Gaza-Krieg
Gaza: Türkischer Geheimdienst rettet deutsche Staatsbürger

Er kämpfte monatelang, um seine Eltern aus dem Gazastreifen zu retten und habe von deutschen Behörden keinerlei Unterstützung erhalten.

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Istanbul – Er kämpfte monatelang, um seine Eltern aus dem Gazastreifen zu retten und obwohl diese deutsche Staatsbürger seien, habe er von den deutschen Behörden keinerlei Unterstützung erhalten. Er habe sich auch an die US-Behörden gewandt, allerdings seien auch diese Bemühungen erfolglos geblieben.

In seiner Verzweiflung habe sich der in Deutschland geborene NASA-Ingenieur schließlich an die Türkei gewandt, woraufhin der türkische Geheimdienst (MIT) in einer filmreifen Aktion seine Eltern aus Gaza evakuiert habe. Hierfür sei er der Türkei unendlich dankbar, sagte Loay Elbasyouni, gegenüber türkischen Medien. Elbasyouni lebt in Santa Monica in Kalifornien und arbeitet als Ingenieur für die Weltraumagentur NASA und das private Weltraumunternehmen Blue Origin.

Er wies darauf hin, dass, nachdem seine Eltern aus Rafah evakuiert wurden, plötzlich deutsche Offizielle gekommen seien, um sie abzuholen. Er habe jedoch abgelehnt und die deutschen Beamten damit beschuldigt, sich mit fremden Federn schmücken zu wollen: „Die Deutschen wollten sie mitnehmen und bestanden darauf. Ich habe sie jedoch angerufen und gesagt: ‚Nein, die türkische Regierung hat alles getan. Es ist die türkische Regierung, die sie herausgeholt und hierher gebracht hat. Wir werden sie hierher nach Istanbul bringen'“, sagte er.

Muhammad Elbasyouni, 75, und die 70-jährige Alya Elbasyouni saßen in der palästinensischen Enklave fest, als am 7. Oktober eine neue Runde der Kämpfe zwischen Israel und Palästina ausbrach. Alya und Mohammed Elbasyouni gingen in den 1980ern nach Deutschland. Mohammed studierte in Marburg Medizin und arbeitete als Chirurg unter anderem in Lüdenscheid.

Sie waren der Türkei dankbar, als sie von ihrem Leidensweg unter den israelischen Angriffen berichteten. Muhammad Elbasyouni sagte am Dienstag gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu, (AA) dass sie planten, im November aus dem Gazastreifen nach Deutschland zu reisen, doch der erneute Konflikt habe ihren Plan durchkreuzt. Elbasyouni, ein pensionierter Arzt, sagte, sie seien geschockt gewesen, als sie am 7. Oktober durch den Lärm von Artillerie und Raketen aufgewacht seien. „Wir ließen alles zurück und flohen in den (zentralen) Gazastreifen. Sie fanden Unterschlupf in einer Klinik, die er bis 2008 leitete.

„Die Angriffe dauerten tagelang an. Wir hatten keine Lebensmittel, kein Wasser, keinen Strom und keine Möglichkeit, mit anderen zu kommunizieren“, erinnert er sich. Monate später erhielt er die Nachricht, dass Krankenwagen geschickt wurden, um sie zu evakuieren. Als ihr Krankenwagen getroffen wurde, suchten sie Schutz in Al-Shifa. Später fuhren sie wieder nach Süden, wo sie an einem israelischen Kontrollpunkt angehalten wurden.

Nachdem sie dort fünf Stunden aufgehalten wurden, seien sie von israelischen Beamten zur Rückkehr aufgewordert worden. Sie suchten dann Schutz in einem Feldlazarett, wo sie die Nacht unter einer Decke bei eisiger Kälte“ verbrachten. „Am nächsten Tag erhielten wir einen Anruf und uns wurde gesagt, dass die Türkei daran arbeitet, uns zu evakuieren“, sagte er. Schließlich wurden sie zum Grenzübergang gebracht, wo sie von Beamten der türkischen und deutschen Botschaft empfangen wurden. „Wir sind ihnen sehr dankbar“, sagte er.

Alya Elbasyouni erzählte von ihrem Leidensweg im Gazastreifen und sagte, sie hätten gebetet, dass „die Nacht nicht hereinbricht“, weil die Angriffe in der Nacht zunehmen. „Man konnte die Schreie der Kinder hören“, sagte sie. Sie erinnerte sich daran, dass sie Verletzte sah, die ihren Wunden erlagen, weil sie keine angemessene medizinische Versorgung erhielten. „Es ist eine große Tragödie, die immer noch andauert“, sagte sie gegenüber AA.

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