USA
New York: Ab sofort ist der islamische Gebetsruf erlaubt

New York – Moscheen in New York City können seit gestern  erstmals den Muezzin per Lautsprecher zum Gebet rufen lassen Die Stadt New York hat am Dienstag neue Richtlinien herausgegeben, die es Moscheen erlauben, freitags den muslimischen Gebetsruf ohne Genehmigung und trotz der Schallschutzbestimmungen in den Stadtvierteln zu übertragen. Nach Angaben der Stadt erlaubt die Richtlinie den Gebetsruf auch in den Abendstunden während des Ramadan, des Fastenmonats der muslimischen Gemeinschaft. Nach den neuen Vorschriften benötigen Moscheen keine Sondergenehmigung, um den islamischen Gebetsruf (Adhan) freitags und bei Sonnenuntergang während des heiligen Monats Ramadan öffentlich vorzutragen, sagte Bürgermeister Eric Adams bei der Bekanntgabe der neuen Richtlinien am Dienstag. Der Freitag ist der traditionelle heilige Tag des Islams, und während des Ramadan brechen die Muslime ihr Fasten bei Sonnenuntergang. „Heute bauen wir Bürokratie ab und sagen klar und deutlich: Wenn Sie eine Moschee oder ein Gotteshaus sind, müssen Sie keine Genehmigung für den Ruf zum Freitagsgebet beantragen. Es steht Ihnen frei, Ihren Glauben in New York City auszuleben“, so Adams weiter. Das Büro für Gemeindeangelegenheiten der Polizeibehörde wird mit den Moscheen zusammenarbeiten, um die neuen Richtlinien umzusetzen und sicherzustellen, dass die Geräte, die zur Übertragung des Adhan verwendet werden, auf angemessene Dezibelwerte eingestellt sind, sagte Adams. „Der Klang des Adhan ist nicht nur ein Aufruf zum Gebet, sondern auch ein Aufruf zur Einheit, zum Nachdenken und zur Gemeinschaft“, sagte Afaf Nasher, Geschäftsführer der New Yorker Sektion des Council on American-Islamic Relations, in einer Erklärung. „Wir glauben, dass diese Aktion zu einem besseren Verständnis und einer größeren Wertschätzung der Werte und Traditionen der muslimischen Gemeinschaft beitragen wird.“ Somaia Ferozi, Direktorin der Ideal Islamic School in Queens, sagte, dass die neuen Regeln der Stadt New York eine positive Botschaft an ihre Schüler senden.

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Die dänische Regierung hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, der die öffentliche Verbrennung religiöser Schriften unter Strafe stellt.

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Köln
Türkische Vereine: Unterschriftenaktion gegen Mahnmal in Köln

ein Gastbeitrag von Nabi Yücel

Das Mahnmal in Köln an der linksrheinischen Seite der Hohenzollernbrücke erregt seit mehr als fünf Jahren die Gemüter. Weil die Stele unrechtmäßig ständig an Ort und Stelle steht, hat die „Initiative Türkischer Vereine und Verbände in Köln und Umgebung“ eine Unterschriftenaktion (Link) ins Leben gerufen. Man will deutlich machen, dass die ständige Präsenz der Stele sich gegen die Verständigungskultur richtet und die gesellschaftliche Solidarität ausschließt.

Nicht zu Unrecht, wie sich bald herausstellt, als die „Initiative Türkischer Vereine und Verbände in Köln und Umgebung“ sich zu dieser Unterschriftenaktion entscheidet und öffentlich bekannt gibt, um Solidarität unter den Türken zu demonstrieren. Deutsche Medien berichten über die Solidaritätsaktion und werfen ihr unter Hinzuziehung von „Experten“ Verfassungsfeindlichkeit, nähe zur türkischen Regierung bis hin zu Islamismus und Rechtsradikalismus vor. Eine gängige Art, den nötigen und dringlichen Diskurs erst nicht aufkommen zu lassen.

Dabei handelt es sich um insgesamt 61 Vereine aus Köln und Umgebung, die einen beträchtlichen, ja sogar überwältigenden Anteil der Türken in Köln und Umgebung vertreten bzw. abbilden, darunter Moscheen, Kulturvereine oder Wirtschaftsverbände. Der Schritt dieser Initiative ist insofern interessant, als dass sie sich diesmal öffentlich zu der Stele äußert und entschieden dagegen vorgehen will.

Man stellt einerseits fest, dass ein letzter Eilantrag der „Initiative Völkermord Erinnern“, das Mahnmal nicht nur temporär, sondern auch langfristig aufgestellt zu lassen, durch das Verwaltungsgericht Köln am 23.06.2023 abgelehnt wurde. Andererseits ist die besagte Initiative bestrebt, durch ständige Agitationen und Unterstellungen massiven Druck auf Stadt und Verwaltung auszuüben, damit die Demontage der Stele unterbleibt.

Gravierender erachten die 61 türkischen Vereine jedoch die kategorische Weigerung der „Initiative Völkermord Erinnern“, den Dialog mit ihnen zu suchen. Diese jahrelange rücksichtlose einseitige Haltung habe den gegenseitigen Respekt unterhöhlt, der Vielfalt der Stadt sehr geschadet. Man wünsche sich einen inklusiven Austausch und entsprechende Umgangsart, um eine Aussöhnung zu geschichtlichen Ereignissen zu erreichen, zumindest einen Konsens zu finden. Eine aufoktroyierte Geschichtsauffassung werde aufgrund dieser totalitären Haltung nicht mehr akzeptiert, so die Vertreter der „Initiative Türkischer Vereine und Verbände in Köln und Umgebung“ und fordern zur Solidarität mit der Initiative auf.

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– Mahnmal in Köln – Wieso das „Mahnmal” in Köln nicht dem Frieden dient

In Köln sorgt ein sogenanntes Mahnmal für erheblichen Konfliktstoff zwischen Teilen der armenischen Lobby und der türkischen Gemeinde der Stadt. Trotz eines Gerichtsbeschlusses zum Entfernen der Skulptur geht der Streit weiter.

Wieso das „Mahnmal” in Köln nicht dem Frieden dient
 

Australien
Australien: Lebendiger Wurm im Gehirn einer Frau gefunden

Canberra – In einem Krankenhaus in Canberra haben Ärzte einen lebendigen, acht Zentimeter langen Rundwurm aus dem Gehirn einer 64-jährigen Frau entfernt. Die Ärzte beschrieben den Wurm als „lebendig und zappelnd“. Eine 64-jährige Frau aus Wales, Australien, begann über Bauchschmerzen, Durchfall, trockenen Husten und nächtliche Schweißausbrüche zu klagen, woraufhin sie im Januar 2021 in ein örtliches Krankenhaus eingeliefert wurde. Es folgte ein Jahr, in dem sie mehrere Krankenhäuser wechselte und sich ihr Zustand verschlechterte. Bakterien-, Pilz- und Mykobakterienkulturen waren negativ. Auch Tests zur Bestimmung des Parasitenbefalls von Stuhlproben waren negativ. Während eines Zeitraums von drei Monaten litt die Patientin unter Vergesslichkeit und einer sich verschlimmernden Depression. Ein MRT des Gehirns zeigte eine 13 × 10 mm große Läsion. Die Ärzte beschlossen, eine offene Biopsie durchzuführen. Was sie an diesem Tag im Operationssaal vorfanden, überraschte alle Anwesenden. Sie zogen einen 8 Zentimeter langen parasitären Spulwurm aus dem Gehirn der Frau. Bei dem Parasiten handele es sich um die Spezies Ophidascaris robertsi, die normalerweise nur in Pythons vorkomme, hieß es in einer neuen Studie im Fachmagazin Emerging Infectious Diseases. Erster Fall eines lebenden Wurmes im Gehirn Wie konnte er also in das Gehirn dieser Frau gelangen? Die Krankengeschichte der Patientin lässt sich auf ihren Wohnsitz in der Nähe eines Seegebiets zurückführen, in dem normalerweise Rautenpythons leben. Laut der Zeitschrift Emerging Infectious Diseases, in der dieser Fall dokumentiert wurde, hatte die Frau keinen direkten Kontakt mit der Schlange. Sie sammelte Gemüse aus der Umgebung des Sees, um es zum Kochen zu verwenden. Man kam zu dem Schluss, dass die Frau die Eier von Ophidascaris robertsi entweder direkt über das Gemüse oder indirekt durch Kontamination ihrer Hände oder Küchengeräte aufgenommen haben muss.

Krim-Annexion
USA verurteilen Russlands Verfolgung der Krimtataren

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Washington – Die US-Regierung hat am Montag die Verfolgung der turksprachigen Krimtataren durch Russland unmissverständlich verurteilt. „Die USA verurteilen aufs Schärfste die fortgesetzte Verfolgung der Krimtataren durch die russischen Besatzungsbehörden, zu der auch eine neue Welle von Massenverhaftungen und Inhaftierungen gehört. Russland muss die Verfolgung der Krimtataren und die Besetzung der Ukraine beenden und alle politischen Gefangenen freilassen“, erklärte Außenminister Antony Blinken auf twitter. Krim-Annexion Im Februar 2014 marschierten russische Streitkräfte auf der Halbinsel Krim ein. Im darauffolgenden Monat teilte Präsident Wladimir Putin die Region förmlich in zwei verschiedene föderale Einheiten der Russischen Föderation auf. Seitdem werden die Krimtataren verfolgt. Dies wurde von zahlreichen Ländern scharf verurteilt. Nach einem Referendum unterzeichnete der russische Präsident Wladimir Putin am 18. März 2014 einen Vertrag über die Eingliederung der Krim in die Russische Föderation. Die Volksabstimmung wurde bis heute international jedoch nicht anerkannt. Westliche Staaten haben daraufhin mehrfach Sanktionen gegen Russland erlassen. Das Auswärtige Amt bezeichnete die Ereignisse bis heute als völkerrechtswidrige Annexion. Auch die Türkei bezeichnete Russlands Präsenz in der Krim als „illegale Annexion“. Die Türkei hat die „illegale Annexion der Krim“ nicht anerkannt und werde dies auch in Zukunft nicht tun. Die Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine müsse respektiert werden, sagte etwa der damalige stellvertretende türkische Außenminister Yavuz Selim Kiran bei einer Sonderveranstaltung zur Krim auf der 46. Sitzung des UN-Menschenrechtsrates im Februar 2021. Auch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat wiederholt die Annexion der Krim durch Russland verurteilt. „Wir haben und werden immer die Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine unterstützen, auch über die Krim,“ sagte Erdogan etwa bei einem Treffen mit seinem ukrainischen Amtskollegen Wolodymyr Selenskyj im Oktober 2020 in der türkischen Hauptstadt Ankara. „Die Türkei sieht die Ukraine als ein Schlüsselland für die Gewährleistung von Stabilität, Sicherheit, Frieden und Wohlstand in unserer Region,“ so Erdogan.

Laut Moskau sei das eindeutige Ergebnis des Referendums jedoch eine Willensbekundung der Krim-Bevölkerung für einen Beitritt zur Russischen Föderation gewesen. Diese gehe mit dem Selbstbestimmungsrecht dieser Gruppe einher und Russland hätte eine Schutzverpflichtung gegenüber den in der Ukraine lebenden Russen. Deswegen handle es sich bei den Ereignissen keineswegs um eine Annexion. Russland sieht die Krim als russisch und versucht die Annexion mit geschichtspolitischen Argumenten zu legitimieren, so die Bundeszentrale für Politische Bildung.

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– Ukraine-Konflikt – Kiew: Tschetschenen-Führer Cheberloyevsky dankt Türkei für Unterstützung

Im Krieg in der Ukraine setzt die russische Regierung auf die Unterstützung Ramsan Kadyrows, Herrscher der russischen Teilrepublik Tschetschenien. Jedoch kämpfen auch auf der Seite der Ukraine Tschetschenen. NEX24 traf deren Anführer Muslim Cheberloyevsky in Kiew.

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Zinspolitik
Weiterhin hohe Inflationszahlen im Dienstleistungssektor könnten die EZB unter Druck setzen

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Von Tomasz Wieladek

Im Juli erklärte Präsidentin Lagarde, dass die Entscheidung der EZB über eine Zinserhöhung oder eine Zinspause im September von den Daten abhängen würde. Heute Morgen betonten die restriktivsten Mitglieder des EZB-Rats, darunter Bundesbankpräsident Joachim Nagel, dass die Datenlage noch nicht ausreiche, um eine Pause im September zu rechtfertigen.

Am Freitag berichtete Reuters, dass der EZB-Rat in Anbetracht der schwachen PMI-Daten immer mehr dazu neigt, im September eine Pause einzulegen. In dem Reuters-Bericht heißt es, dass eine solche Pause mit der klaren Aussage einhergehen würde, dass die EZB trotz einer Pause im September auch in Zukunft Zinserhöhungen vornehmen könnte. Auch wenn die Stimmung der EZB-Politiker zunehmend für eine Zinspause spricht, könnte diese feine Balance immer noch in Richtung einer Zinserhöhung kippen, wenn die Inflation weiterhin stark und anhaltend ist.

Daher richten sich alle Augen auf die Veröffentlichung der August-Inflation im Euroraum in der nächsten Woche. Wir werden die Daten aus Spanien und Deutschland einen Tag früher erhalten. Derzeit gehen die Konsensprognostiker davon aus, dass der Kerninflationsindex des Euroraums von 5,5 % im Juli auf 5,3 % im August fallen wird. Auf den ersten Blick wäre ein solches Ergebnis ein erster Hinweis darauf, dass die jährliche Kerninflation im Euroraum ihren Höhepunkt erreicht hat. Bei jeder Jahresberechnung können jedoch Basiseffekte häufig das Signal der Daten dominieren. Es ist bereits weithin anerkannt, dass die Inflation bei Industriegütern, die etwa die Hälfte des Kern-VPI-Warenkorbs ausmachen, in den kommenden Monaten deutlich zurückgehen wird.

Der Schlüssel zu den politischen Entscheidungen der EZB wird jedoch die Inflation bei den Dienstleistungen sein. Der EZB-Rat ist sich bewusst, dass starke Basiseffekte im September zu einer niedrigeren Dienstleistungsinflation als im Vorjahr führen werden. Um die Stärke und Dauerhaftigkeit der Dienstleistungsinflation zu beurteilen, wird der EZB-Rat daher die monatliche Wachstumsrate der Dienstleistungspreise im Euroraum betrachten. Eine monatliche Inflationsrate von 0,4 % oder mehr würde darauf hindeuten, dass die Dienstleistungsinflation weiterhin sehr dynamisch und anhaltend ist und dass es noch keine Anzeichen für einen Höhepunkt gibt.

In Anbetracht des Anstiegs des Dienstleistungspreisindizes in den Einkaufsmanagerindizes in diesem Monat wäre dies wahrscheinlich das wichtigste Indiz für die Entscheidung der EZB über eine Zinserhöhung. In letzter Zeit war es für die Ökonomen sehr schwierig, die Inflation im Euroraum im Konsens zu prognostizieren. Professionelle Prognostiker und die EZB haben in den letzten Monaten die Stärke und Hartnäckigkeit der Inflationsdynamik im Dienstleistungssektor weiterhin unterschätzt. Es besteht daher ein erhebliches Risiko, dass die Inflationsdynamik im Dienstleistungssektor weiterhin anhält und sogar eine weitere positive Überraschung liefern könnte.

In Anbetracht der schwachen Einkaufsmanagerindizes, die diese Woche veröffentlicht wurden, wird jede Entscheidung über eine Zinserhöhung im September natürlich sehr ausgewogen sein. Darauf deuten auch die heute Morgen von Reuters veröffentlichten Kommentare hin. Man darf jedoch nicht vergessen, dass das Hauptziel der EZB die Preisstabilität mit einem Inflationsziel von 2 % ist. Wenn die VPI-Inflation bei den Dienstleistungen, die der beste Indikator für die im Euroraum erzeugte Inflation ist, weiterhin eine starke Dynamik aufweist, wäre dies ein starkes Argument für eine Anhebung im September, da die im Inland erzeugte Inflation ihren Höhepunkt noch nicht erreicht hat.

Die Konferenz in Jackson Hole am Freitag konzentrierte sich auf strukturelle Wirtschaftsfragen, einschließlich der Frage, ob die Inflationsrate gestiegen ist. Der Gedanke, dass sich der Leitzins der EZB bereits in einem restriktiven Bereich befindet, könnte in Frage gestellt werden, wenn aus den Daten der nächsten Woche kein Höhepunkt der Dienstleistungsinflation ersichtlich ist. Die Falken im EZB-Rat werden auf die schwächere Korrelation der PMIs mit dem BIP seit der Pandemie verweisen. Dies gilt insbesondere für die Länder, in denen der PMI für den Dienstleistungssektor am stärksten angepasst wurde, wie z. B. in Deutschland.

Das Argument wird auch sein, dass der Arbeitsmarkt nach wie vor sehr stark ist und die Wirtschaft somit Zweitrundeneffekten ausgesetzt ist. Schließlich deuten die deutschen PMI-Daten darauf hin, dass die Dienstleistungspreise schneller steigen. Ein starkes Ergebnis bei der Dienstleistungsinflation in der nächsten Woche könnte daher den EZB-Rat zu einer letzten Zinserhöhung bewegen.


Tomasz Wieladek, Chefvolkswirt für Europa bei T. Rowe Price

         

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– Türkei – Türkei: Lira steigt dramatisch nach Zinserhöhung

Türkische Währung steigt um mehr als fünf Prozent gegenüber dem Dollar, während die Türkei mit der größten Zinserhöhung seit Jahren überrascht.

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Meinungsfreiheit
In Dänemark sollen Koranverbrennungen verboten werden

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Kopenhagen – Die dänische Regierung hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, der die öffentliche Verbrennung religiöser Schriften unter Strafe stellt. Die Maßnahme werde ergriffen, um die Verbrennung der Bibel oder des Korans zu kriminalisieren, hieß es in einer Erklärung des Außenministeriums. Das Verbrennen eines Korans wäre nach dem neuen Gesetz eine Straftat, die mit Geldstrafen oder bis zu zwei Jahren Gefängnis geahndet wird. Die Mitte-Rechts-Regierung möchte das bestehende Verbot der Verbrennung ausländischer Flaggen in Dänemark erweitern, indem sie auch „die unsachgemäße Behandlung von Gegenständen verbietet, die für eine Religionsgemeinschaft von großer religiöser Bedeutung sind“, so Justizminister Peter Hummelgaard. „Infolge der jüngsten Koranverbrennungen wird Dänemark in weiten Teilen der Welt zunehmend als ein Land angesehen, das beleidigende und verunglimpfende Handlungen gegen andere Länder und Religionen erleichtert“, heißt es in der Erklärung weiter. Der Gesetzentwurf bezieht sich nicht auf mündliche oder schriftliche Äußerungen, einschließlich Zeichnungen, sondern auf Handlungen, die an einem öffentlichen Ort oder mit dem Ziel einer weiteren Verbreitung vorgenommen werden. „Diese beleidigenden und verunglimpfenden Handlungen haben negative Auswirkungen auf die Sicherheit der Dänen, sowohl im Ausland als auch zu Hause in Dänemark“, sagte Justizminister Peter Hummelgaard. Er wies darauf hin, dass dies konkret bedeutet, dass die öffentliche Verbrennung beispielsweise der Bibel oder des Korans unter Strafe gestellt wird. Hummelgaard sagte auf einer Pressekonferenz, die jüngsten Proteste seien „sinnlose Verhöhnungen, die keinen anderen Zweck haben, als Zwietracht und Hass zu schüren“. Die dänische Regierung hat sich wiederholt von den Schändungen distanziert, aber darauf bestanden, dass die Meinungsfreiheit einer der wichtigsten Werte der dänischen Gesellschaft ist. Sie sagte, dass diese durch das vorgeschlagene Gesetz nicht beeinträchtigt werden würde. Das Recht auf freie Meinungsäußerung ist „ein Eckpfeiler der dänischen Demokratie, und die Freiheit, sich zu äußern, ist ein zentraler Wert in der dänischen Gesellschaft“, so Hummelgaard. Der Vorschlag sei „ein gezielter Eingriff, der nichts an der Tatsache ändert, dass die Meinungsfreiheit in Dänemark einen sehr breiten Rahmen haben muss“, sagte er. Außenminister Lars Løkke Rasmussen sagte, es habe mehr als 170 Proteste, darunter viele Koranverbrennungen, vor den Botschaften muslimischer Länder gegeben, und die vorgeschlagene Änderung sei „ein wichtiges politisches Signal, das Dänemark in die Welt senden will“. Letzten Monat sagte er, die Regierung werde versuchen, die Verbrennung des Korans oder anderer religiöser Schriften rechtlich zu verhindern, fügte aber hinzu, dass es „Raum für religiöse Kritik“ geben müsse und dass es keine Pläne gebe, eine Blasphemieklausel wieder einzuführen, die 2017 aufgehoben wurde. Der Gesetzentwurf wird den Gesetzgebern am 1. September vorgelegt und soll „gegebenenfalls vor dem Ende des parlamentarischen Jahres“, also vor Weihnachten, behandelt werden, so das Justizministerium. Der schwedische Ministerpräsident hat am Freitag Respekt für den Schritt Dänemarks geäußert, die öffentliche Schändung religiöser Schriften unter Strafe zu stellen. „Ich habe großen Respekt vor dem, was Dänemark tut“, sagte Ulf Kristersson auf einer Pressekonferenz, wie lokale Medien berichteten. Er fügte hinzu, dass Schweden und Dänemark eine unterschiedliche Gesetzgebung hätten und dass die Länder, die einer Terrordrohung ausgesetzt seien, Maßnahmen ergreifen müssten. Er sagte, dass sein Land die Verfassung ändern müsste, sollte es sich entscheiden, dem dänischen Schritt zu folgen.

Russland-Sanktionen
Studie: Russische Wirtschaftsnetzwerke machen Deutschland erpressbar

Berlin – Eine neue Studie des Center for the Study of Democracy (CSD) im Auftrag der Friedrich-Naumann-Stiftung zeigt auf, welche Verflechtungen zwischen der deutschen und russischen Wirtschaft trotz des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine noch immer bestehen. Die russische Wirtschaft hat nach Erkenntnissen der Autoren strategisch informelle Netzwerke aufgebaut, um Einfluss auf die deutsche Wirtschaft zu nehmen und Sanktionen zu umgehen. Dies betrifft insbesondere den Energiesektor sowie energieintensive Branchen wie die chemische Industrie, die Lebensmittel- und Baustoffindustrie. Die Untersuchung hebt hervor, dass der Kreml über die letzten Jahrzehnte tiefgreifende informelle wirtschaftliche Netzwerke in Deutschland geknüpft hat. Nach der Annexion der Krim im Jahr 2014 haben diese dazu beigetragen, dass Russland die wirtschaftlichen Beziehungen weiter ausbauen oder zumindest aufrechterhalten konnte. Besonders im Fokus standen dabei umstrittene Projekte wie Nord Stream 1 und Nord Stream 2. Prof. Karl-Heinz Paqué, Ökonom und Vorstandsvorsitzender der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, äußert seine Besorgnis angesichts der neuen Erkenntnisse: „Die wirtschaftlichen Verbindungen zwischen Deutschland und Russland sind selbst im zweiten Jahr des russischen Angriffskriegs noch zu intransparent. Der Kreml nutzt wirtschaftliche Hebel, um politischen Einfluss auf andere Länder auszuüben. Deutschland hat diese Realität zu lange ignoriert und sich in bestimmten Wirtschaftsbereichen erpressbar gemacht.“ Aus den Erkenntnissen der Studie müssen Konsequenzen folgen, fordert Paqué: „Es ist dringend erforderlich, die Risiken der russischen Einflussnahme zu minimieren und die Umsetzung von europäischen Sanktionen sicherzustellen. Dazu müssen Deutschland und Europa strategische Kapazitäten aufbauen, um einseitige Abhängigkeiten frühzeitig zu erkennen und zu beseitigen.“

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– Der „Rote Terror“ – Russland: Der Völkermord an den turksprachigen Kasachen

Nach einer Volkszählung von 1917 lag die kasachische Gesamtbevölkerungszahl bei über sechs Millionen, die nach einem Zensus aus dem Jahre 1939 auf 2,3 Millionen schrumpfte.

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Waffengewalt
Türkei: Jeder Zweite besitzt eine Schusswaffe

Ankara – Die in den letzten Monaten in der Türkei aufgetretenen Fälle von Waffengewalt haben die Aufmerksamkeit auf einen erheblichen Anstieg des privaten Waffenbesitzes in diesem Land gelenkt. Jüngsten Schätzungen zufolge kommt auf zwei erwachsene Männer eine Waffe. Im Juli wurden bei einem Angriff auf ein Spirituosengeschäft im Istanbuler Stadtteil Esenyurt zwei Menschen getötet. Videomaterial von diesem Vorfall verbreitete sich rasch in den sozialen Medien und löste Schock und Empörung aus. Bei einem weiteren Vorfall kurz darauf im Stadtteil Gaziosmanpaşa verfehlte ein bewaffneter Angreifer, der es auf drei Personen in einem Taxi abgesehen hatte, sein Ziel und traf stattdessen den Fahrer. Am selben Tag wurde auch ein 22-Jähriger in der südöstlichen Stadt Batman bei einem Schusswechsel getötet. Die jüngste Reihe von Vorfällen hat deutlich gemacht, dass der Waffenbesitz und der Zugang zu Schusswaffen in der Türkei zunehmen, wobei ein Großteil der Waffen nicht zugelassen ist und sich der Kontrolle der Behörden entzieht. Nach Angaben der Umut-Stiftung, die Studien zur Vorbeugung individueller Bewaffnung durchführt, besitzt einer von zwei erwachsenen türkischen Männern und einer von drei Haushalten eine Waffe. In einem Gespräch mit der türkischen Nachichtenagentur DHA sagte Dr. Ayhan Akcan, Vorstandsmitglied der Umut-Stiftung (Hoffnung), dass es in der Türkei etwa vier Millionen zugelassene Waffen gibt. „Es gibt neunmal so viele illegale Waffen. Man geht davon aus, dass es in der Türkei fast 36 Millionen nicht registrierte Waffen gibt. Das bedeutet, dass einer von zwei erwachsenen Männern und einer von drei Haushalten Waffen besitzt. Es gibt auch einen Anstieg der Verbrechen im Zusammenhang mit Waffen“, sagte Akcan. Er sagte, während vor 10 Jahren in 50 Prozent der Mordfälle Schusswaffen verwendet wurden, sei diese Zahl heute auf 85 Prozent gestiegen. „20 Prozent von ihnen werden (heute) bei häuslicher Gewalt eingesetzt. „In der Türkei werden pro Jahr fast 5.000 Menschen mit Schusswaffen getötet. Wir stellen fest, dass sowohl die Verbrechen im Zusammenhang mit Waffen als auch die Zahl der Waffenkäufe jedes Jahr um 3,5 Prozent zunehmen“, sagte Akcan. Als Lösung schlug Akcan vor, die Zahl der Waffenkäufe zu begrenzen, die „derzeit unendlich hoch“ sei. „95 Prozent der Waffenbesitzer sind Männer, zwei Drittel sind unter 40 Jahre alt. Vor allem aber sagen 70 Prozent der Besitzer, dass sie eine Waffe zur Abschreckung tragen. Auch das stellt ein erhebliches Risiko dar. Mit anderen Worten: Die Waffe lädt zur Gewalt ein. Wer eine Waffe besitzt, hat ein fünfmal höheres Risiko, getötet zu werden“, so Akcan weiter.
„Der Staat sollte Maßnahmen gegen Waffengewalt ergreifen, wenn es tatsächlich seine Pflicht ist, die Sicherheit von Leben und Eigentum in diesem Land zu gewährleisten. Leider sind 8,5 von 10 Morden in der Türkei mit Schusswaffen begangen worden. Jeden Tag werden 10 Menschen getötet. Das sind ernste Zahlen. Eine von drei Familien ist davon betroffen. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Durchschnittsbürger auf der Straße auf eine Waffe trifft, ist erschreckend hoch. Dieses Thema muss vom türkischen Parlament aufgegriffen werden.“
Die Stiftung führt Studien zur Prävention der individuellen Bewaffnung durch.

Ukraine
Türkischer Außenminister Hakan Fidan trifft Selenski

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Kiew – Der ehemalige türkische Geheimdienstchef und jetzige Außenminister Hakan Fidan traf am Freitag in Kiew den ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski und andere hochrangige Regierungsvertreter. Ankara versucht einen Kompromiss zwischen der Ukraine und Russland zu finden, um ein wichtiges Schwarzmeerabkommen für Getreideexporte wiederzubeleben. Selenski sagte, er und Fidan hätten bei ihrem Treffen verschiedene Themen erörtert, darunter die Perspektive Kiews auf einen möglichen Frieden mit Russland und die ukrainischen Bemühungen um die Einberufung eines Friedensgipfels. „Ich habe den türkischen Außenminister Hakan Fidan empfangen, um eine Reihe wichtiger Themen zu besprechen. Die Vorbereitungen für den Weltfriedensgipfel und die Friedensformel. Russlands Bedrohung des Getreidekorridors am Schwarzen Meer“, schrieb der ukrainische Präsident auf Twitter. „Ich danke der Türkei für ihre konsequente und dauerhafte Unterstützung der Ukraine.“ Das türkische Außenministerium machte keine näheren Angaben zu dem Treffen, veröffentlichte aber Bilder des Treffens von Selenski und Fidan in Kiew, bei dem Fidan auch mit dem ukrainischen Premierminister Denys Schmyhal zusammentraf. Im Anschluss an das Treffen erklärte Schmyhal, man habe über den Wiederaufbau der Ukraine sowie über die handelspolitische und wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern gesprochen, und dankte der Türkei für ihre Hilfe bei der Sicherung der weltweiten Ernährungsstabilität. Fidans Besuch in Kiew findet inmitten der Eskalation im Schwarzen Meer statt. Seit Moskaus Rückzug aus der Schwarzmeer-Initiative, die es ukrainischem Getreide und anderen Lebensmitteln ermöglichte, die Weltmärkte über die türkischen Meerengen Bosporus und Dardanellen zu erreichen, haben die russischen Angriffe in der Region zugenommen. Russland weigerte sich, das Abkommen zu verlängern, nachdem es am 17. Juli ausgelaufen war, mit der Begründung, dass der Mechanismus die Ausfuhr russischer Produkte nicht erleichtere. Die Türkei und die Vereinten Nationen hatten das Abkommen im vergangenen Jahr ausgehandelt, um die Wiederaufnahme der Getreideexporte aus der Ukraine – die als Brotkorb der Welt bekannt ist – zu ermöglichen, nachdem diese durch die russische Invasion in dem Land gestoppt worden waren. Der Rückzug Moskaus aus der Vereinbarung ließ die Getreidepreise weltweit in die Höhe schießen und führte zu internationalen Warnungen vor einer möglichen Nahrungsmittelkrise. Selenski kündigte daraufhin an, dass sein Land weiterhin Lebensmittel über einen alternativen Korridor exportieren wolle, was die Spannungen verschärfte. Russland hat seine Angriffe auf ukrainische Häfen und Lagereinrichtungen in der Region verstärkt und de facto eine Blockade verhängt. Auch mehrere russische Schiffe, darunter ein Öltanker, sind im Zuge der Eskalation unter Beschuss geraten. Trotz russischer Drohungen verließ letzte Woche ein Frachtschiff sicher den ukrainischen Schwarzmeerhafen Odessa und erreichte rumänische Gewässer. Fidan plant Moskau-Reise Der türkische Außenminister wird demnächst auch nach Moskau reisen, wie die staatliche russische Nachrichtenagentur RIA am Freitag bestätigte. Die Reise wäre die jüngste Initiative Ankaras, Russland zur Rückkehr zu dem Abkommen zu bewegen, und soll einem mit Spannung erwarteten Treffen zwischen Präsident Recep Tayyip Erdoğan und dem russischen Staatschef Wladimir Putin vorausgehen, das voraussichtlich Ende des Monats in der Türkei stattfinden wird. Als er bestätigte, dass Putin persönlich mit Erdoğan über das Abkommen und andere dringende Themen sprechen werde, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow: „Wir kündigen solche Besuche in der Regel zeitgleich mit unseren Partnerländern an. Wir werden in Kürze bekannt geben, wann und wo das Treffen stattfinden wird. Das Treffen ist in Vorbereitung und wird sehr gründlich geplant“. Putin sagte Erdoğan in einem Telefongespräch am 2. August, dass Moskau bereit sei, zum Schwarzmeergetreidehandel zurückzukehren, sobald der Westen seinen Verpflichtungen in Bezug auf Russlands Getreideexporte nachkomme. Russlands Getreide- und Düngemittelausfuhren unterliegen nicht den westlichen Sanktionen, die gegen Moskau wegen seiner Militäraktionen in der Ukraine verhängt wurden. Moskau hat jedoch erklärt, dass Beschränkungen in Bezug auf Zahlungen, Logistik und Versicherung ein Hindernis für die Ausfuhren darstellen.

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Moskau gab an, dass das Schiff einer Aufforderung zum Anhalten nicht nachgekommen sei, und bezeichnete seine Aktion als Inspektion

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Institut für Turkistik
Universität Duisburg-Essen: Kader Konuk ist keine Mitarbeiterin mehr

ein Gastbeitrag von Nabi Yücel Ein Brief an die Leitung der Universität Duisburg-Essen hat offenbar Wirkung gezeigt. Die massive Beschwerde der Turkistik-Studierenden der Universität Duisburg-Essen führte laut eigenen Angaben zum Erfolg. Kader Konuk ist keine Mitarbeiterin mehr an der Fakultät für Geisteswissenschaften im Institut für Turkistik an der Universität Duisburg-Essen. Die Information über den Abgang von Kader Konuk, dessen Lehrstuhl, seit längeren in der Kritik stand, geht aus einem Schreiben hervor, das eine Gruppe mit dem Namen „Turkistik-Studierende” veröffentlicht hat. Bereits im Juni hatten die Turkistik-Studierenden der Universität Duisburg-Essen (UDE) den Beschwerdebrief verfasst und sich mit ihrem dringlichen Anliegen an die Leitung der UED gewendet. In dem Schreiben vom Juni beklagten die Studierenden den Versuch der politischen Indoktrinierung von Studierenden durch Lehrbeauftragte seitens Kader Konuks, die als stellvertretende Direktoren das Institut leitete. „Die Grenzen der politischen Propaganda und des ‚wissenschaftlichen Gehalts ihrer Seminare‘ seien kaum vorhanden“, so der damalige Vorwurf. Laut dem jüngsten Schreiben der „Turkistik-Studierenden” begrüße man den Weggang von Kader Konuk von der von der UDE und bittet um Korrektur der Missstände, die innerhalb des Turkistik-Instituts durch das Wirken von Konuk entstanden sind. Hierzu gehöre insbesondere die politische Kaderbildung im Institut, die politischer Natur seien. Seit Jahren hätten sich parteiische Strukturen innerhalb des Instituts etabliert, vor allem unter den Lehrbeauftragten, deren einziges Ziel es gewesen sei, „pure politische Propaganda” zu verbreiten und unter den Studierenden zu verbreiten. Die Grenzen der politischen Propaganda und des „wissenschaftlichen Gehalts“ ihrer Seminare seien dadurch kaum vorhanden gewesen, so der Vorwurf. In dem jüngsten Schreiben bitten die „Turkistik-Studierenden” die UDE-Leitung nun darum, Maßnahmen zu ergreifen, um eine wissenschaftliche Lehre zu gewährleisten, damit die Turkistik endlich in verdienter Weise angehende Lehrkräfte und Akademikerinnen und Akademiker ausbilden könne.

Vetternwirtschaft, Zuwendungen und Postenschacherei

Kader Konuk stand schon einmal unter heftiger Kritik. Ende 2021 veröffentlichte David Selim Sayers eine Schrift, in der er behauptete, Kader Konuk sei in einen Sumpf von Vetternwirtschaft, Zuwendungen und Postenschacherei verwickelt. David Selim Sayers, rechnete dabei ebenfalls mit der Universität Duisburg-Essen und hierbei vor allem mit Kader Konuk vom Institut für Turkistik, ab. Laut Sayers habe das Institut unter der Führung von Kader Konuk bei einer Stellenausschreibung trotz hoher Qualifikationsanforderungen seine Bewerbung ohne Begründung abgewiesen und auch trotz mehrfacher Anfragen nicht reagiert. Sayers hatte daraufhin in Eigenregie recherchiert und stolperte nach eigenen Angaben über die Unzulänglichkeiten im Turkistik-Institut. Hier kamen auch Nil Mutluer, Hilal Alkan sowie Nazan Üstündağ (Mitglieder in der ehemaligen völkisch-kurdischen Partei in der Türkei HDP) nicht gut weg, weil sie trotz unzureichender Qualifikation in der engeren Auswahl zur Ausschreibung standen, während Sayers nicht einmal unter den ersten fünf war. Sayers warf dem Institut daher vor, hier aufgrund politischer Präferenz sowie Abstammung die Auswahl vorgenommen zu haben und dafür die Qualifikation vollkommen ausgeblendet zu haben. Sayers Wirken hatte offensichtlich die UDE-Leitung in Erklärungsnot gebracht, weshalb die damalige Direktorin für das Institut für Turkistik, Kader Konuk, klammheimlich zur stellvertretenden Direktorin „degradiert“ wurde. Konuk muss sich aber über ihre Karriere keine Gedanken machen. Vergangenen Monat wurde Kader Konuk aufgrund personeller Neuaufstellung in der Stiftung Exilmuseum Berlin als neues Vorstandsmitglied bestellt.
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.