konflikts zwischen Armenien und Aserbaidschan Im Zuge des Krieges wurden in den 90er-Jahren des letzten Jahrhunderts 20 Prozent des aserbaidschanischen Territoriums, u. a. Bergkarabach und sieben umliegende Provinzen, besetzt. Während dieser Okkupation wurden von den Vereinigten Nationen (VN) noch im Jahr 1993 vier Resolutionen verabschiedet, die zum bedingungslosen Rückzug der armenischen Truppen aus dem aserbaidschanischen Territorium aufgefordert haben. Am 6. Dezember 1994 wurde auf dem OSZE-Gipfeltreffen in Budapest die sogenannte Minsker Gruppe gegründet, die sogleich damit begann, Bedingungen für eine friedliche Beilegung des Konflikts zu entwickeln. Seit diesem Zeitpunkt wurden die Beschlüsse der VN jedoch missachtet bzw. ignoriert, sodass es insgesamt so scheint, als würden die Verhandlungen der OSZE nur einen Empfehlungscharakter besitzen. Obwohl während der Administration von Lewon Ter-Petrosjan bei den Verhandlungen fast ein Durchbruch erreicht werden konnte, trat dieser am 3. Februar 1998 von seinem Amt zurück, weil gegen ihn unter der Leitung des damaligen Ministerpräsidenten, Robert Kotscharjan, eine Verschwörung organisiert wurde. Ter-Petrosjan schlug die Befreiung einiger aserbaidschanischer Gebiete vor, um die wirtschaftliche Lage zu verbessern. Nun wurde der armenische Bergkarabach-Clan wieder aktiviert, indem erneut Schlüsselfiguren in die Konfliktzone eingereist sind. Es kann davon ausgegangen werden, dass diese Kämpfe deutliche Auswirkungen auf die innenpolitische Situation in Armenien haben werden. Paschinjans Haltung führt zum Krieg im Kaukasus Von 1997 bis 2016 war in Armenien ein Clan aus Bergkarabach an der Macht und viele Schlüsselpositionen der armenischen Regierung wurden in diesem Zusammenhang auch von Bergkarabach-Armeniern besetzt. Nach den Gefechten vom April 2016 kippte die Stimmung in der armenischen Gesellschaft, weil die armenischen Besatzungstruppen einige wichtige Posten an der Frontlinie verloren hatten. Im Jahr 2018 wurde Nikol Paschinjan nach der Machtergreifung Ministerpräsident der Republik Armenien. Während seiner Amtszeit konnte Baku keine sichtbare Logik in seiner Haltung erkennen, da er sich beispielsweise beim Treffen mit dem aserbaidschanischen Präsidenten komplett anders verhielt, als er vor seiner Bevölkerung in Armenien auftrat. Des Weiteren besuchte er turnusmäßig besetzte aserbaidschanische Gebiete, wobei er Baku dabei wiederum mit bestimmten Äußerungen provozierte. Die erste starke Provokation kam durch die Formulierung:
„Karabach ist Armenien und Punkt“
Der Ausbau einer Autostrecke von Armenien in die Karabach-Region und die Verkündung, dass das administrative Zentrum des separatistischen Regimes in die für Aserbaidschaner historisch bedeutende Stadt Schuscha verlegt wird, waren die letzten Tröpfchen, die das Maß der aserbaidschanischen Geduld nun zum Überlaufen gebracht haben. Während der militärischen Provokation im Juli 2020 hoffte Paschinjan noch, dass bei diesen Gefechten auch die Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (kurz: OVKS), u. a. Russland, in den Konflikt einbezogen wird. Aserbaidschan konnte sich dennoch – durch eine starke Gegenoffensive und geschickte Diplomatie – von der armenischen Provokation loslösen. Während Baku erneut schlichtende Worte an Jerewan zur friedlichen Lösung des Konfliktes sendete, feierte Paschinjan die Juli-Gefechte als einen bedeutenden Sieg, indem er sogar an unterschiedlichen Zeremonien, sowohl in Armenien, als auch in den besetzten aserbaidschanischen Gebieten, teilnahm. Darüber hinaus bereitete sich Jerewan intensiv auf einen Krieg vor. Aus diesem Grund wurden in den letzten Monaten einige Militärübungen abgehalten. Innenpolitisch ist Armenien auch nicht stabil Nach der Corona-Krise hat sich die wirtschaftliche Lage in Armenien drastisch verschlechtert. Die Kaukasusrepublik hat nur zu Georgien und dem Iran offene Grenzen. Wegen des andauernden Konflikts sind die Grenzen zu Aserbaidschan und der Türkei dicht. Armenien ist ein sehr armes Land. Tourismus war ein wichtiger Bereich der Wirtschaft. Des Weiteren ist die Lage in der separatistischen Region Bergkarabach selbst noch schlimmer, da dieses Regime von Jerewan kontrolliert und finanziell gefördert wird. Die oppositionellen politischen Parteien Armeniens, Blühendes Armenien, Heimat und die nationalistische Partei Daschnakzutjun, kündigten eine gemeinsame Kundgebung in Jerewan für den 8. Oktober 2020 um 18:00 Uhr an, die auf dem Freiheitsplatz in Eriwan stattfinden soll und der Unzufriedenheit der Bevölkerung gewidmet ist. Am 18. September 2020 veranstalteten Aktivisten der oppositionellen „Reformistischen Partei“ eine Protestkundgebung, bei der der Rücktritt des armenischen Premierministers Nikol Paschinjan und der gesamten Regierung gefordert wurde. Es ist momentan nicht bekannt, ob es am 8. Oktober 2020 eine Demonstration gegen die Regierung geben wird. Sicher ist jedoch, dass die Bevölkerung bereits vor den Gefechten mit Aserbaidschan mit der Politik Paschinjans unzufrieden war. Die letzten Ereignisse an der Frontlinie haben die bereits angekratzte Stimmung in der Bevölkerung wesentlich verschlechtert, wodurch wahrscheinlich ein Umsturz der Regierung Paschinjans begünstigt bzw. beschleunigt wird. Moskau ist gegenüber Regierung in Armenien skeptisch Moskau selbst ist gegenüber der Regierung skeptisch, obwohl die Südkaukasusrepublik militärisch und wirtschaftlich von seiner Schutzmacht Russland abhängig ist. Paschinjans Administration verhaftete bereits einige pro-russische Politiker. Nach dem kürzlich verabschiedeten Gesetz über audiovisuelle Medien in Armenien wird das Staatsfernsehen der Republik ab dem 1. Januar 2021 alle ausländischen Kanäle vom Rundfunknetz ausschließen, angeblich um die „Informations- und Sprachsicherheit“ des Landes zu gewährleisten. Davon sind hauptsächlich russische Fernsehsender betroffen.
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

Zum Thema

– Bergkarabach-Konflikt –

Medien: Deutsch-Aserbaidschaner kritisieren „einseitige Berichterstattung“

Seit dem 27.9. 2020 tobt im Südkaukasus erneut ein Krieg. Der Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan um die Region Berg-Karabach gilt seit dem Waffenstillstand von 1994 als ungelöst. Im Zuge dieses Konfliktes kam es zu einer humanitäre Katastrophe, bei der in beiden südkaukasischen Ländern ein großer Flüchtlingsstrom entstand.

Medien: Deutsch-Aserbaidschaner kritisieren „einseitige Berichterstattung“

Psychologie
Internetsucht: Verbote allein reichen nicht aus

Internetabhängigkeit sollte nicht nur mit Verboten, sondern auch mit alternativen Freizeitangeboten begegnet werden. Das rät der Arzt und Experte für Internetabhängigkeit Dr. Bert te Wildt Lehrern und Eltern von Betroffenen in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „DGUV Pluspunkt“. „Es kann nicht nur darum gehen, Medien einfach zu verbieten, ohne die Freizeit anders zu füllen und gemeinsam mit den Jugendlichen nach ‚Offline‘-Alternativen zu suchen.“ Das könnten zum Beispiel sportliches oder musikalisches Engagement in Vereinen sein oder einfach gemeinsame Aktivitäten in der Familie oder mit Freunden. „Nur, wenn auch das ‚real life‘ etwas zu bieten hat, verliert das Internet seinen Reiz.“ Lehrerinnen und Lehrern sollten genauer hinschauen, wenn besonders introvertierte Jugendliche häufig zu spät zur Schule kommen, während des Unterrichts einschlafen und sich mehr und mehr aus der Klassengemeinschaft zurückziehen, empfiehlt te Wildt, leitender Oberarzt in der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie am LWL-Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum. Wichtig sei es, die Betroffenen frühzeitig auf ihre Probleme anzusprechen und auch die Eltern einzubeziehen. Von einer Suchterkrankung sei auszugehen, wenn sich das Denken der Betroffenen nur noch um ihre Online-Aktivitäten drehe und sie ohne Internetzugang zunehmend gereizt oder depressiv reagierten.

Zum Thema

Internationaler Technologiesuchtkongress Istanbul: Experten diskutieren über Internetsucht

Mehr als 1.000 Technologieexperten kamen am vergangenen Dienstag zur Erörterung der modernen Internet- und Smartphoneabhängigkeit in Istanbul zusammen.

Istanbul: Experten diskutieren über Internetsucht

Unfallstatistik
Corona-Pandemie: Zahl tödlicher Unfälle deutlich gesunken

Die Corona-Pandemie hat im ersten Halbjahr 2020 das Unfall- und Erkrankungsgeschehen bei der Arbeit deutlich beeinflusst. Das geht aus vorläufigen Zahlen der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen hervor, die ihr Verband, die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV), heute veröffentlicht hat. Während die Zahl der Arbeits-, Schul- und Wegeunfälle stark zurückging, gab es einen deutlichen Anstieg bei der Zahl der gemeldeten Berufskrankheiten. Laut Statistik der DGUV sank die Zahl der Arbeitsunfälle von 432.684 auf 367.016 (-15,2 Prozent), die Zahl der meldepflichtigen Wegeunfälle ging um rund 20 Prozent zurück. Noch stärker sanken die Zahlen in der Schüler-Unfallversicherung. Gab es im ersten Halbjahr 2019 noch 584.763 Schulunfälle, so waren es in den ersten sechs Monaten des Jahres 2020 noch 301.543 – ein Minus von fast 50 Prozent. Auch die Zahl der Schulwegunfälle ging um fast die Hälfte zurück: von 50.479 im ersten Halbjahr 2019 auf 26.881 im ersten Halbjahr 2020. Die Zahl der Beschäftigten, die auf ihrem Weg zur oder von der Arbeit einen tödlichen Unfall erlitten, ging um rund ein Fünftel auf 106 zurück. Die Zahl derjenigen, die bei einem Arbeitsunfall starben, verringerte sich um fast ein Drittel: von 251 im Vorjahreszeitraum auf 171 in diesem Jahr. Der starke prozentuale Rückgang bei den tödlichen Arbeitsunfällen ist jedoch nur zum Teil der Pandemie geschuldet. 2019 hatte die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle außergewöhnlich hoch gelegen. Grund hierfür war, dass durch den Abschluss von Strafprozessen einige Todesfälle aus den Jahren 2000 bis 2005 erst 2019 in die Statistik aufgenommen wurden (weitere Informationen). „Die Corona-Pandemie hat mittelbar deutliche Spuren im Unfallgeschehen hinterlassen“, sagt Dr. Stefan Hussy, Hauptgeschäftsführer der DGUV. „Der Grund hierfür dürfte zum einen die große Zahl der Beschäftigten sein, die in Kurzarbeit gegangen sind. Zum anderen sind Millionen Beschäftigte ins Homeoffice gewechselt, was ihr Wegeunfallrisiko praktisch ausgeschaltet hat. Die Zahlen überraschen daher eigentlich nicht.“ Gleiches gelte für die Schüler-Unfallversicherung. Hier habe die fast vollständige Schließung von Kitas, Schulen und Hochschulen zu einem historisch einmaligen Rückgang der Unfallzahlen geführt. Für die gesetzliche Unfallversicherung sei die Pandemie dennoch eine in der Nachkriegszeit beispiellose Herausforderung, so Hussy. So hätten die Fachleute von Berufsgenossenschaften und Unfallkassen innerhalb kurzer Zeit branchenspezifische Handlungsempfehlungen für den Infektionsschutz in den Betrieben und Bildungseinrichtungen erarbeitet und veröffentlicht. „Arbeitsschutz ist Gesundheitsschutz. Insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen profitieren davon, dass sie in dieser Ausnahmesituation einen leistungsfähigen Partner und Berater für Sicherheit und Gesundheit an ihrer Seite haben: die Berufsgenossenschaften und Unfallkassen.“ Die Zahl neuer Unfallrenten nahm im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019 um 1,7 Prozent auf 8.735 zu. Zu beachten ist in diesem Zusammenhang, dass die Entscheidung über Unfallrenten erst gegen Ende der Rehabilitation erfolgt. Die Zahlen zu Unfallrenten beziehen sich daher im Regelfall auf Arbeitsunfälle, die schon mehrere Monate zurückliegen. Mehr Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit Beschäftigte in stationären oder ambulanten medizinischen Einrichtungen und in Laboratorien können eine Erkrankung an COVID-19 unter bestimmten Voraussetzungen als Berufskrankheit anerkennen lassen. Insgesamt erhielten die Unfallversicherungsträger bis Ende Juni 13.601 Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Das führte dazu, dass die Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit um rund 24 Prozent von 41.723 auf 51.789 stiegen. Abzüglich der mit Corona in Zusammenhang stehenden Erkrankungen gingen die restlichen Berufskrankheiten also leicht zurück. Stand 25. September 2020 haben die gewerblichen Berufsgenossenschaften und die Unfallkassen 19.573 Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit im Zusammenhang mit COVID-19 an die DGUV gemeldet. Rund 11.300 davon sind bislang entschieden. In 8.545 Fällen wurde das Vorliegen einer Berufskrankheit anerkannt. Zu beachten ist, dass Verdachtsanzeigen die Unfallversicherungsträger selbst mitunter verzögert erreichen. Die Statistiken bilden also nicht das aktuelle Erkrankungsgeschehen ab.

Schlüsselnotdienst
Ausgesperrt? ADAC öffnet Wohnungstüren in ausgewählten Städten

0
Die Wohnungstüre aus Versehen ins Schloss gezogen oder den Schlüssel für Haus oder Wohnung verloren: Ein kleines Missgeschick ist schnell passiert. Die Gelben Engel des ADAC helfen in solchen Fällen ab sofort in Köln, Düsseldorf, Frankfurt am Main und Stuttgart. Damit baut der ADAC sein Leistungsangebot weiter aus. Bislang ist der Schlüsselnotdienst des Clubs in Berlin/Potsdam, Hamburg und München verfügbar. Die schnelle und kompetente Hilfe des Clubs ist zum Festpreis verfügbar und unabhängig von einer Mitgliedschaft im ADAC nutzbar. Das Öffnen einer zugefallenen Wohnungstür kostet werktags von 6 bis 20 Uhr pauschal 95 Euro, abends und nachts sowie am Wochenende 169 Euro. Für zusätzliche Leistungen, wie beispielsweise den Einbau eines neuen Zylinders, gelten ebenfalls faire Festpreise. Mit dem neuen Schlüsselnotdienst erweitert der ADAC sein Leistungsangebot als Mobilitätshelfer in vier weiteren Metropolen. Zum Einsatz kommen speziell ausgebildete Mitarbeiter der Pannenhilfe sowie ausgesuchte, vertrauenswürdige Partnerunternehmen vor Ort. ADAC Vorstand Oliver Weissenberger: „Wer sich aus der eigenen Wohnung ausgesperrt oder den Schlüssel verloren hat, braucht schnelle und vor allem seriöse Hilfe. Nun können auch alle in Köln, Düsseldorf, Frankfurt am Main und Stuttgart unser Angebot zum Schlüsseldienst nutzen und müssen auf dem häufig undurchsichtigen Markt der Schlüsseldienste keine Abzocke fürchten. Denn bezahlt wird erst nach erfolgreicher Türöffnung und bequem per Rechnung.“

Musik
Tarkan: Der König der türkischen Popmusik

Von Kemal Bölge Er gilt als einer der ganz Großen der türkischen Popmusik, der nicht nur in der Türkei, sondern auch international Erfolge feiern konnte. Seine Konzerte waren selbst in Buenos Aires oder in Moskau ausverkauft. 1972 im rheinhessischen Alzey geboren, interessierte sich Tarkan Tevetoğlu schon als kleiner Junge für Musik, das seinen Eltern nicht verborgen blieb. Die Familie entschließt sich 1985 zur Rückkehr in die Türkei. Er besucht das Gymnasium in Karamürsel/Kocaeli und nebenbei eine Musikschule für türkische Kunstmusik (Türk Sanat Müziği). Nach dem Umzug nach Istanbul bleibt das Interesse des begabten Jugendlichen für die Musik bestehen. Er macht sein Abitur und tritt hier und da bei Veranstaltungen auf. Er verpasst die Aufnahmeprüfung für die Universität und da seine Eltern mittlerweile wieder nach Deutschland zurückkehren wollen, bleibt ihm nichts anderes übrig als ebenfalls zurückzukehren. Kurz vor seiner Rückkehr lernt er den Inhaber einer Istanbuler Plattenfirma (Istanbul Plak) Mehmet Söğütoğlu kennen und unterzeichnet einen Vertrag für ein Album. Diese Entscheidung sollte den Weg zu einer großen Musikerkarriere ebnen. Vom ersten Album Yine Sensiz (Wieder ohne dich) werden 800.000 Exemplare abgesetzt. Das Lied Kıl oldum (Sinngemäße Übersetzung Das gefällt mir gar nicht) ist aus dem ersten Album. Einen absoluten Tophit landet er mit dem Song Hepsi Senin mi (Ist alles deins) mit dem Album Aacayipsin, das sich 2,3 Millionen Mal verkauft. Das Lied entwickelt sich damals zu einem echten Ohrwurm. Mit der Single Şıkıdım zieht er ein wahres Feuerwerk ab. Hier ein Auszug aus dem Lied und die deutsche Übersetzung: Başkası olma kendin ol, böyle çok daha güzelsin. Ya gel bana sahici sahici ya da anca gidersin.
Sei nicht irgendwer, sei du selbst, denn so bist du viel hübscher. Entweder kommst du wirklich zu mir und spielst mit offenen Karten oder du siehst zu, dass du Land gewinnst.
Er bricht zu einer großen Konzerttournee auf und tritt nicht nur in der Türkei, sondern auch in Europa, USA, Asien etc. auf. Danach gelingen ihm zahlreiche Hits wie Kuzu Kuzu, Kış Güneşi oder Dudu. 2006 bringt Tarkan das englischsprachige Album Come Closer heraus. Zu einem absoluten internationalen Erfolg entwickelt sich das Lied Şımarık, das auch auf Englisch (Kiss Kiss) und anderen Sprachen erscheint. Er wird zu einem internationalen Star der Popmusik und scheint endgültig am Gipfel des Olymp angekommen. Der „Prinz des Pop“ bringt weitere erfolgreiche Alben wie Adını Kalbime Yaz (Schreib meinen Namen in dein Herz) oder Ahde Vefa heraus. Für seine Musik erhielt er unzählige nationale und internationale Auszeichnungen. Musikalisch betrachtet ist es in den letzten Jahren etwas ruhig geworden um den König der türkischen Popmusik.

Auch interessant

– Classics – Moğollar: Die legendäre Band der türkischen Rockmusik

Selten gab es eine türkische Rockgruppe, die 1968 gegründet, den Stil des anatolischen Rock so eindrucksvoll prägte wie die Band Moğollar.

Moğollar: Die legendäre Band der türkischen Rockmusik

Bergkarabach-Konflikt
Medien: Deutsch-Aserbaidschaner kritisieren „einseitige Berichterstattung“

Was halten im Deutschland lebende Aserbaidschaner vom Konflikt um Berg-Karabach Ein Gastbeitrag von Asif Masimov und Matthias Wolf Seit dem 27.9.2020 tobt im Südkaukasus erneut ein Krieg. Der Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan um die Region Berg-Karabach gilt seit dem Waffenstillstand von 1994 als ungelöst. Im Zuge dieses Konfliktes kam es zu einer humanitäre Katastrophe, bei der in beiden südkaukasischen Ländern ein großer Flüchtlingsstrom entstand. Hierbei war Aserbaidschan noch damit konfrontiert, über 650.000 Binnenvertriebene aus Berg-Karabach und den umliegenden sieben Provinzen aufzunehmen. Dies führte in der Folge zur Veränderung der ethnischen Zusammensetzung der Bevölkerung von Armenien und Aserbaidschan. Heute ist Armenien mit 98% armenischer Bevölkerung quasi ein monoethnisches Land. Im Vergleich dazu ist Aserbaidschan jedoch ein multiethnisches und multikulturelles Land, in dem unterschiedliche Nationalitäten zusammenleben und gemeinsam ihre Tradition und Kultur weiterentwickeln. Darüber hinaus gibt es auch eine große aserbaidschanische Diaspora im Ausland, die ebenfalls ethnisch vielfältig ist. Während an der Frontlinie die Kämpfe zwischen den armenischen und aserbaidschanischen Truppen andauern, werden im Internet, quasi im virtuellen Raum, noch Falschmeldungen auf beiden Seiten verbreitet, um die Bevölkerung in Panik zu versetzen. Der sogenannte „Vorsitzende der Nationalversammlung“ der selbst-proklamierten Republik Berg-Karabach (arm. „Artsakh“) Artur Tovmajan rief die aserbaidschanischen Minderheiten zur Passivität auf. In seinem Appell warnte Tovmanjan die aserbaidschanischen Minderheiten vor einer Beteiligung an den Kämpfen. Gleichzeitig versprach er ihnen bei Bedarf humanitäre Hilfe. Bei vielen Aserbaidschanern, bzw. aserbaidschanischen Minderheiten wurde dieser Appell als sarkastisch wahrgenommen, denn Armenien hatte als monoethnisches Land alle Minderheiten bereits in den 90-er Jahren des letzten Jahrhunderts vertrieben. Wir sprachen mit einigen Aserbaidschanern die auch Angehörige aserbaidschanischer Minderheiten sind und derzeit in Deutschland leben. Befragt wurden sie bezüglich der letzten Ereignisse an der Frontlinie im Kaukasus. In Aserbaidschan lebt eine große russische und ukrainische Community. Diese Community ist insbesondere in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku und um die Stadt Sumqayıt herum konzentriert. Russisch gilt sogar als zweite wichtige Verkehrssprache in Baku. Wir kontaktierten Marina Zlogodukhova, um ihre Position zu den jüngsten Gefechten an der Frontlinie zu erfragen. Zlogodukhova ist in Baku geboren und aufgewachsen. Zurzeit studiert sie in Deutschland. Zum aktuellen Konflikt meint sie, dass „seit fast 30 Jahren Armenien aserbaidschanische Territorien unter illegaler Besatzung hält und die Aufrufe der Weltgemeinschaft ( u.a. der UN) zur Befreiung bzw. Räumung aserbaidschanischer Territorien ignoriert“. Armenien müsse „seine Truppen aus den aserbaidschanischen Territorien abziehen, damit das Blutvergießen aufhört“, so Marina. In Aserbaidschan existieren drei unterschiedliche jüdische Gemeinden, von denen die größte die der Bergjuden ist. In Deutschland, in Frankfurt am Main, gibt es ebenfalls eine solche bergjüdische Gemeinde, die momentan von Herrn Avi Shefatja geleitet wird. Avi spricht fließend Aserbaidschanisch. Zum Konflikt um die Region Karabach kritisiert Shefatja die „westliche Berichterstattung“:
„Bedauerlicherweise muss ich einen Mangel an objektiver Berichterstattung, die zu den Grundbedingungen demokratischer Gesellschaft gehört, feststellen. Seit dem Aufflammen des Konfliktes kursieren in der Medienlandschaft die Wortverbindungen wie ´das mehrheitlich muslimische Aserbaidschan´ – ´das islamisch geprägte Aserbaidschan´ – ´christliche Karabach- Armenier´. In Anbetracht der Tatsache, dass es sich ausschließlich um einen territorialen und nicht um einen religiös-motivierten Konflikt handelt, möchte ich zum Ausdruck bringen, dass solche ´Hilfswörter´ zur Verbesserung der Situation im Südkaukasus keinen positiven Beitrag leistet.“
Des Weiteren hat Shefatja hervorgehoben, dass Aserbaidschan „ein säkularer und multinationaler Staat ist, wo unterschiedliche religiösen, ethnischen Gruppen seit Jahrhunderten friedlich zusammenleben“. „Die hiesigen Medien stellen Aserbaidschan als Invasoren und Aggressor, und die Armenier stets als Opfer dar. Dabei ist Bergkarabach Teil Aserbaidschans. Wie können wir Invasoren unseres eigenen Landes sein?“, kritisiert auch Aslan Mammedov, der seit 30 Jahren in Dortmund lebt. In der aserbaidschanischen nördlichen Provinz Zakatala leben unterschiedliche ethnische Gruppen wie Zachuren, Awaren und Lesgier. Laman Gurbanova stammt aus dieser Region. Ihre Mutter ist Zachurin, ihr Vater ein Aserbaidschaner. In Aserbaidschan sind oft solche gemischte Familien anzutreffen, wobei die Religion kaum die Rolle spielt. „Aserbaidschan ist unser Land und unsere Heimat. Wir sehen jeden Angriff auf die aserbaidschanischen Territorien als einen Angriff auf uns und sind bereit, jeden Angriff gemeinsam zu überstehen“, so Laman Gurbanova. f Im Norden Aserbaidschans leben die Lesgier, die zur kaukasischen Volksgruppe gehören. Mahammad Rahmanov gehört zur lesgischen Volksgruppe in Aserbaidschan. Er studiert Computerwissenschaften in Göttingen. Im Gespräch betont Mahammed, dass „wir alle Aserbaidschaner sind, egal von welcher Ethnie oder Nationalität wir abstammen: Aserbaidschaner, Lesgier oder Talyschen. In dieser Zeit müssen wir alle für Aserbaidschan zusammenhalten und zur Befreiung Karabachs unseren Beitrag leisten.“ Aserbaidschan führt seiner Meinung nach einen Befreiungskrieg, denn die UN-Resolutionen, so Rahmanov, seien seit 27 Jahren nicht implementiert und angewendet worden. Ramin Shikhiyev kommt aus dem südlichen Teil Aserbaidschans. Im Süden Aserbaidschans leben sehr viele Talyschen, die zur iranischen Volksgruppe gehören. Ramin ist in Deutschland als Arzt beschäftigt. „In Deutschland gibt es ja sehr viele Ärzte aus Aserbaidschan, ich bin einer von ihnen. Ich bin bereit, als Arzt an der Frontlinie in Aserbaidschan unsere verwundeten Soldaten zu behandeln. Ich habe den Appell der armenischen Seite an die aserbaidschanischen Bewohner gelesen. Als gebürtiger Lenkoraner (eine Stadt im Süden Aserbaidschans Anm. d. Red.) möchte ich betonen, dass alle in Aserbaidschan lebenden Bürger, ganz gleich welcher Ethnie, jederzeit bereit sein werden, unsere Heimat zu schützen“, so Ramin Shikhiyev. Nijat Rzayev studiert in Deutschland Informatik. Obwohl Nijat in Baku geboren und aufgewachsen ist, weist er darauf hin, dass „Berg-Karabach historisch betrachtet aserbaidschanisches Territorium ist“. Er verurteilt die fast dreißigjährige illegale Besetzung der aserbaidschanischen Territorien sowie die Vertreibung von Aserbaidschanern durch das armenische Militär. Dennoch hofft er, dass „die Aserbaidschaner bald wieder in ihre historisch angestammten Gebiete zurückkehren können und somit im Kaukasus wieder Frieden einziehen wird“. Am Beispiel der hier getätigten Aussagen ist deutlich zu erkennen, dass die ethnische oder religiöse Zugehörigkeit keinen Einfluss darauf hat, inwieweit sich Bürger Aserbaidschans zugehörig zu diesem Land fühlen. Wer in Aserbaidschan geboren und aufgewachsen ist, ist und bleibt ein Leben lang Aserbaidschaner und damit natürlich auch dem Land und seinen kulturellen Gegebenheiten verbunden. Auch wer nicht zwingend einer muslimischen Minderheit wie den Russen oder Bergjuden angehört, fühlt sich in diesem Fall als Aserbaidschaner und empfindet damit eine tiefe Loyalität gegenüber seiner Heimat und seinen Mitmenschen. Diese Loyalität ist es auch letztendlich, die die Gesellschaft im Land zusammenhält und die hoffentlich bald einen erfolgreichen Ausgang der Auseinandersetzungen um Karabach für Aserbaidschan zur Folge haben wird.
Dieser Kommentar gibt die Meinung der Autoren wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.
Asif Masimov Asif Masimov hat Internationale Beziehungen und Politikwissenschaften studiert. Er ist Doktorand im Fach Geschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er bloggt auf masimovasif.net zu historischen und politischen Themen rund um Deutschland, Aserbaidschan und Russland.
  Matthias Wolf

Matthias Wolf, geb. 1987 ist Sprachwissenschaftler, Publizist und Dozent für romanische und slawische Sprachen. Er forscht ebenfalls im Bereich der Turksprachen und begann im Zuge dieser Studien, sich mit Aserbaidschan und dessen Kultur und Politik zu beschäftigen. Auch Themen wie „Russland und Europa“, „Aserbaidschan als Kulturraum zwischen den Kontinenten“ und „Musik und Film in der aserbaidschanischen SSR“ gehören zu seinen Arbeitsfeldern.


Zum Thema

– Karabach Konflikt – Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan nicht religiös motiviert

„Seit dem ersten Tag der Auseinandersetzung verfolge ich achtsam die deutschen Medien, um deren Berichterstattung zu beurteilen. Die ersten Tage war dies aus meiner Sicht zum großen Teil ausgewogen. In den letzten Tagen wurde ich hingegen sehr enttäuscht.“
UN: Armenische Truppen müssen aserbaidschanische Territorien verlassen

Bergkarabach-Konflikt
Aserbaidschanische Stadt bombardiert: Türkei verurteilt „Angriff auf Zivilisten“

0
Baku – Die Lage zwischen Aserbaidschan und Armenien spitzt sich zu. Medienberichten zufolge hat die armenische Armee aus seinem Territorium am Sonntag die aserbaidschanische Stadt Gandscha beschossen. Die Stadt Gandscha liegt von der Frontlinie sowie Karabach-Region etwa 70 km entfernt, was weitere Fragen zu der Situation aufwirft. Mit rund 500.000 Einwohnern ist Gandscha die zweitgrößte Stadt des Landes. Armenien bombardiert die aserbaidschanische Zivilbevölkerung sowohl aus den besetzten Gebieten Aserbaidschans als auch aus seinem eigenen Territorium. Türkei verurteilt „Angriff auf Zivilisten“ Die Türkei hat am Sonntag „armenische Angriffe auf die aserbaidschanische Stadt Gandscha verurteilt und mitgeteilt, dass „sie das Recht Aserbaidschans auf Selbstverteidigung innerhalb seiner international anerkannten Grenzen“ unterstütze. „Die Angriffe Armeniens auf die Zivilbevölkerung in Ganja… sind eine neue Manifestation der unrechtmäßigen Haltung Armeniens. Wir verurteilen diese Angriffe“, sagte das türkische Außenministerium. Aserbaidschan teilte am Sonntag mit, dass die armenischen Streitkräfte Gandscha beschossen hätten, während Armenien bestritt, „irgendein Feuer“ auf Aserbaidschan gerichtet zu haben. Aserbaidschanische Medien veröffentlichten am Sonntag mutmaßliche Bilder des Angriffs.
(Foto: Masimov)

Zum Thema

– Bergkarabach-Konflikt – Kommentar: „Bei Armeniern wird der christliche Glaube hervorgehoben“

Kommentar: „Ich habe in den letzten Tagen die Berichterstattung eines großen Teils der deutschen Presse zum Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan näher durchleuchtet. Diese ist nicht nur von einer einseitigen Parteinahme zugunsten von Armenien geprägt, sondern von einer Terminologie, die mit investigativem und sachlichem Journalismus wenig gemein hat.“

Kommentar: „Bei Armeniern wird der christliche Glaube hervorgehoben“
   

Beamtenbund will Warnstreiks in Kitas und Kliniken nach dem 15. Oktober ausweiten

0
Der Deutsche Beamtenbund will die Warnstreiks im öffentlichen Dienst ausweiten. „Bislang verfolgten Verdi und wir eine Taktik der Nadelstiche. Vor dem 22. Oktober werden wir die Warnstreiks aber sicher ausweiten, um die Kompromissbereitschaft der Arbeitgeber zu erhöhen. Dazu gehören auch wieder Warnstreiks in Kitas und Kliniken“, sagte Ulrich Silberbach, Chef des Beamtenbunds, der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. „Die Arbeitgeber haben angekündigt, dass sie am 15. Oktober endlich ihr Angebot vorlegen. Vermutlich fällt das enttäuschend aus, so dass wir bis zum Beginn der dritten Verhandlungsrunde am 22. Oktober den Druck nochmal erhöhen müssen“, so Silberbach. Den Hinweis auf leere Kassen lässt er nicht gelten:
„Die Kommunen haben über die Länder vom Bund Milliarden bekommen, um die Folgen der Pandemie abzufedern. Zudem geht es hier genau um die Menschen, die die Gesellschaft im Frühjahr noch beklatscht hat: um Krankenpfleger, Altenpfleger und Mitarbeiter im Gesundheitsdienst, Ordnungsämtern und Jobcentern.“
Der Beamtenbund vertritt neben den Beamten 400.000 Angestellte. In der aktuellen Tarifrunde für Bund und Kommunen fordert er 4,8 Prozent mehr Lohn, mindestens 150 Euro.

Top-Ökonomen
Fehlende Zuwanderung: „Die Demografie ist das Hauptproblem Ostdeutschlands“

Führende Ökonomen sehen in der schnellen Alterung der Bevölkerung und der geringen Zuwanderung die größten Risiken für die wirtschaftliche Zukunft Ostdeutschlands. „Die Demografie ist in der näheren Zukunft das Hauptproblem Ostdeutschlands: Die Bevölkerung ist im Schnitt älter, die Erwerbsquote niedriger, Zuwanderer entscheiden sich eher für Westdeutschland“, sagte Oliver Holtemöller, Vize-Chef des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), der Düsseldorfer „Rheinischen Post. „Eine spezielle Herausforderung haben die neuen Länder: die demografische Alterung. Hier muss nachhaltig gearbeitet werden, durch Familienfreundlichkeit, gute Infrastrukturnetze, herausragende Bildungsangebote und medizinische Versorgung“, sagte auch Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln. 30 Jahre nach der Einheit sei der Saldo der Binnenwanderung in Deutschland zwar ausgeglichen. Doch Ausländer meiden die neuen Länder. Vor allem Hochqualifizierte ziehe es eher in die westdeutschen Wachstumsgebiete in Bayern, Baden-Württemberg, Hamburg oder Nordrhein-Westfalen. „Man sieht es zum Beispiel an der Verteilung der Bluecards für Hochqualifizierte: Da kommen nur wenige in den ostdeutschen Flächenländern an“, sagte IWH-Ökonom Holtemöller. „Die neuen Länder werden die gesellschaftliche Stimmung ändern müssen, um mehr qualifizierte Zuwanderer zu gewinnen.“ Zudem sei die Schulabbrecherquote im Osten höher. „Ohne qualifizierte Menschen kein Wirtschaftswachstum, und ohne Wachstum wird die Schere zwischen Ost und West wieder größer“, sagte der Spitzenökonom.

Auch interessant

– Weltbevölkerungstag – Türkei: Geburtenrate erneut gefallen

Nach Angaben des nationalen Statistikinstituts, steht die Türkei einem Problem gegenüber, das den meisten europäischen Ländern gemein ist – nämlich dem der alternden Bevölkerung.

Türkei: Geburtenrate erneut gefallen