EastMed-Gaspipeline:
Exxon stoppt von der Türkei abgelehnte Bohrungen

Nach Absage der USA an EastMed-Gaspipeline: Internationale Energiekonzerne kündigen Stopp der Erkundungen vor Kreta an.

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Athen – Nach der Absage der Vereinigten Staaten zur EastMed-Gaspipeline, haben Medienberichten zufolge der französische Energiekonzern Total und das US-Energieunternehmen ExxonMobil die Einstellung von seismischen Erforschungen vor der Küste Kretas bekannt gegeben.

Ursprünglich war geplant, dass das Konsortium aus Total, ExxonMobil sowie Hellenic Petroleum (ELPE) im Januar/Februar 2022 mit den Erkundungen beginnt. Wie das Wirtschaftsnachrichtenportal World Stock Market berichtet, hätten Total und Exxonmobil entschieden, auf die gemäß dem Vertrag geplanten Kohlenwasserstoff-Erkundungen südlich und westlich der Insel Kreta für dieses Jahr zu verzichten.

Wirtschaftsnachrichtenportal World Stock Market: Zweifel an Fortführung der Explorationen vor Kreta

Das Portal bezweifelt, dass die Energiekonzerne sich an die dreijährige Frist für die Erkundungen halten, da aus naturschutzrechtlichen Gründen („Fortpflanzung von Säugetieren“) nur von November bis April eine Exploration vor der Küste erlaubt sei. Damit die Erforschungen trotzdem stattfinden, müsse entweder der Projektplan überarbeitet oder der Vertrag verlängert werden. Wie World Stock Market weiter berichtet, hätte der Vorstandsvorsitzende von EDEY, A. Stafatou auf „solide Informationen“ hingewiesen, wonach es in Griechenland insbesondere vor Kreta wichtige Gasfelder existierten.

US-Regierung bezweifelt Wirtschaftlichkeit des EastMed-Gaspipeline

Wie die zyperngriechische Zeitung Philenews berichtet, habe die Biden-Administration gegenüber der griechischen Regierung ihre Bedenken zur EastMed-Gaspipeline bezüglich der Wirtschaftlichkeit und ökologischer Aspekte geäußert. Die Energieexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Claudia Kemfert, hatte bereits 2019 in einem Beitrag des Nachrichtensenders n-tv sich kritisch über die EastMed-Gaspipeline geäußert. Nach Kemferts Ansicht werde der Energiebedarf Europas eher abnehmen, es gebe genug Gas auf dem Markt und eine Gas-Pipeline vom Mittelmeer rechne sich nur bei voller Auslastung.

Die Türkei war wegen Verletzung der eigenen Wirtschaftszone gegen die EastMed-Gaspipeline

Griechenland, der griechische Teil Zyperns und Israel hatten sich zuvor auf ein Abkommen zur Realisierung der Gaspipeline geeinigt. Die Türkei hatte wiederholt ihre Vorbehalte gegen das Projekt zur Sprache gebracht und auf eigene Ansprüche zur Ausbeutung fossiler Ressourcen in der Region hingewiesen. Ankara sieht eine Verletzung der eigenen Außenwirtschaftszone (AWZ), weil einige Explorationsgebiete im östlichen Mittelmeer die Griechenland beansprucht und vor der Insel Zypern die Griechisch-Südzypern für sich reklamiert, die AWZ der Türkei überschneiden.

Kemal Bölge/Frankfurt

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„In den letzten Wochen waren in den deutschsprachigen Medien wiederholt Artikel zu lesen, wonach die Türkei durch die Entsendung des Forschungsschiffs MTA Oruç Reis ins östliche Mittelmeer auf Provokation aus sei. Zunächst einmal ist das inhaltlich nicht richtig, weil die türkische Regierung von Beginn an auf die eigene Wirtschaftszone hingewiesen hatte“.

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