Investment
Aktienkauf – Immer auf den Wettbewerb achten

0
Es gibt viele beliebte Faktoren, die Anleger vor dem Kauf von Aktien analysieren, um zu entscheiden ob sich das Investment lohnt. Dazu gehören zum Beispiel das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), die Dividendenrendite oder das Ergebnis per Aktie. Aber man sollte beim Aktienkauf auch immer einen Blick auf den Wettbewerb werfen. Denn oft lässt sich daran erkennen, wie gut oder schlecht es einer Branche geht. Zudem kann man innerhalb des Marktes sehen, wie sich der Gewinn in Zukunft entwickeln wird. Deswegen ist es wichtig, vor jedem Kauf sich die Konkurrenz ebenfalls gut anzuschauen, damit man auch die richtige Entscheidung trifft. Beim Aktienkauf gibt der Wettbewerb Auskunft vom Markt Die direkte Konkurrenz in einer Branche zeigt einem, wo der Markt gerade steht. Erzielen die Firmen gute Gewinne oder verlieren sie noch immer Geld während der Phase des Wachstums? Das sind wichtige Fragen, die einem bei der Entscheidung helfen können. So ist es nicht unüblich, dass auf vielen Zukunftsmärkten so ziemlich alle Unternehmen eine lange Zeit Geld verbrennen. Gibt es jedoch Konkurrenz, die bereits Gewinn erzielt, während andere Mitbewerber noch immer Kapital verlieren, dann gilt es sich diesen Faktor ganz besonders gut anzuschauen, denn es könnte sich um ein strukturelles Problem bei der Firma handeln, in die man investieren möchte. Sollte es keinen guten Grund geben, weshalb der ausgewählte Wert Geld verliert, obwohl Wettbewerber Geld verdienen, dann könnte auch dies ein Warnsignal sein. Auf etablierten Märkten hingegen sollte man die Gewinne mit der Konkurrenz vergleichen. Oft gibt es Unternehmen, die über Jahrzehnte Gewinne erzielen und Dividenden ausschütten. Diese sind als Dividenden-Aristokraten bekannt und bestehen in der Regel aus ganz besonders stabilen Werten. Eine Benchmark-Analyse kann dann Auskunft darüber geben, welche Aktie das beste langfristige Investment bietet. Oft kann nur ein Unternehmen erfolgreich sein Viele Branchen zeichnen sich dadurch aus, dass nur ein oder wenige Unternehmen am Ende erfolgreich sein werden. Die Herausforderung besteht nämlich daraus, die richtige Aktie zu finden, die den Kampf am besten übersteht. Der First-Mover hat hierbei natürlich immer einen großen Vorteil, aber es kommt auch oft vor, dass dieser am Ende nicht die Oberhand hat. Ist der ausgewählte Wert dann also der sogenannte First-Mover, kann er als Erster die größten Gewinne erzielen, während die Mitbewerber fast leer ausgehen. Das konnte man besonders gut beim Rennen um die ersten Corona-Impfungen beobachten. Pfizer/Biontech und Moderna waren die Ersten mit einer Impfung und konnten beide fast 20 Mrd. USD Dollar Umsatz in 2021 erzielen, während die Konkurrenz nur Bruchteile davon erreichte. Man sollte also auf das Unternehmen setzen, dass die besten Chancen hat, die Konkurrenz zu schlagen. Besonders bei neuen Märkten, bei denen sich der Marktanteil schneller aufteilt, dann aber nur schwer zu ändern ist, gilt extra Vorsicht. So konnte nicht mal Google mit seinem Google+ Dienst den bereits etablierten Konkurrenten Facebook jemals in Bedrängnis bringen. Auf mehrere Wettbewerber gleichzeitig setzen Deswegen kann es auch eine gute Strategie sein, auf die erfolgreichsten Wettbewerber zu setzen, um so das Risiko zu streuen. Das Prinzip ist ähnlich wie beim Pferderennen, denn eins davon wird natürlich als Erster das Ziel erreichen. Anders als beim Rennen kann man jedoch trotz der Verluste auf die Verlierer allein mit dem Gewinner immer noch die gewünschte Rendite erzielen. Ganz ähnlich erzielen sogenannte Business-Angel und Venture-Capitalists ihre Gewinne, obwohl die meisten Investments es nicht zum Erfolg schaffen. Dabei gehen Schätzungen davon aus, dass bis zu 75% der Start-Ups Bankrott gehen, trotz der Kapitalspritze durch den Risikokapitalgeber. Die restlichen 25% fangen die Verluste jedoch wieder auf und haben schon so manchen Investor reich gemacht. So konnte sich Peter Thiel als erster Risiko-Investor für 500.000 USD insgesamt 10,2% von Facebook sichern und später für rund 400 Mio. USD verkaufen. Hätte er die Aktien noch länger gehalten, wären es mehrere Milliarden geworden. Ähnlich erfolgreich konnte Spotify sich damals mit dem Geldgeber Northzone als größtem Investor finanzieren. Aufgrund der damals prächtigen Entwicklung von Spotify konnte man sich damit viel Geld sichern. Auf BrokerDeal kann man sich dazu auch die aktuelle Analyse der Spotify Aktie ansehen. Fazit: Aktienkauf & Wettbewerbsanalyse sind eng verknüpft Ob fest etablierte Unternehmen in alten Branchen oder neue Aufsteiger in Zukunftsmärkten, in jedem Fall sollte man sich den Wettbewerb gut anschauen. Oft kann man daran erkennen, wie gut es einer Branche geht und wie die Erwartungen in Zukunft sind. Das hilft dabei, die richtige Entscheidung beim Investieren zu treffen. Oft ist es auch so, dass auf dem Markt nur eine gewisse Anzahl von Mitbewerbern erfolgreich sein kann. Dann sollte man besonders vorsichtig sein und mithilfe von Benchmark- und Wettbewerbs-Analysen die Konkurrenz untersuchen. Anschließend kann man auf eins oder mehrere Unternehmen in einer Branche setzen, um das Risiko zu streuen. Deswegen gilt beim Aktienkauf auch immer, auf den Wettbewerb zu achten.
Die hier zur Verfügung gestellten Informationen sind keine Anlage- oder Finanzberatung. NEX24 gibt keine Kauf- und Verkaufsempfehlung für bestimmte Aktien. Bitte betreiben Sie eigene Nachforschungen und suche professionellen finanziellen Rat bevor Sie eine Investmententscheidung treffen.

Auch interessant

– Scholz-Besuch – Türkei und Deutschland wollen Handelsvolumen auf 50 Milliarden Dollar steigern

Bundeskanzler Olaf Scholz ist am Montag zu seinem ersten offiziellen Besuch seit seinem Amtsantritt in der Türkei eingetroffen.

Türkei und Deutschland wollen Handelsvolumen auf 50 Milliarden Dollar steigern
 

Immobilienkauf
Türkei: Änderungen beim Erwerb der Staatsbürgerschaft

0
Ankara – In der Türkei sind Änderungen in den Ausnahmebestimmungen bezüglich des Erwerbs der türkischen Staatsbürgerschaft vorgesehen. Bereits seit dem 19. September 2018 hatten Ausländer die Möglichkeit, über den Kauf einer türkischen Immobilie die türkische Staatsbürgerschaft zu erhalten, wenn der Wert der Immobilie bei 250 000 US-Dollar lag. Um Investitionen zu fördern, hatte die türkische Regierung damals die erforderlichen Mindestvorgaben für den Erwerb der türkischen Staatsbürgerschaft durch Ausländer von einer Million Dollar auf 250.000 Dollar gesenkt. Nach einem Beschluss des Kabinetts soll dieser Wert aktuell auf 400 000 US-Dollar erhöht werden. Die Änderung des Wertbetrages tritt jedoch erst nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt in Kraft. Der Kauf einer Immobilie zu diesem Zweck kann – wie bisher – auch in einer anderen Fremdwährung erfolgen, die umgerechnet diesen Dollarwert ergibt. Es dürfen auch mehrere Immobilien sein, die insgesamt einen eingetragenen Verkehrswert von über 400 000 US-Dollar erreichen. Hier müssen jedoch alle Anträge zeitgleich gestellt werden. Eine weitere Voraussetzung besteht darin, dass diese Immobilien drei Jahre nicht veräußert werden dürfen. Die Anträge werden über den Kauf beim Grundbuchamt gestellt, welches die weitere Bearbeitung und Versendung zur Prüfung beim zuständigen Ministerium mit allen notwendigen Unterlagen übernimmt. Bei einer positiven Prüfung erhält der Antragsteller in der letzten Antragsphase eine Einladung von Generaldirektion für Bevölkerungs- und Staatsbürgerschaftsangelegenheiten, um die Prozedur abzuschließen. Gesetzliche Beschränkungen für ausländische Immobilienkäufer Ein Ausländer darf maximal 30 Hektar Grundbesitz erwerben. Er muss sich außerhalb der militärischen Verbots- und Sicherheitszonen befinden. Diese Auskunft gibt das Grundbuchamt. Der Immobilienerwerb von Ausländern darf in den Landkreisen die Fläche von insgesamt 10 Prozent nicht überschreiten. Marina Bütün/Ankara

Auch interessant

– Türkei – Ukraine-Krieg: Mieten steigen in Antalya um bis zu 300 Prozent

Die Miet- und Immobilienpreise in der türkischen Provinz Antalya sind seit Beginn des russisch-ukrainischen Krieges in die Höhe geschnellt, da Russen und Ukrainer, die aus ihren Ländern fliehen mussten, dort Immobilien erwerben.

Ukraine-Krieg: Mieten steigen in Antalya um bis zu 300 Prozent

Griechenland
Griechischer Forscher: Türkei ist ein „internationaler Player“

0
Athen – Nach Ansicht des griechischen Turkologen Dr. Dimitrios Stathakopoulos ist die Türkei eine „Regionalmacht“ und Griechenland sei gezwungen, auf die Forderungen der Türkei einzugehen. Der Wissenschaftler von der Universität Piräus äußerte sich in einer Livesendung im griechischen Fernsehen zum „Russland-Ukraine-Krieg“ und die Rolle und den Einfluss der Türkei. Dr. Stathakopoulos: Ankara ist große Macht im östlichen Mittelmeer Er habe einen Bericht über Libyen gelesen und die dortige libysche Regierung betrachte die Präsenz der türkischen Armee in dem Land als legal an. Die Türkei ist nach Meinung des Forschers nicht nur zu einem „internationalen Player“ aufgestiegen, sondern sei auch als große Macht des östlichen Mittelmeers existent und spreche mit den Großen der Welt, führe Verhandlungen und komme sogar als Garantiemacht infrage. Wenn das Durcheinander in der Ukraine vorbei sei, werde die Türkei daraus mehr Vorteile haben als Griechenland. Allgemein betrachtet sehe man die Präsenz der Türkei im östlichen Mittelmeer. Von Aserbaidschan bis Syrien, mit dem Segen Russlands und der Erlaubnis der Amerikaner, Franzosen und Russen in Libyen. Wegen Griechenland sehe er, was geschehen wird und noch passieren werde. Sein Aussagen zu diesem Thema seien letzte Woche auf der Titelseite einer Zeitung veröffentlicht worden. Im Ägäischen Meer werde es zu einem „Prespes“ kommen [Anm. d. Red. Prespes: Der Vertrag mit Nordmazedonien]. „Athen ist der Verlierer“ Die Moderatorin betont während des Interviews, dass dieser Punkt von Bedeutung sei und fragt Dr. Stathakopoulos, ob Griechenland wieder „der Verlierer“ sein werde. Der Wissenschaftler erklärt: „Natürlich werden wir der Verlierer sein, weil wenn man genauer hinsieht, hat die Türkei, was die Souveränität Griechenlands angeht, gar nichts in der Hand. Wenn die Türkei vom Verhandlungstisch aufsteht, wird alles, was es bekommt, als Gewinn angesehen werden. Selbst wenn es nicht danach aussieht, dass wir verlieren, werden wir der Verlierer sein, weil wir keinen vermeintlichen Krieg führen, der Frieden einkehrt etc. Aber wir werden die wahren Verlierer sein, weil wir allgemein betrachtet auf dem geopolitischen Schachbrett die zweite Marionette sind. Wie ich immer wieder darauf hingewiesen und dargelegt habe, wird das in der NATO auch so akzeptiert. Die einzige Hoffnung besteht, was die Türken als „kazan kazan“ bezeichnen, sich verwirklicht. Wir haben die Hoffnung, mit „kazan kazan“ zu gewinnen. Aber die Türken denken nicht mehr in diesen Kategorien. Sie wollen einen Löwenvertrag im Verhältnis 80 – 20 Prozent. Wie die alten Juristen zu sagen pflegten, liegt hier ein Eheverhältnis vor. Der Ehemann ist die Türkei und die Frau, die ihrem Mann gehorcht, ist Griechenland. Die Türkei sieht die Beziehungen zu Griechenland mit einem Vertrag und Frieden in dieser Form. Was bedeutet Souveränität? Die Kontrolle über unsere souveränen Ressourcen. Wenn wir damit anfangen, Ressourcen, die 100 Prozent uns gehören, mit anderen zu teilen, wäre das gleichbedeutend mit dem Verlust der nationalen Souveränität. Dann werden Sie mich fragen, was es mit Nordmazedonien auf sich hat. Aus unserer Sicht ist gar nichts passiert, weil sie für uns nie eine Bedrohung dargestellt haben und immer noch nicht darstellen. Aber wenn wir mit den Türken einen „Prespes-Vertrag“ unterzeichnen, käme das einer Auflösung Griechenlands gleich. Da Griechenland in dieser Frage Konzessionen gemacht hat und keinen Krieg oder Unheil möchte, liegt es vor der Türkei, die achtmal größer ist als Griechenland. Sie behaupten nicht noch einmal Konzessionen zu machen. Ihre Forderungen werden sie unblutig durchsetzen, daran glaubt die Türkei. Auch wenn mir das nicht gefällt, was ich hier verlautbart habe, glaubt die Türkei daran. Es geht nicht darum an was ich glaube, sondern was die Türkei über uns denkt.“ Kemal Bölge

Auch interessant

-Athen – Corona: Erdogan dankt Mitsotakis für Genesungswünsche

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan bedankte sich beim griechischen Ministerpräsidenten Kyriakos Mitsotakis für die ausgesprochenen Genesungswünsche.

Corona: Erdogan dankt Mitsotakis für Genesungswünsche

"Logistik-Masterplan"
Erdogan: Türkei wird logistische Supermacht

Ankara – Die Türkei wird sich laut Präsident Recep Tayyip Erdogan zu einem Logistikzentrum entwickeln. Der türkische Staatschef stellte am Dienstag einen „Verkehrs- und Logistik-Masterplan“ für das Jahr 2053 vor. Dieser umfasst auch den umstrittenen Kanal Istanbul. „Die Türkei ist auf dem Weg, die logistische Supermacht eines riesigen Gebietes zu werden, das von London bis Peking und von Sibirien bis Südafrika reicht“, sagte Erdogan auf einer Pressekonferenz nach einer Kabinettssitzung. Das Handelsdreieck Europa-Asien-Afrika, in dem die Türkei liegt, biete große Chancen für das Land, insbesondere im Bereich des Verkehrs, so Erdogan. Die Investitionen in den Schienenverkehr stünden im Mittelpunkt der Regierungspläne, und es sei geplant, das Schienennetz bis 2053 auf 28.590 Kilometer zu erweitern, so Erdogan. Die Regierung wolle den Anteil der Schiene am Personenverkehr von 1 Prozent auf 6,2 Prozent erhöhen, was über dem europäischen Durchschnitt liege, erklärte der türkische Staatschef weiter. Seine Regierung wolle auch die Qualität des Straßennetzes durch neue Investitionen verbessern, um einen ununterbrochenen und komfortableren Transport zu ermöglichen. Er fügte hinzu, dass die Türkei bis 2053 das Straßennetz von 28.650 Kilometern auf 38.000 Kilometer und das Autobahnnetz von 3.633 Kilometern auf 8.325 Kilometer erweitern werde. Das Projekt des Istanbul-Kanals sei auch von entscheidender Bedeutung, um den Schiffsverkehr im Bosporus zu verringern und die Macht der Türkei aufgrund ihrer geopolitischen Lage zu stärken. Erdogan versprach außerdem, die Zahl der Flughäfen in den kommenden Jahren von derzeit 56 auf 61 zu erhöhen.

Auch interessant

– Türkei – Mega-Kanal in Istanbul soll schon in sechs Jahren fertiggebaut sein

Der Bau des umstrittenen Multimilliarden-Dollar-Kanals in Istanbul wird in sechs Jahren abgeschlossen sein, so der türkische Transportminister Adil Karaismailoğlu in einem Interview auf CNN Türk.

Mega-Kanal in Istanbul soll schon in sechs Jahren fertiggebaut sein
 

NEX24-Interview
Historiker Murat Derin: Einreiseverbot nach Griechenland verstößt gegen europäische Normen

Im Interview mit NEX24 kritisiert der Forscher Murat Derin das Einreiseverbot Griechenlands gegen ihn, da es gegen die Meinungs- und Reisefreiheit verstoße und an den Universitäten in der Türkei viele griechische Wissenschaftler lehrten und forschten. Murat Derin wurde 1982 in Ipsala geboren und machte sein Abitur am beruflichen Gymnasium in Keşan. Er arbeitet als Computeranwender an der Trakya-Universität und schloss seinen Master 2018 an der Çanakkale-Universität mit dem Thema „Eine politische Partei in Westthrakien: Die Partei für Freundschaft, Gleichheit und Frieden“ ab. Derin promoviert derzeit im Fachbereich Internationale Beziehungen an der Trakya-Universität in Edirne. Von ihm sind zahlreiche Artikel über die Geschichte und Völker des Balkans erschienen. Der Wissenschaftler ist Vorstandsmitglied des Strategischen Forschungszentrums Rumelien Balkan (RUBASAM). NEX24: Herr Derin, am vergangenen Samstag wurde Ihnen von Beamten am Grenzübergang Kipi die Einreise nach Griechenland verwehrt. Können Sie noch einmal erläutern, was genau passiert ist? Murat Derin: Wegen eines Forschungsaufenthalts kam ich am 9. April 2022 etwa gegen 11 Uhr am Grenzübergang Kipi an, um nach Griechenland einzureisen. Nachdem ich eine Weile warten musste, wurde mir von den diensthabenden Polizeibeamten mitgeteilt, dass gegen mich ein Einreiseverbot vorliegt und ich deshalb nicht in ihr Land einreisen dürfe. Als ich fragte, welches Problem vorliege und was der Grund des Einreiseverbots sei, wurde zuerst ‘Wir wissen es nicht’ und später ‘Du wirst den Grund kennen’ geantwortet. Ich habe eine amtliche Bescheinigung verlangt. Sie haben ein ‘Formular für zurückgewiesene Reisende’ ausgefüllt. Als ich mir das Formular durchgelesen habe, sah ich ein Häkchen beim Kästchen ‘Nationalen Informationssystem’. Von den diensthabenden Polizeibeamten wurde ich zurückgeschickt. Obwohl keine Straftat oder Ermittlungen vorliegen und bei dieser Sache nichts dergleichen verlautbart wurde, bin ich doch sehr überrascht. NEX24: Sie sind als Wissenschaftler an der Universität von Edirne tätig und beschäftigen sich mit der Geschichte der Westthrakien-Türken, der Geschichte und Kultur der Balkan-Länder. Was haben Sie gedacht, als Ihnen die Einreise verwehrt wurde? Ich habe meinen Master über die Balkanforschung und Internationale Beziehungen absolviert. Ich mag es, über die Geschichte des Balkans, die Geografie und seine Kultur zu forschen. Fast sämtliche Balkanländer habe ich Dutzende Male besucht und bin begeistert, wenn ich Feldforschung betreiben kann. Griechenland ist ein nationaler und unabhängiger Staat und es kann im eigenen Ermessen Entscheidungen treffen. Allerdings ist es keine Lösung, einem Akademiker ein Verbot aufzuerlegen. In der Türkei gibt es viele griechische Akademiker. Sie lehren und forschen an unseren Universitäten. In einem Land, das EU-Mitglied ist und als die Wiege der Demokratie betrachtet wird, sollten derartige Verbote nicht erteilt werden. Dieser Gesichtspunkt verstößt gegen die europäischen Normen. Die Meinungs- und Reisefreiheit einschränken zu wollen gehört sich nicht und sollte der Vergangenheit angehören. Mit Ausnahme von irrtümlichen Fehlern versuchen Akademiker durch objektive Arbeiten wichtige Publikationen hervorzubringen. Auch mein Ziel besteht nicht darin, Unbehagen zwischen Ländern oder Gesellschaften hervorzurufen. Eine solche Absicht hat es nie gegeben. Jedes Land sollte seine Türen für diejenigen öffnen, die wissenschaftliche Forschung betreiben und wenn dieses Land auch noch ein EU-Mitgliedsland ist, sollte es dem eine größere Bedeutung beimessen. NEX24: Am 15. März 2022 hatten Baufahrzeuge der Stadtverwaltung von Avdira im Dorf Horozlu einen türkisch-muslimischen Friedhof aus osmanischer Zeit zerstört, um auf dem Gelände eine Sportanlage zu errichten. Nach Protesten hat die Stadt Avdira erklärt, dass die Sportanlage an einem anderen Platz gebaut werden soll. Was können Sie als Historiker über die türkischen Friedhöfe in Westthrakien sagen? Wie auf dem gesamten Balkan gibt es auch in Griechenland sehr viele türkisch-muslimische Friedhöfe. Einer davon ist der Friedhof aus osmanischer Zeit im Dorf Horozlu. Nachdem in diesem Fall die notwendigen Schritte unternommen wurden, hat man den Fehler wieder korrigiert. Wie der Bürgermeister gegenüber den Medien erklärt hat, soll die Begräbnisstätte in seiner ursprünglichen Form wieder errichtet werden. Friedhöfe sind heilige Stätten. Ich denke, es macht keinen Unterschied, welcher Religion es angehört oder wo es sich auf der Welt befindet, es sollte respektiert werden. NEX24: Sie haben letztes Jahr ein Buch mit dem Titel „Batı Trakya Türklerinin Gür Sesi Dostluk Eşitlik ve Barış Partisi“ („Die lautstarke Stimme der Westthrakien-Türken – Die Partei für Freundschaft, Gleichheit und Frieden“) veröffentlicht. Können Sie zu dieser Publikation etwas sagen? Die Partei für Freundschaft, Gleichheit und Frieden (DEB) wurde 1991 vom verstorbenen Dr. Sadık Ahmet gegründet. Es ist eine zugelassene Partei in Griechenland. Wir haben mit unserer Arbeit in der Region recherchiert, die Gründungsphase, die Parteitage und politische Geschichte näher beleuchtet. Mit Erlaubnis der Nationalbibliothek Griechenlands wurde es mit der Erteilung einer Internationalen Standartbuchnummer (ISBN) gegen Ende 2021 publiziert. Vielen Dank für das Gespräch Das Interview führte Kemal Bölge

Auch interessant

– NEX24-Exklusivinterview – US-Politologe Cannon: „Die Türkei ist ein Land, das Afrika versteht“

Interview mit Prof. Brendon J. Cannon über die türkisch-afrikanischen Beziehungen.

US-Politologe Cannon: „Die Türkei ist ein Land, das Afrika versteht“

Ukraine-Krieg
„Putins Großoffensive mit leichten Waffen nicht aufzuhalten“

Osnabrück – Der frühere Wehrbeauftragte des Bundestages, Hans-Peter Bartels, hat die Bundesregierung zu zügigen Panzerlieferungen an Kiew aufgefordert. „Wenn die Ukraine um Schützenpanzer vom Typ Marder bittet, sollten wir dem so schnell wie möglich nachkommen“, sagte Bartels im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). „Wenn wir Marder abgeben, müssten wir auch ukrainische Soldaten daran ausbilden, hier bei uns oder auch in Polen“, ergänzte der SPD-Sicherheitspolitiker. „Ich gehe davon aus, dass wir in wenigen Wochen Marder oder auch Panzerhaubitzen an das ukrainische Heer übergeben könnten, vielleicht sogar moderne Luftabwehrsysteme, die man kurzfristig aus Exportaufträgen unserer Industrie abzweigt.“ Der Wehrbeauftragte von 2015 bis 2020 sieht in einer militärischen Stärkung der Ukraine eine Chance, das Blutvergießen zu beenden. Zwar könne Russlands Präsident Wladimir Putin „hinter dem atomaren Schutzwall sein Zerstörungswerk fortsetzen, auch wenn die konventionellen Streitkräfte vor Charkow und Odessa scheitern“, sagte er der „NOZ“. „Aber es könnte dann, bevor die Nuklearoption Realität wird, was nicht einmal die Chinesen gutheißen würden, auch zu einem Waffenstillstand kommen“, so sein Argument. „Deshalb bleibt die Stärkung der ukrainischen Verteidigungskraft das Gebot der Stunde.“ Mit den bisher von Berlin gelieferten leichten Waffen „hält man Putins geplante Großoffensive in der Ostukraine nicht auf“, sagte Bartels weiter. Die Nato werde nicht mit eigenen Truppen auf ukrainischem Boden oder an anderer Stelle gegen Russland eingreifen. „Unterhalb dieser Schwelle aber braucht es jede Unterstützung für Kiew, die möglich ist.“ Das Argument, Deutschland dürfe keine Waffen abgeben, um die eigene Wehrfähigkeit nicht zu schwächen, „zieht nicht“, sagte der SPD-Politiker weiter. „Deutschland muss sich nicht gegen Russland verteidigen, sondern die Ukraine.“ Das Land kämpfe um seine Existenz, „aber auch um die Freiheit als Lebensprinzip für alle Menschen in Europa“. Deutschland sei durch die Nato-Mitgliedschaft vor einer möglichen Aggression Russlands geschützt. „Die richtet sich aber jetzt gegen die Ukraine. Das heißt: Wo russische Kampfkraft sich verbraucht, kann sie nicht mehr die Nato und unser eigenes Land bedrohen.“ Zumal es bei den Marder-Panzern „zunächst um eine überschaubare Stückzahl aus Bundeswehrbeständen gehen dürfte, die unsere Industrie zügig ersetzen könnte“.

Auch interessant

– Friedensvermittler Erdogan – „Erdoğan könnte für Ukraine-Bemühungen Nobelpreis erhalten“

Aufgrund ihrer freundschaftlichen Beziehungen sowohl zu Russland als auch zur Ukraine befindet sich die Türkei in einer einzigartigen Position und wurde für ihre Bemühungen um eine Beendigung des Krieges weithin gelobt.

„Erdoğan könnte für Ukraine-Bemühungen Nobelpreis erhalten“

Cybercrime
Betrugsmaschen beim Shoppen auf Online-Plattformen

Frankfurt am Main – Immer mehr Menschen fallen beim Kauf oder Verkauf auf Online-Plattformen auf Betrüger rein. Dabei gibt es nicht das „typische“ Opfer – vielmehr sind hiervon alle Kundengruppen betroffen. Doch es gibt Vorsichtsmaßnahmen, die böse Überraschungen verhindern können. Alexandra Schiefer, Leiterin Betrugsprävention bei der ING Deutschland, möchte ein Bewusstsein dafür schaffen, dass Betrug jeden treffen kann: „Auch aufgeklärte, technikaffine Menschen können auf Betrugsmaschen hereinfallen, wenn sie ihre Online-Einkäufe bezahlen oder als Verkäufer Zahlungen erwarten.“ Dabei ist festzuhalten: „Alle Zahlungsmethoden sind grundsätzlich sicher, solange sie mit Umsicht der Kontoinhaberinnen und -inhaber ausgeführt werden. Bei Banken laufen im Hintergrund permanente Schutzmechanismen, um Betrügereien zu verhindern. Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es allerdings nicht, die Sicherheitslücke ist meist der Mensch selbst.“ Welche Betrugsmaschen Betrüger besonders häufig verwenden:
  • Sie tarnen sich als Mitarbeitende seriöser Firmen und suggerieren technischen Support. Das Ziel: durch geschickte Gesprächsführung an sensible Informationen zu gelangen
  • Sie bauen Fake-Websites, die mittlerweile so realistisch aussehen wie das Original, und so einen Ort zum mutmaßlich seriösen Interagieren mit den Opfern bieten. Sie führen dort vermeintliche Kundensupport-Live-Chats mit echten Personen, bei denen die Opfer verleitet werden, persönliche Daten einzugeben und Transaktionen freizugeben
  • Fingierte Kleinanzeigen für scheinbar unbedeutende, preisgünstige Gebrauchsgegenständen locken Opfer auf die fingierten Seiten der vermeintlichen Verkäufer oder Käufer
  • Klassiker sind per Messenger-Dienst oder E-Mail zugesendete Links, die auf die nachgebauten Fake-Websites führen und die Opfer zur Freigabe von Daten verleiten
Zwei Kardinalfehler Bei den Betrugsfällen lassen sich laut Alexandra Schiefer zwei Kardinalfehler identifizieren: „Zum einen geben Opfer sensible Daten wie Login-Daten, Passwörter und Kreditkartendaten heraus. Sie verlassen dabei meist den geschützten Bereich von Verkaufsplattformen. Darüber hinaus geben die Opfer oft irrtümlich Zahlungstransaktionen zu ihren Lasten frei. Besonders kritisch wird es, wenn fremde Drittgeräte autorisiert werden. Falls es soweit kommt, sind Betrüger unter Umständen in der Lage, die Kontrolle über das komplette Konto zu übernehmen.“ Psychologische Tricks Warum auch aufgeklärte, technikaffine Menschen auf die Betrugsmaschen hereinfallen, erklärt Alexandra Schiefer mit psychologischen Tricks:
  • Betrüger nutzen gerne das „Prinzip der kleinen Schritte“, denn Menschen streben danach, beständig und widerspruchsfrei zu handeln. Nach dem Motto: Wer A sagt, will auch B sagen. Hat also jemand zum Beispiel einem Kauf auf einem Kleinanzeigen-Portal zugestimmt, will man keinen Rückzieher machen
  • Der Trick, sich als Mitarbeiter eines technischen Supports zu tarnen, beruht auf dem „Prinzip der Gegenseitigkeit“. Ich helfe dir, also musst du auch etwas für mich tun, wie beispielsweise Daten preisgeben oder Aktionen freigeben. Auch wird hier das Vertrauen in Menschen im Gegensatz zur Technik ausgenutzt
  • Ein weiterer psychologischer Trick ist das Verweisen auf Bekanntes und Gelerntes, zum Beispiel Logos von seriösen Unternehmen
  • Außerdem wird häufig künstlicher Druck aufgebaut, um Opfer zu unbedachten Taten zu bewegen
Banken arbeiten kontinuierlich daran, Betrugsfälle zu verhindern. Die Bandbreite reicht von komplexen Vorgängen im Hintergrund bis hin zu ins Auge springenden einfachen Texten, mit denen Menschen sich auf den ersten Blick vergewissern können, ob sie die eine oder andere Transaktion wirklich ausführen wollen. Zudem spielen Aufklärungskampagnen eine wichtige Rolle. Weiterführende Informationen und Tipps zum sicheren Online-Banking finden Verbraucherinnen und Verbraucher auf dem Blog „WissensWert“ der ING.

Auch interessant

– DVPMG – AOK für Integration des E-Rezeptes in Kassen-Apps

Die AOK-Gemeinschaft begrüßt die Einführung des elektronischen Rezeptes für Arzneimittel, die ab dem 1. Juli zunächst im Rahmen eines eng begrenzten Pilotprojektes in der „Fokusregion“ Berlin/Brandenburg erfolgt.

AOK für Integration des E-Rezeptes in Kassen-Apps

Frankreichurlaub
Familienministerin Spiegel tritt zurück

Berlin – Nach nur vier Monaten verliert die Ampelkoalition ihr erstes Kabinettsmitglied. Nach massiver Kritik an ihrer Urlaubsreise kurz nach der Flutkatastrophe an der Ahr hat Familienministerin Anne Spiegel (Grüne) nicht mal 24 Stunden nach ihrer Entschuldigung ihren Rücktritt erklärt. In ihrer kurzen Erklärung vom Montagnachmittag dankte Spiegel „allen, die mich solidarisch unterstützt haben“. Hintergrund ist ihr Umgang mit der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz im Sommer 2021. Spiegel war zuvor heftig in die Kritik geraten, mehrere Oppositionspolitiker hatten ihren Rücktritt gefordert. Mehrere CDU-Politiker – unter anderem Parteichef Friedrich Merz – forderten seit dem Wochenende die Ablösung von Spiegel. Der Grünen-Politikerin seien „Urlaub und das eigene Image wichtiger als das Schicksal der Menschen an der Ahr gewesen“, so Merz. In einem Statement aus dem Familienministerium hieß es am Montag:
„Ich habe mich heute aufgrund des politischen Drucks entschieden, das Amt der Bundesfamilienministerin zur Verfügung zu stellen. Ich tue dies, um Schaden vom Amt abzuwenden, das vor großen politischen Herausforderungen steht.“
Bei einem emotionalen Auftritt hatte Spiegel den Urlaub am Sonntagabend als Fehler bezeichnet und sich dafür entschuldigt, aber keinen Rücktritt angekündigt. Die Grünen-Politikerin war in die Kritik geraten, weil sie als damalige rheinland-pfälzische Umweltministerin zehn Tage nach der Flut zu einem vierwöchigen Familienurlaub nach Frankreich aufgebrochen war und diesen nur einmal für einen Ortstermin im Ahrtal unterbrochen hatte. Sie hatte vergangenen Woche außerdem BILD am SONNTAG gegenüber mitgeteilt, aus dem Urlaub an Regierungssitzungen teilgenommen zu haben, musste aber am Sonntagabend eingestehen, dass das nicht stimmte, so die BILD. „Wir haben größten Respekt vor ihrem Mut und vor ihrer Klarheit“, so Grünen-Vorsitzende Ricarda Lang in Bezug auf Spiegels emotionales Statement vom Sonntagabend. „Hinter uns persönlich, hinter uns als Partei liegen schwierige Stunden“, sagte Lang in einem Pressestatement auf der Klausurtagung in Husum zum Rücktritt Spiegels.      

Ukraine-Krieg
Russland meldet Zerstörung von Waffenlieferung an Ukraine

0
Moskau – Russland teilte am Montag mit, es habe am Vortag ein von einem europäischen Land an die Ukraine geliefertes S-300-Luftabwehrsystem in der Nähe der Stadt Dnipro zerstört. Der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Generalmajor Igor Konaschenkow, erklärte, das Militär habe von Schiffen abgefeuerte Raketen des Typs Kalibr eingesetzt, um vier Flugabwehrraketensysteme des Typs S-300 am südlichen Rand der Stadt Dnipropetrowsk zu zerstören. „Am Sonntag, den 10. April, zerstörten hochpräzise seegestützte Kalibr-Raketen am südlichen Stadtrand von Dnepropetrowsk ein in einem Hangar verstecktes S-300-Luftabwehrsystem, das von einem der europäischen Länder an das Kiewer Regime geliefert worden war“, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, bei einer täglichen Pressekonferenz in Moskau. Vier S-300-Raketen und bis zu 25 Angehörige der ukrainischen Streitkräfte seien ebenfalls getroffen worden, fügte er hinzu. Konaschenkow erklärte, die Ukraine habe die Luftabwehrsysteme von einem europäischen Land erhalten. Um welches es sich dabei handelte, teilte er nicht mit. Die Slowakei hatte in der vergangenen Woche die Übergabe von S-300-Systemen aus sowjetischer Fertigung an die Ukraine bekanntgegeben. Der slowakische Ministerpräsident Eduard Heger bezeichnete Moskaus Bericht als Desinformation. Die Ukraine hatte wiederholt an westliche Staaten appelliert, Luftabwehrwaffen und schweres militärisches Bodengerät zu beschaffen, um den seit sechs Wochen andauernden russischen Militärangriff abwehren zu können. Die slowakische Übergabe ist der erste bekannte Fall, in dem ein Land seit dem Beginn der russischen Invasion am 24. Februar ein Luftabwehrsystem an die Ukraine geliefert hat. Im März brachten die NATO-Verbündeten Deutschland und die Niederlande drei Batterien des Patriot-Luftverteidigungssystems in die Slowakei. Bratislava erklärte damals, dass das System die S-300 nicht ersetzen, sondern ergänzen würde, und dass es in Erwägung ziehen würde, die S-300 aufzugeben, wenn es einen Ersatz bekäme. Laut Konaschenkow seien am Sonntag zudem eine Reparaturanlage mit zwei Luftabwehrsystemen Buk-M1 und Osa AKM mit „hochpräzisen luftgestützten Raketen“ in der Nähe der Siedlung Velyka Novosilka in Donezk zerstört worden. Darüber hinaus seien zwei Munitionsdepots, ein S-300-Radar, neun Panzer, fünf Panzerabwehrkanonen und fünf Mehrfachraketenwerfer zerstört worden, so der Sprecher. Das russische Luftabwehrsystem habe zudem zwei S-25-Kampfjets und vier unbemannte Luftfahrzeuge abgeschossen. Der Sprecher gab auch einen Gesamtüberblick über das, was Russland als „besondere Militäroperation“ in der Ukraine bezeichnet, und erklärte, dass bisher fast 230 ukrainische Flugzeuge und Hubschrauber, 243 Luftabwehrsysteme sowie „fast 2.100 Panzer und andere gepanzerte Kampffahrzeug“ zerstört worden seien. Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.

Auch interessant

– Balkan – Ukraine-Konflikt: Kosovo und Bosnien fordern NATO-Beitritt

Der Einfluss Russlands in Serbien ist nicht kleiner geworden, sondern hat über die Jahre sogar noch zugenommen“, so die Präsidentin des Kosovo, Vjosa Osmani.

Ukraine-Konflikt: Kosovo und Bosnien fordern NATO-Beitritt

Gaming
Deutscher Games-Markt wächst auf fast 10 Mrd. Euro

Berlin – Der deutsche Games-Markt konnte nach dem historischen Wachstumssprung 2020 auch im Folgejahr deutlich zulegen: So wurden 2021 mit Games, Gebühren für Online-Dienste sowie Games-Hardware rund 9,8 Milliarden Euro umgesetzt. Das ist ein Plus von 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bereits 2020 konnte der deutsche Games-Markt um 32 Prozent wachsen, was unter anderem an neuen Spielerinnen und Spielern lag, die während der Corona-Pandemie hinzugekommen waren. Das gab heute der game – Verband der deutschen Games-Branche auf Basis von Daten der Marktforschungsunternehmen GfK und data.ai bekannt. Die Nachfrage nach Gaming-Hardware, vor allem nach Spielekonsolen (+23 Prozent) und Zubehör für Spiele-PCs (+22 Prozent), sowie In-Game- und In-App-Käufe (+30 Prozent) waren die größten Wachstumsmotoren. „Nach dem historischen Wachstumssprung 2020 konnte der deutsche Games-Markt auch 2021 weiter stark zulegen. Das zeigt auch: Diejenigen, die Games während der Lockdowns erstmals für sich entdeckt haben, finden auch langfristig Gefallen daran“, sagt game-Geschäftsführer Felix Falk.
„Besonders erfreulich ist das starke Wachstum bei Gaming-Hardware. Ob Spielekonsolen oder Gaming-PCs: Zum wiederholten Male haben die Spielerinnen und Spieler in Deutschland stark in ihr Equipment investiert, um auch künftig Games in der bestmöglichen Qualität genießen zu können. Dabei konnte die Nachfrage nicht immer bedient werden, es wäre also sogar noch ein größerer Umsatzanstieg möglich gewesen.“
Games, Gaming-Hardware und Gebühren für Online-Dienste: Alle drei Marktsegmente konnten nochmals zulegen So wuchs der Umsatz mit Computer- und Videospielen um insgesamt 19 Prozent auf rund 5,4 Milliarden Euro. Stärkster Wachstumstreiber hierbei waren abermals die sogenannten In-Game- und In-App-Käufe, die um insgesamt 30 Prozent auf rund 4,2 Milliarden Euro zulegen konnten. Hintergrund ist der anhaltende Trend zu Free-to-Play-Spielen sowie die insgesamt längere Unterstützung einzelner Titel, die immer wieder mit neuen – kostenfreien wie kostenpflichtigen – Inhalten versorgt werden. Dagegen ist der Umsatz mit dem einmaligen Kauf von Games um 9 Prozent auf rund 1,1 Milliarden Euro eingebrochen. Auch der Umsatz mit den monatlichen Abonnement-Gebühren für einzelne Spiele – häufig setzen Online-Rollenspiele auf dieses Modell – ging um 11 Prozent auf 145 Millionen Euro zurück. Der Umsatz mit Gaming-Hardware ist insgesamt um 18 Prozent auf rund 3,6 Milliarden Euro gestiegen. Besonders stark nachgefragt sind Spielekonsolen: Obwohl manche Modelle im Handel häufig vergriffen waren, stieg der Umsatz dennoch um 23 Prozent auf 808 Millionen Euro. Rund 1 Milliarde Euro wurde mit Spiele-PCs – Desktops und Laptops – umgesetzt. Das ist ein Plus von 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Immer mehr Spielerinnen und Spieler investieren zudem in Zubehör, mit dem sich das Spielerlebnis weiter verbessern lässt. Besonders stark nachgefragt sind Grafikkarten, Tastaturen und Mäuse sowie Monitore und VR-Headsets für den Gaming-Einsatz. Der Umsatz mit Gaming-PC-Zubehör stieg um 22 Prozent auf rund 1,5 Milliarden Euro. Um 11 Prozent auf 306 Millionen Euro legte der Umsatz mit Zubehör für Spielekonsolen zu. Nach dem großen Wachstumssprung von 50 Prozent 2020 ist der Umsatz mit Gaming-Online-Diensten 2021 um weitere 4 Prozent auf 720 Millionen Euro gestiegen. Entscheidend zu diesem Wachstum haben Gaming-Abo-Dienste wie der Xbox Game Pass, EA Play und Ubisoft+ beigetragen, deren Umsatz um 22 Prozent auf 220 Millionen Euro gestiegen ist. Einen Rückgang um 13 Prozent auf 63 Millionen Euro gab es hingegen bei Cloud-Gaming-Diensten. Einer der Gründe hierfür ist, dass Cloud-Gaming-Funktionen teils kostenfrei in andere Services integriert wurden, so dass kein eigenständiger Umsatz erzielt wird. Auch der Umsatz von Online-Gaming-Diensten ist um 2 Millionen Euro auf 437 Millionen Euro gesunken. Diese werden häufig zu den verschiedenen Spielekonsolen angeboten und umfassen – je nach Angebot – kostenfreie monatliche Spiele, Games-Rabatte, die Möglichkeit Online zu spielen oder auch Cloud-Speicher für Spielstände. Informationen zu den Marktdaten Die GfK hat die Definition von Gaming-PCs angepasst. Für eine bessere Vergleichbarkeit der Daten wurde diese neue Definition auch auf die Marktdaten von 2020 angewendet, wodurch die Gaming-Hardware-Werte für 2020 geringer ausfallen als noch die vor einem Jahr kommunizierten. Die genannten Marktdaten basieren auf Erhebungen des GfK Consumer Panels und data.ai. Die GfK verwendet Erhebungsmethoden zur Erfassung der Daten des deutschen Marktes für digitale Spiele, die weltweit und qualitativ einmalig sind. Hierzu gehören unter anderem eine für die gesamte deutsche Bevölkerung repräsentative laufende Befragung von 25.000 Konsumenten zu ihren Einkaufs- und Nutzungsgewohnheiten bei digitalen Spielen sowie ein Handelspanel. Die Datenerhebungsmethoden erlauben einen einmaligen Einblick in den deutschen Markt für Computer- und Videospiele.

Auch interessant

– Videospiele – Türkei: Gaming-Industrie soll auf 10 Mrd. Dollar wachsen

Die Gaming-Industrie der Türkei wird zu einem immer wichtigeren Wirtschaftsfaktor. Das Land will ihren Anteil an der weltweit 150 Milliarden Dollar schweren Industrie von derzeit einer Milliarde Dollar auf 10 Milliarden erhöhen.

Türkei: Gaming-Industrie soll auf 10 Mrd. Dollar wachsen