Falschmeldungen
Polizei Oslo dementiert Meldungen zum Tod Salwan Momikas

Oslo – Seit Tagen macht in den sozialen Medien die Meldung die Runde, dass der Islamkritiker Salwan Momika tot aufgefunden worden sei. Auch internationale Medien berichteten darüber. Am Dienstag gab es sogar einen Wikipedia Eintrag dazu, der jedoch nun gelöscht wurde.
(Screenshot/Twitter)
Die Osloer Polizei hat bestätigt, dass sie mehrere Anfragen zu dem Fall erhalten habe. In einer Stellungnahme dementierte sie jedoch die Meldungen. „Der Einwanderungsabteilung der Polizei ist nicht bekannt, dass jemand mit dem oben genannten Namen [Salwan Momika] kürzlich in Norwegen gestorben ist“, so die Kommunikationsabteilung der Polizei. Der 37-jährige Islam-Kritiker lebte jahrelang als irakischer Flüchtling in Schweden und wurde durch seine provokativen Aktionen gegen das heilige Buch des Islam bekannt. Er löste in mehreren Ländern mit muslimischer Bevölkerungsmehrheit Empörung und Unruhen aus. Außer den Koranverbrennungen provoziert der Iraker neuerdings auch Aktivisten, die sich angesichts der israelischen Kriegsverbechen in Gaza für die Solidarität mit Palästina einsetzen, indem er auf seinem Twitter-Account Bilder veröffentlicht, auf denen er die palästinensische Flagge verbrennt und die israelische Flagge als Titelbild seines Accounts verwendet. Die schwedische Einwanderungsbehörden hatten es im Oktober abgelehnt, die Aufenthaltsgenehmigung von Momika zu verlängern, aber die Entscheidung, ihn in den Irak abzuschieben, wurde aus Sicherheitsgründen vorübergehend verschoben, wie die Nachrichtenagentur AP berichtete. Vor wenigen Tagen gab Momika bekannt, dass er beabsichtigt, im benachbarten Norwegen Asyl zu beantragen, nachdem die schwedischen Behörden eine Abschiebungsanordnung erlassen hatten.  

World Central Kitchen
Gaza: Israel bombardiert Hilfsorganisation – 7 Tote

Gaza – Sieben Mitarbeiter der Hilfsorganisation World Central Kitchen (WCK), darunter auch Ausländer, wurden bei einem israelischen Militärschlag getötet, als sie Lebensmittel an hungernde Zivilisten in Gaza lieferten. World Central Kitchen teilte mit, dass die Helfer in einer „konfliktfreien Zone“ in zwei gepanzerten Fahrzeugen mit dem Logo der Wohltätigkeitsorganisation sowie in einem ungepanzerten Fahrzeug unterwegs waren. „Trotz der Koordination der Bewegungen mit den IDF [Israelische Verteidigungsstreitkräfte] wurde der Konvoi getroffen, als er das Lagerhaus in Deir al-Balah verließ, wo das Team mehr als 100 Tonnen humanitäre Nahrungsmittelhilfe entladen hatte, die auf dem Seeweg nach Gaza gebracht worden waren“, so die Gruppe in einer Erklärung. „Dies ist nicht nur ein Angriff auf WCK, sondern auch auf humanitäre Organisationen, die sich in den schlimmsten Situationen engagieren, in denen Lebensmittel als Kriegswaffe eingesetzt werden. Das ist unverzeihlich“, sagte die Geschäftsführerin von World Central Kitchen, Erin Gore. Die sieben Getöteten stammen aus Australien, Polen, dem Vereinigten Königreich, einem Doppelstaatsbürger der USA und Kanadas sowie aus Palästina. „Ich bin untröstlich und entsetzt, dass wir – World Central Kitchen und die ganze Welt – heute durch einen gezielten Angriff der IDF wunderbare Menschenleben verloren haben. Die Liebe, mit der sie Menschen ernährten, die Entschlossenheit, mit der sie zeigten, dass Menschlichkeit über allem steht, und der Einfluss, den sie auf unzählige Leben hatten, werden für immer in Erinnerung bleiben“, sagte Erin. „Die israelische Regierung muss dieses wahllose Töten beenden. Sie muss aufhören, die humanitäre Hilfe einzuschränken, Zivilisten und Mitarbeiter von Hilfsorganisationen zu töten und Lebensmittel als Waffe einzusetzen“, so José André, der Gründer der Wohltätigkeitsorganisation, auf X.
„Das sind Menschen… Engel… mit denen ich in der Ukraine, in Gaza, in der Türkei, in Marokko, auf den Bahamas und in Indonesien gedient habe. Sie sind nicht gesichtslos… sie sind nicht namenlos.“
Der australische Premierminister Anthony Albanese identifizierte das australische Opfer als Lalzawmi „Zomi“ Frankcom. „Dies ist jemand, der sich in Australien freiwillig gemeldet hat, um den Menschen während der Buschbrände zu helfen. Es handelt sich um jemanden, der sich im Ausland freiwillig meldete, um über diese Wohltätigkeitsorganisation Menschen zu helfen, die im Gazastreifen unter großen Entbehrungen leiden“, sagte Albanese. „Australien erwartet die volle Verantwortung für den Tod der Mitarbeiter der Hilfsorganisation, was völlig inakzeptabel ist“. Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu räumte am Dienstag ein, dass die Helfer „unbeabsichtigt“ angegriffen worden seien. „Leider ist es gestern zu einem tragischen Zwischenfall gekommen, bei dem unsere Streitkräfte unbeabsichtigt unschuldige Menschen im Gazastreifen getroffen haben“, sagte Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (74) am Dienstagmittag.

Türkei
Istanbul-Brand: Zahl der Toten steigt auf 29

Istanbul – Bei einem Brand in den Räumen eines Nachtclubs in Istanbul sind mindestens 29 Menschen getötet worden. Acht weitere Menschen seien verletzt worden, sieben von ihnen schwer. Der Gouverneur von Istanbul, Davut Gül, erklärte, dass die Ursache des Brandes noch nicht bekannt sei und dass es sich bei den Todesopfern um Menschen handele, die an Renovierungsarbeiten beteiligt waren. „Unsere Polizei-, Gesundheits- und Feuerwehrteams waren vom ersten Moment an am Tatort im Einsatz. Die Behandlung der Verletzten geht in unseren Krankenhäusern weiter. Dieser Diskothek hat eine Lizenz aus dem Jahr 1987. Im Jahr 2018 wurde die Lizenz erneuert“, so Gül gegenüber Reportern. Justizminister Yılmaz Tunç gab bekannt, dass drei Staatsanwälte mit der Untersuchung des Brandes beauftragt wurden. Minister Tunç sagte:
„Gegen insgesamt 5 Verdächtige wurde Haftbefehl erlassen. Die Ermittlungen werden in allen Aspekten und akribisch durchgeführt.“
Auch Istanbuls Bürgermeister Ekrem İmamoğlu sprach vor Ort zu den Reportern. Die Ursache des Brandes werde untersucht und und die Staatsanwaltschaft habe das notwendige Verfahren eingeleitet.

Kommunalwahlen in der Türkei
Yücel: „Die europäische Presse verhielt sich auffällig ruhig“

ein Gastkommentar von Nabi Yücel Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan erklärte nach der Kommunalwahl in der Türkei, dass das Volk von 85 Millionen der eigentliche Gewinner sei. „Der 31. März ist nicht das Ende, sondern ein Wendepunkt für uns. Bei den Kommunalwahlen hat das türkische Volk die Wahlurne erneut als Gelegenheit genutzt, um seine Botschaften an die Politiker zu übermitteln“, erklärte Erdoğan in seiner Ansprache an die Bürger und „unabhängig vom Ergebnis ist der Gewinner dieser Wahl in erster Linie unsere Demokratie, der nationale Wille.“ Sein vermeintlicher Kontrahent Özgür Özel (CHP) hatte zuvor ebenfalls versöhnliche Töne eingestimmt, obwohl doch seine Partei die Anzahl der Bürgermeister beinahe verdoppeln konnte. Der CHP-Vorsitzende Özel sagte, das Ergebnis der Wahlen werde „für niemanden eine Niederlage sein.“ Was ist passiert? Wie schon festgestellt, gewann die größte Oppositionspartei CHP auf dem Papier 404 Bürgermeisterämter. Das ist gegenüber 2019 ein Zuwachs um 164. Dagegen verlor die amtierende Regierungspartei AKP 265 Ämter. Das ist tatsächlich ein immenser Verlust von Amtsstuben für die AKP, und ein merklicher Gewinn für die CHP. Jetzt also darf die CHP in weiteren Städten mit neuem Elan die städtischen Buslinien koordinieren, beherzt die Sanierung von Kanalisationen anpacken, mit gutem Beispiel voran die städtischen Alleen mit Bäumen zupflastern; und sich währenddessen mit der HEM-Kandidatin von Istanbul, Meral Danış Beştaş, streiten, die vorgibt und damit prahlt, die eigenen Stimmen dem CHP-Spitzenkandidaten von Istanbul, Ekrem İmamoğlu, zugeschanzt zu haben. Verstehen Sie mich nicht falsch, aber zusammengefasst darf die CHP weiterhin nicht in der Außenpolitik mitmischen, in der inneren Sicherheit hat sie weiterhin nichts zu sagen und in Bezug zur Haltung gegenüber der Terrororganisation PKK, darf sie weiterhin zuschauen, wie man Terrorismus im In- wie Ausland bekämpft, während man sich mit der PKK-Spitzenkandidatin für das Bürgermeisteramt von Istanbul herumärgern muss, die nach der Wahl und einem Spitzenergebnis von 2,11 % einem die Leviten liest und das Amt streitig macht. Es ist eben nur eine Kommunalwahl gewesen. Das heißt aber auch, dass die AKP im wahrsten Sinne des Wortes vom Volk eine osmanische Klatsche eingefangen hat; auch und weil AKP gegenüber 2019 jetzt Millionen Stimmen gefehlt haben und die CHP davon kaum Stimmen abstauben konnte. Wo sind dann die Stimmen hin? Die meisten Wähler blieben dem Wahlspektakel ganz einfach aus Trotz fern und die restlichen wählten aus Protest die Yeniden Refah Partisi („Neue Wohlfahrtspartei“) unter dem Vorsitz von Fatih Erbakan. Der freut sich wie Schmidts Katze, weil er die Provinzhauptstädte Şanlıurfa und Yozgat gewonnen hat. Man kann jetzt tief und breit darüber debattieren, was die Wähler letztlich bewegt hat, der AKP die gelbe Karte zu zeigen und weshalb die CHP nach 1989 ihren ersten „fulminanten Sieg“ einfahren konnte. Für die türkische Politik ist das nicht weiter tragisch. Unterm Strich muss die CHP in den nächsten 5 Jahren beweisen, dass sie diesen Vertrauensvorschuss in den Kommunen verdient hat und die AKP muss sich mit der MHP auf das zurückbesinnen, was sie bislang ausgemacht hat und aus den gemachten Fehlern lernen: ein stetiges Wirtschaftswachstum und Sozialpolitik, der allen zugutekommt sowie eine nationale Sicherheitspolitik, die das Land verdient hat. Ob beide das schaffen, werden wir in den nächsten Jahren feststellen, während die HEM – wenn sie sich nicht erneut umfirmiert, um sich vor dem Zugriff des Verfassungsgerichts zu entziehen – sich den nächsten lächerlichen Coup ausdenkt, wie die AKP die Wahlen manipuliert und die Herrschaft an sich reißen wollte. Das ist nämlich die einzige Konstante bei den bisherigen Wahlen, die ja laut AKP- und Erdoğan-Kritikern stets unfair und manipulativ verlief. Dafür freuen sich diese jetzt umso mehr über den kommunalen Wahlsieg der Opposition und haben die gemachten Wahlbetrugsvorwürfe längst wieder vergessen. Und dann erst die europäische Presse und das kritische Politbüro, das während des Wahlkampfs auffällig ruhig war und sich in Sachen Kritik geradezu beängstigend zurückhielt. Was könnte hier der Grund sein?
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.
 

Kommunlawahlen in der Türkei
Erdogan: Gewinner der Wahlen ist die Demokratie

Ankara- Währeund sich die Auszählung der Stimmen bei den Kommunalwahlen in der Türkei ihrem Ende nähert, liegt die oppositionelle Republikanische Volkspartei (CHP) laut inoffiziellen Ergebnissen vor der regierenden Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AK). Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan erklärte, die Kommunalwahlen in der Türkei seien „auf eine Art und Weise zu Ende gegangen, die unserer Demokratie angemessen ist“, und bezeichnete die Demokratie und den nationalen Willen als „Gewinner“ der Wahlen. „Der 31. März ist nicht das Ende, sondern ein Wendepunkt für uns. Bei den Kommunalwahlen hat das türkische Volk die Wahlurne erneut als Gelegenheit genutzt, um seine Botschaften an die Politiker zu übermitteln“, sagte Erdogan in seiner Ansprache an die Bürger. „Unabhängig vom Ergebnis ist der Gewinner dieser Wahl in erster Linie unsere Demokratie, der nationale Wille“, sagte er. „Alle 85 Millionen Menschen, unabhängig von ihrer politischen Zugehörigkeit, haben den Wahlmarathon gewonnen, und die Türkei war der Gewinner vor den Kandidaten“, zitiert die Nachrichtenagentur Anadolu den türkischen Staatschef weiter. Er fügte hinzu, dass es „nichts Größeres gibt als die Kraft des Willens der Nation“.

Kein Verlierer bei diesem Sieg

Der CHP-Vorsitzende Özgür Özel sagte, das Ergebnis der Wahlen werde „für niemanden eine Niederlage sein“. „Es gibt keinen Verlierer in diesem Sieg. Unser Erfolg ist für niemanden eine Niederlage, er wird für niemanden eine Niederlage sein“, sagte Özgür Özel. Er ermutigte alle Bürgerinnen und Bürger, sich nicht als Verlierer zu fühlen, unabhängig davon, für welche Partei sie bei den Wahlen gestimmt haben.

Islam
I’tikaf: Die letzten zehn Tage des Ramadan

ein Gastbeitrag von Benjamin Idriz Wir wissen, dass Allahs Prophet, Friede sei auf ihn, die letzten zehn Tage des Ramadan in der Moschee verbrachte, wo er im I’tikaf war. I’tikaf ist ein sehr empfehlenswerter Akt der Anbetung für Männer und Frauen, bei dem man sich in die Moschee zurückzieht und versucht, die Zeit Gott und sich selbst zu widmen. Im I’tikaf ist man mit seinem Herrn und mit den Themen, die einen beschäftigen, allein. In den heutigen hektischen Leben ist die Zeit für sich selbst fast kaum mehr möglich. Wir haben Zeit für andere, aber kaum noch für uns. In diesem Zustand des Rückzugs und der Isolation sollte man das Gespräch sowohl mit Gott als auch mit sich selbst suchen – in Form des Gebetes, der Anrufung, des Nachdenkens, der Reue, des Lernens, des Reflektierens und des Überlegens. I’tikaf, oder Klausur, ist in einer Moschee in der heutigen Zeit fast unmöglich geworden. Daher bin ich der Meinung, dass wir diese Tradition des Propheten, über die auch der Koran (2/187) spricht, auch in anderer Form gestalten dürfen und können. Der Sinn ist wichtiger als die Form. Wir sollten den Sinn nicht für die Form opfern. Wenn wir das I’tikaf nicht in der Moschee 10 Tage lang machen können, sollten wir dies mit der Absicht des I’tikaf für einen Tag oder auch für mehrere Stunden ausüben. Also, ziehen wir uns zurück in einer Moschee, für einige Stunden, verbringen wir diese Zeit intensiv im Gebet und Nachdenken. Eine Zeit ohne Kommunikation mit der Welt, ohne Social Media und ohne Ablenkung. Allein mit Gott und mit unseren Kummer, Sorgen, Fragen, Hinterfragen, aber auch mit unseren Wünschen und Plänen für die Zukunft. Mit dem I’tikaf machen wir einen neuen Reset. Gott wird uns dafür sicher belohnen, und wir werden einen neuen Elan für die Zeit nach dem Ramadan bekommen. Wenn jemand nicht in der Lage ist, dies in einer Moschee zu tun, kann er/sie es in seiner/ihrer eigenen Wohnung tun. Denn der Sinn ist wichtiger als die Form, und Gott ist überall, sei es in der Moschee oder zu Hause. Wir sollten den Sinn nicht für die Form und das Ziel nicht für den Ort opfern. Möge Allah eure I’tikaf annehmen!

Benjamin Idriz

Benjamin Idriz dürfte der einzige Imam Deutschlands sein, der promovierter islamischer Theologe ist und zugleich auf deutsch schreibt. Beides – die Praxisbezogenheit des Seelsorgers und die wissenschaftliche Vertrautheit mit den Quellen – zeichnet sein neues Buch aus. Mit diesen Qualitäten ragt es aus einer wahren Flut von Veröffentlichungen aller Art über die „Frauenfrage“ im Islam wohltuend heraus.

Der Autor ist seit vielen Jahren weit über die oberbayerische Kleinstadt Penzberg, wo er als Imam wirkt, und über München, wo er das „Münchner Forum für Islam“ initiiert hat, bekannt: Sein Wirken und Schaffen gilt einem authentischen Islamverständnis, das mit den Wertvorstellungen der deutschen und europäischen Gesellschaft unserer Zeit nicht nur kompatibel ist, sondern die gemeinsamen Werte aus den Quellen des Islams – dem Koran und der Tradition der Propheten – ableitet.


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Idriz: „Das Wasser ist ein wertvolles Geschenk Gottes und gilt als das Grundelement, von dem die gesamte Schöpfung abgeleitet und ihr Überleben abhängig ist.“

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Israel
Premierminister Benjamin Netanjahu muss operiert werden

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Tel Aviv – Die Operation wird nach einer Sitzung des israelischen Kriegskabinetts heute Abend stattfinden. Benjamin Netanjahu wird sich der Operation unterziehen, während bei zahlreichen Demonstrationen Tausende von Israelis auf die Straßen gehen, um ihre Frustration über seine Regierung zum Ausdruck zu bringen und ihn zum Rücktritt aufzufordern. Wie Netanjahus Pressesprecher mitteilte, handelt es sich dabei um eine Leistenbruch-Operation die unter Vollknarkose durchgeführt werden soll. Der Leistenbruch sei gestern Abend bei einer Routineuntersuchung entdeckt worden. Justizminister Yariv Levin, der auch stellvertretender Ministerpräsident ist und ein enger Vertrauter Netanjahus, werde während des Eingriffs vorübergehend dessen Rolle übernehmen, berichtet. Die Operation findet zu einer Zeit statt, in der Netanjahu unter wachsendem Druck steht, da sich der Krieg im Gazastreifen hinzieht und die internationalen Forderungen nach einem Waffenstillstand lauter werden, berichtet skynews. Netanjahu ist wegen der Art und Weise, wie Israel den Krieg im Gaza-Streifen führt, sowohl auf der internationalen Bühne als auch im eigenen Land zunehmend in die Kritik geraten. Wichtige Verbündete wie die Vereinigten Staaten haben die hohe Zahl der Todesopfer unter der Zivilbevölkerung kritisiert und Israel aufgefordert, dringend mehr Hilfsgüter in die Enklave zu lassen. In Israel fordern Demonstranten, dass Netanjahu der Freilassung der Geiseln im Gazastreifen Vorrang einräumt und eine Vereinbarung über einen Waffenstillstand trifft. Es wird erwartet, dass das israelische Kriegskabinett im Laufe des Sonntags zusammentritt, um Fragen im Zusammenhang mit den jüngsten Waffenstillstandsverhandlungen zu erörtern; es war nicht sofort klar, ob Netanjahu daran teilnehmen kann. Der 74-Jährige israelische Regierungschef wurde bereits 2013 an einem Leistenbruch operiert und erhielt im vergangenen Jahr einen Herzschrittmacher. Netanjahu kam im vergangenen Sommer ins Krankenhaus, nachdem er in seinem Haus in Caesarea das Bewusstsein verloren und sich den Kopf gestoßen hatte.

Kommunlawahlen in der Türkei
Erdogan-Sprecher Altun: Die heutigen Kommunalwahlen sind von großer Bedeutung

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Ein Gastbeitrag von Dr. Fahrettin Altun Die Grundlage moderner Demokratien sind faire, transparente und in regelmäßigen Abständen stattfindende Wahlen. Mindestvoraussetzung für Demokratien ist, dass die Regierenden ihre Autorität und Macht von den Wählern, also den Regierten, ableiten. Diese Macht wird durch periodische Wahlen erneuert. Wahlen sind das Votum der Regierten, über die Politik und die Leistungen der Regierenden abzustimmen und diese – positiv oder negativ – zu bewerten. Türkiye ist seit 1946 eines der führenden Länder bei der Durchführung regelmäßiger, fairer und transparenter Wahlen. Durch Institutionen wie den Hohen Wahlrat (YSK) werden die Wahlen in Türkiye von unabhängigen Richtern überwacht. Daher verfügt Türkiye über eine gut entwickelte politische Kultur, was die Sicherheit der Wahlen und das Vertrauen der Bürger in die Wahlurnen betrifft. Die Wahlbeteiligung spiegelt das Vertrauen in Wahlen und Abstimmungen in Türkiye wider. Mit den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen am 14. Mai 2023 wurde Türkiye zum Land mit der dritthöchsten Wahlbeteiligung unter den Ländern der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Nach Angaben der YSK lag die Wahlbeteiligung bei den Parlamentswahlen am 14. Mai bei 88,92 Prozent und bei der zweiten Runde der Präsidentschaftswahlen am 28. Mai bei 85,72 Prozent. Nach Angaben der OECD und des Internationalen Instituts für Demokratie und Wahlhilfe (IDEA) übertraf Türkiye bei der Wahlbeteiligung am 14. Mai viele westliche OECD-Mitglieder wie die USA, Frankreich, Deutschland und das Vereinigte Königreich. Bemerkenswert ist auch, dass die Wahlbeteiligung in Türkiye sogar höher war als in Ländern wie Schweden, Dänemark, Neuseeland, Island, den Niederlanden und Norwegen, wo die Wahlbeteiligung rund 80% betrug. Am Sonntag, den 31. März finden in Türkiye Kommunalwahlen statt. Die Kommunalwahlen am 31. März sind von großer nationaler und internationaler Bedeutung. Sie unterstreichen das Engagement von Türkiye für demokratische Werte und ihre innovative Vision für die Kommunalverwaltung. Ein sicherer und fairer Wahlkampf ist auch ein Zeichen für die demokratische Reife von Türkiye als eines der führenden Länder der Region im Hinblick auf die Bedeutung, die sie den Kommunen beimisst. Für uns ist es sehr wichtig, dass die Kommunalverwaltungen, die die erste Anlaufstelle für die Bedürfnisse und Forderungen der Menschen sind, mit einer Vision und einer Perspektive ausgestattet werden, die den Bedingungen der Zeit entsprechen. Es ist unumgänglich, dass dieser Prozess eine effektive Rolle spielt, um die demokratische Beteiligung der Menschen zu stärken und ihre Kommunikation mit den lokalen Verwaltungen zu verbessern. Der innovative kommunale Ansatz, den wir seit Jahren verfolgen, zeichnet sich dadurch aus, dass er auf die Verbesserung der Lebensqualität der Menschen, Transparenz, Rechenschaftspflicht unter allen Umständen und vor allem auf den Aufbau einer bürgernahen Verwaltung in Verbindung mit Technologie und nachhaltigen Entwicklungsprojekten abzielt. Als ersten Schritt und konkretes Beispiel dieser Vision hat Türkiye unter der Führung ihres Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan, der nach den Kommunalwahlen 1994 an die Spitze der Stadtregierung trat, wichtige Schritte unternommen, um die Lebensqualität der Bevölkerung auf kommunaler Ebene zu verbessern. Vor 30 Jahren war es die grundlegende politische Vision unserer Kommunen, die Dienstleistungspolitik und die Vision unseres Präsidenten fortzusetzen. Deshalb glauben wir, dass die Beibehaltung einer ähnlichen Vision und eines ähnlichen Verständnisses von Dienstleistungen bei den bevorstehenden Kommunalwahlen unsere demokratischen Werte und den sozialen Zusammenhalt auf nationaler und internationaler Ebene weiter stärken wird. Wir betrachten die Kommunalwahlen am 31. März 2024 als einen wichtigen Meilenstein auf dem demokratischen Weg von Türkiye. Wir glauben, dass diese Wahlen auch einen weiteren Schritt zur Stärkung der regionalen Führungsvision von Türkiye darstellen und erkennen sie allgemein als eine wichtige Aktivität an, die die demokratische Reife und die soziale Teilhabe unseres Landes erhöht. Darüber hinaus werden diese Wahlen, wie auch alle vorherigen Wahlen, der türkischen Bevölkerung eine effektivere Teilnahme am demokratischen Prozess ermöglichen und somit zur Stärkung unserer Demokratie beitragen. Die Wahl am 31. März bedeutet auch, dass vier Jahre lang nicht neu gewählt werden kann. In diesen vier Jahren wird Türkiye die unter der Führung unseres Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan begonnenen Entwicklungsinitiativen ohne Abstriche fortsetzen. Die Errungenschaften der letzten Jahre in allen Bereichen, von der Kommunikation bis zur Diplomatie, von der wirtschaftlichen Entwicklung bis zu den Investitionen in die Infrastruktur, werden fortgesetzt. Außerdem wird das Ziel, das türkische Jahrhundert mit einer neuen, zivilen Verfassung einzuleiten, das wichtigste Ideal und die wichtigste Agenda der nächsten vier Jahre sein. Im Rahmen dieser Vision ist es das Ziel von Türkiye, das türkische Jahrhundert durch die Verbesserung der demokratischen Standards, die Steigerung des Einkommens und des Wohlstands und den Anspruch, ein regionaler und globaler Akteur zu sein, zu gestalten. Unsere Prioritäten in diesem Zeitraum bleiben die Entwicklung gemeinsamer Interessen mit unseren westlichen Verbündeten und der Aufbau neuer strategischer Kooperationen. Die politische Sensibilität von Türkiye, insbesondere der Kampf gegen terroristische Organisationen wie PKK, FETÖ und IS, ist unsere grundlegendste Erwartung, die sich aus dem Bündnisrecht ergibt. Die Wahl vom 31. März ist nicht nur eine weitere erfolgreiche Wahl für die demokratische Kultur von Türkiye, sondern auch eine Gelegenheit, alle Provinzen und vor allem Städte wie Istanbul und Ankara auf das türkische Jahrhundert vorzubereiten. Unsere wichtigste Vision nach den Wahlen ist die nationale Entwicklung, der Wiederaufbau und die Sanierung der Städte, die durch das Erdbeben vom 6. Februar zerstört wurden, und der Umbau von erdbebengefährdeten Städten wie Istanbul, um sie widerstandsfähiger zu machen. Türkiye wird ihre Wahlen, wie in der Vergangenheit, im Rahmen der demokratischen Verfahren abhalten, sie wird die Ergebnisse der Wahlen mit ihrer Regierung und der Opposition respektieren und sie wird vor allem weiterhin das türkische Jahrhundert als eine stabilisierende Kraft in der internationalen Arena aufbauen. Die Kommunalwahlen vom 31. März sind somit eine Wahl, die die nächsten Jahrzehnte von Türkiye in Bezug auf ihre interne und externe Dynamik beeinflussen wird. Prof. Dr. Fahrettin Altun
Fahrettin Altun (geboren am 11. September 1976 in Stuttgart, Deutschland) ist ein türkischer Politiker, Forscher, Akademiker, Mitglied der Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung und seit 2018 Leiter der Abteilung Medien und Kommunikation im türkischen Präsidentenamt.
 

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Kommunikationsdirektor Altun: „Sogenannte ‚armenische Völkermord‘-Behauptung ist eine Verleumdung, die sich ausschließlich auf politische Konten stützt“

Erdogan-Sprecher Altun zu den Ereignissen 1915: „Wir empfinden tiefes Mitgefühl“

Islam Khalilov
Moscow attack: Muslim teenager saved hundreds of people

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Moscow – After the horrific terrorist attack on the Crocus concert hall in Moscow, one young man became a symbol of courage and swift action. 15-year-old Islam Khalilov, who worked part-time as a cloakroom attendant, played a crucial role in evacuating concertgoers to safety. The attack plunged the venue into chaos. Amidst the gunfire and panicked screams, Islam sprang into action. He used his knowledge of the layout of the building to guide visitors out of the danger zone and to the emergency exits. According to reports, Islam’s actions saved over 100 people. He was awarded a medal for bravery for his courage. Islam, whose family immigrated to Russia from the Central Asian country of Kyrgyzstan, has been working at the city hall for about a year. On March 22, at least 143 people were killed and more than 360 injured when gunmen opened fire in the Crocus City Hall in Krasnogorsk (greater Moscow area). „I realized that many people, including myself, would lose their lives if I didn’t react,“ Islam said. He added that he was the last to leave the venue „so I wouldn’t leave anyone behind“. „Initially, I heard unusual noises coming from the second floor while I was working in the basement checkroom. I thought it might be an argument or escalator malfunction,“ he said. „Then panicked people started fleeing from the escalator and stairs in different directions, confirming my suspicion of a terrorist attack. I immediately initiated the evacuation plan and directed people to the Crocus Expo International Exhibition Center, which is adjacent to the concert hall.“ „Fortunately, the attack happened after iftar, the meal to break the Ramadan fast, so I felt refreshed and invigorated. Thanks to Allah’s protection, I was able to return home unharmed,“ the brave teenager told the Anadolu news agency. „Honestly, I don’t consider myself a hero. It was just part of my job. It’s better to sacrifice yourself than to let a hundred people die,“ he told Russian media. As for the aftermath, he said that being around other people and his faith gave him comfort and eased the lasting effects. „Religious practices, such as nightly prayers and dhikr recitations, bring me peace and help me sleep restfully,“ he said.

Islam Khalilov
Moskau-Anschlag: Muslimischer Jugendlicher rettete Hunderte

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Moskau – Nach dem schrecklichen Terroranschlag auf das Konzerthaus Crocus City Hall in Moskau wurde ein junger Mann zu einem Symbol für Mut und schnelles Handeln. Der 15-jährige Islam Khalilov, der in Teilzeit als Garderobiere arbeitete, spielte eine entscheidende Rolle bei der Evakuierung der Konzertbesucher in Sicherheit. Der Anschlag stürzte den Veranstaltungsort ins Chaos. Inmitten der Schüsse und panischen Schreie trat Islam in Aktion. Er nutzte seine Kenntnisse über den Grundriss des Gebäudes, um die Besucher aus der Gefahrenzone und zu den Notausgängen zu führen. Berichten zufolge rettete Islam mit seinem Handeln über 100 Menschen. Für seinen Mut wurde er mit einem Tapferkeitsorden ausgezeichnet. Islam, dessen Familie aus dem zentralasiatischen Land Kirgisistan nach Russland eingewandert ist, arbeitet seit etwa einem Jahr in der Stadthalle. Am 22. März wurden mindestens 143 Menschen getötet und mehr als 360 verletzt, als Bewaffnete das Feuer in der Krokus-Stadthalle in Krasnogorsk (Großraum Moskau) eröffneten. „Mir war klar, dass viele Menschen, mich eingeschlossen, ihr Leben verlieren würden, wenn ich nicht reagierte“, sagte Islam. Er fügte hinzu, dass er der letzte war, der den Veranstaltungsort verließ, „damit ich niemanden zurücklasse“. „Zunächst hörte ich ungewöhnliche Geräusche aus dem ersten Stock, während ich in der Garderobe im Kellergeschoss arbeitete. Ich dachte, es könnte sich um einen Streit oder eine Störung der Rolltreppe handeln“, sagte er.
„Dann begannen panische Menschen von der Rolltreppe und den Treppen in verschiedene Richtungen zu fliehen, was meinen Verdacht auf einen Terroranschlag bestätigte. Ich leitete sofort den Evakuierungsplan ein und verwies die Menschen auf das Crocus Expo International Exhibition Center, das an die Konzerthalle angrenzt.“
„Glücklicherweise ereignete sich der Angriff nach dem Iftar, der Mahlzeit zum Brechen des Ramadan-Fastens, so dass ich mich erfrischt und gestärkt fühlte. Dank Allahs Schutz konnte ich unverletzt nach Hause zurückkehren“, betonte der mutige Jugendliche gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu. „Ehrlich gesagt, ich betrachte mich nicht als Held. Es war nur ein Teil meines Jobs. Es ist besser, sich selbst zu opfern, als hundert Menschen sterben zu lassen“, sagte er gegenüber russischen Medien. Was die Nachwirkungen betrifft, so gab er an, dass der Umgang mit anderen Menschen und sein Glaube ihm Trost spendeten und die bleibenden Folgen linderten. „Religiöse Praktiken, wie nächtliche Gebete und Dhikr-Rezitationen, bringen mir Frieden und helfen mir, erholsam zu schlafen“, sagte er.