Ukraine-Konflikt
Türkei: Weitere Gespräche zwischen Ukraine und Russland

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Kiew – Die Ukraine und Russland wollen vom morgigen Montag bis Mittwoch in der Türkei die Verhandlungen wieder aufnehmen. Dies teilte der ukrainische Unterhändler David Arakhamia am Sonntag mit. Die Türkei erklärte, das Treffen werde in Istanbul stattfinden. Die Ukraine bezeichnete frühere Gespräche mit Russland, die nach der russischen Invasion im vergangenen Monat aufgenommen wurden, als „sehr schwierig“. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin in einem Telefongespräch am Sonntag mitgeteilt, dass nach dem Einmarsch Moskaus in der Ukraine ein Waffenstillstand und bessere humanitäre Bedingungen erforderlich seien, wie sein Büro in einer Erklärung mitteilte. „Erdogan wies darauf hin, wie wichtig ein Waffenstillstand zwischen Russland und der Ukraine, die Umsetzung des Friedens und die Verbesserung der humanitären Bedingungen in der Region sind“, so sein Büro in einer Mitteilung über das Telefonat. Bereits Anfang des Monats empfing Ankara die Außenminister Russlands und der Ukraine in Antalya. Die Außenminister Russlands, Sergej Lawrow, und der Ukraine, Dmytro Kuleba, trafen sich zu Gesprächen in Antalya, an denen auch der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu teilnahm. Die Gespräche waren weitgehend ergebnislos, aber Ankara betrachtet die Tatsache, dass sie überhaupt stattgefunden haben, als Erfolg. Unter Beibehaltung ihrer neutralen und ausgewogenen Haltung setzt die Türkei ihre diplomatischen Bemühungen zur Deeskalation des Ukraine-Konflikts fort und fordert alle Seiten zur Zurückhaltung auf. Ankara hat sich zwar gegen internationale Sanktionen zur Isolierung Moskaus ausgesprochen, aber es hat auch seine Meerengen geschlossen, um russische Kriegsschiffe an der Durchfahrt zu hindern.

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Putin-Sprecher schließt Einsatz von Atomwaffen im Falle einer „existenziellen Bedrohung“ für Russland nicht aus.

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Ukraine-Konflikt
Forscher: Krieg könnte Meinung der Jugend zum Militär verändern

Essen – Der Ukraine-Krieg rückt das Thema Bundeswehr und Verteidigung bei Jugendlichen neu ins Bewusstsein. Nach Ansicht des Siegener Soziologen Prof. Christian Lahusen wächst unter Jugendlichen die Ansicht, dass die Demokratie wehrhaft sein muss. „Das Thema Krieg gehörte seit Langem zu den Themen, die ihnen generell Sorgen bereiten. Aber nun rückt es nahe an ihr Leben heran“, sagte Lahusen der in Essen erscheinenden Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ). „Viele Jugendliche sind politisch sehr interessiert und werden sich dazu jetzt eine klarere Meinung bilden.“ Die Diskussion über Aufrüstung und Verteidigung werde die Jugendlichen künftig umtreiben, so der Protestforscher.
„Wie klar sie sich pazifistisch verorten, wird sich zeigen, denn auch im Pazifismus gibt es eine Debatte über das Recht auf Verteidigung. Und nicht jeder Pazifist ist gegen das Militär.“
Dabei sei die Meinung der Jugendlichen keineswegs einheitlich. „Auf der einen Seite stehen jene, die weltoffen sind und liberale Ansichten vertreten und für Freiheit und Toleranz einstehen und verbindliche Rechte einfordern und verteidigen“, sagte Lahusen der WAZ. „Doch auch unter Jugendlichen gibt es etwa zehn Prozent, die rechts-nationale und rechts-populistische Meinungen vertreten und die dieses Gesellschaftsmodell ablehnen.“

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OIC-Treffen
Nordzyperns Außenminister Ertuğruloğlu fordert Ende der Sanktionen

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Lefkoşa/Islamabad – Der Außenminister Nordzyperns (TRNC), Tahsin Ertuğruloğlu, hat während eines Treffens der Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad ein Ende der Isolation gegen Nordzypern gefordert. Ertuğruloğlu sprach auf der Abschlusssitzung der 48. Konferenz des Rates der Außenminister der OIC. In den vergangenen Jahren habe die Organisation diesbezüglich Entscheidungen von großer Tragweite getroffen, jetzt sei es aber an der Zeit, statt mit Worten aktive Unterstützung zu leisten. „Zyperntürken seit 1963 ihrer Menschenrechte beraubt“ Auf der Abschlusssitzung des Treffens der Außenminister betonte er, dass die Zyperntürken seit 1963 ihrer Menschenrechte beraubt und in allen Lebensbereichen einer ungerechten Isolation ausgesetzt seien. Der Außenminister zeigte sich zuversichtlich, dass sich die OIC-Mitgliedsstaaten nicht nur an Entscheidungen über die Situation in Zypern halten, sondern relevante Entscheidungen in Maßnahmen umsetzen werden, um die unmenschliche Isolation der Zyperntürken zu beseitigen. Eine Insel, zwei getrennte Staaten Ertuğruloğlu beschrieb Zypern als eine Insel mit zwei getrennten souveränen Staaten, von denen keiner das Recht habe, die Insel als Ganzes zu repräsentieren, und fügte hinzu, dass die Herangehensweise an die Zypernfrage diese Realität berücksichtigen sollte. Ertuğruloğlu wies darauf hin, dass Ankaras Hoffnungen auf eine gerechte Welt dank der Hilfe für Nordzypern immer noch bestehe und dankte der Türkei für ihre Unterstützung. Tahsin Ertuğruloğlu gilt als erfahrener Politiker, der schon mehrfach das Amt des Außenministers ausübte und vor wenigen Wochen durch eine Kabinettsumbildung von Hasan Taçoy den Außenministerposten übernahm und Taçoy zum Arbeits- und Sozialminister ernannt wurde. Kemal Bölge

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Türkei
Opposition stimmt für Immunitätsaufhebung von HDP-Abgeordneten Semra Güzel

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Ankara – Die Generalstaatsanwaltschaft in Ankara hat einen Fahndungsbeschluss gegen die HDP-Abgeordnete Semra Güzel erlassen. 2017 gelang es türkischen Sicherheitskräften bei einer Anti-Terror-Operation gegen die PKK in Adıyaman den mutmaßlichen Terroristen Volkan Bora außer Gefecht zu setzen. Ermittler stellten in dessen Smartphone Fotos mit der HDP-Abgeordneten sicher. Nachdem Fotos Boras mit der Abgeordneten an die Öffentlichkeit gelangten, hatte die Generalstaatsanwaltschaft Ankara ihren Untersuchungsbericht zu Güzel an das türkische Justizministerium übermittelt. Die Anklagebehörde verfasste zwei Untersuchungsberichte, woraufhin bei einer Abstimmung im türkischen Parlament ihre Immunität mit den Stimmen der oppositionellen CHP und IYI Partei aufgehoben wurde. Abgeordnete erschien nicht zur Vorladung Nachdem die Abgeordnetenimmunität aufgehoben war, gelangte der Untersuchungsbericht an die zuständige Generalstaatsanwaltschaft. Die wiederum begann mit Ermittlungen gegen Güzel wegen „Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung“ und trotz Vorladung mit Fristverstreichung erschien sie nicht vor Gericht. Da Güzel von der Polizei an der angegebenen Adresse nicht aufgefunden wurde, hat die Staatsanwaltschaft beim Strafgericht einen Antrag zum Fahndungsbeschluss gestellt, dem das Gericht stattgab. Die PKK wird von der Türkei und den USA sowie der EU als terroristische Organisation eingestuft. Sie wird für den Tod von mehr als 40.000 Menschen, darunter viele Frauen und Kinder, verantwortlich gemacht. Kemal Bölge

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Forsa-Umfrage
TÜV: Homeoffice macht dick

Umfrage des TÜV-Verbands: 30 Prozent fühlen sich allein oder isoliert Lange Phasen im Homeoffice führen bei vielen Beschäftigten zu psychischen Problemen: Fast jede:r Dritte derzeit im Homeoffice bzw. mobil arbeitende Erwerbstätige fühlt sich oft allein oder isoliert (30 Prozent). Und jede:r Achte empfindet die Arbeit im Homeoffice häufig als psychische Belastung (12 Prozent). Das hat eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag des TÜV-Verbands unter 1.507 Erwerbstätigen ergeben. „Eng getaktete Videokonferenzen, kaum Pausen und die fehlenden persönlichen Kontakte führen bei vielen Beschäftigten im Homeoffice zu Erschöpfung, Gereiztheit oder Gefühlen der Isolation. Die Arbeitszeit nimmt zudem zu, da Laptop und Diensttelefon oft bis in die späten Abendstunden eingeschaltet sind. Das klassische Ausstempeln an der Stechuhr gibt es nicht mehr „, sagt André Siegl, Arbeitsschutzexperte des TÜV-Verbands. „Verschärfend kommen ergonomisch unzureichend eingerichtete Arbeitsplätze und der Bewegungsmangel hinzu.“ Homeoffice macht dick: Jeder Dritte legt im Homeoffice wegen Bewegungsmangel an Gewicht zu Zwei von drei Arbeitnehmer:innen geben an, dass sie sich bei häufiger Arbeit im Homeoffice zu wenig körperlich bewegen (65 Prozent). Und mehr als jede:r Dritte hat laut Umfrage während längerer Phasen im Homeoffice an Körpergewicht zugelegt (37 Prozent). „Wenn tägliche Arbeitswege wie der Gang oder die Fahrt mit dem Rad zur Arbeit wegfallen, macht Homeoffice dick“, sagt Siegl. Nur jede:r zweite Befragte verfügt im Homeoffice über einen ergonomisch eingerichteten Arbeitsplatz mit Bürostuhl, Schreibtisch, externer Tastatur und großem Bildschirm (51 Prozent). Die Folge sind Kopf- und Rückenschmerzen, muskuläre Verspannungen oder brennende Augen. „Nach zwei Jahren Pandemie mit langen Homeoffice-Zeiten sind viele Arbeitnehmer körperlich und mental angeschlagen“, sagt Siegl. Gerade die Kombination aus psychischen und physischen Belastungen erhöhe die Gefahr von langwierigen Krankheiten und Burnout. Nach dem Auslaufen der Homeoffice-Pflicht sollten Arbeitgeber jetzt die Arbeitsorganisation an die neuen Gegebenheiten anpassen. Das betrifft unter anderem die arbeitsrechtlichen Regelungen zum mobilen Arbeiten, die Ausstattung der Homeoffice-Arbeitsplätze und die Gestaltung der Arbeit in den Büroräumen. Arbeitgeber sollten gesundheitsfördernde Unternehmenskultur anstreben „In den Büroräumen wird neben der Arbeit das soziale Miteinander der Kolleginnen und Kollegen immer wichtiger“, sagt Siegl. Dafür müssten Unternehmen jetzt Anreize schaffen und auch eine Neugestaltung der Büroflächen mit Sitzecken, großzügigen Kaffee-Küchen oder flexiblen Workshop-Räumen in Betracht ziehen, um Begegnungen und kreatives Arbeiten im Team zu ermöglichen. Entscheidend sei aber eine gesundheitsfördernde Unternehmenskultur. Dazu gehören an erster Stelle Vorgesetze, die Mitarbeiter:innen fürsorglich behandeln, sie bei ihrer Arbeit unterstützen und in Entscheidungen einbeziehen. Arbeitgeber sollten Fortbildungen zum Zeit- und Selbstmanagement, Stressbewältigung oder Gesundheitsförderung anbieten und Regeln für eine effiziente und rücksichtsvolle interne Kommunikation festlegen. „Arbeitspsychologische Angebote sollten selbstverständlich sein und von den Arbeitnehmern jederzeit anonym in Anspruch genommen werden können“, betont Siegl. So könnten Unternehmen und Beschäftigte besser mit Krisensituationen umgehen. Laut den Ergebnissen der Umfrage arbeitete vor dem Auslaufen der Homeoffice-Pflicht am 20. März 2022 fast jede:r vierte Beschäftigte (23 Prozent) ausschließlich im Homeoffice oder mobil. Weitere 21 Prozent gaben an, dass sich bei ihnen Homeoffice und das Arbeiten im Büro abwechseln.

Oberverwaltungsgericht
Lüneburg: Ausbürgerung wegen PKK-Mitgliedschaft

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Lüneburg – Wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung nahm die zuständige Behörde in Niedersachsen 2019 eine im Jahr 2014 vollzogene Einbürgerung eines Mannes zurück. Gegen die Rücknahme der Einbürgerung erhob der Mann Klage. Der Einbürgerungswerber habe, so die Begründung, während des laufenden Verfahrens verschwiegen, Mitglied der Jugendorganisation der PKK geworden und damit Unterstützungshandlungen für eine als terroristische Vereinigung eingestufte Organisation ausgeführt zu haben, berichtete TRT Deutsch im November letzten Jahres. Der Kläger sei unter anderem dadurch aufgefallen, dass er „in den sozialen Medien Seiten von PKK-nahen Organisationen folgte, Beiträge mit ‚Gefällt mir‘ markierte oder selbst solche verfasste“. Zudem hätte er Vereinstreffen PKK-naher (Jugend-)Organisationen besucht, berichtete TRT Deutsch mit Hinweis auf die Gerichtsentscheidung. Der Kläger stellte darauffolgend Antrag auf Zulassung der Berufung, welchen das Oberverwaltungsgericht Lüneburg nicht zuließ. Da der Kläger eine terroristische oder jedenfalls den Terrorismus unterstützende Vereinigung nicht nur unterstützt, sondern auch Mitglied einer solchen Vereinigung gewesen war, hätten „die Voraussetzungen für eine Rücknahme der Einbürgerung gemäß § 35 StAG vorgelegen“, berichtet das Rechtsportal Kostenlose Urteile. Die Einbürgerung sei demnach gemäß § 11 Nr. 1 StAG rechtswidrig gewesen.

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Nach vielen Jahrzehnten der Angst und Drohungen sowie Einschüchterungen der PKK, trauen sich immer mehr Kurdischstämmige gegen die Terrororganisation offen Stellung zu beziehen.

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Flutkatastrophe 2021
NRW-SPD fordert Rücktritt von Umweltministerin Heinen-Esser

Düsseldorf – Die SPD im Düsseldorfer Landtag fordert den Rücktritt von NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser. Grund sind neue Einlassungen der CDU-Politikerin im Zusammenhang mit dem Mallorca-Aufenthalt der CDU-Politikerin während der Flutkatastrophe im Juli 2021. In ihrer ersten Vernehmung habe die Ministerin im Untersuchungssauschuss des Landtags zur Flutkatastrophe zu Protokoll gegeben, sie habe sich nach einer kurzen Urlaubsunterbrechung um die Rückreise aller Urlaubsteilnehmer kümmern müssen und sich deshalb zurück nach Mallorca begeben, sagte Stefan Kämmerling, Obmann der SPD im Flutausschuss, dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Nun stelle sich die Situation aber anders dar. „Offenbar hat sie doch nur ihren Urlaub zu Ende gebracht, die Rückflüge dürften längst gebucht gewesen sein“, erklärte der Landtagabgeordnete. „Statt Home-Office waren es also wohl doch nur Ferien“, fügte der SPD-Politiker hinzu. „Die Ministerin hatte keinerlei Gespür für die Not der Menschen, und sie verfügt offenbar auch nicht über ein angemessenes Amtsverständnis. Sie muss umgehend zurücktreten“, forderte Kämmerling. In einem Medienbericht hatte sich Heinen-Esser für ihr Verhalten entschuldigt. „Wenn ich die Ausführungen von Ministerin Heinen-Esser richtig verstehe, dann hat ihr Mann auf Mallorca auf sie gewartet, während sie in den Flieger nach Spanien gestiegen ist. Es gab also offenkundig nicht wirklich zwingend einen Grund dafür, dass sie persönlich auf die Urlaubsinsel zurückkehren musste“, sagte Kämmerling. Man dürfe nicht vergessen, dass die Betroffenen zu dieser Zeit „hüfttief im Schlamm und in den Trümmern ihrer Existenz“ gestanden hätten. Die Steinbachtalsperre in der Nähe von Euskirchen sei tagelang vom Hochwasser bedroht gewesen, ein Dammbruch habe nur durch das beherzte und mutige Handeln eines Tiefbauunternehmers verhindert werden können. „Dass eine Umweltministerin zu demselben Zeitpunkt in ein Flugzeug steigt, um ihren Urlaub fortzusetzen, ist für mich und die zehntausenden Betroffenen nicht begreiflich“, sagte der SPD-Politiker der Zeitung.

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– Ukraine-Konflikt – Kiew: Tschetschenen-Führer Cheberloyevsky dankt Türkei für Unterstützung

Im Krieg in der Ukraine setzt die russische Regierung auf die Unterstützung Ramsan Kadyrows, Herrscher der russischen Teilrepublik Tschetschenien. Jedoch kämpfen auch auf der Seite der Ukraine Tschetschenen. NEX24 traf deren Anführer Muslim Cheberloyevsky in Kiew.

Kiew: Tschetschenen-Führer Cheberloyevsky dankt Türkei für Unterstützung

Ukraine-Konflikt
Kiew: Tschetschenen-Führer Cheberloyevsky dankt Türkei für Unterstützung

Kiew – Im Krieg in der Ukraine setzt die russische Regierung auf die Unterstützung Ramsan Kadyrows, Herrscher der russischen Teilrepublik Tschetschenien. Kadyrow, Verbündeter des russischen Präsidenten Wladimir Putin, ermutigte tschetschenische Kämpfer in Nachrichten auf seinem Telegram-Konto. „Die kompromisslosen und universellen Kämpfer der Tschetschenischen Republik überwinden alle Schwierigkeiten auf ihrem Weg und bewegen sich wie eine rasende Lawine. Maschallah! Die Löwen Allahs! Allah Akhbar“, schrieb Kadyrow. Einen Tag nach Kriegsbeginn ließ Kadyrow 12.000 schwarz gekleidete Kämpfer der tschetschenischen Nationalgarde in der Hauptstadt Grosny antreten. Bereits in den ersten Tagen des russisch-ukrainischen Konflikts verbreiteten sich in den sozialen Netzwerken Bilder von tschetschenischen Kämpfern, die sich angeblich darauf vorbereiteten, an der Seite der russischen Truppen in der Ukraine zu kämpfen. Tschetschenen auf der Seite der Ukraine Jedoch kämpfen auch auf der Seite der Ukraine bereits seit 2014 Tschetschenen gegen Russland, wie etwa das Scheich Mansur-Bataillon. Der Anführer Muslim Cheberloyevsky bezeichnete Kadyrow in einem Interview als „Putins Sklave und Hund“. „Natürlich ist es uns peinlich, wenn sie sagen: Die Tschetschenen haben die Ukraine angegriffen, die Tschetschenen sind gekommen. Die Tschetschenen sind nicht gekommen und haben nicht angegriffen. Niemals in der Geschichte waren die Tschetschenen der Ukraine feindlich gesinnt. Und sie werden es auch nie sein. Diejenigen, die sich Tschetschenen nennen, sind Freaks. Tschetschenien, das in zwei Kriegen gegen Russland kämpfte, hat 300.000 Einwohner von einer Million verloren! Weitere 300.000 Menschen haben Tschetschenien verlassen und leben jetzt außerhalb Tschetscheniens. Das sind die Tschetschenen, die sich als die wahren Tschetschenen bezeichnen können. Aber diese Freaks sind Putins Unterstützer“, sagte er gegenüber Radio Svoboda. Cheberloyevsky dankt Türkei Cheberloyevsky sprach der Türkei am Mittwoch für ihre humanitäre Unterstützung seinen Dank aus und betonte, dass die Ukraine zur Verteidigung des Landes weitere Bayraktar-Kampfdrohnen benötige. Er dankte auch den zahlreichen türkischen Freiwilligen, die in der Ukraine bei der Beschaffung und Verteilung von Hilfsgütern im Einsatz seien. Bei dem Treffen bat der in Kiew lebende türkische Unternehmer Tanju Karabunar Cheberloyevsky für die Einrichtung von Hilfskorridoren nach Kiew um Unterstützung, welche der Tschetschenen-Führer ihm zusicherte. „Wir haben ihn bei der Einrichtung von Hilfskorridoren nach Kiew um Unterstützung gebeten. Er hat uns seine Hilfe zugesagt und betont, dass sie alles in ihrer Macht stehende tun werden um der Zivilbevölkerung zu helfen“, so Karabunar. Es bestehe auch in Kiew ein dringender Bedarf an allen Hilfsgütern, wie etwa Mehl, Konservennahrung, Decken, Gaslampen, Batterien, Feuerzeugen, Medikamenten, Babynahrung oder festen Schuhen, so Karabunar, der die Hilfsgüter in der Türkei beschafft und die Verteilung in Kiew organisiert. Vor drei Wochen startete Russland eine Invasion der Ukraine. In einer im Fernsehen übertragenen Rede sagte Wladimir Putin, es handele sich um eine „Sonderoperation“ zur Entwaffnung und „Entnazifizierung“ der Ukraine. Die Ukraine und der Westen lehnen seine erklärten Ziele der Entmilitarisierung und „Entnazifizierung“ des Landes als Vorwand für einen Krieg gegen ein Land mit einem demokratisch gewählten jüdischen Präsidenten, Wolodymyr Zelenskij, ab.

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Ukraine-Konflikt
Ukraine: Deutschland liefert 1700 weitere Flugabwehrwaffen

Berlin – Die Bundesregierung wird 1700 weitere Flugabwehrwaffen vom Typ Strela an die Ukraine liefern. Die Waffen sollen nach einer Meldung der BILD-Zeitung unverzüglich geliefert werden. Der Bundessicherheitsrat habe sich am Dienstag in geheimer Sitzung darauf geeinigt. Wie die BILD weiter berichtet, waren von den ursprünglich 2700 Systemen des Typs Strela 500 bereits an die Ukraine übergeben worden. 500 weitere und die restlichen 1700 sollen nun unverzüglich auf den Weg gebracht werden. Dem Bericht zufolge werfen sich Kanzleramt und Bundesverteidigungsministerium gegenseitig vor, die Auslieferung der Waffen blockiert zu haben. Bundeskanzler Olaf Scholz habe einen vom Verteidigungsministerium bereits Anfang März in den Bundessicherheitsrat eingereichte Entscheidungsvorlage mit 2000 Strela-Systemen blockiert. Am Mittwoch habe die BILD aus Regierungskreisen jedoch erfahren, dass Verteidigungsministerin Christine Lambrecht einen Großteil der freigegebenen Strela-Systeme zurückgehalten haben soll. Die Strela (russisch Стрела-3 ‚Pfeil‘, Betonung: Strelá) ist die Bezeichnung einer schultergestützten Kurzstrecken-Boden-Luft-Rakete aus sowjetischer bzw. russischer Produktion und aus ehemaligen Beständen der Nationalen Volksarmee (NVA) der DDR. Strela ist heute vor allem in ehemaligen Staaten des Warschauer Paktes weit verbreitet. Das Geschoss steuert nach dem Abschuss selbst über Infrarot- und Ultraviolettsignale anfliegende Ziele an.

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Ukraine-Konflikt
Aeroflot-Vize Panow: „Ich bin gegen diesen Krieg“

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Hamburg – Am 12. März 2022 verkündete der Vizechef halbstaatlichen russischen Fluggesellschaft Aeroflot, Andrej Panow, seinen Ausstieg und deutete einen Zusammenhang zum Ukraine-Krieg an. „Wir sind aus Russland ausgereist. Ich habe Aeroflot verlassen. Das alte Leben ist beendet“, schrieb Panow auf Facebook. Zuvor war bereits der Chef der Billigfluglinie Pobeda, Andrej Kalmykow, zurückgetreten. Pobeda gehört ebenfalls zum Aeroflot-Konzern. Panow äußert sich gegenüber der Wochenzeitung DIE ZEIT erstmals dazu, warum er seinen Job bei der Airline gekündigt und Russland verlassen hat. „Ich bin gegen diesen Krieg. Jeder Mensch sollte friedlich protestieren dürfen. Ich möchte das Recht haben, zu sagen, dass ich gegen den Krieg bin. Für mich, für meine Kinder“, sagt Panow der ZEIT. „Als Gegner des Krieges kann ich nicht mehr für ein Unternehmen arbeiten, das dem Staat gehört. Da gab es nicht viel zu überlegen.“ Panow war seit 2018 im Aeroflot-Vorstand verantwortlich für die Bereiche Strategie, Service und Marketing. Der ZEIT sagt er bei einem Treffen in Tel Aviv: „Ich habe keine Ahnung, wie mein neues Leben aussehen wird. Ich weiß noch nicht mal, was die nächsten Tage bringen.“ Aeroflot ist die größte russische Fluggesellschaft und zu 57 Prozent in Besitz des russischen Staats. Aeroflot-Chef Michail Polubojarinow steht wegen seiner Nähe zum russischen Präsident Wladimir Putin auf der Sanktionsliste der Europäischen Union. Zahlreiche westliche Länder, darunter die EU und die USA, haben ihren Luftraum für russische Flugzeuge gesperrt, das internationale Geschäft der Airline ist zum Erliegen gekommen.

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