Türkei
Erdogan: Türkei bewahrte EU vor neuer Flüchtlingskrise

Ankara – Bei einem Treffen mit den Botschaftern der Länder der Europäischen Union (EU) erklärte der türkische Präsident, dass die Türkei eine neue Flüchtlingskrise verhindert habe. Ohne die „außergewöhnlichen Bemühungen der Türkei“ würden Europa und Syrien eine völlig andere Situation erleben, so Recep Tayyip Erdogan. Die Türkei habe zudem mit ihrer Präsenz in Syrien dazu beigetragen, die territoriale Integrität Syriens zu bewahren und gleichzeitig neue Migrationswellen abzuwenden. Erdogan:
Jeder gewissenhafte Mensch wird zugeben, dass sowohl Syrien als auch Europa ohne die außergewöhnlichen Bemühungen der Türkei heute in einer ganz anderen Situation wären. Die Migrationskrise hätte sich verschärft, die Zahl der Opfer wäre weiter gestiegen, der Terror wäre eskaliert und die Instabilität hätte sich auf ein viel größeres Gebiet ausgedehnt, wenn wir nicht gewesen wären.
„Wir haben durch unsere grenzüberschreitenden Operationen verhindert, dass sich der Norden Syriens zu einer Terror-Drehscheibe entwickelt, die Terroristen in die ganze Welt exportiert“ erklärte Erdogan weiter. Trotz ihrer gewaltigen Bemühungen in der Migrationskrise habe die Türkei jedoch keine angemessene Unterstützung von der EU erhalten. Erdogan forderte in seiner Rede eine Aktualisierung des Abkommens von 2016, wonach Brüssel Ankara Gelder zur Verfügung stellt, um das Management von Flüchtlingen zu unterstützen, die sich auf türkischem Territorium aufhalten – nach offiziellen Angaben bis zu vier Millionen Syrer – und im Gegenzug die Grenzen für Migranten zu schließen, die versuchen, von der Türkei aus illegal in die EU zu gelangen. „Die selbstlosen Bemühungen der Türkei haben eine Verschlimmerung der Situation und das Entstehen neuer Wunden in unseren Herzen, wie die des kleinen Aylan, abgewendet. Eine weitere Errungenschaft unseres Landes ist die sichere und freiwillige Rückkehr von fast 500 Tausend Syrern, die unsere Gäste waren, in ihre Heimat. Trotz dieser Tatsachen hat die Türkei jedoch keine nennenswerte Unterstützung von der EU in ihrem Kampf gegen die Migrationskrise erhalten. Wir erwarten von Europa, dass es die Last dieser Situation mit uns teilt“, sagte Erdogan und verwies auf die mangelnde Unterstützung Brüssels bei den Plänen, syrische Flüchtlinge, die sich in der Türkei aufhalten, in ihre Heimat zurückzuführen. Erdogan: „Die Bemühungen, die wir für die Rückkehr der Syrer in die vom Terror befreiten Gebiete unternommen haben, wurden nicht unterstützt. Wir haben die Wohnungs- und Infrastrukturprojekte, zu denen Europa nicht beigetragen hat, ganz allein mit der Unterstützung unseres Landes und von Nichtregierungsorganisationen durchgeführt. Außerdem hat die Krise mit Weißrussland wieder einmal gezeigt, dass es der Union an einer nachhaltigen Politik zur Bekämpfung der Migration fehlt.“ EU-Mitgliedschaft weiterhin Priorität der Türkei Trotz aller Ungerechtigkeiten, denen die Türkei ausgesetzt sei, bleibe die EU jedoch weiterhin eine strategische Priorität. „Die Türkei, die geografisch, historisch und gesellschaftlich ein Teil des europäischen Kontinents ist, ist ihrem Ziel der vollen EU-Mitgliedschaft gewiss verpflichtet. Trotz aller Ungerechtigkeiten, denen wir ausgesetzt waren, bleibt die EU unsere strategische Priorität“, erklärte der türkische Staatschef weiter. An diesem kritischen Wendepunkt sei es für die Türkei und die EU noch wichtiger geworden, ihre Beziehungen in allen Bereichen zu verbessern.

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– Türkei – Treffen mit Erdogan: Yusuf Islam lobt Flüchtlingspolitik der Türkei

Der britische Sänger und Songwriter Yusuf Islam, der vor seinem Übertritt zum Islam (1977) als Cat Stevens bekannt war, hat während seines Besuchs in Ankara die Rolle der Türkei bei der Versorgung der Flüchtlinge gelobt.

Treffen mit Erdogan: Yusuf Islam lobt Flüchtlingspolitik der Türkei

Indien
Hindu-Extremisten rufen zum Völkermord gegen Muslime auf

Delhi – Unter tosendem Applaus ihrer Anhänger, hat die Hindu-Extremistin und ranghohes Mitglied der Hindu Mahasabha-Partei, Pooja Shakun Pandey, während einer dreitägigen Konferenz in der nordindischen Stadt Haridwar ihre Unterstützer aufgerufen, Muslime zu töten und „das Land zu schützen“. „Wenn 100 von uns Soldaten werden und bereit sind, 2 Millionen (Muslime) zu töten, dann werden wir gewinnen … Indien schützen und es zu einer Hindu-Nation machen“, sagte Pandeyin in einem Video der Veranstaltung, berichtet CNN. Auch die Gewaltaufrufe anderer religiöser Führer wurden von den Anhängern gefeiert. Dies war jedoch nur der jüngste in einer Reihe von islamfeindlichen Vorfällen in Indien. Am letzten Tag des Jahres 2021 schaltete beispielsweise eine führende überregionale Tageszeitung eine offen islamfeindliche Anzeige, die von der Regierung von Uttar Pradesh – Indiens bevölkerungsreichstem Bundesstaat – finanziert wurde. Ebenfalls im Dezember stellte Indiens rechtsextremer Premierminister Narendra Modi in zwei seiner öffentlichen Reden Verbindungen zwischen muslimischen Persönlichkeiten aus der fernen Geschichte Indiens und dem heutigen „Terrorismus und religiösen Extremismus“ her und deutete an, dass Indiens Muslime für die angeblichen Verbrechen ihrer „Vorfahren“ verantwortlich gemacht und bestraft werden sollten. Die antimuslimische Propaganda, die von Indiens gewählten und nicht gewählten Führern betrieben wird, wird auch von den islamfeindlichen Medien des Landes sowie von antimuslimischen Gesetzen und Maßnahmen unterstützt, die in vielen Bundesstaaten verabschiedet oder vorgeschlagen wurden. Die Muslime in Indien fühlen sich bedroht, seit die hindunationalistische BJP 2014 an die Macht kam. Doch im vergangenen Jahr wurde die Feindseligkeit gegenüber dieser Gemeinschaft noch deutlicher. Heute machen rechtsextreme Hindu-Nationalisten mit Unterstützung und zuweilen Ermutigung durch die Regierung und lokale Behörden den Muslimen klar, dass sie in ihrem eigenen Land nicht mehr als gleichberechtigte Bürger angesehen werden. Ihre Ernährungsgewohnheiten und religiösen Rituale werden angegriffen und sogar kriminalisiert. Muslimische Frauen werden gedemütigt und belästigt, nur weil sie Muslime sind. Dieser Trend stelle eine ernsthafte Gefahr für Muslime dar und könne sich noch verschlimmern, wenn in den kommenden Monaten in mehreren indischen Bundesstaaten Wahlen anstehen, so die Analysten gegenüber CNN. Verbindungen zu rechten Parteien weltweit Im Oktober 2019 besuchten 23 Mitglieder des Europäischen Parlaments Kaschmir, nur zwei Monate nachdem die indische Regierung den besonderen Autonomiestatus der Region aufgehoben hatte. Die Reise löste eine Kontroverse aus, als sich herausstellte, dass die meisten Abgeordneten rechtsextremen Parteien angehörten, darunter Frankreichs National Rally (früher Nationale Front) und Deutschlands Alternative für Deutschland (AfD). Es war nicht nur die Zugehörigkeit dieser Besucher, die die Aufmerksamkeit auf sich zog: Die Europaabgeordneten hatten Zugang zu Kaschmir erhalten, obwohl ausländischen Journalisten und einheimischen Politikern der Zugang zu der Region verwehrt wurde. Dieser Besuch war ein weiteres Beispiel für die wachsenden Verbindungen zwischen der extremen Rechten in Indien und Europa, eine Verbindung, die in erster Linie in einer gemeinsamen Feindseligkeit gegenüber Einwanderern und Muslimen wurzelt und in ähnlichen übergreifenden nationalistischen Visionen zum Ausdruck kommt. Die rechtsextreme Agenda wird sowohl in Indien als auch in Europa zunehmend normalisiert und zu einem Teil des politischen Mainstream-Diskurses. Die Verbindung zwischen rechtsextremen Ideologien in diesen Regionen besteht schon lange vor dem relativ jungen Aufstieg rechtspopulistischer Führer. Bereits in den 1930er Jahren kollaborierten Hindu-Nationalisten mit dem faschistischen Italien und nationalsozialistischen Deutschland, um ihre rechtsextremen Projekte voranzutreiben. Einer der Pioniere des Hindu-Nationalismus, V.D. Savarkar, schrieb einmal, dass Indien sein „muslimisches Problem“ nach dem Vorbild der Nazis mit ihrem „jüdischen Problem“ angehen sollte. Auch interessant

– Islamophobie – Mesut Özil: Islamfeindlichkeit und Antisemitismus mit Barmherzigkeit „entwaffnen“

Der deutsche Weltmeister von 2014 hat die Muslime aufgefordert, Islamophobie und Antisemitismus mit „Barmherzigkeit zu entwaffnen“.

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Iran-Sanktionen
US-Berufungsgericht setzt Strafverfolgung der türkischen Halkbank aus

New York – Inmitten der Ukraine-Krise mit Russland hat ein US-Berufungsgericht die Strafverfolgung der türkischen Staatsbank Halkbank wegen angeblicher Unterstützung des Irans bei der Umgehung amerikanischer Sanktionen ausgesetzt. Halkbank legte zuvor beim Obersten Gerichtshof der USA Berufung ein. Das Kreditinstitut soll in illegale Geschäfte zugunsten des Irans verstrickt sein. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, ermöglicht der Beschluss des 2. US-Berufungsgerichts in Manhattan vom Freitag  der Halkbank, Berufung einzulegen, ohne sich gleichzeitig gegen das Strafverfahren verteidigen zu müssen. Das US-Justizministerium hatte sich gegen einen Aufschub ausgesprochen. In einer Entscheidung vom 22. Oktober erklärte der 2. Bundesberufungsgerichtshof, dass die Halkbank strafrechtlich verfolgt werden könne, da es sich bei ihrem angeblichen Vergehen um eine kommerzielle Tätigkeit handele, die nicht unter die Immunität des Staates falle. Die Halkbank erklärte, diese Entscheidung stehe im Widerspruch zu den Präzedenzfällen des Obersten Gerichtshofs, da sie „den ersten Strafprozess gegen einen ausländischen Staat in der Geschichte der Nation“ einleite. Die Bank würde einen „nicht wiedergutzumachenden Schaden erleiden“, wenn sie gezwungen wäre, sich gegen einen Fall zu verteidigen, gegen den sie immun sei. Halkbank soll nach Ansicht der Anklage von 2012 bis 2016 rund 20 Milliarden US-Dollar an iranischen Geldern verschoben, sowie „Einnahmen von Öl in Gold in Bargeld umgewandelt haben, um iranischen Interessen zu dienen“. Die 1933 gegründete Bank mit Hauptsitz in Ankara ist die siebtgrößte Bank in der Türkei.

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– Prozess in den USA – Türkei: 40 Prozent der CHP-Wähler glauben an eine US-Justiz-Farce

Laut einer Umfrage des Umfrageinstituts A&G glauben 70 Prozent der Türken an eine US-Justiz-Farce, um die türkische Regierung und die Türkei unter Druck zu setzen.

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Tierschutz
Bundesregierung will ganzjährige Anbindehaltung von Kühen beenden

Osnabrück – Die Bundesregierung will die ganzjährige Anbindehaltung von Kühen beenden. Das bestätigte eine Sprecherin des Bundeslandwirtschaftsministeriums der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). Die „wesentlichen arteigenen Verhaltensweisen von Rindern“ seien erheblich eingeschränkt, deswegen müsse die Anbindehaltung „aus tierschutzfachlicher Sicht auslaufen“. Es „muss das Ziel sein, vollständig aus dieser Haltungsform auszusteigen“, zitiert die „NOZ“ die Ministeriumssprecherin. Weitere Details nannte sie zunächst nicht, eine angemessene Übergangszeit soll den betroffenen Landwirten beim Ausstieg aber gewährt werden. Im Koalitionsvertrag der Ampel-Parteien ist ein Zeitraum von zehn Jahren hinterlegt. Zuvor hatten neben Edeka und Netto auch Aldi Süd und Nord angekündigt, künftig bei Trinkmilch-Eigenmarken nur noch Milch aus höheren Haltungsformen verkaufen zu wollen. Das schließt Anbindehaltung aus. Wie viele Kühe in Deutschland so gehalten werden, ist unklar. Die Landwirtschaftszählung 2020 ergab 1,1 Millionen entsprechende Haltungsplätze. Dies bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass die Kühe ganzjährig angebunden sind. Bauernpräsident Joachim Rukwied sagte der „NOZ“: „Langfristig gesehen, hat eine ganzjährige Anbindehaltung weder für das Tier noch für den Bauern eine Zukunftsperspektive.“ Einen Ausstieg binnen zehn Jahren, wie von der Ampel-Koalition geplant, nannte er ein „realistisches Zeitfenster“. Er rief aber dazu auf, solche Betriebe zu erhalten, die ihre Tiere nur in den Wintermonaten anbinden und im Sommer „auf die Alm schicken“. Dafür brauche es eine gesonderte Lösung.

Corona-Krise
Zentralrat der Juden verurteilt Vergleiche zwischen Corona-Politik und Drittem Reich

Osnabrück – Auf Demonstrationen von „Querdenkern“ werden Maßnahmen gegen die Pandemie immer wieder mit dem NS-Terror gleichgesetzt. Der Präsident des Zentralrates der Juden, Josef Schuster, kritisiert massiv Vergleiche zwischen der deutschen Corona-Politik und dem Dritten Reich. Im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) sagte Schuster: „Ich habe dafür überhaupt kein Verständnis. Ich missbillige diese Vergleiche, unter anderem weil Juden im Dritten Reich keine Möglichkeit hatten zu entkommen.“ Schuster fügte hinzu: „Die Menschen, die heute diese Vergleiche anstellen, bezeichnen staatliche Maßnahmen als Verfolgung. Das ist schlicht falsch.“ Ungeimpfte würden aus Gründen des Gesundheitsschutzes aus bestimmten Bereichen ausgegrenzt, in denen 2G herrsche. Der Mediziner sagte: „Ohne Impfung kann ich heute zum Beispiel nicht in ein Restaurant gehen. Aber die Menschen haben es selbst in der Hand, das zu ändern – sie müssen sich nur impfen lassen.“ „Mit dem Beginn der Proteste gegen die Infektionsschutzmaßnahmen haben wir nicht nur eine deutliche Zunahme von Shoah-Relativierungen und antisemitischen Verschwörungserzählungen erlebt, sondern ebenso, dass diese sich nicht mehr alleine auf das rechtsextremistische Spektrum beschränken“, sagte auch Remko Leemhuis, Direktor des American Jewish Committee in Berlin, im Gespräch mit tagesschau.de. Vielmehr reichten diese mittlerweile bis weit in die Mitte der Gesellschaft und würden „immer offener geäußert“. Diese Gleichsetzungen hätten sich mittlerweile bei nahezu jeder Kundgebung und Demonstration sowie im Internet verfestigt.

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– Corona-Fakenews – Zur „Pathologie-Konferenz“ der Impfgegner

Hochtrabende Namen – erfundene Fälle: So tricksen die Impfgegner. Mit diversen „Konferenzen“, „Ausschüssen“ und „Stiftungen“ versuchen Impfgegner und radikale Kritiker der Corona-Maßnahmen, die Corona-Schutzimpfung zu sabotieren. Sie werfen etablierten Medien und Wissenschaftlern vor, einseitig und manipulativ zu informieren. Ein Vorwurf, der auf sie selbst zurückfällt.

Zur „Pathologie-Konferenz“ der Impfgegner

Migration
Pakistan und Türkei wollen illegale Migration bekämpfen

Islamabad – Die Minister erörterten mehrere Themen, darunter Frieden in der Region, illegale Einwanderung, Menschenhandel und verschiedene gegenseitige Interessen, berichten pakistanische Medien. Während des Gesprächs brachten die Innenminister den Wunsch Pakistans zum Ausdruck, die Beziehungen zur Türkei auszubauen. Die beiden Minister seien übereingekommen, gemeinsam gegen illegale Einwanderung und Menschenschmuggel vorzugehen, da dies ein „gemeinsames Ziel“ für beide Länder sei. „Pakistan verfolgt eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Personen, die in diese Handlungen verwickelt sind“, so Rasheed. „Das Innenministerium und die FIA werden strenge Maßnahmen ergreifen, um die illegale Einwanderung aus Pakistan in die Türkei zu stoppen“, fügte er hinzu. Der Minister betonte, dass die geplanten Zäune an den Grenzen zu Afghanistan und dem Iran den Menschen- und Drogenschmuggel verhindern werden. Mit dem Bau soll noch in diesem Jahr begonnen werden. In Bezug auf die humanitäre Krise in Afghanistan würdigte Rasheed die von der Türkei geleistete Hilfe. Pakistans Premierminister Imran Khan habe mitgeteilt, dass der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan in Pakistan als „ein geschätzter muslimischer Führer“ angesehen werde.

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– „Drei Brüder – 2021“ – Aserbaidschan kündigt Militärübungen mit der Türkei und Pakistan an

Das türkische, aserbaidschanische und pakistanische Militär werden vom 12. bis 20. September in Baku zum ersten Mal gemeinsame Übungen abhalten, teilte das aserbaidschanische Verteidigungsministerium mit.

Aserbaidschan kündigt Militärübungen mit der Türkei und Pakistan an

Zum Tod von Aura Herzog
Erdogan kondoliert israelischen Präsidenten Herzog

Ankara – Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan rief am Donnerstag Isaac Herzog an, um ihm sein Beileid zum Tod der Mutter seines israelischen Amtskollegen auszusprechen. Erdogan habe Herzog Anfang der Woche zudem ein Beileidsschreiben gesendet. „Nachdem er vor einigen Tagen ein Beileidsschreiben geschickt hatte, rief der türkische Staatspräsident an, um dem Präsidenten und seiner Familie sein persönliches Beileid auszusprechen“, teilte Herzogs Büro in einer Erklärung mit. „Ich glaube, dass Sie sie im Dienste der Bürger Israels mit Stolz erfüllt haben“, sagte Erdogan. Der türkische Präsident drückte auch seine Trauer über den Verlust von Rabbi Ben Zion Pinto aus, einem führenden Mitglied der türkischen jüdischen Gemeinde, berichtet Jerusalem Post. Aura Herzog, die auch die Witwe des sechsten israelischen Staatspräsidenten Chaim Herzog war, wurde am Mittwoch auf dem Jerusalemer Friedhof am Berg Herzl beigesetzt. Erdogan spricht dem Sohn des Ehrenpräsidenten der Türkisch-Jüdischen Gemeinde, Benjamin Pinto, zum Tod seines Vaters sein Beileid aus Zum Tod seines Vaters, sprach Erdogan am Freitag auch gegenüber Benjamin Pinto sein Beileid aus. Sein Vater Bensiyon Pinto war Ehrenvorsitzender der Türkisch-Jüdischen Gemeinde. Erdogan übermittelte auch dem Oberrabbiner der Türkei, Ishak Haleva, sowie Erol Kohen und İshak İbrahimzadeh, den Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde der Türkei, eine Beileidsbekundung. „Ich bin zutiefst betrübt über den Tod des Ehrenpräsidenten der Türkisch-Jüdischen Gemeinde Bensiyon Pinto. Bensiyon Pinto hat als Mitglied unseres Volkes, das seit Hunderten von Jahren in Frieden und Brüderlichkeit gelebt hat, mit all seinen Aufgaben einen unermesslichen Beitrag zur Einheit, Solidarität und zum sozialen Reichtum unseres Landes geleistet. Ich spreche der jüdischen Gemeinschaft, seiner trauernden Familie und seinen Angehörigen mein Beileid zum Tod von Bensiyon Pinto aus“, so der türkische Staatschef in einer Mitteilung. Beileidsbekundung des Kommunikationsdirektors Altun Der Direktor für Kommunikation des Präsidiums, Fahrettin Altun, hat ebenfalls eine Beileidsbekundung für Pinto ausgesprochen:
 „Wir sind Menschen mit altehrwürdigen Kulturen, die im Zusammenleben eins und vereint werden konnten. Heute habe ich mit Trauer vom Tod eines guten Menschen, Bensiyon Pinto, dem Ehrenvorsitzenden der Türkisch-Jüdischen Gemeinde, erfahren. Mein Beileid gilt seiner Familie, seinen Angehörigen und der Türkisch-Jüdischen Gemeinde.“
Erdogan hat in den letzten Monaten mehrfach seinen Wunsch geäußert, die Beziehungen zu Israel wiederherzustellen. Im Dezember erklärte er vor einer Delegation jüdischer Führer, dass die Beziehungen zu Israel „für die Sicherheit und Stabilität der Region von entscheidender Bedeutung“ seien, und äußerte sich optimistisch über die Möglichkeiten einer Verbesserung der Beziehungen. Vor den Mitgliedern der Allianz der Rabbiner in den islamischen Staaten erklärte Erdogan, er begrüße den jüngsten Dialog mit Herzog und Premierminister Naftali Bennett, während er gleichzeitig sagte, dass ein aufrichtiges israelisches Bemühen um Frieden mit den Palästinensern „zweifellos zum Normalisierungsprozess“ zwischen Ankara und Jerusalem beitragen werde. Anfang Dezember hatte er erklärt, er sei offen für eine Verbesserung der Beziehungen, doch müsse das Land zunächst eine „sensiblere“ Politik gegenüber den Palästinensern verfolgen. Erdogan sagte einer Gruppe von Journalisten in Katar, dass bessere Beziehungen zu Israel für den Frieden in der gesamten Region von Vorteil“ wären. Erdogan telefonierte kürzlich sowohl mit Herzog als auch mit Bennett. Dabei dankte der neue israelische Ministerpräsident dem türkischen Staatschef für seine Rolle bei der Freilassung eines israelischen Paares, das in Istanbul wegen Spionageverdachts festgenommen worden war. Die Beziehungen zwischen Israel und der Türkei, die einst solide regionale Verbündete waren, haben sich in den letzten Jahren verschlechtert. Der türkische Staatschef hat Israels Politik gegenüber den Palästinensern wiederholt verurteilt.

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– Türkei – Türkei und Armenien wollen Beziehungen verbessern

Nach Jahren der Spannungen werden die Türkei und Armenien in Kürze Sonderbeauftragte ernennen, um Schritte zur Normalisierung der Beziehungen zu erörtern, sagte der türkische Außenminister Mevlut Cavusoglu.

Türkei und Armenien wollen Beziehungen verbessern
   

EastMed-Gaspipeline:
Exxon stoppt von der Türkei abgelehnte Bohrungen

Athen – Nach der Absage der Vereinigten Staaten zur EastMed-Gaspipeline, haben Medienberichten zufolge der französische Energiekonzern Total und das US-Energieunternehmen ExxonMobil die Einstellung von seismischen Erforschungen vor der Küste Kretas bekannt gegeben. Ursprünglich war geplant, dass das Konsortium aus Total, ExxonMobil sowie Hellenic Petroleum (ELPE) im Januar/Februar 2022 mit den Erkundungen beginnt. Wie das Wirtschaftsnachrichtenportal World Stock Market berichtet, hätten Total und Exxonmobil entschieden, auf die gemäß dem Vertrag geplanten Kohlenwasserstoff-Erkundungen südlich und westlich der Insel Kreta für dieses Jahr zu verzichten. Wirtschaftsnachrichtenportal World Stock Market: Zweifel an Fortführung der Explorationen vor Kreta Das Portal bezweifelt, dass die Energiekonzerne sich an die dreijährige Frist für die Erkundungen halten, da aus naturschutzrechtlichen Gründen („Fortpflanzung von Säugetieren“) nur von November bis April eine Exploration vor der Küste erlaubt sei. Damit die Erforschungen trotzdem stattfinden, müsse entweder der Projektplan überarbeitet oder der Vertrag verlängert werden. Wie World Stock Market weiter berichtet, hätte der Vorstandsvorsitzende von EDEY, A. Stafatou auf „solide Informationen“ hingewiesen, wonach es in Griechenland insbesondere vor Kreta wichtige Gasfelder existierten. US-Regierung bezweifelt Wirtschaftlichkeit des EastMed-Gaspipeline Wie die zyperngriechische Zeitung Philenews berichtet, habe die Biden-Administration gegenüber der griechischen Regierung ihre Bedenken zur EastMed-Gaspipeline bezüglich der Wirtschaftlichkeit und ökologischer Aspekte geäußert. Die Energieexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Claudia Kemfert, hatte bereits 2019 in einem Beitrag des Nachrichtensenders n-tv sich kritisch über die EastMed-Gaspipeline geäußert. Nach Kemferts Ansicht werde der Energiebedarf Europas eher abnehmen, es gebe genug Gas auf dem Markt und eine Gas-Pipeline vom Mittelmeer rechne sich nur bei voller Auslastung. Die Türkei war wegen Verletzung der eigenen Wirtschaftszone gegen die EastMed-Gaspipeline Griechenland, der griechische Teil Zyperns und Israel hatten sich zuvor auf ein Abkommen zur Realisierung der Gaspipeline geeinigt. Die Türkei hatte wiederholt ihre Vorbehalte gegen das Projekt zur Sprache gebracht und auf eigene Ansprüche zur Ausbeutung fossiler Ressourcen in der Region hingewiesen. Ankara sieht eine Verletzung der eigenen Außenwirtschaftszone (AWZ), weil einige Explorationsgebiete im östlichen Mittelmeer die Griechenland beansprucht und vor der Insel Zypern die Griechisch-Südzypern für sich reklamiert, die AWZ der Türkei überschneiden. Kemal Bölge/Frankfurt

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– Mittelmeer-Krise – Erdgasstreit mit Griechenland: Türkei beruft sich auf Seerechtskonvention

„In den letzten Wochen waren in den deutschsprachigen Medien wiederholt Artikel zu lesen, wonach die Türkei durch die Entsendung des Forschungsschiffs MTA Oruç Reis ins östliche Mittelmeer auf Provokation aus sei. Zunächst einmal ist das inhaltlich nicht richtig, weil die türkische Regierung von Beginn an auf die eigene Wirtschaftszone hingewiesen hatte“.

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Gastkommentar
Rauf Denktasch: Der Vorkämpfer für die Freiheit des zyperntürkischen Volkes

Ein Gastbeitrag von Kemal Bölge Zu Lebzeiten galt der am 27. Januar 1924 in der südzyprischen Stadt Baf (Paphos) geborene Rauf Denktasch (Türkisch Denktaş geschrieben) als ausgewiesener Jurist und sehr guter Verhandler mit ausgezeichneten rhetorischen Fähigkeiten, an dem sich schon viele internationale Politiker und Diplomaten die Zähne ausgebissen hatten. Bereits mit eineinhalb Jahren starb Raufs Mutter, sein Vater arbeitete unter den Briten als Richter. In Istanbul besuchte er zunächst die Grundschule und an einem britischen Gymnasium in Zypern machte er 1941 Abitur. Es folgte ein erfolgreiches Jurastudium in Großbritannien, das er 1947 abschloss. Denktasch arbeitete in seiner zyprischen Heimat als Rechtsanwalt, bevor er Staatsanwalt werden sollte. Den Briten blieben seine juristischen Fachkenntnisse nicht verborgen, weshalb er 1956 zum Generalstaatsanwalt ernannt wurde. Nach den gewaltsamen Angriffen der zyperngriechischen Untergrundorganisation EOKA legte er sein Amt als Generalstaatsanwalt nieder. Er organisierte mit Freunden den Widerstand gegen die zyperngriechischen Extremisten und war Gründungsmitglied der zyperntürkischen Widerstandsbewegung (Türk Mukavemet Teşkilatı). Der Jurist galt als Vermittler zwischen zwei Autoritäten der zyperntürkischen Volksgruppe, Dr. Fazıl Küçük und Faiz Kaymak. Ab 1958 begannen die Kämpfe zwischen beiden Volksgruppen und die zyperntürkische Volksgruppe protestierte gegen die Angriffe der EOKA. Er war an der Ausarbeitung der Verträge von Zürich und London sowie der Verfassung der Republik Zypern beteiligt. Organisator des Widerstands gegen die Untergrundorganisation EOKA Denktasch war es auch, der dem damaligen türkischen Außenminister Fatin Rüştü Zorlu die Entsendung eines 650 Mann starken türkischen Regiments vorschlug, das am 16. August 1960 in der zyprischen Hafenstadt Mağusa an Land ging. An Weihnachten 1963 begannen Angriffe der EOKA mit Massakern an der zyperntürkischen Zivilbevölkerung. Wegen der anhaltenden Gewalt wandte sich Denktasch an die türkische Regierung in Ankara. Auf abenteuerliche Weise kehrte er mit einem Ruderboot auf die Insel zurück und organisierte den Widerstand gegen die EOKA-Organisation, die einen gewaltsamen Anschluss an Griechenland (Enosis) herbeiführen wollten. Nach der Zypern-Konferenz 1964 in London verfügte Präsident Makarios ein Einreiseverbot gegen Rauf Denktasch, der nach dem Willen der zyperngriechischen Administration nicht auf die Insel zurückkehren sollte. Trotzdem gelangte er heimlich nach Erenköy, um am Krieg gegen die EOKA teilnehmen zu können. 1967 wurde Denktasch von zyperngriechischen Sicherheitskräften verhaftet und auf massiven Druck der türkischen Regierung freigelassen. Ein Jahr später wurde das Einreiseverbot wieder aufgehoben. Am 5. Dezember 1973 wurde Denktasch zum Parlamentspräsidenten und wenig später zum Vorsitzenden der zyperntürkischen Volksgruppe gewählt. „Babatürk“ Denktasch führte die Zyperntürken zum eigenen Staat Nach dem Putsch griechischer Offiziere in der zyperngriechischen Nationalgarde gegen Präsident Makarios und der anschließenden Militärintervention der Garantiemacht Türkei proklamierte am 13. Februar 1975 das Parlament der zyperntürkischen Bevölkerung den Türkischen Bundesstaat Zypern (Kıbrıs Türk Federe Devleti), der bis zur Wiederherstellung der Verfassung der Republik Zypern von 1960 gelten sollte. Als Ergebnis der jahrelangen ergebnislosen Verhandlungen mit der zyperntürkischen Administration rief das Parlament der zyperntürkischen Volksgruppe am 15. November 1983 die Türkische Republik Nordzypern (TRNZ) aus. Nach der ersten Wahl zum Präsidenten Nordzyperns 1985 wurde er danach dreimal in seinem Amt bestätigt. Denktasch war zeit seines Lebens ein Vorkämpfer für Recht, Gleichheit und Freiheit des zyperntürkischen Volkes. Von manchen Zyperntürken wurde er liebevoll „Babatürk“ (Papa der Türken) genannt. Der „Fels in der Brandung“ starb heute vor 10 Jahren, am 13. Januar 2012 im Alter von 88 Jahren an den Folgen eines Organversagens.  

Finanzen
Die Deutschen und ihr Vermögen: Über Geld spricht man nicht

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Ob eine clevere Geldanlage, drückende Schulden oder die Gehaltserhöhung: Die Finanzsituation deutscher Haushalte bleibt weitgehend unter dem Teppich. Das gilt besonders oft dann, wenn eigentlich finanzielle Erfolge gefeiert werden könnten. Allerdings: Bei jungen Menschen kündigt sich eine Trendwende an, wenn es um finanziellen Smalltalk geht. Fast zwei Drittel der Deutschen vermeiden Gespräche über Finanzen Eine Umfrage des Marktforschungsinstituts Kantar im Auftrag der Postbank brachte es an den Tag: 70 Prozent der Deutschen vermeiden es, über ihre finanzielle Situation zu sprechen. 39 Prozent der Umfrageteilnehmer bezeichnen sich zwar in finanzieller Hinsicht erfolgreich, wollen das aber nicht nach außen tragen. 44 Prozent behalten die Höhe ihres Gehalts am liebsten für sich. Die eigene Geldanlage ist als Konversationsthema ebenfalls tabu: 59 Prozent machen aus ihrer finanziellen Vorsorge ein Geheimnis. Auch beim Thema Schulden sind viele verschwiegen: 60 Prozent der Befragten vermeiden es, rote Zahlen oder Kredite gegenüber Dritten zu erwähnen. An der Studie nahmen 1.000 Personen ab 18 Jahren teil, Umfragezeitraum war der 11. bis 21. Juni dieses Jahres. Millennials äußern sich öfter über ihren finanziellen Erfolg Allerdings gibt es erste Anzeichen für eine Trendumkehr: Junge Menschen teilen anderen überdurchschnittlich gern mit, dass sie in finanzieller Hinsicht erfolgreich sind. Zumindest geben das elf Prozent der unter 30-jährigen Postbank-Studienteilnehmer an – das sind nahezu doppelt so viele wie der bundesdeutsche Durchschnitt (5,5 Prozent). Generell sprechen 80 Prozent der unter 30-Jährigen offen über Ihr Einkommen, und 64 Prozent dieser Altersgruppe machen aus ihrer Geldanlagestrategie keinen Hehl. 53 Prozent der jungen Befragten haben kein Problem damit, sich gegenüber anderen über ihre Schulden zu äußern. Diese Zahlen der Postbank-Studie passen zu einem anderen Trend, der sich bei jungen Verbrauchern zeigt: Sie haben gegenüber den Generationen ihrer Eltern und Großeltern kaum Berührungsängste, wenn es um Investitionen in Aktien, Fonds und ETFs geht. Das scheint auch das Mitteilungsbedürfnis zu steigern, wenn es um Finanzthemen geht. Junge Leute sprechen gern mit ihrem Finanzberater Bei ihrer Vermögensbildung legen die jungen Anleger großen Wert auf eine persönliche Beratung – trotz ihrer Affinität zum digitalen Lifestyle. Das zeigt eine Umfrage der tecis Finanzdienstleistungen AG, die vom Marktforschungsinstitut YouGov durchgeführt wurde. Für 60 Prozent der 18- bis 39-jährigen Umfrageteilnehmer hat der persönliche Termin mit einer Finanzberaterin oder einem Finanzberater absoluten Vorrang vor anderen Informationsquellen. Laut tecis-Studie beziehen 44 Prozent der befragten Personen ihre Infos hauptsächlich aus dem Beratungsgespräch, wenn sie finanzielle Entscheidungen treffen. 34 Prozent erwarten dabei von ihrem Berater, dass er sie vollständig und transparent über sämtliche für ihre Situation infrage kommenden Finanzlösungen informiert. Völlig unabhängig informiert sich lediglich eine Minderheit: Nur 20 Prozent der Befragten informieren sich bei anstehenden Finanzfragen vollkommen selbstständig, so die tecis-Umfrage.

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