Köln – Impfstoffe gegen das Corona-Virus, neue Nukleartechnologien gegen den Klimawandel: In diese Projekte investiert Bill Gates aktuell Milliarden. Den Klimawandel hält der Software-Pionier, Milliardär und Stiftungsgründer dabei für die schlimmere Bedrohung.
Darüber spricht Sandra Maischberger mit Bill Gates in einem für den deutschsprachigen Raum exklusiven 45-minütigen TV-Interview. Das Interview ist in einer Kurzfassung am 17. Februar um 22:50 Uhr, in der ARD-Talksendung „maischberger. die woche“ zu sehen. In voller Länge sendet es tagesschau24 am Donnerstag, 18. Februar um 21:45 Uhr.
Gates geht davon aus, dass die Impfstoffe auch gegen die Corona-Mutanten wirken und die reichen Länder Ende 2021 die Impfungen abgeschlossen haben werden. „Aber für den Rest der Welt wird es noch sehr viel Großzügigkeit erfordern“, sagte Gates in der ARD-Talksendung „maischberger. die woche“. „Wenn wir es schaffen, sollte bis 2022 die ganze Welt durchgeimpft sein.“
Über Verschwörungstheorien zu den Impfstoffen kann Gates nur staunen: „Es ist sehr schwer zu verstehen, warum ich den Wunsch haben sollte, Menschen zu überwachen. Und was überhaupt die Verbindung ist, zwischen Mikrochips und Impfstoffen. Ich verstehe das überhaupt nicht“, sagte Gates. „Einige sind so abgedreht, dass man sich fragen muss, ob man überhaupt darauf antworten soll.“ Vorwürfe, er profitiere von der Corona-Pandemie, wies er zurück. All seine Arbeit zu den Impfstoffen sei komplett ehrenamtlich. „Mein Reichtum verringert sich jedes Jahr wegen der Stiftung, die jetzt in diese Kampagnen investiert.“
Weitaus gefährlicher als die aktuelle Pandemie sind aus Gates Sicht die Folgen des Klimawandels. „Traurigerweise kann der Klimawandel nicht so schnell und nicht so einfach bekämpft werden wie durch Herstellung eines Impfstoffs“, sagte Gates bei „maischberger. die woche“ „Hier muss die ganze Wirtschaft berücksichtigt werden.“ Ein Riesenwandel sei erforderlich, doch noch fehle dafür ein Plan.
Gates setzt im Kampf gegen den Klimawandel auf Atomkraft: „Ich habe ein Unternehmen, das wir nur aus Gründen des Klimaschutzes auf die Beine gestellt haben und das eine Konstruktion für supersichere Kernkrafttechnologie entwickelt hat“, sagte Gates bei „maischberger. die woche“. Deutschlands Atomausstieg kritisierte Gates nicht explizit, sondern appellierte an die Bundesregierung: „Ich bitte nur darum, dass man einen offenen Geist bewahrt und offen bleibt gegenüber Konstruktionen, die ganz andere Sicherheitsstandards bieten als alles, was wir bisher kannten. Oder man sollte wenigstens bereits sein, sich das anzuschauen“
Eine klare Meinung äußerte er als US-Bürger im Rückblick auf die Politik von Präsident Donald Trump: „Insgesamt hat das den USA sehr geschadet“, sagte Gates. „Sicher wird die neue Regierung auf Experten hören. Sie werden nicht, irgendwelche Trottel in die Corona-Task-Force berufen.“
In dem Interview mit Sandra Maischberger gab Gates auch einen kleinen Einblick in sein Privatleben.
Vor der Hochzeit mit seiner Frau Melinda habe er die Vor- und Nachteile abgewogen. Jetzt sagt er: „Die Pros waren phänomenal – z.B. unsere drei Kinder. Es ist erstaunlich, dass ich erst gezögert habe. Ich war so darauf fixiert, zu arbeiten. Irgendwann wurde ich ein bisschen normaler, habe auch mal ein Wochenende frei gemacht, habe Urlaub genommen. Die Hochzeit mit Melinda hat mir geholfen, zu reifen.“
Anlass des Interviews ist das Buch von Bill Gates, „Wie wir die Klimakatastrophe verhindern – Welche Lösungen es gibt und welche Fortschritte nötig sind“, das am 16. Februar erscheint.
Auch interessant
– Verschwörungsmythen –
Bill Gates und sein angeblicher Plan der Bevölkerungsreduktion
Gleichwie auch Weltkrisen der Vergangenheit – wie etwa die Spanische Grippe Anfang des vergangenen Jahrhunderts mit fast 50 Millionen Toten – hat auch die Corona-Pandemie die skurrilsten Fantastereien und Verschwörungstheorien zum Vorschein gebracht.
Berlin – Wenn die Schulen in Berlin wieder öffnen, könnten mobile Teams Lehrer direkt vor Ort in ihren Schulen impfen. Nach Informationen des „Tagesspiegels“ erwägt der Berliner Senat, die Lehrkräfte durch Ärzte vor oder nach dem Unterricht in den Schulen impfen zu lassen. Darüber beraten Beamte aus Gesundheits- und Bildungsverwaltung derzeit mit den Kassenärzten.
Die Abläufe könnten denen in den Berliner Pflegeheimen ähneln, die bereits seit sechs Wochen von mobilen Teams für Impfungen der Bewohner und Mitarbeiter besucht werden. Inzwischen sind dort die meisten Bewohner und Mitarbeiter gegen das auch Sars-Cov-2 genannte Coronavirus geimpft. In den Schulen soll nach „Tagesspiegel“-Informationen zunächst der Impfstoff von Astrazeneca eingesetzt werden. Dieser ist einfacher zu lagern und zu transportieren als das Mittel von Biontech. In Schulklassen gelten nach ersten Erkenntnissen einer Charité-Studie weniger die Kinder als vielmehr die Erwachsenen als Infektionstreiber.
Die Verwaltung von Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) bestätigte die Pläne am Montag zunächst nicht. Im Gesundheitsausschuss des Abgeordnetenhauses sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Montag, der Bund prüfe, ob Lehrkräfte „prioritär“ geimpft werden sollten. Der Berliner CDU-Gesundheitsexperte Tim Zeelen begrüßte die Idee für die Impfungen vor Ort und sagte dem „Tagesspiegel“:
„Selbstverständlich sollte am besten vor Ort geimpft werden. Die Senatorin kann die guten Erfahrungen der mobilen Teams in den Pflegeheimen nutzen. Und ja, Lehrkräfte sollen in der Reihenfolge vorgezogen werden – schon weil dadurch mittelfristig die Schulen wieder öffnen können.“
Auch interessant
– Türkei –
Erdogan erhält 2. Corona-Impfung
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat am Donnerstag seine zweite Dosis der Corona-Impfung verabreicht bekommen.
Das Grünwalder Stadion und der Schnee – es gibt eine neue Folge aus dieser Reihe. Am Montagabend unterbrach Schiedsrichter Tom Bauer die Partie in der 82. Minute, weil er die Linien im Schneefall nicht mehr erkennen konnte. Nach einigen Minuten ging es weiter: Türkgücü hielt das 2:1 gegen den Vorletzten Magdeburg. Kein guter Einstand für Magdeburgs Trainer Christan Titz – auch wegen der schwierigen Umstände war nicht wirklich eine spielerische Besserung zu erkennen. Jürgen Gjasula durfte wieder mal von Beginn an ran, schürt die Hoffnung mit dem Neuen Titz: „Ich glaube, dass wir es auf jeden Fall erfolgreich gestalten.“ Erfolgreicher Einstand für Interimstrainer Andreas Pummer, der in 2 Spielen durch einen „Fußball-Lehrer“ abgelöst werden muss. Türkgücü-Geschäftsführer Max Kothny gab einen Ausblick auf die Trainersuche. Es gehe um eine Lösung „aktuell nur in Richtung halbes Jahr.“
Kothny gab ab, hierfür seien die noch unklaren sportlichen Ambitionen des Klubs zu klären. „Holen wir uns einen Trainer, der bis zum Sommer bleibt. Oder holen wir einen Trainer, der mindestens 1,5 Jahre an uns gebunden wird. Das hängt auch von der Ausrichtung im Sommer ab: wollen wir ganz weit oben mitspielen. Oder wollen wir nächste Saison nur die Klasse halten. Dementsprechend geht es vermutlich aktuell nur in Richtung halbes Jahr.“
Türkgücü München – 1. FC Magdeburg 2:1Türkgücüs Interimstrainer Andreas Pummer: „Das war eine engagierte, beherzte Leistung. Aber wir haben zu viele Chancen liegengelassen. Und vorne viele Bälle nicht gut zu Ende gespielt.“
Doppeltorschütze Lucas Röser: „Nach der unruhigen Phase tut der Sieg natürlich gut. Wir wollen weiter so erfolgreich spielen. Den Rest sehen wir.“
Für den neuen Trainer Christian Titz ging es vor dem Spiel erst mal darum „den Abwehrverbund zu schließen.“ Mit Bertram und Gjasula hatte Titz zunächst mal „viel Erfahrung“ reinbringen wollen. Nach dem 0:2 in 13 Minuten ging die Idee nicht auf.Magdeburgs Jürgen Gjasula: „Wir sind sehr unglücklich ins Spiel gekommen mit dem 0:2 nach wenigen Minuten. Dann haben wir uns gewehrt. Den Anschluss gemacht. Es war dann ein offenes Spiel.“ Über den neuen Trainer Titz: „Er führt sehr viele Gespräche, sagt auch genau, was er von der Mannschaft erwartet. Offensiv und defensiv. Ich glaube, dass wir es auf jeden Fall erfolgreich gestalten.“
Türkgücüs Geschäftsführer Max Kothny zur Entlassung von Alexander Schmidt, der mit 33 Punkten und positivem Torverhältnis auf dem 7. Platz stehend gehen musste : „Die 3 Unentschieden und 2 Niederlagen waren für uns die Mahnung, dass der Trend nach unten geht. Die Tabelle lügt da auch ein bisschen, weil da einige Mannschaften dabei sind, die weniger Spiele haben. Wir haben gesagt, wir brauchen einen Richtungswechsel. Wir brauchen wieder Spaß auf dem Platz.“
Magdeburgs Sportdirektor Ottmar Schork zum Trainerwechsel: „Es lag ein extremer Druck auf Thomas Hoßmang. Von außen extrem. Jetzt speziell durch die Fan-Gemeinschaften und auch über die Medien.“ Christian Titz habe aus 3 Kandidaten herausgeragt, weil: „Ich hatte am Freitag das Gefühl, dass Christian die Aufgabe zu 100 Prozent annehmen will. Zu 100 Prozent – das hat schließlich den Ausschlag gegeben.“ Er habe beim HSV nachgewiesen, „dass er ein guter Motivator ist, dass er die Spieler erreichen wird.“
Die 3. Liga live bei MagentaSportMittwoch, 16.02.2021NachholspielAb 18.45 Uhr: 1. FC Saarbrücken – FSV Zwickau
Auch interessant
– Fußball Bundesliga –
Türkgücü München marschiert weiter Richtung 2. Bundesliga: 2:0 gegen Viktoria Köln
Türkgücü München ist nach dem 1-0 Überraschungserfolg gegen den großen Aufstiegsfavoriten Dynamo Dresden in der vergangenen Woche heute ein weiterer Sieg – der vierte in Folge – gelungen. Die Münchner bezwangen Viktoria Köln mit 2:0 und stiegen somit vom sechsten auf den vierten Platz auf.
Den Haag – Der islamfeindliche niederländische Politiker Gert Wilders von der Partij voor de Vrijheid, hat den türkischen Präsidenten am Montag als Terroristen bezeichnet.
„Erdogan hat mich sogar in der Türkei angezeigt und will mich dort hinter Gitter bringen. Es ist Zeit für Rutte [niederl. Ministerpräsident Mark Rutte, Anm. Red], Mut zu zeigen und sich den Terroristen Erdogan vorzunehmen, seinen Einfluss in NL zu beenden, die Türkei aus der NATO auszuschließen und den türkischen Botschafter auszuweisen“, schrieb Wilders auf Twitter. In einem weiteren Tweet teilte der Rechtspopulist eine Karikatur, die auf der einen Seite Erdogan und auf der anderen einen IS-Terroristen zeigt und kommentierte mit „Terrorist“.
Erdogan-Sprecher Ibrahim Kalin bezeichnete Wilders daraufhin als „Schwachkopf“.
(Screenshot/Twitter)
Bereits im Oktober hatte Erdogan gegen Wilders beleidigende Äußerungen Strafanzeige gestellt. Wilders habe Ausdrücke benutzt, die Erdogans „Ehre, Würde und Ansehen“ beleidigten und seine Persönlichkeit und dessen Ruf angriffen. Wilders hatte auch damals auf Twitter eine Karikatur geteilt, die Erdogan mit einer Kopfbedeckung in Form einer Bombe zeigt. Darüber hatte er „Terrorist“ geschrieben.
Auch interessant
– „Nachfahren der Osmanen“ –
Albanien: Restaurant nach Präsident Erdogan benannt
„Es wäre mir eine Ehre, ihn als meinen Gast willkommen heißen zu dürfen“, so Marinel Balla, Besitzer des Restaurants, gegenüber NEX24. „Im Menü gibt es auch eine Pizza mit dem Namen Erdogan“, betont Balla. Tomatensauce, Pizzakäse, Sahnecreme, Pastirma (getrockneter Schinken), Champignons und Thunfisch seien die Zutaten dieser Spezialität. Er habe das Restaurant so genannt, weil er ein großer Freund Erdogans und der Türkei sei.
Los Angeles – Der russische Olympiasieger im Gewichtheben Juri Wlassow, der am vergangenen Samstag im Alter von 85 Jahren verstorben ist, war nicht nur einer der stärksten Menschen auf dem Planeten, sondern auch ein großer Denker und Experte für Poesie und Politik, so Hollywood-Star und ehemaliger Gouverneur von Kalifornien Arnold Schwarzenegger am Montag in einem Tweet.
„Juri Wlassow hat uns allen beigebracht, dass ‚unmöglich‘ nur ein Wort ist“, zitiert die Nachrichtenagentur TASS Schwarzenegger weiter. „Er war der erste Mensch, der 200 kg im Stoßen und Reißen schaffte, und er inspirierte mich, als ich ihn 1961 als junger Heber traf. Wegen Menschen wie ihm weigere ich mich, mich als Selfmademan zu bezeichnen.“
„Als ich das Glück hatte, ihn später wirklich kennenzulernen, war ich wie weggeblasen“, so der 73-jährige Hollywood-Star weiter. „Dieser Mann war nicht nur ein großer Heber – er war ein großer Denker. Er sprach über Poesie und Politik wie ein Professor und trug mehr Bücher als Gewichte mit sich herum.“
„Er sagte mir, die Kraft des Körpers sei nichts im Vergleich zur Kraft des Geistes. Er war einer der stärksten Männer der Welt und er glaubte, dass die wahre Kraft aus den Worten kommt.“
„Er war wirklich einzigartig und ich hoffe, dass jeder von uns Inspiration in seiner Geschichte finden kann. Ich hatte das Glück, ihn zu kennen, und ich werde ihn sehr vermissen. Meine Gedanken sind bei seiner Familie“, fügte Schwarzenegger hinzu.
Wie TASS weiter berichtet, war Wlassow Goldmedaillengewinner bei den Olympischen Spielen 1960 in Rom und der Silbermedaillengewinner der Olympischen Spiele 1964 in Tokio in der Gewichtsklasse über 90 kg. Der legendäre Gewichtheber ist außerdem vierfacher Weltmeister (1959, 1961, 1962 und 1963), Silbermedaillengewinner der Weltmeisterschaft 1964 und sechsfacher Europameister (1959-1964). Während seiner sportlichen Karriere stellte er 31 Weltrekorde auf und war Fahnenträger der Delegation der Sowjetunion bei den Olympischen Sommerspielen 1960 und 1964. Nach Beendigung seiner Sportkarriere 1968 wurde Wlassow Berufsschriftsteller und Journalist. In den Jahren 1985-1987 fungierte er als Präsident des Gewichtheberverbandes der Sowjetunion.
Wlassow verfolgte zudem eine Karriere als Politiker und war Mitglied der russischen Staatsduma (1993). Im Jahr 1996 kandidierte Wlassow bei den russischen Präsidentschaftswahlen, berichtet TASS weiter.
(Screenshot/Twitter)
Auch interessant
– Promi-News –
„Man nannte mich den Müllschlucker“ – Arnold Schwarzeneggers Fitnessroutine mit 72
Mit 15 Jahren begann der am 30 Juli 1947 im österreichischen Thal geborene US-Star mit dem Bodybuilding und erreichte schon vier Jahre später den 2. Platz bei einer Weltmeisterschaft der NBAA.
Berlin – Die Bundesregierung hat die Tötung von 13 türkischen Staatsbürgern durch die PKK Terrororganisation scharf verurteilt.
„Wie bereits der Europäische Auswärtige Dienst möchten auch wir an dieser Stelle den Familien der Opfer unser tief empfundenes Beileid aussprechen. Terror ist durch nichts zu rechtfertigen, und in bewaffneten Konflikten muss gerade das humanitäre Völkerrecht unbedingt geachtet werden“, sagte die stellvertretende Sprecherin des Auswärtigen Amtes Andrea Sasse in einer Pressekonferenz am Montag.
13 Tote in einer Höhle im Nordirak entdeckt
Die türkischen Streitkräfte führen im Rahmen der Operation „Adlerkralle 2“ seit dem 10. Februar eine Militäroperation gegen vermutete Stellungen der Terrororganisation PKK in Gara/Nordirak durch.
Laut einer Mitteilung des türkischen Verteidigungsministers am Sonntag, wurden während der Anti-Terror-Operation in einer Höhle die Leichen von 13 türkischen Staatsbürgern gefunden. Zwölf seien durch Schüsse in den Kopf, einer durch einen Schuss in die Schulter getötet worden, sagte Hulusi Akar. Die Opfer waren Berichten zufolge seit 2015 und 2016 in der Gewalt der PKK.
„Nach ersten Informationen, die von zwei lebend gefangen genommenen Terroristen stammen, wurden unsere Bürger zu Beginn der Operation von dem für die Höhle verantwortlichen Terroristen erschossen“, sagte Akar im Kontrollzentrum der Operation nahe der irakischen Grenze.
In der Höhle seien eine große Menge an Waffen und Munition sichergestellt worden, teilte das türkische Verteidigungsministerium in einer separaten Erklärung mit.
Zum Thema
– Türkei –
Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu verurteilt Westen für „Doppelmoral bei Terrorismus“
Der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu hat die „westliche Welt“ wegen ihrer „Doppelmoral“ und der „selektiven Herangehensweise“ zum Thema Terrorismus scharf kritisiert.
Ankara – Der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu hat die „westliche Welt“ wegen ihrer „Doppelmoral“ und der „selektiven Herangehensweise“ zum Thema Terrorismus scharf kritisiert.
(Screenshot/Twitter)
„Die Doppelmoral der westlichen Welt in Bezug auf den Terrorismus und ihre selektive Herangehensweise an ‚gute Terroristen‘ und ‚böse Terroristen‘ gehen weiter“, sagte Çavuşoğlu Sonntagnacht in einem Tweet, unter Verwendung der Hashtags #PKKisaHeinousTerroristOrganisation und #PKKExecutesCivilians. (PKK ist eine abscheuliche Terrororganisation, PKK richtet Zivilisten hin)
Auch Präsidentensprecher Ibrahim Kalın verurteilte am Sonntag das „Schweigen der Welt“ zum Terror der PKK.
„Sie [PKK] greift türkische und irakische Sicherheitskräfte und Zivilisten an. Sie setzt ihre terroristischen Angriffe in Nordsyrien fort. Die Welt hat die Augen verschlossen und schweigt zu den blutigen Anschlägen der PKK-Terrorgruppe. Dieses Schweigen ist ein beschämender Akt der Komplizenschaft. Wir werden jedoch nicht schweigen“, sagte Kalın am Sonntag in einem Tweet.
Erdogan wirft den USA „mangelnde Unterstützung“ vor
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat den USA am Montag beim Kampf gegen die PKK „mangelnde Unterstützung“ vorgeworfen.
„Wenn sie unsere Allianz weltweit und in der NATO fortsetzen wollen, dann müssen Sie aufhören, sich auf die Seite der Terroristen zu stellen“, sagte Erdogan und beschuldigte die USA, die „PKK, YPG und PYD offensichtlich zu unterstützen“, obwohl sie das Gegenteil behaupteten. Im Kampf gegen das IS-Terrornetzwerk unterstützten die USA die kurdische Miliz YPG. Ankara sieht diese als verlängerten Arm der PKK.
13 Tote in einer Höhle im Nordirak entdeckt
Die türkischen Streitkräfte führen im Rahmen der Operation „Adlerkralle 2“ seit dem 10. Februar eine Militäroperation gegen vermutete Stellungen der Terrororganisation PKK in Gara/Nordirak durch.
Laut einer Mitteilung des türkischen Verteidigungsministers am Sonntag, wurden während der Anti-Terror-Operation in einer Höhle die Leichen von 13 türkischen Staatsbürgern gefunden. Zwölf seien durch Schüsse in den Kopf, einer durch einen Schuss in die Schulter getötet worden, sagte Hulusi Akar.
„Nach ersten Informationen, die von zwei lebend gefangen genommenen Terroristen stammen, wurden unsere Bürger zu Beginn der Operation von dem für die Höhle verantwortlichen Terroristen erschossen“, sagte Akar im Kontrollzentrum der Operation nahe der irakischen Grenze.
In der Höhle seien eine große Menge an Waffen und Munition sichergestellt worden, teilte das türkische Verteidigungsministerium in einer separaten Erklärung mit.
Istanbul – Die türkische Lira stieg am Montag zum ersten Mal seit Anfang August auf unter sieben Dollar und erreichte somit ein Sechs-Monate-Hoch gegenüber dem US-Dollar.
Die Währung lag am Montagmorgen Ortszeit bei 6,9750 und ist in diesem Jahr bisher um mehr als sechs Prozent gestiegen, bei weitem die beste Steigerung in den Schwellenländern. Seit November stieg der Wert sogar um mehr als 20 Prozent.
Die türkische Zentralbank hatte im November eine Trendwende in ihrer Geldpolitik eingeleitet und ihren Leitzins von 10,25 Prozent auf 17 Prozent deutlich angehoben. Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan hatte damals zudem überraschend den Chef der türkischen Zentralbank, Murat Uysal, nach kaum anderthalb Jahren im Amt gefeuert und den ehemaligen Finanzminister Naci Agbal zum neuen Notenbankchef ernannt.
Als weiteren Grund für den Wertanstieg nennen Wirtschaftsanalysten auch eine Mitteilung der türkischen Bankenaufsicht. Ausländischen Investoren wird demnach erleichtert, Zugang zu Finanzierung in Lira zu erhalten.
Damit hebt man Beschränkungen schrittweise auf, die in den letzten Jahren eingeführt wurden. Die Bankenaufsicht erhöht den Umfang der Währungs-Swaps und Derivate-Geschäfte, die türkische Banken mit ausländischen Gegenparteien durchführen können. Dadurch wird es ausländischen Investoren ermöglicht mehr Lira durch Dollar-Swaps zu halten, nachdem ihre Möglichkeiten dazu bislang begrenzt waren, berichtet finanzmarktwelt.
Auch interessant
– Corona-Krise –
Trotz Corona: IWF hebt Wachstumsprognose für Türkei auf sechs Prozent an
Während die Wirtschaften vieler Länder im vergangenen Jahr im Zuge der Corona-Krise eingebrochen sind und Finanzexperten auch für 2021 keine Besserungen erwarten, hat der IWF seine Prognosen für die türkische Wirtschaft für dieses Jahr auf sechs Prozent angehoben.
Osnabrück – Nach der Einigung von Verdi und dem Pflegeverband BVAP auf Lohnerhöhungen in der Altenpflege sieht Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) die Chancen auf einen bundesweiten Tarifvertrag gestiegen.
„Wenn die Sozialpartner einen Antrag bei mir einreichen und die rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind, werde ich diesen Tarifvertrag für die gesamte Pflegebranche für verbindlich erklären“, kündigte Heil im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) an. „Das führt zu substanziell besseren Lohn- und Arbeitsbedingungen. Die Gespräche laufen, und ich hoffe, dass alle dazu beitragen, dass es gelingt.“
Die Gewerkschaft Verdi und der BVAP hatten Anfang Februar einen Tarifabschluss finalisiert, der Lohnerhöhungen von bis zu 25 Prozent über zweieinhalb Jahre vorsieht. Heil drängte die anderen Akteure, sich der Vereinbarung anzuschließen: „Alle Pflegearbeitgeber sollten die Gelegenheit für diesen historischen Schritt nutzen“, sagte der Minister und wandte sich auch an die Diakonie und die Caritas: „Die kirchlichen Arbeitgeber haben die Möglichkeit, sich über das Gesetz an den Tarifvertrag anzulehnen. Dafür haben wir extra das Tor aufgestoßen. Das wäre ein echter Durchbruch, um die Zukunft der Pflege zu sichern.“
Die Kosten sollen über Sozialbeiträge und nicht durch Steuerzuschüsse aufgebracht werden. „Dass das Geld kostet, ist völlig klar. Klar ist aber auch: Tarifsteigerungen werden über die Pflegeversicherung refinanziert“, betonte Heil in der NOZ. „Es geht hier nicht nur um eine Frage des Respekts, sondern auch eine Frage der Vernunft: Ohne bessere Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen werden wir es bald nicht mehr schaffen, ausreichend Fachkräfte in der Pflege zu finden.“
Auch interessant
– Pflegepolitik –
Verdoppelung der Ausbildungsplätze in der Pflege nicht umsetzbar
Berlin wird sein Ziel, die Zahl der Auszubildenden in der Pflege bis 2023 zu verdoppeln, nicht erreichen können.
Brüssel – Nach den USA und Kanada wollen nun auch Abgeordnete in Belgien die Menschenrechtsverletzungen gegen Uiguren in China als Völkermord einstufen.
Belgische Parlamentsabgeordnete haben eine Resolution eingereicht, in der sie ihre Regierung auffordern, die Missstände in der nordwestchinesischen autonomen Region Xinjiang als Völkermord zu bezeichnen.
Am Donnerstag brachten Samuel Cogolati und Wouter de Vriendt, beide Mitglieder der Ecolo-Groen-Gruppierung, den Vorschlag ein. Sie stützten sich dabei auf die zunehmenden Beweise für Chinas Politik der Massensterilisationen und Zwangsabtreibungen, die sie als Teil einer „zwangsweisen Geburtenunterdrückungskampagne“ bezeichneten, sowie auf die Überführung einer großen Anzahl von Kindern, deren Eltern in den Internierungslagern der Region festgehalten werden, in staatliche Waisenhäuser, berichtet Radio Free Asia.
Wenn die Regierung der Empfehlung der Abgeordneten folgt, wäre Belgien das erste EU-Land, das die Situation in der Region als Völkermord bezeichnet, nach den USA, die dies am 20. Januar taten. Ein kanadisches Parlamentskomitee hat Chinas Übergriffe in der Region ebenfalls als Völkermord bezeichnet.
Wie RFA weiter berichtet, sagte Cogolati, der auch Co-Vorsitzender der Inter-Parliamentary Alliance on China (IPAC) ist, dass Belgien die Genehmigung des Umfassenden Investitionsabkommens blockieren sollte, das die EU und China im Dezember inmitten einer wachsenden Zahl von Berichten über Gräueltaten in Xinjiang abgeschlossen haben.
IPAC hatte „alle demokratische Länder“ bereits zu einer härteren Haltung gegenüber Peking aufgerufen.
„Wir können nicht weiterhin ‚business as usual‘ mit China machen, während sich die Beweise häufen, die die schrecklichsten staatlich verübten Menschenrechtsverletzungen gegen Uiguren und andere Gruppen in der Region Xinjiang dokumentieren“, so Cogolati. Es sei inakzeptabel, dass die EU bei den Menschenrechten nachgegeben hat, um ihr Investitionsabkommen mit China zu besiegeln. Die Botschaft aus Belgien und ganz Europa müsse klar sein: „Kein Deal ohne Chinas Ratifizierung der internationalen Zwangsarbeitsstandards“.
Die Inter-Parliamentary Alliance on China (IPAC) ist eine internationale, parteiübergreifende Allianz von Parlamentariern aus demokratischen Ländern, die sich auf die Beziehungen zur Volksrepublik China (VRC) und insbesondere zur Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) konzentriert. Sie wurde am 4. Juni 2020, dem Jahrestag der Proteste auf dem Platz des Himmlischen Friedens 1989, gegründet.
Der WUC begrüßte die Resolution am Donnerstag, wobei Präsident Dolkun Isa die Hoffnung äußerte, dass die belgische Regierung „ihren Forderungen nachkommt, indem sie den Völkermord an den Uiguren formell anerkennt und konkrete Maßnahmen ergreift, um ihn zu beenden.“
Der WUC, der Weltkongress der Uiguren, (Englisch World Uyghur Congress) ist eine Organisation der Exil-Uiguren mit Sitz in München.
(Screenshot/Twitter)
Chinas Verfolgung der uigurischen Minderheit in Xinjiang ist in den letzten Jahren eskaliert und kommt nach Ansicht von Experten einem kulturellen Völkermord gleich. Man geht davon aus, dass mehr als eine Million Menschen in Internierungslagern festgehalten werden, und es gibt immer mehr Beweise für Umerziehungsprogramme, Einschränkungen religiöser und kultureller Überzeugungen, Zwangsarbeitsprogramme, Massenüberwachung und Zwangssterilisation von Frauen. Auch Zwangsarbeit gehört zu den Vorwürfen. Trotzdem lassen Konzerne dort produzieren.
Zum Thema
– Menschenrechte –
Zwangsarbeit: Großbritannien will China-Importe aus Uiguren-Lagern verbieten
Großbritannien will den Import von Waren verbieten, die im Verdacht stehen, in der chinesischen Provinz Xinjiang durch Zwangsarbeit hergestellt worden zu sein.