Brüssel – In einer viral gegangenen Rede verurteilte der belgische Linken-Politiker Marc Botenga die „Doppelmoral der EU“ gegenüber Israel.
EU-Politiker, die das Blutvergießen in der Ukraine anprangerten, sehen den Völkermord in Gaza nicht, so Botenga.
In seiner Rede vor dem Europäischen Parlament zitierte Botenga die Einschätzung von UNICEF, dass im Gazastreifen ein „Krieg gegen Kinder“ herrscht und bisher mehr als 7.700 Kinder in Gaza getötet wurden.
„Als dies in der Ukraine geschah, nannten Sie es Völkermord“, so Botenga.
Er kritisierte die Europaabgeordneten, die Israels Aktionen verteidigen, und sagte, es gebe keinen „politischen Unterschied“ zwischen ihnen, sondern „einfach einen Unterschied der Menschlichkeit“.
„Die EU unternimmt nichts gegen Israels Verstöße, schlimmer noch, sie (die EU) intensiviert die Beziehungen zu Israel“. „Sie sprechen von Menschenrechten, aber Sie lassen Israel ungestraft töten“, betonte er. „Diese Heuchelei ekelt mich an“ sagte der EU-Politiker bereits im Dezember vergangenen Jahres. „Sie zerstören weiterhin palästinensische Schulen und Häuser, stehlen und besetzen immer mehr Land“, fügte er hinzu.
Double standards.@hildevautmans@RenewEurope opposed a resolution for a ceasefire in Gaza saying Parliament already voted some resolution 2 months ago.
Marc Botenga ist ein belgischer Politiker der Partij van de Arbeid/Parti du Travail de Belgique. Seit der Europawahl 2019 ist er Mitglied des Europäischen Parlaments als Teil der Konföderalen Fraktion der Vereinten Europäischen Linken/Nordische Grüne Linke.
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PUMA beendet Zusammenarbeit mit Israel
Der deutsche Sportartikelherrsteller Puma beendet im kommenden Jahr sein Sponsoring der israelischen Fußballnationalmannschaft.
Düsseldorf – „Die hohe Zahl von Ausbildungsabbrechern in der Pflege ist eine direkte Folge der Politik von Minister Laumann.“ So reagiert der Landesvorsitzende des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa), Bernhard Rappenhöner, auf die alarmierenden Abbrecherzahlen in der Pflege. „Die dramatische Abbrecherquote von 46 Prozent ist ein Ergebnis der generalistischen Pflegeausbildung.
NRW-Sozialminister Karl-Josef Laumann hatte sich als Minister sowie als Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung für die Zusammenlegung von Alten- und Krankenpflegeausbildung eingesetzt. Nachdem die Azubizahlen im Land zuvor jahrelang deutlich gestiegen waren, führt dies nun zu einem generellen Rückgang der Ausbildungszahlen und einer deutlich höheren Abbrecherquote, während der Bedarf an Pflegekräften zeitgleich massiv steigt. „Minister Laumann muss erklären, warum er dazu beigetragen hat, diese Erfolgsgeschichte in NRW zu beenden.“
Die Ausbildung sei für die Einrichtungen erheblich komplizierter geworden. Viele Praxiseinsätze in Kliniken und im Bereich der Kinderpflege machten es gerade für kleine Pflegedienste oder Einrichtungen in ländlichen Gebieten schwer, diese Praxisstellen zu finden und die Ausbildung zu organisieren, analysiert Rappenhöner. Dazu kommt eine Reduzierung der Anwesenheiten des Azubis beim ausbildenden Betrieb. „Viele junge Menschen, die früher bewusst in die Altenpflege gegangen sind, werden von den zusätzlichen medizinischen Inhalten aus dem Krankenhausbereich abgeschreckt.“
Der bpa-Landesvorsitzende fordert Minister Laumann auf, den Schaden der damaligen Fehlentscheidung zu begrenzen und sich auf der Bundesebene für Vereinfachungen der Ausbildungsabläufe einzusetzen. „Die gezielte Vorbereitung auf die Arbeit in der Altenpflege muss wieder im Mittelpunkt stehen. Praxiseinsätze, bei denen die Azubis wochenlang kilometerweit ins nächste Krankenhaus pendeln müssen, sind nicht praxistauglich. Das gesamte Pflegeberufegesetz muss auf den Prüfstand, weil es erkennbar nicht zur Absicherung und Weiterentwicklung der Ausbildung in der Pflege beigetragen hat.“
Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) bildet mit mehr als 13.000 aktiven Mitgliedseinrichtungen (davon über 2.200 in Nordrhein-Westfalen) die größte Interessenvertretung privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Einrichtungen der ambulanten und (teil-)stationären Pflege, der Behindertenhilfe sowie der Kinder- und Jugendhilfe in privater Trägerschaft sind systemrelevanter Teil der Daseinsvorsorge.
Müncher – Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat am vergangenen Donnerstag in zwei wegweisenden Urteilen das Scoring-System der SCHUFA und deren bisherige Datenspeicherungspraxis mit Blick auf Privatinsolvenzen mit strikten Vorgaben weitestgehend unterbunden.
Betroffene Verbraucher, die aufgrund des SCHUFA Scorings bspw. bei der Vergabe von Krediten oder dem Abschluss von Mobilfunkverträgen diskriminiert wurden oder deren Restschuldbefreiung von der SCHUFA gespeichert wird, können jetzt mit Unterstützung der Europäischen Gesellschaft für Datenschutz mbH (EuGD) klagen.
Im ersten der beiden Urteile hat der EuGH entschieden, dass das Scoring bzw. Profiling der SCHUFA gegen die Europäische Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) verstößt, wenn SCHUFA-Kunden – etwa Banken oder Energieversorger – ihm eine maßgebliche Rolle beimessen und allein auf Basis von automatisiert verarbeiteten Daten und ohne menschliches Zutun beispielsweise über die Kreditvergabe an Verbraucher:innen entscheiden.
Im zweiten Vorlageverfahren entschied der EuGH, dass die lange Zeit gängige Praxis der SCHUFA, Informationen zu Restschuldbefreiungen von Privatpersonen drei Jahre lang zu speichern, unzulässig sei. Die Entscheidung über die grundsätzliche Zulässigkeit der Speicherung dieser Daten durch eine kommerzielle Auskunftei wie die SCHUFA verwies der EuGH zur Entscheidung an das Verwaltungsgericht Wiesbaden zurück, wo Klage dagegen eingereicht worden war.
„Schonfrist vorbei“: EuGD startet Klagewelle gegen die SCHUFA Mit den beiden Urteilen im Rücken startet EuGD jetzt eine Klagewelle gegen die SCHUFA. Das Legal-Tech unterstützt Verbraucher:innen bei der Geltendmachung von Schadenersatz (materiell und immateriell) im Falle von Datenschutzverstößen und hat bereits eine erste Klage eines betroffenen Verbrauchers gegen die SCHUFA beim Landgericht Wiesbaden eingereicht.
Die Klage zielt auf die Unterlassung rechtswidrigen Scorings und rechtswidriger Datenverarbeitung, die vollständige Auskunft über die zum Verbraucher gespeicherten Daten, die Information aller Vertragspartner der SCHUFA über mangelnde Verkehrsfähigkeit der Scores und auf Schadenersatz wegen Datenschutzverstößen.
Peter Hense, Datenschutzrechtsexperte und Partner bei der Kanzlei Spirit Legal sowie von EuGD beauftragter Klägervertreter, erklärt:
„Die Schonfrist für die SCHUFA ist vorbei. Der EuGH zieht einen Schlussstrich unter ein seit Jahren rechtswidriges Geschäftsmodell. In Europa besteht kein Recht darauf, Bürgerinnen und Bürger massenweise automatisiert und ohne triftigen Grund hin auf politische oder wirtschaftliche Zuverlässigkeit hin zu bewerten und zu profilieren und solche willkürlichen Werte zu kommerzialisieren. Der Mensch darf nicht der Maschine unterworfen werden. Wir sind nicht China, wir haben Grundrechte. Ein weiteres, seit Jahren bestehendes Problem der SCHUFA ist die häufig fehlerhafte Datenbasis. Diese Mängel in der Datenqualität unterminieren zusätzlich die Zuverlässigkeit der bereits per se zweifelhaften SCHUFA-Scores. Diese rechtswidrigen SCHUFA-Scores haben ihre toxische Wirkung entfaltet, indem sie von verschiedenen Unternehmen – von Banken über Versicherungen bis hin zu E-Commerce-Unternehmen – als verlässliche Indikatoren angesehen wurden. Eine Annahme, die sich nun als falsch herausstellt.
Die SCHUFA steht zudem vor der anspruchsvollen Aufgabe, ihre Datenbasis gegenüber Verbraucherinnen und Verbrauchern zu bereinigen. Hinzu kommt, dass sie bislang fehlende Erklärungen zur sogenannten ‚Logik‘ des SCHUFA-Scores nachzuliefern hat. Gleichzeitig muss sie sich gegen Vorwürfe verteidigen, dass ihre rechtswidrigen Scores über lange Zeiträume wirtschaftliche Fehlentscheidungen verursacht haben. Diese umfassen unter anderem die unberechtigte Verweigerung von Vertragsabschlüssen und die Festsetzung willkürlich höherer Zinssätze für Kredite.“
Und Thomas Bindl, Gründer und Geschäftsführer EuGD, fasst zusammen: „Die Auswirkungen der exzessiven Datensammlung und Auswertung durch die SCHUFA betreffen fast alle und wurden endlich eingeschränkt. Es liegt jetzt an den Verbrauchern, ihre Rechte geltend zu machen. Der Klageauftakt durch EuGD ist gemacht, jetzt muss jeder Einzelne handeln.“
Washington – Als Reaktion auf die Angriffe von Hamas-Kämpfern am 7. Oktober an der südlichen Grenze Israels hat Israel im Gazastreifen ganze Stadtviertel dem Erdboden gleichgemacht, die Versorgung mit Hilfsgütern unterbrochen und eine Boden- und Luftoperation eingeleitet.
Mehr als 18.000 Palästinenser wurden bei den israelischen Angriffen auf das Gebiet getötet – ein Großteil davon Kinder -, und über 49.000 verletzt. Etwa 90 Prozent der 2,3 Millionen Einwohner des Streifens wurden vertrieben.
Laut US-Journalist Dan Cohen könne Israel die Hamas militärisch jedoch nicht besiegen.
„Israel kann die Hamas niemals besiegen, weil sie in erster Linie eine Widerstandsbewegung ist. Sie könnten Sinwar, Deif und Haniyeh töten, und die nächste Generation von Waisenkindern, die zu Männern werden, würde sie ersetzen. Solange es die Besatzung gibt, wird es auch den Widerstand geben“, schreibt Cohen auf X. Bei Ismail Haniyeh, Yahya Sinwar, and El Deif handelt es sich um Führer der Hamas, die auf der Tötungsliste der israelischen Regierung stehen.
„Bilder wie diese sind das beste Rekrutierungsinstrument der Hamas. Israel macht die effektivste Pro-Hamas-Propaganda“, so Cohen weiter unter einem Bild, das durch israelische Soldaten gefangen genommene Palästinenser zeigt.
Israel can never defeat Hamas because it is, first and foremost, a resistance movement. They could kill Sinwar, Deif, and Haniyeh, and the next generation of orphaned boys turned to men would replace them. As long as occupation exists, so too will resistance. Images like this are… pic.twitter.com/Rwg8cnj8LY
Israel unter Kritik
Israel gerät für sein radikales Vorgehen in Gaza, bei dem hauptsächlich Zivilisten getötet werden, immer mehr in Kritik. Auch US-Präsident Joe Biden, der sich anfänglich noch solidarisch zeigte, verurteilte die Tötung der vielen Zivilisten.
Biden hat am Dienstag davor gewarnt, dass Israel wegen der „wahllosen Bombardierung“ von Zivilisten in seinem Krieg gegen die Hamas im belagerten Gazastreifen die internationale Unterstützung zu verlieren droht. In seiner Rede bei einer politischen Spendenaktion kritisierte Biden auch das israelische Kabinett.
„Dies ist die konservativste Regierung in der Geschichte Israels“, sagte der Präsident. „Er [Netanjahu] muss diese Regierung ändern. Diese Regierung in Israel macht es uns sehr schwer“.
Israel könne auch nicht gegen einen palästinensischen Staat sein, den israelische Hardliner, auch in Netanjahus Regierung, ablehnen. Dies war die schärfste öffentliche Kritik an Israel seit Beginn des Krieges mit der Hamas.
New York – Die kürzliche Teilnahme der Pop-Ikonen Taylor Swift und Selena Gomez an einer von Kabarettist Ramy Youssef moderierten Comedy-Show hat in den sozialen Medien Diskussionen über ihre Haltung zum Konflikt zwischen Israel und Palästina ausgelöst.
Bei der Veranstaltung in Brooklyn, New York, tauchten Bilder auf, die Swift neben Prominenten wie Anya Taylor-Joy und Cara Delevingne zeigten. Auch andere Prominente wurden bei der Veranstaltung fotografiert, darunter Zoe Kravitz, Tochter von Lenny kravitz.
Youssef kündigte auf Instagram an, dass er alle Einnahmen aus seiner Stand-up-Comedy-Tour an die American Near East Refugee Aid (ANERA) spenden werde, die Hilfe für den Gazastreifen leistet. Weitere Shows fanden unter anderem in Philadelphia, Washington und San Francisco statt.
Die Fotos der Prominenten, die an der Comedy-Show teilnahmen, wurden von der Zeitschrift People veröffentlicht und später von der Vogue bestätigt, die die Outfits der Prominenten detailliert beschrieb.
Die Liste der Unterstützer:innen in den USA für die Menschen in Gaza wird immer größer. Taylor Swift und Selena Gomez haben an einer Stand-up-Comedy Show teilgenommen, deren Erlös der humanitären Hilfe in Gaza zugute kommt. Warte darauf, dass auch hier Stars aufstehen. pic.twitter.com/Jy0Y8QMgTl
Pro-palästinensische Aktivisten haben Prominente und Persönlichkeiten der sozialen Medien aufgerufen, ihre Plattformen zu nutzen, um auf die humanitäre Krise im Gazastreifen aufmerksam zu machen.
Mehr als 17.500 Palästinenser wurden bei den israelischen Angriffen auf das Gebiet getötet und etwa 90 Prozent der 2,3 Millionen Einwohner des Streifens wurden vertrieben.
Als Reaktion auf die Angriffe von Hamas-Kämpfern am 7. Oktober an der südlichen Grenze Israels hat Israel ganze Stadtviertel dem Erdboden gleichgemacht, die Versorgung des Gazastreifens mit Hilfsgütern unterbrochen und eine Boden- und Luftoperation eingeleitet.
Sawsan Chebli ruft zur Unterstützung auf
Die ehemalige deutsche Staatssekretärin Sawsan Chebli (SPD) hat in einem X-Beitrag deutsche Künstler dazu aufgerufen, es den US-Stars gleichzutun.
„Die Liste der Unterstützer:innen in den USA für die Menschen in Gaza wird immer größer. TaylorSwift und Selena Gomez haben an einer Stand-up-Comedy Show teilgenommen, deren Erlös der humanitären Hilfe in Gaza zugute kommt. Warte darauf, dass auch hier Stars aufstehen“, so Chebli in dem Beitrag.
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– Israel –
PUMA beendet Zusammenarbeit mit Israel
Der deutsche Sportartikelherrsteller Puma beendet im kommenden Jahr sein Sponsoring der israelischen Fußballnationalmannschaft.
Herzogenaurach – Der deutsche Sportartikelhersteller PUMA beendet im kommenden Jahr sein Sponsoring der israelischen Fußballnationalmannschaft. PUMA hatte Adidas als Sponsor und Hersteller der Trikots der israelischen Nationalmannschaft im Jahr 2018 abgelöst.
Die Boykott-, Desinvestitions- und Sanktionsbewegung (BDS) hatte bereits vor dem Anschlag vom 7. Oktober zum Boykott des Sportbekleidungsunternehmens aufgerufen und feiert die Entscheidung als ihren Erfolg. PUMA sieht sich schon seit langem mit Boykottaufrufen wegen seiner Markenallianz mit dem israelischen Fußballverband (IFA) konfrontiert, aber solche Aufrufe haben sich während der zweimonatigen israelischen Offensive im Gazastreifen, bei der mehr als 18.000 Palästinenser getötet wurden, noch verstärkt.
BDS:
PUMA ist seit 2018 Ziel einer weltweiten BDS-Kampagne wegen seiner Unterstützung der israelischen Apartheid, die Millionen von Palästinensern unterdrückt. Durchgesickerte interne Nachrichten enthüllten, dass PUMA unter enormem Druck stand, den Vertrag fallen zu lassen. Dieser Boykottsieg ist ein bittersüßer Sieg, da die ethnische Säuberung der Palästinenser durch Israel weitergeht. Aber er gibt uns Hoffnung und die Entschlossenheit, alle Unterstützer des Völkermords und der Apartheid zur Rechenschaft zu ziehen, bis alle Palästinenser in Freiheit, Gerechtigkeit und Gleichheit leben können.
PUMA hat in einer Erklärung jedoch darauf hingewiesen, dass die Entscheidung bereits 2022 im Rahmen der neuen „Weniger-größer-besser“-Strategie von Puma getroffen worden sei und entspreche den regulären Zeitplänen für das Design und die Entwicklung von Mannschaftstrikots.
„Während zwei neu unterzeichnete Nationalmannschaften – einschließlich einer neuen Erklärungsmannschaft – später in diesem Jahr und 2024 bekannt gegeben werden, laufen die Verträge einiger Verbände wie Serbien und Israel 2024 aus“, so der Sprecher des Unternehmens in einer per E-Mail übermittelten Erklärung an die Financial Times.
In BDS win, @PUMA forced to drop sponsorship of Israel Football Association.
PUMA has been the target of a worldwide BDS campaign over its support for Israeli apartheid. The IFA governs and advocates to maintain teams in illegal Israeli settlements on stolen Palestinian land. pic.twitter.com/7pluWJar3J
— PACBI – BDS movement (@PACBI) December 12, 2023
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– Gaza-Krieg –
UNICEF-Sprecher: Dies ist ein Krieg gegen Kinder
„Gaza ist ein Friedhof für Tausende von Kindern geworden“, sagte Elder. Zudem hätten viele der zum Krankenhaus gebrachten verletzten Kinder keine Eltern oder Verwandten mehr.
Antalya – Es sind skandalöse Szenen in der türkischen Süper Lig, die die Welt schockieren.
Nach dem Spiel zwischen Caykur Rizespor und Ankaragücü (1:1) stürmt plötzlich Faruk Koca, Ankaragücüs Präsident, auf den Schiedsrichter Halil Umut Meler zu und schlägt ihm mit der Faus ins Gesicht.
Während Meler noch auf dem Boden liegt, traten ihm weitere Personen gegen den Kopf. Der Schiedsrichterwurde mit Kopfverletzungen und einem blauen Auge ins Krankenhaus gebracht. Zwei Personen, die Meler ebenso angegriffen hatten, wurden daraufhin festgenommen.
Koca musste im Krankenhaus behandelt werden, aber „die Haftverfahren werden nach der Behandlung durchgeführt“, sagte der türkische Innenminister Ali Yerlikaya.
Der türkische Fußballverband verkündete am heutigen Dienstag, dass der Spielbetrieb der Süper Lig auf unbestimmte Zeit ausgesetzt werde.
„Es tut mir so leid. Es tut mir so leid“, schreibt Ex-BVB-Star und Antalyas aktueller Trainer Şahin auf X (ehemals Twitter).
„Kinder sehen sich die Spiele auf dem Bildschirm an und träumen davon, Fußballer zu werden. Mütter und Väter arbeiten Tag und Nacht, um die Träume ihrer Kinder zu teilen. Technische Teams, Spieler und Vereinsmitarbeiter arbeiten Tag und Nacht. Die Fans füllen die Tribünen und kommen zu den Auswärtsspielen, vielleicht mit den Mitteln, die sie gespart haben. Alle wollen, dass die Farben, die sie lieben, erfolgreich sind. Wir alle wollen, dass sich der türkische Fußball weiterentwickelt und mit allen Konkurrenten in der Welt mithalten kann“, so der Antalyaspor-Trainer weiter.
Üzgünüm, çok üzgünüm.
Çocuklar, ekran başında maçları izleyip, futbolcu olma hayalleri kuruyor.
Anneler, babalar, gece-gündüz demeden çabalıyor, çocuklarının hayallerine ortak oluyor.
Teknik ekipler, oyuncular, kulüp çalışanları gecelerini gündüzlerine katıyor. Taraftarlar…
— Nuri Şahin (@nurisahin) December 11, 2023
Auch in einer Erklärung des türkischen Fußballverbands wurde der „unmenschliche und verabscheuungswürdige“ Angriff auf den Offiziellen verurteilt.
„Wir verfolgen den Gesundheitszustand von Halil Umut Meler aufmerksam und wünschen unserem wertvollen Schiedsrichter eine rasche Genesung“, hieß es in der Erklärung.
„Dieser unmenschliche und verabscheuungswürdige Angriff richtete sich gegen alle Akteure des türkischen Fußballs. Jeder, der Schiedsrichter ins Visier genommen und zu Straftaten gegen Schiedsrichter ermutigt hat, macht sich mitschuldig an diesem verabscheuungswürdigen Verbrechen. Die unverantwortlichen Äußerungen von Vereinsvorsitzenden, Managern, Trainern und Fernsehkommentatoren, die sich gegen Schiedsrichter richteten, haben den Weg für diesen abscheulichen Angriff geebnet“, so der verband weiter.
Erdoğan verurteilt Tat
Auch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan äußerte sich nach den schockierenden Szenen. „Ich verurteile den Angriff auf den Schiedsrichter Halil Umut Meler nach dem Spiel MKE Ankaragücü-Çaykur Rizespor von heute Abend und wünsche ihm eine schnelle Genesung“, sagte er.
„Sport bedeutet Frieden und Brüderlichkeit. Sport ist unvereinbar mit Gewalt. Wir werden niemals zulassen, dass es im türkischen Sport zu Gewalt kommt. so der türkische Staatschef weiter.
Ankaragücü entschuldigt sich
MKE Ankaragücü bedauerte in einer Erklärung das Verhalten seines Präsidenten: „Wir sind betrübt über den Vorfall, der sich heute Abend ereignet hat.
„Wir entschuldigen uns bei der türkischen Fußballöffentlichkeit und der gesamten Sportgemeinschaft für den traurigen Vorfall, der sich nach dem Spiel von Caykur Rizespor im Eryaman-Stadion ereignet hat.
Athen – Bei Erdogans Griechenland-Besuch wurden zwischen den beiden Ländern 15 Abkommen unterzeichnet, darunter auch eine Visafreiheit für Türken.
In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Anadolu sagte der griechische Migrationsminister, dass die neue Regelung trotz der starken Skepsis einiger EU-Mitglieder, insbesondere in Nord- und Westeuropa, zustande kam.
Kairidis erinnerte daran, dass die Türkei der einzige EU-Beitrittskandidat ist, der im Gegensatz zu den anderen Beitrittskandidaten nicht von der Visafreiheit für den Schengen-Raum profitiert, und versicherte, dass Griechenland die EU-Perspektiven der Türkei und die Visaliberalisierung für türkische Bürger systematisch unterstützt habe.
„Es ist uns schließlich gelungen, die Europäische Kommission von den Vorteilen des Programms zu überzeugen, das Türken und Griechen zusammenbringt“, sagte er.
Kairidis zufolge ist die Visaerleichterung, für die er sich persönlich eingesetzt hat, im Rahmen der anhaltend guten Stimmung in den bilateralen Beziehungen zu verstehen.
Dies sei auch ein Problem für Griechenland gewesen, das mehr türkische Besucher anlocken wollte, sagte der Minister und fügte hinzu, dass türkische Touristen von der griechischen Tourismusbranche als ausgabefreudige und familienorientierte Menschen geschätzt würden.
Der Minister wies auf die Rolle der Politiker bei der Gestaltung der bilateralen Beziehungen hin: „Wir, die Politiker sowohl der türkischen als auch der griechischen Seite, wollen Probleme lösen und sie nicht aufrechterhalten oder vergrößern.“
Kairidis erläuterte, dass das Programm türkischen Staatsbürgern das ganze Jahr über den Besuch von 10 griechischen Inseln – darunter Lemnos, Lesbos, Chios, Samos, Leros, Kalymnos, Kos, Rhodos und Kastelorizo – für bis zu sieben Tage ermöglichen wird, indem die griechische Polizei bei ihrer Ankunft ein spezielles Visum ausstellt, nachdem ihre Daten in den Schengen-Visum- und Europol-Datenbanken überprüft wurden, anstatt ein umständliches reguläres Visumantragsverfahren zu durchlaufen.
Darüber hinaus betonte er, dass, wenn dieses Pilotprogramm erfolgreich ist, die Argumente für weitere Visaerleichterungen für Inhaber türkischer Pässe auf der Ebene der Europäischen Kommission stark sein werden.
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– Erdogan in Athen –
Griechenland unterstützt EU-Beitritt der Türkei
Erdogan sagte, man wolle „die Ägäis in ein Meer des Friedens und der Zusammenarbeit verwandeln und mit gemeinsamen Schritten ein Vorbild für die Welt sein.“
Osnabrück – Der Deutsche Hospiz- und Palliativverband (DHPV) hat vor den Gefahren einer Liberalisierung der Sterbehilfe gewarnt.
Es gebe „Angehörige, die von ihren alten Verwandten erwarten, Schluss zu machen, um beispielsweise das Pflegeheim nicht mehr bezahlen zu müssen“, sagt der Verbandsvorsitzende Winfried Hardinghaus im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). Zugleich gebe es Fälle, bei denen ältere Menschen von sich aus den Angehörigen nicht mehr zur Last fallen wollen.
„Von den Niederlanden hört man manchmal ganz Schlimmes“, sagte Hardinghaus der „NOZ“ weiter. „Da müssen sich die alten Menschen teilweise erklären, warum sie noch weiterleben wollen.“
In den Niederlanden ist seit zwanzig Jahren die aktive Sterbehilfe (Tötung auf Verlangen), erlaubt. In Deutschland ist sie nach wie vor verboten, jedoch der assistierte Suizid grundsätzlich erlaubt. Zwei Gesetzentwürfe mit einschränkenden Regulierungen für die Suizidbeihilfe waren im Sommer gescheitert.
Aus Sicht des 72-Jährigen mangelt es an Informationen über Hilfsangebote. Oft würden Menschen nicht sterben wollen, sondern „so nicht weiterleben“, sagte Hardinghaus. „Dabei können wir jedem alle Schmerzen nehmen.“ Mehr als 44 Prozent aller Suizide wurden 2022 in Deutschland von Menschen über 65 Jahren begangen.
Wiesbaden – Wenn’s kracht, knallt und blitzt, freut sich mancher Mensch. Für viele Heimtiere ist Silvester aber kein Fest. Während die einen den Jahreswechsel feiern, ist diese Nacht für Heimtiere, besonders Hunde und Katzen, oft die schlimmste des ganzen Jahres. Ihr sensibles Gehör leidet unter dem Krach, das plötzliche, laute Knallen und die Lichtblitze können Unruhe und Panik auslösen. Auch der Brandgeruch versetzt die Tiere mit ihren sensiblen Nasen oft in Schrecken.
Wie können Halter ihre Lieblinge an Silvester vor Raketen und Böllern schützen und Stress reduzieren? „Die wichtigste Regel ist: selbst ruhig bleiben“, erklärt Selina Zang, Fachreferentin beim Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe (ZZF). „Wer nervös oder ängstlich ist, kann sein Empfinden unbewusst auf das Tier übertragen. Reagiert die Bezugsperson gelassen auf das Feuerwerk, wirkt das beruhigend und signalisiert dem Tier, dass keine akute Gefahr besteht.“
Die eine Katze flüchtet beim ersten Knall unter das Sofa, die andere legt sich zum Kuscheln auf den Schoß: „Das Tier sollte entscheiden können, ob es sich lieber verkriecht oder Nähe sucht. Wichtiger ist, dass der Schützling weiß, dass er nicht allein ist.“ Selina Zang rät, den Alltag für das Heimtier so normal wie möglich zu gestalten. Werden Hund oder Katze an Silvester mit für das Tier ungewöhnlich viel Aufmerksamkeit bedacht, kann dies die Tiere verunsichern und ihre Unruhe bestärken.
Spätestens am 31. Dezember, wenn die Dämmerung einbricht, sind die ersten Böller zu hören. Auch noch Tage nach dem Jahreswechsel knallt es vereinzelt hier und da. „Hunde sollten in dieser Zeit immer an der Leine geführt werden, um zu verhindern, dass sie bei einem plötzlichen Knallen in Panik weglaufen.“ Tierexpertin Zang empfiehlt, wenn möglich, Innenstädte, Wohnviertel sowie unbekannte Gebiete ganz zu meiden. Es ist ratsam, die gewohnte Abendrunde an Silvester auch zeitlich etwas nach vorn zu verlegen.
Katzen, die sich auch im Freien bewegen, sollten bestenfalls ab dem frühen Nachmittag nicht mehr hinaus. Auch wenn es der Samtpfote vielleicht nicht gefällt, bleibt sie am besten bis zum nächsten Morgen in der Wohnung oder im Haus.
Hunde und Katzen suchen sich drinnen meist selbst einen Platz, um sich dem lauten Treiben zu entziehen. Ein abgedunkelter Raum schafft zusätzlich eine entspanntere Atmosphäre, für Ablenkung sorgen gewohnte Spielrituale und alles, was die Stimmung stressfreier macht.
Ein ruhiges, idealerweise von der Straße abgelegenes Zimmer macht Kleinsäugern wie Mäusen, Kaninchen und Hamstern den Rutsch ins neue Jahr angenehmer. Bei geschlossenen Gardinen oder Rollläden bleiben auch die blitzenden Lichter draußen. Ein dunkles Versteck im Gehege, ein neues Spielzeug und sanfte Musik können ebenso gegen Silvesterstress helfen.
„Vermeiden sollten Halter aber unbedingt, das Gehege in einen Raum zu stellen, den ihre Tiere nicht kennen, zum Beispiel Keller oder Dachboden“, macht Zang deutlich. Die Nager sollten nicht aus ihrer vertrauten Umgebung gerissen werden: Das bedeutet zusätzlichen Stress. „Zur Angst vor Böllern und grellem Licht kommt dann nämlich noch ein neues Revier mit fremden Geräuschen und Gerüchen hinzu.“
Kaninchen im Außengehege sollten in der Regel auch an Silvester draußen bleiben. Die ungewohnte Umgebung und vor allem der Temperaturunterschied würden zur höheren Belastung führen als die laute Nacht im Freien. Eine brandfeste Abdeckung ist überall da sinnvoll, wo die Gefahr besteht, dass Feuerwerkskörper ins Gehege fallen könnten.
Wie bei Kleinsäugern sollte auch der Raum, in dem Heimvögel stehen, am letzten Tag des Jahres abgedunkelt werden. Flattern die Tiere, aufgeschreckt durch plötzlichen Lärm und Blitze, aufgeregt in ihrer Voliere, ist das Risiko sich zu verletzen sehr hoch. Das Fenster oder alternativ die zum Fenster gewandte Seite der Voliere sollten sorgfältig abgedunkelt werden. Um Panikflüge zu vermeiden, empfiehlt Zang, ein schwaches Nachtlicht im Zimmer brennen zu lassen. „Vögel können im Dunkeln nicht gut sehen. Werden sie durch den unvermittelten Lärm aufgeschreckt, macht sie die dunkle Umgebung noch unruhiger.“ Leise Musik kann die Gefiederten beruhigen, eine kleine Leckerei lenkt sie vom Trubel ab.
Wer das Vogelzimmer am Silvesterabend lüftet, sollte die Fenster entweder bereits einige Stunden vor dem Jahreswechsel wieder schließen oder mit dem Öffnen bis zum Neujahrsmorgen warten. Der Grund ist, dass Heimvögel sehr empfindlich auf den Feinstaub reagieren, der durch das Feuerwerk freigesetzt wird.
Nicht nur Heimtiere kann Silvester in Stress und Panik versetzen. Auch Wildtiere können vom plötzlichen Lärm und grellen Blitzen überrascht werden und sind dem Feuerwerk meist schutzlos ausgeliefert. Wer Füchsen, Igeln, Rehen, Vögeln und anderen Wildtieren helfen möchten, sollte auf Feuerwerk lieber verzichten.