Ringer-EM
Rekord: Türkischer Ringer Taha Akgül zum 11. Mal Europameister

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Bukarest – Der türkische Freistil-Ringer Taha Akgül hat bei der Europameisterschaft im Ringen in der rumänischen Hauptstadt Bukarest Geschichte geschrieben. Im Finale der 125 kg-Klasse traf Akgül erneut auf Geno Petriashvili, wo er seinen georgischen Rivalen mit 5:4 bezwang und somit  zum vierten Mal in Folge und zum elften Mal insgesamt Europameister wurde. Akgül besiegte zunächst Kamil Tomasz Kosciolek aus Polen und Murazi Mchedlidze aus der Ukraine und zog ins Halbfinale ein. Im Halbfinale traf Akgül auf Giorgi Meshvildishvili aus Aserbaidschan, den er mit 10:0 besiegte und ins Finale einzog. Der erfahrene türkische Athlet gewann bereits Goldmedaillen bei den Ringer-Europameisterschaften 2012, 2013, 2014, 2017, 2018, 2019, 2021, 2022 und 2023 sowie bei den Europaspielen 2015. Akgül gewann zudem in Rio 2016 olympisches Gold und holte in Tokio 2020 olympische Bronze.

Auch Feyzullah Aktürk, ein weiterer türkischer Freistil-Ringer, holte in Bukarest eine Goldmedaille und verteidigte damit seinen Titel. Aktürk besiegte im Finale bis 92 kg Boris Makoev aus der Slowakei mit 8:0. Der 25-jährige Türke hatte zuvor bei den Europameisterschaften 2022 in Budapest Gold gewonnen.

Argentinien
Buenos Aires: Über 100 muslimische Gräber geschändet

Buenos Aires – Auf dem islamischen Friedhof in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires, in dem sich auch das Grab des ehemaligen Präsidenten Carlos Saul Menem und seines Sohnes Carlos Jr. befindet, haben Unbekannte über 100 Gräber geschändet, teilte die argentinisch-arabische islamische Vereinigung (AAAI) am Donnerstag mit. Die Tat in der Nacht zum Montag fiel mit dem dritten Todestag von Menem zusammen, der am 14. Februar 2021 starb. „Die Kriminellen stahlen Bronzerahmen, zerstörten Marmorstrukturen und stahlen die argentinische Flagge, die über der Ruhestätte des ehemaligen Präsidenten und seines Sohnes Carlos Menem Jr. wehte“, erklärte der Verband in einer Erklärung. Die Organisation wies darauf hin, dass dies nicht die ersten Angriffe auf das Anwesen seien und dass „sie nicht auf die leichte Schulter genommen werden können, wenn es sich um einen Ort von solch spiritueller und symbolischer Bedeutung handelt“. Der Präsident der AAAI, Adalberto Assad, sagte, dass der Friedhof 20 Jahre lang von der Gendarmerie bewacht wurde, dass diese Bewachung aber später trotz der Forderungen der Gemeinde eingestellt wurde. „Wir bitten um Sicherheit, sie schicken sie uns für zwei Tage und dann sieht man sie nie wieder“, zitiert La Nacion (Link) Assad. In den zehn Jahren seiner Regierungszeit verfolgte Menem eine liberale Wirtschaftspolitik, die der Tradition des Peronismus zuwiderlief, der politischen Bewegung, aus der er stammte und in der er regierte. Er führte ein Konvertierbarkeitssystem ein, bei dem ein argentinischer Peso einem Dollar entsprach, und sein wichtigster Minister war der Liberale Domingo Cavallo. Der derzeitige Präsident, Javier Milei, hat seine Bewunderung für Menem bekundet und ihn sogar als „besten Präsidenten der Geschichte“ bezeichnet.

Gaza-Krieg
Brasiliens Präsident Lula vergleicht Israel mit Hitler

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Addis Abeba – Der israelische Außenminister Israel Katz hat beschlossen, den brasilianischen Botschafter in Israel abzuberufen, nachdem der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva Israel des Völkermordes beschuldigt und seine Handlungen sogar mit der Ausrottung des jüdischen Volkes durch die Nazis verglichen hatte. „Was im Gazastreifen geschieht, ist kein Krieg, sondern ein Völkermord“, sagte Lula vor Reportern in Addis Abeba, wo er an einem Gipfel der Afrikanischen Union teilnimmt. „Es ist kein Krieg von Soldaten gegen Soldaten. Es ist ein Krieg zwischen einer hochgerüsteten Armee und Frauen und Kindern“, fügte der altgediente Linke hinzu. „Was im Gaza-Streifen mit dem palästinensischen Volk geschieht, hat es in der Geschichte noch nie gegeben. In der Tat, es ist passiert: als Hitler beschloss, die Juden zu töten“, fso Lula weiter. Israel warf dem brasilianischen Präsidenten am Sonntag vor, den Holocaust zu verharmlosen und das jüdische Volk zu beleidigen. Das Außenministerium in Jerusalem kündigte an, den brasilianischen Botschafter wegen der Äußerungen, die der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu als „schändlich und schwerwiegend“ bezeichnete, zu einer Rüge vorzuladen, berichtet die Nachichtenagentur Reuters (Link). „Dies ist eine Verharmlosung des Holocausts und ein Versuch, das jüdische Volk und das Recht Israels auf Selbstverteidigung anzugreifen. Wer Israel mit den Nazis und Hitler vergleicht, überschreitet eine rote Linie“, so Netanjahu in einer Erklärung. Diese Aussagen machte Lula in einem Interview mit Journalisten in einem Hotel in Addis Abeba, Äthiopien. Zuvor war der Präsident in Kairo, wo er sich mit seinem ägyptischen Amtskollegen Abdel Fattah el-Sisi traf. Die brasilianische Tageszeitung Folha de S.Paulo berichtete, dass der Krieg in Gaza das Hauptthema von Lulas fünftägiger Auslandsreise war.

Zivilcourage
Courage: Frankreich feiert türkischen Boxer Kemal Altınpınar

Paris – Der Bürgermeister der französischen Stadt Montereau und der Präfekt des Departements Seine-et-Marne haben den türkischen Thaiboxer Kemal Altınpınar für seinen mutigen Einsatz im vergangenen November mit einer Medaille geehrt. Altınpınar hatte einen achtzigjährigen Nachbarn aus einem brennenden Haus gerettet. „Ich habe meine Bürgerpflicht erfüllt und den alten Mann da rausgeholt. Er hat nach seiner Behandlung im Krankenhaus überlebt. Ich bin sehr glücklich, dass er überlebt hat, und diese Tat macht mich stolz. Dafür wurde ich mit einer Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet“, sagte er. „Ich betrachte mich nicht als Held, aber wenn meine Tat andere inspirieren kann, macht mich das glücklich“, zitiert Limited Times den Sportler. Es war fünf Uhr morgens des besagten Tages, als der Boxer plötzlich von den Schreien eines Nachbarn geweckt wurde. „Er hat geschrien: Es brennt, wir müssen raus, schnell!“, erinnert er sich. Altınpınar und seine Partnerin schnappen sich ihre beiden Kinder und verlassen schnell das dreistöckige Gebäude. „Draußen bemerkten wir, dass einer unserer Nachbarn fehlte und dass dichter schwarzer Rauch aus seiner Wohnung kam. Er ist ein 80-jähriger Mann, der allein lebt“, erklärt er. Der Sportler betritt erneut das brennende Gebäude. Als er die Brandschutztür öffnet, die den Korridor vom Wohnungseingang trennt, stellt er fest, dass es unmöglich ist, hineinzukommen. Der Rauch ist zu dicht. Ein anderer Nachbar reicht ihm daraufhin eine Leiter mit der Altınpınar über den Balkon in die Wohnung gelangt.
„Ich war in völliger Dunkelheit, ich bückte mich und suchte auf dem Boden. Ich fand ihn ohnmächtig.“
In letzter Minute gelingt es ihm, den alten Mann aus der Wohnung zu befreien, kurz bevor die Feuerwehr eintrifft. Er hat ihm das Leben gerettet. „Die Ärzte sagten mir, dass er ohne mein Eingreifen wahrscheinlich nicht überlebt hätte.“

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– Türkei – Erdogan empfängt „türkische Helden von Wien“ im Präsidialpalast

Die Austro-Türken Mikail Özen und Recep Tayyip Gültekin riskierten während des Terroranschlags in Wien mitten im Kugelhagel ihr Leben, um einem angeschossenen Polizisten und einer älteren Frau zu helfen.

Erdogan empfängt „türkische Helden von Wien“ im Präsidialpalast

Weltwirtschaft
Deutschland ist die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt

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Berlin – Während in den sozialen Medien der Untergang der deutschen Wirtschaft heraufbeschworen und die Ampelkoalition hierfür verantwortlich gemacht wird, hat Deutschland Japan überholt und ist somit zur drittgrößten Wirtschaft der Welt aufgestiegen. Das Land liegt nun in Bezug auf die Wirtschaftskraft nur noch hinter den USA und China, berichtet CNN. Trotz eines Wachstums von 1,9 Prozent lag das nominale Bruttoinlandsprodukt Japans im Jahr 2023 bei 4,2 Billionen Dollar, verglichen mit 4,5 Billionen Dollar für Deutschland, wie aus den im letzten Monat veröffentlichten Zahlen hervorgeht. Nach Angaben der Regierung schrumpfte die japanische Wirtschaft im Zeitraum Oktober bis Dezember mit einer Jahresrate von 0,4 Prozent, wie aus den Daten des Kabinettsbüros zum realen BIP hervorgeht, obwohl sie im gesamten Jahr 2023 um 1,9 Prozent wuchs. Im Zeitraum Juli-September schrumpfte sie demnach um 2,9 Prozent. Zwei schrumpfende Quartale in Folge gelten als Indikator dafür, dass sich eine Wirtschaft in einer technischen Rezession befindet. Die Inlandsnachfrage war besonders schwach. Alle wichtigen Kategorien der Inlandsnachfrage, einschließlich der Verbraucherausgaben, waren negativ. Nur die Auslandsnachfrage, die durch die Exporte von Waren und Dienstleistungen erfasst wird, leistete einen positiven Beitrag. Der private Verbrauch – der die Hälfte der Wirtschaft ausmacht – ging im vierten Quartal um annualisiert 0,9 Prozent zurück, da die japanischen Verbraucher mit höheren Preisen für Lebensmittel, Kraftstoffe und andere Waren zu kämpfen hatten. Dies ist das dritte Quartal in Folge, in dem ein Rückgang zu verzeichnen ist.

Türkei
Zentralbank-Umfrage: Dollar wird auf über 40 Lira steigen

Ankara – Laut einer von der türkischen Zentralbank in Auftrag gegebenen Umfrage (Link) wird der Dollar bis zum Ende des Jahres auf über 40 Lira steigen. An der in diesem Monat durchgeführten Umfrage nahmen 68 Vertreter aus dem Real- und Finanzsektor teil. Während die Erwartung der Teilnehmer zum Jahresende bei 40,0212 Dollar/TL lag, stieg die Erwartung für die kommenden 12 Monate von 40,6370 auf 41,1543. Die Erwartung des Leistungsbilanzdefizits zum Jahresende, das im vorangegangenen Erhebungszeitraum bei 34,4 Mrd. Dollar lag, stieg in diesem Zeitraum auf 34,6 Mrd. Dollar.
Inflationserwartungen
Der Umfrage nach stieg die Verbraucherpreisindex-Erwartung (VPI) für Februar, die im Vormonat bei 3,51 Prozent lag, in diesem Umfragezeitraum auf 3,80 Prozent. Die Erwartung für den VPI-Anstieg zum Jahresende stieg ebenfalls von 42,04 Prozent auf 42,96 Prozent. Die Erwartungen für den VPI-Anstieg auf Sicht von 12 Monaten gingen von 39,09 Prozent auf 37,78 Prozent und auf Sicht von 24 Monaten von 23,69 Prozent auf 23,05 Prozent zurück. Die Inflation lag laut dem Türkischen Statistischen Institut (TÜİK) bei 64,86 Prozent und laut der Inflationsforschungsgruppe (ENAG) bei 129,11 Prozent.

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– Wirtschaft – Türkei: Exporte brechen weiteren Allzeitrekord

Im Januar haben die türkischen Exporte trotz der Abwärtsrevision in der Weltwirtschaft erneut einen neuen Allzeitrekord gebrochen.

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Ukraine-Krieg
Sicherheitsexperte: „Wir sind längst Kriegsziel von Russland“

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Berlin – CDU-Sicherheitsexperte sieht hybriden Krieg gegen Deutschland durch Sabotage und Informationsfälschung Der CDU-Sicherheitsexperte Roderich Kiesewetter hält Deutschland schon jetzt für ein Kriegsziel von Russland. Der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) sagte Kiesewetter: „Wir sind längst Kriegsziel von Russland. Es führt einen hybriden Krieg gegen uns, in der Informationsfälschung, in Cyberangriffen, Sabotage und in der russischen Rhetorik.“ Damit Deutschland nicht Kriegspartei werde, müsse es die Ukraine „mit allem, was wir haben, unterstützen“. Kiesewetter wirbt angesichts neuer Umfragen, nach denen eine Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland einen Sieg der Ukraine gegen Russland für nicht mehr wahrscheinlich hält, für eine andere Sichtweise. „Man muss der deutschen Bevölkerung klarmachen, dass die Ukraine eine große Chance hat. Sie kämpft seit zehn Jahren gegen die zweitstärkste Armee der Welt. Der Ukraine ist es gelungen, die Hälfte des seit Februar 2022 von Russland besetzten Gebietes zu befreien. Russland verliert etwa 600-1000 Soldaten am Tag und schafft es trotz dieses wahnsinnigen Blutzolls nicht, die Ukraine zu überrennen.“ Außenpolitiker hofft auf starkes Bekenntnis zur Ukraine-Allianz bei Münchner Sicherheitskonferenz Kiesewetter hofft auf ein klares Bekenntnis zur Ukraine-Unterstützung der westlichen Allianz bei der Münchner Sicherheitskonferenz. „Ich hoffe, dass am Abschluss der Konferenz ein Bekenntnis zu westlicher Resilienz bei der Unterstützung der Ukraine und zur Rückversicherung der Nato steht“, sagte er der NOZ weiter. Man befinde sich „am Vorabend dramatischer Entwicklungen, die zu einer weiteren Eskalation Russlands gegen die Ukraine und in wenigen Jahren gegebenenfalls gegen Nato-Staaten führen“. Dazu müsste Europa „auf Augenhöhe mit der amerikanischen Ukraine-Unterstützung kommen“. Es müsse von München ein Signal an das Repräsentantenhaus der USA gehen, „dass wir es ernst meinen mit der Lastenteilung, sodass die Hilfen doch freigegeben werden“. „Das ist der Schlüssel für westliche Glaubwürdigkeit“, sagte Kiesewetter der NOZ. Kiesewetter bekräftigte seine Einschätzung, wonach ein Angriff Russlands auf weitere Länder in den nächsten drei Jahren bevorstehen könnte. „Die strukturelle Schwäche des Westens wird noch die nächsten Jahre anhalten, bis wir die Kriegswirtschaft Russlands ausgleichen können. Zugleich werden Russlands eigene Fähigkeiten immer schwächer. Russland hat zwar auf Kriegswirtschaft umgestellt, aber es führt den Krieg mit ungeheuren Verlusten. Es sterben die ethnischen Minderheiten, der innenpolitische Druck nimmt zu. Putin wird die Zeit, die ihm noch bleibt, nutzen“, ist Kiesewetter überzeugt. Deutschland müsste deshalb seine Ziele in der Ukraine anpassen. „Wir müssen die Ukraine nicht unterstützen, solange es nötig ist, wie der Kanzler sagt. Sondern wir müssen, wie Außenministerin Baerbock und Verteidigungsminister Pistorius es sagen, so viel und so rasch wie möglich an die Ukraine liefern“, forderte Kiesewetter. Putin müssten Grenzen aufgezeigt werden. Der Schlüssel zum Erfolg könne das Abschneiden der russischen Versorgungslinien auf die Krim sein. „Die Krim ist Putins strategisches Gravitationszentrum. Wenn dieses fällt, gerät er auch innenpolitisch unter den notwendigen Druck“, meint der CDU-Politiker.

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– Kriegsverbrechen – Niederlande stoppt Export von Kampfjet-Teilen an Israel

Die Niederlande dürfen keine Teile für F-35-Kampfjets mehr an Israel liefern. Dies entschied am Montag ein Gericht in Den Haag, das von Menschenrechtsaktivisten angerufen worden war.

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Gaza-Krieg
Gaza: Türkischer Geheimdienst rettet deutsche Staatsbürger

Istanbul – Er kämpfte monatelang, um seine Eltern aus dem Gazastreifen zu retten und obwohl diese deutsche Staatsbürger seien, habe er von den deutschen Behörden keinerlei Unterstützung erhalten. Er habe sich auch an die US-Behörden gewandt, allerdings seien auch diese Bemühungen erfolglos geblieben. In seiner Verzweiflung habe sich der in Deutschland geborene NASA-Ingenieur schließlich an die Türkei gewandt, woraufhin der türkische Geheimdienst (MIT) in einer filmreifen Aktion seine Eltern aus Gaza evakuiert habe. Hierfür sei er der Türkei unendlich dankbar, sagte Loay Elbasyouni, gegenüber türkischen Medien. Elbasyouni lebt in Santa Monica in Kalifornien und arbeitet als Ingenieur für die Weltraumagentur NASA und das private Weltraumunternehmen Blue Origin. Er wies darauf hin, dass, nachdem seine Eltern aus Rafah evakuiert wurden, plötzlich deutsche Offizielle gekommen seien, um sie abzuholen. Er habe jedoch abgelehnt und die deutschen Beamten damit beschuldigt, sich mit fremden Federn schmücken zu wollen: „Die Deutschen wollten sie mitnehmen und bestanden darauf. Ich habe sie jedoch angerufen und gesagt: ‚Nein, die türkische Regierung hat alles getan. Es ist die türkische Regierung, die sie herausgeholt und hierher gebracht hat. Wir werden sie hierher nach Istanbul bringen'“, sagte er. Muhammad Elbasyouni, 75, und die 70-jährige Alya Elbasyouni saßen in der palästinensischen Enklave fest, als am 7. Oktober eine neue Runde der Kämpfe zwischen Israel und Palästina ausbrach. Alya und Mohammed Elbasyouni gingen in den 1980ern nach Deutschland. Mohammed studierte in Marburg Medizin und arbeitete als Chirurg unter anderem in Lüdenscheid. Sie waren der Türkei dankbar, als sie von ihrem Leidensweg unter den israelischen Angriffen berichteten. Muhammad Elbasyouni sagte am Dienstag gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu, (AA) dass sie planten, im November aus dem Gazastreifen nach Deutschland zu reisen, doch der erneute Konflikt habe ihren Plan durchkreuzt. Elbasyouni, ein pensionierter Arzt, sagte, sie seien geschockt gewesen, als sie am 7. Oktober durch den Lärm von Artillerie und Raketen aufgewacht seien. „Wir ließen alles zurück und flohen in den (zentralen) Gazastreifen. Sie fanden Unterschlupf in einer Klinik, die er bis 2008 leitete. „Die Angriffe dauerten tagelang an. Wir hatten keine Lebensmittel, kein Wasser, keinen Strom und keine Möglichkeit, mit anderen zu kommunizieren“, erinnert er sich. Monate später erhielt er die Nachricht, dass Krankenwagen geschickt wurden, um sie zu evakuieren. Als ihr Krankenwagen getroffen wurde, suchten sie Schutz in Al-Shifa. Später fuhren sie wieder nach Süden, wo sie an einem israelischen Kontrollpunkt angehalten wurden. Nachdem sie dort fünf Stunden aufgehalten wurden, seien sie von israelischen Beamten zur Rückkehr aufgewordert worden. Sie suchten dann Schutz in einem Feldlazarett, wo sie die Nacht unter einer Decke bei eisiger Kälte“ verbrachten. „Am nächsten Tag erhielten wir einen Anruf und uns wurde gesagt, dass die Türkei daran arbeitet, uns zu evakuieren“, sagte er. Schließlich wurden sie zum Grenzübergang gebracht, wo sie von Beamten der türkischen und deutschen Botschaft empfangen wurden. „Wir sind ihnen sehr dankbar“, sagte er. Alya Elbasyouni erzählte von ihrem Leidensweg im Gazastreifen und sagte, sie hätten gebetet, dass „die Nacht nicht hereinbricht“, weil die Angriffe in der Nacht zunehmen. „Man konnte die Schreie der Kinder hören“, sagte sie. Sie erinnerte sich daran, dass sie Verletzte sah, die ihren Wunden erlagen, weil sie keine angemessene medizinische Versorgung erhielten. „Es ist eine große Tragödie, die immer noch andauert“, sagte sie gegenüber AA.

Gaza-Krieg
Handel zwischen Türkei und Israel um die Hälfte eingebrochen

Ankara – Die Abhängigkeit der türkischen Exporte von Israel hat seit Beginn der beispiellosen Militäraktion gegen den Gazastreifen abgenommen, so dass viele Industriezweige ihre Verkäufe auf alternative Märkte umlenken. Der Warenaustausch der Türkei mit Israel ist seit Beginn des Krieges Anfang Oktober um fast 50 Prozent zurückgegangen, sagte Handelsminister Ömer Bolat bereits Ende November. Vor dem Konflikt hatten die Türkei und Israel ihre diplomatischen Beziehungen intensiviert, um die seit langem angespannten Beziehungen wiederherzustellen, diese wurden seit Oktober jedoch wieder eingestellt. Während der jahrelangen Spannungen hatten die beiden Länder ihre Handelsbeziehungen jedoch aufrecht gehalten und 2022 sogar einen Rekord erreicht. Seit dem Ausbruch des jüngsten Konflikts sind diese jedoch eingebrochen. Wie die Nachtichtenagentur Anadolu berichtet, gingen die Lieferungen nach Israel allein im Januar um mehr als 31 Prozent zurück. Im vergangenen September war Israel etwa der zweitwichtigste Markt für türkische Stahlexporte. In diesem Januar rutschte es auf den zehnten Platz ab. Neue Absatzmärkte wie Deutschland, die USA und der Irak, hätten demnach bereits Israels Platz eingenommen. Bei den türkischen Ausfuhren von Getreide, Hülsenfrüchten, Ölsaaten und verwandten Erzeugnissen sei Israel auf Platz 13 abgerutscht. Im September lag das Land noch an achter Stelle, bevor die Verkäufe im letzten Monat einbrachen. Bei den Exporten von Frischobst und -gemüse fiel das Land auf Platz 17 zurück, während es im September noch an fünfter Stelle stand. Stattdessen konzentrierten sich die Exporteure beim Verkauf von Getreide, Hülsenfrüchten und Ölsaaten mehr auf Syrien, Deutschland, Libyen und Venezuela, während die Ukraine, Polen und Bulgarien bei frischem Obst und Gemüse die Nase vorn hatten. Insgesamt gingen die Ausfuhren nach Israel in 21 Sektoren im Vergleich zum September 2023 zurück, wie die TIM-Daten (Verband Türkische Exporteursversammlung) zeigen. Die Stahlindustrie sowie der Sektor Frischobst und -gemüse verzeichneten die stärksten Rückgänge. Es folgten Leder und Lederwaren, die einen Rückgang von fast 55 Prozent verzeichneten, berichten türkische Medien unter Berufung auf die TIM-Daten.

Bukarest
Ringer EM: Türkischer Ringer Riza Kayaalp vor Rekordsieg

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Bukarest – Der türkische Ringer Riza Kayaalp ist einen Sieg davon entfernt, der erfolgreichste Ringer Europas zu werden, nachdem er bei den Europameisterschaften in Bukarest das Finale bis 130 kg erreicht hat. Der Titelverteidiger hat bereits 12 Mal die Goldmedaille bei den Europameisterschaften gewonnen, womit er im vergangenen Jahr mit Russlands Aleksandar Karelin gleichzog und ein Sieg am heutigen Dienstag im Finale würde ihn zum erfolgreichsten Ringer des Kontinents machen. Im Kampf um die Goldmedaille im Griechisch-römischen Stil trifft Kayaalp auf den Russen Sergey Semenov, den Bronzemedaillengewinner der Olympischen Spiele in Tokio.

Kayaalp besiegte zuvor den Norweger Oskar Marvik mit 9:0, den Armenier David Ovasapyan im Viertelfinale mit 5:0 und erreichte trotz eines 2:2 gegen den Aserbaidschaner Beka Kandelaki im Halbfinale das Finale.

Der einzige Titelverteidiger, der es neben Kayaalp ins Finale schaffte, war Malkhas Amoyan (ARM) in der Klasse bis 77 kg. Er besiegte den in Deutschland lebenden moldawischen Ringer Alexandrin Gutu im Halbfinale mit 2:1 und wird im Kampf um die Goldmedaille auf den Türken Yunus Basar treffen.