Künstliche Intelligenz
BWA: Künstliche Intelligenz könnte 50 % der Arbeitsplätze vernichten
Aserbaidschan
Türkisches E-Auto TOGG für Aserbaidschans Präsident Alijew
In einer Erklärung bedankte sich Alijew bei Erdogan und drückte seine Zufriedenheit mit der Ankunft des Fahrzeugs in Baku aus.
In einem Tweet gratulierte Erdogan seinem Amtskollegen zum neuen Fahrezug.
Es ist das erste türkische E-Auto und mit fast 180.000 Vorbestellungen bereits ein voller Erfolg. In einer feierlichen Zeremonie im Präsidentenpalast wurden gestern zwei Fahrzeuge vom ersten Modell Erdogan und der Firstlady Emine Erdogan übergeben. Die Auslieferung erfolgt nur wenige Tage, nachdem die Käufer der ersten Charge des T10X durch eine digitale Verlosung ausgewählt worden waren. Die Nachfrage war so groß, dass der Automobilhersteller die Anzahl der Fahrzeuge erhöhen musste. Letztendlich werden ab April 20.000 statt der ursprünglich geplanten 12.000 Einheiten ausgeliefert. Innerhalb von nur 21 Tagen haben über 177.400 Menschen Vorbestellungen für das Fahrzeug abgegeben. Die Auslieferungen sollen in den kommenden Tagen beginnen. „TOGG wurde als Symbol für die technologische Entwicklung, die wirtschaftliche Entwicklung und das weltweite Ansehen unseres Landes geboren“, sagte Erdogan.Gardaşım İlham Aliyev de Türkiye’nin gururu Togg’unu teslim aldı. Hanenize hayırlı olsun. Allah güzel günlerde kullanmayı nasip etsin gardaşım @azpresident. pic.twitter.com/cDxpMXuzhn
— Recep Tayyip Erdoğan (@RTErdogan) April 4, 2023
„Ab heute werden wir Togg auf den Straßen sehen.“Erdogan und Alijew hatten bereits im Dezember 2019, als Erdogan die ersten TOGG-Prototypen vorstellte, angeboten, ihre Namen auf eine mögliche Liste für Vorbestellungen zu setzen. Die derzeitige Produktionskapazität liegt bei rund 100.000 Fahrzeugen pro Jahr und soll auf 175.000 steigen, sobald die Gesamtkapazität des TOGG-Werks im Bezirk Gemlik in der nordwestlichen Provinz Bursa erreicht ist. Das Ziel des Unternehmens ist es, bis 2030 1 Million Fahrzeuge zu produzieren.
Türkei-Erdbeben
Türkei: Wunder-Baby nach 54 Tagen mit Mutter vereint
Die türkische Ministerin für Familie und Soziales, Derya Yanik, führte Mutter und Kind wieder zusammen, nachdem ihre Beziehung durch einen DNA-Test bestätigt worden war.
„Eine der unbezahlbarsten Aufgaben der Welt ist es, eine Mutter mit ihrem Kind wieder zusammenzubringen“, sagte Yanik. „Ein Teil dieses Glücks zu sein, bedeutete auch für uns sehr viel.
Die Ministerin teilte am Montag auf Twitter ein Video des freudigen Wiedersehens, auf dem Mutter und Tochter kuschelnd in einem Krankenhausbett zu sehen sind.
„Das Baby ist wirklich ein Wunder. Die Tatsache, dass sie überlebt hat und keine gesundheitlichen Probleme hatte, hat uns sehr berührt“, sagte Yanık.
Der Vater und zwei Brüder des Babys kamen bei dem Erdbeben am 6. Februar ums Leben.
54 günlük hasret sona erdi.😊 Enkaz altından 128 saat sonra kurtulan, hemşirelerimizin Gizem Bebek ismini koyduğu Vetin Begdaş 54 gün sonra annesine kavuştu. Vetin artık bizim de bebeğimiz. Bakanlık olarak desteğimiz her zaman yanında olacak. pic.twitter.com/66sWKR53z3
— Derya Yanık (@deryayanikashb) April 3, 2023
Künstliche Intelligenz
ChatGPT könnte in Deutschland gesperrt werden
In den letzten Monaten hat die künstliche Intelligenz (KI) die Technologiewelt dominiert, und ein großer Verdienst gebührt dem Chatbot ChatGPT von OpenAI, der KI in die Mainstream-Berichterstattung gebracht hat. Der Milliardär und Microsoft-Mitbegründer Bill Gates bezeichnete ChatGPT sogar als die „revolutionärste“ Technologie der letzten 40 Jahre. Konkurrenz bereits in den Startlöchern Allerdings wird ein Stoppen von KI-Anwendungen nicht mehr möglich sein. Schon jetzt gibt es Dutzende Anbieter – wie etwa contents.com -, auf dem Markt, die eine umfassende Lösung für die erfolgreiche Erstellung von Inhalten bieten. Mit Hilfe der fortschrittlichen KI-Technologie von GPT-4 ermöglichen sie das Generieren von SEO-optimierten Texten, ansprechenden Bildern und verschiedenen anderen Arten von Inhalten. Diese Anwendungen ermöglichen es eine breite Auswahl an Vorlagen individuell anzupassen, um Texte für Social-Media-Beiträge, Produktbeschreibungen, informative Blogartikel und Werbeskripte für Videos zu erstellen. Man kann qualitativ hochwertige Inhalte erstellen, die eine hohe Leistung erzielen und etwa Marketingstrategien optimieren, wodurch wertvolle Zeit gespart wird.We of course defer to the Italian government and have ceased offering ChatGPT in Italy (though we think we are following all privacy laws).
Italy is one of my favorite countries and I look forward to visiting again soon! — Sam Altman (@sama) March 31, 2023
TOGG T10X
Erstes türkisches E-Auto TOGG an Erdogan übergeben
„Ab heute werden wir Togg auf den Straßen sehen.“Erdogan hatte bereits im Dezember 2019, als er die ersten TOGG-Prototypen vorstellte, angeboten, seinen Namen auf eine mögliche Liste für Vorbestellungen zu setzen. Die derzeitige Produktionskapazität liegt bei rund 100.000 Fahrzeugen pro Jahr und soll auf 175.000 steigen, sobald die Gesamtkapazität des TOGG-Werks im Bezirk Gemlik in der nordwestlichen Provinz Bursa erreicht ist. Das Ziel des Unternehmens ist es, bis 2030 1 Million Fahrzeuge zu produzieren.
Togg’un ilk akıllı cihazını teslim alıyoruz, millî gururumuzu yollara uğurluyoruz. 🇹🇷https://t.co/JtPu3Nti9f
— Recep Tayyip Erdoğan (@RTErdogan) April 3, 2023
Der Preis für das mit Spannung erwartete erste türkische E-Auto, das auch unter der Federführung Erdogans entwickelt wurde, liegt bei ca. 47.000 Euro (953.000 TL). Das Fahrzeug wird in zwei Ausstattungsvarianten und zwei Batterieoptionen erhältlich sein. Mit 160 kW/218 PS und 350 Nm Drehmoment wird der T10X RWD (Heckantrieb) eine Reichweite von 314 bzw. 523 Kilometern haben. Die Version mit der höheren Reichweite soll knapp 60.000 Euro (1.215.000 TL) kosten. Auf den SUV T10X soll noch eine Limousine folgen. Nach der noch namenlosen Limousine sollen noch ein Kombi, eine Kombilimousine und ein Cabrio kommen.
NATO
Finnland soll am Dienstag Vollmitglied der NATO werden
„Dies ist ein historischer Moment für uns. Für Finnland wird das wichtigste Ziel des Treffens sein, die Unterstützung der NATO für die Ukraine zu betonen, während Russland seine illegale Aggression fortsetzt“, sagte der finnische Außenminister Pekka Haavisto in einer Erklärung. „Wir wollen Stabilität und Sicherheit in der gesamten euro-atlantischen Region fördern.“ Aus Angst, nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine vor einem Jahr zur Zielscheibe zu werden, gaben die nordischen Nachbarn Finnland und Schweden ihre traditionelle Position der militärischen Blockfreiheit auf und suchten Schutz unter dem Sicherheitsschirm der NATO. Alle 30 Verbündeten haben die Beitrittsprotokolle Finnlands und Schwedens unterzeichnet. Die Türkei und Ungarn haben den Prozess jedoch monatelang verzögert, aber in Bezug auf Finnland nachgegeben. Die Türkei hat von den beiden Ländern Garantien und Zusicherungen verlangt, vor allem im Hinblick auf die Bekämpfung des Terrorismus. Die Forderungen Ungarns waren nie explizit. Der Beitritt neuer Mitglieder zur NATO muss einstimmig beschlossen werden. NATO-Vertreter sind auch sehr daran interessiert, Schweden mit ins Boot zu holen, bevor US-Präsident Joe Biden und seine Bündnispartner am 11. und 12. Juli in der litauischen Hauptstadt Vilnius zusammenkommen. „Schweden wird nicht allein gelassen. Schweden ist einem vollwertigen Mitglied so nahe wie möglich gekommen“, sagte Stoltenberg.I welcome the vote of the Grand National Assembly of #Türkiye to complete the ratification of #Finland’s accession. This will make the whole #NATO family stronger & safer.
— Jens Stoltenberg (@jensstoltenberg) March 30, 2023
This is an historic week. Tomorrow we will welcome #Finland 🇫🇮 as the 31st member of #NATO, making Finland safer & NATO stronger. pic.twitter.com/DEt2w9clUj
— Jens Stoltenberg (@jensstoltenberg) April 3, 2023
Referendum
Usbekistan: Volk entscheidet über neue Verfassung
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– NEX24-Reportage – Usbekistan: „Die Korruption ist noch immer allgegenwärtig“
Usbekistan, das 1991 seine Unabhängigkeit vom sozialistisch-sowjetischen Block erklärte, wurde 25 Jahr lang von Islam Karimov regiert. Nach Einschätzung der Mehrheit politischer und ökonomischer Kommentatoren ist Usbekistan in dieser Zeit nach außen autark und nach innen repressiv sowie etatistisch geblieben. Karimov verstarb im September 2016.
Usbekistan: „Die Korruption ist noch immer allgegenwärtig“
Smart Cities
Die vollständig erneuerbaren „Smart Cities“ Aserbaidschans
Der Kaukasus, und hier vor allem Aserbaidschan, ist normalerweise keine Region, die mit Konzepten zu erneuerbaren Energien in Verbindung gebracht wird, aber dennoch wird gerade hier ein faszinierendes neues Projekt umgesetzt, das der gesamten Welt helfen könnte, in Fragen der Energienutzung nachhaltiger zu werden.
Wie also funktionieren die vielbesprochenen „Smart Cities“ und könnten sie eines Tages auf der ganzen Welt zum Einsatz kommen? Dies wollen wir hier genauer betrachten.
Weltweite Nachfrage nach Aserbaidschans Ressourcen
Nachdem viele Länder aufgehört haben, russisches Gas zu kaufen, können sich andere erdölexportierende Staaten über eine vermehrte Nachfrage nicht beklagen. Und dieser Trend ist auch in Aserbaidschan festzustellen, das auch von seiner Nähe zu Europa profitiert, das wiederum sich zuvor stark vom russischen Öl und Gas abhängig machte.
Tatsächlich haben die Europäische Kommission und Aserbaidschan Anfang dieses Jahres ein gemeinsames Abkommen unterzeichnet, in dem festgehalten wird, dass die Erdgasimporte bis 2027 verdoppelt werden sollen. Dies soll der EU helfen, ein wenig besser mit der Energiekrise fertig zu werden, denn die Abhängigkeit von russischer Energie hat bereits zu mehrfachen wirtschaftlichen Krisen geführt.
Mit Hilfe der gesteigerten Einnahmen aus diesen Deals plant Aserbaidschan den Bau diverser Smart Cities in der Region Karabach, einer Region, die kürzlich noch hartumkämpfter Schauplatz eines Krieges zwischen Aserbaidschan und Armenien war. Zwar dauert der Konflikt noch an, aber dennoch versucht Aserbaidschan, die zum Teil großflächig zerstörten Städte auf innovative Art wieder aufzubauen.
Warum erneuerbare Energie?
Es ist kein Geheimnis, dass wir uns in einer weltweiten Energiekrise befinden, denn die begrenzte Menge fossiler Brennstoffe wird bald aufgebraucht sein und schadet zusätzlich dem weltweiten Klima. Daher ist es unglaublich wichtig, die Menschheit zu sensibilisieren, mit der Nutzung erneuerbare Energiequellen zu beginnen, damit unser Planeten nicht weiter so durch den Verbrauch fossiler Brennstoffe belastet wird.
Erneuerbare Energiesysteme wie Wind und Sonne sind viel umweltfreundlicher als ihre fossilen Pendants, und Länder wie Aserbaidschan, die mit viel Sonneneinstrahlung und ziemlich viel Wind gesegnet sind, sind die idealen Plätze, um diese Energien zu gewinnen.
Was sind Smart Cities?
Aserbaidschans Dörfer und Städte sollen zukünftig vollständig mit Wind- und Solarenergie betrieben werden. Und jene Siedlungsgebiete, die neu errichtet oder wiederhergestellt werden, sollen nach den innovativsten wärmetechnischen Methoden versehen werden, sodass beispielsweise die Dämmung und Isolation der Häuser bewirken soll, dass 70 % der normalerweise verbrauchten Energie eingespart wird. Alle Wohneinheiten verfügen über ein voll funktionsfähiges Solarpanel, das beispielsweise täglich 300 Liter Warmwasser liefern kann. Außerdem kann die Energie gespeichert und weiterverkauft werden. Der Ausbau eines leistungsstarken Radwegsystems steht ebenfalls am Programm der Städteplaner.
Aserbaidschans Dörfer und Städte sind erst der Anfang, aber wenn dieser Trend der intelligenten Städte auf der ganzen Welt alltäglich werden wird, so könnten auch öffentliche Einrichtungen wie Restaurants, Hotels und sogar Casinos energiesparend genutzt werden, die dann auch vollständig nachhaltig betrieben werden.
Auch diese Orte werden dann mit der gespeicherten Wind- und Sonnenenergie betrieben und sind ausreichend isoliert, um die Wärme bzw. die Kühlung im Gebäudeinneren zu halten. Das bedeutet, dass es nachhaltiger werden könnte, zum Abendessen auszugehen oder ein Casino persönlich zu besuchen, als selbst zu Hause zu kochen oder die besten Spielautomaten-Webseiten vom eignen Tablet aus zu besuchen!
Wie wird die Energie exportiert?
Die gesamte Energie, die in diesen „smart Cities“ erzeugt wird, wird für die regionalen Städte und Dörfer verwendet, aber sie wird auch in andere Teile Asiens, vor allem in die Nachbarländer, aber auch in die EU exportiert.
Aserbaidschan nutzt die Transadriatische Pipeline, die über Georgien, die Türkei, Griechenland und Albanien bis nach Italien führt. Einmal in Italien angekommen, werden verschiedene europäische Pipelines benutzt, um andere europäische Regionen zu erreichen und diese mit nachhaltiger Energie zu versorgen.
Die Pipeline wurde erst Ende 2020 in Betrieb genommen, und seit die russischen Sanktionen in Kraft sind, hat sich die Nutzung dieser Pipeline als hochrentabel gezeigt.
Welche weltweiten Auswirkungen sind zu erwarten?
Die Auswirkungen und Nebeneffekte der intelligenten Städte Aserbaidschans sind von globaler Bedeutung, denn Länder, insbesondere solche mit viel Sonnenlicht und Windkraft, werden sich von diesen Umsetzungsstrategien inspirieren lassen und ähnliche Prozesse zur alternativen Energiegewinnung starten. Dies kann und wird positive Auswirkungen auf die Welt im Allgemeinen haben!
Mahnende Worte kommen jedoch von jenen Personen, die die Tatsache kritisieren, dass diese intelligenten Dörfer und Städte vorzugsweise in der Region Karabach gebaut wurden. Dieses konfliktreiche und heftig umstrittenes Gebiet zwischen Aserbaidschan und Armenien ist und bleibt ein Krisenherd in der Region, das haben die Kriege in der letzten Zeit bestätigt. Eine weitere kriegerische Auseinandersetzung wird abermals diese Siedlungsgebiete in Mitleidenschaft ziehen.
Diese intelligenten Städte Aserbaidschans sind ein interessantes Konzept, das man in den nächsten Monaten und Jahren sicherlich im Auge behalten wird – insbesondere, da das Land versucht, seine Gasimporte bis ins Jahr 2027 zu verdoppeln.
Geschichte
Bakuer Massaker: Das ewige Trauma der aserbaidschanisch-türkischen Identität
von Turan Gafarli
Das Massaker an aserbaidschanischen Türken und Muslimen in Baku am 31. März 1918 ist ein tragisches Ereignis, das sich bis heute in das Gedächtnis der Aserbaidschaner eingebrannt hat.
Im Gefolge der Russischen Revolution kochten die ethnischen Spannungen in der Region über und führten zu einem brutalen Angriff auf aserbaidschanische Türken und Muslime. Dieses Ereignis, das als Massaker von Baku bekannt ist, bleibt ein prägender Moment für die aserbaidschanische Identität. Es lehrt uns, dass das friedliche Miteinander verschiedenster Ethnien und Völker auf der Grundlage von Toleranz und Einigkeit als höchstes Gut erhalten werden muss.
Das Massaker von Baku war kein isoliertes Ereignis, sondern fiel in eine Zeit, in der die Region in Aufruhr und Umbruch war. Das Russische Reich, das Aserbaidschan jahrhundertelang beherrscht hatte, kämpfte mit den Folgen einer roten Revolution, die die Bolschewiki erst vor Kurzem zur Macht verhalf .
Zu dieser Zeit wuchs der Nationalismus unter den verschiedenen ethnischen Gruppen des Reiches. Die aserbaidschanischen Türken bildeten dabei keine Ausnahme und begannen, ihre Identität zu behaupten und Autonomie innerhalb des Reiches zu fordern. Dieser politische Umbruch wurde von ethnischen Spannungen begleitet, da Armenier und Aserbaidschaner um die Kontrolle über den Südkaukasus rangen.
Die Bolschewiki betrachteten die Aserbaidschaner als Bedrohung ihrer Herrschaft
Die Situation spitzte sich Anfang 1918 zu, als die bolschewistischen Streitkräfte die Kontrolle über Baku, eine boomende, ölreiche Küstenstadt, übernahmen. Dies löste eine Welle der Gewalt gegen aserbaidschanische Türken und Muslime in Baku und den umliegenden Provinzen aus, die beschuldigt wurden, eine Bedrohung für die bolschewistische Sache darzustellen.
Die brutalen Ereignisse begannen mit bolschewistischen und armenischen Provokationen gegen die ehemalige „Wilde Division“ des zaristischen Russlands, die sich aus Muslimen zusammensetzte, die aus dem Iran nach Aserbaidschan zurückgekehrt waren. Bei den Angriffen auf die Zivilbevölkerung beteiligten sich armenische Paramilitärs und andere Gruppen an den gewaltexzessen gegen die Zivilbevölkerung, die schnell außer Kontrolle geraten sollte.
Systematische Massaker an aserbaidschanischen Zivilisten
In den folgenden Tagen wurden aserbaidschanische Türken und Muslime in einer Reihe von brutalen Attacken angegriffen. Häuser und Geschäfte wurden geplündert, und niedergebrannt.Vergewaltugungen, Folter sowie Massenmorde prägten auf den Straßen das Bild. Die Schätzungen über die Zahl der Getöteten gehen weit auseinander.
Man geht jedoch davon aus, dass mehrere Tausend aserbaidschanische Türken bei dem Massaker ums Leben kamen. Die Gräuel waren nicht nur auf Baku beschränkt, sondern fanden auch in anderen Teilen der Region statt. Der Angriff erfolgte wahllos, und Tausende von unschuldigen Zivilisten wurden auf den Straßen massakriert.
31. März 1918 als erschütternder Wendepunkt in der aserbaidschanischen Identitätsbildung
Die Ereignisse vom 31. März 1918 waren ein tragischer Wendepunkt für die aserbaidschanischen Türken und für ihre Identitätswerdung als Nation. Das Massaker kostete nicht nur vielen Menschen das Leben, sondern hatte auch tiefgreifende Auswirkungen auf das kulturelle und soziale Gefüge der Gesellschaft. Viele Familien wurden vertrieben oder zur Flucht gezwungen, und das Trauma der Gewalt war noch für Generationen zu spüren.
Es war eine deutliche Erinnerung daran, dass die aserbaidschanischen Türken eine Minderheit innerhalb des sich auflösenden Reiches waren und dass ihre Identität und Kultur durch ihre jahrhundertealten Nachbarn bedroht waren. Das Ereignis diente auch als Initalzündung für das erwachende Bewusstsein für eine aserbaidschanische Nation und spornte die Gemeinschaft an, für ihre Rechte zu kämpfen Viele aserbaidschanische Türken schlugen sichvor allem auf die Seite der osmanischen Armee, die, im Kaukasus angekommen, den existenziellen Kampf der Aserbaidschaner unterstützte.
Gründung der Demokratischen Republik Aserbaidschan
Nach dem Massaker gründeten die aserbaidschanischen Türken die Demokratische Republik Aserbaidschan, die erste säkulare Demokratie in der muslimischen Welt. Die Republik, zwar nur von kurzer Dauer, diente als wichtiges Symbol für die aserbaidschanische Identität und Souveränität. Sie schuf auch ein modernes Verständnis der Grenzen Aserbaidschans, das für die Umwandlung der Massen in eine Nation entscheidend war. In diesem entscheidenden Moment der Nationswerdung wurde Baku auch zur Hauptstadt sowie zu einer Quelle des Nationalstolzes und im September desselben Jahres von den osmanisch-aserbaidschanischen Truppen zurückerobert.
Das Massaker hatte auch einen nachhaltigen Einfluss auf die Art und Weise, wie aserbaidschanische Türken sich selbst und ihren Platz in der Welt sehen. Es verstärkte die Vorstellung, dass sie eine eigenständige ethnische Gruppe mit einer einzigartigen Kultur und Geschichte sind, und verdeutlichte auch die Notwendigkeit von Selbstbestimmung und Autonomie im größeren politischen Kontext.
Nach dem Massaker waren die Aserbaidschaner gezwungen, sich mit der Realität ihrer Lage auseinanderzusetzen. Sie waren eine Minderheit in einer Region, die zunehmend von Armeniern dominiert wurde, und es fehlte ihnen an politischer und wirtschaftlicher Macht, sich diesem Trend zu widersetzen. Das Massaker war ein Weckruf, und die Aserbaidschaner begannen, sich politisch zu organisieren, um ihre Rechte durchzusetzen und ihre Identität zu verteidigen.
Heute ist Aserbaidschan ein unabhängiges Land und die aserbaidschanischen Türken haben ein starkes Nationalbewusstsein entwickelt. Die Ereignisse des 31. März 1918 werden noch immer jedes Jahr als Erinnerung an die Opfer, die für die aserbaidschanische Identität und Unabhängigkeit gebracht wurden, begangen.
In den letzten Jahren hat das Interesse an den Ereignissen von 1918 sowohl in Aserbaidschan als auch in der internationalen Staatengemeinschaft wieder zugenommen. Im Jahr 2018 wurde der hundertste Jahrestag des Massakers mit Veranstaltungen und Gedenkfeiern im ganzen Land begangen.
Die Ereignisse von 1918 sind eine schmerzliche Erinnerung an die Herausforderungen, denen sich Minderheitengruppen stellen müssen, um ihre Identität zu behaupten und ihre Rechte zu sichern. Sie dienen auch als Warnung vor den Gefahren des Nationalismus und der Notwendigkeit von Toleranz und Verständnis zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Massaker an den aserbaidschanischen Türken und Muslimen in Baku am 31. März 1918 ein tragisches Ereignis war, das sich tiefgreifend auf die Identität der aserbaidschanischen Türken ausgewirkt hat. Es verstärkte das Bedürfnis nach Selbstbestimmung und Autonomie im größeren politischen Kontext und spornte die Gemeinschaft an, für ihre Rechte zu kämpfen.
Heute wird der Ereignisse von 1918 gedacht, um an die Opfer zu erinnern, die für die aserbaidschanische Identität und Unabhängigkeit gebracht wurden. Es ist wichtig, an diese Ereignisse zu erinnern und auf eine Zukunft der Toleranz und des Verständnisses zwischen den verschiedenen ethnischen Gruppen hinzuarbeiten.
Turan Gafarlı ist Experte für den postsowjetischen Raum und Herausgeber des Buches „Karabakh Gambit: The Responsibility for the Future „. Er ist ehemaliger Berater des Generalsekretärs der Organisation der Turkstaaten und hat einen Bachelor of Arts in Geschichte und Politik an der Queen Mary University von London und einen Master of Arts in Transnationalen Studien an der University College London erworben, wo er mit der Arbeit „Nation-State in the Age of Globalization: Turkey’s Contemporary Path 1996-2016’“ abschloss. Er hat auch als Forscher im britischen Oberhaus gearbeitet und ein Praktikum beim Europarat und den Vereinten Nationen in Genf absolviert. Gafarlı ist Mitglied des Chatham House – Royal Institute of International Affairs.
Zivilcourage
Eisenbahner mit Herz: Courage-Preis geht an Tolga Özgül

Bahnfahrerinnen und Bahnfahrer können das ganze Jahr über ihre Reisegeschichten bei der Allianz pro Schiene einreichen. Ob sprintende Zugbegleiter, die Anschlusszüge zum Stehen bringen; eine Schaffnerin, die in einer stürmischen Nacht den Fahrgästen Essen von der Tankstelle besorgt oder ein Mitarbeiter, der plötzlich zum Geburtshelfer wird – auch in diesem Jahr haben die Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter die Fahrgäste mit ihrem Engagement beeindruckt.Die Gewinnerinnen und Gewinner werden am 4. Mai bekanntgegeben. Dann findet auch die feierliche Auszeichnung aller Preisträgerinnen und Preisträger in Berlin statt.

